Hier unser Bericht über die ersten Erfahrungen:
"Am 18.11. bauten mein Vater und ich alles (Tische, Gasflaschen, Dachbox ...) aus dem Wohnmobil aus, was wir für unsere Fahrt nach Andalusien nicht unbedingt benötigten damit wir mehr Ladefläche für Waschmaschine, Tische, Stühle, unzählige Kartons ... hatten. So konnten wir am Ende eine knappe Tonne zuladen, was wir auch taten.
Wie immer vor größeren Touren habe ich vor Fahrtbeginn noch einmal Luftdruck, Wasser- und Ölstand geprüft. Alles war soweit ok. Beim Anlassen des Motors piepste das Warnsignal für die automatische Einstiegshilfe (Treppe), das Piepsen hörte nach ein paar Sekunden aber von alleine auf. Wohl irgendein kleiner Defekt ohne weitere Wirkung.
In Frankreich tankten wir das erste Mal. Der Verbrauch lag bei ca. 15 Liter, was mich doch etwas schockte. Aber wir waren ja auch wirklich voll beladen und außerdem war der Gegenwind recht stark. Wird schon, dachte ich mir.
Bei Lyon wollten wir erstmals etwas Radio hören, allerdings spinnte der Sendersuchlauf. Alle ca. 10 Sekunden wollte er den manuell eingestellten und sehr gut zu hörenden Sender ändern. Selber fand der Suchlauf aber keinen Sender. Nach x Versuchen schalteten wir das Radio endlich ab. Weiters machte ich mir keine Gedanken, da eh nach unserer Rückkehr ein neues Radio mit CD Player eingebaut werden soll.
Der Motor war relativ ruhig und die ganze Kiste lief wie ein Uhrwerk. Noch nie habe ich ein KFZ gehabt, welches so supergut ansprang und das obwohl der Ford einen 2,5 Liter Turbodiesel unter der Motorhaube versteckt hielt und die Maschine bereits 145.000 km in den letzten 11 Jahren runterspulte. Von der Höchstgeschwindigkeit war ich allerdings doch etwas enttäuscht, denn mit Rückenwind kam der Wagen nicht mal auf 120 km spitze. Im KFZ-Schein ist die Höchstgeschwindigkeit hingegen mit 130 km/h angegeben. So überlegte ich: Wenn der Turbolader eine Macke hätte, oder die Zündung nicht richtig eingestellt ist, so hätte es 3 Tage vorher keine neue ASU-Plakette gegeben. Wenn die Kompression zu niedrig ist, würde der Motor auch bei längeren Standzeiten nicht so super anspringen. Auch hier verschob ich letztendlich die Gedanken auf die Zeit nach dem Urlaub, denn dort sollte eine Fordwerkstatt sich der Sache mal annehmen.
Bis nach Andalusien verlief die weitere Fahrt problemlos und der Verbrauch pendelte sich bei knapp 14 Liter ein. Die Vordersitze erwiesen sich während der 27 Stunden als erstaunlich bequem und auch sonst war das Fahren sehr entspannt. Weder Seitenwinde noch Spurrillen konnte ich sonderlich bemerken. Das liegt wohl an den Zwillingsreifen, die aber als Nachteil eine 50%ige höhere Maut mit sich bringen. Was die Höhe der Maut mit den Zwillingsreifen zu tun hatte, konnte mir bis heute keiner erklären was der Grund für die unterschiedliche Behandlungsweise ist. Fairerweise schauten aber nicht alle "Geldeintreiber" aus Ihrem Fensterlein und bemerkten die Zwillinge.
Während unseres Urlaubes prüfte ich an einem Tag alle Möglichkeiten des Fahrzeuges. Ich säuberte den Wassertank, testete Wasserboiler und
Heizung und benötigte mind. 2 Stunden um die Markise mit den Seitenteilen ohne Handbuch aufzubauen. Gar nicht so einfach, aber am Ende mußte ich zugeben, daß das ein wohldurchdachtes System war. Am liebsten hätte ich ja gleich eine Tour in die Berge gemacht, aber dafür wartete leider zuviel Arbeit auf uns.
