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Das MoMo in Südfrankreich und Nordspanien 1, 2


Momoblog am 12 Jul 2017 18:27:08

So.

Das MoMo geht endlich wieder auf große Fahrt. Dieses Mal im Sommer erstmals nicht nach Skandinavien. Sondern in den Süden. Genauer gesagt: In die Cevennen, Pyrenäen und nach Nordspanien.

Wir wollen uns auf der Fahrt Zeit lassen und freuen uns auf Ardèche, die Tarnschlucht und Carcassonne. Über die Pyrenäen geht es dann weiter nach Nordspanien, wo wir das Baskenland, die Picos de Europa und natürlich die spanische Atlantikküste auf dem Programm haben.

Falls jemand noch Tipps für diese Regionen hat: Immer her damit! Am Sonntag geht es los. Und da wir grundsätzlich für alles offen sind, kann es immer auch noch kurzfristige Planänderungen geben. Ich sehe uns nämlich schon in Frankreich versacken und Spanien für ein anderes Mal übrig lassen. Ich weiss aber auch, dass das ein Jammer wäre...

Unser Reisetagebuch führen wir wie immer unter --> Link - wie immer mit vor allem Text hier, Bilder im Blog, weil ich die Bilder von unterwegs nicht 2x hochladen möchte.

Lieben Gruß,
Michael

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nulpe am 12 Jul 2017 18:47:29

Da ihr an die Ardeche fahrt:
Ein absolutes MUSSSS ist die sog. Chauvet -Höhle bei Vallon Pont d´Arc. Sie gehört zu den ältesten bekannten Höhlen ihrer Art, viel älter als Lascaux und hat trotzdem (meine Meinung) die wesentlich eindrucksvolleren Bilder. Auf ca. 40.000 v.Chr, geschätzt, wurde sie durch einen Erdrutsch vor ca 20.000 Jahren verschüttet und ist erst 1995 wiederentdeckt worden. Deshalb der gute Zustand
Von Anfang an war der Besuch für das Publikum gesperrt. 2015 wurde ein aufwendiger (Lasertechnik) Nachbau eröffnet, der 55 Mill € kostete.
Ich war in Altamira, Lascaux und in der Chauvet-Höhle (Nachbauten). Die letztere ist bei Weitem am eindrucksvollsten. Da kann auch das neue Lascaux-Zentrum nicht mithalten. Man ist hinterher wie verzaubert.
Da die Rundgänge streng zeitlich und mengenmäßig begrenzt sind, ist es vielleicht schwierig, in der Saison einen Termin zu erhalten. Wir waren im März da und kamen gleich "ran"
--> Link

nulpe am 12 Jul 2017 18:59:07

Nachtrag: Einzelheiten über die Höhlennachbildung finden sich hier:
--> Link

und hier:
--> Link

Anzeige vom Forum


Momoblog am 12 Jul 2017 22:20:19

Danke für den Tipp! Hört sich schon mal gut an und ist notiert.

Kamille am 12 Jul 2017 22:47:59

Hallo moensters,
wir sind gerade auf dem Rückweg aus Languedoc-Roussillon. Interessant fanden wir in Banyuls-sur-Mer die Süßweinproduktion des Banyuls. Dort kann man bei kleineren und größeren Weingütern eine Besichtigung unternehmen. Wenn ihr euch Carcassonne anschaut, dann am besten nicht am Wochenende. Unter der Woche strömen auch die Menschenmassen, aber man hat noch die Chance auf einen Platz am Womostellplatz. Eine Kartharerburg z.B. Queribus sollte auch angeschaut werden. Ebenfalls sehr sehenswert war die Höhle Aven d' Orgnac in der Nähe von Barjac.
Die Arena in Nimes lohnt sich auch.

Wünsche eine schöne Reise
Kamille

lex2222 am 13 Jul 2017 15:03:16

San Sebastian...
eine sehenswerte Stadt, in der vom 12. bis 19.08.2017 die "Semana grande" stattfindet.
Viele Veranstaltungen, viel Musik und jeden Abend Feuerwerk über der Bucht!

wolkenhimmel am 13 Jul 2017 15:23:01

Hi Michael,

falls Ihr gerne klettert, kann ich auch folgenden Klettersteig ans Herz legen --> Link.
Ist zwar verhältnismäßig anspruchsvoll, vor allem kräftemäßig, aber wunderschön. Im nahegelegen Ort Thuyets gab es (Stand 2013) Ausrüstung zu leihen.

Zum Baden ist die Stelle auch ganz nett, manchmal springen die einheimischen Jungs von der Brücke... 8)

LG Harriet

Momoblog am 13 Jul 2017 16:06:08

Ui, hört sich alles gut an! Queribus und San Sebastian sind notiert. :-)

Das mit dem Klettern lassen wir mit 2 Hunden und Höhenangst lieber sein. Aber trotzdem danke, Harriet!

Lieben Gruß,
Michael

swissmac am 13 Jul 2017 16:30:32

... und zwingend Bilbao mit schönstem SP auf dem Hügel (Busverbindung ins Zentrum), toller (Alt) Stadt und Guggenheim Museum (nur von aussen schon lohnenswert) ... Santander .... Santiago de Compostela... die südliche Küste von Cap Fisterra ... und eigentlich fast alles!
Geniesst es und nehmt Euch ZEIIIIIIIIIT, Markus

Momoblog am 13 Jul 2017 19:58:10

Der Stellplatz in Bilbao sieht ja super aus! Danke für den Tipp!

Galizien würde mich auch sehr reizen, aber ich habe die Befürchtung, dass wir mit Cevennen, Pyrenäen und Nordküste reichlich zu sehen bekommen und hatte die nordwestliche Ecke gedanklich schon gestrichen. Oder wäre das echt eine Sünde?

Lieben Gruß,
Michael

hantomsteini am 16 Jul 2017 22:21:37

Zu Bilbao: Der Stellplatz ist wirklich wunderschön gelegen mit traumhaftem Blick über die Stadt. Aber leider befördert der ÖPNV dort keine Hunde. Es gibt alternativ die Möglichkeit per Taxi nach Bilbao reinzufahren aber es gibt auch nur bestimmte Taxen die Hunde mitnehmen. Der freundliche Platzwart kann euch ein entsprechendes Taxi ordern dann merkt euch aber genau welches das war und ruft das auch für die Rückfahrt. Wir hatten da bei unserem Besuch im Januar 17 ziemliche Probleme mit unserem Moritz wieder zurückzukommen. Aber ansonsten Bilbao ist ein Traum!

Momoblog am 21 Jul 2017 22:15:26

Jetzt sind wir schon eine Weile unterwegs und ich habe vergessen, auch hier im Forum zu posten. Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

17.7.
So komisch sind wir wirklich noch nie in einen Urlaub gestartet... Denn obwohl wir uns auf unseren Trip Richtung Nordspanien richtig vorfreuen konnten, ist die Stimmung in den letzten Tagen eher gedrückt. Nein, es ist nichts Schlimmes passiert. Eher im Gegenteil. Aber wenn auch das zweite Kind flügge wird und das Nest verlässt und mal eben für ein Jahr als Au Pair in die USA geht, ist das schon ein merkwürdiges, grummelig mitfreu-trauriges Gefühl.

Wie es der Zufall will, liegt der Abflugtermin passend zu unserem Losreisetermin. Also führt uns die erste Etappe nicht schon nach Frankreich, sondern nach Frankfurt. Genauer gesagt nach Dietzenbach, wo wir bei Sofies bester Freundin und deren Großeltern die letzte Nacht zusammen verbringen.

Und nachdem wir zu gottloser Zeit aufgestanden sind und die lange Schlange am Check-in hinter uns gelassen haben, heißt es wirklich Abschied nehmen. Noch mal drücken, Küsschen, Tränchen und dann bleiben wir zurück und unsere große Kleine bricht in ihr Abenteuer auf!

Für uns geht es dann aber mit sehr gedämpfter Stimmung erst mal weiter. In Gedanken sind wir immer noch ein bisschen in Frankfurt und versuchen uns mit dem Gedanken anzufreunden, dass wir bis auf Weiteres auch Zuhause nur noch zu zweit sein werden.

Aber so richtig Reisestimmung kommt bei uns nicht auf. Und da mein Knie mal wieder eine Pause haben möchte, beschließen wir, hinter Karlsruhe mal Richtung Schwarzwald abzubiegen. Und im Kurörtchen Gernsbach vertreten wir uns dann erst mal die Beine. Sommerlich heiß ist es hier!

Und da hier ein Stellplatz direkt am Flüsschen Murg zu finden ist und die gedrückte Stimmung eh nicht nach Weiterfahren und Entdeckungen machen verlangt, sind wir mal Musterschüler im Entschleunigen, beenden die Etappe, kaum das sie angefangen hat und lassen uns für den Rest des Tages hier nieder.

Unser Hobby für den Nachmittag: Mittels Flugzeug-App stalken wir Sofie auf dem Flug nach New York und sind quasi virtuell bei der Landung dabei. Faszinierende Technik!

Und nachdem sichergestellt ist, dass mit dem Flug alles glatt gegangen ist, wird es uns doch ein wenig leichter ums Herz und wir feiern das mit einem ausgesprochen leckerem Eis in der örtlichen Eisdiele, gucken Leute und genießen eine etwas merkwürdige Atmosphäre zwischen gleichzeitig verschlafenem Nest und auffällig viel (und lautem) Verkehr.

Nachdem wir uns anschließend im Biergarten mit den lokalen Gerstensäften vertraut gemacht haben, geht es zurück zum MoMo. Wir sind dann schon beglückt, dass die Innentemperatur von freundlichen 34° beim Wiederkommen auf nur noch 27° für die Nacht zurück gegangen ist. Wer hat eigentlich behauptet, dass man nach Spanien fahren muss, wenn man es warm haben will?

18.7.
Wir haben für die derzeitige Hitzewelle erstaunlich gut geschlafen und brechen Richtung Süden auf. Frankreich, wir kommen! Da wir in Deutschland noch mal tanken wollen, checke ich die Preise und stelle fest, dass man in Freiburg mit Abstand am billigsten tankt. 

Wir fahren kurz von der Autobahn ab, tanken und stellen fest, dass ein kleiner Bummel durch die Stadt doch eigentlich ganz okay wäre. Schließlich haben wir uns immer wohl gefühlt, wenn wir hier waren. Also wird das MoMo kurz entschlossen an der Uniklinik geparkt und wir machen uns zu Fuß in die Stadt auf. Elli ist ganz aus dem Häuschen, dass es hier überall die kleinen "Bächle" gibt, Wasserrinnen neben den Bürgersteigen sind ein toller Spielplatz. Rein! Raus! Rein!

Rund ums Münster ist Markt und wir schlendern von Stand zu Stand und werfen auch einen Blick in die schöne Kirche. Wie es der Zufall will, probt dort ein Organist auf der Orgel und von dem imposanten Klang bin ich ganz hin und weg. Schon doll! Ich frage an der Info, wann das Konzert denn wäre und erhalte als Antwort "Heute abend!" Hm, kann man ja mal machen...

Während wir im "Deutschen Haus" einen Mittagsimbiss nehmen und den Kindern zuschauen, die kleine Bötchen an Schnüren durch die Bächle ziehen, schmieden wir Pläne.

Wenn wir das mit dem Orgelkonzert machen, brauchen wir noch einen Stellplatz. Per App finden wir einen Platz am Ökö-Sportplatz ( in Freiburg ist alles öko, bio oder Fahrrad) etwas außerhalb in der Nähe der Dreisam. Scheint gleichzeitig auch ein Hippie-Treffpunkt zu sein, denn wir sehen gleich mehrere olle, aber charmante Büsschen und einen lila lackierten ehemaligen Tiertransport-LKW und allerlei alternativ gekleidete und sehr freundliche Leutchen.

Den wirklich sehr heißen Nachmittag verbringen wir schon mal spanisch: Siesta, Schatten und nicht viel tun. An der Dreisam setzen wir uns auf die Picknickdecke und gucken Kindern beim Plantschen zu. Elli scheint sich im Gegensatz zu Mia zu einer kleinen Wasserratte zu entwickeln. Gerne stürzt sie sich mit Annette in das kühlende Nass und sorgt beim Wiederkehren auch bei mir für Erfrischung - einmal Schütteln bitte!

Abends schwingen wir uns dann auf die Räder und fahren zurück nach Freiburg-City. Schon schön, so eine 100% auf Fahrräder eingestellte Stadt!

Wir genießen die mittlerweile angenehmeren Temperaturen und bestaunen die mächtigen Wolkenberge am Himmel, die aber das befürchtete Gewitter erst einmal für sich behalten. 

Das Orgelkonzert ist dann zwiespältig. Toll ist es, wenn der Klang so sehr den Raum füllt, dass man sich ganz klein fühlt oder es so vielstimmig klingt, als würde da jetzt wirklich ein Symphonieorchester spielen.
Anstrengend wird es, wenn die Kompositionen eher sparsam erkennbare Rhythmik und Melodien haben. Da merkt man dann doch die Klassikbanausen bei uns...

Wir genießen anschließend noch ein Gläschen Wein und Antipasti auf dem Augustinerplatz und denken, dass wir einer mediterranen Abendstimmung heute schon recht nah gekommen sind. Viel relaxter kann man es abends um 10 nicht haben!

19.7.
Diese Nacht hat schon weniger Abkühlung gebracht als die vergangene. Es wird schnell warm, später heiß.

In Freiburg beschließen wir nach der ruhigen Nacht am Ökosportplatz den offiziellen Womoplatz in Freiburg anzulaufen, um Ver- und Entsorgung zu erledigen. Am dortigen Platz finden wir aber so ungefähr die schlechtest gelöste Station vor, die man sich denken kann. Vor uns steht ein Womo, dessen Fahrer einen Gartenschlauch in den Frischwassertank hält. Sieht zwar nicht seriös aus, aber es ist weit und breit auch kein anderer Frischwasseranschluss zu sehen. Das Wasser zum Spülen der WC-Kassetten nimmt man wohl aus einer Gießkanne, die neben der Toilettenentsorgung steht. Nachdem ich das Frischwassertanken mit dem Schlauch begonnen habe, kommt ein bereits erfahrener Camper mit seiner WC-Kassette und wundert sich, dass ich den Schlauch zum Reinigen der WCs für mein Frischwasser nehme. Hä?! Und wo ist dann das Frischwasser? Er zeigt mir einen Betonklotz, aus dem ein Wasserhahn senkrecht nach oben in die Luft ragt. Keine Beschilderung, kein Garnix. Na toll... Da muss man schon echt mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um so etwas zu konstruieren und nicht mal vernünftig zu beschriften!

Wir brechen nun endgültig nach Frankreich auf. Und da der Plan Entschleunigung heißt, wollen wir durch Frankreich gänzlich ohne Maut und lieber auf den Nationalstraßen fahren. Es geht  daher um so manchen Kreisverkehr, so manches halbverlassene Dorf und so manche Steigung.

Im Tal des Doubs machen wir Station in L'Isle-sur-le-Doubs. Der Fluß liegt malerisch neben unserem Parkplatz. Alleine: Es ist in der Mittagshitze einfach zu warm - das MoMo-Thermometer zeigt zwischenzeitlich 35° an! So belassen wir es bei einem kurzen Päuschen ohne unnötige Aktivität.

Südlich von Besançon habe ich diverse Ziele ausgekundschaftet, die sich interessant anhören. Aber direkt das erste, Port-Lesney, erweist sich als Volltreffer. Direkt an der Brücke über die Loue ist ein Parkplatz, wo sogar ein freier Platz auf uns wartet. Und unter der Brücke ist ein Kiesstrand mit flachem Wasser,in dem die Kinder spielen und einer Stromschnelle, an der die Wagemutigen sich jauchzend mit ihrem Schwimmtier beschleunigen lassen.

Das ganze sieht irgendwie aus der Zeit gefallen aus. Bis auf die Kleidung und so manche Neongummitiere könnte sich das auch vor 100 Jahren an einem Sommertag so zugetragen haben!

Wir suchen uns einen Schattenplatz, der dafür sorgt, dass es mit dem leichten Wind zumindest gefühlt unter 30° sind. Im MoMo messen wir dagegen schon 37°. Autsch!

Ich merke, dass das so ungefähr gar nicht meine Wohlfühltemperatur ist. Und werde entsprechend unleidlich. Annette erträgt das tapfer und zaubert dann mit einem Saté-Hühnchen mit Reis und einem Fläschchen Rotwein doch noch ein zufriedenes Gesicht. Und die einzelnen Regentröpfchenam späten Abend, die eine Abkühlung für den morgigen Tag ankündigen, wirken fast schon beglückend!

