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Wir fahren um 7.00 Uhr los. Die Route geht über Würzburg-Fulda-Kassel-Hannover-Hamburg zum Nord-Ost-See-Kanal. Hier wollen wir Schiffe kucken und uns mit Fisch verwöhnen lassen. Dazu haben wir in Rade bei der Familie Brauer in deren Aalkate für heute Abend vorbestellt.
Zuerst müssen wir jedoch noch einen Geocache finden, der sich uns sehr bald auch zeigt.
Die Brauers haben uns freundlicherweise ein Plätzchen für’s Wohnmobil zugewiesen, wo wir nach all den Leckereien und den entsprechenden Verdauungsförderern für heute Nacht stehen bleiben dürfen.
Aber zu allererst ist Schiffe kucken angesagt.
Und dann ruft der Hunger ins Restaurant. Es ist sooooo lecker, was uns aufgetischt wird.
Dank den Verdauungsförderern und einem Spaziergang im Sonnenuntergang zurück zum Wohnmobil lässt das Völlegefühl im Magen nach und wir lassen den Tag mit einem Fernsehabend ausklingen.
Das war eine Nacht. Zuerst hat es angefangen zu regen, dann zu schütten und dann zu stürmen. Ich hab mal mitten in der Nacht versucht, das WoMo aus dem sich entwickelnden Schlammloch, das mal eine Pferdekoppel war, herauszufahren. Aber ich muss den Insidern nichts erzählen, Michelin-Reifen die sich gleich zusetzen und der Vorderradantrieb, bei dem sofort ein Rad durchdreht, haben dieses Unterfangen unmöglich gemacht. Das einzige was funktioniert hat, waren die Selbstvorwürfe, wie man nur da hineinfahren kann, obwohl das alles bestens bekannt ist.
Am Morgen noch vor 7:00 Uhr dann auf jemand von der Familie Brauer gelauert. Der ließ nicht lange auf sich warten und war sehr hilfsbereit. Hat sofort ein weiteres Familienmitglied angerufen, das 10 Minuten später mit einem kleinen Radlader zum WoMo kam und mein inzwischen von mir befestigtes Abschleppseil einhakte. Dann begann eine Rutsch-/Schleif-/Horrorfahrt, an deren Ende das WoMo dann Gott sei Dank unbeschadet wieder auf dem Asphalt stand. Nass und voller Schlamm, aber unendlich erleichtert, konnten wir unsere Fahrt fortsetzen.
Über Kolding gings über die 3 Brücken nach Schweden. Allerdings wurden wir kurz hinter Malmö von einer Vollsperrung der Autobahn eingebremst und haben dabei mindestens 2 Stunden verloren. Zu guter Letzt erreichten wir dann genau zum Feierabendverkehr Göteborg. Man gönnt sich ja sonst nichts.
An unserem Tagesziel trafen wir dann noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang ein.
Wir stehen auf einem Parkplatz direkt am Kai in Fjällbacka, das Krimifans wegen der Filmserie bestens bekannt sein dürfte.
pelle1 am 14 Apr 2014 23:27:48
Super der Bericht, Bitte weiter .
Pelle
Anzeige vom Forum
apollonia am 15 Apr 2014 08:24:32
Hi Uwe, Danke für den schönen Bericht! Darf ich mal fragen welche Brücke das ist? Wir wollen diese Jahr auch wieder nach Schweden, diesmal über die groooße Brücke. Aber ich habe so Brücken- und Höhenangst..........
arco1111 am 15 Apr 2014 16:51:55
Hi appollonia,
Diese Brücke ist zwischen Göteborg und Oslo bei Uddevalla (E 6)
Wenn Du die 3 Brücken von Dänemark nach Malmö/Schweden sehen willst, solltest Du in meinen Reisebericht--> Link reinschauen.
Brauchst keine Angst zu haben, da fahren jeden Tag tausende Autos rüber und alle kommen an. Du findest die Aussicht bestimmt auch sehr interessant.
arco1111 am 15 Apr 2014 18:28:46
Dienstag, 15.04.2014
Herrliches Wetter empfängt mich, als ich mal vorsichtig aus dem WoMo luge. Strahlend blauer Himmel, die Sonne kommt über den Hausberg hoch. Das wird ein schöner Tag zum Wandern. Nach dem Frühstück geht’s auch gleich los. Im Ort kommen wir an dem Denkmal vorbei, das zu Ehren der Schauspielerin Ingrid Bergmann, die hier auf einer Insel immer ihren Urlaub verbracht, errichtet wurde.
