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Reise zum Nordkapp und Lofoten 2023


rkopka am 12 Aug 2023 02:08:19

Ich bin 5 Wochen lang zum Nordkapp und dann über die Lofoten südwärts gefahren. Die Reisezeit (ab Mitte Mai) war ein Kompromiss. Einerseits sind noch nicht SO viele Touristen unterwegs, andererseits ist die Natur oft noch nicht sehr grün, es liegt viel Schnee oder kommt auch von oben und einiges ist noch nicht in Betrieb oder offen.

Hier gibts die Version mit Bildern: --> Link

18.5.2023 Do
Wetter am Anfang noch ein paar Tropfen, aber sonst gut bis sonnig.
Wenig Verkehr, keine LKW. Nachdem es gut lief, bin ich durchgefahren.
1139km

19.5.2023 Fr
Fähre um 8:15 bis 14:30
In Schweden immer besseres Wetter bis blauer Himmel mit ein paar Wolken.
Fahrt bis zum Luftwaffenmuseum Linköping (nur zum Übernachten). Außerhalb der Städte wenig Verkehr.
1603km - 464km

20.5.2023 Sa
Nach Uppsala - SP bei Gamla Uppsala. Verkehr in Stockholm OK, Unfall auf der Gegenspur.
Gamla etwa bis 13:30 - Erdhaufen, sonst hat nicht viel auf, dann in die Stadt. Es gibt einen schönen Radweg durch Wald und Feld. In der Stadt dann einen abgetrennten an der Straße und an einem Fluß/Kanal entlang. Ich lasse mein Rad in der Nähe des Doms stehen und gehe zu fuß weiter. Dom - es soll bald eine Hochzeit stattfinden. Kleinere Kirche (das gleiche). Garten von Linnee.
1891km - 288km

21.5.2023 So
erst etwas wolkig, dann blauer Himmel
Start um 8:00, gegen 11:00 sehe ich das Flugmuseum und bin etwa 1h dort. Höga Kusten bron Brücke angehalten. In Umea auf einem ungeteerten Platz bei einer Freizeitanlage. Man merkt schon die hohe Breite. Um 22:00 ist es noch recht hell, wie gerade nach dem Sonnenuntergang. 23:00 noch nicht ganz dunkel. Aber es wird schon am Nachmittag empfindlich kühler (13°C). Drohne getestet - geht sehr gut.
2488km - 597km

22.5.2023 Mo
blauer Himmel. In Kalix etwas Wolken und recht kühl. Weiter von der Küste weg wärmer.
Kalix - Kirche fotographiert, nach der Grenze in Tornio Kirche besucht (auch zu).
Gletschermühlen knapp vor Rovaniemi. Weiter auf einen Parkplatz ganz in der Nähe vom Arktikum.
3024km - 536km

23.5.2023 Di
Erst Regen, dann trocken und teils Sonne
Arktikum, Santa Village, Inari, Stromschnellen
Santa Palace hat zu, den Polarkreis habe ich nicht gesehen. Rentiere an der Straße
3389km - 365km

24.5.2023 Mi
Blauer Himmel, der sich aber bald bezieht.
Nochmal zur Stromschnelle, Inari Samen Museum, Karasjok nicht lang: Parlament (nur außen), Straßen in N sind noch etwas schlechter. Man muß immer mit zwei Händen fahren.
Der erste Tunnel ist sehr eng, ich muß etwas zurück wegen eines LKW. Nordkapp Tunnel ist etwa 6km, geht aber 212m unter den Meeresspiegel, sehr steil. 2.Gang 30km/h hinter einem Tanklastzug. Man sieht weiteren Tunnel im Bau.
Nordkapp, es ist gerade noch gutes Wetter. Ich komme aber nicht mehr bis zur Kugel, da ein Graupelschauer loslegt. Nach etwa 1h ist aber alles vorbei und es kommt wieder blauer Himmel. Ich habe zwischendurch umgeparkt, da der Wind stark an den Dachluken zieht. Der Riegelmechanismus an der großen ist teildefekt. Viele Fotos, dann bin ich ostwärts bis zum Ende gewandert. Um 00:00 nochmal raus. Es ist sehr kalt (4°C), nur kurz.
3788km - 399km

25.5.2023 Do
4°C außen, Heizung über Nacht. Blauer Himmel
Nach einigen Bildern fahre ich zum Ausgangspunkt der Wanderung zum "echten" Nordkapp. Der Weg ist mit Steinmännchen und Markierungen an Steinen markiert, die aber teils schwer zu finden sind. Auf halbem Weg zieht es sich stark zu, 2 Regentropfen. Am Rückweg ist aber wieder blauer Himmel, der nur teilweise durch größere Wolken getrübt wird. Am Ende wird es recht kalt. Die Sonne hat nicht mehr viel Kraft. Knapp 7h und 19km. Ich bleibe hier über Nacht. Der Wind bläst und ich muß ordentlich heizen.
3794km - 6km

26.5.2023 Fr
Skarsvag - Kirkeporten: weiter hinten ist ein Parkplatz am Hafen(?). Der Weg ist nicht so kurz (30min?), das Wetter ist noch gut, später immer wieder Regen und Schnee.
Honningsvag - Wetter teils gut, Parken ist ein Problem. Ich stand dann an der Hauptstraße mit einem Parkschein. Das Museum ist klein, aber nett. Einiges über das Ende des Krieges und die Zerstörungen.
Tanken scheint mir (leider) zu teuer. Es wird noch teurer.
Der Nordkapptunnel geht etwas schneller. Der lästige Tunnel der Herfahrt wurde durch einen neuen ersetzt, der wohl gerade erst in Betrieb gegangen ist.
Man sieht den Schnee noch an allen Hängen. Nach Skaidi gibt es eine VE mit einem Automaten(gratis).
Einkauf vor der Brücke nach Hammerfest. Auch da ist das Parken nicht einfach. Ich fahre erst zum Aussichtspunkt. Dort könnte man wohl stehen, aber manchmal gibt es Tickets. Ich fahre dann weiter nach Forsol, wo es einen großen freien Platz am Meer gegenüber eines Hafens gibt. Schnee, Regen...
4036km - 242km

27.5.2023 Sa
Regen und Schnee. Die Vorhersage für Alta ist besser, also breche ich auf. In Hammerfest zur Meridiansäule und Freiluftmuseum.
Weiter über Skaidi und eine Hochebene, wo noch viel Schnee liegt. Direkt zum Altamuseum. Rundgang der Felsritzungen. Dann bei der Kathedrale geparkt (gratis ab 18:00 Sa). Kleiner Spaziergang ins Zentrum und dann Richtung Wasser auf einen Hügel.
4202km - 166km