20.7.
Hurra, es ist abgekühlt! Und zwar auf schön sommerlich warme Temperaturen. So, dass man in der Boulangerie erst mal im Schlendergang für das Frühstück einkauft. So geht das mit dem Sommer!

Wir haben beschlossen, dass wir heute quer durchs Jura tingeln werden. Denn Annette hat auf ihrer Michelinkarte so viele grüne Streckenentdeckt (für alle Millenials: damit wurden früher auf Landkarten schöne Strecken markiert, das kann euer iPhone noch nicht!), dass wir davon auch etwas sehen wollen.

Das Ganze artet dann ein bisschen in ein Gourmet-Shopping-Event aus. Fromagerie am Wegesrand? Stop: Einkaufen! SuperU? Vorräte auffüllen. Jambon du Jura-Werbeschild? Schinken kaufen. Erzeugergenossenschaft? Gerne nochmal Käse und Karamell. Mjam, mjam und mjam.

Zwischendurch fahren wir immer kleine Stückchen und genießen die Landschaft des Jura. Immer wieder gibt es Schluchten mit Steilwänden, Belvedere und kurvige Strecken neben sprudelnden Flüsschen. In Mesnay machen wir einen Zwischenstopp an einem großzügigen Stellplatz in Mesnay.

Und da wir wirklich noch etwas Bewegung vertragen können, machen wir uns auf einen kleinen Rundweg, der uns zu den Mini-Cascades Le Dérochoir führt. Kleine Wasserfälle mit einem toll grünblauem natürlichem Schwimmbecken. Sehr schick! Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich meine dicke Kamera im MoMo gelassen habe, denn die Bilder geben nicht wieder, wie schön es hier ist.

Wieder zurück am Stellplatz toppen wir unser Ekel-Erlebnis aus Freiburg. Eine Frau schrubbt dort ihren Kochtopf direkt dort an der Entsorgungssäule, wo andere Leute ihre Toilette entleeren. Brrrr....

Der Aussichtspunkt am Cirque du fer à cheval ist nicht so pittoresk wie sein Name. Denn man steht quasi oberhalb des Hufeisens und kann zwar schön ins Tal hinabgucken, aus dem wir gerade gekomme sind. Man sieht aber nichts von der tollen steilen Felswand, die wir auf dem Weg hinauf sehen konnten. Schade!

Dafür werden wir am Ende des Tages mit einem echten Kracher verwöhnt. Die Abfahrt hinunter nach Baume-les-messieurs ist mit den Steilwänden links und rechts eine Mischung aus Norwegen und Red-Rock-Country in den USA und damit mal so richtig was für uns. Und der hübsche Ort mit plätscherndem Fluss würde uns ja sofort zum Halten animieren, wenn wir nicht mit dem Parkplatz unterhalb der Les Grottes des Baume und der Cascades des tufs einen richtig tollen Platz für die Nacht vor uns hätten.

Denn der Platz ist wirklich so groß, dass man sich mit dem Womo den schönsten Stellplatz aussuchen kann und die Lage am Ende des Tales ist wirklich prima. Lediglich die Cascades schwächeln im Sommer etwas - die Bilder im Internet sind dann wohl alle aus dem Frühling...

Wir jedenfalls sind begeistert: Abends unsere Einkäufe des Tages verschlemmen und den Fröschen im Kaskadenteich lauschen: Göttlich!

kukeulke am 21 Jul 2017 23:33:27

Schöner Reisebericht! Es geht halt nichts über die Spontaneität die ein [W|M]oMo erlaubt :)

moensters hat geschrieben:... Da muss man schon echt mit dem Klammerbeutel gepudert sein, um so etwas zu konstruieren und nicht mal vernünftig zu beschriften!


Aber bezüglich der Frischwasserzapfanlage in Freiburg muss ich widersprechen: Ich finde den Betonklotz und den nach oben gerichteten Wasserhahn schlicht weg genial: es gelingt wahrscheinlich niemand hier seine WC-Kassette am FRISCHWasserhahn zu spülen! Wie oft mussten wir schon ansehen, dass Frischwasserzapfhähne zur "Klospülung" missbraucht und entsprechend verschmutzt wurden - hier ist das konstruktionsbedingt einfach nicht möglich - man braucht halt einen Schlauch samt Adapter um Frischwasser zu tanken!

Allzeit knitterfreie Fahrt
kuke und ulke

Momoblog am 21 Jul 2017 23:54:27

Tolles Tal mit ohne Grotte
Was ein schöner Übernachtungsplatz! Auf dem Parkplatz am Ende des Tales war es himmlisch ruhig und wir haben geschlafen wie in Abrahams Schoß.
Und da wir uns für heute morgen die Höhlenbesichtigung vorgenommen haben, wo die erste Tour erst um 10.30 Uhr startet, haben wir alle Zeit der Welt. Wir stehen ja schließlich schon quasi an der Kasse!

Wir kaufen direkt das Kombiticket für Grotte und Abbaye, da wir für den kleinen Aufpreis die Abtei dann auch noch mitnehmen wollen. Zunächst mal aber starten wir mit einem kleinen Grüppchen zur Höhlenführung. Da sie für Hunde an der Leine erlaubt ist, haben wir auch Elli und Mia im Schlepptau. Und schon die ersten Treppen hinauf zum Höhleneingang sind ein Abenteuer. Man merkt, dass Elli das doch reichlich unheimlich ist.

Am Höhleneingang müssen wir erst mal warten. Unsere Führerin erklärt auf französisch, warum sie noch mal zurück zum Kassenhaus muss und verschwindet. Was ist denn hier los. Kurz darauf kommt sie mit einer Taschenlampe wieder und es geht die ersten paar Meter in die Höhle hinein. Schön, dass sie vorne eine Taschenlampe hat... Hinten sehen wir so ungefähr gar nichts mehr! Und auch meine Handytaschenlampe bringt nur wenig Erhellung. Nach nur wenigen Schritten heißt es erneut Stop. Wir möchten doch bitte wieder zum Ausgang gehen.Offensichtlich gibt es Probleme mit dem Strom - daher kein Licht! Erneut verlässt uns unsere Führerin unter mehrmaliger "désolé"-Beteuerung. Nach mehreren Versuchen, doch noch mit dem richtigen Schalter das Licht einzuschalten, werden wir zum Ausgang gebeten - das wird erst mal nix mehr. Naja, kann man nichts machen. Aber das Kombiticket mit der Abbaye geben wir dann gerne wieder zurück. Höhere Gewalt...
Stattdessen machen wir den Aufstieg zum Belvedere-Aussichtspunkt, der ziemlich steil nach oben führt. Und da ich mich für die 11° kalte Höhle eher warm angezogen habe, komme ich ganz schön ins schwitzen! Aber diesmal lohnt sich die Aussicht wirklich. Ein toller Blick ins Tal mit diesen irren Steilwänden.

Nachdem wir die vollgeschwitzten Klamotten im MoMo gegen luftigere Sachen ausgetauscht haben, kommt der gechillte Teil des Tages. Wir beschließen, die paar Kilometer zum Ort zurück zu fahren und uns auf den Campingplatz zu begeben, der so lauschig an dem kleinen Bach im Tal liegt.

Prompt kriegen wir auch noch einen letzten Platz direkt am Bach, fahren die Markise aus, richten uns häuslich ein und genießen das Wetter. Naja, und ich ärgere mich ein bisschen mit dem Blog und unserem wieder mal irrsinnig hohem Datenverbrauch herum. Nichtsdestotrotz ist es hier aber mal so richtig gemütlich. Ein kleiner schnuckeliger Campingplatz, keine Thrills, aber für uns ein *****-Platz. Hier kommen wir gerne noch mal hin!
Wie es uns überhaupt das Jura angetan hat. Mit dem dichten Laubbaumbestand könnte es hier im Herbst durchaus bunt zugehen. Ist schon mal notiert! Und was uns auch sehr angenehm auffällt: Hier scheint man völlig entspannt zu sein, was frei stehende Womos angeht. Hier stehen sogar Wohnmobile vor dem Campingplatz oder auf der anderen Bachseite und es gibt reichlich Parkplätze, wo man es sich gemütlich machen kann. Vorbildlich!

Annette spielt Visagistin für Elli und ich gebe mir Mühe, bei einer Fotosession unseren kleinen Wusel ins rechte Licht zu rücken.

Nachdem wir unsere gestrigen Einkäufe weggegrillt haben, brauchen wir doch noch ein wenig Bewegung. Also auf ins Dorf! Die Tagestouristen sind größtenteils schon weg und es ist herrlich verschlafen hier.
Und da es nach Geschäftsschluss anscheinend niemanden kümmert, können wir auch das Gelände der Abbaye erkunden. Keine Absperrungen, keine Verbotsschilder, kein Nix. Also gucken wir uns um und stellen als bekennende Kulturbanausen fest, dass wir mit der verpassten Führung sehr gut leben können. Als gesamtes Ensemble ist das Dorf zwar sehr sehenswert, aber außer, dass die Abtei sehr alt ist, hat sie für mein Auge nicht viel zu bieten.

Auf dem Rückweg fängt es an zu tröpfeln und wir beide sind uns einig, dass wir diesen Geruch von Sommerregen auf dem warmen Asphalt richtig gut leiden mögen. Und uns macht wenig später der leichte Regen unter der Markise eh nichts aus!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 22 Jul 2017 22:49:58

Beaujolais olé

Wir verabschieden uns ein bisschen schweren Herzens von unserem Campingplatz im Tal. Hier konnte man es gut aushalten! Aber ein bisschen wollen wir dann ja doch wieder in Richtung Südwesten kommen. Also geht es weiter!

Wir machen einen kurzen Schlenker, um in einem Tabac eine SIM-Karte von free zu kaufen. Der geneigte Leser erinnert sich vielleicht noch, dass das im Herbst noch eine mittlere Odyssee war. Mittlerweile kann man auf einer Online-Karte den nächsten Laden suchen, der einen Automaten hat - meistens ein Tabac. Die Bedienung des Automaten erschließt sich sogar mit meinen rudimentären Französischkenntnissen und kurz darauf plumpst tatsächlich eine SIM-Karte ins Ausgabefach. Einlegen, loslegen! Warum ist das nicht überall so einfach? Wirklich genial! Und die 100GB(!) mit 4G und 25GB Roaming im Ausland sollten sich mal alle deutschen Mobilfunkfirmen ganz flott als Beispiel nehmen. Für meinen Telekomvertrag mit (mittlerweile) armseligen 3GB zahle ich mehr als das doppelte!
Heute steuern wir das Beaujolais-Weinbaugebiet an. Genauer gesagt, das Städtchen Juliénas. Noch genauer: Das Weingut Matray. Eigentlich waren wir bisher der Meinung, dass Beaujolais nicht unbedingt zu unseren Favoriten gehört. Und auf einem Weingut zu stehen und dann zu sagen "Euer Wein taugt nix" fanden wir auch nicht so prickelnd. Daher hatten wir uns zur Sicherheit mal einen Gold-prämierten Beaujolais im SuperU gekauft und für gut befunden. Also nichts wie hin zur Weinprobe!

Die Tochter des Winzers, die dankenswerterweise Englisch spricht, erklärt uns ein bisschen was zu den typischen Eigenschaften der lokalen Weine. Dass alle aus der Rebsorte Gamay stammen. Dass ein sehr fruchtiger Geschmack nach roten Beeren typisch ist. Dass es verschiedene Geschmacksrichtungen von unterschiedlichen Terroirs gibt. Und tatsächlich können wir einiges davon als Laien auch wirklich nachvollziehen. Der Chénas zum Beispiel duftet so sehr nach Erdbeeren, dass man es gar nicht überriechen kann!

Das beim Degustieren übliche (und schlaue) Ausspucken bringen wir nicht übers Herz und auch das Wegschütten des guten Tropfen fällt schwer. Aber auf nüchternen Magen nachmittags um 4 hat das zur Folge, dass wir ausgesprochen guter Laune und mit 6 Flaschen Wein plus Spezialaperitif Rikiki zum MoMo zurückkehren.

Am Abend gehen wir noch mal mit den Hunden den Weinberg hinauf und genießen die Stille, die hier herrscht und die weite Sicht ins Tal und hinüber zu den Bergen des Jura. Man sagt, dass man von hier an guten Tagen sogar bis zum Montblanc gucken kann!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 24 Jul 2017 23:01:34

Heute wollen wir wieder eine größere Etappe fahren. Zunächst müssen wir aber mitten durch das Beaujolais-Weinbaugebiet fahren, was uns ausgesprochen gut gefällt.
Und da das Kurven durch Städte und Kreisverkehre und Bremshubbel gestern nervig war, belohne ich mich mit einem Teilstück Autobahn. Vorher wird aber noch mal an der weltallerschmalsten Tanke getankt. Mit Spiegel und Bauch einziehen war das dann ganz einfach... Ach so, der Automat wollte dann die eine Kreditkarte nicht haben. Aber der freundliche Franzose, der sogar Englisch und(!) Deutsch konnte, half uns dann soweit, dass es  endlich klappte.

Das mit der Autobahn war dann auch nur so eine mittelgute Idee. Denn natürlich merkte man (trotz Sonntag) dass Reiseverkehrszeit ist. Und so stehen wir vor und in Lyon tres formidable im Stau. Na toll!



Daher sind wir ganz froh, dass es unser Plan ist, noch nicht zur Ardèche zu fahren, sondern vorher noch einen Abstecher in die Berge zu machen. Und auf der kurvigen Gebirgsstrecke geht es beständig links, rechts, links, rechts. Und bergauf. Das sah auf der Karte gar nicht so wild aus! Als kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Berge aber schon mal ganz schön gut. An der Pont du Duzon müssen wir dann auch mal halten. Ganz schön schmal, dieser Fußweg neben der ebenfalls schmalen Fahrspur. Da schlägt meine Höhenangst dann doch ein bisschen zu, so dass froh bin, als ich wieder festen Boden unter den Füßen habe!

Ausgeguckt als Ziel haben wir uns einen netten kleinen Campingplatz  in Alboussiere. Der sah im Internet richtig klein und schnuckelig und ruhig aus. Und genau so ist er auch. Wir schlagen unser Lager auf, gehen einmal auf und ab und lassen es ansonsten langsam angehen. Unser kleines Highlight am Ende des Tages: Mit unserem üppigen free-Internetguthaben können wir mal eben die erste Folge der 7. Staffel Game of Thrones runterladen und machen uns im MoMo einen kleinen Serienabend. Schön!

Momoblog am 25 Jul 2017 15:54:20

Ardèche mit Hindernissen

Das fängt ja gut an: Nach einer ruhigen Nacht macht Annette im Alkoven Klarschiff, öffnet die Sichtblende am Seitenfenster und fragt: "Sag mal, wo ist denn unser Fenster?" D'oh! Tatsächlich - da ist nur noch eine Öffnung, aber kein Fenster mehr. Mir dämmert, dass das merkwürdige Geräusch auf der Autobahn, dass ich gestern nicht zuordnen konnte und dann wieder vergessen habe, wohl der Moment war, wo sich das Fenster verabschiedet hat. Ich hatte es anscheinend gestern morgen nicht geschlossen...

Wir überlegen unsere Optionen. Selber reparieren, indem man die Öffnung mit Panzertape verklebt. Ohne Leiter bei der Höhe etwas schwierig. Und auch nicht super. In eine Womowerkstatt fahren und hoffen, dass sie ein Fenster am Lager haben oder schnell bestellen können. Oder es dort zumindest provisorisch repaieren zu lassen. Wir entscheiden uns für letzteres, googeln und finden eine Werkstatt in Aubenas, was auf dem Inlandsweg Richtung Ardèche liegt. Passt. Solange muss dann halt die Sichtblende ein Quasi-Fensterersatz sein...Das Navi führt uns auf abenteuerlichen Wegen immer tiefer in die schöne Landschaft des Ardèche-Gebirges.

Gut, dass ich letztes Jahr auf dem Aursjøvegen mein Meisterstück gemacht habe. Denn die Fahrt durch die Gorges Dunière ist wunderschön, aber auch anspruchsvoll. Ein schmales, kurviges Sträßchen. Rechts neben uns geht es locker hundert Meter in die Tiefe. Aber immerhin ist die Corniche asphaltiert...

Entlang der Straße sieht man häufig verlassen wirkende Häuschen, teilweise Ruinen, teilweise aber auch einfach toll hergerichtete, einsame Höfe in diesem schönen Taleinschnitt.

