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Das Gogolobil unterwegs in Island 2012 und 2017 1, 2, 3, 4, 5 ... 7


Gogolo am 29 Mai 2012 12:52:28

Wir sind kaum von unserer letzten Frühjahrsreise zurück und schon beginnen die Vorbereitungen für die Reise zu unserer Lieblingsinsel Island. Bevor die eigentlichen Reiseberichte darüber bei euch „eintrudeln“ ist es sicher zweckmäßig, sich ein paar Gedanken über diese - für viele – unbekannte „Insel aus Feuer und Eis“ im nördlichen Atlantik zu machen. Auch um zu verstehen, warum es uns immer wieder dort hin zieht – aber das werden euch während der Reise dann auch die Bilder vermitteln.

Diese Reise läuft unter dem Motto:


Das GOGOLOBIL unterwegs: in ISLAND 2012
Von Mitte Juni bis Mitte September 2012


Je näher der Abfahrtszeitpunkt kommt, desto mehr scharrt schon das Gogolobil ungeduldig mit seinen 4 Allradreifen (die 2 Reservereifen scharren auch schon mit) – so ganz nach dem Motto: komm, lass mich die Allradpisten spüren, die Wasserdurchfahrten erleben, die Lavafelder durchqueren, auf den Aschestraßen den Staub aufwirbeln, usw. …. Ein wenig allradfahren hat das Gogolobil ja schon letztes Jahr auf unserer siebenmonatigen Asienreise geprobt, aber Island, und insbesondere das dortige Hochland, ist schon ein ganz anderes Kaliber. Das Fahrzeug ist bei Iveco und bei Bimobil zwischenzeitlich wieder auf „Vordermann“ gebracht worden und technisch total in Ordnung. Und auch die Frühjahrsreise hat das Gogolobil gut überstanden – es waren ja auch keine technischen oder fahrerischen Schwierigkeiten zu bewältigen. Jetzt wird gerade das Gogolobil umgerüstet von Winter-/Straßenbetrieb auf Geländebetrieb. D.h. die Winterreifen werden gegen die Geländereifen gewechselt, der 2. Reservereifen kommt hinten drauf, der Unterfahrschutz mit der Anhängerkupplung wird getauscht gegen den Geländeunterfahrschutz. Außerdem ist noch bei Iveco die große Inspektion fällig. Auch um die eigene Gesundheit muss ich mich vorher noch kümmern und diverse Vor- und Nachsorgeuntersuchungen über mich ergehen lassen – bisheriges Ergebnis: alles OK.

Und für mich ist es die 9. Islandreise – für Gogoline die 8. Reise auf die Insel. Meine erste Reise war (allein) mit einer organisierten Tour (1982), dann nur noch zusammen mit Gogoline mit Motorrad, Flugzeug, im Winter, einige male mit unserem Hanomag und mit einem Schiff. Island lässt uns nicht mehr los – wie haben den sogenannten Islandvirus in uns. Ein altes Sprichwort sagt: einmal Island – immer Island, oder nie wieder Island.

Es ist nun der zweite Anlauf, mit dem neuen Gogolobil nach Island zu fahren. Vor zwei Jahren, im Jahre 2010 hatten wir es schon einmal geplant, aber zwei Wochen vor der Abfahrt musste ich leider in die Intensivstation des Krankenhauses und mir wurde eine neue Herzklappe eingesetzt. Eine Reise nach Island war für 2010 damit ausgeschlossen. Dafür fuhren wir dann sofort nach Abschluss meiner Reha für drei Monate nach Skandinavien. Das war auch sehr schön.

Aber jetzt ist es dann endlich ist es so weit, das Gogolobil wird mit Wasser aufgetankt und alles sauber gemacht. Der isländische Staub- und Aschewind wird diese Mühen zwar schnell wieder zunichte machen, aber meine Gogoline mag es einfach so schön blitzeblank. Und deren Wille ist mir Befehl!!!

Vor der Abfahrt muss noch genügend Gas gebunkert werden, denn wir werden jetzt volle drei Monate unterwegs sein und meine Gastankflasche kann ich in Island mangels LPG-Tankstellen nicht nachfüllen. Da ich manchmal bei schlechtem Wetter (und das ist in Island öfters der Fall) auch heizen muss, gehe ich mal davon aus, dass wir mit einer Flasche rund 3, maximal 4 Wochen reichen werde. Also sind im Gasflaschenkasten zwei volle Flaschen und in den Stauräumen des Gogolobils eine weitere volle Flasche verstaut – insgesamt 33kg Gas, das müsste (wenn es nicht zuuu kalt wird) möglicherweise für den gesamten Aufenthalt auf Island reichen. Ich habe noch eine Adresse in Reykjavik, wo es „angeblich“ möglich sein soll, dass man deutsche graue Gasflaschen tauschen oder füllen kann. GPL oder LPG ist in Island unbekannt. Ansonsten habe ich mir einen Adapterschlauch mitgenommen um ggf. auch isländische Gasflaschen an mein System anschließen zu können.

Also zwei Reservereifen auf Felge, 2 Abschleppbänder bis 20to (eines davon ist ein sog. „dynamisches“ Abschleppband, dehnbar ähnlich einem Bungeeseil), Spaten, Navi mit Islandkarten (dazu später mehr) sowie althergebrachte Landkarten für mein „Bionavi“, genannt Gogoline, sind an Bord. Sandbleche nehme ich keine mit, denn wo ich mit Allrad, Untersetzung und drei Differentialsperren hängen bleibe, da nützen mir auch keine Sandbleche mehr. Im Übrigen ist Island auch nicht die Sahara und auch sonst keine „Wildnis“! Und richtiges offroadfahren ist in Island wegen der empfindlichen Flora ohnehin verboten – es reichen schon die Onroadpisten um den Schweiß auf die Stirne des Fahrers zu treiben. Dazu später mehr.

Unsere Route auf Island ist noch unklar, denn wir lassen uns im Großen und Ganzen vom Wetter leiten. Die nachstehende Islandkarte befindet sich auch als Aufkleber auf der Seite meines Gogolobils – allerdings stark vergrößert und in bester Qualität. Auch hier wird dann während der Reise die gefahrene Route mit grellem Nagellack eingetragen – wie schon bei unserer Asienreise.



Bereits an Bord ist Verpflegung. Allerdings sagen die isländischen Bestimmungen, dass pro Person nicht mehr als 3kg Lebensmittel eingeführt werden dürfen, wobei Frischfleisch, unpasteurisierte Wurst, Käse, Milch und Eier ohnehin verboten sind. Naja, ein paar Stangen Salami, einige Stücke Geräuchertes und Parmesankäse (alles gut eingeschweißt) habe ich in den unergründlichen Tiefen des Gogolobils gut versteckt in der Hoffnung, dass die Zöllner es nicht finden. Mann/frau kann sich gar nicht vorstellen, wie das ist, wenn nach einiger Zeit die Lust auf ein paar Scheiben guter Wurst aufkommt, denn in Island ist der Geschmack und schon das Aussehen von Wurst sehr gewöhnungsbedürftig – und das auf die Dauer unseres dreimonatigen Aufenthalts auf Island! Und da ist es wunderbar, wenn sich in irgendeinem Fach noch eine Salami befindet. Auch ein Spaghettigericht ohne frisch geriebenen Parmesan ist für uns unvorstellbar – das Zeugs aus den Packerln ist einfach grausam. Wir haben daher jetzt nicht auf die 3kg-Regelung geachtet und einfach das eingepackt, auf das wir bei einem dreimonatigen Aufenthalt nicht verzichten möchten. Das hat nichts mit Sparsamkeit zu tun, denn Island ist schon ein wenig teuer, sondern es gibt halt da oben auf der Insel nicht alles an gewohnten Spezialitäten zu kaufen. Mann/frau kann zwar vieles – fast alles - erwerben, aber einiges ist doch unbekannt. So möchten wir z.B. nicht auf unsere Kaffeemarke und unsere Tees verzichten. Auch müssen unbedingt mit: Dosen(!)Bier, Wein, etwas Hochprozentiges, Essiggurken, süßer Senf, meine Küchengewürze, Polenta, Schwarzbrotmischungen zum selbstbacken, diverse Marmeladen, Schokolade, Tees, Gebäck, Grillsaucen, Suppen, Sauerkraut, italienische Pasta, ein paar Konserven udgl. Da wir das zulässige Gewicht von 3kg/Person für Lebensmittel übersteigen, werde ich beim Zoll das Ganze deklarieren und halt entsprechend Zoll zahlen. Wenn es an den Zollgebühren scheitern sollte, dann hätten wir uns Island als Ziel nicht auswählen dürfen! Die Zollgebühren liegen voraussichtlich in der Größenordnung von rund 250 Kronen (1,60€) pro kg.