28.5.2023
Der Alta Canyon ist Nordeuropas größter Canyon. Das wollte ich mir ansehen. Das Wetter am Morgen war eher mies, aber der Wetterbericht versprach für den Nachmittag einige bessere Stunden. Also bin ich bis zum Ausgangspunkt der Wanderung gefahren. Zumindest fast. 1km davor war ein hohes Schneefeld auf der Straße.
Der Weg führt über das Fjell, die Hochebene. Teils verschwindet er unter Schneefeldern und ist nicht so leicht wieder zu finden. Das größere Problem sind die zu querenden Bäche. Neben den kleinen ist der erste größere noch einigermaßen einfach zu bezwingen. Der zweite aber ist eine andere Nummer. Beim vorgesehenen Weg sind hohe Schneewächten und ein tiefer schnell fließender Bach. Ich schaue stromabwärts, aber da wird es kaum besser. Weiter oben finde ich eine Stelle, an der viele Steine sind und kein größerer Bereich mit schnellem Wasser. Ich balanciere über die Steine und bin trotzdem öfter tiefer im Wasser. Zum Glück sind meine Schuhe hoch genug wasserdicht.
Danach ist eher das Finden des Weges das Problem. Immer wieder wird die Spur dünn. Am Ende komme ich am Aussichtspunkt über dem Canyon an. Die volle Sonne verpasse ich knapp, aber immerhin habe ich noch recht helles Licht. Kurz darauf fängt es wieder zu regnen an. Das wechselt in Folge immer wieder mit Sonnenschein. Die meiste Zeit geht ein starker, kalter Wind.
Nach ca. 5,5h und 14km bin ich wieder beim Womo. Ich fahre zurück zur Hauptstraße (E6) und ein kleines Stück weiter nach Süden (zumindest generell). Hier scheint die Sonne, und ich finde einen sehr schönen Rastplatz sogar mit Frischwasser. Durch die Nordausrichtung sehe ich wieder die Mitternachtssonne. Als der Wind schwächer wird, kann ich meine Drohne mal wieder einsetzen.
4276km - 74km

29.5.2023 Mo
Lang geschlafen, Fahrt nach Oksfjord, von dort sieht man einen Gletscher, das Wetter ist bescheiden. Single Track Tunnel.
Im Jokelfjord sieht man den Øksfjordjøkelen(Gletscher), der hier direkt ins Meer abfällt. Ich mache eine kleine Wanderung, um näher heranzukommen. Ich fahre weiter und sehe den Stellplatz in Burfjord, wo ich die Nacht verbringe. Ich fliege meine Drohne, aber die Möwen kommen ihr gefährlich nahe.
4457km - 181km

30.5.2023 Di
Das Wetter ist heute fast durchgehend mies. Meistens Regen.
Es steht viel Fahren an. In einigen Gebieten sieht man schon viel Grün, in anderen, höheren noch kaum. 2x Fähren, jeweils Wartezeit davor (ca. 45min). Über die Tromsöbrücke nach Tromsörüber. Parken in Tromsö ist schwierig oder teuer oder beides. Ich fahre nach ein paar Fehlversuchen zum Stadion, wo man von 17-24 gratis stehen kann. Ich gehe zufuß in die Stadt. Alles nur von außen, da ab 17:00 fast alles zu ist. Rathaus, Polarmuseum, dann über die Brücke zur Ishavskatedralen. Zurück, etwas am Ufer entlang und dann wieder hoch zum Stadion. Gleich daneben hole ich mir noch eine Pizza. Ich schaue mir die Optionen an und entscheide noch etwas weiterzufahren. Ich verlasse Tromsö auf der anderen Seite, auch über eine Brücke. Dann geht es länger die Küste entlang. Ich mache ein paar Fotos am Tirpitzdenkmal. Dann noch etwas weiter in die Nähe von Steinritzungen, wo ich einen Platz beim alten Fähranleger finde. Es gibt jetzt einen Tunnel unter dem Meer, den ich auch noch nehmen werde.
4695km - 238km

31.5.2023 Mi
Das Wetter ist variabel bis mies. Anfangs immer wieder leichter Regen mit kurzen trockenen Phasen, später dann wiederholt Schneeschauer.
Neben dem Parkplatz ist ein kleines Freilichtmuseum (nicht offen) mit einigen älteren Häusern. Ich fahre zu den Steinritzungen nebenan. Einige sieht man recht deutlich gleich an der Straße, der Zugang zu den weiteren ist gesperrt. Weiter der Straße nach sollen noch mehr kommen. Da ich nichts finde, kehre ich aber irgendwann um. Durch den Unterseetunnel komme ich wieder aufs Festland. Irgendwann gibt es wieder ein Schild zu Steinritzungen, dem ich folge. Diesmal ist es ein gut beschilderter, kleiner Wanderweg durch den Wald zu einigen Steinen. Leider ist er auch sehr naß und matschig. Am Weg zurück zur Route kommt mir eine Rentierherde mit Jungtieren in die Quere, die lieber vor mir herlaufen, als einfach zur Seite zu gehen.
Auf einem Paß gibt es einen Rastplatz und daneben einen Sami Shop. Ein großes Zelt mit allem, was die Souvenirindustrie so zu bieten hat. Ich kaufe u.a. ein Rentierfell. Als ich rauskomme, herrscht Schneetreiben.
Bevor ich nach Senja über die Brücke fahre, tanke ich noch und kaufe ein.
Ich finde einen Stellplatz direkt neben der Brücke bei einem kleinen Yachthafen. Es schneit immer wieder, bleibt aber zum Glück nicht liegen, da die Zufahrt recht steil ist.
4901km - 206km

1.6.2023 Do
Das Wetter beginnt mies (Regen und Schnee). Gegen Mittag macht es auf und es kommt immer wieder mal die Sonne heraus.
Ich fahre zuerst nach Botnhamn. Etwas weiter der Straße lang findet man sogar einen Sandstrand. Weiter nach Husoy. Das ist eine kleine Insel, die vom Fischfang lebt. Sie ist mit einem Damm mit dem Festland verbunden. Ich parke davor und gehe zu fuß weiter. Im Norden ist ein kleiner Naturbereich mit einem Leuchtturm. Hier sieht man viele Möwen und auch Kormorane beim Trocknen.
Weiter nach Fjordgard. Der Weg enthält zwei Tunnel mit Single Lane Betrieb, und natürlich kommen einige Fahrzeuge entgegen. Es gibt dort einen Wanderparkplatz für einige Routen, der leider voll ist (und kosten soll). Ich finde noch einen komplett neuen Parkplatz unten am Wasser ein Stück weiter nördlich. Einerseits sind diese Routen etwas anspruchsvoller und es liegt noch Schnee zusätzlich zu dem gerade gefallenen. Außerdem soll die Stunde etwa €3 kosten, und ich weiß ja nicht so genau, wie lang ich brauche. Also fahre ich weiter.
In Mefjordvaer gibt es einfachere Routen und einen Gratisplatz am Meer. Außerdem die erste Entsorgung für Grauwasser, die ich sehe (und nutze). Ich gehe erst auf den Knuten, einen kleinen Hügel gleich neben dem Parkplatz. Dann noch weiter zu einem Aussichtspunkt. Das zieht sich ziemlich, da es über einen Steinfeldhang geht. D.h. man muß ständig auf und abklettern. Ich übernachte auch hier. Neben mir steht ein PKW, in dem die Besitzer auch schlafen, dessen Standheizung wie ein Hochofen klingt und die ganze Zeit röhrt. Ein Austernfischer(Vogel) hat sein Gelege genau auf dem Parkplatz angelegt. Derzeit nur etwa 1m vor einem Womo.
Heute hat mein Womo die 100.000km überschritten.
5031km - 130km