Uns wird schnell klar, dass wir in unserem Schneckentempo auf diesen Sträßchen nicht mehr vor der Mittagspause in der Werrkstatt ankommen werden. Also genießen wir die Aussichten, die sich uns bieten und gucken erst mal nicht mehr auf die Uhr.



Da wir dann in Aubenas mitten in der Mittagszeit ankommen, nutzen wir die Gelegenheit für einen kleinen Stadtbummel. Das Altstadtgebiet rund ums Schloss ist sehr malerisch mit seinen Kopfsteinpflastergassen. Und auch das Chateau mit seinem lustig bunt gesprenkeltem, weinroten glänzendem Dach sieht chic aus.

Gedanklich sind wir dann aber doch schon einen Schritt weiter in der Werkstatt.

Durch die verwirrenden Straßen von Aubenas (bergauf, bergab, verschachtelt, Einbahnstraßen, Baustellen) finden wir schließlich die Werkstatt von Monsieur Chastanier. Der kommt gerade gut gelaunt aus der Mittagspause, guckt sich das ganze an und parliert in einem lustigen deutsch-französisch mit uns. Reparieren wird schwierig, da er so schnell nicht an ein Ersatzfenster kommen würde. Provisorisch flicken? Ja, kann er versuchen. Er tüftelt mit verschiedenen Folien (offensichtlich alle ehemalige Verpackungen für irgendwas) und findet schließlich eine, die seinen Vorstellungen entspricht. Das ganze wird mit mehreren Lagen Tesa-Stabil immer und immer wieder verklebt, so dass wir zumindest gegen Regen erst mal geschützt sind. Er warnt uns allerdings schon mal vor Seitenwind - so stabil ist die Folie nämlich nicht!

Wir sind aber trotzdem erst mal zufrieden, dass getan ist, was man tun sollte. Mehr geht halt gerade nicht. Also auf nach Vallon Pont d'Arc, dem Startpunkt für die Gorges de L'Ardèche. Vorher frischen wir unsere Vorräte noch mal auf. Erst in einem kleinen, sehr merkwürdigen Supermarkt, in dem es kaum etwas gibt, dann in einem SuperU, wo sich die Menschen wie Ameisen durch die Gänge drängeln. So etwa, wie wenn bei uns ein langes Weihnachtswochenende vor der Tür steht. Wir sind froh, als wir den Laden wieder verlassen können.

Auf dem weiteren Weg kann man schon ahnen, was uns erwartet. Campingplatz an Campingplatz. Kanuverleih an Kanuverleih. Und eine endlose Autoschlange, die sich schon mal hinter einer Familie bilden, die es prickelnd findet, auf der schmalen Straße eine Radtour mit kleinen Kindern zu machen. Willkommen an der Ardèche!

Wir steuern den Campingplatz L'Ile an, der uns dadurch lockt, dass er basic und ohne Animation sein soll. Und daher auch eher preiswert. Stimmt auch alles, nur das mit dem Preis gilt nur in Relaion zu den anderen Plätzen an der Ardèche... Und der Empfang ist auch nicht gerade herzlich. Geradezu die Bestätigung für das klassische Vorurteil für französische Arroganz. Sprechen Sie deutsch? Non. English? Non. Sinngemäß sagt sie etwas wie "Ich spreche französisch. Reicht doch." Also radebreche ich mit meinen Französischbrocken und sie hält nicht hinterm Berg damit, dass sie das sehr amüsiert. Da fühlt man sich doch gleich willkommen geheißen. Vor allem, weil sich im Nachhinein herausstellt, dass sie sehr wohl Englisch spricht... Hätte ich nicht bisher so ausgesprochen positive Erlebnisse mit unseren  französischen Nachbarn gemacht, hätte ich an der Stelle schon die Schnauze voll gehabt.

Der Stellplatz den wir gezeigt bekommen, liegt zwischen 3 Bäumen, die recht eng beieinander stehen. Mein zweifelnder Blick, ob ich da das MoMo ohne Schramme reinmanövriert kriege, wird mit einem schulterzuckenden "Da haben gestern 2 Wohnmobile gestanden." kommentiert. Nachdem wir unser Grauwasser entsorgt haben (sehr alternativ: Man fährt mit dem Womo über einen Gullideckel in der Straße, der Platzwart hebt ihn aus, man entsorgt, Deckel wieder drauf) starte ich den ersten Parkversuch. Unser netter deutsch Platznachbar fragt, ob wir nicht lieber den Mittelweg hinter den Plätzen nehmen würden, das sei doch viel einfacher... Danke, liebe Platzwartin, dass du uns das verschwiegen hast. Grrrr!

Nachdem der Puls dann erst mal runter gegangen ist, können wir uns die Ardèche dann mal in Ruhe angucken. Nett! Von den Klippen springen Kinder ins Wasser, es kommen noch die letzten Kanus durch und abgesehen vom Jugendcamp auf der anderen Flussseite, wo es laut "Barbie Girl" schallt und johlt ist es ganz beschaulich. Wir gehen ein bisschen den Fluss entlang und finden dort tatsächlich auch etwas Ruhe. Könnte ganz schön hier sein...

Nach dem Grillen gehe ich dann noch mal zum Fotografieren hinunter an den Fluss und habe ihn schließlich für mich ganz alleine. Jetzt ist es schön.

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 26 Jul 2017 11:19:52

Corniche und Lieblingsdorf
Das leckere Baguette und die köstlichen Croissants versöhnen mich ein bisschen mit unserem Campingplatz. Und auch das Betrachten der Szenen, wenn die Kanus an den Untiefen vor dem Campingplatz stecken bleiben, hat Unterhaltungswert.
Wir begeben uns dann auf die Corniche, die Route Touristique, die uns weit oberhalb des Flusses entlang führt. Meine Befürchtungen, dass dies an einem touristischen Hotspot kein Zuckerschlecken sein wird, scheinen sich auch zunächst zu bestätigen. Am prägnanten Bogen über der Ardèche, dem Pont d'Arc, begegne ich in einer ohnehin schon engen Kurve einem Bus und der Parkplatz ist überfüllt. Menschenmassen allüberall.

Doch wie durch ein Wunder lösen sich nach diesem trubeligen Ort all meine Sorgen in Wohlgefallen auf. An einem Mini-Aussichtspunkt zu Beginn bin ich noch ganz beglückt, dass wir mit dem MoMo ebenfalls einen Platz finden. Im Laufe der weiteren Fahrt stellt sich aber heraus, dass wir fast überall, wo wir stehen wollen, auch stehen können. Denn so voll ist es auf der Strecke kurioserweise gar nicht! Kein einziger Bus kommt uns mehr entgegen und auch an den Parkplätzen geht es eher gemütlich zu. Toll!

Und so können wir uns ganz den verschiedenen Aussichten ins Tal hinab zu den Kanuten und entlang der beeindruckend steilen Felswände hingeben. So macht das Spaß!




Es entwickelt sich ein lustiges Hop-on-hop-off. An den Aussichtspunkten trifft man immer wieder "Bekannte", die am vorigen Belvedere auch schon neben einem standen. Ein bisschen staunen, ein bisschen genießen. Repeat.

Am Ende der Fahrt auf der Corniche landen wir in Saint-Martin-d'Ardèche, dem ersten Ort, der wieder eine Brücke über die Ardèche im Angebot hat. Und noch dazu eine besonders schöne Hängebrücke. Dummerweise nur für Womos gesperrt, was uns einen Umweg von 15km beschert, da wir ins gegenüber liegende Aiguèze wollen. Im Womoführer steht zwar, dass man ja selbst entscheiden kann, wie gesetzestreu man ist, aber als wir die Polizeikontrolle an der Abzweigung zur Brücke sehen, bin ich ganz froh, dass wir ohnehin Schisser waren...

Vom Stellplatz in Aiguèze hatte ich schon die dollsten Berichte gelesen. Super Platz, schönes Städtchen, alles wunderbar. Also eigentlich zu gut, um wahr zu sein. Was soll ich sagen: Stimmt alles! Nicht mal überfüllt ist (und wird) es! Man sucht sich auf einem durchaus charmant-chaotischen Parkplatz zwischen kleinen, knorrigen Bäumchen einen Platz, gleicht die überall vorhandene Schräge tunlichst mit Keilen aus und steht etwas oberhalb des malerischen Ortes und der Ardèche. Perfekt!

Am Nachmittag gehen wir dann in den Ort hinunter und sind sofort verliebt. Das ist wirklich einer der kleinen Orte, für die man Frankreich so sehr lieben kann. Verwinkelt, alt, mit dem Charme des leicht verkommenen, aber nicht wirklich ungepflegten. Genau mein Ding! Und so fotografieren wir um die Wette, genießen das geradezu klassische Treiben in der Dorfmitte mit Boule spielenden französischen Charakterköpfen, Cafés und einem Gläschen Pastis.

Und den Abend mit einem Gläschen Rotwein in der lauschigen Abendstimmung am MoMo ausklingen zu lassen, hat dann schon viel vom südfranzösischem entspanntem Savoir vivre.

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Momoblog am 29 Jul 2017 14:20:04

Cornichon mit Happy End
Wir sind hin- und hergerissen. Es gefällt uns hier gerade ausgesprochen gut und wir könnten im näheren Umfeld noch so vieles erkunden. Aber unser Fernziel Nordspanien ruft und auch wenn wir entschleunigt reisen: Ein paar Kilometer dürfen es heute dann schon noch Richtung Südwesten werden! Daher lassen wir die Ardècheregion hinter uns, wissen aber jetzt schon, dass wir nicht das letzte Mal hier gewesen sind.

Es geht quer durch Sonnenblumen- und Lavendelfelder, Weinberge und Olivenhaine. Immer ein bisschen bergauf, dann wieder bergab. Wir fahren nun stramm in Richtung der Cevennen, bleiben aber vorerst noch im Vorland dieser Gebirgsregion. Dort frischen wir in Alès noch mal Vorräte auf und machen Station in Saint-Jean-Du-Gard.

Über diesem kleinen Ort liegt eine sommerliche Schwere, in der alles etwas länger dauert. Unter anderem auch unsere Parkplatzsuche, die schließlich in einem Hinterhof des kleinen SuperU endet. Wir sind dann doch überrascht, als wir in den leicht gespenstisch ausgestorben wirkenden Straßen tatsächlich eine Patisserie und eine Charcuterie finden, die nicht nur offen haben, sondern auch noch leckere Schweinereien im Angebot haben.

Auftrag erledigt, jetzt kann die Corniche kommen, die uns über die Cevennen nach Florac führen soll. Annette ereilt bei dieser Gelegenheit die Erkenntnis, dass eine aussichtsreiche Passstraße eine Corniche ist und kein Cornichon. Aber ihre Erklärung ist mehr als schlüssig: "Ich hab halt gedacht, dass das immer so ein Gegurke ist, die abzufahren."

Die Corniche des Cévennes entpuppt sich dann als eine exzellent ausgebaute Straße, die sich sehr entspannt fahren lässt. Denn auch der Verkehr ist hier sehr überschaubar. Und so klettern wir Höhenmeter um Höhenmeter, passieren mehrere Cols und landen über der 1000-Höhenmetermarke. Kleine Vorübung für die Pyrenäen! Die Aussicht ist etwas anders als erwartet. Nach dem Tal der Ardèche hatte ich auch hier mit steil abfallenden Bergkämmen gerechnet. Stattdessen: Kastanienwälder so weit das Auge reicht. Auch eine beeindruckende Landschaft, vor allem von oben, aber da es nicht so karg wie erwartet ist, fast schon ein wenig zu grün. Luxusprobleme!

Unser Tagesziel, der Campingplatz Chantemerle in Bedoues in der Nähe von Florac entpuppt sich als mal wieder als Supertipp aus dem Müller-Reiseführer. Wir kommen dort an und sind sofort von der tollen Lage unterhalb der Brücke über den hier noch sehr zahmen Tarn begeistert. Und auch das freundliche Willkommen auf mein beeindruckend flüssiges und völlig sinnloses "Parlez-vous français?" tut nach der unangenehmen Erfahrung auf dem letzten Campingplatz gut. Denn die Betreiberin ist Deutsche und wir frotzeln dann noch ein bisschen wegen meiner überragenden Französischkenntnisse herum. Auch der Platz, den wir kriegen, ist super. Den ganzen Tag über schattig, aber nicht düster. Und Empfehlungen für Ausflüge und die Auskunft, dass morgen Markt in Florac sei, den man problemlos zu Fuß besuchen könne. Da erscheint es uns fast schon zwingend, dass wir gleich 2 Nächte hier bleiben müssen.

Ein echter Wohlfühlort, wie wir dann auch beim Abendspaziergang entlang des Tarn bestätigt finden. Gut hier!

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Momoblog am 29 Jul 2017 14:41:03

Markttag in Florac
Der uns gestern angekündigte Markttag in Florac ist zu verlockend. Wir machen uns also auf den Fußmarsch in den 4 Kilometer entfernten Ort. Die Strecke entlang des Tarn ist ein unkomplizierter Wanderweg. Lediglich der letzte Kilometer entlang der Hauptstraße ist dann nicht mehr ganz so schön, aber auch kein Drama.

In Florac ist das Markttreiben schon in vollem Gange. Wir gucken also links und rechts, was die Stände zu bieten haben. Probieren Wurst, Oliven- und Tomatenaufstrich. Und kaufen uns von den leckersten Sachen etwas und lassen es im Rucksack verschwinden.

Der Markt ist gut besucht und in den engen Gassen staut es sich zuweilen. Aber die Atmosphäre ist entspannt. Dann wartet man halt ein bisschen. Überhaupt liegt über dem ganzen Ort eine gewisse Entspanntheit. Und schön sind die Gassen hier halt auch mal wieder.

Vor dem Rückweg wollen wir uns noch irgendwo hinsetzen und etwas trinken, bevor wir den Rückweg antreten. Aber überall, wo wir gucken, sind die Tische draußen für Mahlzeiten gedeckt, oder die Plätze in den Bars und Cafés sind voll besetzt. Hmpf. Erst als wir schon fast aufgegeben haben, kriegen wir dann doch noch ein schattiges Plätzchen in Ryan's Bar, offensichtlich eine irisch-belgische Bar. Was es nicht alles gibt!

Auf dem Rückweg stärken wir uns zwischendurch am Wanderweg mit den leckeren orientalischen Fladen, die wir uns auf dem Markt gekauft hatten. Und sind nicht wenig erstaunt, als wir plötzlich ein Motorgeräusch hören und plötzlich ein kleiner Jeep an uns vorbeifährt. Wenn mich vorher jemand gefragt hätte, ob dieser schmale Weg mit einem Auto befahrbar sei, hätte ich ihm einen Vogel gezeigt...

Den Nachmittag gestalten wir gechillt auf dem Campingplatz. Also, abgesehen davon, dass Annette mit Elli Schwimmunterricht im Tarn durchführt. Elli traut dem Braten nicht so ganz recht, macht aber tapfer alles mit, was Frauchen verlangt. Aber nachher an Land mit dem kuscheligen Hundebademantel fühlt sich das schon besser an!

Nach dem abendlichen Grillen räumen wir schon mal alles für die morgige Abreise zusammen, sind uns aber sicher, dass wir herhin gerne noch einmal zurück kommen werden.

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Momoblog am 29 Jul 2017 15:05:18

Exquisiter Punkt
Fast schon ein bisschen wehmütig verlassen wir unseren schönen Campingplatz. Hierhin werden wir noch einmal kommen, das steht fest. Immerhin ist das MoMo jetzt wieder auf Vordermann gebracht: Alles sauber, alle Vorräte aufgefüllt. Ein paar Tagen Freistehen steht also nichts im Wege. Auf geht's in die Gorges du Tarn, die Tarnschlucht, die uns in einem Reiseführer als die schönste aller Schluchten in Frankreich beschrieben wird.

Zunächst mal geht es eher gemächlich zu. Die Schlucht ist weit, die Straße breit. So breit, dass wir fast ein Eichhörnchen überfahren, dass sich auf dem Mittelstreifen doch überlegt, lieber umzukehren. Vor lauter Schreck verpassen wir den Abzweig in die eigentliche Schlucht und fahren auf einmal bergauf. Aber Wenden am Berg macht ja auch Freude!

In der Schlucht geht es dann von Kilometer zu Kilometer enger zu. Ein erster Vorgeschmack sind die Örtchen, die immer irgendwie auch noch in den Hang gepuzzelt wurden und wo man sich dauernd fragt, wie die das denn jetzt geschafft haben.

