WolfgangXX am 18 Nov 2021 14:12:46 Einen wunderschönen guten Tag
Erst einmal vielen Dank für die Möglichkeit hier Fragen stellen zu können. Mir geht es derzeit um ein Problem, für das ich zwar eine spezielle Lösung brauche, bei der ich mich aber wesentlich mehr für eine generelle Herangehensweise interessiere.
Angenommen, ich habe einen Stromausfall. Es ist hier gleich, ob der passiert, wenn ich unterwegs bin oder daheim, ob das Fahrzeug ein Reisemobil ist oder einfach nur ein PKW. Dann interessieren mich folgende Fragen:
a) Welche Leistung kann ich aus dem Fahrzeug ziehen, wenn es einfach da steht oder wenn es im Leerlauf läuft. b) Welche Energie insgesamt kann ich ziehen ohne das Fahrzeug anzulassen um per Lichtmaschine nachzuladen.
Das hört sich zunächst alles ineffektiv an und ich bin davon überzeugt, dass dies auch in der Tat der Fall ist. Wir sprechen aber über einen Notfall.
Nehmen wir als Beispiel meinen Seat, der hat eine Lichtmaschine drin von 350 Watt und eine Batterie von 60 Ah, wobei die noch in Ordnung ist. 60 Ah wären ca. 0,72 kWh und nehmen wir an, die Batterie war zu 90% entladen und mit 30% bekomme ich den Wagen noch an, dann könnte ich auf 60% davon zugreifen, also etwa 0,43 kWh. Stimmen die Grenzen etwa, also kann man mit diesen Grenzwerten arbeiten?
Dann die nächste Frage ist: Wenn man nun den Wagen im Leerlauf startet und laufen lässt, wird dann die Batterie überhaupt geladen? Meine Vermutung: Der Wagen hat eine Start-Stopp-Automatik drin. Wenn ich an der Ampel stehe oder am Bahnübergang und das zu lange, dann geht der Wagen auch schon mal einfach an. Mit anderen Worten: Der Wagen müsste auch im Leerlauf nachladen. Dann kommt die Frage: Welche Leistung und kann ich ggf. dann dauerhaft abgreifen? (natürlich ohne Klimaanlage usw.). Oder anders: Wie viel braucht der Wagen für sich? Meine Schätzung liegt bei 200 Watt, kann das hinkommen?
Und wenn man das alles probieren möchte, dann kommt die Frage, ob und wie man hier vorgeht. Man kann Messgeräte einbauen und den Ladezustand der Batterie erfassen, den Lade, bzw. Entladestrom, einfacher (wenn es denn bezahlbare Lösungen dazu gibt) wäre es aber wohl, die aus irgend einer ODB-Schnittstelle auszulesen.
Vielen Dank für jede Hilfe Wolfgang
wolfherm am 18 Nov 2021 15:41:01 Welchen Bezug hat deine Frage zu Reisemobilen? Wäre das nicht besser in einem anderen Forum für Katastrophen aufgehoben?
Fledermaus am 18 Nov 2021 17:43:54 Servus Wahrscheinlich beim Geld.
fschuen am 18 Nov 2021 18:18:01 Du willst das Auto als Generator für den Notfall nehmen, richtig? Durch Anschluss eines Wechselrichters? 1. Vergiss die Batterie. Du kannst nichts nennenswertes entnehmen, wenn die Kiste noch sicher anspringen soll. 2. Musst du messen, hängt vom Auto ab und wird höher, wenn du die Drehzahl erhöhst. 3. Notversorgung braucht auch eine Einspeismöglichkeit, wird gern vergessen. 4. Löschen aller Beiträge ohne Reisemobilbezug hier im Forum würde ne Menge Speicherplatz freigeben.
Gruss Manfred
Pechvogel am 18 Nov 2021 18:37:28 WolfgangXX hat geschrieben:...Angenommen, ich habe einen Stromausfall. Es ist hier gleich, ob der passiert, wenn ich unterwegs bin oder daheim, ob das Fahrzeug ein Reisemobil ist oder einfach nur ein PKW...
Du müsstest an dem PKW auf jeden Fall einige Dinge umbauen damit das überhaupt funktionieren kann. Von Effektivität wollten wir ja nicht sprechen da ein Auto für solche Zwecke eigentlich eher NICHT gebaut wurde. Wenn Du also sowieso Geld in die Hand nehmen musst warum dann nicht gleich ein benzingetriebenes Notstromaggregat? Die sind dafür gebaut, die Leistung ist angegeben, wäre immer verfügbar auch wenn der PKW gerade woanders ist,.... Grüße Dirk
DonCarlos1962 am 18 Nov 2021 18:58:23 Eine Bleibatterie kann man zu 50% entladen, ohne ihre Haltbarkeit gravierend zu verkürzen. (Eine Autobatterie ist übrigens darauf spezialisiert für sehr kurze Zeit hohe Ströme (zum anlassen) zu liefern und ist als Versorgungbatterie eigentlich ungeeignet.)
