
Da der Admin nicht gestattet einen Link auf meine Internetseite zu schalten, da er ja möchte, dass die Artikel hier in seinem Forum, mit seinem Webzähler und seinen Werbebannern zu lesen ist, versuche ich den Text nun hier direkt einzustellen. Bin da nicht so firm, hoffe es klapt. Für Fragen stehe ich gerne zu Verfügung. Weitere Bilder und Detailbeschreibungen dazu finden sich auf meiner Internetseite (siehe mein Profil): (Lieber Admin, ich hoffe, das ist jetzt erlaubt) Da ich den Text hier später nicht ändern kann, werden Ergänzungen logischerweise am Ende angefügt. Auf meiner Seite wird der Text natürlich editiert. Ein Grund, warum ich lieber nur einen Link hier eingestellt hätte. Aber ich beuge mich den Anforderungen des Admins, damit ihr überhaupt etwas lesen könnt:
Richtig autark wird man mit dem Wohnmobil am einfachsten mit einer Solaranlage.
War dies vor einigen Jahren noch eine echte Anschaffung fürs Leben, mit einigen tausend Euro Kosten, kann man aufgrund der massiv gefallenen Preise sich heute für kleines Geld eine gute Solaranlage aufs Wohnmobildach kleben.
Dazu braucht es nicht einmal Spezialistenhände, dass schafft auch der engagierte Bastler.
Am Anfang steht natürlich die Frage: Welches Solarmodul, welche Wattzahl, welchen Solarregler soll ich kaufen.
Nach dem Studium der vielen hundert Seiten im Netz, war ich zu der Erkenntnis gelangt, dass viele selbsternannte Gurus unterwegs sind, die Halbwissen verbreiten oder gar Unsicherheit. So stark, dass nicht wenige Wohnmobilisten befürchten nicht “die Richtige” Anlage zu kaufen und entweder dann doch den guten Teutschen Anbieter oder gar keine Anlage installieren. Witzig finde ich die Aussage, man soll bloß kein “China-Zeug” kaufen. Mal ganz ehrlich: 90% unseres Technik-Gedöns kommt mittlerweile aus Asien. Und in den restlichen 10% steckt wahrscheinlich auch ebenfalls asiatische Billigproduktion drin. Und das das nicht schlecht ist, sollten unsere Fernseher, Handys und Autos doch mittlerweile jedem beweisen. Warum also sollten Solarpanels oder Laderegler aus Asien schlecht sein? Und wie viele Solaranbieter in Deutschland kaufen ihre Sachen in Asien und kleben ihren Aufkleber auf die Rückseite?
Wenn ich mir die Campingshops anschaue, finden ich sehr häufig Produkte, die 1:1 bei eBay und Amazon für einen Bruchteil der Summe zu haben sind.
Dementsprechend habe ich mich für Solarpanel von eBay entschieden und über den Winter mir den Spaß gemacht immer und immer wieder mit zu bieten, aber nie mehr als 60 Euro. Und tatsächlich konnte ich deutlich darunter drei Schnäppchen machen. Man braucht nur Zeit!
Beim Solarladeregler sah es ähnlich aus. Diesen gibt es von unterschiedlichen Herrstellern (sieht immer absolut gleich aus!) und da ich für den Schwiegervater auch noch einen brauchte, kaufte ich zwei “unterschiedliche”, von unterschiedlichen Anbietern, die am Ende absolut identisch waren. Na so etwas.
Also einfach nicht so viel Gedanken machen. Sollte tatsächlich mal etwas kaputt sein, hat man Gewährleistung und Garantie und kann bei diesen Preisen im Zweifel in ein paar Jahren ein neues Gerät anschaffen. Zu oft habe ich in der Vergangenheit teure Geräte gekauft. Frei nach dem Motto: Wer billig kauft, kauft zweimal.
Witzigerweise sind die teuren Geräte genauso oft und schnell (kurz nach Ablauf der Garantie) kaputt gegangen…
Aber zurück zu unserer Solaranlage:
Gekauft habe ich 100 Watt Panels: 100 Watt polykristalline Solarzellen. Lange habe ich gegrübelt, ob nicht besser monokristalin, starr oder flexibel, Leistungsdichte. Bis mir ein Bekannter der in der Branche arbeitete sagte: “Wenn du den Platz hast, nimm die billigen, der Leistungsverlust ist zu verschmerzen, wenn er denn überhaupt spürbar ist. Der Gewichtsunterschied ist bei zwei Stück ebenfalls unerheblich.”
Daran habe ich mich gehalten.
Mehr als zwei Panals bekomme ich nicht auf das Euramobil 580, denn es soll ja noch ein Kajak aufs Dach und die Sat-Anlage steht auch noch herum. Stand 2013 waren bei 100×60 cm 100 Watt möglich. In einigen Jahren wird das hoffentlich mehr sein. Mit 200 Watt kommen wir aber locker von April bis Oktober ohne Landstrom aus.
