da habe ich jetzt also ein schickes, neues Womo mit "Winter-Komfort-Paket" und trotzdem zieht die Kälte aus dem Fahrerhaus rein, dass es keinen Spass mehr macht.
Die Sachen von Kantop (Teppich, Fußraumiso) sind da schon ein erster Schritt, aber richtig kuschelig ist es immer noch nicht.
Während der Fahrt sind die Füße und der Kopf im heißen Atem der Motorheizung aber trotzdem zieht es uns an den Oberschenkeln, dass wir schon mit einer Decke um die Beine gefahren sind.
Im Stand kriecht die Kälte über den Boden rein - obwohl die dreiteilige Kantop-Außenisolierung schon die gröbste Zugluft abhalten sollte.
Also - was tun?
Erste Idee: Reimo xTrem Isolator (oder ähnlich) hinter Verkleidungen einarbeiten.
Hat an der B-Säule sehr gut geklappt. An den Türen des 250er aber eher aussichtslos - man müsste die komplette Tür zerlegen, um halbwegs sinnvolle Flächen zum Verkleben zu finden, ohne durch Stauwasser die braune Pest ins Haus zu holen.
Zweite Idee: Fahrerhausvorhänge von Kantop, Hindermann, weiß ich wem...
Vorteil wäre ja die passgenaue Verarbeitung, ein paar Druckknöpfe einschrauben, fertig.
Nachteil ist aus unserer Sicht der entstehende Höhlencharakter - alles dicht und der "Luftraum" wird gefühlt mehr als halbiert.
Dritte Idee: Selber machen!!
Situationsanalyse:
"Obenrum" leistet die Iso-Folie gute Dienste, man kann sogar den Lappen vor der Frontscheibe wegklappen, wenn man ausgucken will - prima.
"Untenrum" zieht's und auf den Metallflächen der Türen sammelt sich Kondenswasser.
Lastenheft:
Cockpit und untere Hälfte der Türen so isolieren, dass es im Stand nicht mehr kalt herein strahlt und während der Fahrt nicht mehr (so sehr) zieht.
Material leicht, robust und einfach zu verarbeiten, einfach zu verstauen.
Die ganze Mimik soll so wenig dauerhafte Veränderungen am Fahrzeug wie möglich erfordern.
Die Lösung für das Cockpit:
Bei Berger (und sicher auch einigen anderen) gibt es diesen 7-9 lagigen Fenster-Isolierstoff von der Rolle.
Liegt 160cm breit (ideal!) und kostet nicht die Welt (ca. 15 Euro / lfdm)
Als Befestigungspunkt kann das Klemmbrett herhalten - klemmt bei uns ja sonst nix
Zusätzlich wird das Zeug unter den Remis-Stangen bis zur Frontscheibe durchgeschoben - braucht's nur einen Schlitz für den Halter
Dann noch ein bisschen Zuschneiden, ein paar Löcher für Lenkstock, Schalthebel, Radio rein. Ein Klettband, damit das Lenkrad auch durch passt. Rechts und links Abnäher. Sauber umsäumen, fertig:


Jetzt fehlen nur noch die Türen - und da sollte ein "Trick" den Verbleib während der Fahrt ermöglichen.
Ich hatte noch zwei fertig umsäumte Stücke für die Fenster aus meinem Sprinter... die sind zufällig genau so lang und breit wie ich es brauchte:
Unten liegen die Matten auf der Kante über dem Türeinstieg auf,
oben schließen sie mit den Armlehnen der Tür ab (d.h. man kommt noch leicht an Fensterheber und Schließhebel)
vorne kann ich sie mit oder ohne Cockpit-Matte zwischen Cockpit und Türverkleidung schieben
hinten schließen sie genau mit der B-Säulen-Verkleidung ab.

Jetzt noch eine Aussparung für den Sicherheitsgurt und ein paar Druckknöpfe, damit alles hält und nicht absteht. - Fertig!
Diese Matten können einfach bei geöffneter Tür (etwas fummeliger auch wenn die Tür zu ist) nach hinten umgeschlagen werden und verbleiben im Winter immer neben den Sitzen.
Die Überlappung mit der Cockpit-Matte ist gewollt - mehr Isolierung ist weniger kalt und es ist so auch einfacher zu Verarbeiten.
Diese Koproduktion zwischen meiner besseren Hälfte (ich sach nur Nähmaschine - da lässt sie mich nicht ran...) und mir war in wenigen Stunden zusammengedengelt und hat kaum was gekostet.
Wer nicht selbst nähen kann, könnte das zugeschnittene Teil an jede beliebige Änderungsschneiderei zum Einsäumen geben - kann nicht die Welt kosten.
Der Zuschnitt selbst geht prima mit einem Folienschreiber und einer Schere. Ein guter Cutter schadet nicht, es geht aber auch ohne.
Beim Zuschnitt vorne/oben mit einem mittigen Schnitt für die Halterung der Remis-Schiene anfangen.
Dann kommt der Schlitz fürs Klemmbrett (gibt der Sache Halt!) und dann können die Konturen der Scheibe gearbeitet werden.
Ich habe mich dann langsam weiter "nach unten" gearbeitet, aber erstmal die Seiten abwärts des Abnähers so gelassen wie sie sind.
Erst als die Abnäher geheftet und der Schlitz unter dem Lenkstock fixiert waren, habe ich die Seiten zugeschnitten. Weil die Türmatten noch drüber kommen, muss man gar nicht allzu kompliziert arbeiten.
Erste Eindrücke lassen uns auf eine dramatische Besserung hoffen - das "Kälteloch Fahrerhaus" verliert seinen Schrecken.
Ausgiebig testen können wir die Sache erst nächstes Wochenende - falls bis dahin nicht schon wieder 20 Grad Plus sind (dann würde ich eher die Leistung des Kühlschranks hinsichtlich alkoholische Getränke überprüfen wollen... :D )
Ich werde berichten!
LJS



