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Nachdem ich mich im Thread „Reiseraten“ als Island-Fan mit zwischenzeitlich acht Islandreisen (davon vielmal mit meinem alten Allrad-Hanomag-WoMo) geoutet habe und von Conga7 gebeten wurde, ein paar aktuelle Island-Infos für WoMo-Fahrer zu geben, komme ich dieser Bitte gerne nach.
Grundsätzlich:
Island ist auch für WoMos geeignet – allerdings nur auf der so genannten Ringstraße, die um die gesamte Insel führt und die wichtigsten Hauptverkehrsverbindungen. Hinzuweisen ist, dass einem das eigene WoMo nicht „leid tun“ darf, denn auch die Ringstraße ist nicht durchgehend geteert, sondern hat immer wieder ungeteerte, aber befestigte Abschnitte. Diese sind staubig und steinig; die Isländer fahren diese Strecken mit unverminderter Geschwindigkeit, so dass die dadurch aufgeschleuderten Steine gerade bei entgegenkommenden Fahrzeugen kleinere und größere Lackschäden verursachen. Ich habe diese Warnung bewusst an den Anfang gesetzt, damit niemand erst den gesamten Thread durchlesen muss um dann zu erkennen: nein, da fahre ich nicht hin, da ist mir mein WoMo zu schade dafür.
Ansonsten ist Island das grandioseste und schönste Land in meinen Augen – mann/frau möge mir bitte die Begeisterung für diese Insel verzeihen, denn ich bin voreingenommen. Entweder man hat bei der ersten Reise den sog. Island-Virus aufgeschnappt und fährt immer wieder dort hin oder man sagt: einmal recht mir vollkommen. Bei mir (und meiner Frau) war ersteres der Fall.
An- und Abreise:
Die Anreise nach Island mit dem eigenen WoMo ist nur mit der Fähre Norröna ab Hanstholm (DK) möglich. Die Norröna ist das Flagschiff der Smiryl-Line (--> Link) und fährt in der Hauptsaison jeden Samstag von Hanstholm über die Faröer-Inseln (Ankunft dort Montag in Thorshavn und Zwangs-Ausschiffung – Weiterreise am Mittwoch) nach Seydhisfjördhur (im Südosten der Insel) und kommt dort am Donnerstag an. Genauer Fahrplan: siehe Smiryl-Line-Link.
Die Abreise erfolgt in umgekehrter Reihenfolge: Abfahrt am Donnerstag und Rückkehr am Samstag in DK – allerdings kein „Zwangsaufenthalt“ auf den Faröer-Inseln.
Selbstverständlich ist auch ein Anreise per Flugzeug und das mieten eines Wohnmobils möglich – aber alles zu exorbitant hohen Preisen. Die Preise für die Fähre sind allerdings auch nicht gerade das, was man ein Schnäppchen nennt. Daher rechnet sich ein Islandurlaub mit dem eigenen WoMo nur dann, wenn man mindestens drei bis vier Wochen Zeit hat.
Allgemeines:
Das Land ist insgesamt sehr schwach besiedelt, über die Hälfte der Isländer (192.000 von derzeit insgesamt 307.000 Einwohnern) leben in der Hauptstadt Reykjavik, die noch einen schönen Kleinstadtcharakter hat. Rund 93 % der isländischen Bevölkerung leben in Städten.
Die isländische Bevölkerung ist sehr hilfsbereit und freundlich. Jeder hilft, wenn man mal wider Erwarten eine Panne hat, allerdings wird das auch von der Gegenseite erwartet.
Wer der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist, kann sich in Island gut verständigen, denn ca. 80% der Einwohner haben diese Sprache in der Schule gelernt. Isländisch ist sehr schwer und hat seinen Ursprung im Altnordischen und sich seither nicht verändert. In der isländischen Sprache gibt es keine Fremdwörter und der isländische Sprachpurismus sorgt sogar dafür, dass Fremdwörter durch isländische Wortschöpfungen ersetzt werden. Isländer können noch heute die Texte aus den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung relativ problemlos lesen.
Das Preisniveau in Island ist sehr hoch, stellenweise bei eingeführten Lebensmitteln doppelt so hoch wie in Deutschland.