2.6.2023 Fr
Es beginnt mit Regen, der sich aber größtenteils legt. Auch wieder einige Phasen mit Sonne.
Heute klappere ich erstmal einige typische Aussichten ab. Ich beginne mit dem Ersfjord Strand, wo man sehr schön stehen kann und wo ich auch meine Drohne genutzt habe. Dann Tungeneset: Steinklippen am Meer, an denen sich die Brandung austobt. Dann der Strand von Bovaer. Die einzige Parkmöglichkeit war nur bis zum Nachmittag offen, da dann dort etwas stattfindet.
Bergsbotn Aussicht: ein Stahlkonstuktion, von der aus man über die Bucht sehen kann.
Ich fahre die 86 bis zur Straumensbru und drehe dann um. Weiter geht es ins Kaperdalen, wobei man erstmal über 350m hoch klettern muß, bevor es wieder zum Fjord runtergeht. Am Weg liegt ein recht zerfallenes Sami Freiluftmuseum. Ich erreiche den Tverrelva Wasserfall. Eigentlich ist das nicht ein Wasserfall, sondern eine Abfolge von kleineren und mittleren Wasserfällen. Ich nehme eine Wanderroute neben dem Bach und steige immer höher. Am Rückweg halte ich noch mal um den Gjeskeelva Wasserfall daneben zu fotografieren. Er ist noch spektakulärer. Allerdings zeigt mein Navi keine Route dorthin an.
Beim Rückweg über den Paß halte ich bei einem weiteren Wasserfall und dann noch bei Stromschnellen an.
Als Ziel für heute ist ein Parkplatz beim Nationalpark Anderdalen geplant. Eines der Navis will eine wesentlich kürzere Route nehmen. Die stellt sich aber als unbefestigte Schotterpiste mit Schlaglöchern heraus, weswegen ich doch lieber die lange Route fahre.
Wie bei anderen Parkplätzen kann man am Zielort nicht mehr übernachten und muß am Tag zahlen. Ich fahre 5km weiter, wo ich einen schönen Platz für die Nacht finde und noch einen Spaziergang am Meer mache.
5220km - 189km

3.6.2023 Sa
Regen, teils bedeckt, am Nachmittag schöner
Ich verlasse die Insel Senja. Am Festland kaufe ich ein und tanke. Dann geht es weiter zum Malselvafossen, das ist ein Wasserfall/Stromschnelle, die ziemlich beeindruckend ist. In Setermoen eine 8eckige Kirche.
Ich folge der E6. Am Weg liegt ein Freilichtmuseum mit alten Häusern (Bardu Bygdetun), das aber wohl noch nicht wieder eröffnet hat. Man kann aber alles von außen ansehen. In einem kleineren Bau versteckt sich ein kleines marderartiges Tier. Dann wieder ein Wasserfall: Sir Henri's Wasserfall.
Etwas ab der Route liegt ein kleines Bootsmuseum. Es gibt auch noch eine Restaurierungswerkstatt mit Ausstellung, die leider heute zu ist.
Der Narvik View zeigt nur wenig von Narvik, da die Bäume zu hoch gewachsen sind. Entlang des Wegs gibt es Erinnerungspunkte an den Kampf um Narvik 1940, bei dem die Deutschen von Norwegern und anderen Ländern zurückgedrängt wurden. Dann aber zogen sich die Alliierten zurück und die Deutschen übernahmen Norwegen.
Ich fahre dann nach Süden an die Küste. Bei einer alten Artilleriestellung gibt es eine moderene "Kirche" - ein Betongebäude mit Bildern ähnlich den Steinritzungen. Hier ist man gut aufgehoben, da ein Militärstützpunkt in der Nähe liegt, und es Patrouillen gibt. Daher darf man aber auch nur sehr eingeschränkt fotografieren.
5481km - 261km

4.6.2023 So
Das Wetter ist mies, am Anfang geht es noch, dann immer wieder starker Regen.
Speerfischer. Am Morgen fahre ich in der Nähe zur "Trollkirka" (Trollkirche). Den Punkt habe ich auf Google Maps gefunden, aber ohne Info, was es eigentlich ist. Maps kannte keine Route, OSMand auch nicht. Auf Alltrails habe ich dann eine Geocacherunde dorthin gefunden. In der Nähe des Einstiegs gab es sogar eine Parkmöglichkeit. Der Weg war größtenteils erkennbar und führte einen Hang aufwärts. Oben dann die positive Überraschung. Die Trollkirka ist ein rauschender Bach, der in einer Höhle verschwindet. Caches habe ich aber weder gesucht, noch gefunden.
Die weitere Fahrt im Regen brachte nicht viel. Die Brücke vom Festland, ein netter See, eine sparsame Tankstelle, die nicht voll machen wollte und jede Menge Verkehr. Ich bin dann auf einem Rastplatz stehengeblieben. Von dort habe ich einen kleinen Spaziergang zu einem Bach gemacht. Am Abend kam nochmal kurz die Sonne heraus, aber ich werde wohl trotzdem hier bleiben, da die Wolken fast alles verdecken.
5616km - 135km

5.6.2023 Mo
Hin und wieder hat es nicht geregnet. Am Nachmittag sogar mal ein wenig länger.
Das Wetter hat sich nicht wirklich verbessert. Auch die Berge sind oben im Nebel. Ich fahre zur Insel Langoya bis nach Hovden. Hier gibt es eine ehemalige Handelssiedlung. Auf dem Weg kann ich einen Vogelfelsen und einige nette Aussichten sehen. In Hovden bleibe ich am Ortseingang stehen und schaue mir die Gestelle mit Trockenfisch am Strand an. Ich gehe weiter bis zur Mole und über einen anderen Weg an einem anderen Strand und dem Friedhof vorbei zurück. Hier gibt es tatsächlich mal eine Bucht ohne Mobilnetz.
Ich fahre dann nach Fore, wo man alte Gräber gefunden hat, und weiter die Runde über Bo (Kirche). Dann zurück Richtung Osten. An einem Rastplatz verbringe ich die Nacht an einem kleinen See.
Eigentlich wollte ich noch eine Walsafari machen, aber bei dem Wetter hat es wenig Sinn, falls sie überhaupt fahren. Und hier im Norden der Vesteralen gibt es bei schlechtem Wetter nicht viel zu tun für vielleicht 2-3 Tage. Also geht es nach Süden auf die Lofoten weiter.
5901km - 285km