Dann werden Wäsche und Kleidung sauber verstaut. Und zwar brauchen wir etwas für warme und kalte Tage, für trockene und nasse Spaziergänge und Wanderungen. Auch Gummistiefel und Rucksäcke dürfen nicht vergessen werden. Und natürlich ein paar Regenschirme – allerdings sind Goretex-Jacken und Hosen und/oder Ponchos viel praktischer, da man die Hände frei hat und in Island bei dem ständigen Wind der Regen unter den Regenschirm geblasen wird.

Keinesfalls fehlen darf der Laptop, der Foto- und Videoapparat mit viel Speicherkarten und Filmmaterial. Ebenso wichtig ist ein gutes Fernglas für die bevorstehenden und sicherlich grandiosen Tierbeobachtungen.

Die schon bewährte und vorbereitete Ausrüstungsliste ist lang und wird Stück für Stück abgearbeitet. Mann/frau denkt gar nicht, was alles notwendig ist (z.B. Haarschneidegerät) – einschließlich der Frage nach evlt. Ersatzteilen, obwohl es in Reykjavik eine Iveco-Werkstätte gibt. Wenn man aber in der Pampa, im Hochland, festsitzt, dann muss man sich zumindest provisorisch zu helfen wissen.

Dieser Reisebericht wird anders als alle meine bisherigen Berichte, ich werde einen Mix aus Reisebericht und geografischen Schwerpunkten machen. Daher ist es notwendig, sich vorab ein wenig mit der für viele Leute unbekannten Insel Island zu beschäftigen. Es kommen jetzt in Kürze nach und nach allgemeine Vorabinformationen bevor die eigentliche Reise beginnt und die Berichte und Bilder eingestellt werden.


Habe die Ehre

Gogolo

Anzeige vom Forum

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Lancelot am 29 Mai 2012 13:08:22

Gogolo hat geschrieben:Und deren Wille ist mir Befehl!!!


:gruebel:

Wie bei uns ... :razz:

(setze schon mal Lesezeichen :) )

nuvamic am 29 Mai 2012 13:08:44

Meldung aus meinem Inneren: Fieber steigt! *g*

Find ich klasse - DANKE, dass ihr uns alle mitnehmt!

Wenn ich so was (ansatzweise) vorhab, versuch ich auch immer, mehr über mein Ziel zu erfahren. Ein etwas ungewöhnlicherer Weg ist u.a. auch Musik, Kunst und Literatur kennenzulernen.

Kennst du z.B. den hier? --> Link
Kleine Warnung noch - ist eher nix für ängstliche und phantasievolle Gemüter...

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Anne42 am 29 Mai 2012 13:15:44

hallo Gogolo, ich freue mich ungeheuer auf eure Reise.Jahrelang, habe ich davon geträumt einen Hochlandritt auf den geliebten Islandpferden zumachen, viele Bücher über dieses Land,regelrecht verschlungen. Leider hab ich mir diesen Traum nicht erfüllen können, aber um so mehr freue ich mich auf deine Berichte.

Gogolo am 29 Mai 2012 13:16:59

nuvamic hat geschrieben:Kennst du z.B. den hier? --> Link
Kleine Warnung noch - ist eher nix für ängstliche und phantasievolle Gemüter...


Die Krimis von Arnaldur Indriðason haben wir als eBook dabei (6 Stück). Klar kennen wir den Autor, wir lieben Islandkrimis. Eine gute isländische Autorin ist auch Yrsa Sigurdardóttir. Auch von ihr haben wir eBook mit an Bord. Insgesamt sind über 30 eBooks dabei, das muss für drei Monate reichen...


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 29 Mai 2012 13:19:41

Es geht wieder los!!!!!!!!!

:dance2: :daumen2: :kette: :klatschen:

Hoffentlich gibt es da überall Internet!!!!

Mensch bin ich schon aufgeregt!!!

So eine Reise macht man ja nicht alle Tage!!!

Gogolo am 29 Mai 2012 13:20:08

Anne42 hat geschrieben:hallo Gogolo, ich freue mich ungeheuer auf eure Reise.Jahrelang, habe ich davon geträumt einen Hochlandritt auf den geliebten Islandpferden zumachen, viele Bücher über dieses Land,regelrecht verschlungen. Leider hab ich mir diesen Traum nicht erfüllen können, aber um so mehr freue ich mich auf deine Berichte.



Die armen kleinen Islandpferde würden bei meinem Gewicht wohl ziemlich stöhnen und ich würde sie nur unnötig quälen.


Habe die ehre

Gogolo

Gast am 29 Mai 2012 13:53:33

Hallo Gogolo,

auf Island war ich im Sommer 2001, war glaube ich die letzte Saison der alten Norröna, mit noch zwei Einzelfahrern. Auch ohne Allrad sind wir ordentlich rumgekommen: Ringstraße, Dettifoss, Reykjavik (mit Flug nach Grönland), Snaeffels Jökull, Landmannalaugar und die Westfjorde, dazu zwei Tage durchs Hochland auf der (damals?) einzigen Straße durchs Hochland, die man ohne Allrad fahren konnte.
Menno... ich will mit...
Lesezeichen ist schon gesetzt.
Viel Spaß und immer eine handbreit Luft unter dem Differential!


CarbonUnit

markgraefin am 29 Mai 2012 14:01:49

Hallo Gogolo,
wenn ich euch schon nicht persönlich kennenlernen durfte, so freue ich mich sehr auf eure Berichte.

Was die "kleinen" Islandpferde angeht: Ein kräftiger Islandwallach oder Hengst schafft lässig seine 130 kilo und so viel wiegst du ganz sicher nicht!

Du wirst sehen, es gibt eine Menge Isländer (Menschen) die durchaus mit einem üppigen Gewicht ihre Pferde im Pass über die Wiesen jagen.

Es gibt kaum was Traumhafteres (für mich :D) als auf einem Isi im Tölt oder Pass im Wind zu reiten. Träum....

Egal, nicht jeder mag Pferde....

Ich freue mich jedenfalls auf die tollen Bilder von Island und deine Berichte dazu.


Markgräfin

haballes am 29 Mai 2012 14:33:53

:) Feine Reiseidee.

Kommt gut in die Hufe und statt Ansichtskarten schreibt ihr bitte ins Forum.

hast29 am 29 Mai 2012 15:16:06

Hallo Gogolo,

wir wünschen dir für Island alles alles gute.

Bei unserer Tour auf Sardinien haben wir öfters an dich und dein Womo gedacht :-), die Straßen ans Meer waren nix für unsere schicke Emma...:-(

Wir freuen uns auf deinen Reisebericht....

ENTDECKER am 29 Mai 2012 15:34:14

Hallo Gogolo,

wir wünschen Euch "und uns virtuell" :D eine schöne Reise. Bin schon richtig gespannt auf die Berichte im Forum.
Sind zwar selbst unterwegs in Norge, aber neben der EM wird schon Freiraum für Berichte-lesen sein. Also immer eine Handvoll Platz zwischen dem Gogolobil und den Bodenwellen.


Christian

P.S. Am Samstag sind wir in Rosenheim (Fa. Klepper) Faltboot abholen.

CKgroupie am 29 Mai 2012 17:16:56

Hallo Gogolo,
ich freue mich auch schon ganz besonders auf Deinen Reisebericht! Island fand ich auch schon immer faszinierend (bin auch Islandpferdereiterin) und da würde ich für mein Leben gerne selbst mal hinreisen!

PAPLE am 29 Mai 2012 18:08:00

Hallo Gogolo,
Euch schon mal viel Spaß auf Island. Wir werden immer mal auf Euren Bericht schauen, starten wir doch im Juli ebenso zu unserer Islandtour, allerdings unserer "Ersten" und nur mit einem "normalen " Wohnmobil. Daher können wir Eure Vorfreude nur zu gut nachempfinden.
Grüßt also schon mal die Insel von uns, und vielleicht sieht man sich ja spätestens auf der Rückreise an Bord der "Norröna".
Viele
PAPLE

nordlicht03 am 29 Mai 2012 19:21:21

Hallo Gogolo,
seit eurer Asienreise freue ich mich schon auf die Teilhabe an Island.
Als "Pausenfüller" habt ihr ja fleissig aus Mitteleuropa berichtet :)

Ich wünsche euch eine tolle Reise mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen und vor allen Dingen: Gesundheit!