Jetzt nehmen wir einmal an, dass Deine 60AH Batterie zu 90% geladen ist, dann haben wir 54AH, die wir zur Hälfte nutzen können. Bleiben also 27AH. Um 230V zu erhalten, braucht es einen Wechselrichter. Dieser arbeitet mit ca. 85% Effektivität. Bleiben 23AH nutzbar.
Ob dann das Auto aber noch anspringt ist nicht gesagt.
Unter dem Strich - es macht einfach keinen Sinn.
Kauf lieber eine gute Taschenlampe, vielleicht eine Powerstation, oder einen günstigen Inverter Generator und einen vollen Reservekanister.
LG Carsten
huohler am 18 Nov 2021 19:27:23 Mann könnte bei laufendem Motor einen 230V Wechselrichter per Batteriezangen wie bei einem Starthilfekabel an die Batterie hängen. Mit etwas mehr als Standgas sollte die Lichtmaschine deines Kleinwagens auch 30-40A liefern was nach Abzug der Wechselrichterverluste ca. 300 - 400W bei 230V wären. Allerdings würde ich das mit solchen Batteriezangen höchstens ein paar Minuten machen. Mit fest an der Batterie angeschlossenen Kabeln geht es natürlich auch länger. Ohne laufenden Motor kannst du das, wie bereits von anderen geschrieben, vergessen. Mehr als Kurzzeitig 400W würde ich so einer Konstruktion auch nicht zutrauen. Hubert
Trashy am 18 Nov 2021 19:39:56 Notstrom sollte Resourcen schonen. Die gibts im Notfall ja nur begrenzt. Völliger Unsinn einen Automotor zu nutzen. Der Wirkungsgrad ist minimal. Kauf dir einen Stromerzeuger.
rkopka am 18 Nov 2021 21:47:40 Trashy hat geschrieben:Notstrom sollte Resourcen schonen. Die gibts im Notfall ja nur begrenzt. Völliger Unsinn einen Automotor zu nutzen. Der Wirkungsgrad ist minimal. Kauf dir einen Stromerzeuger.
Aber das Auto hat fast jeder, es ist Treibstoff drin und es braucht auch keinen zusätzlichen Platz. Ein Stromerzeuger kostet etwas und braucht Wartung. Außerdem muß man auch noch genug Treibstoff vorrätig haben, was nicht unbedingt die Sorte ist, die man auch im PKW hat. Die meisten erschwinglichen Generatoren haben Benzin, Womos Diesel... Es ist sicher keine Lösung über Wochen oder für sehr starke Verbraucher. Aber wenn man mal über Nacht den Tiefkühlschrank kalt halten will oder irgendein wichtiges Gerät (Apnoe...) mit 230V versorgen will, ist das eine günstige Lösung, die auch eine längere Laufzeit bietet als nur Akkus. Die Lestung hast du ja schon selber angegeben. Mit Akku kann man zumindest kurze Leistungsspitzen (Anlaufstrom - wichtig bei Motoren, TK, KS) abfedern, wenn der WR es kann. Hier sollte man sich genau überlegen, was man wie lang versorgen will und muß. Ich hab mir gerade einen günstigen Generator gekauft, Aber 50l Sprit (wie im PKW) muß man erstmal wo unterbringen (falls es erlaubt ist). Ich hab ihn für die Geräte mit höherer Leistung, die mit dem kleinen WR nicht gehen. Und Platz braucht er natürlich auch (und riecht). Außerdem ist er viel lauter als ein PKW im Stand. RK
cbra am 18 Nov 2021 21:52:46 und dann ist der tank leer und man schaffst nicht mehr zur tankstelle ich halte auch einen kleinenen generator für die wesentlich bessere, effizientere, praktikablere und weniger umweltbelastende lösung. ein kleines gerät kostet nicht viel, gibts mit diesel oder benzin, je nachdem was man will. kann man in die nähe vom gerät tragen das man betreiben will, braucht keinen wechselrichter - der auch was kostet...
rkopka am 18 Nov 2021 22:16:09 cbra hat geschrieben:und dann ist der tank leer und man schaffst nicht mehr zur tankstelle
Dafür gibts Tankanzeigen. Wenn der Tank vorher voll war, dauert das ziemlich lang. ich halte auch einen kleinenen generator für die wesentlich bessere, effizientere, praktikablere und weniger umweltbelastende lösung.