Kurz danach schwenken wir ein auf den Steig, der durch die „Kungslyftan“ (Königsspalte) führt. Hier wurden Teile des Films „Ronja Räubertochter“ gedreht. Hoffentlich sind die Steine gut verkeilt.
Über steile Holztreppen ersteigen wir den 74m hohen Vetteberget, an den die Häuser in Fjällbacke angelehnt sind.
Von hier oben hat man einen herrlichen Panoramablick über die Schärenküste.
Wir gehen die Rundwanderung über den blanken Fels zu Ende und kommen wieder in den Ort. Besonders markant ist die Kirche, die 1892 aus rotem Granit erbaut wurde.
Schmale Gässchen ziehen sich runter zum Wasser.
Morgen werden wir weiterziehen, denn der Ort füllt sich mehr und mehr mit Osterurlaubern aus dem nahen Norwegen.
sini2000 am 15 Apr 2014 18:46:52
Super der Bericht, ich bin total gespannt wie es weitergeht. Denn unsere Sommerroute wird genau da starten, wo Ihr auch gestartet seid :D
arco1111 am 16 Apr 2014 20:03:40
Mittwoch, 16. April 2014
Noch schlaftrunken musste entsorgt werden, die Kassette war randvoll. Beim Feuerwehrhaus gibtb es eine öffentliche Toilette und Dank des dortigen Wasserhahns kann auch gleich der Tank aufgefüllt werden. Gefrühstückt wird auf dem Parkplatz vom coop, wo wir auch das Birkenreisig geschmückt mit den Federn kaufen, um am Schwedischen Osterbrauch mitzumachen.
Bei Torsbo besuchen wir ein Gräberfeld und Felsritzungen (ca. 2000 – 3000 Jahre alt) der Wickinger.
Der Parkplatz davor wäre als Übernachtungsplatz hervorragend geeignet, sogar ein Toilettenhäuschen und Tische stehen zur Verfügung.
In Svenneby entdecken wir die alte Kirche, die zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Glocke hängt in einem kleinen Türmchen, das auf dem Berg errichtet wurde.
Zwischen Hunnebostrand und Smögen biegen wir ab zum ca. 5 km langen Sotenkanal, der 1934 eingeweiht wurde.
Wir fahren das kleine Sträßchen weiter und stehen jetzt auf dem Parkplatz am Meer in Ulebergshamn, einer kleinen Ansammlung von Häusern. Hier endet die Strasse.
Obwohl die Sonne scheint, ist es sehr stürmisch und der Wind peitscht die Wellen gegen die Steinküste.
Unser WoMo wird auch durchgeschüttelt.
chukran am 16 Apr 2014 20:09:06
Super Uwe, weiter so :D
arco1111 am 17 Apr 2014 18:32:29
Donnerstag, 17. April 2014
Die ganze Nacht hat der Wind am WoMo rumgezerrt und heute früh scheint es, als ob die Sonne eine Auszeit genommen hat.
Wir entscheiden uns, kurz nach Fjällbacka zurück zu fahren. Vorgestern nach dem Strandspaziergang wurden die etwas nassen Schuhe vors WoMo zum in der Sonne trocknen hinter die Abgrenzung gestellt und dann natürlich vergessen. Aber heut früh standen sie zum Glück noch da.
Dann geht’s wieder in die andere Richtung, Nordens Ark, eine private gemeinnützige Stiftung, die sich für die Zukunft von Tieren einsetzt, die vom Aussterben bedroht sind, betreibt auf dem Gutshof Åby einen Tierpark mit großzügigen Gehegen. Hölzerne Stege führen darüber, sodass die Tiere ohne störende Gitter oder Zäune betrachtet werden können.
Nach einer Stärkung im Restaurant fahren wir weiter nach Lysekil auf den Stellplatz im Hafen bei den Fischhallen.
Es schüttet wie aus Eimern, die Windböen rütteln und schütteln am WoMo, die Heizung geht laufend auf Störung und die Laune meiner Frau geht deshalb in Richtung Nullpunkt. Mal sehen, was der morgige Tag so bringt.