Ist schon unter Favoriten abgelegt :D

Gogolo am 29 Mai 2012 19:28:11

PAPLE hat geschrieben:Hallo Gogolo,
Euch schon mal viel Spaß auf Island. Wir werden immer mal auf Euren Bericht schauen, starten wir doch im Juli ebenso zu unserer Islandtour, allerdings unserer "Ersten" und nur mit einem "normalen " Wohnmobil. Daher können wir Eure Vorfreude nur zu gut nachempfinden.
Grüßt also schon mal die Insel von uns, und vielleicht sieht man sich ja spätestens auf der Rückreise an Bord der "Norröna".
Viele
PAPLE



Servus Paple,

wenn ihr uns seht, dann winkt, schreit, hupt oder/und blinkt oder klopft an. Das Gogolobil ist ja unverkennbar und eigentlich nicht zu übersehen. Einen heißen Tee mit Rum haben wir immer für euch!

Wir würden uns freuen, euch zu sehen.


Habe die Ehre

Gogolo

PAPLE am 29 Mai 2012 20:08:14

Moin Gogolo,
wir werden die Augen mal offen halten. Immerhin haben wir auf Island 5 Wochen Zeit, mehr ist wegen der Schulpflicht unserer Kinder leider nicht drin. Trotzdem wollen wir die Insel einmal gegen den Uhrzeigersinn umrunden, dabei möglichts den geführten Touren aus dem Weg gehen. Wanderschuhe, Zelt, Schlafsack für Touren ins Hochland sind mit an Bord, ebenso geplant ist ein Abstecher nach Vestmannaeyjar - mal sehen, was das Wetter so hergibt.
Hast Du eine Ahnung, ob der Fahrweg zum Leuchtturm Fontur zu realisieren ist?
Das Angebot mit dem Tee ist super, wenn wir den Rum mitbringen können ;-). Wäre ja lustig.

Viele
PAPLE

womowitsch am 29 Mai 2012 20:34:28

Hallo, ich freue mich schon auf Deinen klasse Reisebericht. Gute Fahrt.

TorstenS am 29 Mai 2012 20:43:34

Hallo Gogolo,

ich wünsche Euch eine super Reise nach Island. Island wird nie langweilig!

Wir selbst waren jetzt dreimal mit unserem 4x2 Iveco-Wohnmobil dort. Zuletzt 2010 und daher kennen wir die Iveco-Werkstatt. Bei uns leuchtete die Kontrolllampe "Fehler im Bremssystem". Wir sind dann gegen 20.00 Uhr zu der Adresse, die im Internet als Iveco-Niederlassung ausgewiesen war und standen prompt vor der riesigen Mercedes-Benz-Niederlassung. Dort war noch jemand anwesend, der uns die Tür aufsperrte und mitteilte, dass sie keine Iveco reparieren.

Aber Du kennst ja die hilfsbereiten Isländer: Er hat uns den Weg zur Iveco-Werkstatt im gleichen Industriegebiet Reykjaviks erklärt.

Die Werkstatt heißt VélRás und liegt hier: N 64° 07.597 W 021° 49.112
Sie hat noch eine Niederlassung im Randgebiet von Reykjavik (siehe Bilder).





Der Laden hat kein Iveco-Schild, aber war um 20.30 Uhr noch geöffnet. Auf meine Frage, ob sie hier Ivecos reparieren, war die Antwort: "sometimes"

Der Inhaber entschuldigte sich dann, dass wir nicht sofort drankämen und versprach Abhilfe auf nächsten Morgen. So kam es dann auch. Ein junger Monteur hat uns höchst kompetent bedient. Schnell war der Fehler gefunden: Ein vom Steinschlag abgerissenes Meldekabel der Bremsbelagdicke. Kabel blind gelegt und Ruhe war.

Der Monteur wollte ganz sicher gehen, hat noch die Räder abmontiert und die Bremsanlage komplett gecheckt, damit wir ja nicht in Gefahr kommen. Als alles gut war, haben wir für zwei Stunden Werkstattarbeit kaum 60 Euro bezahlt. Schließlich hätte er uns nicht richtig helfen können, war die Antwort.

Die Werkstatt sieht zwar wie Hinterhof aus, ist aber höchst kompetent und nur zu empfehlen. Sie machen hier übrigens auch Fiat Ducato, aber bei denen sei die Ersatzteilversorgung noch schlechter, da Ducatos nicht offiziell in Island verkauft würden.

Habt eine tolle Reise!


Torsten

Gogolo am 29 Mai 2012 21:14:47

@Torsten

Vielen Dank für diese Info!


PAPLE hat geschrieben:Hast Du eine Ahnung, ob der Fahrweg zum Leuchtturm Fontur zu realisieren ist?

Viele
PAPLE



Das ist ja lustig! Fontur ist auch als eine unserer ersten Stationen gleich Anfang Juli geplant. Nach den mir vorliegenden Infos ist die Strecke ca. 60 km lang und ungeteert. Im letzten Abschnittsdrittel muss mit schlechtem Weg gerechnet werden. Aber mit Fahrzeugen wie VW-Bus u.ä. ist nach den mir gegebenen Informationen die Strecke zu schaffen. An deiner Stelle würde ich es einfach probieren und wenn es nicht mehr geht, dann umkehren. Mit Furten muss nicht gerechnet werden.

Edit (aus einem Island-Forum): die Strecke war im Jahre 2008 völlig problemlos bis zum Leuchtturm zu befahren.Ich erinnere mich nicht an irgendeine problematische Stelle. Die Strecke war von Kies über grob steinig bis erdig mit Grasnarbe. Beim Leuchtturm ist eine grosse flache Wiesenebene die sich gut fürs übernachten eignet. Auf dem Weg zum Leuchtturm gab es auch einen markierten kleinen Platz mit Campingzeichen.... Dort habe ich mich über Nacht hingestellt.
Ich war mit Landcruiser unterwegs Beim Leuchtturm traf ich einen VW Bus Syncro. Auf dem Weg triffst Du massenweise auf sibirisches Treibholz am Strand (silbrig weiss - wunderschön), auf einen teichartigen See, dann auf eine Stelle mit Basaltfelsen, der ins Meer ragt und einen schönen Sandstrandabschnitt mit eierförmigen Steinen, der ist bei einer Stelle mit einem total verfallenen Hof




Zur allgemeinen Info: Fontur ist die "kleine" lange Halbinsel ganz hoch im Nordosten von Island.


Habe die Ehre

Gogolo

waltraud-pauls am 31 Mai 2012 13:21:29

Lieber gogolo wir werden 2013 nach island starten wir werden 4 wochen bleiben wenn man mehr dosenbier mitnimmt so drei lagen was kostet das und gibt es ärger wenn man das deklariert ich bedanke mich fuer die mühe paulchen

Gogolo am 31 Mai 2012 15:19:43

waltraud-pauls hat geschrieben:Lieber gogolo wir werden 2013 nach island starten wir werden 4 wochen bleiben wenn man mehr dosenbier mitnimmt so drei lagen was kostet das und gibt es ärger wenn man das deklariert ich bedanke mich fuer die mühe paulchen



Wenn du außer dem Bier sonst keine Alkoholikas dabei hast (Schnaps/Wein), dann kann mann/frau pro Person 12 Liter Bier einführen. Also wenn ihr zu zweit seid, dann sind das 24 Liter = 76 Dosen Bier á 0,33l - das ist doch wohl ausreichend?

Ärger gibt es keine wenn du innerhalb dieser Menge bleibst, dann kannst du auch durch den "grünen Ausgang" mit dem Fahrzeug fahren und brauchst auch nichts deklarieren. Hast du aber mehr, dann durch durch den "roten Ausgang" und die mitgebrachte Menge deklarieren (macht auch keinen Ärger!) - und zahlen... Mein nächstes Einführungs-Posting geht auch dann noch auf die sonstigen Einreisevorschrieften ein.