Offizielle Aussichtspunkte gibt es deutlich weniger als noch an der Ardèche. Und, was uns wirklich überrascht: Auch hier ist der Verkehr vergleichsweise harmlos. Keine Autokolonnen, keine Reisebusse. Was uns wieder sehr recht ist, denn stellenweise sind die in die Straße hineinragenden Überhänge der Felswände schon bedrohlich niedrig. Mehr als einmal haben wir das Gefühl, dass es ungut wäre, mit unserem hohen Alkoven wirklich *ganz* rechts zu fahren.


An einer Stelle, wo man relativ nah an den Tarn herankommt, steigen wir aus und erkunden das Ufer ein bisschen. Ein Fotograf hat dort einen sensationellen Job: Er fotografiert die vorbeifahrenden Kanuten und ruft ihnen zu, wo sie sich ihr Foto abholen können. Und wenn keiner kommt? Dann liegt er in der Sonne und genießt das süße Leben!



Und je mehr wir jetzt Richtung Westen fahren, um so doller wird diese Schlucht. Immer noch einen Tacken enger, die Felsvorsprünge immer noch etwas weiter in die Straße ragend, die Tunneldurchfahrten immer noch ein bisschen niedriger. Da steigt der Puls beim Fahren schon deutlich mehr als noch auf der Corniche oberhalb der Ardèche!

An einer Stelle ist der Felsüberhang so gewaltig, dass wirklich jeder, der dort vorbeifährt unwillkürlich nach oben gucken muss. Warum wir das wissen? Weil wir das Womo an dieser tollen Stelle im Schatten geparkt haben und eine gemütliche Kaffeepause im Schatten der Büume oberhalb des Tarn und unterhalb dieses mächtigen Felsblocks machen.
Unser nächster Wegpunkt will erst mal über mehrere Serpentinen und dann noch mal einige Kilometer Straße erreicht werden:Der Point Sublime.

Sublim habe ich eben mal im Duden nachgeschlagen: "ausgesucht, edel, erhaben, exquisit". Wir schrauben uns also immer höher und finden die Aussicht von der Straße schon ganz schön schön. Aber der Aussichtspunkt trägt seinen Namen dann wirklich zurecht: Ein grandioser Ausblick über einen guten Teil der Gorges.

Und mein spontaner Entschluss steht: Hier möchte ich auch heute abend noch sein. Und nach kurzem Checken der Möglichkeiten entscheiden wir uns für den wirklich preiswerten Campingplatz nur wenige Meter entfernt. Besser kann man es nicht antreffen. Und nachdem wir uns einen gemütlichen Nachmittag gemacht haben, brechen wir abends für eine ausgiebige Schluchtbetrachtung und -fotografierung erneut zum Point Sublime auf.

Was der feine Herr Fotograf natürlich nicht bedacht hat: In einer Schlucht herrschen abends extreme Lichtverhältnisse. Wo weite Teile schon im Schatten liegen, knallt auf die höheren Lagen noch die volle Sonne. Nicht ganz so einfach! Aber mit ein wenig Geduld und Spucke wird das schon was und wir haben die schöne Aussicht nun nahezu für uns alleine. Richtige Entscheidung!

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Momoblog am 31 Jul 2017 12:55:21

Parkplatz mit Kirchenaussicht

Nach dem Aufstehen und dem Wiederkommen vom Duschen weiß ich endlich, woran mich unser Platz unter den Kiefern erinnert: Das könnte hier rein optisch in Schweden sein. Und auch von den morgendlichen 10° her fühlt es sich auf einmal sehr skandinavisch an. Zur Abwechslung lasse ich mir das aber sehr gerne mal gefallen!

Beim morgendlichen Entsorgen dann der Schreck. Das gibt's doch nicht! Der Drehregler von unserer Grauwasserklappe macht schnon wieder Mucken. Er dreht völlig frei und wir kriegen ihn nicht mehr geschlossen. So ein Mist!Scheint eine wirkliche Schwachstelle bei unserem Fahrzeug zu sein, denn das war ja auch das erste Teil, was beim MoMo kaputt gegangen ist. Sieht wohl mal wieder nach Werkstatt aus...

Unser erstes Ziel für heute auf dem Weg nach Carcassonne ist Albi. Im Womoführer hochgelobtes Ziel für eine Extraetappe wegen der spektakulären Kathedrale. Wir machen uns also auf den Weg Richtung Westen und nähern uns damit mal wieder Spanien. Das merkt man auch an den Temperaturen - denn von den kühlen Morgenstunden können wir mittags nur träumen. Das Thermometer kratzt munter an der 30°-Marke und als wir in Albi aussteigen, überspringt es auch diese Schwelle locker leicht.

Der Stellplatz in Albi ist allerdings aller Ehren wert. Zwar nichts weiter als große, für Womos ausgewiesene Parkplätze, aber so zentral unmittelbar unterhalb der Kathedrale gelegen, dass es wirklich zentraler nicht mehr geht. Wir überlegen, ob wir nicht einfach einen Stadttag einlegen sollen und einfach hier bleiben.

Nachdem die größte Mittagshitze überstanden ist, gehen wir hinauf ins Zentrum. In der Kirche ist gerade eine Hochzeit zu Ende und das Brautpaar fährt unter dem Applaus der Gäste davon. Da wirkt der mächtige Backsteinbau auf einmal etwas weniger wie eine Festung.

Als ich die Kirche betrete, bin ich von den wirklich beeindruckendenc Bemalungen rund um die Fenster so beeindruckt, dass ich mich an die Ermahnung aus dem Womoführer erinnere: "An den 5€ Eintritt für die Chorbesichtigung solle man nun wirklich nicht sparen, wenn man doch schon mal da sei." Ich bin Feuer und Flamme, Annette ist aber eher skeptisch. Sie zieht es stattdessen vor, sich mit Elli ein gemütliches Cafe zu suchen, etwas kaltes zu trinken und Leute zu gucken. Manchmal haben Frauen einfach den besseren siebten Sinn...

Denn ich, einmal in Fahrt, nehme natürlich gleich das große Ticket für Chor und Schatzkammer. Und nach der wirklich reichlich uninteressanten Schatzkammer mit viel vom üblichen Kirchennippes-Gedöns schwant mir schon, dass ich das Geld wahrscheinlich anderweitig besser hätte ausgeben können.

Immerhin gibt es für die Chorbesichtigung einen Audioguide. Sogar auf deutsch! Nur leider ist der so langweilig von einer wenig talentierten Abiturientin vorgelesen, dass man nur mit größter Mühe nicht einschlafen würde. Und auch das, was ich im kostenpflichtigen Teil sehe, kann mich nicht wirklich vom Hocker reißen. Auch hier das übliche Chorgestühl, Schnitzereien und Heilige bis zum Abwinken. Die wirklich sehenswerten Sachen  kann man aber eigentlich alle ohne Eintritt zu zahlen im Hauptschiff der Kirche sehen. Also kleiner Lifehack: Kirche von außen und innen durchaus sehenswert, für die 5€ Eintritt aber lieber einen Eisbecher genießen!

Nachdem ich Annette in ihrem Cafe eingesammelt habe, gehen wir zurück zum MoMo und ich versuche mich am Reparieren des Grauwasserhebels. Aber egal wie gefühlvoll oder kräftig ich den Hebel versuche, an die richtige Stelle zu kriegen: So ganz klappt es leider nicht. Mist!

Aber mit unserem Abendessen haben wir Glück. Annette hat ausgekundschaftet, dass direkt auf dem Weg zur Kathedrale das "le Clos Sainte Cecile" liegt. Die Gartenterasse sieht gemütlich aus. Also schnell den vielleicht letzten noch nicht reservierten Tisch ergattern! Beim Kartenstudium helfen uns die netten Kellner ein bisschen auf die Sprünge, als wir mit unserer Googleübersetzung nicht weiter kommen. Und so treffen wir dann tatsächlich eine sehr leckere und befriedigende Wahl.

Solchermaßen gestärkt schlendern wir noch etwas durch die Stadt, wo an mehreren Stellen heute abend in dem Restaurants Konzerte sind. Ein Duo an einer Tapasbar neben der Kathedrale gefällt uns beiden richtig gut, so dass wir uns erst mal auf eine Bank setzen und lauschen. Und die frische Brise genießen, die dort weht.





Wir spazieren noch ein bisschen durch die Stadt und an einem Brunnen kurz vor dem futuristischen Stadttheater beneiden wir schon ein bisschen die Kinder, die dort durch die sehr abwechslungsreiche Wasserspielchoreografie laufen und denen es völlig egal ist, dass sie klatschnass werden. Erfrischung ist bei 25° um kurz vor Mitternacht auch wirklich angesagt!

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Momoblog am 04 Aug 2017 00:31:17

Feuer im Himmel
Es war heiß, sehr heiß heute Nacht. Wer uns da immer ein bisschen über die Runden hilft, ist dieser kleine USB-Ventilator. Man steckt ihn einfach in einen Akkupack und hat tatsächlich einen spürbar kühlen Luftstrom. Himmlisch! Auch nachts lassen wir ihn im Alkoven einfach durchlaufen, so dass immer ein kleines Lüftchen geht. Strom verbraucht er so gut wie keinen und leise ist er auch noch. Beste Anschaffung fürs Womo in diesem Jahr!

Die Aussicht, nach Carcassonne zu fahren, schreckt uns im Augenblick eher ab. 33°? An einem Sonntag? In der Hochsaison? Mit kaputter Grauwasserentsorgung? Nicht so prickelnd. Und aus dem Bauch heraus treffen wir mit die beste Entscheidung auf dieser Reise. Wir beschließen, dass uns Carcassonne sicherlich nicht wegläuft und da wir ohnehin noch einmal in diese schöne Gegend wiederkommen wollen, werden wir es einfach noch mal später probieren.

Stattdessen fahren wir Richtung Nordwesten. Nach Cordes-sur-ciel, dem mittelalterlichen Ort, an dem man in den Himmel aufsteigen soll, weil die Straßen so steil sind. Und einen sehr empfohlenen Campingplatz gibt es dort auch noch.

Und so stehen wir nahezu Punkt 12 auf der Matte, um dort einen Platz für eine Nacht zu kriegen. Und der Empfang hier ist nun wirklich das völlige Gegenteil unserer Erfahrung an der Ardèche. So herzlich, so verständnisvoll für unser grauenhaftes Französisch! So geduldig und langsam alles noch mal wiederholend und sich freuend, wenn man es endlich verstanden hat: Voilà! Madame ist wirklich eine Gastgeberin aus dem Bilderbuch. Und auch ihr Platz lässt keine Wünsche offen. Eine großzügige Parzelle unter schattigen Bäumen, wo wir es uns richtig gemütlich machen können. Denn wir stellen auch fest, dass es mal ganz gut tut, den Fuß noch mehr vom Gas zu lassen und einfach mal irgendwo zu sein. 



Daher legen wir einen echten Gammeltag ein und planen, wie es auf dem nächsten Reiseabschnitt in den Pyrenäen weiter gehen soll.

Abends grillen wir noch mal unsere Vorräte weg und brechen dann recht spät auf, um den Ort zu erkunden. Denn das als einen der schönsten Orte im Languedoc-Roussillon beschriebene kleine Mittelalterstädtchen wollen wir dann doch nicht unbesucht lassen.





Der Fußweg von 2 km bis zum Beginn der Altstadt ist gut machbar und als wir die erste Gasse hinaufsteigen, kriegen wir schon eine Ahnung, warum der Ortszusatz „sur ciel“, zum Himmel, heißt. Die Touristenströme sind schon versiegt, die Geschäfte geschlossen, aber uns gefällt es ganz gut, dass so eine abendliche Stille über dem Ort liegt.
Denn so bleibt genug Zeit, alles wegzufotografieren und zu bestaunen. Denn, auch wenn so hübsche mittelalterliche Gassen ja immer fotogen sind, hier ist es tatsächlich noch mal einen Tacken bezaubernder. Ob das an den wirklich(!) steilen Straßen liegt? Die sind nämlich wirklich irre! Man denkt immer: Nach der nächsten Kurve bist du oben, da kommt nix mehr. Und was kommt dann? Natürlich die nächste steil nach oben führende Gasse. Und das mehrfach! Muss man erlebt haben, kann man nicht beschreiben! Also, wenn ein Ort seinen Namen zu Recht führt, dann dieser!

 
 
Als wir schließlich oben ankommen und es tatsächlich nicht mehr höher geht, genießen wir die Aussicht und sehen eine mittelalterlich gekleidete Schaustellertruppe. Deren Programm war auf einer Reklametafel unten in der „Neustadt“ bis 23 Uhr angekündigt. Aber jetzt sieht das eher nach Aufbruch und Ende aus. Schade!

Wir können uns unter der großen offenen Markthalle ein erfrischendes Bierchen und schlendern noch ein bisschen durch die verwunschenen Gassen und schwärmen so vor uns hin. Was auffällt, ist wie viele Kätzchen es sich hier oben gemütlich gemacht haben!


Als wir uns gerade auf den Rückweg machen wollen, hören wir das aufgeregte Raunen eines erwartungsvollen Publikums. Und tatsächlich: Unterhalb des beeindruckenden Gebäudes mit den Bogenfenstern ist eine Bühne entstanden und wir kommen in den Genuss einer Feuershow mit allem Piff-paff-puff. Super! Viel stimmungsvoller kann man einen Tag nicht zu Ende bringen.

Momoblog am 04 Aug 2017 00:32:04

Lost in Toulouse

Wir nutzen unsere Zeit auf dem Campingplatz voll aus und sind erst um 12 wieder "on the road". Wir haben beschlossen es ruhig angehen zu lassen und erst am Nachmittag zur Werkstatt zu fahren, um den Grauwasserhebel reparieren zu lassen.

In Gaillac machen wir eine kurze Pause am Ufer des Tarn zum Hochladen der vielen Bilder von Cordes. Auf dem Campingplatz war nämlich mit Internet nicht viel zu wollen.

Bei einem sehr speziellen Riesen-Leclerc in Richtung Montauban füllen wir unsere Vorräte auf. Sehr speziell ist bei diesem Supermarkt die Parkplatzgestaltung. An der Einfahrt, die eine Einbahnstraße ist, steht lediglich ein Warnschild: Nicht über 2,60m. Verstehen wir auch wegen der schattenspendenden Dächer über cden Parkplätzen. Es gibt aber auch jede Menge Plätze, wo wir mit unserem Alkovenfahrzeug ebenfalls gut stehen können. Erst beim Verlassen des Parkplatzes stellen wir fest, dass an allen Ausfahrten(!) eine Womolatte angebracht ist, unter der wir nicht durchpassen. Was macht also der clevere Womofahrer? Fährt das kleine Stück an der Einfaht gegen die Einbahnstraße und ist wieder frei...

Jetzt wird es aber Zeit für die Werkstatt! Auf der Knaus-Seite habe ich sogar einen Vertragshändler in Toulouse gefunden - vielleicht hat der ja sogar die Ersatzscheibe für den Alkoven auf Lager...? In einem Vorort von Toulouse, der auf dem Weg liegt, in L'Union, habe ich ebenfalls eine Womowerkstatt aufgetan. Doppelt genäht hält besser. Nur komischerweise landen wir dank Navi in einer netten Einfamiliensiedlung. Hä? Noch mal programmiert, jetzt geht es um ein paar Ecken in ein Industriegebiet. Dort ist auch nach ein paar Ehrenrunden ein Fiathändler, aber der hat in seiner Tür nur ein Schild hängen, dass bis Mitte August an Montagen geschlossen ist. Na super, dass wir noch einen Trumpf in der Hinterhand haben!

Es geht weiter zum Knaus-Partner. Über noch mehr Umwege und holperige Straßen bis zu einer rappelvollen Ausfallstraße. Dort finden wir auch den Händler. Und ein geschlossenes Tor. Frust! Auf dem Schild am Eingang steht doch ausdrücklich, dass Montag nachmittag geöffnet ist! Im Showroom fährt ein korpulenter Mann mit einer Reinigungsmaschine, ignoriert unser Winken und Rufen aber sehr gekonnt. Annette wird stutzig: Da sind doch Leute auf dem Gelände und gucken sich Womos an. Also doch offen! Während wir noch stehen und rätseln, wo denn dann der Eingang sein soll, steht auf einmal Elli mitten auf der Straße - ich hatte die Fahrertür offen gelassen. Ach, du Schreck!

