Hallo zusammen,
hier wie versprochen der Erfahrungsbericht unserer ersten Womo-Tour mit einem Mietmobil in Richtung Mecklenburgische Seenplatte. Ist leider kein richtiger Reisebericht, da wir (noch) keine Fotos posten können.
Am Montag (01.09) haben wir voller Vorfreude unser Mietmobil in Kassel abgeholt, ein Bürstner IXEO IT 726. Ursprünglich hätten wir gern ein Hymer Tramp CL578 gehabt, der war aber zur gewünschten Zeit nicht verfügbar. Also haben wir uns für den Bürstner entschieden, ebenfalls mit Einzelbetten.
Danach erstmal wieder ca. 50 km „zurück“ zum Einpacken. Das ging dank guter Vorbereitung seitens meiner Frau recht fix, so dass wir gegen 18:30 auf große Fahrt gingen. Erstmal die A7 hoch und schauen, wie weit wir kommen.
Gegen 21 Uhr haben wir dann zum ersten Mal unsere selbst erarbeitete SP-Liste vorgenommen (unter Zuhilfenahme der pm-App) und uns für den SP am Schwimmbad Allerwelle in Gifhorn entschieden. Sollte ja schließlich unsere allererste Womo-Nacht werden…
Also alles brav wie gelernt: Stromkabel angeschlossen, Gas aufgedreht, alles gut.
Nachts gab´s dann Regen, aber vielleicht haben wir gerade deshalb sehr gut geschlafen. Jedenfalls waren wir von unserer ersten Nacht im Womo begeistert - obwohl ich abends vergessen hatte, die Stützen auszufahren. Das fiel uns beim Zubettgehen auf, ich hatte aber keine Lust nochmal raus zu gehen.
Am Dienstag ging es dann nach einem kurzen Frühstück gegen 8 Uhr gleich weiter. Unser erstes Ziel sollte der Priepertsee werden, wir hatten gute Kritiken vom dortigen SP gelesen. Generell haben wir immer Ausschau nach ruhigen Stellplätzen (möglichst keine Campingplätze) gehalten, wenn möglich mit Sicht aufs „Wasser“ (Fluß, See, Meer, Kanal).
Nach einem kurzen Zwischenstop am Arendsee kamen wir gegen 14 Uhr in Priepert an und haben uns den SP und auch den ein paar hundert Meter weiter gelegenen Campingplatz angesehen. Der SP gefiel uns wesentlich besser und so sind wir dort „eingezogen“, diesmal MIT Sützen. Danach haben wir erstmal die Seele baumeln lassen und die Ruhe genossen. Es waren nur noch 5 weitere Wohnmobile auf dem Stellplatz und alles sehr ruhig.
Abends gab´s dann zum ersten Mal Warmes aus der Womo-Küche auf nagelneuem Melamin-Geschirr (natürlich draußen), anschließend eine kleine Fahradtour mit romantischem Sonnenuntergang. Es wurde dann rasch kälter, so dass wir uns gegen 21 Uhr ins Womo zurückgezogen haben.
Der Mittwoch stand also ganz im Zeichen unseres ersten „kompletten“ SP-Aufenthalts. Am Abend zuvor haben wir in einem Gespräch mit dem örtlichen Kanu-Verleiher von einer Fischerhütte am anderen Ende des Priepertsees erfahren. Eigentlich wollten wir dort heute per Kanu hin, der Wind am Morgen hat uns aber davon abgehalten. So sind wir dann per Fahrrad los. Das Wetter hat sich dann aber doch recht schnell gemacht, überhaupt hatten wir danach sehr sonnige und warme Tage. Nach einem kleinen Imbiss in der Fischerhütte haben wir uns dann nachmittags auf dem Stellplatz noch etwas Ruhe und Sonne gegönnt und anschließend unser Abendessen zubereitet.
Am Donnerstag war nach einem kurzen Frühstück dann die erste „richtige“ Camper-Handlung dran: Ver- und Entsorgung bei der Abreise vom SP. War alles kein Problem, wir waren Stolz wie Bolle und fühlten uns im wohmmobilen Leben angekommen.
Auf dem Weg Richtung Plauer See haben wir noch schnell bei LIDL in Wesenberg eingekauft, unter Zuhilfenahme von 4 Parkplätzen quer bei einer Länge von 7,39 hat man irgendwie das Gefühl aufzufallen.
Unser erstes Ziel sollte der Campingplatz Insel Werder sein. Nach der recht engen Zufahrt waren wir vom ersten Eindruck enttäuscht. Die „Seesicht“ von den wenigen Stellplätzen vor dem riesigen CP war durch eine hohe Hecke mit davor liegendem Schilf ihrer Bezeichnung nicht gerecht. Wir fühlten uns in unserer Auffassung bestätigt, dass reine Stellplätze eben doch besser zu uns passen. Also weiter in unserer Liste zum Stellplatz an der Bootshalle in Malchow, hierüber hatten wir ebenfalls gute Kritiken gelesen.