Hier die genauen Zollbestimmungen für Island - --> Link


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 31 Mai 2012 16:45:53

1. Vorbemerkung: Allgemein und Einreise

Für die Einreise nach Island genügt der Personalausweis. Ein Visum ist nicht erforderlich.

In Island gilt ganzjährig die Greenwich-Zeit (GTM), sodaß die Zeitverschiebung imm Sommer 2 Stunden, im Winter 1 Stunde (zurück) beträgt.

In Island gibt es dieselbe elektrische Spannung (220 V, 50 HZ AC) wie in den meisten europäischen Ländern. Euro-Stecker können im ganzen Land verwendet werden.

100 isländische Kronen (ISK) entsprechen derzeit rund 0,63€. Kreditkarten sind weit verbreitet und man kann sogar Kleinigkeiten mit der Kreditkarte problemlos bezahlen.

Internetzugang in Island ist über UMTS (3G) in den versorgten Gebieten sehr gut möglich und die Netzanbieter in Island haben sogar eine Prepaidkarte für den Internetzugang (z.B. beim Anbieter Siminn kann man Aufladevolumen für das „Netfrelsi“ kaufen, 4 GB für 1.990,- = rd. 12,50 €). Also es kostet relativ wenig Geld und die Gebiete mit 3G-Empfang sind weit verbreitet. Aber auch WLAN ist relativ oft „frei“ und von guter, schneller Empfangsqualität.

Das Klima ist ozeanisch kühl, geprägt vom relativ warmen Golfstrom (5°C) an der Südküste und vom kalten Grönlandstrom an der Nordost- und Südwestküste. Die Niederschläge betragen bis zu 2000 mm im Jahr in den Niederungen im Süden und bis zu 4000 mm auf dem Vatnajökull. Die geringste Niederschlagsmenge findet man auf den Hochebenen im Norden von Island (unter 600 mm).

Aufgrund des warmen Golfstroms ist das Klima in Island milder als in anderen Regionen dieser Breitengrade. Die Winter sind vergleichsweise mild und die Sommer eher kühl. In den letzten Jahrzehnten macht sich die Globale Erwärmung durch einen leichten Anstieg der Durchschnittstemperaturen bemerkbar, was am Rückzug einzelner Gletscherzungen bis hin zum völligen Abschmelzen kleinerer Gletscher drastisch zu beobachten ist. Am wärmsten ist es in Island in der Zeit von Mitte Juni bis Ende August/Mitte September.

Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3 °C im Winter und zwischen 12 und 15 °C im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich kühler sein kann. Aber auch wesentlich höhere Temperaturen treten im Sommer (über 20 °C bis Mitte/Ende September) in einigen privilegierten Lagen auf.
Ein Urlaub in Island erfordert also wetter- und wasserfeste Kleidung. Da im isländischen Sommer nur Durchschnittstemperaturen von ca. 11 Grad erreicht werden, ist es daher ratsam mindestens einen guten Pullover mitzunehmen. Aber, es ist alles nicht so schlimm! Durch die grandiose (fast-)Mitternachtssonne wird einiges an schlechtem Wetter kompensiert! Auch an sonnigen Tagen, gibt es nirgendwo so einen intensiv-blauen Himmel wie in Island.
Dafür sind die Temperaturen im Winter durch den Golfstrom verhältnismäßig mild. Da das Wetter sich sehr schnell ändern kann, raten wir all denjenigen die auf einer Islandreise auch ins Hochland fahren/gehen wollen, sich vor der Reise über die Wetter- und Straßenverhältnisse zu informieren.

Auf Island wird – was sonst - die isländische Sprache gesprochen. Entwickelt hat sie sich aus dem Altnordischen. Isländer können noch heute die Texte aus den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung des Landes ohne größere Probleme lesen, da sich die Schriftsprache seit der Einwanderung vor über 1100 Jahren kaum geändert hat. Was mir persönlich am besten an der isländischen Sprache gefällt: in der isländischen Sprache gibt es keine Fremdwörter und der isländische Sprachpurismus sorgt sogar dafür, dass Fremdwörter durch isländische Wortschöpfungen ersetzt werden. Über die Reinhaltung der Sprache wachen die Isländer so sehr, dass es oftmals sowohl die isländischen Begriffe als auch deren fremdsprachliche Varianten in der jeweiligen Fachsprache gibt, obwohl dies in der Zeit, da die Informatik die Welt mit neuen Wörtern überflutet, nicht hundertprozentig durchgesetzt werden kann. Es ist aber in Island fast selbstverständlich, dass die Leute dort eine Fremdsprache, meistens Englisch, sprechen. Die Verständigung klappt somit auf „englisch“ am besten. Mir hat einmal ein Isländer gesagt: man kann nicht erwarten, dass die Welt eine alte Sprache versteht, die nur von 300.000 Menschen gesprochen wird, darum kann fast jeder Isländer noch eine weitere Sprache. Manchmal spricht auch eine® etwas deutsch. Isländer können deshalb noch heute die Texte aus den ersten Jahrhunderten nach der Besiedlung relativ problemlos lesen.


Als besondere Zollvorschriften bei der Einreise nach Island sind zu beachten:

Island gehört (noch) nicht zur EU. Die Einfuhr von Alkohol, Zigaretten, Tabak aber auch Lebensmittel sind stark eingeschränkt. Erlaubt sind 200 Zigaretten und - wie schon oben ausgeführt - 3 kg Lebensmittel. An Alkohol ist pro Person erlaubt:
• 1 Liter Spirituosen ,1 Liter Wein und 6 Liter Bier oder
• 3 Liter Wein und 6 Liter Bier oder
• 1 Liter Spirituosen und 9 Liter Bier oder
• 1,5 Liter Wein und 9 Liter Bier oder
• 12 Liter Bier.
Und damit sollen wir drei Monate auskommen … Das bedeutet dann rationieren! Spaß beiseite: was ich mehr mitnehme, das verzolle ich natürlich.

Die Ein- und Durchfuhr von Tieren ist genehmigungspflichtig. Für Touristen dürfte die Mitnahme von Haustieren wegen der vorgeschriebenen vierwöchigen Quarantäne nicht in Frage kommen. Angelausrüstung, nicht aber Taucherausstattung, muss bei der Einfuhr desinfiziert sein. Sofern kein entsprechender Nachweis erbracht werden kann, ist die Desinfizierung auch bei der Ankunft - auf eigene Kosten - möglich. Reitkleidung muss vor Einfuhr nachweislich gereinigt worden sein - der Nachweis muss bei der Einreise vorgelegt werden. Sättel und Zaumzeug aus Leder können nur unbenutzt und noch original verpackt eingeführt werden. Eine Desinfizierung bzw. Reinigung reicht bei Reitausrüstung aus Leder nicht aus. Bei der Rückreise nach Deutschland gilt folgendes: Walfleisch wird in Island in manchen Restaurants zum Verzehr oder in Läden (z.B. am Flughafen Keflavík) zum Kauf in abgepackter Form angeboten. Die Einfuhr von abgepacktem Walfleisch nach Deutschland ist verboten und strafbar.


Und so geht es auch – und das gefällt mir (als bekennender Pazifist) an dieser Insel so ganz besonders:

Island besitzt offiziell kein eigenes Militär (und kann bzw. wird sich auch daher nicht an unsinnigen Auslandseinsätzen beteiligen)! Den Küstenschutz übernimmt die circa 120 Mann starke Isländische Küstenwache, die ihren Stützpunkt in Reykjavík hat. Diese ist mit drei Patrouillenbooten, einem Überwachungsflugzeug und mehreren Hubschraubern ausgerüstet.


Bis zur nächsten Vorbemerkung in ein paar Tagen (am Wochenende)



Habe die Ehre

Gogolo

nuvamic am 31 Mai 2012 17:03:24

Noch ne Neugierfrage: In welcher Frequenz setzt sich denn der Isländer und dann auch der Islandtourist in warmes Wasser? Ich mein, solche Lagunen und heiße Quellen klingen reizvoll - aber gibt es die so oft, dass man da jeden Tag drinsitzt oder ist das ein Highlight alle paar Wochen?

Gogolo am 31 Mai 2012 18:47:53

nuvamic hat geschrieben:Noch ne Neugierfrage: In welcher Frequenz setzt sich denn der Isländer und dann auch der Islandtourist in warmes Wasser? Ich mein, solche Lagunen und heiße Quellen klingen reizvoll - aber gibt es die so oft, dass man da jeden Tag drinsitzt oder ist das ein Highlight alle paar Wochen?