Mit Spannung lese ich euren Bericht. Wir waren letztes Jahr Ostern in Schweden und da hatten wir solches Wetter --> Link Ich freu mich auf die Fortsetzung
LGElfie, zur Zeit auf Kreta
arco1111 am 18 Apr 2014 19:19:33
Freitag, 18. April 2014
Bei 6° Kälte im WoMo und genauso kaltem Wasser muss das Duschen heute Morgen ausfallen.
Statt dessen krieche ich mit einem kleinen Spiegel fast ins Gasflaschenfach, um den Füllstand in den beiden Wynen-Gas-Tank-Flaschen ablesen zu können. Ok, die Hauptflasche war leer, hat doch die Duomatic gerade erst auf die Reserveflasche umgeschaltet. Aber was sehe ich? Aus unerklärlichen und nicht nachvollziehbaren Gründen ist auch die Reserveflasche total leer, ohne dass sie jemals gebraucht worden wäre. Egal, es muss schnellstens LPG-Gas her. Keine der Tankstellen in der näheren Umgebung führt jedoch LPG, aber das Internet weis, dass es in Göteborg eine Tankstelle mit LPG gibt. Also ohne Frühstückskaffee (Herd geht ja auch nicht mehr) die 120 km in Angriff genommen. Was solls, es regnet eh und viel hätte man ja doch nicht unternehmen können.
Dazu müssen wir auf kürzestem Weg den Gullmann-Fjörd per Fähre überqueren.
Mittlerweile hat es zu regnen aufgehört.
In Göteborg finden wir die Tanke auf der anderen Seite der Stadt und problemlos können wir 43,6 Liter LPG-Gas einfüllen. Und siehe da, nun funktioniert wieder alles, Heizung, Warmwasser, Kühlschrank, Herd. Mit frischen Brötchen von der Tanke ausgestattet wird erstmal auf dem Parkplatz Kaffee gekocht und gefrühstückt.
Auf der Rückfahrt suchen wir 2 Cache und machen einen Abstecher auf die Insel Skaftö in den Ort Grundsund, eines der letzten aktiven Fischerdörfer an der Westküste Schwedens.
Zurück geht’s wieder mit der Fähre nach Lysekil auf den Stellplatz. Allerdings fahren wir auf den hinteren Platz, welcher Stromanschlüsse hat und wo man großzügiger hintereinander stehen kann und nicht wie vorne wie Sardinen in der Dose auf Tuchfühlung steht. (Only for Kuschelcamper)
Mittlerweile scheint die Sonne und lädt direkt zu einem Stadtrundgang ein.
Jetzt sitzen wir im geheizten !!!!!!!! WoMo und bereiten unser Karfreitags-Fisch-Menü vor. Die Flasche Weisswein steht schon gekühlt.
sini2000 am 18 Apr 2014 20:04:09
Euer Bericht macht mir viel Spass. Vielen Dank dafür. Nordens Ark hört sich super an und da wir auf dem Weg nach Norwegen eh noch in Schweden warten müssen bis das Wurmmittel der Hunde 24 alt ist, könnte man da halten :D
arco1111 am 19 Apr 2014 18:23:38
Samstag, 19. April 2014
Es ist so herrliches Wetter, die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel, deshalb steht wandern und geocachen auf dem heutigen Plan.
Unser erstes Ziel ist die Windmühle, die aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, als Lysekil noch ein Marktflecken war.
Wieder vom „Pale Hang“ heruntergestiegen, beeindrucken uns die liebevoll restaurierten Häuschen der Altstadt.
Über 2 weitere Schärenhügel gekraxelt, erreichen wir den Strandabschnitt mit dem öffentlichen Badebetrieb. Von dort ist es nicht mehr weit, bis zu einer Gletschermühle.
Gletschermühlen sind kesselartige Auswaschungen im festen Gestein, die unter Eis durch das Schmelzwasser eines Gletschers und durch Mahlsteine ausgeschliffen wurden. Manche sehen in diesen kreisrunden Löchern auch die Kochtöpfe der Riesen.
Daneben entdecken wir das älteste noch erhaltene Fischerboot der Provinz Bohuslän. Dieses 1876 erbaute Boot diente dem Herings- und Makrelenfang und konnte mit einem Segel bestückt werden.