Ich schaffe es, mich bei einem älteren Ehepaar bemerkbar zu machen, das sich dort Womos anguckt. Erst verstehen sie meine Frage nicht, denn sie sind durch genau dieses nun verschlossene Tor hereingekommen. Jetzt sind sie eingesperrt. Immerhin schaffen sie es, den Dicken dazu zu bewegen, zu uns zu kommen. Es ist ihm aber anscheinend schnurzegal, dass die Leute eingesperrt sind und wir eine Werkstatt brauchen. Unfreundlich komplementiert er das ältere Ehepaar hinaus. Wir stellen fest, dass die beiden Holländer sind und können uns jetzt etwas leichter auf Deutsch weiter unterhalten. Er ruft netterweise noch bei zwei weiteren Womo-Werkstätten an, die ich im Internet ausfindig gemacht habe, aber beide Male ohne Erfolg. Ihm wird aber ein Womohändler in Muret empfohlen, was sogar auf unserer Strecke Richtung Süden liegt. Wir bedanken uns und fahren weiter.

Mittlerweile haben wir uns schon damit abgefunden, dass Montag in Frankreich in der Regel ein erweiterter Sonntag ist. Nix geht. Und tatsächlich hat auch dieser Händler erst morgen wieder offen. Wir finden uns mit dem verlorenen Urlaubstag ab und suchen uns einen Stellplatz in der Nähe an einem See. 

Es ist dort fast schon verdächtig ruhig. Der Parkplatz ist eher klein und die Pciknickbänke und Grillstellen lassen vermuten, dass hier zumindest am Wochenende High-Life ist. Wollen wir hier bleiben?

Wir entscheinden uns dafür und werden mit einem entspannten Nachmittag und Abend belohnt. Außer Joggern und Spaziergängern ist hier nichts los. Und zum Ausgleich für den mäßigen Tag setzen wir uns dann abends in unsere Campingstühle, stellen das iPad auf den Tisch und gucken die neueste Folge Game of Thrones. 

Momoblog am 04 Aug 2017 00:32:37

In die Pyrenäen

Eine sehr ruhige, aber auch erneut sehr warme Nacht. Ich erkenne da irgendwie ein Muster… So langsam macht sich das fehlende Seitenfenster im Alkoven und die dadurch fehlende Luftzirkulation doch bemerkbar. Entsprechend gerädert wachen wir auf. Aber egal! Heute können wir ja endlich das Grauwasserproblem zu den Akten legen. Also auf zur Werkstatt.

Und da fangen wir dann doch an, an unseren französischen Nachbarn zu zweifeln. Auch in dieser Werkstatt ist es dem Menschen offensichtlich ziemlich egal, dass wir ein Problem haben. Immerhin rüttelt er ein paar Mal an unserem Hebel, um dann fachmännisch festzustellen, dass er kaputt ist. Aber helfen könne er uns damit nicht. Will er offensichtlich auch nicht… Er gibt uns den Rat, doch nach Toulouse zu fahren, da gebe es viele Händler. Nach unseren gestrigen Erfahrungen: Nein Danke!

Immer noch voller Hoffnung fahren wir einen Kreisverkehr weiter, wo wir vorhin einen anderen Womohändler gesehen haben. Auch hier das gleiche Spiel. Relative Gleichgültigkeit und wir sollten doch nachmittags wieder kommen. Jetzt wäre gerade schlecht.

Wir beschließen, diese unfreundliche Region zu verlassen und uns für das Grauwasserproblem vermehrt auf Campingplätzen aufzuhalten und ansonsten einen Falteimer zu kaufen, den man dann zur Not unter den Grauwassertank stellen kann.

Wir fahren daher weiter in Richtung Süden und sind überrascht, dass es doch noch einige Kilometer bis in die Pyrenäen sind. Gut, dass man zunächst mal Autobahn fahren darf. Aber auch die bald wieder fällige Nationalstraße lässt sich gut fahren und die Alleen sind echte Hingucker.

Im kleinen Nest Labarthe-Inard gibt es an der Durchgangsstraße erneut eine Womo-Werkstatt, wo wir sogar bedient werden, obwohl es eigentlich schon Mittagspause ist. Das ist ja schon mal nett. Leider ergibt die Blitzdiagnose des netten französischen Mechanikers, dass die Stange wohl gebrochen sei und das nur in einer größeren Werkstatt mit Ersatzteilen möglich sei. Desolé, tut mir leid! Wir sind ja ganz begeistert, dass wenigstens einer mal sagt, dass ihm das für uns leid tut. Ansonsten sieht wohl alles danach aus, als ob wir mit einem defekten Hebel nach Hause fahren dürften. Grmpf.

Wir gucken uns im sparsam ausgestatteten Laden um, ob wir wenigstens den gewünschten Falteimer kriegen können. Wenn man jetzt wüsste, was Eimer auf französisch heißt! Aber der Kompagnon unseres Technikers weiß Rat. Er zückt das Handy und… Nein, er hat keine Übersetzungs-App, er ruft eine Freundin an, die etwas Deutsch kann. Aber auch die kennt das Wort Eimer nicht. Also ich irgendwas von „eau“ und „collect“ stammele fällt bei unserem Techniker der Groschen und er kommt tatsächlich mit einem leicht gebrauchten Falteimer zurück. Hurra! Nein, so etwas hätten sie nicht am Lager, aber wenn wir diesen Eimer so lange nehmen wollten? Naja, warum nicht? Was soll es denn kosten. Der Kompagnon tippt „rien“ in sein Handy ein. Und unser Weltbild vom prinzipiell freundlichen und hilfsbereiten Franzosen ist wieder gerade gerückt.

Das Problem Grauwasser legen wir jetzt aber endgültig zu den Akten. Zumindest bis wir wieder zuhause sind. Stattdessen hat Annette für uns St. Bertrand-de-Comminges ausgekundschaftet. Wieder mal ein Dorf auf einem Berg mit von weitem sichtbarer Kathedrale. Wir erkunden den Ort und stellen fest, dass er landschaftlich toll liegt und auch durchaus Flair und urige Gassen hat. Mit Cordes kann er aber nicht konkurrieren. Aber egal, die Kirche gefällt mir zumindest von innen schon besser als die in Albi. Ob das an dem skurrilen, an die Wand getackerten Krokodil liegt?

Und shoppen lässt es sich auch gut dort. Im hübschen Lederatelier werden wir 3 fündig: ein Gürtel für mich, der live und vor Ort abgelängt und mit Löchern versehen wird, ein Armband für Annette und ein neues Halsband für Elli, weil es einfach so toll aussieht.

 

 
Anschließend steuern wir den Campingplatz Au fil de l'Oo in Luchon an. Der in den Bewertungen so hoch gelobte freundliche Empfang bewahrheitet sich auch für uns. Die Madame in der Rezeption versucht mit uns auf Deutsch zu reden und ihr Mann gibt uns auf Englisch einen Tipp für Wanderungen und Sightseeing nach dem anderen. Doll! Und auch bei der Platzsuche auf dem großen Freigelände für Kurzaufenthalte ist uns die Madame noch unaufdringlich behilflich. Wir überlegen, ob wir hier nicht mal eine kleine Verschnaufpause einlegen, so lange es uns gefällt. Warum eigentlich nicht?

Abends drehen wir noch eine Spazierrunde in den Ort hinein. Als wir an einem Restaurant die Karte studieren wollen, liegt dort ein herrenloser Schäferhund auf dem Bürgersteig und kommt bellend auf Elli zugelaufen. Erst als wir ihm ein beherztes „Hau ab!“ entgegenbrüllen, zieht er Leine. Ein Herrchen oder Frauchen haben wir nicht gesichtet…

Der Ort Luchon an sich hat einen Boulevard, der von der Breite auch gut nach Paris passen würde. Das ganze Flair hat aber irgendwie auch etwas leicht heruntergekommenes, als hätte der Ort, trotz aller kosmetischen Verschönerungsversuche, seine besten Tagen schon hinter sich. Mal gucken, wie alt wir hier werden.

Momoblog am 04 Aug 2017 00:33:14

Gammeltag in Luchon

Heute machen wir mal so einen richtig vorbildlich entspannten Urlaubstag mit nicht viel Action. Das anstrengendste war es noch, sich vor Schließung des Marktes auf die Räder zu schwingen und dort dann viele Marktleckereien zu kosten und zu kaufen, damit die Vorräte wieder aufgefüllt sind.

Bei Tageslicht sah der Boulevard von Luchon auch schon deutlich netter aus und der Markt und vor allem das Bierchen vor der Markthalle haben uns richtig gut gefallen.

Auf dem Rückweg entdecke ich noch eine wirklich formidable Unterkunft: Residence Select. Wer würde da nicht gerne wohnen?

Unser kleiner Tomatenfreund vom Markt wandert abends dann in einen köstlichen Tomatensalat - dagegen können die holländischen Tomaten einpacken!

Momoblog am 04 Aug 2017 00:33:57

Kühe in der Höhe

Heute setzen wir den Plan um, den wir eigentlich schon gestern geschmiedet hatten. Wir fahren mit der Gondelbahn hoch auf das Plateau Superbagneres, circa 1000m höher. Auch Elli ist schon ganz aufgeregt wegen ihrer ersten Seilbahnfahrt.

Und dort oben fühlt sich das dann wirklich das erste Mal wirklich so an, wie in den Bergen zu sein. Unter uns, ganz tief, sehen wir Luchon im Tal verschwinden. Und über uns gibt es immer noch jede Menge Bergspitzen zu bestaunen. Bis jetzt hatten wir die Pyrenäen noch gar nicht so sehr als Bergmassiv wahrgenommen, aber jetzt sind wir schon ganz schön begeistert von der Aussicht rund um uns herum.

Was uns auch begeistert (und ein bisschen wurmt) sind die Womos, die hier oben stehen. Ach, hier kann man mit dem Auto hoch fahren? Und offensichtlich ohne Probleme mit einem Wohnmobil stehen? Das wäre doch voll was für uns! Da sind wir mit unserer Campingplatzgemütlichkeit auf einmal gar nicht mehr so einverstanden. Klar, so eine warme Dusche am Morgen und BrötchenBaguetteservice hat schon was. Aber ein Sonnenaufgang/-untergang dort oben ist bestimmt ziemlich klasse. Naja, mal gucken, was noch kommt.

Wir grooven uns erst mal auf die Höhenluft ein und genießen die Aussicht bei einer kreislaufanregenden Cola. Denn die Gondelkabine war auch eine kleine Mini-Sauna, aus der wir dann nach der Fahrt etwas geschafft heraustorkeln. Immerhin ist es hier oben merklich kühler als im Tal - ziemlich perfektes Sommerwetter.

Ein Ziel für eine Wanderung haben wir uns nicht vorgenommen. Wir möchten einfach ein bisschen rumlaufen, die Aussicht und die Atmosphäre genießen. Easy. Und Elli soll sich mal mit dort rumlaufenden Kühen vertraut machen. Ein großer Spaß! Da wird erst mutig drauf zu gelaufen, aber wenn dann einer der Riesen auf sie zukommt, versteckt sie sich dann doch lieber hinter Frauchen...



Vor der Talfahrt erfrischen wir uns mit einem Sirupmixgetränk. Ist aber nicht so ganz einfach, weil das französische "Sirop" ohne das "p" ausgesprochen wird, so dass es eher klingt wie bei Coke Zero. Und der Unterschied zwischen dem Mischwasser in einer Caraffe oder einer Bouteille ist mir auch nicht so ganz klar. Da scheitern wir mal wieder an der Sprachbarriere. Aber schön gechillt dort sitzen klappt schon ganz gut!

Auf dem Rückweg entdeckt Annette auf der Flaniermeile noch einen Laden mit Stoff für Wachstuchtischdecken. Wir überlegen kurz, welche Maße wir benötigen und haben im Nu eine neue Decke für unseren Klapptisch. Bon!

Den Rest des Tages verbringen wir wieder gemütlich vor dem MoMo. Annette betreibt Fellpflege bei Elli und ich ärgere mich zum wiederholten Male mit unserer Wordpress-Installation rum, wo irgendetwas hakt, so dass das Einfügen der Bilder immer eine echte Geduldsprobe ist. Spaß macht das gerade nicht, sich durch irgendwelche Fehlermeldungen durchzuwuseln...

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

fr-camper am 04 Aug 2017 17:53:45

Hallo Annette und Michael, :)
ich habe den Reisebericht von Euch in Eurem Blog gelesen und muss sagen: tolle Bilder, schöner Schreibstil und macht Lust auf weitere Berichte. Danke dafür! :blume:
Wir haben vor vielen Jahren diese Gegend auch schon bereist und wenn man dann diese Bilder sieht, ensteht sofort das Verlangen da auch mal wieder hinzufahren. Wie macht Ihr das mit dem zweiten Hund, der ist in den letzen Berichten gar nicht mehr auf den Bildern zu sehen? Ich drücke die Daumen, dass Ihr noch viele schöne Erlebnisse und Begegnungen mit den Menschen unterwegs haben werdet. Ich werde auf alle Fälle den Blog weiter gespannt verfolgen!
LG Peter

Momoblog am 04 Aug 2017 23:37:55

Wir bereiten alles für den Abflug vor. So bequem unser Campingplatzaufenthalt auch war: Die Straße ruft! Aber wir sind etwas rat- und planlos. Es gibt einfach so viele Sachen, die sich grandios anhören und auf unserer Liste stehen und das Festlegen der weiteren Route ist eine süßsaure Qual. Annette hat aber die rettende Idee: Sie erinnert sich an den Heidelbeerkuchen, den es in der Hütte am Lac d'Oô geben soll. Den können wir nun mal gar nicht auslassen. Also ist das Ziel klar: Wir fahren 20 Minuten ins nächste Tal.

Naja, Tal ist relativ, denn wir fahren von Luchon aus erst mal ganz schön bergauf. Eigentlich ins Nirgendwo. Wäre da nicht das Örtchen mit dem vielleicht kürzesten Namen der Welt: Oô. Gibt es eigentlich auch Aa, Ee, Ii und Uu? Hinter dem Ort kommt an einem Mini-See auf einmal ein größerer Parkplatz, der sehr, sehr voll ist. Aber durch glückliches Geschick kriegen wir sogar einen Platz unmittelbar am Wasser. 

An dieser Stelle mal ein kleiner Exkurs zu den Hunden: Dem einen oder anderen ist sicher schon aufgefallen (Hallo Peter!), dass wir immer nur mit Elli auf Wanderschaft gehen. Das bedeutet nicht, dass wir einen Wachhund im MoMo zurück lassen müssen oder Mia nicht mehr mitnehmen möchten. Vielmehr ist unsere alte Dame auf der Hinfahrt leider erblindet.

Kurz vor der Abreise waren wir noch bei unserem Tierarzt, haben Augentropfen und Cortisonsalbe bekommen, aber auch die Ankündigung, dass es bei ihren ohnehin eingetrübten Augen zu einer völligen Blindheit kommen könnte. Leider ist es nicht besser geworden und die ersten Tage war es schon ziemlich hart, zuzusehen, wie sie dauernd gegen Gegenstände gerumst ist, weil sie sie nicht mehr gesehen hat.

Sie arrangiert sich zwar von Tag zu Tag besser mit ihrer Behinderung, aber längere Strecken, noch dazu durch anspruchsvolles Terrain, wären für sie der totale Horror. Sie genießt da eher das Leben in der vertrauten Umgebung und die ist im MoMo ja eher klein und überschaubar. Und da wir alles verdunkeln (was sie jetzt ja nicht mehr stören kann, schnief...) und über die Dachluken frische Luft hineinkommt, lässt es sich erstaunlich gut für sie aushalten. 

Dafür gibt's dann eine Extrastreicheleinheit, wenn wwir wieder da sind. Bis jetzt klappt diese neue Teamaufteilung erstaunlich gut, auch wenn wir sie auf den Wegen natürlich dann doch immer wieder vermissen.
Wir packen also für eine läppische Einstundenwanderung zum Lac de Oô. Ich möchte nicht auf die dicke Kamera verzichten und so packen wir statt dem normalen Rucksack lieber den Fotorucksack und nehmen noch ein Fläschchen Wasser mit. Wird schon reichen, da wir ja ohnehin an der Hütte am See einkehren wollen...

Der Weg führt uns stetig nach oben. Ach ja, wir sind ja in den Bergen. Nach einem Drittel der Strecke bin ich nass. Also: schweissnass. Und fertig. Gut, man hätte jetzt vielleicht nicht in der Mittagshitze losgehen müssen. Aber nach 20 Minuten...? Annette ist da tougher und bietet mir an, den Rucksack zu übernehmen. Beschämt, aber dankbar nehme ich an. Nach weiteren 20 Minuten hat sich die Steigung sogar noch verstärkt. Dafür gibt es jetzt immerhin schattige Passagen und kleine Wasserläufe, die in Rinnen den Weg passieren. In diesen Wasserläufen lässt sich großartig das eiskalte Gebirgswasser in der Mütze sammeln und über den Kopf verteilen. Aaah!