Die heißen Quellen sind sehr zahlreich über das gesamte Land verteilt. Fast jeder Ort in Island hat ein Schwimmbad (genannt: Sundlaugar; laug=warm), gespeist aus warmen Quellen. In meinen bisherigen Islandreisen ist es mir noch nie vorgekommen, dass ich alleine in einem solchen Hotspot sitze. Viele Isländer nutzen das warme Bad auch zur Kommunikation. M.E. ist die Besuchsfrequenz sehr hoch. Auch wir haben in der Vergangenheit fast jeden zweiten Tag ein Bad in einer heißen Quelle genossen und werden dies mit Sicherheit auch dieses Jahr wieder so machen. Nebenbei sparen wir auch noch Gas zum aufheizen des Warmwassers im Gogolobil.

Auf diesem --> Link sind die vielen, vielen offiziellen Bäder verzeichnet. Bitte den Reiter "Markers" aufrufen und "Swimming" auswählen. Daneben gibt es noch unzähliche Naturbäder, gerade im Landesinneren und an den Küsten mit granidosen Panoramen, wenn man im warmen Wasser sitzt.

Es macht Spaß, wenn du da in so einem Bad sitzt und dich mit vielen verschiedenen Nationalitäten mit Händen und Füßen und meistens auf englisch unterhältst. In den Naturbädern im Freien wird dann gerne noch in Thermoskannen Tee oder Kaffee mitgenommen und auch Kekse werden gegessen. Ich liebe es....


Habe die Ehre

Gogolo

nuvamic am 31 Mai 2012 18:50:56

Klingt super - dafür ist das kühlere Wetter dann auch das perfekte Alibi :)

Gast am 01 Jun 2012 01:07:25

Hallo,

auf unserer Runde um die Westfjorde (hat etwa eine Woche gedauert) stand irgendwo im Nirgendwo ein schön gefliester Pool an der Straße. Es war niemand da, kein Schild, das irgendetwas verboten oder erlaubt hätte, nichts. Das warme Wasser blubberte von unten rein und lief an einer Seite wieder raus. Also haben wir uns erstmal ein Stündchen da rein gesetzt. Sehr schön. Ich muss mir die Dias davon mal wieder ansehen. Dann scanne ich was ein.

@Gogolo: Wenn du schon acht mal auf Island warst, wirst du die Westfjorde kennen. Wenn nicht: Unbedingt hinfahren, ihr könnt ja auch mal auf eine 4x4-Straße, wir mussten (durften?) jeden Fjord umfahren. Was mir allerdings noch heute den Schweiß auf die Stirn treibt, war ein stockdunkler, elend langer, einspuriger Natursteintunnel kurz hinter Isafjördur. :eek:

@nuvamic: Unweit von Reykjavik gibts die berühmte "Blaue Lagune". Wer mit Iceland Air nach Amerika fliegt, hat in Reykjavik 4 Std. Aufenthalt und wird in der Zeit vom Flieger direkt zum Baden gebracht. So stand es zumindest in meinem Reiseführer.


CarbonUnit

Gogolo am 03 Jun 2012 09:58:16

Es geht weiter mit den Vorbemerkungen zu meiner Reise:



2. Vorbemerkung: die Straßen Islands

In Island gibt es 13.000 km Straßen, von denen nur rd. 4330 km asphaltiert sind. In Island haben alle Straßen eine Nummer. Die Nummer 1 ist die Ringstraße, die um die ganze Insel führt, sie ist zu rd. 90% geteert. Dann gibt es Straßen mit zweistelliger Nummer, das sind Hauptverbindungsstraßen (und nicht gerade sehr breit), meistens geteert, manchmal aber auch ungeteert. Die Straßen mit dreistelliger Nummer sind relativ enge Nebenstraßen, die in der Regel ungeteert sind und eine Gravelschicht aufweisen. Manchmal weisen diese Straßen auch ein so genanntes „Wellblech“, also kleine Wellen in der Gravelschicht auf und sind nur langsam zu befahren. Aber all diese Straßen können auch mit einem normalen Wohnmobil befahren werden. Manche Brücken sind sehr schmal und nur einspurig befahrbar – Vorfahrt im Gegenverkehr hat der, der zuerst auf der Brücke ist.

Aber es gibt noch die Straßen, die zu einer Nummer auch noch vorne den Buchstaben „F“ tragen. Diese F-Straßen sind Allradpisten und nur mit 4x4-Fahrzeugen zu befahren. Darüber hinaus sind auf diesen Pisten oftmals Flüsse zu durchfurten, da Brücken bei dieser Straßenkategorie regelmäßig nicht vorhanden sind. Diese Furten können manchmal nur 10-20cm tief sein, aber auch durchaus >70cm tief sein. Da ist dann auch für kleinere Allradfahrzeuge Schluss. Gottseidank hat das Gogolobil eine Wattiefe von über 90cm und braucht die Furten nicht zu fürchten.

Im Grundsatz ist die Sache mit den Furten ganz einfach. Es gibt zwei Arten von Furten. Durch die eine kommt man problemlos durch. Durch die andere nicht. Das Kunststück besteht nun darin, herauszufinden, zu welchem Typ die Furt gehört, vor der man gerade steht. Und zwar am besten, bevor man in sie hineinfährt.

Das furten selbst verlangt große Aufmerksamkeit und Fingerspitzengefühl. Grundsätzlich gilt: morgens ist der Wasserstand der Flüsse niedriger als Abends, wo das Schmelzwasser des Tages von den Gletschern kommt. Dann heißt es, die zu durchfahrende Strecke im Fluss genau zu betrachten. Fließt das Wasser schnell, kann man davon ausgehen, dass es an dieser Stelle weniger tief ist. Die Tiefe sieht man meistens leider nicht, da das Flusswasser oftmals trübes, saukaltes Gletscherwasser ist. Manchmal ist vor dem furten ein vorheriges durchwaten (brrr, kalt) sinnvoll um Untiefen und Hindernisse besser zu erkennen. Wer sich dennoch nicht traut, die Furt zu befahren, wartet am besten auf das nächste Fahrzeug (macht sich in der Zwischenzeit einen heißen Tee, denn das kann dauern) um dann im Konvoi die Durchquerung zu versuchen. Und ganz wichtig ist, die Furt laaaaangsam zu durchfahren und darin nicht anzuhalten. Am besten wählt man (Allrad vorausgesetzt) den richtigen (niedrigen) Gang schon vorher aus, schaltet ggf. eine Untersetzung und/oder eine Differentialsperre ein und geht mit der Drehzahl ins Wasser, wo beim Motor die höchste Durchzugskraft anliegt. Bei trübem Wasser (aber auch generell) empfiehlt es sich, in einem Bogen durch den Fluss zu fahren und dabei zunächst ein Stück mit der Fliesrichtung, ab Flussmitte dann umlenken und etwas gegen die Fliesrichtung bis zum gegenüberliegenden Ufer zu furten.

Richtiges Offroad-Fahren ist in Island grundsätzlich nicht erlaubt – es genügt schon für ein wirklich kräftiges Abenteuer, wenn mann/frau auf den zugelassenen und offenen Hochlandpisten bleibt, denn auch hier sind mit tückischen Tiefsandpassagen, Lavafeldern mit scharfen Lavabrocken (schneiden gerne die Reifenflanken auf) und den erwähnten Furten zu rechnen. Diese Hochlandpisten werden erst ab Mitte Juni/Anfang Juli (je nach Wetter- und Schneelage) für den Verkehr freigegeben, da vorher der noch weiche Boden und die empfindliche Vegetation durch die Autoreifen geschädigt werden kann. Wer diese Zeitsperre missachtet oder im Sommer von der Straße abfährt um Offroad zu fahren muss mit äußerst empfindlichen Strafen rechnen.

Ob und welche Hochlandpisten geschlossen oder geöffnet sind ist hier aktuell nachzulesen: --> Link Diese aktuellen Informationen hängen auch bei jeder Tankstelle und Touristeninformation aus.

Eines noch zu Selbstfahrern gesprochen (auch diejenigen, die auf der Ringstraße und Hauptverkehrsstraßen bleiben): das eigene Fahrzeug darf einem nicht „leid“ tun, denn etwas Steinschlag durch entgegenkommende Fahrzeuge auf den ungeteereten Straßenabschnitten ist durchaus normal. Auch ein Reifenschaden ist nichts Außergewöhnliches auf Island. Wir haben zwei Reservereifen auf Felgen mit dabei.