6.6.2023 Di
Heute war das Wetter etwas besser. Im Süden der Vesteralen sogar schön, aber auch wieder etwas Regen.
Allzuviel km werden es heute nicht werden. Der Weg zur Fähre ist kurz und dann nur nach Svolvaer.
Ich starte mit dem Hurtigrutenmuseum in Stokmarknes. Hier wurde ein komplettes altes Schiff in einen Glaspalast gesteckt. Dazu noch ein Decksaufbau eines noch älteren Schiffs. Man kann fast alles anschauen. Allein das Gebäude ist schon sehenswert.
Am Weg nach Süden will ich noch ein paar Sachen anschauen. Zwei davon sind ein Reinfall, das dritte ist ein nettes Gelände am Meer. Ich habe fast die Zeit übersehen und fahre relativ schnell (soweit das halt geht) nach Melbu. 5min vor Abfahrt kann ich auf die Fähre fahren, die höchstens zu einem Drittel gefüllt ist. Ca. 30min dauert die Überfahrt. Auf den Lofoten dann wieder das Wetter von zuvor. Ein Mitarbeiter bei einem Ausflugsschiffbetrieb meint, daß er jetzt 7 Tage dort arbeitet und noch nicht die Sonne gesehen hat.
Ich halte bei einem Rastplatz, von dem aus man einen guten Blicke auf eine kleine Kirche und den Fjord hat.
In Svolvaer stehe ich bei einem Fährterminal, wo man 24h parken darf. Ich gehe in die Stadt und erkundige mich wegen der Bootsausflüge und kaufe Souvenirs ein. Ich besuche Magic Ice. Das ist eine Mischung aus Gefrieranlage, Gallerie und Bar. Bei -6°C bekommt man einen Drink in einem Eisglas und kann sich farbig beleuchtete Skulpturen ansehen. Dazu gibts einen Poncho zum Wärmen. Mit Fellen als Unterlage ist das Sitzen am Eis (zumindest einige Zeit) durchaus angenehm warm.
6033km - 132km

7.6.2023 Mi
Wie angekündigt ist das Wetter mies.
Ich fahre erstmal zu einer Gasfüllstation. Dann das Lofotenmuseum: eine Sammlung von Gebäuden mit Ausstellungen. Gleich daneben ist das Lofoten Aquarium. Man sieht alle möglichen Fische und andere Tiere, die es in der Gegend gibt. Sie haben auch einige Robben und zumindest einen Otter. Außerdem sehe ich hier das Modell einer Struktur, die ich von der Fähre aus gesehen habe. Es war eine riesige schwimmende Aquakultur.
Unweit des Museums gibt es eine Glashütte, wo man auch sehen kann, wie sie Glas blasen. Am weiteren Weg halte ich bei der Lofotenkathedrale.
Für die Nacht stehe ich auf einem Badeplatz etwas östlich der Stadt. Gleich daneben ist ein kleiner Hügel mit Sendemast, auf den ich steige.
6052km - 19km

8.6.2023 Do
Das erstemal Sonne seit Wochen (laut Bootscrew). Nicht immer gut, es regnet auch heute immer wieder mal, aber eher kurz.
Ich fahre am Morgen wieder zum Fährkai zum Parken und mache dann eine Bootstour (Silent Cruise) zum Trollfjord. Das Schiff hat einen Hybridantrieb. D.h. er wechselt vor dem Fjord oder bei Tierbeobachtungen auf Elektroantrieb. Der Diesel ist aber auch sehr leise.
Der Trollfjord an sich ist eher kurz, mit sehr steilen Wänden. Aber die Fahrt ist sehr schön. Am Hinweg sehen wir sogar Fischadler. Nach dem Fjord lassen sie noch eine Drohne unterwasser, deren Bild man am Monitor verfolgen kann.
Zurück lasse ich noch eine weitere Gasflasche füllen und fahre weiter nach Hemmingsvaer. Manche vergleichen es mit Venedig, weil viele Gebäude auf Stämmen stehen. Der Ort ist nicht so berauschend. Es gibt eine Menge Galerien und Kunsthandwerk, auch Glasbläser.
Die Umgebung allerdings ist spektakulär.
Dann geht es weiter über den Gimsoystraumen Richtung Westen. Bei einem Vogelbeobachtungsturm bleibe ich über Nacht.
6113km - 61km

9.6.2023 Fr
Der Tag beginnt noch etwas trüb, in der Nacht hat es geregnet. Dann aber strahlend blauer Himmel fast ohne Wolken.
Die Wege auf den Lofoten sind meist recht kurz. Ich beginne den Tag mit Entsorgung auf einem Rastplatz. Hier wurden einige Rastplätze mit besonderem Design der Sitzbereiche gestaltet.
Dann nach Eggum. Sie haben etwas wie eine Burg, das aber neuer aussieht. Im 2.WK war hier eine Radarstation. Ich mache eine kleine Wanderung über eine Schafweide zu einem Skulpturenpark, oder zumindest zu seinem Beginn. Dann fülle ich noch Wasser nach.
Am Rückweg stoppe ich bei einem Trockenfischgerüst, neben dem auch ein schöner Sandstrand liegt und fliege auch meine Drohne.
Einige km weiter ist ein Wikingermuseum. Hier wurde das längste Langhaus Nordeuropas ausgegraben. Gleich daneben haben sie eine Rekonstruktion davon errichtet, in der man verschiedene Handwerker beobachten kann. Ich höre mir auch eine "Führung" an, die aber eher kurz ist. Am Wasser gibt es einen Nachbau eines Wikingerschiffs, dessen Original in Oslo ausgestellt ist. Außerdem kann man Bogenschiessen, Axtwerfen u.a.
Es folgt Unstad Beach. Hier trifft sich die Surferszene. Die Wellen waren aber am Abend klein, so daß die meisten schon weg waren. Außerdem wäre es schwierig gewesen, für das Parken oder die Übernachtung zu zahlen, da sie nur skandinavische Zahlungssysteme oder teure Überweisungen akzeptieren.
Ich fahre zurück und finde einen schönen Platz neben der Straße an einem See. Ich kann sogar in der Sonne sitzen. OK, mit Daunenjacke und Haube bis der Wind kommt, aber immerhin.
6180km - 67km