Reisezeit:
Beste Reisezeit für Island (und Hauptsaison) ist die Zeit von Anfang Juli bis Mitte August. Die Tage sind dann sehr lang (Sonnenaufgang ca.2 Uhr – Sonnenuntergang ca.23 Uhr).
Sehenswürdigkeiten:
Die Natur! Auf Island, der Insel aus Feuer und Eis befindet sich der größte Gletscher Europas, der Vatnajökull (doppelt so groß als alle Alpengletscher zusammen), vom weltberühmten Geysir gar nicht zu sprechen. Eisberge brechen in Gletscherseen an der Südküste Islands ab und treiben langsam ins Meer. Unzählige aktive (manchmal auch tätige) Vulkane der verschiedensten Sorten sind auf Island zu bestaunen. Durchschnittlich alle 5 Jahre kommt es bei einem der ca. 40-50 aktiven Vulkane zum Ausbruch. An vielen Stellen raucht und brodelt die Erde, man fühlt sich in die Zeit zurückversetzt, als die Erde noch jung war! Oftmals sind die heißen Stellen nicht weit vom ewigen Eis entfernt – die Gegensätze sind grandios!
Auf Island befinden sich viele gigantische Wasserfälle, die schönsten sind der Gulfoss, der Dettifoss (übrigens der energiereichste Wasserfall Europas) und der Godafoss („Foss“ bedeutet Wasserfall). Das was man an Wasserfällen sonst in Europa gewohnt ist, sind dagegen „Rinnsale“.
Da ist noch die Tierwelt zu erwähnen: wilde (gefährliche) Tiere gibt es nicht. An den Küsten sind besonders die Papageientaucher zu nennen. Aber auch Eissturmvögel, Küstenseeschwalben, Gryllteisten, Basstölpel, Trottellummen, Dreizehenmöven, Tordalken, Raubmöven (Achtung: greifen in der Brutzeit auch Menschen an!) kann man aus allernächster Nähe beobachten und fotografieren. An den Nordküste bei Husavik werden Whalwatchingtouren angeboten. In der Nähe kann man auch Kegel- und Pelzrobben beobachten.
Wetter:
Das Wetter auf Island ist aufgrund der Lage im nördlichen Atlantik sehr unberechenbar und unbeständig. Auf Regen folgt Sonnenschein, im Hochland auch im Sommer manchmal Schnee – und das alles im raschen Wechsel. Ein isländisches Sprichwort sagt: gefällt dir unser Wetter nicht, dann warte halt eine halbe Stunde....Die Temperaturen sind im Sommer normalerweise zwischen 10 und max. 20 Grad. Ideal für ausgiebige Wanderungen in dieser wunderschönen Umgebung. Wind gibt es genügend – wenn es dazu leicht nieselt (was oft der Fall ist) dann kommt dieser Nieselregen waagrecht daher; dann hilft auch keine Kapuze oder Regenschirm wenn der Wind gerade von vorne kommt.
Was ist mit einem normalen (nicht allradgetriebenen) Wohnmobil möglich:
Wie schon oben erwähnt, sind in der Hauptsaison grundsätzlich die Ringstraße und die wichtigsten Nebenstraßen mit einem normalen Wohnmobil befahrbar und man kommt auch zu den schönsten Sehenswürdigkeiten. Ins so genannte „Hochland“ (das Innere der Insel) dagegen soll man ohne Allradantrieb, einer erhöhten Bodenfreiheit und der nötigen „Wat-Tiefe“ nicht fahren, denn hier sind alle Straßen unbefestigt und über die meisten Flüsse führt keine Brücke, sondern diese müssen durchfurtet werden.
So weit es mir möglich ist, werde ich gerne Fragen zu WoMo-Reisen nach Island beantworten und ich hoffe, dass hier in diesem Thread ein interessanter Erfahrungsaustausch erfolgt. Ansonsten kann auch hier (--> Link)nachgelesen werden, wenngleich die eine oder andere Info nicht mehr ganz aktuell ist (z.B. wird keine Diesel-Steuer bei der Ankunft mehr erhoben, dafür sind die Dieselpreise raufgesetzt worden).
