Kurzer Rückblick auf unsere Wohnmobil-Miete vor kurzem. Ich hatte das auch schon in einem anderen Forum gepostet, aber passt ja...
Wir waren vor zwei Wochen erstmals mit dem Ahorn Canada AD unterwegs. Den gab es hier beim örtlichen Renault Händler zur Miete. Ahorn hat sich ja Renault-Händler/Werkstätten in Deutschland als Partner gesucht, die das Nutzfahrzeuge-Programm betreuen, sich also insbesondere mit der Master-Basis auskennen.
Eigentlich wollten wir den kleineren A660 mieten, der war aber in der Zeit nicht verfügbar, also wurde es der große. Für 69 Euro pro Tag zuzüglich 110 Euro Einweisungspauschale, kann man nicht meckern.
Die Einweisung war OK, es wurde alles wichtige erläutert.
Zu Beginn war der Wassertank leer, zwei mal 11 Kilo
Gas an Bord, Geschirr, Besteck, Töpfe dabei und ein frischer Matratzenschoner für jedes Bett.
Wir sind damit zuerst zu uns nach Hause, um unser Gepäck einzuladen. Das war schnell erledigt, dann noch unsere beiden Fahrräder hinten drauf und los ging es.
Bei der Fahrt klapperte es hinten öfter an verschiedenen Stellen, also an einer Autobahn Raststätte mal raus und geschaut:
Drei Kleiderbügel hingen im Schrank und klapperten vor sich hin. Vorne im Schrank war ein Einlegeboden schräg drin und als drittes waren Zubehörbleche der Küche hochkant unter der Spüle verstaut.
Das konnten wir schonmal eliminieren.
Zudem noch schnell mal die Luftdrücke kontrolliert. Vorne sollten es laut Aufkleber 4,0 Bar sein, hinten 4,8. Was war: vorne 4,8 und hinten 4,0 bzw. 3,9...
Also Druck angepasst.
Danach war es dann deutlich ruhiger.
Der Renault Master Untersatz hat richtig Spaß gemacht. War nicht zu laut, war gutmütig im Fahren, obwohl nur 130 PS, nicht kraftlos. Zwischendurch haben wir auch immer die Kilometerstände protokolliert und beim Tanken einen Verbrauch von einmal 11 Litern und beim zweiten Mal, 10,2 Litern ermittelt. Für so ein 7,4 Meter Alkoven Teil schon sehr gut.
Autobahn bin ich meist mit 110 km/h per Tempomat gefahren. Der hat mich übrigens auch begeistert durch seine Bedienung direkt im Lenkrad.
Es war auch eine
Rückfahrkamera eingebaut, was das rangieren doch sehr vereinfacht hat. Das Radio war ein normales 1-Schacht-Radio. Hier war der Sound nicht so gut, was vielleicht weniger am Radio lag, sondern daran, dass (meines Wissens) nur recht weit unten in den Türen, Mehrweg-Lautsprecher verbaut waren. Keine separaten Hochtöner irgendwo im Armaturenbrett oder der A-Säule zu sehen.
Zum Leben/Wohnen im Canada:
Für uns waren Grundriss, Stauraum, Technik etc. OK. Klar, kein
Wohnmobil aus der Edelschmiede, aber eben OK.
Das Bad war prinzipiell groß genug, insbesondere die separate Dusche mit richtiger Faltwand. Die Anordnung von Toilette und Waschbecken war etwas ungünstig, weil man immer etwas zu dicht rechts am Waschbecken saß, wenn man die Toilette nach rechts gedreht hatte, um den Platz für die Füße zu haben.
Die Voll-Dinette war gut, großer Tisch und breite Polster, allerdings etwas zu steile Lehnen.
Die Küche war groß, völlig ausreichend.
Die Betten waren aufgrund der Standard.Ausliefermatratze doch recht hart. Hier müsste sehr bald etwas anderes oder ein guter Topper her.