In der zweiten Woche war dann irgendwann die Bordbatterie leer. Die Patenkinder haben offensichtlich zuviel an den technischen Geräten rumgespielt - der WoMo war eben ein prima Spielzeug. Sogar in die oberen Schränke krochen die Racker und erschreckten einen, wenn man die Tür öffnete. Aber da wir den Wagen eh nicht benötigten, war die leere Batterie nicht weiters schlimm. Einfach an 220 Volt angesteckt und am nächsten Morgen war die Batterie wieder voll. Und die dann bemerkte defekte Beleuchtung im Bad störte auch nicht besonders.
Zwei Tage vor unserer Rückfahrt ging plötzlich die automatische Einstiegshilfe nicht mehr hoch. Erst einige Schläge auf den Motor sorgten dafür, daß sich die Treppe langsam wie immer wieder nach oben bewegte. Übrig blieb ein recht lästiges Piepsen nachdem der Motor gestartet war. Aber mit einem Druck auf die Taste "Stop" an der hinteren Tür war wieder Ruhe. Hier war klar, daß ich mich der Sache zu Hause mal gründlicher annehmen mußte. Das Gleiche galt für die Rückfahrkamera, die ab und zu mal etwas spinnte, im großen und ganzen aber ihren Dienst sehr gut versah. Es war schon ein tolles Gefühl in die Röhre zu schauen und dabei alles hinter dem WoMo genau sehen zu können. Tolle Erfindung, die ich jedem empfehlen kann. Überhaupt war nicht nur ich sondern auch die ganze Familie sehr angetan von dem Ford und seinen unzähligen Möglichkeiten.
Drei Tage vor Abreise wollten wir mit dem WoMo einen kleinen Familienausflug ans Meer machen. Hierzu muß man wissen, daß der Weg zu unserer Finca über einen unbefestigten Feldweg mit vielen Schlaglöchern führt. Ich finde ihn gar nicht so schlimm, aber unsere Gäste bezeichnen ihn als abenteuerlich und ein paar wenige sogar als unbefahrbar. Ich fuhr also aus der Toreinfahrt heraus, war auch schon fast ganz draußen, als ich mit dem Vorderrad in ein Loch fuhr. Dadurch neigte sich der Aufbau so stark auf die rechte Seite, daß das hintere Fenster ganz leicht an den Pfosten der Toreinfahrt schlug. Es war nicht viel, aber es reichte aus, um in die äußere Scheibe ein Handteller großes Loch zu hauen. Mist, aber einmal ist immer das erste Mal. Ich ärgerte mich ziemlich, hatte aber wohl Glück im Unglück, da die innere Scheibe heile blieb. Nur der Klappmechanismus war auch defekt, aber das war ein altersbedingter Schaden. Also war nach dem Urlaub auch eine neue Scheibe bzw. eine Reparatur mit Klebeband fällig.
Am Tag vor der Abreise regnete es aus Kannen. 4 Versuche benötigten wir, um den Feldweg von unserer Finca wieder nach oben zu kommen. Aber dann ging es. Ohne Zwillingsreifen und Heckantrieb wären wir garantiert nicht weggekommen. Sicherheitshalber ließen wir den Wagen über Nacht oben stehen, so waren wir sicher, am nächsten Tag auch losfahren zu können.
Am nächsten Morgen hörte es endlich auf mit der Regnerei. Wir beluden den Hänger, den wir wieder mit nach Deutschland nehmen wollten, da er TÜV fällig war. Nachdem die Finca geputzt, die Katzen gefüttert und der Proviant fertig war, wollten wir losfahren. Aber der PKW, den wir uns am Tag zuvor ausgeliehen hatten, schaffte es nicht, den Hänger den Berg hochzuziehen. Die Vorderräder drehten im Matsch durch. Wir wollten auch nicht alles ausladen und einzeln hochtragen - immerhin waren es ca. 200 m bis nach oben. Also riskierten wir es und holten den WoMo runter. Rückwärts im Matsch auf einem engen, schlechten Feldweg war nicht ganz einfach. Aber die Spiegel sind wunderbar groß an dem Wagen und außerdem ist er sehr leicht zu handeln. Wir koppelten den Hänger an und nach einigen Fehlversuchen, etwas Blut und Wasser und natürlich sehr viel Glück kamen wir letztendlich oben heile an.