10.6.2023 Sa
Das war mal ein Tag mit perfektem Wetter. Keine Wolke am Himmel, den ganzen Tag lang.
Die Route hätte sogar noch kürzer sein können, aber da morgen So. ist und auch hier nicht alle Supermärkte am So. geöffnet sind, wollte ich noch Brot kaufen. Das Ziel ist Hauklandstranda. Hier bleibe ich auch über Nacht.
Am Strand treffe ich zwei Franzosen, von denen einer sogar schwimmen geht.
Ich nehme den Uferweg nach Utakleiv, der vor der Eröffnung des Tunnels auch die Verbindung für Autos war. Jetzt weiden da Schafe. Am Weg sehe ich sogar eine Robbe. Utakleiv ist recht hektisch. Hier gibt es fast gar nichts außer Landwirtschaften und einem Parkplatz, der noch teurer ist als in Haukland. Zurück will ich eine alte Postroute gehen, die vor dem Weg aktuell war. Leider erwische ich den falschen Weg und lande bei einem kleinen See oben am Berg. Nachdem ich wieder unten bin, gehe ich den normalen Weg zurück.
Jetzt traue ich mich auch und nehme ein (sehr) kurzes Bad bei 11°C. Dann blase ich mein Kajak auf und mache eine Tour rund um die Bucht.
Leider verschwindet die Sonne hier schon um 20:00 hinter den Bergen. Für die Mitternachtssonne muß man etwa die Hälfte des Weges gehen oder mit dem Rad fahren.
6208km - 28km

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rkopka am 12 Aug 2023 02:10:24

11.6.2023 So
In der Nacht ging starker Wind, was auch am Tag weiter geht. Meistens trocken und bewölkt. Am Nachmittag aber ein Wolkenbruch.
Ich starte mit der Buksnes Kirche. Von dort sehe ich ein auffälliges Gebäude, das ich mir näher ansehen will. Es ist wohl ganz neu. Nur eines von 4 Navis kennt die Straße. Es gibt aber keinerlei Schilder, was dort ist.
Rastplatz in Skreda.
Als nächstes zur Glasbläserei Vikten. Die Teile sind nett, aber nicht billig, und ich habe schon genug rumstehen...
Ich halte an einem Fjordbereich, bei dem gerade Ebbe herrscht und mache eine Menge Vogelaufnahmen. Der Wind ist so stark, daß ich teilweise einen Ausfallschritt machen muß, um nicht umgeblasen zu werden
Auf dem Weg nach Nusfjord sehe ich eine massive Steinwand vor mir. Etwas weiter dann einige kleine Wasserfälle, die von den Windböen so verweht werden, daß sie gar nicht unten ankommen.
Das Dorf Nusfjord ist ein Museumsdorf. D.h. man muß Eintritt zahlen und kann einige historische Gebäude sehen. Nicht unbedingt prickelnd.
Als ich beim Molneva Waterfall bin, regnet es schon stark. Ich sehe auch keinen einzelnen Wasserfall, sondern eine ganze Menge kleinere.
Die Flakstad Kirke hat einen für die Gegend ungewöhnliche Zwiebelturm. Für die Fotos muß ich aber einige Zeit warten - Wolkenbruch.
Die Straße führt am Rambergstrand entlang, den ich abgehe.
Ich übernachte vor der Fredvangbrücke, die häufig auf Lofotenbildern vorkommt. Zuerst ist das Wetter noch trübe, klart aber dann auf. Eigentlich sollte man die Mitternachtssonne sehen können.
6280km - 72km

12.6.2023 Mo
Am Anfang ist es bedeckt, klar aber dann auf.
Ich fahre zu einem der Startpunkte zum Kvalvika Beach und zum Ryten(543m).
Der Weg startet über eine Schafweide. Ich nehme nicht den direkten Weg, sondern erst noch an zwei kleinen Seen entlang. Das ist vielleicht etwas weiter, wie sich nachher herausstellt, aber auch weniger steil. An der Abzweigung Kvalvika - Ryten (250m) gehe ich zum Strand hinunter. Der Weg ist auf einem Stück sehr unangenehm. Rechts eine Blockhalde, links der Bach, der alles in Matsch verwandelt und das ganze recht steil. Der Strand, den man nur zufuß erreicht, ist recht schön. Einige haben hier auch übernachtet. Anscheinend gab es eine Müllsammelaktion, da einige Säcke herumliegen.
Also wieder hoch. An der Kreuzung fühle ich mich noch ganz OK und gehe auch noch zum Ryten hoch. Zeitweise ist das nicht einfach. Der Wind ist extrem stark und böig und weht Nebel über den Hang. Die Aussicht oben ist aber toll. Zumindest wenn nicht gerade wieder der Nebel kommt. Das ist aber immer nur kurzzeitig. Die Luft wird vom Wind auf die Felsküste zugetrieben und muß rapide aufsteigen, was dann zu Kondensation führt.
Der Weg hinunter ist relativ locker. Auf der anderen Variante unten gibt es aber ein paar Passagen, wo sie sogar Ketten zum Festhalten gespannt haben, weil es steil über den Fels geht.
Unten suche ich noch das Torfmuseum auf. Gar nicht so einfach, da OSMAnd keine solche Bezeichnung kennt, Google Maps dafür nur bis zur Hauptstraße führt und dann sagt, das wars. Ich komme trotzdem hin, allerdings ist nichts weiter zusehen, keine Menschen und keine Schilder irgendeiner Art.
Ich fahre wieder zum Platz der letzten Nacht zurück. Diesmal wird aber wohl eine dicke Wolkenbank die Mitternachtssonne verstecken.
6289km - 9km

13.6.2023 Di
Das Wetter war größtenteils gut, nur ein paar Wolken
Erstes Ziel heute ist das Schmiedemuseum in Sund. Allerdings tut sich da nichts, obwohl die Öffnungszeit stimmen sollte und Leute dort sind. Anscheinend wollen sie nicht aufmachen. Der Glasshop daneben macht es ähnlich: außen ein Schild offen, innen an der Scheibe - geschlossen.
Als nächstes Hamnoy. Das soll so gute Bilder liefern. Das Parken ist ein Problem, und das Dorf sieht nicht viel anders aus, als die restlichen.
In Reine gibt es eine bekannte Wanderung. Allerdings sind hier alle freien Parkplätze gestopft voll und der große Parkplatz mit freien Plätzen sehr teuer. Immerhin kann ich hier alle Tanks leeren oder füllen.
Weiter nach Süden. In Sorvagen gehe ich etwas durchs Dorf und schaue mir ein kleines Telekommunikationsuseum an. Dafür brauche ich Kronen, die ich (wiederum sehr teuer) am Bankomat bekomme.
Weiter nach A(mit Kreis oben drauf). Der Ort mit dem kürzesten Namen. Obwohl ich auf der Karte glaube ich noch ein A gesehen habe. Hier gibt es einen freien Parkplatz und ein Fischereimuseum, das ähnlich wie Nusfjord aufgebaut ist. Das Stockfischmuseum fällt auch aus, da die Mitarbeiter erkrankt sind.
Ich fahre zurück nach Sorvagen und gehe erst zu einem Leuchtturm und dann noch um einen kleinen See herum.
Die Menschen(und Auto)massen im Süden der Lofoten schon zu Beginn der Saison sind mir zuviel. Da das Programm abgearbeitet(!) ist, beschliesse ich, am Abend die Fähre zu nehmen. Die 19:30 Fähre fährt 2h länger, also peile ich die 23:45 an. Ich hoffe, auch ohne Reservierung auf das Schiff zu kommen, da dafür nochmal €50 fällig wären.
6347km - 58km