Der Weg im letzten Drittel wird dann noch ein bisschen fieser, denn zusätzlich zur unvermindert heftigen Steigung wird er noch etwas unebener und gerölliger. Mann, Mann, Mann! Was einem dann den Rest gibt sind die Jogger, die einem bergab entgegen kommen. Doll...

Aber der erste Blick auf den See und dem, wen man den Aussagen glauben darf, höchstem Wasserfall der Pyrenäen entschädigt dann für die Mühen. Mann, was sieht das toll aus! 

Und auch das Essen auf der Hütte ist für uns ein echter Hochgenuss: Es gibt tatsächlich den Blåbärkaka, der sich auf französisch aber deutlich schöner anhört: Tarte Myrtilles. Und ein rustikaler Aufschnittteller begleitet von Siroooh mit diesem tollen Ausblick: Es kann einen im Leben schlechter treffen!


Solchermaßen gestärkt wandern wir noch ein bisschen am Ufer des Sees entlang und entdecken jetzt erst, dass sich überall am Ufer noch weitere Wanderer verteilt haben und teilweise in Badekleidung das absolute Badeverbot im herrlich klaren See gekonnt ignorieren.

Wie bei fast allen Aktionen der letzten Tage denken wir irgendwann an Mia, die im MoMo auf uns wartet und treten den Rückweg an. Der ist bergab zwar deutlich weniger anstrengend, braucht aber trotzdem volle Konzentration, da man auf dem unebenen Weg gerne mal wegrutscht oder umknickt. Zum Glück kommen wir aber heile wieder am Wohnmobil an.

Dort reißen wir uns förmlich die Klamotten vom Leib, stürzen uns zuerst in Schwimmkleidung und dann in den eiskalten Minisee vor der Haustür. 12°, teilt uns später unser Womonachbar mit, habe er gemessen. Aber wie herrlich erfrischend nach diesem schweisstreibenden Tag!

Der Tag geht hier dann auch deutlich früher zu Ende: Um 18 Uhr verschwindet für uns schon die Sonne hinter der Bergspitze gegenüber und es ist schon beeindruckend, zu sehen, wie viel länger die Gipfelpartien, die noch in der Sonne liegen, von der Sonne beschienen werden.  

Wir machen es uns mit einem Chenas aus dem Beaujolais in unseren Stühlen bequem und sind zufrieden.

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 07 Aug 2017 22:24:12

Was! Für! Eine! Nacht!

Man sagt ja, wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Können wir hiermit bestätigen.

Als wir ins Bett gehen prasselt der Regen stark auf uns und bietet eine monotone Einschlafhilfe. Wir freuen uns sogar auf die Abkühlung nach dem doch recht heißen Tag. Aber so etwas wie in dieser Nacht haben wir noch nicht erlebt! Das war das mit Abstand heftigste Gewitter, was wir je erlebt haben. Naturgewalt. Mit einem Schwerpunkt auf Gewalt. Sah das ständige Blitzen noch sehr pittoresk aus, war spätestens mit den Hagelkörnern Schluss mit lustig.

Bumm. Bumm. Bumm! Das Prasseln der Hagelkörner weckt uns aus dem Schlaf, da es sich eben nicht mehr nach dem gemütlichen Pladdern auf dem Alkovendach anhört, was wir so lieben, sondern vielmehr als würde ein unartiges Kind mit voller Wucht Steine auf das Dach pfeffern. Bumm. Bumm. Bumm!

Ich verfluche mich für meine gestrige Idee, die Markise draußen zu lassen und lediglich mit einem zweiten Hering zu sichern. Bumm. Bumm. Bumm! Denn ein Blick aus dem Küchenfenster lässt die Kinnlade runterklappen. Zweiter Gedanke: "Ach du Scheiße!" Die Markise hängt durch, die Stangen merkwürdig verquer. Rund ums MoMo Hagelkörner auf dem Boden. Dicke Dinger. Bumm. Bumm. Bumm! Alle groß wie Tischtennisbälle, manche sogar wie Hühnereier!
Wir warteten das Ende des Hagelschauers ab und ich springe hinaus, befreie das Markisentuch von der Last und kann sie sogar halbwegs wieder einfahren. Unsere Tische bringe ich notdürftig unter dem MoMo in Sicherheit, als der Hagel schon wieder losgeht. Bumm. Bumm. Bumm! Diesmal noch heftiger als zuvor. Immer wütender und lauter werden die knallenden Schläge auf das Dach unseres armen MoMos. Hört sich jetzt schon nach Ziegelsteinen an. Bumm. Bumm. Bumm!

Unser Oberlicht ist anscheinend teilweise zerschlagen, denn es beginnt ein stetiges Tropfen vom Dachfenster auf den Boden. Hektisch wischen wir auf und stellen eine Schüssel auf. Bumm. Bumm. Bumm!
Von draußen hört man die anderen Camper miteinander reden: "Das ganze Zelt ist kaputt!", "Hol mehr Decken!", "Holy shit!" Ich kann nicht sagen, wie lange das so dauert. Gefühlt endlos. Bumm. Bumm. Bumm! Es könnten aber auch nur 5 Minuten oder weniger gewesen sein. Bumm. Bumm. Bumm!

Am nächsten Morgen betrachten wir dann das Schlachtfeld. Und Schlachtfeld beschreibt es eigentlich ganz gut. Tot liegen die ganzen Blätter und Zweige, die es von den Bäumen gefegt hat, überall verstreut. Ihre Gegner, die Hagelkörner, liegen ebenfalls tot am Boden und sind auch jetzt, 2 Stunden später, noch riesig groß.

Und rund um uns sieht es nach Chaos aus. Alle Fahrzeug sind zerdellt, manche mehr, manche weniger schlimm. Bei einigen Fahrzeugen hat es die Windschutzscheibe getroffen, sie ist von Rissen übersät. In manchen Zelten und Markisen sind Löcher, die notdürftig geflickt werden. Eine Familie trägt traurig ihr Zelt direkt zu Grabe. Fast am meisten berührt mich das Bild der jungen Frau, die neben ihrem anscheinend nagelneuen, roten und schnuckeligen Mini steht, der von Dellen übersät ist. Sie weint hemmungslos.

Ansonsten ist es erstaunlich ruhig. Wirklich die Ruhe nach dem Sturm. Alle sind scheinbar zu erschüttert, um sich laut zu beklagen. Man sieht immer wieder kopfschüttelnd umhergehende Leute, die das Ergebnis dieser Naturgewalt betrachten.

Auf der Suche nach einer Leiter, um auf unser Dach zu kommen, um das Dachfenster zu reparieren, treffe ich auf einen netten älteren Luxemburger, der sich schon eine vom Campingplatz ausgeliehen hat. Er ist erstaunlich gelassen, repariert seine beiden kaputten Dachfenster notdürftig mit Plastiktüten, braucht aber Panzertape, da das ganze mit Isolierband nicht so recht halten will. Seine Gelassenheit tut mir gut. Auch mit einem Kölner, der ebenfalls die Leiter für seinen Wohnwagen braucht, komme ich ins Gespräch und merke, wie gut es tut, über die Erlebnisse der Nacht mit Leidensgenossen zu sprechen. Denn geschockt sind wir alle.
Die Reparatur des Dachfensters klappt dann erstaunlich gut. Meine Rolle Panzertape ist danach zwar fast aufgebraucht, aber solange da kein Unwetter auf uns zu kommt, müsste es leidlich dicht halten. Bei der Inspektion des MoMos entdecke ich noch weitere Schäden. Einen Hebelknauf für die Stauklappe hat anscheinend ein Hagelkorn regelrecht abgeschossen. Er liegt neben dem Staufach, dass sich jetzt nicht mehr öffnen lässt. Hm, dann müssen wir unsere Faltstühle für den Rest der Fahrt wohl im Alkoven unterbringen... Auch die Motorhaube hat ein paar Schläge abgekriegt.

 

 
Der Campingplatz leert sich zunehmend. So gut wie alle sind im Abreise- und Zusammenpackmodus. An der Rezeption eine lange Schlange. Immerhin bekommt jeder Gast unaufgefordert eine Bescheinigung, dass es dieses extreme Unwetter gegeben hat. Und das spanische "Tormenta" ist einfach soviel passender als das vergleichsweise harmlose deutsche "Unwetter"! Übrigens sehr gut, dass wir diese Bescheinigung schon haben: Im Ort sehen wir nachher eine seeeehr lange Schlange vor der Guardia Civil, wo anscheinend andere Geschädigte ebenfalls eine Bescheinigung benötigen.
Bei einem Cafe grande mit Süßkram sichten wir unsere Optionen. Der erste Impuls ist natürlich Flucht, ab nach Hause, das war's. Aber wie sagte unser Kölner Mitcamper so treffend "Urlaub nicht verderben lassen". Also was tun?

In den Pyrenäen bleiben ist bei der immer noch gegebenen Wetterlage und dem Zustand des MoMos eher nicht so schlau. Ein Jammer, denn die Bergwelt hier ist grandios!

Unsere geplante Fahrt an die Nordspanische Küste fortsetzen? Auch hier finden wir es nicht wirklich schlau, mit einem angeschlagenen Wohnmobil noch weiter von Zuhause wegzufahren als die bisherigen 1500km.

Wir beschließen schweren Herzens also, nach einem Tag Spanien wieder zu verlassen und uns auf eine Rückreise in kleinen Etappen zu machen. So ein bisschen blutet uns das Herz, denn wir haben in den paar Stunden schon gemerkt, wie gerne wir in Spanien sind. Da bleibt noch eine Rechnung offen. Nächstes Jahr?

Zurück wollen wir nicht genau die gleiche Route wie auf dem Hinweg nehmen. Also entscheiden wir uns für den Weg über Biescas und den Col du Pourtalet. Auf der eigentlich gut zu fahrenden N-260 gibt es 2 kleine Tunnel. 4,20m Durchfahrthöhe. Gefühlt aber eher deutlich niedriger. Und als mir ein Fahrzeug entgegenkommt, touchiere ich leicht die Felswand. Aua! Eine kurze Schadensbesichtigung deutet aber auf Glück im Unglück hin: Nur die Kederleiste angerauht. Puh!

Als wir ins Biescas ankommen ist es schon fortgeschrittener Mittag. Wir beschließen, vor der Weiterfahrt über den Pass wenigstens einmal in Spanien zu Mittag zu essen. Auf dem großen Parkplatz, wo wir das MoMo abstellen, ist schon (oder noch?) für eine Kirmes aufgebaut. Zumindest ist noch kein Betrieb und es stehen jede Menge geparkte Autos dort.


Wir gehen durch die Straßen und landen schließlich im "Tiki". Ein kleiner roter Tisch draußen vor der Tür, so dass es auch mit den Hunden kein Problem gibt. Und dann warten wir. Und warten. Der freundliche Kellner, der so ein bisschen wie John Oliver aussieht, kommt und räumt die Hinterlassenschaften der Vorgänger schon mal zur Hälfte ab. Wir warten. Er serviert am Nachbartisch und geht wieder, gut gelaunt. Wir warten. Mittlerweile habe ich mir eine Speisekarte vom Nachbartisch geholt. Hm, nur Menus, aber ohne Preise. Wir warten. Wir fragen, ob es auch etwas anderes gebe. "Menu in English? Yes, of course!" Wir warten. Und bekommen die Karte von vorher in lustiger englischer Übersetzung. Wir fragen, ob es auch so etwas wie einen gemischten Tapas-Teller gebe. Ja, klar! Was wir denn haben wollten:Fleisch, Fisch, Gemüse? Wir hätten gerne alles. "Okay, trust me!" Und serviert uns, nach nur wenig langem Warten tatsächlich die leckersten Chipirones, die man sich vorstellen kann. Mjam! Nächster Gang:Artischocken, welche Annette prima und ich geht so finden. Dann erst mal Sendepause. Irgendwann kommt er mal wieder vorbei. Alles gut? Want some more? Er zeigt auf seine Wange und ergänzt: Pork. Spezialtät des Hauses, das Beste, was wir kriegen könnten. Si senor, bueno! Annette fragt lieber nach Queso. Also kriege ich die Schweinbacke, die tatsächlich wunderbar in einer schlotzigen Rotweinsauce eingelegt ist. Und er hat nicht zuviel versprochen: Geschmacklich zum Niederknien! Rein optisch sieht das ganze allerdings eher nach Durchfall mit Bröckchen aus, daher an dieser Stelle mal kein Foto... Für Annettes Käse müssen wir dann noch mal extra warten, denn der muss anscheinend erst noch eingekauft werden. Dafür schmeckt er dann aber auch wirklich gut. Schade, solche skurrilen Erlebnisse, wie dieses leckere Essen mit einem stets bestens gelaunten, aber völlig chaotischen Kellner hätten wir in Spanien gerne noch öfter erlebt. Wir werden wieder kommen!


Doch jetzt heißt es nach grob 24 Stunden: ¡Adiós España! Wir fahren über den Col du Pourtalet durch eine beeindruckende Szenerie, die uns schwer an Norwegen erinnert: Karg, mit mächtigen Bergspitzen. Nur, dass es hier noch große Flächen für Skiangebote gibt, die offensichtlich im Sommerschlaf sind.

Auf der französischen Seite dann das komplett andere Bild. Erst mal gibt es auf der (noch spanischen) Passhöhe jede Menge Einkaufstouristen, die sich mit Hochprozentigem eindecken. Aber vor allem: Nebel! Und deutlich kühlere Außentemperaturen. Als hätte jemand den Schalter von Spanien auf Frankreich umgestellt.

Wir fahren bergab und bergab, an manchen Stellen durch eine abenteuerlich enge Klamm. Brauche ich heute eigentlich nicht mehr!

Unser Tagesziel für heute ist Lourdes. Hatten wir ursprünglich gar nicht auf dem Zettel, aber ein bisschen göttlicher Beistand kann heute ja nicht schaden. Der Campingplatz La Forêt sah im Internet vielversprechend aus und auch der freundliche junge Portugiese Marco an der Reception hat alle Zeit der Welt, um uns alle zur Verfügung stehenden Plätze zu zeigen. Auch hier sind die Plätze feucht und leicht matschig, da es ebenfalls geregnet hat. Immerhin aber ohne Hagel. Uns ist eigentlich aber alles recht, vor allem die Aussicht, dass es eine regenfreie Nacht sein wird.

Unser ereignisreichster Tag des Urlaubs ist aber noch nicht zu Ende. Wenn wir schon mal in Lourdes sind, wollen wir uns auch die Prozession angucken, die jeden Abend dort stattfindet. Mit Tausenden von Gläubigen. Denn Lourdes ist, man glaubt es kaum, die zweitmeistbesuchte Stadt in Frankreich.
Als wir vom Campingplatz zur Basilika gehen, können wir uns noch gar nicht vorstellen, dass dem wirklich so ist. Es ist absolut ruhig, keine Leute auf den Straßen, tote Hose. Auch Gebete oder Gesänge hört man nicht. Ist das hier alles ein Fake? Aber irgendwann hören wir dann doch eine lautsprecherverstärkte Stimme und auch Gesänge. Wir steuern darauf zu und finden die einfacher Erklärung, warum da vorher nichts los war: Wir waren schon zu spät und die Prozession ist schon in vollem Gange!
Wir kommen oberhalb der Santuaire bei der Basilika an und haben einen großartigen Blick auf die Menge von Leuten, die im Heiligtum schon vor sich hin prozessieren. An der Brüstung oben bei uns stehen ebenfalls viele Event-Gläubige, die sich ihr Ave-Maria-Lichtlein gekauft haben. Mitgesungen oder -gesprochen wird hier oben eher wenig.
Erst als ich eine der großen Freitreppen etwas hinuntergehe, sehe ich das erste Mal den erleuchteten Bereich an der Stirnwand des Heiligtums. Das ist schon ganz schön gut inszeniert! Man kann sich der andächtigen Stimmung, die so viele inbrünstig betende und singende Menschen ausstrahlen, nicht so wirklich entziehen. Muss man auch nicht, denn uns tut es gerade ganz gut und die schlimme Nacht wirkt auf einmal schon viel viel weiter entfernt als sie es in Wirklichkeit ist.