Nach der Verabschiedung von Schwester, Schwager und den beiden Kindern machten wir uns an die 2.500 km zurück in die "Noch-Heimat". Da es in Deutschland schneite, öffnete ich den Wasserhahn und stellte die Pumpe an, damit das Frischwasser während der Fahrt auslaufen konnte. Leider übersah ich, daß die Kinder den Stopfen in den Abfluß der Küchenspüle gesteckt hatten. Das passiert mir niemals wieder. Am ersten Berg kam uns von hinten ein Schwall Wasser entgegen, da das Wasser durch die Schräglage nach vorne schwappte. 3 - 4 Liter (oder waren es doch mehr?) können einen ganz gewaltig naß machen. Glück hatten wir im Unglück schon, da das Wasser fast ausschließlich in die Fahrraumzelle schwappte. Außerdem hatten wir genügend alte Lappen und Handtücher dabei, so daß wir alles aufwischen konnten. Und draußen war es herrlich warm, so daß alles schnell wieder trocknete.
Am Abend fielen dann die LEDs für die Überwachung der Bordspannung aus. Na ja, die Dinger habe ich in meiner Werkstatt rumfliegen und der Austausch wird auch nicht lange dauern. Komisch war aber, daß man die grünen Lämpchen in der Dunkelheit ganz leicht glimmen sah. Vielleicht war die Bordbatterie nur etwas schwach. Das konnte aber irgendwie auch nicht sein, denn die Batterie war ja angeblich neu und wir fuhren ja bereits seit über 10 Stunden, so daß sie ja wieder aufgeladen sein müßte. Aber kein großes Problem, 1 Stunde Arbeit und alles ist wieder heile.
Bis hierher nahm ich alles noch sehr gelassen hin, immerhin war der Ford schon 11 Jahre alt und frisch TÜV und frisch ASU - dies ließ der Vorbesitzer einen Tag nach dem Kauf noch machen - besagen leider nicht, daß alles neu und perfekt ist. Als dann aber auch die
Rückfahrkamera den Geist aufgab wurde ich erstmals schon nachdenklicher. Irgendwie stand die ganze Sache nicht gerade unter einem guten Stern. Etwas beruhigter wurde ich aber wieder, als ich merkte, daß die Rückfahrkamera kurz einwandfrei funktionierte, wenn man den Motor startete. Hieraus zog ich den Rückschluß, daß eventuell etwas mit der Stromzufuhr nicht stimmen könnte. Dies wäre eventuell auch die Lösung für die Probleme mit der Batterie, der Ladeanzeige und vielleicht auch für die automatische Einstieghilfe. Leider habe ich keinen Stromplan des WoMos, aber ich kann sicherlich auch messen, von welcher Stromquelle die Abnehmer gespeist werden. Möglich wäre auch ein Ladeproblem der Bordbatterie.
In diesen Gedanken versunken passierten wir die deutsch/französische Grenze. Nun waren es nur noch ca. 300 km. Insgesamt wären es dann knapp 28 Stunden bis nach Hause gewesen.
Plötzlich ging der Wagen rechts vorne in die Knie und steuerte bei Tempo 90 mit einem 750 kg Hänger im Schlepptau auf die linke Leitplanke zu. Mit viel Geduld und mindestens ebenso viel Glück (wir waren alleine auf der Autobahn) konnten wir den Wagen nach rechts bewegen. Nun sahen wir uns aber schon in der rechten Leitplanke landen. Wir zogen beide gemeinsam an der Handbremse und brachten so den WoMo ohne Leitplankenberührung funkensprühend und kreischend langsam zum stehen. Natürlich dachten wir beide sofort an einen Reifenplatzer. Leider ist uns aber der rechte vordere Querlenker abgerissen. Bei der Schlingerfahrt über den Asphalt mußte auch noch zusätzlich die Lenkung daran glauben.