14.6.2023
Das Wetter war bedeckt aber ohne Regen. Teils sogar etwas Sonne.
Ich bin problemlos auf die Fähre gekommen. Um Mitternacht fahren wohl nicht soviele.
Ich bin erstmal auf einen Parkplatz gefahren, um etwas zu schlafen und dann sehr früh zum Saltstraumen zu fahren, wo man starke, tidenbedingte Wasserwirbel sehen kann. So stark wie auf manchen Bildern waren sie nicht, aber doch heftig.
Dann nach etwas Schlaf zurück zum Norwegischen Luftfahrtsmuseum in Bodö. Das Museum zeigt zivile und militärische Luftfahrt. Dabei spielt natürlich der 2.Weltkrieg eine wichtige Rolle. Bis dahin wurden sogar eigene Flugzeugmodelle in Norwegen gebaut. Die Nachkriegszeit steht eher im Zeichen der amerikanischen Jets.
Da der Platz am Saltstraumen nicht schlecht ist, fahre ich wieder dorthin, schaue aufs Wasser und verbringe dort die Nacht.
Leider ist mir meine Kamera auf die Steine neben dem Wasser gefallen. Wenigstens wollte sie nicht schwimmen. Anscheinend hat der Schutzfilter fast alles abgefangen. Das Glas habe ich raus, nur geht der Filter nicht mehr herunter, sodaß ich ab jetzt ohne weiteren Schutz fotografieren muß.
6428km - 81km

15.6.2023 - Do
Es beginnt wieder bedeckt, ist dann aber schön.
Ich starte Richtung Süden. Einige Zeit nach der Abfahrt halte ich an der E6, weil es hier eine besondere Felszeichnung geben soll. Der Beginn des Weges ist nur schwer zu finden, dann geht es. Ebenso sehe ich den Elch (am Stein) erst nachdem ich etwas gesucht habe. Er war einfach höher als erwartet.
Russanes - WP aber wieder gefahren.
Nächster Stop am Saltdal Touristcenter(49) und Storjord Nationalparkcenter(70). Es gibt ein paar Samihütten und eine kleine Ausstellung zu Menschen und Tieren in der Gegend. Über den Fluß führt eine Hängebrücke, auf der nur eine Person gehen darf. Und das mit gutem Grund. Sie fängt ziemlich zu schwingen an, vor allem auch seitlich. Ich gehe dann zu einem kleinen See hoch. Auf dem Weg gibt es einen Abzweig zu einer Gletschermühle.
Am Weg zurück sehe ich, was ich schon länger höre, einen großen Wasserfall.
Als nächstes geht es hoch auf das Fjell ins Lonsdalen. Die Straße steigt hier stark an. Neben der Straße fließt der Lonselva über km fast nur als Weißwasser.
Ich halte recht weit oben auf einem großen Parkplatz an der Straße, um eine kleinen Spaziergang über das Fjell zu machen. Die eine Seite der Straße ist nicht so einfach. Dort verläuft die Eisenbahn, die beidseits mit Zäunen gegen Rentiere(?) geschützt ist. Die Zäune sind unterschiedlich schwer zu unterwinden. Danach auf der anderen Seite noch etwas den Hang hoch.
Diesmal kann ich mich sogar ohne Daunenjacke und Haube sonnen. Als die Sonne tiefer sinkt, ist sie zwar noch hell, wärmt aber kaum noch.
6565km - 137km

16.6.2023 - Fr
Schönes Wetter den ganzen Tag.
Ich fliege erstmal meine Drohne am Übernachtungsplatz. Dann will ich eine Hängebrücke über den Fluß ansehen, die etwas weiter nördlich liegt. Viel früher als erwartet ist da auch eine Brücke. Ich mache Fotos und fliege nochmal die Drohne. Dann fahre ich weiter zum eigentlichen Punkt, wo noch eine Brücke ist. Nur das Parken dort ist sehr schwierig, aber möglich. Der Wagenbesitzer vor mir hat gerade seine Drohne gelandet.
Weiter zum Polarzirkelcenter (66°33'). Viele Womos und viel Kommerz. Was ich noch suche, haben sie aber nicht. Dafür Unmengen an Steinmännchen.
Die Straße geht jetzt abwärts. Ich halte bei zwei Kirchen in Nevernes und Rossvoll.
In Rana finde ich einen NoCamping Platz, was ja kein Problem ist. Ich gehe das Ufer entlang und dann durch den Ort zurück.
Ich würde gern zum Okstindbreen fahren und gehen. Allerdings stoße ich nach einigen Kilometern nur auf eine gesperrte Straße und keinerlei Parkmöglichkeiten.
Weiter nach Mosjoen. Ich parke neben einem Einkaufscenter und gehe durch den Ort. Am Ufer des Vefsnfjords gibt es eine Reihe alter Häuser auf Stelzen. Etwas weiter findet man eine Sammlung alter Häuser, die man frei anschauen kann, aber nur von außen.
In der Nähe der Stadt soll eine Höhle zu finden sein. Ich parke am Ende der frei befahrbaren Straße und mache mich auf den Weg. Nach einer Flußüberquerung muß ich erstmal den Weg wiederfinden, der weiter flußabwärts liegt. Genaue Koordinaten habe ich nicht sondern nur eine Beschreibung und eine sehr vage Karte. Dann geht es sehr steil den Hang aufwärts bis auf etwa 140m. Rechts vom Hauptweg kommt man dann zum Höhleneingang. Dort liegt noch etwas Schnee und ein größeres Eisobjekt im hinteren Bereich. Ich gehe nur ein paar Meter weiter in die Höhle, da der Boden sehr feucht und rutschig ist. Die Luft ist sehr kalt und feucht.
Ich bleibe auf diesem Parkplatz für die Nacht.
6803km - 238km