Laut Navi auch kein großes Problem, jedoch wusste Uschi (nicht meine Frau, sondern die Stimme unseres Navis) nichts von dem Durchfahrverbot über 2,8 Tonnen durch die Altstadt von Malchow. Also außen herum, was auch ein kleines Stück Autobahn bedeutete.
An der Bootshalle angekommen wurden wir gleich herzlich von „Bernd“ empfangen. Von ihm und auch den Gepflogenheiten auf dem SP hatten wir bereits im Vorfeld einiges erfahren. Und wir wurden nicht enttäuscht. Ein sehr schöner SP, auf Wunsch direkt am Wasser neben der Slip-Anlage. Nur 3 Wohnmobile hatten sich ihren Platz in der ersten Reihe gegönnt, so dass noch ausreichend Platz für uns vorhanden war. Nach einem kurzen Rundgang über den Stellplatz haben wir uns den kostenlosen (!) hauseigenen Kanadier geschnappt und sind 700m quer rüber nach Malchow und zurück gepaddelt. Dabei haben wir entschieden, uns für den morgigen Tag ein Motorboot für eine Tour zum Plauer See zu mieten. Haben wir dann auch anschließend gleich bei Bernd gebucht.
Abends gab es dann eine weiter Premiere: Wir haben zum ersten Mal unseren Grill angeworfen. Entsprechendes Grillgut hatten wir ja morgens in weiser Voraussicht frisch beim LIDL-Metzger mitgenommen. Die Sonne ging dabei direkt vor uns unter, es war wieder einmal wunderschön, und wir haben uns auf die morgige Bootstour gefreut.
Das Frühstück am Freitag viel recht üppig aus, da Bernd für frische Brötchen auf Vorbestellung am Abend vorher gesorgt hatte. Ein toller Service. Morgensonne gab´s auch – was will das Herz mehr.
Gegen 9 Uhr lag unser Boot wie versprochen bereit, und wir konnten nach einer kurzen Einweisung starten, und das wieder bei strahlendem Sonnenschein. Unsere Route führte über den Petersdorfer See auch vorbei am Lenzer Hafen und dem dortigen SP, auch direkt am Wasser. Der SP machte von der Anordnung der Plätze einen guten Eindruck, mehr können wir aber vom Vorbeifahren nicht sagen.
Am (oder schreibt man „im“?) Plauer See angekommen, haben wir uns nochmal Inselcamping Werder von der Seeseite angeschaut. Ist schon wahnsinnig groß, aber uns fehlt die Erfahrung um das einschätzen zu können.
Mittags haben wir dann als Gastanleger im Hafen festgemacht, einen kleinen Spaziergang unternommen und in einem sehr schönen Restaurant in der Nähe der Schleuse zu Mittag gegessen. Nach der gemütlichen Rückfahrt hatten wir noch ein wenig Zeit bis zur Abgabe des Bootes, und so sind wir dann nochmal in Richtung Malchow und weiter zum Fleesensee geschippert. Natürlich hat uns Wasserratten die Kälte (des Wassers) nicht davon abgehalten, zwischendurch ein paar Runden vom Boot aus zu schwimmen.
Abends gab´s dann nur ein paar Schnittchen, wir hatten ja mittags ausgiebig gegessen. Natürlich war auch der Sonnenuntergang mit einem Gläschen Wein wieder dabei.
Am Samstag war wieder der zuverlässige Brötchenservice aktiv, und nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns entschieden, den SP am Wasserwanderrastplatz in Kuppentin auszuprobieren. Es hieß, man könne nirgends näher am Wasser stehen. Ein bisschen war aber auch die Ungewissheit da, ob wir wieder einen so schönen SP bekommen würden.
Auf der Fahrt haben wir uns in Anbetracht des immer noch sehr schönen Wetters entschieden, noch schnell beim Vermieter unseres Womos anzurufen und zu fragen, ob eine Verlängerung um 1-2 Tage möglich sei. Uns war längst klar, dass dies UNSERE Urlaubsform werden kann. Die Verlängerung war auch problemlos möglich, wir mussten uns noch nicht einmal festlegen. Diese Flexibilität fanden wir natürlich toll.
Am SP angekommen bekamen wir einen schönen Platz, teilweise zwar noch im Schatten, aber dafür direkt am Kanal (2-3m). Und die Sonne würde auch noch wandern, so dass die Aussicht auf den Sonnenuntergang am Abend wieder einmal gegeben war.
Der Kanal lud uns förmlich ein, so dass wir wieder einen Kanadier genommen haben und flußaufwärts losgepaddelt sind. Unterwegs haben wir uns bei entgegenkommenden Paddlern nach der nächsten Anlegemöglichkeit erkundigt. 2 Stunden und 5km später erreichten wir das alte Gutshaus Barkow, und nach einem kurzen Aufenthalt mit Kaffee und Kuchen ging es wieder zurück.