 

 
Auf dem Rückweg kommen wir noch an einer laaaangen Schlange von Gläubigen vorbei, die noch einen Abstecher in die Grotte machen wollen, wo Bernadette (hier in Lourdes dreht sich alles um  sie!) ihre Erscheinung der Jungfrau Maria hatte. Und die lange Wand mit Quellwasserhähnen, wo sich die Leute geheiligtes Wasser abfüllen können, wirkt auf mich unfreiwillig komisch: Sieht aus wie eine Legion von Geldautomaten nebeneinander... Auch die vielen angezündeten Kerzen sind sehr hübsch anzusehen und noch schöner zu fotografieren.

 

 
Wir merken aber schließlich doch unsere Müdigkeit nach diesem anstrengenden Tag und machen uns begleitet von Halleluja-Gesängen auf den Rückweg. Was. Ein. Tag!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 07 Aug 2017 22:28:19

Der heutige Tag ist dann mal ganz schnell erzählt: Vormittags in der Sonne frühstücken und schon mal mit dem Blogeintrag für den gestrigen Hammertag beginnen. Um 12 Uhr brechen wir dann last-minute-mäßig auf und fahren gen Norden. Die Auvergne ist das Ziel, dass ich mir in anscheinend vorausschauender Weisheit für den Rückweg ausgeguckt habe und was wir jetzt etwas ausgiebiger als geplant bereisen werden.

Über den Ort mit dem tollen Namen "Auch" fahren wir heute stramme 213km. Über die zwar gut zu fahrenden aber mit einem Schnitt von 50km/h eher langsamen Landstraßen zieht sich das ganz schön. Aber Annette hat uns einen richtig schönen France-Passion-Bauernhof ausgekundschaftet. Nördlich von der Pflaumenstadt Agen. Dass das mit den Pflaumen hier ein Ding ist haben wir dadurch herausgefunden, dass es hier an jeder Ecke mal ein Werbeplakat mit Pflaumendies und Pflaumenjenes gibt. Und tatsächlich: Am Wegesrand stehen hier Pflaumenbäume wie im Beaujolais die Weinstöcke.

Auch die Landschaft hier im Departement Lot-et-Garonne gefällt uns richtig gut. Die Lot fließt ganz gemächlich neben unserem Bauernhof vorbei und es ist ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch.

Auch auf der Ferme der Familie Lakaÿ dreht sich alles um Pflaumen. Und nachdem wir unseren großzügigen Stellplatz bezogen haben wird natürlich auch im Shop degustiert. Und was soll ich sagen: Es schmeckt super! Und so wandern ein "Eau de vie de Prune d'Ente" (nix Ente, aber lecker Schnaps), ein Schoko-Pflaumenaufstrich zum Reinsetzen lecker und ein paar Tüten getrocknete Pflaumen in den Wunderschön-Rucks..., ach nee, in unsere Vorratsschränke.

Auf einer kleinen Abendspaziergangsrunde mit den Hunden lassen wir an der Lot für ein paar Minuten die Seel baumeln. Schön hier!Für die Nacht ist leider wieder ergiebiger Regen angekündigt und als wir abends die ersten Tropfen und das erste Donnern registrieren, sind wir auf einmal doch ganz schön elektrisiert. Bang gucken wir auf unser Dachfenster. Den ersten Guss übersteht es. Mal sehen, was die Nacht bringt.

Momoblog am 08 Aug 2017 21:27:37

Nach zwei anstrengenden Fahrtagen machen wir heute nur einen nahezu kleinen Katzensprung. Wir schlängeln uns gute 50km entlang des Lot, der sich hier wirklich moselartig um die Steilhänge schlängelt. Und wo es so eine Lage gibt, gibt es auch leckeren Wein.

Wir fahren durch so manches Städtchen und an so manchem Weingut vorbei, so dass man den Eindruck bekommt, dass Wein hierüberall eine Rolle spielt.

Und plötzlich entscheiden wir uns spontan um und brechen die geplante,  erneut eher längere Etappe vorzeitig ab, da wir in Luzech einen kleinen schnuckeligen Campingplatz ohne thrills entdecken, wo wir uns sofort wohl fühlen.


Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, beginnt das große Durchschnaufen nach dem Tormenta-Schock und der langen Fahrt. Erst mal gedanklich neu sortieren, feststellen, dass wir ja durchaus noch ein bisschen Zeit haben und dann planen, was es in der Auvergne alles zu entdecken gibt. Und das ist so einiges.

Und so beschließen wir, noch einen Tag hier zu verbingen, verschieben die eigentlich geplante Radtour auf morgen und schmieden grobe Pläne für die kommenden Tage. Und bei einem Gläschen Rotwein mit gechilltem Reggae auf der Seeterrasse des Campingplatzrestaurants geht es uns dann schon wieder ganz schön gut.

hantomsteini am 09 Aug 2017 10:27:52

Oh je das ist ja ein Alptraum was ihr da erlebt habt mit dem Hagelsturm und ich bewundere euch für eure Gelassenheit und finde es toll dass ihr euch den Urlaub nicht verderben lasst und das Beste draus macht. Ich glaube für uns und vor allem für meinen GöGa Thomas wäre der Spaß schon bei dem verlorenen Alkovenfenster vorbei gewesen.
Ich wünsche euch trotz Pleiten Pech und Pannen noch eine schöne Zeit in Frankreich und werde wie immer euren Reisebericht im Blog verfolgen.

Liebe Grüße zur Zeit aus der schönen Pfalz: Hanne

Momoblog am 09 Aug 2017 10:39:58

Ja, es ist schon ein kleiner Schock. Jetzt gerade sitzen wir im MoMo, hören den Regen aufs Dach prasseln und gucken, ob meine provisorische Reparatur hält... Und wenn der Regen an Intensität zunimmt, wartet man sofort auf das Einsetzen der Hagelschläge - die natürlich nicht kommen, ist ja nur Regen....

Aber danke für die lieben Wünsche, wir machen uns noch eine schöne Zeit!

Lieben Gruß,
Michael

Momoblog am 09 Aug 2017 22:57:23

Wir fangen den Tag genau so gelassen an wie die Franzosen, die mich um 9 Uhr vertrösten, dass das bestellte Baguette halt noch nicht da ist. Halb zehn reicht schließlich auch. Und für uns bleibt noch genug Zeit, draußen zu frühstücken, bevor der Regen einsetzt. Ja, Regen! Denn abgesehen vom Tormenta in Spanien haben wir bisher eigentlich nur Flip-Flop-und-Shorts-Wetter gehabt. 

Wir nehmen die Gelegenheit für einen weiteren Gammeltag aber gerne an. Wir machen es uns im MoMo gemütlich und sind auch beruhigt, dass das Dachfenster dicht hält. Auch wenn wir immer noch kurz den Atem anhalten, wenn sich die Regenintensität verstärkt - dann warten wir nämlich verkrampft auf das Einsetzen des Hagels. Was aber (natürlich) nicht passiert. So langsam wird es hoffentlich wieder normaler für uns werden, wenn die Tropfen aufs Dach prasseln.

Am frühen Nachmittag wird es dann vorsichtig freundlicher. Und wir schwingen uns tatsächlich auf die Räder und machen die geplante Tour durch die umliegenden Weinberge.Auch wenn es zu Beginn immer noch so aussieht, als würde gleich wieder eine richtige Ladung Nass auf uns herniedergehen, lassen wir uns nicht abschrecken. Beim einzigen kurzen Schauer stellen wir uns halt kurz unter.

Und es macht Spaß, die Schleifen, in denen sich der Lot hier windet, auszufahren. Auch wenn der Schweinehund natürlich ständig ruft "Du kannst auch eine Abkürzung nehmen!" Aber bei jeder Windung, die wir entlangfahren, werden wir mit schönen Ausblicken belohnt. Sei es auf den Fluss, sei es auf die Weinstöcke, sei es auf die Obsthaine, sei es auf die teilweise sehr schönen Weingüter.
Was man nicht meinen sollte, wenn man so nah am Fluss bleibt, ist, dass es nahezu ständig bergauf und bergab geht. Besonders doof macht sich das bemerkbar, als wir eine Abfahrt zur Brücke über den Lot bei Douelle verpassen. Wenn man auf einmal 20m über sich die Brücke sieht und feststellt, dass man das jetzt auch alles wieder hoch fahren darf...In Caillac machen wir eine kurze Pastis-Pause. Ein geradezu idealtypisches französisches Schnuckeldörfchen, wo ein paar Leute vor dem Cafe sitzen, beide Boulebahnen bespielt werden und ansonsten gar nicht so viel passiert. Schön!

Das letzte Stück bringt dann noch einmal Regen inklusive Regenbogen, da wir wirklich bei Sonnenschein durch den Regen fahren.Und ein wunderbares Stück direkt neben dem Lot entlang, bei dem man sich immer wieder nicht sicher ist, ob er wirklich ein Fluss oder doch nur ein langgestrecktes stehendes Gewässer ist. So friedlich sieht das alles aus!

Als wir dann doch reichlich erschöpft am MoMo ankommen, schmeißen wir uns kurz in Schale und gehen zum Spanferkelessen im Campingplatz-Restaurant, was wir gestern reserviert hatten. Die angekündigte Band spielt schon mal auf, aber ansonsten passiert noch nicht viel.

Zwar stehen schon zwei Monsieurs bei einer Riesenpfanne Bratkartoffeln, aber obwohl schon viele Tische besetzt sind, scheint das Buffet auch um 8.30 Uhr noch nicht eröffnet zu sein. Wir finden schließlich heraus, dass wir uns die Getränke am Tresen holen müssen und man sich einen Pappteller samt Gutscheinen kaufen muss, damit es nachher am Buffet etwas gibt. Aha! 

Gesättigt wanken wir dann zum MoMo zurück und sind trotz des entspannten Tagesbeginns richtig müde. Gute Mischung!

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

birgit60 am 13 Aug 2017 06:29:07

Hallo ihr beiden,

warum ich erst jetzt auf eure Reiseberichte aufmerksam wurde, ist mir ein Rätsel. Nachdem ich mir hier quasi festgelesen habe, wechselte ich anschließend auf eure Homepage. Großes Kompliment: Euer Bericht lässt mich in Gedanken mitreisen und die eine oder andere Situation kommt mir bekannt vor. Die Bilder auf der HP sind Klasse. Ich werde nun alle Berichte nacheinander lesen. Danke für's Mitnehmen :)
Nette Grüße aus OF nahe Dietzenbach ;D
Birgit

Momoblog am 13 Aug 2017 08:22:13

Danke, Birgit!

In der Auvergne ist das mit dem mobilen Internet anscheinend noch nicht so verbreitet. Daher heute wieder ein paar Einträge in Folge.

Haute Cuisine in Caillac

Auf der Fahrradtour gestern hatten wir das Restaurant Le Vinois in Caillac entdeckt. Das Menu hörte sich viel versprechend an, aber die Abendpreise waren dann auch leicht im höheren Bereich. Aber das Mittagsmenu schien uns bezahlbar.

Und da war der Plan schnell gefasst: Morgens ein Sparfrühstück mit Kaffee und Müsli, damit Platz für ein 3-Gänge-Menu bleibt. Und da das Wetter im Moment eine Sommerpause einlegt, beginnt unser Tag auch erst so richtig zur Mittagszeit. Wir fahren also die paar Kilometer in den Nachbarort, parken das MoMo, machen uns noch ein bisschen Ausgehfein und werden dann als einzige Gäste im Restaurant begrüßt. Man merkt, dass man nicht in einem ganz normalen Landrestaurant zu Gast ist. Ausgefallenes Geschirr, alles fein angerichtet und: Es gibt wirklich nur das Mittagsmenu. Sonst nichts.

Da es von allen 3 Gängen 2 Varianten gibt, bestellen wir diese auch, damit wir möglichst viel probieren können. Das mit dem Teilen der Gerichte ist sicherlich nicht die feine französische Art, lohnt sich aber um so mehr - denn wir hätten wirklich keines der Gerichte verpassen wollen, so lecker schmeckt das!

 

 
Nach dem Menu sind wir uns einig: Essen wie Gott in Frankreich hat schon was - und zu den Mittagspreisen, gemessen an dem, was man bekommt, absolut bezahlbar! Dicke Empfehlung für alle, die in dieser Ecke mal unterwegs sind!

Nach einer Hunderunde um den See in Caillac und dem Besuch der leider verschlossenen Uraltkirche des Dorfes fängt es erneut an zu regnen. Zeit zum Weiterfahren!
Heute soll es weiter in Richtung Auvergne gehen. Wir fahren durch abwechslungsreiche Landschaften, aber ungefähr auf halber Strecke kommen wir an Figeac vorbei und mir ist sehr nach einem Päuschen.

Und da die Stadt nett aussieht, parken wir kurzentschlossen das MoMo und machen uns auf Erkundungstour. Und was wir sehen, gefällt uns sehr.
Ein mittelalterliches Städtchen, das aber gut den Spagat zwischen alt und neu zu schaffen scheint. Zumindest haben wir noch nie eine Stadt gesehen, die im Zentrum überall per Lautsprecher mit Pop beschallt wird. Schräge Idee, muss man auch nicht mögen, aber irgendwie originell.

Auch das Schriftzeichenmuseum ist doll gestaltet und es gibt soar einen öffentlich zugänglichen Hof mit einer riesigen Bodenplatte mit Texten in 3 verschiedenen Schriftzeichen: Hieroglyphen, Hebräisch(?) und Kyrillisch.

Wir spazieren noch ein bisschen durch die Straßen und als Annette eine Buchhandlung entdeckt, stöbern wir mal, ob es unseren Lieblingsasterix „Der Avernerschild“ („Aleschia? Isch kenne kein Aleschia!“) hier auf Französisch gibt. Annette möchte gerne damit ihre Sprachkenntnisse erweitern. Tatsächlich werden wir fündig und ich frage mich, was die freundliche Kassiererin denkt, als ich einen französischen Asterix kaufe, aber nicht ein Wort verstehe, was sie mich fragt… Nachher ist es mir auch klar: Ob ich eine Tüte haben wolle?

Solcherart also bestenfalls vorbereitet, machen wir uns auf den Weg Richtung Auvergne, Richtung Aurillac. Und passend zu der laut Reiseführer „Regenschirmstadt“ fängt es original beim Erreichen des Ortes an zu regnen, nachdem wir vorher noch einen Mix aus Sonne und Wolken hatten. Aufgrund seiner Lage haben wir den Campingplatz L’Ombrade angesteuert. Aber als wir vor der Schranke stehen, sind wir leicht ernüchtert. Das Gelände liegt inmitten einer Hochhaus- bzw. Mehrfamiliensiedlung, so dass man bis zum Schluss nicht glaubt, dass hier jetzt ein Campingplatz kommen soll. Wir halten kurz Kriegsrat und beschließen, noch ein Viertelstündchen weiter zu einem France-Passion-Hof in Polminhac zu fahren.

Das Navi lotst uns dann unverständlicherweise über Nebenstraßen, obwohl man fast die ganze Strecke auf einer N-irgendwas hätte fahren können. Wir werden aber mit traumhaften Alleen und wenig Verkehr entschädigt. Nur, dass an der per GPS programmierten Stelle erst mal nichts von einem Stellplatz zu sehen ist. Annette orientiert sich erst mal zu Fuß und macht dann den Stellplatz klar. Einmal um den Hügel herum und von der anderen Seite aufs Gelände eines Ausflugsbauernhofs fahren. Ein sehr skuriller Platz mit Ponyreiten, Tretboot und Schwimmbad, wo auch schon so einige Womos stehen. Alles wirkt ein bisschen ungepflegt, hat aber durchaus seinen Charme. Da aber kurz nach unserer Ankunft der angekündigte Dauerregen einsetzt, verzichten wir auf eine nähere Begehung.

Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link

Momoblog am 13 Aug 2017 08:22:54

Es hat die Nacht über durchgeregnet und entsprechend trostlos sieht es rund um uns herum aus. Durch den Regen fahren wir hinüber nach Aurillac und bummeln ein bisschen durch die Straßen.

Erkenntnis Nummer 1: Im Regen hat es jede Stadt schwer, zu punkten. Noch dazu, wenn es so viele halbverfallene Bruchbuden im Zentrum gibt. Eine Schönheit wie Figeac ist diese Stadt auf jeden Fall nicht.

Erkenntnis Nummer 2: Es hat seinen Grund, dass Aurillac eine Hochburg der Regenschirmherstellung ist. Immerhin haben sie aus der Not eine Tugend gemacht und eine hübsche Straßenüberdachung damit gezaubert.