17.6.2023 - Sa
Schönes Wetter den ganzen Tag.
Ich fahre erstmal zum Laksfors, einem Wasserfall.
Weiter geht es zum Borgefjell, oder zumindest zum Wanderparkplatz dorthin. Es geht erst über eine Straße, dann durch den Wald, der aber immer dünner wird, bis am Ende nur noch verkrüpelte Sträucher übrig sind. Man muß auch immer wieder Schneefelder queren. Nach 300 Höhenmeter erreiche ich die Grenze des Nationalparks. Es reicht es mir und ich drehe an diesem Kreuzungspunkt um.
Auf der Route liegt ein Rastplatz am Wechsel von Nordland nach Nord-Trondelag mit einem großen Bogen über der Straße.
Ich fahre noch eine Weile Richtung Trondheim, bleibe aber dann auf einem Rastplatz stehen, weil ich müde werde. Da es da am Fluß recht schön ist, werde ich die Nacht hier verbringen. Inzwischen suche ich sogar den Schatten zum Sitzen im T-Shirt auf. So schnell ändern sich die Verhältnisse. Ausnahmsweise ist das Internet hier sehr mies.
6937km - 134km

18.6.2023 - So
Schönes Wetter, nur wenige Wolken
Heute wird mal mehr gefahren. Erster Stop sind Felsritzungen in Bøla, besonders ein lebensgroßes Rentier. Es folgen weitere Ritzungen, und gleich eine ganze Menge an einem größeren Fels, die man aber teils recht schwer erkennt.
Gleich in der Nähe liegt der Kalvoya Badeplatz. Ich sonne mich etwas und fahre dann weiter. Der Verkehr nach und vor allem von Trondheim ist sehr stark.
Ich fahre mit dem Rad in die Stadt und schaue mir als erstes den Nidarosdom an. Bei einer Führung erfahre ich interessante Details zu seiner Geschichte. Hier liegt auch der Null-Kilometerstein des St.Olavswegs (Pilgerweg zum Nidarosdom).
Auch die Gamle Bybro liegt recht nah. Es ist eine alte Holzbrücke, die über den Fluss Nidelva zum Stadteil Bakklandet führt, wo man viele alte Häuser findet.
Von der Brücke sieht man auch die bunten Häuser Bryggene, die alte Speicherstadt.
Weiter zur Vår Frue Kirke, die gleich neben dem Marktplatz mit dem Standbild des Stadtgründers Olav Tryggvason liegt.
Gleich gegenüber liegt Stiftsgården, das größte Holzgebäude Norwegend und seit 1906 die königliche Residenz in Trondheim. Auf der Rückseite liegt Stiftsgårdsparken und die Statue von König Olav V.
Zurück in Bakklandet geht es sehr steil hoch zur kleine Festung Kristiansten. Den Weg hoch würde eigentlich der Radfahrstuhl von Trondheim erleichtern, der aber nicht fährt. Nach der Beschreibung weiß ich auch nicht, ob ich mich damit fahren trauen würde.
Ich versuche noch auf die Fjordseite zu kommen, aber ein Radweg ist blockiert und die anderen Wege sind umständlicher und quer durch den Straßenverkehr. Am Rückweg halte ich noch am Piren - Fotopunkt, wo ein kleiner Steg über den Fluß gebaut wurde, von dem man noch besser fotografieren kann.
7254km - 317km

19.6.2023 - Mo
Bedeckt, aber kein Regen, am Abend zeigt sich auch noch mal die Sonne.
Nach dem Wochenende sind die Spritpreise plötzlich sehr viel niedriger, was mir gut paßt, da ich beim Tankstand relativ weit unten bin.
Ich fahre etwa 2h bis zum Dovrefjell Nationalpark und parke bei Kongsvold Fjeldstue. Von hier gibt es Wanderungen hoch aufs Fjell, wo man Moschusochsen sehen kann, wenn man Glück hat. Die Straße im Tal liegt schon auf 900m. Im Vergleich mit dem Borgefjell ist hier alles (Vegetation, Schnee) mind. 500m höher.
Ich habe Glück. Ich bin gerade erst an der Baumgrenze, als ich einen großen braunen Fleck sehe. Ein Moschusochse weidet kaum 50m vom Weg entfernt. Nachdem er vom Weg wegschaut, schlage ich einen Haken, um vor ihn(?) zu kommen.
Dann geht es weiter hoch. Ich gehe auf einen kleinen Gipfel hoch, der als Aussicht gekennzeichnet ist (Hogsnyta 1335m).
Dann folge ich dem Rundweg zurück ins Tal. Von oben sehe ich schon Menschen weiter unten einfach so herumstehen. Als ich näher komme, sehe ich auch, warum sie da stehen. Eine Gruppe von 6 Tieren, davon 2 Kälber weidet nahe des Weges (100-150m). Nach Unmengen an Fotos gehe ich weiter.
Ich fahre nur ein paar km weiter auf einen Platz neben der Straße, der etwas gegen Wind und Lärm geschützt ist, wo ich die Nacht verbringe.
7418km - 164km

20.6.2023 - Di
Bedeckt, etwas Regen, aber auch Sonne.
Am Morgen fahre ich nur ein kurzes Stück zum Aussichtspunkt Snohytta. nach einer kurzen wanderung kommt man zu einem Gebäude mit großen Glasscheiben, von denen aus man die Natur und manchmal auch Tiere sehen kann. Ein Mitarbeiter baut gerade alles auf invl. Videokamera und Monitor. Ich gehe auch noch auf einen kleinen Gipfel gleich daneben. Vom Parkplatz aus kann man dann tatsächlich Moschusochsen sehen. Allerdings so weit weg, daß sie nur noch kleine Punkte am Foto sind.
Die nächste Strecke geht immer abwärts. Ich halte bei der Sel Kirke während eines Regengusses. Miese Brücke. Die nächste Kirche ist die Stabkirche in Ringebu, wo mächtig Betrieb herrscht.
Dann weiter nach Lillehammer. Ich stehe unweit der Schanzen. Ich gehe neben der Straße neben einem Bach aufwärts. Leider erweisen sich zwei auf der Karte zu sehende Wege über den Bach als Nieten. Erst die dritte weit oben existiert auch. Damit bin ich aber nur wenig höher als der Zugang zu den Schanzen. Ich gehe die Treppen bis zum Sprungtisch hoch. Zurück geht es dann über die Straße.
Die letzte größere Etappe geht nach Oslo. Nachdem ich gestern schon ein paar km 110km/h fahren durfte, gilt das heute fast für die ganze Strecke von Lillehammer nach Oslo, bis auf eine nervige und sehr lange Baustelle mit 60km/h. Ich stehe unweit des Holmenkollen auf einem Parkplatz.
7827km - 409km

