Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.
eine beneidenswerte Sammlung an "Erfahrungen". So einen Hymer hatte ich auch mal, aber auf Mercedes Hanomag 206 D mit gnadenlosen 60 PS. Der trug uns u.a. bis zum Nordkap und zurück.
Den von Dir gezeigten /8- Benz hatte ich als Limousine mit 55 PS- Diesel, den Wohnwagen zog ich damit von Moers zur Ostsee durchgängig im dritten Gang, weil das Auto so unglaublich durchzugsstark war. Ich freue mich auf weitere Fahrzeuge von Dir.
heute komme ich zu meinem 2. Wohnwagen, und um nicht dem nächsten Beitrag vorzugreifen, muss ich von meinem Prinzip abweichen, die Seiten meines Fotobuchs nicht auseinander zu reissen:
Es handelt sich um einen sehr seltenen -mir ist kein zweiter in Deutschland bekannt- Bourgeois Primadonna aus Belgien. Bemerkenswert an diesem Wohnwagen ist -neben der Hydracup-Bremsanlage, die leider in Deutschland nicht (mehr) zulassungsfähig ist und daher stillgelegt wurde-, dass er eine selbsttragende Aluminium-Hülle besitzt ähnlich einem Airstream. Ausserdem sind die kompletten Möbel mit Ausnahme der Sitzkästen aus Aluminium, wobei die wirklich edel aussehende Wurzelholz-Optik nicht etwa foliert, sondern gedruckt ist! Dadurch ist der Wohnwagen sehr leicht und kann nach Stilllegung der Hydracup-Bremse -eine hydraulische Bremse, die über eine Schnellkupplung mit dem Bremssystem des Zugfahrzeugs verbunden wurde- ohne Probleme ungebremst gezogen werden.
Das Problem mit meinem Bourgeois war die Wand- und Deckenverkleidung, die aus vielen kleinen Papp-Stücken bestand, die mit Kunststoff-H-Profilen miteinander verbunden waren. Im Laufe der Jahre waren diese Pappstücke so geschrumpft, dass sich überall Lücken auftaten. Also habe ich wohlgemut die gesamten Möbel entfernt und die Innenverkleidung runter gerissen. Dann habe ich den "Rohbau" von einem Profi lackieren lassen (das Foto oben links war der Zustand vor, die unteren nach der Lackierung). Wand und Decke waren auch relativ problemlos und schnell mit Styropor-Platten beklebt, die Decke wollte ich mit weissem Kunstleder verkleiden, das ich mir schon hatte zuschneiden und nähen lassen, und die Wände mit biegsamen weissen Hartfaserplatten, ähnlich wie die Rückwände von Ikea-Schränken...
Alles super geplant, alles auch machbar, ABER: ich musste leider sehr schnell feststellen, dass die Ausführung meine handwerklichen Fähigkeiten bei weitem überforderte. Bedingt durch die runde Form gab es ja keinen einzigen geraden Schnitt, und ich begann zu begreifen, warum die Verkleidung ab Werk aus vielen kleinen Stücken bestand...
Da ich weder den entsprechenden Platz noch das entsprechende Werkzeug, vor Allem aber viel zu wenig Zeit hatte, habe ich nach das Ganze nach eineinhalb Jahren notgedrungen als angefangenes Restaurierungsobjekt wieder verkauft. Ich hoffe sehr, dass es dem Käufer gelungen ist, den Wohnwagen wieder so herzustellen, wie er es auf Grund seiner Seltenheit, aber auch seines Charmes verdient hat. Ich habe mich nie getraut, nachzufragen...
Morgen kommen dann zwei Objekte, die ich zwar im Abstand von einem Jahr gekauft hatte, die aber zusammen gehören und die ich daher auch zusammen vorstelle.
Liebe ,
Klaus
Gast am 08 Feb 2015 10:38:10
Guten Morgen,
heute kommt ein etwas längerer Beitrag, nicht nur, weil heute Sonntag ist, sondern vor Allem, weil es heute um zwei Fahrzeuge geht, die so aussergewöhnlich sind, dass man darüber Bücher schreiben könnte...