Als Laderegler habe ich einen 30A Laderegler gewählt, mit LCD Display. Eigentlich unnötig, aber als Spielkind ist es schön anzusehen, wenn am ablesen kann, wie viel Strom die Anlage in die Batterien pumpt. 30A LCD Laderegler. 30A weil ich ein wenig Luft nach oben haben möchte. Könnte sein, dass ich später ein weiteres, flexibles Modul am Alkoven anbringen möchte oder einen Solarkoffer.
Damit dachte ich, die Vorbereitungen seien abgeschlossen. Schließlich war tiefster Winter und die Sonne schien noch nicht. Bei den ersten wärmeren Tagen im Januar wurden die Panels dann erstmals ausgepackt und der Laderegler angeschlossen. Erste Erkenntnis: Ich brauche noch die speziellen Solarstecker. Natürlich geht es auch ohne und man verbindet einfach die Kabel, aber wenn es so etwas schon gibt, wird es auch benutzt.
Auch hier ist eBay mein Freund und für wenig Geld bekam ich einen Satz Stecker und einen Y- Solar Doppelverbinder.
Dazu noch 10 Meter 2,5^2 Kabel. Oft liest man von 4mm oder gar 6mm, auch von 10mm Kabeln habe ich schon gelesen. Ich weiß ja nicht, welche Ströme sich manche Leute vorstellen. Mein Physikunterricht ist lange her, aber ein Taschenrechner bedienen kann ich noch und die Rückfrage beim Elektriker bestätigte: 2,5mm reichen völlig (Ich schreibe hier mm, weil ich ^2 Quadrat – also Querschnitt auf der Tatstatur nicht finde)
Das Solarkabel bekam ich günstig bei Fraron: Solarkabel Xtrem 2 x 2,5mm² (Ein Kabel mit zwei Adern)
Wichtig, das im Sonnenlicht das Kabel auf dem Dach nicht irgendwann spröde wird.
Dazu noch eine Dachdurchführung und einige Tuben Sikaflex 221i und Aderendhülsen für das Kabel.
Kopfzerbrechen machten mir die Befestigungen für die Solarpanels. Für viel Geld bieten verschiedene Anbieter “Spoiler” an. Aus Kunststoff (in Asien?). Wenn die im Laufe der Zeit spröde werden, fliegt das Panel vom Dach. Daher habe ich kurzerhand 4cmx4cm Aluwinkel gekauft und diese als Halterung verwendet.
So sieht nun die gesamte Ausstattung aus:
2 Solarpanel 100 Watt 120,00 €
1 Solarladeregler 35,00 €
10 Meter Kabel 16,00 €
1 Dachdurchführung 13,00 €
2 Sikaflex 221i 15,00 €
1 Y-Stecker 6,00 €
1 Solarstecker 3,00 €
2 Aluwinkel 2m 19,00 €
Kleinteile 2,00 €
229,00 €
Nicht einmal 250 Euro!
Und das soll funktionieren?
Endlich ist es warm genug draußen, dass die Dacharbeiten beginnen können. Unter 15 Grad sollte es nicht werden, damit der Kleber gut abbinden kann.
Zuerst musste ich unsere Sat-Antenne versetzen, damit ich die Panels optimal aufs Dach bekomme. Die Sat-Antenne ist mit Sikaflex aufgeklebt und so benötigte ich einen Tip aus dem Internet, um auf die Idee zu kommen, die Halteplatte einfach mit einem Sägedraht abzusägen. Sägedraht für 4 Euro bei Amazon gekauft, zwei Holzgriffe geschnitten (alter Besenstil) mit Lüsterklemmen den Draht an den Griffen befestigt und sorgsam dem Sikaflex zu Leibe gerückt.
Alden-Sat-Antenne
Sikaflex hält die Platte am Dach
Halterung der Antenne
Der Sägedraht schneidet wie Butter durch den alten Kleber
Eine Platte ist schon abgesägt – später mit einem Cuttermesser die Fläche glätten
Es ging überraschend einfach und ohne Beschädigungen des Daches!
Jetzt können erstmals alle neuen Teile auf dem Dach positioniert werden. Dabei stellte ich fest, dass die Antenne am geplanten Standort mit einer Dachhaube kollidiert. Daher mussten wir kurzfristig umplanen. Wenn die Dachhaube aufgestellt ist UND die Sat-Antenne den Sateliten sucht und dabei die Schüssel dreht, kamen die beiden sich gefährlich nahe – daher vorher testen!
So passt alles zueinander
Als erstes bohrte ich ein Loch für die Dachdurchführung des Kabels. Beim Euramobil 580 gibt es hinter dem Steuerpanel (Wasser/Strom usw.) im Wohnmobil einen Kabelkanal, der knapp unter dem GFK Dach entlang führt. Dort ist das Dach nur wenige Millimeter dick. Um so geeigneter hier das Solarkabel durch zu führen und den Bereich mit der Abdeckung später sogar noch zu schützen.
Bei Tageslicht sieht man im dunklen Kasten des Wohnraumpanels Licht durch das GFK Dach scheinen. Von unten mit einem Nagel das spätere Loch nach oben durchstoßen…
…und von oben durchgebohrt…
Dank Handykamera kann man heute leicht prüfen, ob alles so klappt, wie gewünscht.
Das Loch sollte groß genug für ein Kabelrohr sein.