Interessant ist zu sehen, wie die Gesteinsschichten am nahen Steinbruch verlaufen. Es glitzert und flimmert in der Sonne, wie wenn überall Diamanten drinstecken würden.
Über Stock und Stein geht’s weiter. Eigentlich nur über Stein, was anderes gibt es nicht mehr in diesen abgeschliffenen Schärenformationen. Der Wanderweg, der Viktoriastig, ist hervorragend präpariert und gesichert. Mehrmals steigen wir auf und wieder ab.
Als wir wieder ziemlich abgeschlafft am WoMo eintreffen, zeigt das Thermometer 18 Grad.
Es zischt richtig, als ich das erste Bier ansetze.
godewind am 20 Apr 2014 16:01:51
Hallo Uwe,
das ist ja ein toller und vor allem extrem aktueller Bericht. Ich habe vor, am 22. Mai für 30 Tage loszufahren und zwar in genau dieselbe Gegend. Übernachten möchte ich nach meinem bisherigen Plan in
Wir stehen nicht gern frei. Daher Campingplatz oder Stellplatz mit V+E. Hättest Du da noch weitere Tipps?
arco1111 am 20 Apr 2014 18:12:58
Sonntag, 20. April 2014
Der Tag heute soll noch schöner werden. Und die Vorhersage stimmt, wir knacken die 20°-Grenze, der üblicherweise starke Wind am Meer ist heute nur ein flaues Lüftchen, was die Frühlingstemperatur noch mehr zur Geltung bringt.
Wir entschliessen uns, nochmals zu Fuss loszugehen um noch einige Caches am Ortsrand und in den Schären zu finden.
Dann entdecken wir neuzeitliche Felsmalereien, die 1914 von den Künstlern Just Malmström und Sven Hård gefertigt wurden.
Neben dem Havetshus sehen wir dieses niedliche Leuchttürmchen.
Aber wir sehen auch, wie man anders angeln kann. Ob das die Fangquote erhöht?
Über einen Holzsteg erreichen wir das Halbinselchen Släggö, an das auch die ?-Badeanstalt (streng getrennt nach Männlein und Weiblein) angebaut ist.
Ganz Harte nutzen dieses schöne Wetter zum ersten Badegang. Der nahe Golfstrom wird schon für erträgliche Wassertemperaturen sorgen.
Morgen werden wir Lysekil wieder verlassen.
arco1111 am 21 Apr 2014 18:57:59
Montag, 21. April 2014
Nach Frühstück und Entsorgung verlassen wir Lysekil. Auf der Straße 161 passieren wir die Kirche von Bockenäs.
Kurz danach biegen wir auf die Strasse 160 ab und durchqueren die Insel Orust.
Die Insel Orust ist mit dem Festland durch mehrere Brücken verbunden. Die größte davon ist die Tjörnbron-Brücke, die am 18. Januar 1980 von einem norwegischen Frachter gerammt und zum Einsturz gebracht wurde. Dabei stürzten 7 Fahrzeuge 40m tief ins eisige Fjordwasser. Die neue Brückenkonstruktion wurde 1981 wieder eröffnet.
Kurz hinter der Brücke finden wir einen tollen Badeplatz mit Sandstrand.
Über Göteborg erreichen wir Falkenberg, wo wir jetzt auf dem Stellplatz beim Yachtclub stehen.
Das Wetter hat eingetrübt, aber trotz Wind zeigt das Thermometer immer noch 22°.
arco1111 am 22 Apr 2014 18:39:40
Dienstag, 22. April 2014
In der Nacht hat es etwas geregnet und es ist am Morgen merklich kühler.
Wir stehen frühzeitig auf, denn ich habe gleich einen Geschäftstermin. Deshalb wird auch der Bericht heute knapper ausfallen.
Am Nachmittag fahren wir wieder los. Unterwegs komme ich nicht daran vorbei, dem Werksverkauf von Skeppshults Gjuteri AB einen Besuch zu machen. Diese Firma stellt seit über 100 Jahren Töpfe und Pfannen aus Gusseisen her und zählt zu den Besten weltweit.
Natürlich kann ich als Hobbykoch nicht widerstehen, jetzt hab ich einen Bräter und eine Pfanne mehr.