21.6.2023 - Mi
Der Tag beginnt bewölkt, aber trocken, dann regnet es aber stark.
Ich war vor 10 Jahren schon mal in Oslo, daher fallen einige Klassiker weg. Außerdem ist für 11:30 Regen angesagt, also starte ich früh.
Ich kaufe ein 24h Ticket und fahre mit der U-Bahn ins Stadtzentrum. Mein erstes (und wichtigstes) Ziel ist die Oper. Der Bau ist auffällig und man kann fast über das ganze Dach gehen.
Ich gehe das Ufer weiter zum Munchmuseum und dem neuen Viertel dort. Dann in Gegenrichtung nach Westen. Ich gehe durch die Akershus Festung und weiter über den Hafen vor dem Rathaus nach Aker Brygge, wo es viel Läden und Lokale gibt, aber auch das Friedensnobelpreisgebäude. Hier fahren auch die Fähren für den Nahbereich ab. Pünktlich um 11:30 fängt es an zu tröpfeln, allerdings kommt nicht viel.
Von dort geht es zum Schloß und dann am Nationaltheater und am Parlament entlang zur Karl Johans Gate, der Haupteinkaufsmeile.
Ein kurzer Besuch in der Domkirche, dann komme ich wieder zu Jenebarntorget, dem Hauptbahnhof. Ich gehe um ihn herum, wo es die auffällige Akrobaten Fußgängerbrücke gibt.
Nach einigen Busproblemen finde ich eine Linie, die mich zurück zu Aker Brygge bringt, wo es bei einem Restaurant im Lunch Angebot von 14-16:00 ein günstiges und sehr gutes Steak gibt. Währenddessen fängt der Regen richtig an und wird immer stärker.
Ich wollte noch eine Fahrt mit einer Linienfähre nach Nesoddtangen machen, die aber in meinem Ticket doch nicht includiert ist.
Statt dessen fahre ich zur Damstredet und Telthusbakken. Hier findet man noch einige recht alte Häuser. Außerdem steht hier das älteste noch existierende Gebäude von Oslo, die Gamle Aker Kirke. Hier gibt es auch die älteste Schrebergartensiedlung von Oslo.
Der Weg zurück zieht sich, da die Rushhour eingesetzt hat und die Busse blockiert.
Ich überlege noch weitere Ziele, flüchte aber erstmal vor dem Platzregen in ein Einkaufszentrum. Da der Regen nicht aufhören will, fahre ich zurück zum Womo. Erst am Abend hört der Regen auf.
0km

22.6.2023 - Do
Sonnig
Ich fahre aus Oslo heraus. Da ich direkt recht früh am Ziel ankommen würde, suche ich mir noch einen Strand am Weg raus und bleibe dort eine Weile. Einkaufen und norwegische Pfandflaschen abgeben. Nochmal in Norwegen tanken, da es in Schweden teurer ist.
Etwas nach der Grenze fahre ich zu einem Einkaufszentrum für ein paar Besorgungen (schwedische Pfandflaschen) und esse bei Burger King.
Der Rest ist nur noch Fahren. Rund um Göteborg gibt es einigen Stau. Über Nacht stehe ich in einem Wäldchen nicht weit von Trelleborg entfernt.
8455km - 628km

23.6.2023 - Fr
Wetter bedeckt, etwas Regen
Ich bin früh genug bei der Fähre, die aber erst 1h später als Plan abfährt. Auch nach der Ankunft dauert es noch einige Zeit bis zur Ausfahrt.
Ich tausche noch eine Gasflasche und kaufe was ein. Gegen 23:00 bin ich beim geplanten Übernachtungsort, wo schon eine Reihe von Womos stehen.
9010km - 555km

24.6.2023 - Sa
Frühe Abfahrt. Einige Baustellen, aber keine richtigen Staus. Halt im Salzkammergut.

25.6.2023 - So
nach hause
9675km - 190km

shoe1 am 12 Aug 2023 10:08:42

Hallo rkopka,
interessanter Bericht - schöne Bilder! Werde den gesamten Bericht auf deinem Reiseblog in aller Ruhe genießen ...
LG Rupert

Anzeige vom Forum


BiggiK am 12 Aug 2023 12:33:22

Danke für den Bericht. Als Norwegen Fan lese ich gerne Erfahrungen anderer Reisenden und hole mir dort Inspiration für den nächsten Trip. Lofoten und senja waren wir dieses Jahr im Juli. Ich habe es aber nicht so überragend gefunden, dass ich diese weite Entfernung nun jährlich zurücklegen möchte. Da gibts in Norwegen noch viele andere schöne Gegenden. Ich glaube der Hype darum ist auf die vielen YouTube Videos zurück zu führen.
Gruß Birgit

rkopka am 12 Aug 2023 12:47:36

BiggiK hat geschrieben:Lofoten und senja waren wir dieses Jahr im Juli. Ich habe es aber nicht so überragend gefunden, dass ich diese weite Entfernung nun jährlich zurücklegen möchte. Da gibts in Norwegen noch viele andere schöne Gegenden. Ich glaube der Hype darum ist auf die vielen YouTube Videos zurück zu führen.

Vermutlich. Hamnoy z.B. wird immer wieder genannt und fotografiert. Das empfand ich jetzt nicht als so etwas besonderes. Und die Touristenmassen sind schon heftig, auch im Juni.
Ich wollte hauptsächlich mal die Mitternachtssonne sehen. Dann bietet sich auch das Nordkapp als besonderer Punkt an. Und wenn man schon mal da ist, liegen auch die Lofoten am Weg. Ich weiß nicht, ob ich es auch aus einem einzigen dieser Gründe gemacht hätte. 14 Tage hoch und wieder zurück wäre absolut nichts für mich. Für den nächsten Norwegentrip (irgendwann) steht eher Bergen bis Trondheim auf dem Plan.
Ich hätte gern noch mehr Aktivitäten unternommen (Walsafari, Kajaktour...) aber oft war das Wetter einfach zu schlecht oder die Läden waren zu oder es waren noch zu wenige Kunden da.

RK

BiggiK am 12 Aug 2023 18:14:54

Wir hatten 3,5 Wochen Zeit und sind insgesamt 5.960 km gefahren. 6 Tage gemütlich von Trelleborg über die E45 bis auf die Insel senja. Dann einmal die Lofoten durchfahren und wieder Richtung Schweden zurück. Im Juni natürlich mit 24 Stunden Helligkeit prima für alle Unternehmungen. Wetter war gut, in der ganzen Zeit hatten wir nur 3x regen für einige Stunden. Aber schon viel Fahrerei und deshalb werden wir das so nicht wiederholen
Gruß Birgit

volkermuenster am 14 Aug 2023 11:02:48

Moinsen Rkopka,

lieben, lieben Dank für den tollen Bericht und den schönen Bildern.
Habe diesen in den letzten Tagen auf deiner Homepage gelesen und bin quasi mitgefahren.

Dafür habe ich zwei "Positivs" dagelassen - solche Mühe muss belohnt werden. :klatschen:

Ein paar Sachen kamen mir bekannt vor - aus meinen letztjährigen und meiner diesjährigen Norwegen Fahrt.

Achso: Ein Punkt fand ich besonders klasse und witzig: Der Drive-In Fotostopp! Klasse! :)

Schöne Woche noch und weiterhin so tolle Reisen.

Gruß
Der Volker

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