Und so treffend: Mich hat der Island-Virus auch schon gepackt, allerdings waren wir nur mal per Flieger über Ostern einige wenige Tage dort, aber seither ist der Wunsch groß, tatsächlich per Wohnmobil die Ringstraße zu befahren und "Ausflüge" von der quasi Basis evtl. mit dem Roller zu starten. Auch wir waren angetan von den grandiosen Landschaften und der Weite des Landes, auch, daß es inmitten des Schnees schnell mal aus der Erde rausqualmte. Freunde von uns waren vor etlichen Jahren einmal für über 5 Wochen mit ihrem VW-Bus dort, haben es aber aus Kostengründen nie mehr nochmals realisiert.
Und das ist genau der wunde Punkt: Bei unseren zugegeben nicht geringen Ansprüchen würde uns die Fähre hin und her über 3000 Euro kosten. Dann kommt noch die Tatsache hinzu, daß wir aus beruflichen Gründen derzeit (noch) nicht mehr als 3 Wochen abkömmlich sind, also verbleiben eben mal 2 Wochen auf der Insel, was man da von der 1600 km langen Ringstraße abfahren könnte, kann man sich leicht ausrechnen. Schade, wirklich. Auch die anderen Möglichkeiten, um auf die Insel zu kommen sind keine richtige Alternative, eben durch die hohen Lebenshaltungskosten, wie Du so treffend schriebst. Besser täte man tatsächlich, man würde sein Wohnmobil mit Vorräten vollstopfen, denn es ist ja auch so, daß man stundenlang fahren kann, ohne überhaupt an eine Ansiedlung geschweige denn zu "Infrastruktur" wie Laden usw. zu gelangen.
Bis mein Island-Traum Realität wird, werde ich herzlich gerne hier den Thread beobachten und mal schauen, wer alles so schreibt und dort war. Es gibt im Netz auch ein Geysir-Forum, in welchem dann die Spezialisten posten, in welchem ich auch so ab und an wehmütig lese.
Gogolo, Dir wünsche ich auf jeden Fall, solltest Du das in der Planung der näheren Zeit haben, wunderschöne Aufenthalte auf einer einmaligen Insel!! Und laß uns derweil ein wenig mitschwelgen ...
Gogolo am 27 Dez 2006 13:42:46
lira hat geschrieben:Das hast Du aber schön geschrieben, Gogolo!!
...Besser täte man tatsächlich, man würde sein Wohnmobil mit Vorräten vollstopfen, ...
Danke für die Blumen!
Das mit dem "Vollstopfen von Vorräten" ist so ein problem. Allerdings keines hinsichtlich des Überladens des WoMo, sondern eines des isländischen Zolls, denn Narkotika, Drogen, Schusswaffen, rohes Fleisch, Wurst, Eier und Milchwaren sind bei der Einfuhr verboten!!! Übrige Lebensmittelvorräte bei der Einfuhr sind auf 3kg pro Person beschränkt. Alkohol: Personen über 20 Jahre dürfen 1 l Spirituosen und 1 l Wein einführen, oder 12 Fl. Bier anstelle eines von beiden; 200 Zigaretten oder 250 g andere Tabakprodukte. Die Einhaltung dieser Vorschrift wird vom isländischen Zoll bei der Einreise stichprobenweise kontrolliert. Ich habe mich einmal dazu hinreissen lassen, zwei ganze Salami mitzunehmen und hatte dann bei der Kontrolle eine Sch....angst, entdeckt zu werden (ging aber gottseidank gut!).
Aber keine Angst, es gibt in Island alles (aber auch wirklich alles) zu kaufen, von den Preisen will ich aber mal nicht reden. Allerdings gibt es in Island auch einen "ALDI", der nennt sich BONUS und hat insgesamt ein Preisniveau wie hierzulande in normalen Kaufhäusern.
Übrigens: Angelausrüstung und Gummistiefel müssen vor der Einreise desinfiziert worden sein (schriftl. Attest nötig).
Island ist teuer - ich sagte es bereits....aber die Schönheit des Landes wiegt das wieder auf.