Nach einigen Anrufen kam dann eine Werkstatt, die vom ADAC beauftragt war. Da aber Sonntag war und der Hänger nicht angemeldet war, wollte der Fahrer nur den WoMo aufladen, den Hänger wollte er einfach stehen lassen. Immerhin war LKW-Fahrverbot. Und eine große LKW-Pritsche mit Anhänger fällt unter das deutsche Sonntagsfahrverbot, auch wenn es ein Pannenfahrzeug des ADAC ist. Mit viel gutem Zureden überzeugten wir den Fahrer, auch den voll beladenen Hänger mitzunehmen.
In der 10 km entfernten Werkstatt angekommen, stellten die Jungs kurz den Schaden fest, telefonierten ein paar Mal mit dem ADAC in München und schon waren wir wieder auf der Autobahn in Richtung Frankfurt (mit WoMo auf der Pritsche und Hänger hintendran). Aber ein Unglück kommt eben selten alleine, oder wie war das? Keine 50 km später hielten uns die netten Herren in grün an: LKW-Fahrverbot. Die Grünen waren aber ganz freundlich und verzichteten am Ende auf eine Anzeige, aber die Autobahnfahrt war vorbei. Also an der nächsten Ausfahrt runter und über Frankreich in Richtung Heimat.
Von unterwegs riefen wir mit dem letzten Saft im Handy zu Hause an und baten unsere Frauen, eine Ford-Werkstatt in der Nähe unseres Wohnortes ausfindig zu machen. Immerhin hatten wir den Wagen erst 4 Tage vor unserem Arbeitsurlaub gekauft und wußten daher noch nicht, wo die nächste Fordwerkstatt war.
Gegen 22 Uhr trafen wir dann bei einer Fordwerkstatt ein, Maria erwartete uns schon mit dem Geländewagen. So, nur noch den WoMo abladen, den Hänger an den Geländewagen und ab nach Hause. Am nächsten Morgen um 7 Uhr früh wollte ich bei der Annahme sein, denn 6,11 m Länge auf dem Parkplatz der Werkstatt blockierten so einige andere Fahrzeuge. Aber irgendwie war da doch etwas, so in der Richtung daß ein Unglück selten alleine kommt. Beim Versuch den WoMo runterzufahren, brach der letzte Rest auch noch zusammen, so daß das Rad fast abbrach und dann waagerecht zum Untergrund stand. So konnten wir den Wagen nicht runterziehen bzw. runterfahren. Einige Diskussionen später fiel mir ein, daß ich ja einen großen Wagenheber mit Rollen dabei hatte. Diese stellten wir unter die Achse und bugsierten so langsam unter ständigem Neuausrichten des Wagenhebers den WoMo auf den Parkplatz. Endlich, geschafft. Wir waren doch noch heile angekommen.
Am nächsten Morgen sah sich die Werkstatt den Schaden an und setzte die Reparaturhöhe auf ca. 1.600,- Euro an. Ne Menge Geld, aber im Vergleich zu dem, was uns hätte passieren können, nicht mal ein Trinkgeld. Ja und da steht er immer noch - in der Werkstatt.
Fazit:
Wir waren nicht gerade vom Glück verfolgt, was den WoMo anbetrifft. Aber so etwas passiert nun mal, das kann man nicht ändern. Trotzdem, auch wenn es kaum zu glauben ist, habe ich die Freude auf den WoMo nicht verloren und freue mich, wenn ich den Wagen frisch repariert wieder abholen kann. Allerdings warte ich nun schon 2 Wochen auf die neue Lenkung aus England!
Einen neuen Farbfernseher mit DVD-Player habe ich schon bei ebay gekauft, auch eine Satelitenanlage und einen Spannungswandler, fehlt nur noch ein Radio-CD und natürlich die Reparatur der geschilderten Probleme mit Rückfahrkamera, Einstiegshilfe, Batterie ...
Und Anfang April wird alles besser an dem Auto sein, als je zuvor und wir können alle (Hund, Katz, Frau und ich) auf die geplante große Tour nach Andalusien gehen. Manche sind eben unverbesserlich ...
Last but not least: Wenn dann die
Steuer für alte WoMos in Deutschland doch wie erwartet nach oben geht, überführe ich das WoMo eben nach Spanien. "
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