Verkehrslimit auf asphaltierter Piste außerorts ist 90, (Piste 80, innerorts 50), obwohl die Isländer sich auf der Ringstraße nicht daran halten. Es ist generell mit Licht zu fahren. Alkohol: 0,05% Grenze


In der nächsten Vorbemerkung geht es um die Geologie und Landschaften Islands.


Habe die Ehre

Gogolo

waltraud-pauls am 03 Jun 2012 17:41:50

Lieber gogolo vielen dank fuer deine ausfuerlichen infos besser wie jeder reisefuehrer ich wünsche dir eine schoene tour und kommt gesund wieder paulchen

Gast am 03 Jun 2012 18:06:30

Ein Hallo an die 3 GoGoGo (Gogolo, Gogoline, Gogolobil)

ab Mitte Juni haben wir wieder die interessanteste Lektüre.
Freuen uns drauf und wünschen ganz viel Spaß und eiserne Gesundheit :!:

abba am 03 Jun 2012 18:40:48

Hallo Gogolo,

ich bin ja schon ganz aufgeregt und freue mich tierisch auf Deine Reise. Ich finde es toll, dass Du uns schon so viele Vorabiformationen gibst.

Eure Reise werde ich wie immer verfolgen.

D A N K E :blume:

Gogolo am 04 Jun 2012 17:18:28

Gogolo hat geschrieben:
nuvamic hat geschrieben:Noch ne Neugierfrage: In welcher Frequenz setzt sich denn der Isländer und dann auch der Islandtourist in warmes Wasser? Ich mein, solche Lagunen und heiße Quellen klingen reizvoll - aber gibt es die so oft, dass man da jeden Tag drinsitzt oder ist das ein Highlight alle paar Wochen?



Die heißen Quellen sind sehr zahlreich über das gesamte Land verteilt. Fast jeder Ort in Island hat ein Schwimmbad (genannt: Sundlaugar; laug=warm), gespeist aus warmen Quellen. In meinen bisherigen Islandreisen ist es mir noch nie vorgekommen, dass ich alleine in einem solchen Hotspot sitze. Viele Isländer nutzen das warme Bad auch zur Kommunikation. M.E. ist die Besuchsfrequenz sehr hoch. Auch wir haben in der Vergangenheit fast jeden zweiten Tag ein Bad in einer heißen Quelle genossen und werden dies mit Sicherheit auch dieses Jahr wieder so machen. Nebenbei sparen wir auch noch Gas zum aufheizen des Warmwassers im Gogolobil.

Auf diesem --> Link sind die vielen, vielen offiziellen Bäder verzeichnet. Bitte den Reiter "Markers" aufrufen und "Swimming" auswählen. Daneben gibt es noch unzähliche Naturbäder, gerade im Landesinneren und an den Küsten mit granidosen Panoramen, wenn man im warmen Wasser sitzt.

Es macht Spaß, wenn du da in so einem Bad sitzt und dich mit vielen verschiedenen Nationalitäten mit Händen und Füßen und meistens auf englisch unterhältst. In den Naturbädern im Freien wird dann gerne noch in Thermoskannen Tee oder Kaffee mitgenommen und auch Kekse werden gegessen. Ich liebe es....



Nachtrag:

Ganz lustig in Island sind die netten Plakate bei den Schwimmbädern, mit denen die Besucher zur Einhaltung der Hygiene angehalten werden:



Leider ist das Bild vor einigen Jahren von mir noch analog aufgenommen worden, wenn wir wieder auf der Insel sind werde ich eine digitale Aufnahme nachholen. Aber grundsätzlich: so ein Plakat sollte eigentlich überall - nicht nur in Island - hängen...


Habe die Ehre

Gogolo

schneutzl am 05 Jun 2012 21:40:45

Gogolo hat geschrieben:Ganz lustig in Island sind die netten Plakate bei den Schwimmbädern, mit denen die Besucher zur Einhaltung der Hygiene angehalten werden:



Leider ist das Bild vor einigen Jahren von mir noch analog aufgenommen worden, wenn wir wieder auf der Insel sind werde ich eine digitale Aufnahme nachholen. Aber grundsätzlich: so ein Plakat sollte eigentlich überall - nicht nur in Island - hängen...


Habe die Ehre

Gogolo


Lieber Gogolo,

wir waren mal mit den Kindern in Dänemark in einem Ferienhaus. Inklusive war der Eintritt in ein sogenanntes Schwimmparadies.
Da hingen ähnliche Schilder an der Tür zur Dusche sowie in der Dusche selbst, die kritischen Stellen dick rot eingekreist und mit Pfeilen versehen. Und dann kamen noch Aufpasserinnen mit ner Peitsche rein und kontroliierten, ob man sich auch richtig wusch - nämlich OHNE Badeanzug mit viel Seife.

Auch vor der Sauna, natürlich schön getrennt nach Geschlechtern, hing ein Schild, und auch da kontrollierten die Damen, ob man schön auf seinem Tuch saß samt Füssen. Walter sagte, in seiner Sauna hockte ein Kamerad auf einem Gästehandtuch, der flog achtkantig raus, das Schw***.
Manchmal wünsche ich mir, dass hierzulande auch so Zustände herrschen.

Sabine

Gogolo am 05 Jun 2012 21:41:58

Weiter geht es:

3. Vorbemerkung: Geologie und Landschaften Islands

Die geologisch junge Insel Island ist mit rund 103.000 km² nach dem Vereinigten Königreich von England der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Die im Nordatlantik/Eismeer liegende Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Welt und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises mitten im Eismeer.

Island liegt geologisch auf zwei Kontinente, auf der Nordamerikanischen und auch auf der Eurasischen Platte, wobei sich die Plattengrenzen von Südwesten nach Nordosten in etwa diagonal über die Insel ziehen. Die Platten entfernen sich jährlich etwa 2 cm voneinander – die Folge: Island wird ständig größer. Der Vulkanismus sorgt jedoch für stetigen Nachschub von geschmolzenem Gesteinsmaterial aus dem Erdinneren, so dass die Insel nicht auseinander bricht. Etwa 130 aktive Vulkane befinden sich derzeit auf Island, die man etwa 30 Vulkansystemen zuordnen kann.

Island war zu den Eiszeiten fast vollständig vergletschert. Heute bedecken Gletscher wieder 11,1 % der Landesoberfläche. Der Europas größter Gletscher (wenn man von Spitzbergen absieht) ist der Vatnajökull (sprich: vahtnajœkytl) an der Südküste mit 8.100 km². Seine Eiskappe ist bis zu 1000 m dick, er ist doppelt so groß als alle Alpengletscher zusammen, hat insgesamt über 3.000 km³ Volumen. Unter dem Eis sind drei aktive Vulkane, die gelegentlich ausbrechen…

Die Landschaft ist einerseits durch Vulkanismus geprägt, andererseits auch durch den Wasserreichtum. Es gibt zahlreiche Flüsse, Seen und Wasserfälle. Darunter ist mit dem Dettifoss der energiereichste Wasserfall Europas, gemessen am Wasservolumen pro Sekunde × Fallhöhe.

Island ist relativ dünn besiedelt: Auf 40 km² befinden sich im Schnitt zwei bis vier Häuser. Im Hochland ist Island fast menschenleer. Nur im Sommer sind dort Eingeborene und Touristen. Ein großer Teil der Insel besteht aus Lavawüsten, die weder bewohnbar noch landwirtschaftlich nutzbar sind – nur ca. 20% sind urbar gemacht.

Die Stromerzeugung in Island ist vollständig regenerativ: Über 80 % wird durch Wasserkraft erbracht sowie knapp 20 % durch Geothermie! Darum – und weil fast keine umweltschädliche Industrie im Lande ist, ist auch die Luft so sauber.

Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3 °C im Winter und zwischen 12 und 15 °C im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich kühler sein kann. Aber auch wesentlich höhere Temperaturen treten im Sommer (über 20 °C bis Mitte/Ende September) in einigen privilegierten Lagen auf. Vor allem wegen des Golfstroms fällt im Süden der Insel vergleichsweise selten Schnee. Das Wetter wechselt ständig, daher gibt es auf Island ein Sprichwort: „wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte halt eine viertel Stunde“. Es scheint fast jeden Tag die Sonne, aber es regnet auch fast jeden Tag!