Habe die Ehre
Gogolo
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conga am 08 Jan 2007 11:04:31
Hallo Gogolo,
jetzt habe ich auch in aller Ruhe Deinen Beitrag gelesen. Deiner Meinung über Islands Naturgewalten kann ich nur recht geben.
Nun will ich mal die erste Runde Fragen loswerden:
Wie woanders schonmal erwähnt, war ich vor ein paar Jahren mit dem Allrad-Reisebus auf Exkursion in Island. Übernachtung in Edda-Hotels.
Ich hatte den Eindruck, dass für das Befahren der Inlandwege vor allem gute Reifen, hochgelegtes Fahrwerk und ein Überwasser-Luftfilter wichtig sind. Ich würde denken, ein entsprechend modifizierter VW-Bus (ohne Allrad) müsste reichen. Was sagen Deine Erfahrungen?
Wie siehts mit der Campingpraxis aus? Entsorgung von Abwasser und Toilette? Wild stehen, vermute ich, kein Problem? Wasserversorgung aus der Natur (trotz Schafen)? Alle paar Tage wäre mal eine große Körperhygiene mit Seife und etwas mehr Wassereinsatz notwendig. Wie habt Ihr das gelöst? Oder hattet Ihr immer genügend Grauwassertank?
Lebensmittelimport. Abgesehen von den Verboten, wie siehts mit der Menge (3kg/Person) aus. Ist da der Zoll ebenso pingelig?
Vielen Dank fürs beantworten!
Conga
Gogolo am 08 Jan 2007 12:11:41
Dann will ich doch gleich der Reihe nach deine Fragen beantworten:
Ich hatte den Eindruck, dass für das Befahren der Inlandwege vor allem gute Reifen, hochgelegtes Fahrwerk und ein Überwasser-Luftfilter wichtig sind. Ich würde denken, ein entsprechend modifizierter VW-Bus (ohne Allrad) müsste reichen. Was sagen Deine Erfahrungen?
Das alleine reicht nach meiner Erfahrung für 95% der Hochlandpisten leider nicht aus. Nach Landmannalaugar kannst du beispielsweise bis zur letzten Furt (ist fast am Ende der Strecke) mit der von dir genannten Ausrüstung fahren. Ansonsten ist mindestens Allrad und/oder Differenzialsperren notwendig. In vielen Furten und Strecken sind sog. Quicksands oder Feinkies, wo du gnadenlos versinkst und steckenbleibst. Wenn das in einer tiefen Furt passiert ist es nicht lustig, dann zuzusehen, wo überall das Wasser ins das Fahrzeug dringt. Ich habe schon einige Fahrzeuge (auch Allrad-Fahrzeuge und einmal einen Hochlandbus) aus Furten gezogen die durchaus Oberschekeltief waren. Der seitliche Wasserdruck ist dann so hoch, dass viele kleinere Fahrzeuge einen enomen Seitenversatz haben und da ist man dann froh, wenn alle vier Räder den Vorwärtstrieb unterstützen. Und wenn es regnet (das ist in Island öfters der Fall), dann verwandeln sich staubige Pisten sehr schnell in glitschige Pfade, auf denen nur mit Allrad ein Fortkommen ist - von Steigungsstrecken möchte ich hier gar nicht sprechen. Denn auf dem glischigen, fast seifigen, oftmals lehmigen Untergrund machen sofort die Reifenprofile zu und die Traktion ist nahe Null.
Nicht zu spassen ist auch mit den Strecken auf denen Vulkanasche liegt - die kann mitunter sehr tief sein! Auch sind die meisten Hochlandpisten generell und offiziell für Fahrzeuge ohne Allrad gesperrt. Bei Mietfahrzeugen, die in Island gemietet werden, sind Schäden am Fahrzeug aufgrund von Hochlandfahrten vom Mieter zu zahlen.