Erkenntnis Nummer 3: Es gibt nicht viele Städte, die einen Drive-in-Käsemarkt haben. Aurillac hat. Und wir kaufen dort etwas, was wir so auch noch nicht gesehen haben.
Ein Bourriol scheint ein zusammengewickeltes Crepe mit Füllung zu sein. Sieht gut aus und wir kaufen uns auf Verdacht mal ein paar für das Abendessen.
Erkenntnis Nummer 4: Für so eine große Stadt hat Aurillac ganz schön bescheidene Supermärkte.
Der Leclerc hat eine Höhenbegrenzung von 3m und beim Intermarche steht keine Begrenzung dran, ist aber definitiv weit unter 4m. Da probieren wir unser Glück dann auch gar nicht erst.



Wir fahren lieber in Richtung Norden in die Vulkanberge der Auvergne. Einziger Nachteil: Während in Aurillac bei der Abfahrt die Sonne scheint, fahren wir nördlich in eine schwarze Wand hinein. Und als wir beim Carrefour in Jussac schließlich zum Einkaufen anhalten schüttet es wieder.

Nach dem Einkauf das selbe Spiel, wir fahren bei strahlendem Sonnenschein los und fahren bei grandiosem Licht wieder Richtung Regen. Positiver Nebeneffekt: Wir sehen den flachesten Regenbogen, den man sich vorstellen kann.


Die Landschaft wird nun zunehmend hügeliger und ist irgendwie eine Mischung aus Eifel und Schweizer Voralpen. Und ein bisschen Irland ist wegen der Steinmauern, dem satten Grün und dem Regen auch noch mit drin. Uns gefällt es - vor allem mit der Aussicht auf strahlenden Sonnenschein für morgen, wie es der Wetterbericht ankündigt.


Unser Tagesziel ist Salers, ein attraktives Städtchen. Wir haben uns bei France Passion eine Fromagerie ausgeguckt, die in der Nähe liegt. Als wir dort ankommen, sind aber alle matschfreien Plätze schon von Wohnmobilen belegt. Stört uns jetzt gar nicht mal so sehr, da wir mit dem Camping Municipal schon eine Backuplösung in der Hinterhand haben. 



Da die Fromagerie aber zur Käseprobe einlädt, gehen wir hinein und befinden uns in einem merkwürdig überdimensioniertem und leeren Raum, in dem nicht viel steht. Auch eine Käsetheke gibt es nicht. Stattdessen einen Ausblick in die Reifekammer, wo die riesigen Käselaibe vor sich hin reifen. Der Käsemeister, der irgendwie auch aus einem Asterixheft stammen könnte, begrüßt uns zwar mit Handschlag, ist ansonsten aber eher unkommunikativ. Nach einer sehr leckeren Probe bestelle ich eine „Tranche“ und wir bekommen eine mehr als ordentliche Portion vom Laib abgeschnitten. Ein richtiger Käse-Oschi! Kommt auf dem Bild nicht so rüber, ist aber richtig groß und schwer.

Wir fahren schließlich weiter zum Campingplatz und erleben dort einen ausgesprochen herzlichen Empfang, bei dem ich für mein mehr als bruchstückhaftes Französisch gelobt werde und wir uns einen Platz auf der sehr schönen Anlage aussuchen dürfen. Und das ganze für einen sehr zivilen Preis. Sagte ich schon, dass es einfach Spaß macht, in Frankreich mit dem Wohnmobil unterwegs zu sein?

Den Rest des Abends verbringen wir dann doch lieber gemütlich im MoMo anstatt uns Salers im Regen anzugucken. Das heben wir uns dann lieber für morgen auf, da wir vom Campingplatz sogar einen Gutschein für kostenloses Parken unten im Ort bekommen. Super!

Heraline am 13 Aug 2017 22:09:41

Auch ich will mal ein dickes dankeschön für's mitnehmen los werden! Macht richtig viel Spaß beim lesen und die Bilder sind grandios!!!

Connie

Momoblog am 13 Aug 2017 23:18:04

Nach einer ausgesprochen ruhigen Nacht auf unserem einsamen Picknickplatz hören wir morgens unseren Kühlschrank ein paar mal klickern und dann kommt das bekannte Piepen: Gas alle. Wir können also festhalten, dass in diesem Sommer eine Gasflasche 4 Wochen gehalten hat. Im letzten Sommer in Norwegen waren es nur gute 2 Wochen. Was vor allen daran liegt, dass wir deutlich häufiger auf einem Campingplatz waren und über Strom kühlen konnten und natürlich (bis auf die letzten Abende) nie heizen mussten. Gut zu wissen, dass Gas also für einen Sommer in Südeuropa kein Thema sein dürfte.

Wir brechen nach St. Flour auf. Und dort ist richtig was los - für ein Amateurradrennen wird zeitweise die Straße gesperrt und wir können nicht oben im Stadtkern parken, sondern müssen drumherum und hinunter ins Tal, wo sich der schmucklose Womo-Stellplatz befindet. Aber da wir eh nicht über Nacht bleiben wollen, kratzt uns das wenig. Wir machen uns, teils begeistert von der Aussicht, teils beeindruckt von dem bevorstehenden Anstieg auf den Weg

Als wir nach wirklich steilem, aber betrepptem Bergauf das Zentrum erreichen sind wir überrascht, wie wenig hier los ist. Beim Vorbeifahren erweckte das noch den Eindruck als wäre in der ganzen Stadt Halligalli!

Wir sind wenig beeindruckt von St. Flour - definitiv eine Stadt, die von weitem besser aussieht als von nahem! Was uns aber trotzdem in Erinnerung bleibt sind zwei Dinge:

Zum einen, dass im Schaufenster eines Fotografen anscheinend Fotos der Müngstener Brücke hängen. Erst beim genaueren Hingucken entpuppt es sich als das Nahe gelegene Viaduc de Garabit.

Zum anderen, dass wir spontan an einem netten Platz im Restaurant Le Gallia zu Mittag essen. Diesmal ganz ohne vorher irgendwas zu checken, sondern einfach auf gut Glück. Und das Glück war uns hold, denn ein Mittagsmenu für 13,50€ in der Qualität muss man erst mal hinkriegen. Da stimmt dann der Spruch „Dafür kannste das nicht selber machen!“ wirklich. Richtig solide gute französische Küche. Nicht mehr, aber definitiv auch nicht weniger.

Ansonsten haken wir St. Flour aber unter „muss man nicht noch mal hin“ ab und fahren weiter.

Es geht weiter Richtung Osten. Auf einer guten und vor allem so gut wie autoleeren Straße kurven wir uns nach Langeac. Es gibt auf dieser Strecke keine landschaftlichen Höhepunkte und trotzdem gefällt uns die abwechslungsreiche Strecke sehr gut.

Erst kurz vor Langeac merkt man, dass man die ganze Zeit auf einer Hochebene gefahren ist, denn hier geht es noch mal gut bergab ins Tal des Flusses Allier.

Wir brauchen mal wieder einen Campingplatz zum Erfrischen. Es ist wirklich doof, dass wir wegen des Grauwasserproblems nicht mehr im MoMo duschen können und daher viel häufiger auf einen Campingplatz angewiesen sind als wir es eigentlich wollen. Auf der anderen Seite: Gut, dass uns das in Frankreich passiert, wo es so tolle Plätze wie hier gibt, die für so eine tolle Lage so wenig Geld verlangen. Denn auf dem Platz gilt lediglich ein „Sucht euch den schönsten Platz aus“ und das tun wir dann auch erfolgreich.

Erst als wir später noch eine Runde über den gesamten Platz drehen, stellen wir fest, dass es durchaus im hinteren Bereich noch Stellen gegeben hätte, die uns noch besser gefallen würden. Aber für die eine Nacht werden wir uns nicht mehr umstellen. Auch schön: im Fluss haben eifrige Kinder kreative Staudämme gebaut und der letzte unermüdliche Bauarbeiter feilt noch an den Feinheiten seines Bauwerkes. Entspannte Stimmung hier!

Das Beste aber: Nach den doch etwas kühleren letzten paar Tagen hat der Sommer uns wieder. Nach der erfrischenden Dusche sind erst mal wieder Shorts, T-Shirt und Schlappen angesagt. Und morgen soll das Thermometer schon wieder Richtung 30° unterwegs sein.

Momoblog am 17 Aug 2017 12:07:11

Gewitterflucht
Nein, es ist nicht so dramatisch, wie es sich anhört. Kein zweites Torla.

Aber der Blick zum Himmel und der Wetterbericht empfehlen es uns, weiterzureisen. Denn vom herrlichen Sommertag gestern ist nicht viel übrig geblieben und pünktlich zum Frühstücksbeginn fängt es auch noch an zu regnen. Was uns aber viel mehr Sorgen macht, sind die Gewitterwarnungen für die kommenden Tage. Da sind wir doch noch leicht traumatisiert und möchten uns und dem lädierten MoMo noch mehr Unbill ersparen.

Aber was tun? Für alle attraktiven Ziele in der Auvergne müssen wir mit Gewittern rechnen. Also suchen wir Orte, wo es weniger gewittrig aussieht. Und es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass wir das angenehme mit dem nützlichen verbinden sollten. Heißt: Heimreise.

Und wir erinnern uns gerne an die ersten paar Tage im Jura. Wie wäre es denn, wenn wir in diese Richtung aufbrechen und uns dort noch ein paar letzte nette Tage auf einem schnuckeligen Campingplatz machen? Hört sich gut an!

Also machen wir uns reisefertig, bunkern noch mal Vorräte in einem SuperU und im Vorbeifahren in Fix-St.-Geney auf. Letzteres ist eigentlich nur ein Straßendorf, hat dafür aber zwei Boucherien und eine Boulangerie, so dass wir mit Leckereien bestückt gut gelaunt weiterfahren.

Das belegte Chevre-Miel-Baguette verspeisen wir kurz darauf auf dem Weg nach Le Puy en Velais an einem Aussichtspunkt ohne Aussicht, dafür aber mit großen Picknickbänken. Die Aussicht ist mittlerweile zugewachsen und so sehen wir leider nicht viel von dem, was man während der Fahrt sieht. Nämlich die so typische Aussicht auf die kleinen Vulkanhügelketten und die Bergflanken, die tatsächlich so ein bisschen an die Toskana erinnern.

Der Abschied aus der Auvergne ist dann ernüchternd. Auf der Autobahn hinter St. Etienne und im Rhonetal bei Lyon dominiert Industrie und es ist fast schon ein kleiner Kulturschock, wenn man so lange hübsche oder sogar beeindruckende Landschaften gesehen hat und jetzt wieder auf Industrieanlagen und Hochhaussiedlungen blickt. Nicht schön.

Lyon umfahren wir diesmal ohne Stau. Dadurch, dass wir die Stadt diesmal in östlicher Richtung umfahren, merkt man erst, wie groß die Stadt ist. Wir sind froh, als wir sie hinter uns lassen.

Unser Ziel ist ein France-Passion-Bauernhof mit 160 Ziegen. Der Weg dorthin führt durch ein mit kleinen Seen, Teichen und Tümpeln durchsetztes Gebiet und die Straße ist abenteuerlich schmal. Wir sehen Störche, die sich in diesem Gebiet offensichtlich sehr wohl fühlen. Als ich die Kamera zücke, fliegen sie allerdings weg. Dafür ruft Annette auf der Fahrt plötzlich „Biber!“ und wir fahren ein kleines Stückchen zurück, um sie uns genauer anzusehen. Zunächst einmal verstecken sich alle bis auf einen, der seinen Kopf noch aus dem Wasser steckt.

Aber nach und nach kommen dann doch alle raus. Und wir stellen fest, dass es mit einem so schmalen langen Schwanz wohl doch keine Biber sein können. Es sind Bisamratten, die sich dort tümmeln!

Und für alle, die sich jetzt vor Ratten ekeln: Eigentlich sind es die größten Wühlmäuse, die es gibt und manche bezeichnen sie auch als Zwergbiber. Hört sich das besser an?

Unseren FP-Platz entdecken wir dann mit Umwegen. An der programmierten GPS-Station ist ein Haus und auch die bekannte FP-Blume ist dort zu sehen. Ich steige unter wütendem Hundegebell aus dem Haus aus und Madame kommt mir schon entgegen. Ich begrüße sie freundlich mit Handschlag und verstehe kein Wort von dem, was sie mir sagt. Erst Annette versteht, dass sie uns mitteilt, dass wir hier falsch sind und der Platz erst 800m weiter entfernt zu finden ist - so, wie es auch auf dem FP-Schild steht…

Dort finden wir dann auch ein absolut ruhiges Plätzchen für die Nacht und können uns vorher noch leckeren Ziegenkäse auf der Farm kaufen.

Momoblog am 17 Aug 2017 12:07:35

Aus dem Urlaub ist (im positiven Sinne) die Luft raus. Die letzten Tage sind für uns noch mal wichtig zum Durchschnaufen, Verarbeiten des Erlebten und Vorbereiten auf das, was nach der Reise passiert. Und insofern ist unser Tagesablauf im Moment sehr einfach gestrickt:

ein bisschen Strecke machen
unterwegs Leckereien für den Abend/Zuhause kaufen
Campingplatz aufsuchen
Beine hochlegen
Der Tag auf der Ziegenfarm fängt erstaunlich ruhig an. Da hätte man doch ein bisschen mehr Määäh! erwartet. Stattdessen ist es fast schon unheimlich still. Friedlich.

Das Einkaufen im HyperU ist heute besonders skurril: Gestern hatten wir einen ausgesprochen leckeren Cahors-Wein aus unserem Vorrat getrunken und diesen heute im Supermarkt wiedergefunden. Da haben wir mal eben Nägel mit Köpfen gemacht und den ganzen Vorrat weggekauft. Sieht auf dem Fließband dann ungefähr so aus:

Vom Campingplatz Le Bivouac in Pont Du Navoy, den wir aufgrund der positiven Bewertungen bei Park4night anlaufen, sind wir etwas unterwältigt. Zwar ist er bei weitem nicht schlecht, aber zum Fluss hin gibt es einen Zaun, in die andere Richtung ist die Landstraße gut zu hören, wenn Autos vorbeikommen und die sanitären Einrichtungen sind zwar sauber, aber basic. Eine Besonderheit ist die Wasserzufuhr beim Duschen: Von der Decke baumelt eine Kette, an der man ziehen muss, um Wasser zu beziehen. Sobald man nicht mehr zieht, gibt es kein Wasser mehr. Und Einhandduschen ist dann halt nur so mittelbequem…

Wir richten uns aber trotzdem häuslich ein und genießen das jetzt wieder herrlich sonnige Sommerwetter. Und faulenzen. Und genießen abends unsere Metzgereispezialitäten vom Grill. Und Käse. Und Wein. Fein.

Unterstützt werden wir bei diesem Genießerabend, von unseren Nachbarn, die, wie es der Zufall will, aus Ennepetal kommen und mit 4 Personen in einem fast 50 Jahre alten Fiat-Bus unterwegs sind. Ein schöner Abend!

skytwo am 17 Aug 2017 12:28:28

Sehr schöner Bericht, danke dafür, wir wollen im Oktober Richtung Andalusien und müssen durch Frankreich, wir wollen das ohne Maut Autobahnen machen, braucht man in Frankreich die Umweltplakette?
LG Bernd

Momoblog am 17 Aug 2017 13:46:35

Wir haben uns die Plakette für 5€ gekauft und fertig. Da muss ich mir erst gar keine Gedanken machen, ob das an der einen Stelle, wo man langfährt, vielleicht verboten ist. Kurz und relativ schmerzlos. Hier im Forum gibt es eine Superanleitung zur Bestellung, so dass es auch für Nichtfranzosen machbar ist. Wäre meine Empfehlung.

Liebe Grüße, Michael

wohnmobilbenutzer am 17 Aug 2017 21:00:46

Hallo,


toller Reisebericht und vor Allem immer so geschrieben, dass es eine Freude ist, ihn zu lesen.

Die Sache mit dem Hagelunwetter war natürlich schlimm und man kann nur hoffen, dass einem selber sowas nicht passiert. Ich hätte eigentlich vermutet, dass diese Dachhauben doch stabiler sind, zumal ich bei Hagelschäden bisher immer nur von Beulen im Blech gelesen habe.

Wenn ich die Bilder richtig interpretiere, ist aber wohl nur die äußere Acrylscheibe der Haube zerschlagen worden. Wo kam denn dann das Wasser herein?

Es würde mich auch mal interessieren, von welchem Hersteller die Dachhaube war.


Grüße

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