Noch eine isländische Eigenheit: in sämtlichen isländischen Registern wie unter anderem auch dem Telefonbuch sind die Einträge nach Vornamen sortiert gereiht. Man redet sich untereinander mit Du an – auch gegenüber dem Staatsoberhaupt! Bei insgesamt 300.000 Einwohner kennt mann/frau sich halt….



Das nächste mal geht es über Essen und Trinken in Island.


Habe die Ehre

Gogolo

tekzenchelou am 05 Jun 2012 22:35:06

NEID NEID NEID und nochmal NEID³
Gogolo, weiter so!

[edit] und vielen Dank für Deine immer wieder spannenden Berichte und das MITFAHREN :cry:

schneutzl am 06 Jun 2012 11:05:25

Lieber Island-Gogolo,

wir fahren nächsten Donnerstag für 4 Monate ab nach Nordland.
Und wir haben keinen Laptop, kein Netz.

Ich bin schon ganz traurig, dass ich Deine Reiseberichte nicht zeitnah verfolgen kann. Da wollen wir nämlich auch noch hin (wenn wir mal geerbt haben...).

Immer gute Fahrt wünschen
Sabine und Walter

Gogolo am 07 Jun 2012 09:34:39

Ihr sollt wieder etwas zum lesen bekommen. Ganz wichtig, denn es geht um das leibliche Wohl!


4. Vorbemerkung: Essen in Island

Wenn man sich ein wenig in Islands Geschichte und Natur umsieht, kann man sich leicht ausrechnen, was dort traditionell auf Tisch und Teller kommt: Fisch und Meeresfrüchte vor allem, Schaf (in nun wirklich allen Teilen und Variationen), außerdem Vögel - von Graugans (und ihre Eier) bis zum Papageientaucher (Lundi). Nicht jeder bringt es übers Herz, ein Papageientaucherbrüstchen zu verzehren. Wer keine Vorbehalte hat, darf sich auf ein zartes, entfernt an Kalbsleber erinnerndes Fleisch freuen, das gebraten oder in feine Scheiben geschnitten als Carpaccio auf den Teller kommt. Die Zeiten des Hungers, in denen man in Island sogar die Pfahlwurzeln des Stengellosen Leimkrauts ausgegraben und gegessen hat, sind gottlob Vergangenheit, und dank der geothermalen Energie wachsen und gedeihen in vielen Treibhäusern nahe am Polarkreis Früchte und Gemüse, die man sonst eher mit südlicheren Breitengraden in Verbindung bringt. Höchstens Vegetarier haben es etwas schwer. Aber auch sie kommen über die Runden. Hervorragend ist auch der isländische Joghurt, „skyr“ (eine dickmilchähnliche, mal mehr, mal weniger flüssige Creme auf Magermilchbasis) genannt – der Geschmack kann süchtig machen.

Grundsätzlich gibt es in den Kaufläden Islands (fast) alles zu kaufen (außer: siehe meine „Mitnahmeliste“). Am besten schmeckt mir auf der Insel der fangfrische Fisch und das hervorragende Lammfleisch, das in den Läden erhältlich ist. Ich habe noch nirgends so gutes Lammfleisch gegessen wie auf Island! Die Lämmer müssen täglich viele Kilometer wandern um die notwendige Nahrung zu erhalten, das geht über Salzwiesen und über würzige Kräuterwiesen. Dabei setzt das Fleisch durch die Bewegung sehr wenig Fett an und erhält durch die Kräuter und Salz schon von vorne herein die notwendige Würze. Also: Islands Schafe sind die besten - vor allem auf dem Teller.

In Gasthäuser und Restaurants zum Essen gehen ist teuer und der Geschmack: naja, gewöhnungsbedürftig. Ich glaube, die Isländer legen nicht so großen Wert auf gutes, schmackhaftes Essen. Als Tourist hat man in Island prinzipiell drei Möglichkeiten, den Hunger zu bekämpfen, die man untereinander natürlich beliebig kombinieren kann: Selbstverpflegung via Supermarkt und selbst kochen, Fast Food am Imbiss, Kaffi oder Tankstelle (die HotDogs sind Klasse, da merkt man gleich gar nicht, dass es in Island seit 2009 keine McDonald mehr gibt und diese auch vorher nicht gut besucht waren), oder eben die luxuriöse Variante: Speisen im Restaurant. Komfort und „Delikatesse“ nehmen in dieser Reihenfolge zu. Die Kosten allerdings auch.

Schwarzbrot, wo wie wir es kennen, gibt es nicht – ausgenommen in der Gegend um Myvatn. Dort gibt es Hverabrauð, ein kräftiges, dunkles, lange bei eher niedrigen Temperaturen (meist aus Erdwärme) gebackenes Brot, das in Farbe, Konsistenz und Geschmack ein wenig an unseren Pumpernickel erinnert. Das Weißbrot ist ziemlich lapprig (bayerisch: lätschert) und wird von uns immer getoastet um es ein wenig knusprig zu bekommen. Aus diesem Grunde haben wir ein paar Backmischungen für dunkles Brot mitgenommen um diese im Gasbackofen des Gogolobils zu machen (manchmal braucht mann/frau doch etwas Gutes). Gemüse wird in großen, meist mit Erdwärme beheizten Treibhäusern gezogen und ist dementsprechend teuer. Rind-, Schweine- und Hühnerfleisch ist im jedem Kaufladen zu haben. Wurst und Käse – da ist die Auswahl sehr begrenzt und alles schmeckt relativ gleich. Es gibt aber in Reykjavik einen Laden, der hat gute Spezialitäten aus dem In- und Ausland. Zwar ein wenig teurer, aber wenn mann/frau lange auf der Insel ist, dann will mann/frau sich auch zu gegebener Zeit mal was Gutes gönnen – oder?

Wein, Bier und Schnaps gibt es nur in staatlichen Läden zu kaufen. Der Preis ist entsprechend - stattlich….


Aber dann gibt es noch so „isländische Spezialitäten“:

Die „herausragendste“ davon ist der Hákarl (sprich: Haukartl), eine isländische Spezialität, die aus fermentiertem Fleisch des Grönlandhais besteht. Geruch und Geschmack des Gerichts sind sehr intensiv und können bei Kulturfremden Ekel auslösen, mitunter auch bei Isländern selbst.

Der Hai ist nur auf Grund der Fermentierung überhaupt essbar, ansonsten wäre sein Fleisch ungenießbar, denn er reichert Harnstoff im Blut an, den er zum Ausgleich des osmotischen Drucks des Meerwassers verwendet. Es dauert mehrere Monate, bis der Harnstoff im Körper des toten Hais abgebaut ist. In dieser Zeit werden durch seine Zersetzung große Mengen an Ammoniak freigesetzt – das riecht und schmeckt man auch.

Die traditionelle Zubereitung von Hákarl ist langwierig: Der Hai wird ausgenommen, entgrätet, gesäubert und gewaschen. Dann wird eine Grube in grobkörnigem Kies gegraben, das Haifleisch wird eingegraben und durch darauf liegende Felsstücke ausgepresst. So wird es belassen - im Sommer sechs bis sieben Wochen, im Winter zwei bis drei Monate. Danach wird das Haifleisch in eine offene Trockenhütte gehängt, wo der Ammoniak verdunstet. Dort bleibt es zirka zwei bis vier Monate, bis es fest und trocken ist. Heute wird der Hai im Allgemeinen nicht mehr vergraben, sondern in durchlässigen Holzkisten abgelagert. Entscheidend ist, dass der (oder heißt es: das?) Ammoniak verdunsten kann.

Vor dem Essen wird die braune Kruste des Hais entfernt, das weiße Fleisch in kleinen Stücken mit dem isländischen Schnaps namens Brennivín serviert. Dem Gericht werden in Island verdauungsfördernde Eigenschaften zugeschrieben, beim Verzehr größerer Mengen kann es zu Durchfall kommen – ob die Ursache dafür dem Hákarl oder dem Brennivin zugeschrieben werden muss ist noch nicht wissenschaftlich erforscht. Für einen Eigenversuch kann ich mich gerade noch zurückhalten.