Bei der Gelegenheit möchte ich auch noch darauf hinweisen, dass es durchaus sinnvoll ist, einen zweiten Reservereifen auf Felge mitzunehmen, wenn man ins Hochland fährt. Ich hatte mir bislang schon dreimal die Reifen durch die junge, scharfkantige Lava zerschnitten. Und wenn das gleich zu Beginn des Urlaubs passiert dann traut man sich nicht mehr so die geplanten Hochlandstrecken ohne weiteren Reservereifen zu befahren. Da ich eine Spezialgröße auf meinem alten Hanomag aufgezogen hatte, wollte ich das Risiko einer Nachversorgung auf Island nicht auf mich nehmen.
Wie siehts mit der Campingpraxis aus? Entsorgung von Abwasser und Toilette? Wild stehen, vermute ich, kein Problem? Wasserversorgung aus der Natur (trotz Schafen)? Alle paar Tage wäre mal eine große Körperhygiene mit Seife und etwas mehr Wassereinsatz notwendig. Wie habt Ihr das gelöst? Oder hattet Ihr immer genügend Grauwassertank?
Sauberes Trinkwasser kann man unbedenklich aus jedem Bach (nicht jedoch Gletscherschmelzwasser!) entnehmen wenn nicht gerade Schafe in der Nähe weiden. Ansonsten ist an jeder Tankstelle Frischwasser erhältlich. Duschen und Körperhygiene ist kein Problem, da in jedem kleineren Dorf aufgrund der Erdwärme ein Schwimmbad vorhanden ist (geringer Eintrittspreis). Dort kann man sich dann im warmen Wasser wunderbar erholen und die Duschen benutzen. Grauwasser kann man auch an den Tankstellen entsorgen, wie auch dort mit Schlauch und Bürste das WoMo wieder mal saubermachen (kostenlos).
Lebensmittelimport. Abgesehen von den Verboten, wie siehts mit der Menge (3kg/Person) aus. Ist da der Zoll ebenso pingelig?
Ich war schon oft in Island und hatte auch die erlaubte Menge meistens überschritten (nicht gravierend), d.h. für 2 Personen hatte ich so 10-15kg dabei. Kontrolliert worden bin ich nie. Allerdings legt der Zoll sehr großen Wert darauf, dass kein Fleisch, keine Eier und keine Milchprodukte eingeführt werden. Ich habe bei der Einreise gleich immer freiwillig meine "Resteier" und Milch abgegeben und darauf hingewiesen, dass ich kein Fleisch und Fleischprodukte dabei habe - dann gab es auch nie Probleme und der Zoll hatte sein "Erfolgserlebnis".
Fleisch nach Island mitnehmen ist sowieso unnötig, denn das Lamm- und Schaffleisch auf Island ist einfach zu köstlich. So gutes Lammfleisch habe ich noch nie in meinem Leben gegessen. Auch Rind- und Schweinefleisch ist in den Supermärkten zu kaufen. Vom Fisch will ich gar nicht reden. Alle übrigen Produkte von den namhaften Herstellern gibt es dort zu erwerben. Was ich immer mitgenommen habe waren so "Randprodukte" auf die ich im Urlaub nicht verzichten möchte wie z.B. meine Lieblingsmarmeladen, süßer Senf, diverse Gewürze (bin Hobbykoch), Schokolade, ein paar Lieblings-Konserven, etliche Dosenbiere, Weine. Den Rest habe ich immer vor Ort auf Island gekauft und bin damit gut gefahren.
Der Zoll legt bei der Einreise ebenso großen Wert darauf, dass nur desinfizierte Angelausrüstung und Reitsachen (Bekleidung, Sättel, usw.) eingeführt werden. Deshalb gleich bei der Einreise sagen, dass man solche Sachen nicht dabei hat.
Habe die Ehre
Gogolo
conga am 08 Jan 2007 12:40:49
Da muss ich doch gleich mal fragen, mit welchen Fahrzeugen Du auf Island unterwegs warst und bist. Den Hanomag hast Du ja schon genannt. Gibts von dem ein Foto? Ich habe garnicht gewusst, dass es den als Allrad gibt. Oder ist es ein LKW?
edit: habe gerade mal ein wenig gesurft, und bin wohl etwas schlauer. Hast du was damit zu tun?:
--> Link
Gogolo am 08 Jan 2007 13:58:51
Ich war auf Island 4x mit meinem Hanomag, 1x mit einer organisierten Reise, 1x im Winter (nur raufgeflogen um das Nordlicht zu sehen), 1x mit meinem Motorrad und 1x im Rahmen einer Kreuzfahrt.