Der simple Motor praktisch ohne Schalldämpfer oder sonstige Abgasreinigung, der einen Höllenlärm erzeugt und immer mit recht hoher Drehzahl läuft und etwa 1l pro 1kWh braucht ? Zumindest unter Last sollte ein PKW Motor eher 10x so effizient sein. Wie es bei Standgas ist, weiß ich nicht. Diese Angaben findet man praktisch nie. ein kleines gerät kostet nicht viel, gibts mit diesel oder benzin, je nachdem was man will.
Diesel ist aber nicht mehr klein oder billig. Da spielt man schon in einer anderen Liga, sowohl preislich als auch beim Gewicht. D.h. eher so >€1000 >100kg. Benzin: ab ca. €150 bekommt man schon was, ab ca. €300 schon halbwegs brauchbar. kann man in die nähe vom gerät tragen das man betreiben will, braucht keinen wechselrichter - der auch was kostet...
Ja, man kommt wohl näher, aber da die meisten Geräte eher drin sind, muß man doch ein Kabel wo hinlegen. Ist aber sicher ein Vorteil. Bei Invertern ist der WR eingebaut, dafür haben sie keine Anlaufstromreserven. Andere Generatoren liefern nicht unbedingt saubere Energie (elektrisch gesehen) und erlauben (offiziell) keine empfindlichen Geräte. Ich hatte früher einen ganz billigen, der schon mal auf 300V stieg, wenn man ein Schaltnetzteil dranhing ! Man muß also wissen, was man will und kann. Ein 600W Sinus WR um €70 ans Auto zu hängen ist billig, für vieles ausreichend und erfordert weder Wartung noch Treibstofflager. RK
tweiner am 19 Nov 2021 10:49:33 Moinsen, da habe ich das gleiche Gefühl wie beim Aufladen der Wohnraumbatterie im Stand mit dem Fahrzeugmotor, geht nicht! Ich würde mir für diesen Einsatzzweck einen Dual Fuel (Benzin und LPG) Inverter zulegen und mit dem Gas aus dem Wohnmobil betreiben, dazu eine Alu-Gastankflasche und alles ist gut. gruss Thomas
rolfk am 19 Nov 2021 11:18:22 rkopka hat geschrieben: Der simple Motor praktisch ohne Schalldämpfer oder sonstige Abgasreinigung, der einen Höllenlärm erzeugt und immer mit recht hoher Drehzahl läuft und etwa 1l pro 1kWh braucht ?
Zumindest unter Last sollte ein PKW Motor eher 10x so effizient sein. Wie es bei Standgas ist, weiß ich nicht. Diese Angaben findet man praktisch nie.
Das ist nicht der Fall. Ein PKW Motor hat schon Leerlaufverluste in der GrößerenOrdnung von 5 kW. Der Generator ist auch nicht gerade ein Vorbild an Wirkungsgrad. Guten Wirkungsgrad hat ein Verbrennungsmotor da, wo er das beste Drehmoment hat, bei etwa 2/3 Des Drehmoments. Bei Leerlauf kann man sagen, das derVer Rauch quasi so große ist wie bei Tempo 60
goorooj am 19 Nov 2021 11:23:37 Mein Womo war vorher ein Klaviertransporter. Da hing eine elektrische Winde an einem 1500W Wechselrichter, der wurde bei Bedarf bei laufendem Motor einfach an die Starterbatterie geklemmt. Jetzt war das immer nur eine kurze Belastung, der Seilzug hatte 530 Watt. Die Kabel sahen noch recht gut aus, also nix angeschmolzen. Zum Haareföhnen wirds wohl nicht reichen, aber wenn du das als Notstrom nehmen willst. Zu deinen anderen Fragen: Oder anders: Wie viel braucht der Wagen für sich? Meine Schätzung liegt bei 200 Watt, kann das hinkommen?
Kommt drauf an ob es ein Diesel oder Benziner ist. Und was du alles an Ausstattung drin hast. Ein Diesel hat einen grösseren Anlasser, braucht da mehr Strom, ist aber dann ein Selbstzünder (!), braucht also zum Laufen theoretisch keinen Strom mehr. Praktisch gilt das natürlich nur für die alten Traktoren. du hast elektrische Einspritzpumpen etc. Benziner hingegen brauchen noch z.B. Strom für die Zündkerzen. Dann kommt natürlich Steuergerät etc. dazu. Wieviel da tatsächlich verbraucht wird? ¯\_(ツ)_/¯ Aber ich würde mal behaupten ein Diesel produziert mehr "überschüssige" Energie als ein Benziner, weil er ja die Batterie zum erneuten Starten mehr aufladen muss.
rolfk am 19 Nov 2021 13:22:12 Ein 20 Jahre alter BMW 320, E46, verbraucht alleine für den Motorbetrieb, ohne Licht, 30 A. Würde Autos werden nicht weniger haben.
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