In der Sache ist Brennivín (wörtlich "Branntwein") übrigens ein klarer Kartoffelschnaps, dem mit Kümmel ein intensives Aroma aufgeimpft worden ist. Mit 37,5 Vol.-% zählt er nicht gerade zu den Weicheiern, aber auch nicht zu den wirklich harten trinkbaren Drogen. Zum Hákarl passt er jedenfalls ganz vorzüglich. Dass er inoffiziell auf den Spitznamen "Schwarzer Tod" (svarti dauði) hört, lässt ahnen, zu welchen Nachwirkungen er imstande ist, wenn man damit einmal etwas gründlicher über die Stränge schlägt. Am Flughafen und auf der Smyril-Fähre ist er problemlos zu kaufen, ansonsten nur in speziell für alkoholische Getränke lizenzierten Vínbuðir ("Weinbuden") mit ihren skurrilen Öffnungszeiten erhältlich.

Kæst skata (ugs. Gammelrochen) ist ein fermentiertes Fischgericht aus einer vor Island vorkommenden Rochenart und wird auf Island traditionell am Tag vor Heiligabend gegessen – die Herstellung und der Geschmack soll ungefähr genauso sein wie beim Hákarl.

Hrossakjöt = Islandpferd und Harðfiskur = Trockenfisch. Letzterer schmeckt besser als er aussieht.

Dann gibt es noch „sauere Widderhoden“ (Súrsaðir Hrútspungar) oder gesengte Schafsköpfe (Svið). Blóðmör - klingt nach Death-Metal-Band, ist aber Blutwurst, genauer gesagt mit Blut und Nierenfett gefüllter Schafsdarm. Und auch Rentier und Walfleisch kann man manchmal in den Tiefkühltruhen sehen und kaufen (Walschützer weglesen: das Walfleisch schmeckt übrigens nicht schlecht! Ich habe da so verschiedene Rezepte…).

Einkaufen kann mann/frau an jeder Tankstelle, die meistens einen Shop mit dabei haben. Sonst gibt es auch Einkaufszentren wie z.B. „Bonus“, der mit unserem ALDI vergleichbar ist.


Am Wochenende folgt dann die letzte Vorbemerkung über die Einreise mit dem eigenen Fahrzeug - und dann beginnt unsere Reise!


Habe die Ehre

Gogolo

markgraefin am 07 Jun 2012 09:47:34

Brrr, Gogole,
hat es mich schon geschüttelt, wenn ich die Beschreibung dieser "Spezialitäten" im Islandkrimi las, ist mir jetzt so richtig bääähhh.

Ich liebe landestypische Küche, aber das muss dann doch nicht sein. :D.
So vergnügunssüchtiog wäre ich dann doch nicht.

Schüttel.


Markgräfin

Gogolo am 07 Jun 2012 09:54:57

Man kann ja auch Lachs und Hummer dort sehr gut essen. Beides ist günstiger als bei uns. Und es gibt natürlich auch frisch gefangenen Wildlachs (super lecker) zu seeeehhhhr günstigen Preisen, wenn man ihn gleich beim Angler kauft und/oder gegen Schnaps tauscht :D :D :D

Papageientaucherbrüstchen sind auch sehr gut - wenn man es übers Herz bringt, das Fleisch dieser hübschen und possierlichen Vögel zu essen...


Habe die Ehre

Gogolo

markgraefin am 07 Jun 2012 10:11:08

Als an der Ostsee Ansässige ist Fisch für mich immer lecker.
Allerdings Hai und dann noch in dieser Art? Brrr.

Papageientaucher könnte ich, wie Meerschweinchen auch, niemals essen.
Ich hätte immer das Gesicht dieses hübschen Vogels vor mir.

Egal, ich freue mich auf die Bilder (vielleicht bekommst du ja auch einen lebenden Papageientaucher vor die Linse) und deine Berichte.


Markgräfin

Gogolo am 07 Jun 2012 10:26:51

markgraefin hat geschrieben:... vielleicht bekommst du ja auch einen lebenden Papageientaucher vor die Linse...


Markgräfin



DAS kann ich dir garantieren. Die Vögel haben bis Mitte August Brutzeit an Land, sind überhaupt nicht scheu und lassen den Menschen auch an ganz kurze Distanz heran. Da braucht man zum fotografieren nicht einmal ein Teleobjektiv. Erst ab Mitte August fleigen die Vögel wieder aufs Meer und bleiben dort bis zum nächsten Frühjahr.

Ich freue mich schon sehr!


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 09 Jun 2012 09:19:10

So, das sind jetzt die letzten Vorbemerkungen bevor unsere Reise wirklich beginnt und ihr auch mit Fotos und aktuellen Berichten sowie Gebietsbeschreibungen "versorgt" werdet:



5. Vorbemerkung: Einreise nach Island mit dem eigenen Fahrzeug


§1 lautet: das eigene Fahrzeug darf einem nicht „leid tun“ (siehe Ausführungen zu Islands Straßen). Merke: der erste Kratzer ist der schlimmste und tut noch weh. Die nachfolgenden Kratzer sind nicht mehr so „wild“.

Da kann es auch schon mal einen Steinschlag auf den Schotterstraßen geben und auch etwas Lack abplatzen oder die Windschutzscheibe einen Sprung gekommen. Und wenn man damit ins Hochland fährt, dann ist auch unter und auf dem Fahrzeug schnell eine dicke, heftige Schlammschicht. Sauber machen kann man das Fahrzeug kostenlos an jeder Tankstelle mittels eines Wasserschlauchs der dort für solche Zwecke, aber auch zum Wasserauffüllen, bereit liegt.

Mit dem eigenem Fahrzeug geht es nach Island nur mit dem Fährschiff Norröna der Smyril-Line - --> Link Andere regelmäßige Verbindungen gibt es nicht. Erwähnt werden muss noch die Möglichkeit der Fahrzeugverschiffung mit einem Frachtschiff, aber das haben wir noch nie gemacht, es soll auch ziemlich gestohlen werden bei einer solchen Verschiffung.



6. Vorbemerkung zum eigentlichen Reisebericht:


Abweichend von meinen bisherigen Berichten gibt es hier kein Reisetagebuch, sondern ich werde versuchen, immer aus dem Blick eines Wohnmobilisten – sicherlich mit einem nicht ganz alltäglichen Allrad-Gefährt, unserem Gogolobil – die verschiedenen Gegenden Islands zu beschreiben. Hinsichtlich der Befahrbarkeit von Gegenden und Straßen gibt es einen Hinweis, wenn Allrad notwendig ist oder Furten zu durchqueren sind. Deshalb werden die Berichte aus Island nicht regelmäßig kommen, sondern immer dann wenn wir eine Gegend „abgefahren“ haben.


So, genug mit den Vorbemerkungen, jetzt geht es endlich los mit der Reise des Gogolobils nach Island 2010. Wir haben genügend Zeit für die Insel - wir sind sozusagen "reif für die Insel" und werden versuchen, so viele wie möglich anfahrbaren Punkte von Island zu "erfahren" bzw. zu sehen.

Am Montag vormittag geht es gemütlich los, wir lassen uns für die Anreise bis Hirsthals (dort geht die Fähre ab) eine Woche Zeit und werden uns auch noch in Dänemark auf der Insel Römö am Autostrand ein paar Tage aufhalten.



Habe die Ehre

Gogolo

markgraefin am 09 Jun 2012 10:24:18

Hallo Gogolo,
ich freue mich sehr auf deine Berichte
Darf ich dich bitten, auch von Römös Autostrand ein paar Bilder zu schicken?

Vor allem möchte ich auch wissen, ob meine "Weißware" und mein autofahrerisches Können (ist, glaube ich, nicht ganz schlecht :oops:) ausreichen, um dort auch mal zu stehen (wenn ich denn endlich den nötigen Wechselrichter habe, verdammt! :roll:)

Ich finde die Aussicht, auf Sand, direkt an der Wasserkante zu stehen, einfach nur atemberaubend.

Schönes Wochenende
Markgräfin

Anne42 am 09 Jun 2012 10:33:58

Gogolo, wir wünschen euch eine gute Reise und freuen uns schon auf deine Berichte.

uschi-s am 09 Jun 2012 12:49:07

Da können wir ja wieder auf einen interessanten Bericht hoffen.
Ich war schon so begeistert von den Bildern einer Freundin, die mit einer Reisegruppe per Allrad und zu Fuß in Island unterwegs war. Ich erhoffe mir tolle Landschaftsbilder, aber die sind bei Dir ja eigentlich ein MUSS.

Viel Spaß bei den weiteren Vorbereitungen und der Einreise.

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