Den Hanomag habe ich nicht mehr. Ich habe ihn verkauft, da er mir zu langsam war und zuviel diesel gesoffen hat (im Gelände bis zu knapp 30l/100km). Derzeit bin ich "ohne" - aber in Planung für die nächste Zeit ist ein Allrad-WoMo von Bimobil, mit dem ich dann natürlich wieder nach Island fahren werde und nach andere Planungen (Umrundung des Mittelmeeres, Umrundung der Ostsee, Fahrt den Ural von Süd nach Nord,...) habe.
Dein Link war mir neu - natürlich kenne ich Günter Eisenhardt und ich habe ihn dreimal in Island getroffen. In seinen Berichten bin ich auch erwähnt. Auch ein Bild meines Hani hat Günter auf seiner Seite, was ich mit Freuden entdeckt habe:
Der Hani ist im Prinzip ein LKW, da hast du recht. Er hat Allrad und ein Untersetzungsgetriebe. Schalten ging nur mit Zwischengas, da teilsynchronisiert. Jede Ausfahrt war ein Abenteuer für sich.
Habe die Ehre
Gogolo
Gogolo am 11 Jan 2007 13:32:45
Neue Info: ISLAND SENKT DIE MEHRWERTSTEUER (und bei uns wurde sie erhöht!)
Demnach entfallen Verbrauchssteuern auf Lebensmittel ausgenommen Zucker und Süßwaren ab dem 1. März nächsten Jahres. Dann wird der niedrigere Steuersatz der Mehrwertssteuer von 14% auf 7% gesenkt, und alle Nahrungsmittel für Menschen erhalten die niedrigere Steuerstufe.
Der Gesetzesentwurf sieht auch vor, dass die Mehrwertssteuer von anderen Dienstleistungen und Waren, die derzeit mit 15% besteuert werden, dann auf 7% gesenkt werden. Ebenso wird die Mehrwertssteuer auf Bewirtung, CDs, Schallplatten und Kassetten und vergleichbaren Ware von 24,5% auf 7% gesenkt wird.
Der Vorschlag beinhaltet auch die Erhöhung der Alkoholsteuer, um den Verlust auszugleichen, der durch die Senkung der Mehrwertssteuer von 24,5% auf 7% entsteht. Die Erhöhung der Alkoholsteuer beträgt 58% und misst sich daran, dass die Einnahmen für die Staatskasse vom Alkohol nahezu unverändert bleiben.
Fazit: Essen und Dienstleistungen werden ab März 2007 in Island billiger - Alkohol wird (noch) teurer.
Habe die Ehre
Gogolo
Friederhzj am 15 Jan 2007 18:41:36
Hallo Island-Freunde,
ab 2007 scheint es wohl die " Diesel-Steuer" fuer unsere Fahrzeuge nicht mehr zu geben.
Hat sich denn auch etwas mit der offiziell erlaubten Einfuhr von 3Kg Lebensmittel pro Person getan ?
, Frieder
Gast am 15 Jan 2007 19:30:37
Hallo Island-Freunde,
war gestern im Bayerischen Fernsehen dran im Rahmen der Sendung "Euroblick". Fand ich echt interessant - vielleicht jemand anderes auch (und will sich's vielleicht in "echt" ansehen?)
Autofahrer, die mit einem Dieselfahrzeug nach Island reisen, müssen schon seit dem 1. Juli 2005 bei der Einreise keine pauschale Dieselsteuer mehr entrichten! Während die so genannte Dieselsteuer entfallen ist, wurde jedoch der Diesel-Kraftstoff an der Zapfsäule teurer, denn die Steuer wird dann direkt mit dem Literpreis erhoben. Dies bedeutet einen relativ hohen Dieselpreis.