Wir haben für UNS festgestellt, dass uns ein Alkoven zum Schlafen nicht so zusagt. Das Heck-Doppelbett aber durchaus ausreichend wäre und wir auch wenig Probleme damit haben, dass einer dann vielleicht mal Nachts am anderen vorbei kriechen muss.
Der Möbelbau war einfach, aber in Ordnung. Nur eine Schublade an der Küche klemmte beim zumachen.
Technik:
Zuerst nervte uns das Ladegerät. Kaum an der Außenversorgung angeschlossen, nervte der im Ladegerät eingebaute
Lüfter mit einem Summen. Da zeigt sich dann die günstige Wahl der Komponente. Vielleicht war auch tatsächlich nur etwas defekt.Der renault-Händler will das auch nochmal mit Ahorn klären. Wir haben es dann so gemacht, dass wir Nachts die Sicherung der 230V-Stromversorgung raus genommen haben, der Kühlschrank lief dann auf Gas, die
Heizung auf 12V.
Heizung: Es war eine
Truma 4 verbaut, die anstandslos ihren Dienst versah. Es wurde (wir waren auf Usedom und Rügen) nachts auch schon mal 9 Grad, immer kuschlig warm und nachts hielt die Heizung durch 3 bis 4 maliges Einschalten in den Morgenstunden, die Temperatur auf gutem Niveau.
Wasser: Wasser kam immer mit gutem Druck, über die Truma auch warm/heiß, alles gut. Nur die Wasserpumpe kam uns recht laut vor.
Batterien: Es war eine zusätzliche Aufbaubatterie verbaut. Für obiges Szenario reichte das locker. Nach einem halben Tag (Nacht) ohne Strom von außen und moderat eingestellter Heizung, hatte die erste Batterie etwa ein Viertel Ladung verloren, soweit man das an den nur grob orientierenden Anzeigen im Aufbau ablesen konnte. Aber ein
Wochenende ganz ohne Strom von außen wäre sicher drin. Dabei wurden auch Handys geladen, allerdings kein Fernsehen geschaut oder andere "größere" Verbraucher aktiviert.
Zwischendurch hatten wir Probleme zu identifizieren, wo genau der Auslass für Grauwasser war. Den Hebel zum Öffnen hatten wir, kein Problem. Die Frage stellte sich, ob wir an den Grauwasserauslass einen Schlauch anschließen könnten, da wir 2 Tage an einem Campingplatz standen, der einen Grauwasserablauf pro
Stellplatz hatte. Wir haben es dann nicht weiter verfolgt und das Grauwasser erst hinterher am separaten Auslass abgelassen. Dort zeigte sich, dass es wahrscheinlich ohnehin kaum möglich gewesen wäre, dort eien Schlauch anzubringen.
Fazit: Für uns zwar nicht der richtige Aufbau, da wir den Alkoven zumindest nicht als Schlafstätte nutzen würden. Aber auch gerade diese Erkenntnis gehört ja zum Mieten dazu!
Ansonsten: Wer Preis und Leistung ins Verhältnis setzt, kann mit dem Ahorn zufrieden sein. Jedenfalls haben wir nichts entdeckt, wo wir (handwerklich auch ein wenig begabt) abschrecken würden.
Und die Renault-Master-Basis war wirklich toll.
Wir werden versuchen, nächstes Jahr noch einen teilintegrierten, beispielsweise einen Alaska mieten zu können. Dann sehen wir weiter.
Der neue Alaska (Modelljahr 2018) ist nochmal in Details aufgewertet. So gefällt uns dort sehr gut, dass am Heckbett (Quer) nun etwas Raum mit einer Stufe am Fußende ist, man also nicht mittig über den vorne Schlafenden raus klettern muss, sondern am Fußende dazu ein oder zwei fest eingebaute Trittstufen hat. Zudem eine echte "Wohnungtür" zum Schlafraum hin, unabhängig vom Bad. Also nicht so eine Kombitür, die entweder Bad ODER Schlafraum zu macht.