Ich lebe seit 2017 im Wohnmobil, dabei bin ich bis Ende 2018 im Kastenwagen durch Europa gefahren und habe auch im Kasten gearbeitet, da ich noch viele Jahre von der Rente entfernt bin. Wenn es im Winter dauerhaft in den Süden gehen kann, geht es auch mit wenig Platz im Kasten oder nicht Winterfesten Wohnmobilen ganz gut. Wie weiter oben schon angedeutet, war die Ver- und Entsorgung und die Energie am Ende das größte Problem und ich habe mich vom Kastenwagen getrennt, denn mit der zulässigen Zuladung passte es einfach nicht. Auch wollte ich die Vorzüge eines Kastens, nicht durch einen Anhänger zur Nichte machen.
Neu orientiert und mit meinem Nutzungsverhalten im Kopf (min. 14 Tage Autark auch im Deutschen Winter), auf die Suche nach einem
Wohnmobil welches mir ausreichend Reserven bietet, bin ich jetzt seit Ende 2018 mit einem Dethleffs AlPa 4,8 Tonnen und fürs Motorrad einen 1,2 Tonnen Anhänger unterwegs. Dieser war mit einer Zuladung von guten 1,2 Tonnen geeignet um mir ein autarkes Stehen zu ermöglichen. Dafür wurde der Wasservorrat von 160 auf max. 360 Liter flexibel erweitert. Ein beheizter 200 Liter LPG Gastank + 2x11 Kg
Gasflaschen verbaut, 500 Wh Solar, davon 400 Wh ausrichtbar zur Sonne installiert, auf Trocken-Trenn-Toilette umgebaut und 300 Ah LiFePo4 ersetzen die AGM Batterien.
Im Dezember und Januar reichen, zumindest in Deutschland, 500 Wh Solar vorne und hinten nicht und die noch zur Verfügung stehende Fläche auf dem Fahrzeug, könnte noch zusätzlich mit 600 Wh belegt werden, nur dieses würde in den zwei Monaten in Deutschland nicht zum Erfolg führen, darum eben mehr LiFePo4 und bald mit 400 Ah komme ich dann gute 10 Tage im Winter hin, aber dann brauche ich für einen Tag Landstrom. Um die 14 Tage ohne große Einschränkungen zu schaffen brauche ich aber min. 600 Ah nutzbaren Strom.
Ich kann sagen, wer länger Autark stehen möchte, da denke ich an 10 Tage und mehr, muss entweder die Möglichkeit haben, den Winter im warmen zu verbringen, oder für Deutschland muss einiges an Geld in die Hand genommen werden, damit nicht ständig eine Steckdose in der Nähe sein muss. Das Fahrzeug muss einfach eine gewisse Größe und ausreichend Zuladung haben, damit alles reingeht was benötigt wird und einem auf Dauer nicht die Decke auf den Kopf fallen soll.
Es geht natürlich auch mit viel weniger, meine Erfahrung ist da aber, es ist mit weniger eine ganze Ecke anstrengender den Winter in Deutschland zu überstehen. Wenn die Ent- und Versorgung wegen Frost geschlossen ist, gehen die Probleme los und wandern über den Gasflaschentausch, weil die gerade mal wieder ausverkauft und erst morgen oder übermorgen wieder verfügbar sind, dann muss das Auto irgendwie warm gehalten werden, oder wie bei mir, es friert mal schnell das Magnetventil der Toilettenspülung kaputt, bis hin zum dunklen Kasten, da die Front- und Seitenscheiben, zur besseren Isolierung, abgedeckt werden und dann ist so ein Kastenwagen doch auf Dauer sehr dunkel, Fußkalt und es zieht hier und da. Ich sehe es als Abenteuer an, nur auf Dauer hätte ich das nicht durchgehalten.
Jetzt im großen, sind die Füße durch den Doppelboden mit Fußbodenheizung und der gleichmäßigen Wärmeverteilung durch die
Alde Heizung auch bei -15 Grad noch ein Genuss, das
Gas und die TT Toilette reicht für über 20 Tage, Wasser gute 14 Tage, nur Strom geht derzeit noch vorher aus, aber daran wird noch weiter gearbeitet wenn wieder Geld dafür über ist.
Ich würde keinen von seiner Idee, im Wohnmobil zu leben, abbringen wollen, denn es ist einfach ein Erlebnis und Abenteuer, nur wer neu einsteigt, sollte sich, zumindest im ersten Jahr, eine Möglichkeit offen halten, auch noch wieder zurück gehen zu können, wenn es nicht wie gewünscht läuft.
Ich sag mal:
Einfach loslegen und nicht warten bis es zu spät ist und man dann nur noch sagen kann.......ach hätten wir es doch früher gemacht, nun können wir nicht mehr, weil ......ach alleine kann ich das nicht mehr....... wenn nicht xxx wäre, dann würden wir ja auch......und was es da sonst noch alles an Bedenken gibt.
Wer es nicht einmal probiert hat, kann sich kaum Vorstellen wie ein dauerhaftes Leben im Wohnmobil ist und wird nie verstehen was daran so Toll ist. Was ich heute, trotz voller Berufstätigkeit, bereue ist, nicht schon viel früher ins Wohnmobil gezogen zu sein.
Ein Umzug kommt für mich das nächste mal, wenn es aus Altersgründen echt nicht mehr im Wohnmobil gehen sollte, oder wenn der Lebensweg zu Ende ist, so mein grober Plan.
Gruß
Roger