Bislang richtet sich die Höhe der Dieselsteuer pauschal nach der Dauer des Aufenthalts sowie dem Fahrzeuggewicht. Pro angefangene Woche müssen beispielsweise für ein Fahrzeug mit 1000 Kilo Leergewicht 1958 isländische Kronen (rund 24,67 Euro) bezahlt werden. Für den gleichen Zeitraum beträgt die Steuer für ein Dieselfahrzeug bis zu 1499 Kilo Leergewicht 2350 ISK (29,61 Euro).
Bei den Lebensmitteln verbleibt es bei den bisher von mir gegebenen Infos zu dem Thema.
@lira
Der Beitrag im Fernsehn war wirklich gut gemacht.
Habe die Ehre
Gogolo
Súla am 28 Feb 2007 17:12:55
Ich möchte zu den ersten Aussagen ein paar Korrekturen vornehmen.
Island ist problemlos mit dem Wohnmobil zu bereisen, der größte Teil der Straßen ist auch mit einem normalem Wohnmobil befahrbar. Die Ringstraße ist bis auf ein paar wenige und kurze Abschnitte asphaltiert und auch die restlichen Strecken sind mit dem Wohnmobil bis auf einen Teil der Hochlandstrecken und ein paar Bergpässe befahrbar.
Selbst einige Hochlandstrecken wie der Kjalvegur und der Kaldidalsvegur sind befahrbar.
Bei der Einreise in Seyðisfjörður wird in letzter Zeit verstärkt kontrolliert ob die erlaubten Lebensmittelmengen eingehalten werden und ob verbotene Lebensmittel eingeführt werden.
Ungekochtes Fleisch, Milch und Milchprodukte sowie Eier dürfen auf keinen Fall eingeführt werden, da die isländischen Tiere keine Abwehrkräfte gegen in Europa verbreitete Krankheiten haben.
Tiefgreifende Infos zu Island bekommt man unter --> Link, dort vor insbesondere im Diskussionsforum.
conga am 28 Feb 2007 17:26:03
Súla hat geschrieben:Island ist problemlos mit dem Wohnmobil zu bereisen, der größte Teil der Straßen ist auch mit einem normalem Wohnmobil befahrbar. Die Ringstraße ist bis auf ein paar wenige und kurze Abschnitte asphaltiert und auch die restlichen Strecken sind mit dem Wohnmobil bis auf einen Teil der Hochlandstrecken und ein paar Bergpässe befahrbar. Selbst einige Hochlandstrecken wie der Kjalvegur und der Kaldidalsvegur sind befahrbar.
Das hatte ich, als wir in Island waren, auch so empfunden. Aber wir saßen in einem Allrad-Reisebus und wir hatten relativ gutes Wetter.
Wie verwandelt sich denn der Straßenstaub bei Regenwetter und wie tief werden die Furten? Im Sommer.
Gogolo am 09 Mär 2007 20:58:36
Klar kannst du auch einige wenige(!) Hochlandstecken mit einem normalen WoMo befahren, wenn dich dein WoMo nicht reut (Steinschlag, Dreck nach Regen - und der ist in Island nicht selten). Sobald du aber furten musst - und im Hochland sind nur gaaaanz wenige Brücken über den Flüssen - wird es sehr riskant wegen der Wattiefe und wegen des normalerweise beim WoMo fehlenden Unterbodenschutz (auf- bzw. festfahren mit der Achse an hohen Felsen im Wasser). Ich habe mit meinem Allrad-WoMo sogar schon einen festgefahrenen und hochgelegten isländischen Bus aus einer Furt nach Thormörk herausgezogen....
Viel Spaß
Habe die Ehre
Gogolo
Gogolo am 11 Apr 2007 15:08:12
Nach meinen neuesten Informationen sind die Kontrollen nach Lebensmitteln mittlerweile teilweise recht genau, allerdings werden mal mehr mal weniger Fahrzeuge einer sehr genauen Kontrolle unterzogen.
Bei verbotenen Lebensmitteln (Fleisch, Wurst, Eier, Milchprodukte) kennen die Zöllner zurecht kein Pardon, bei Mengen die über den 3 KG liegen wird der darüber liegende Teil konfisziert und man muss Strafe zahlen.