Wir folgen der Landstrasse weiter und entdecken dieses kleine antike Brückchen, das den Nissan überspannt. Dieser Fluss, der bei Jönköping entspringt und bei Halmstadt in das Kattegat mündet, ist vor allem bei Anglern durch den Besatz von Lachs und Meerforelle bekannt. Zur Laichzeit wandern diese Fische vom Meer den Fluss hoch bis zu ihrer damaligen Kinderstube.
Hinter Jönköping folgen wir auf der E4 dem Vätternsee Richtung Norden und entdecken diese schön restaurierte Ruine.
Die schwedischen Autobahnen sind ein Traum. Schlaglochfrei trotz harter Winter und Frost und sehr wenig Verkehr. Solche Voraussetzungen würde ich mir für unsere BAB‘s auch wünschen.
Jetzt stehen wir bei Linköping und haben das gesamte Fahrerlager vom Mantorp Park als unseren Stellplatz zur Verfügung.
Morgen muss ich hier nochmals was arbeiten, dann geht’s urlaubsmässig wieder weiter.
nuvamic am 22 Apr 2014 19:56:35
Danke für die ausführlichen Infos. Da sind viele schöne Tipps dabei....
zeus am 22 Apr 2014 20:11:29
Toller Bericht und wunderschöne Bilder. Wunderbar, dass Ihr mit dem Wetter so viel Glück habt.
arco1111 am 23 Apr 2014 19:41:59
Mittwoch, 23. April 2014
Am Nachmittag kommen wir los und fahren auf der Strasse 23/34 Richtung Westküste. Dabei überqueren wir mehrmals den Fluss Emån.
Die Landschaft verändert sich mehr und mehr und die Landwirtschaft mit Äcker und Wiesen hat Vorrang.
Dann erreichen wir Kalmar und überqueren auf der 6.070 m langen Brücke den Sund auf die Insel Öland. Bilder kann ich hiervon leider keine machen, da ich beide Hände fürs Lenkrad brauche, um bei dem sehr starken Wind nicht von der Brücke gefegt zu werden.
Das erste, was auf dieser Insel ins Auge sticht, sind die vielen Windmühlen. Als diese im letzten Jahrhundert als Statussymbol der einzelnen Bauernhöfe entstanden sind, gab es über 2.000 dieser sogenannten Bockwindmühlen. Ca. 400 davon sind noch erhalten.
Es fällt auf, dass die einzelnen Felder und Äcker mit Steinmauern eingefasst sind. Das soll verhindern, dass der ständige Wind die gute Erdschicht verträgt.
Die Flora erinnert mich sehr stark an die Schwäbische Alb mit ihren Wacholdersträuchern
Jetzt stehen wir in Grönhögen auf dem Stellplatz im Hafen mit Ent-/Versorgung, Strom, WC und Duschen direkt am Wasser. Alles ist sehr sauber, nur der Wind hat uns gewaltig im Griff.
Dafür wird der Sonnenuntergang heute Abend fantastisch werden.
arco1111 am 24 Apr 2014 21:30:50
Donnerstag, 24. April 2014
Die Bilder vom Sonnenuntergang gestern Abend habe ich ja noch nachzuliefern.
Nach dem Frühstück verlassen wir unseren windigen Standplatz und fahren auf der Insel Öland nach Norden bis zur Inselhauptstadt Borgholm. Dort entdecken wir einen schönen Stellplatz direkt am Wasser und keine 5 min vom Ortszentrum entfernt.
Uns interessiert aber vorrangig die königliche Burg Borgholm, die als wichtigste Festung im schwedischen Königreich während des gesamten Mittelalters heiss umkämpft war. Schweden, Dänen und Deutsche hatten die Burg abwechselnd im Besitz. Am 14. Oktober 1806 brach ein Grossfeuer aus und verwandelte das Schloss in eine Ruine.
Zu Ehren Königin Victorias wurde 1938 neben der Ruine dieses Denkmal errichtet.
Das heutige schwedische Königshaus mit König Carl XVI. Gustaf und seiner deutschen Gemahlin, Königin Silvia verbringt ihre Sommerferien nur wenige Meter entfernt im Schloss Solliden hinter diesem Eisentor.
Die ganze Umgebung ist ein Naturschutzgebiet und dort entdecke ich diese wilden Küchenschellen.