Das Loch mit dem Cuttermesser ausschneiden
Ein Kabelrohr, Dekalin zum abdichten und das Solarkabel.
Das Kabelrohr steht einige Millimeter über das Dach und wird gut mit Dekalin abgedichtet. Sollte nun tatsächlich einmal Wasser in die Abdeckung eindringen, wird es nicht gleich ins Innere abfließen können.
Dachdurchführung aufsetzen, aufkleben, abdichten.
Nun haben wir schon das Kabel an Ort und Stelle. Als nächstes bereiten wir die Solarpanels vor:
Aluwinkel ablängen – geht natürlich auch per Hand!
Löcher ausmessen und markieren
Bohren…
Die Löcher auf die Seitenleisten der Solarpanels übertragen – ein Körner leistet gute Dienste (ein Nagel tut es auch)
Hier soll ein Loch hin
Bohren und anschließend die Winkel an die Panels schrauben
Nun können die Solarpanels aufs Dach.
Damit später der Kleber hält muss das Dach sauber sein. Daher erst einmal putzen. Die späteren Kleberstellen reinigte ich anschließend noch mit Waschbenzin oder Isoprpylalkohol um die Flächen fettfrei zu bekommen (auch die Aluwinkel!)
Jetzt die Solarpanels an Ort und Stelle bringen und alle Kabel anschließen:
Nun kann man noch einige Male überlegen und testen und markieren, wo die Panels hin sollen. Fängt man erst einmal an zu kleben, muss alles glatt gehen und man sollte nichts mehr korrigieren wollen. Denn Sikaflex ist ein Teufelskleber! Der geht nicht mehr ab. Also lieber jetzt noch drei Mal üben, bevor geklebt wird!!!
Die Klebestellen reinigen (entfetten) und aufrauen. Der Lack bleibt dran! Nur aufrauhen.
Sikflex ca 5mm – 10mm flächig auf die Aluwinkel aufbringen. Gut wenn bei dieser Arbeit jemand die Panels hält, sie dürfen auf keinen Fall mit der Klebefläche aufs Dach fallen. Nun die Panels an die richtige Position bringen und festdrücken.
Das schöne am Hobbybasteln sollte ja sein, dass man ZEIT hat. Früher habe ich mir das nie gegönnt und viele Fehler gemacht. Man wird weiser und daher lasse ich die Solarpanels nun in Ruhe festkleben und mindestens eine Nacht ruhen.
Am nächsten Tag ist alles fest und da es regnet können die weiteren Arbeiten im warmen Wohnmobil weiter gehen
Aufgepasst: In dem Moment, wo die Kabel am Solarpanel angeschlossen sind und diese Strom produzieren stehen die Kabel unter Strom!
Daher die Solarpanels abdecken. Ich habe einfach Kartons auf die Panels gelegt und mit Klebeband befestigt. Somit kann kein Strom mehr fließen.
Man kann natürlich auch erst die Kabel verlegen und am Ende die Kabel verbinden. Aber auch dann sollte man daran denken, dass die Panels bei strahlendem Sonnenschein eine ordentliche Menge Strom produzieren und daher nicht ungefährlich sind!
Das Solarkabel passt in die normalen Kabelkanäle des Euramobils
Vor dem Alkoven geht es hinter dem Warmluftschlauch nach unten in den Keller des Wohnmobils
Und taucht in der rechten Ecke wieder auf
Wenig Platz für den Solarladeregler
Der Regler hat seinen Platz gefunden und kann angeschlossen werden.
Überraschend einfach ist die Verkabelung: Von der Batterie werden zwei Kabel (das gleiche, wie zum Solarpanel) verlegt und an den Regler geschlossen.
Und das Solarpanel dementsprechend an die vorgesehenen Anschlüsse.
Da die Solaranlage nur als Zusatzladegerät fungiert benötigt man keine weitere Technik. Nur eine Sicherung 20A gehört noch in die Plusleitung zur Batterie.
Die Solaranlage ist nun angeschlossen, der Solarladeregler zeigt keine Voltzahl!
Panik macht sich breit, bis meine Tochter auf die Idee kommt die Kartons von den Solarpanels zu nehmen. Na klar, das kann ja nicht gehen.
Jetzt zeigt der Regler 13,7 V. Aber leider erscheint in der Anzeige 0A – Also kein Strom – keine Stärke – kein Fluß.
Rätselraten. Sind die Panels kaputt? Der Laderegler?
Nein – glücklicherweise haben wir diesen Fehler schon beim Testaufbau vor einigen Wochen gemacht: Die Batterie ist einfach randvollgeladen und dem entsprechend gibt der Laderegler keinen Strom weiter, um die Batterie zu schützen. Also Sat-Antenne an, alle Lampen eingeschalten, den Wechselrichter und den Fön an und nach wenigen Minuten hat die Batterie ordentlich Saft verloren.
Und siehe da: Trotz bewölktem Himmel bringt die Anlage 6A.
Nach einigen Tagen kontrolliere ich das System wieder einmal und wir haben bei mäßigem Wetter 53AH Strom produziert.
JETZT sind wir wirklich autark…
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