Man kann aber auch die Mehrmenge anmelden und zahlt dann 125 ISK (=ca. 1,40 Euro) pro KG.
Habe die ehre
Gogolo
Súla am 03 Mai 2007 14:18:24
Klar kannst du auch einige wenige(!) Hochlandstecken mit einem normalen WoMo befahren, wenn dich dein WoMo nicht reut (Steinschlag, Dreck nach Regen - und der ist in Island nicht selten). Sobald du aber furten musst - und im Hochland sind nur gaaaanz wenige Brücken über den Flüssen
Wer sein Auto nicht dreckig machen möchte lässt es am Besten in der Garage.
Dreckig wird dein Auto auch auf den Schotterpassagen auf der Ringstrasse wenn es regnet oder der Sprühwagen vorher drüber gefahren ist.
Aber schließlich kann man sein Womo an fast jeder Tankstelle kostenlos waschen.
Und zu den angeblich gaaanz wenigen Brücken im Hochland: Anscheinend warst Du lange nicht mehr dort, ok, es sind nicht viele Brücken, denn meist werden die Flüsse verrohrt und keine Brücke gebaut.
Die Zahl der Furten nimmt von Jahr zu Jahr ab:
Kjalvegur und Kaldidalsvegur haben z.B. schon seit Jahren keine Furten mehr, ersterer ist sogar schon Abschnittsweise asphaltiert und wird gerade durchgehend asphaltiert.
Die Þórsmörk ist (noch) etwas Besonders, hier sollte man als Ausländer nur mit einem Allradfahrzeug mit genügend Bodenfreiheit hineinfahren, bei Isländern sieht es anders aus, der isländische Wohnmobilclub veranstaltet dort übrigens regelmäßig ein Treffen an dem auch viele 2WD-Womos teilnehmen ☺.
BTW: Ich bin Berufskraftfahrer in Island und mit meinem 18 Tonner auch im Hochland unterwegs.
Gogolo am 03 Mai 2007 22:16:44
Du hast sicher recht, als ich 1982 zum ersten mal auf Island war hat es noch ganz anders ausgesehen...mein letzte Besuch auf der Insel war übrigens 2004.
Wenn ich von Hochland schreibe, dann meinte ich auch das Hochland und nicht die Touristen-Sprengisandur (F26) oder Kjölur, die gar kein "F"-Kennzeichen in den Karten mehr hat. Ich meinte mit meiner Aussage u.a. so Strecken wie die F910 (Gaesavötn), auch die von dir erwähnte Þórsmörk (F249), aber auch die F210 (Maelifellssandur - die war bei meiner letzten Passage an einer Furt ziemlich tief). Selbst die letzte Furt vor Landmannalaugar kann für einen unbedachten Touristen ein großes Problem darstellen, wenn er leichtfertig in diese einfährt - ich habe da schon einen 4x4-Lada mit Wasserschlag im Motor aus der Furt gezogen.
Ich denke, wenn jemand keine Island- oder Furterfahrung hat, dann soll er keinesfalls unbedacht an eine Hochlandtour denken. Und nur das habe ich mit meinen Ausführungen deutlich machen wollen. Und du wirst mir sicher recht geben, es ist etwas anders, als Berufskraftfahrer mit einem 18 Tonner (wahrscheinlich 4x4 oder 6x6 oder mehr) im Hochland zu fahren (ich beneide dich darum!!!) im Verhältnis zu einem Touristen, der nur im Urlaub sein 3,5to 2WD WoMo fährt.
Wenn du schon als Berufskraftfahrer in Island untertwegs bist, dann wäre es doch schön, wenn du hier aus erster Hand und brandaktuell Informationen einstellst - z.B. wenn die Strecken im Hochland wieder passierbar sind. Klar, diese Info kann man sich auch unter --> Link holen, aber aus erster Hand und aus berufenem Munde ist doch viel besser....
Habe die Ehre
Gogolo
stern58 am 25 Jul 2008 19:52:02
Hallo Gogolo,
vielen Dank für deine Infos.
Nun zu meiner Frage. Hätte man denn eine Chance mit einem T5 und 4motion als Wohnmobil?
Apropos schöne Mobile baut bimobil :-)