Über die Brücke, dem einzigen Zugang zur Insel Öland, setzen wir unsere Fahrt in Richtung Süden fort.
Jetzt stehen wir am Wikingerdorf in Höllviken, um morgen über die Öresundbrücke nach Dänemark zu fahren.
arco1111 am 25 Apr 2014 17:58:36
Freitag, 25. April 2014
Wir fahren nach einer sehr ruhigen Nacht wieder auf die Autobahn Richtung Malmö und nach wenigen Kilometern schwenken wir auf die Zufahrt zur Öresund-Brücke ein. Dank des BroBizz-Transponders kann ich einfach durchfahren. Ein kurzer Pieps zeigt mir, dass eine Abbuchung der Brückenmaut automatisch zu mir nach Hause kommt.
Während der Überfahrt sieht man unten einen Off-Shore-Windpark. Es soll jeder für sich selbst beurteilen, wie sowas in die Landschaft passt.
Insgesamt überfahren wir 3 Brücken.
Öresund-Brücke Maut 780 SKR = ca. 85,00 € Storebælt-Brücke Maut 705 DKR = ca. 94,00 € Lillebælt-Brücke = kostenlos
Wir durchqueren die dänischen Insel Seeland (Sjælland) mit der Landeshauptstadt Kopenhagen und die Insel Fünen (Fyn) auf der E 20. Diese Strecke hat zu dieser Jahreszeit einen besonderen Reiz, da unzählige Rapsfelder knallgelb leuchten.
Kurz hinter der dänisch/deutschen Grenze fahren wir von der Autobahn ab Richtung Husum. Jetzt stehen wir bei herrlichstem Wetter in Nordstrand auf dem Campingplatz.
Jetzt weiss ich auch, wo „Oben“ ist.
Morgen nehm ich dann die 2. und letzte Etappe unserer Osterreise nach Schweden in Angriff, die restliche Rückfahrt nach Hause.
arco1111 am 26 Apr 2014 22:13:48
Samstag, 26. April 2014
Wir fahren früh los, die zu fahrende Strecke heute ist immerhin 820 km lang.
In Husum finden wir dieses Mal Flut im alten Hafen, dafür sind die schönen alten Fischerboote anscheinend alle bei der Arbeit.
Vor dem Elbtunnel in Hamburg erwischen wir einen Stau, der uns 1 Stunde Zeit kostet.
Zwischen Hamburg und Hannover ereilt uns das gleiche Schicksal noch 4 Mal, was uns wieder insgesamt 1 Stunde kostet. Aber egal, wir rollen weiter und sind jetzt (22 Uhr) zuhause. Eine interessante Fahrt ist zu Ende.
aelgen am 28 Apr 2014 19:38:03
Hejsan, ein fantastischer Bericht und tolle Bilder. Vielen Dank dafür
So eine Art Fazit würde mich noch interessieren. Also Wetterlage, Kosten, Touristisches Aufkommen, Besonderheiten ect.pp. Ihr seit ja nicht gerade zu einer üblichen Zeit gefahren
arco1111 am 29 Apr 2014 09:49:53
Hallo Peter,
Unser Fazit:
- Die meiste Zeit herrliches Wetter - Fast nur norwegische und schwedische Wohnmobile in der Osterzeit unterwegs, die sich auf Stellplätzen treffen und dort paar Tage verbringen :D - Trotzdem wenig Menschen in den Touristenhochburgen unterwegs - Offizielle Stellplätze schlagen mit 100 SEK bis 150 SEK zu Buche, oft inkl. Strom, V/E - Ansonsten übliche Kosten für Benzin, Brückenmaut, Lebensmittel, Stellplatz
Jederzeit wieder.
pipo am 29 Apr 2014 11:20:02
DANKE :!: :zustimm:
rentner2011 am 29 Apr 2014 19:24:49
Hallo Uwe, Danke für Deinen hervorragenden Osterurlaubsbericht! Wir werden im Juni des Jahres zum ersten mal nach Skandinavien (Schweden, Finland, Norwegen) für ca. 7 - 8 Wochen starten und verschlingen zur Zeit alles was aus Skandinavien kommt. Besondere Hochachtung zu Deiner Zeitnahen Berichterstattung, man hatte das Gefühl dabei zu sein.