Abends haben wir dann in dem kleinen Imbiss das SP-Betreibers gegessen und den Abend bei Sonnenuntergang vorm Womo ausklingen lassen. Dabei haben wir wieder einmal festgestellt, dass sich Camping- und Womo-Welt voneinander unterscheiden und wir ruhige SP vorziehen werden. Ein Dauercamper hatte auf dem (kleinen) Platz seinen Fernseher nach draußen transportiert und machte sich es mit seinen Kumpels in mit Wasser gefüllten Schlauchbooten und einer ausreichenden Menge Alkohol bequem. Der Sound war über den gesamten Platz zu hören. Das war der erste nicht ganz so schöne Abend in unserer noch jungen Womo-Zukunft. Wir entschieden uns daher, am nächsten Tag Richtung Ostsee (Wismar) aufzubrechen.
Auf dem Weg dorthin haben wir uns noch schnell den Campingplatz Sternberger Seenlandschaft und den Stellplatz Neuklostersee angeschaut.
In der Nähe von Wismar hatten wir uns zwei Plätze rausgesucht: Den SP am Salzhaff in Boiensdorf sowie den ca. 5km entfernten Campingplatz in Pepelow. Auch hier haben wir uns wieder für den SP entschieden, der CP in Pepelow war uns zu groß und zu eng. Außerdem hatten wir in dem neuen Empfangsgebäude des CPs das Gefühl in einem Hotel einzuchecken. Die Entscheidung war goldrichtig, denn der SP (mit angrenzendem Parkplatz) wurde im Laufe des Sonntagnachmittags immer leerer, so dass schließlich am Abend nur noch eine Handvoll Womos mit entsprechend riesigem Abstand übrig blieben.
Leider fing es nach einem Spaziergang am Strand an zu regnen, so dass wir zum ersten Mal das Abendessen IM Womo genießen mussten. Es hat sich dann aber noch etwas aufgehellt, so dass wir am Abend noch einen Spaziergang in die andere Richtung unternommen haben und – was soll ich sagen – sogar noch ein Gläschen Wein am Strand möglich war.
Am Montag sind wir nach dem Frühstück und der mittlerweile obligatorischen Ver- und Entsorgung zum Sightseeing nach Wismar aufgebrochen. Wir wollten anhand des Wetters entscheiden, wie wir danach unsere Reise fortsetzen. In Wismar haben wir den SP am Westhafen angefahren und einen der letzten (!) Plätze ergattert – rappelvoll. Mangels Kleingeld (tagsüber nur Automatenbetrieb) war es auch möglich, ab 16:30 beim SP-Betreiber zu bezahlen. Also haben wir uns in Ruhe die Innenstadt von Wismar und den Hafen angeschaut. Zurück auf dem mittlerweile ausgebuchten SP haben wir uns entschieden, hier nicht zu übernachten. Vor mir in der Schlange beim SP-Betreiber war eine Womo-Fahrerin verzweifelt auf der Suche nach einem Platz, der Betreiber musste aber passen. Durch eine kleine Spende von 2 EUR in die Kaffeekasse konnten wir schließlich den Platz verlassen und dabei noch einer Womo-Kollegin helfen.
Wir hatten noch zwei nahe Stellplätze auf der Insel Poel auf unserer Liste, haben uns dann aber doch für die Rückkehr ans Salzhaff entschieden. Da es inzwischen spät, dunkel und kalt war mussten wir wieder einmal das Abendessen ins Womo verlegen. Wir waren aber ohnehin fix und fertig vom Tag, so dass wir relativ schnell ins Bett fielen. Vorher haben wir uns aber noch entschieden, am nächsten Tag Richtung Schwerin zu starten.
Am Dienstag ging es also nach einem kurzen Frühstück (kältebedingt im Womo) in Richtung Schwerin. Das Wetter wurde dabei immer schlechter, so dass wir uns kurzerhand für die Heimfahrt entschieden haben. Wir wollten unseren ersten traumhaften Womo-Urlaub nicht mit einem verregneten Tag beim Stadtbummel beenden. Die nächsten 7 Stunden ging es also wehmütig Richtung Heimat. Wir haben unterwegs von den tollen Eindrücken der letzten Tage gezehrt und viel darüber diskutiert, wie unsere wohnmobile Zukunft aussehen könnte.
Gegen 16:30 zu Hause angekommen kam dann der vorerst letzte Akt: das Ausräumen des Womos. Dabei haben wir festgestellt, dass wir viel zu viele Klamotten und Utensilien mitgenommen hatten, so dass unsere Packliste weiter optimiert werden konnte.
Fazit: Schwer infiziert! Wir müssen unseren Benutzernamen nicht in „Ersttheater“ umbenennen, eher in „mehrfacher Wiederholungstaeter“. Wie es weitergeht, können wir jetzt noch nicht sagen. Wir sind beide voll berufstätig und möchten auch auf unseren Wintersport-Urlaub nicht verzichten. Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis wir uns entscheiden. Wir werden sehen…
Viele aus Nordhessen,
Stefan