Nach meinem –selbstverschuldeten- Reinfall mit dem Bourgeois-Wohnwagen habe ich mich ziemlich schnell mit einem Wohnwagen getröstet, der mich wegen seiner ungewöhnlichen Form schon immer fasziniert hat: einem Schäfer Suleica. Der Name „Suleica“ wurde von dem unvergesslichen Autojournalisten und –Tester Fritz B. Busch geprägt und bedeutet schlicht „Super-Leicht-Caravan“... (Genau dieser Wohnwagen war es auch, der von meinem Nachbarn mit den mitleidigen Worten „Na ja, Hauptsache dicht und billig...“ bedacht wurde):
Da der Suleica komplett aus GFK bestand (Fritz Schäfer hatte als Hersteller von Kunststoff-Schwimmbädern den Umgang mit diesem Material perfektioniert) und aus zwei genau gleichen Hälften zusammenlaminiert wurde, gab es sogar eine Ausführung, die zu der Zeit ein Alleinstellungsmerkmal hatte: den schwimmfähigen Wohnwagen!
Ausgerüstet mit abgedichteter Achse, geändertem Gaskasten, einem halbhohen Schott in der Tür und einem Spiegel für den Aussenborder konnte man mit diesem Gefährt über den (Binnen-)See schippern! Ganz Hartgesottene haben den Schwimm-Suleica sogar mit einem Amphicar gezogen und sind als komplettes Gespann ins Wasser gegangen...
Alle Informationen und viele Bilder über diesen aussergewöhnlichen Wohnwagen und das dazu passende Wohnmobil, den Schäfer Orion, gibt es unter --> Link und unter --> Link . Viel Spass beim Stöbern, es lohnt sich! Übrigens, die erste Ausführung des Orion, allerdings auf VW-Basis, war auch als Schwimmfahrzeug konzipiert; obwohl das nie so ganz geklappt hat, fährt dieses Mobil heute noch in Deutschland herum!
Etwa ein Jahr nach Kauf des Suleica entdeckte ich bei Ibäh (das ich übrigens immer noch täglich nach aussergewöhnlichen Wohnwagen und –Mobilen durchforste) einen Schäfer Orion II, der zum Sofortkauf für 3.999 € angeboten wurde, ein geradezu unglaublicher Preis für dieses seltene Mobil. Da die zahlreichen Fotos zeigten, dass der Ausbau in sehr gutem Zustand war und auf Grund seiner Basis –DB/Hanomag-Henschel mit dem nahezu unzerstörbaren Austin-A70-Benzinmotor- und der verrottungsfreien GFK-Hülle, kaufte ich das Auto unbesehen mit einem Klick. Ich habe übrigens sehr viele Fahrzeuge über Ibäh unbesehen gekauft und bin nie ge- oder enttäuscht worden; allerdings waren sie auch immer in einem Preissegment, bei dem das Risiko relativ gering war...
Aber zurück zu meinem Orion:
Nachdem ich eine LPG-Gasanlage hatte einbauen lassen (die übrigens als „zeitgenössische Gasanlage“ eingetragen wurde und daher das „H-Kennzeichen“ nicht gefährdete) und ich einige zeitgenössische Accessoires wie Nierenspiegel, Tütenlampen, „spacigen“ Philips-Radiowecker, Becker-Nadelstreifen-Radio und und und verbaut hatte, bescheinigte mir ein Classic-Data-Oldtimergutachten den Zustand 2+ sowie einen Wert von 19.500 €!
Da der Orion über ein durch zwei Türen abtrennbares Raumbad verfügte, verbaute ich noch eine Thetford-Cassetten-Toilette und einen –für mich unverzichtbaren- Backofen (natürlich nicht im Bad...), und fertig war unser Luxus-Wohnmobil! Zusammen mit dem Suleica hatten wir ein unschlagbares Gespann (na ja, unschlagbar nicht bei der Reisegeschwindigkeit...), das für uns, unseren Hund, unsere Kinder oder Besucher jede Menge Platz bot und auf jedem Campingplatz für Aufsehen sorgte...
Nach drei Jahren und vielen schönen Reisen hauptsächlich in das von uns geliebte Zeeland an der holländischen Nordseeküste habe ich das Gespann dann –leider- wieder verkauft. Da ich beruflich nie mehr als zwei Wochen Urlaub im Jahr nehmen konnte und das Gespann mit Hallenmiete, Steuer und Versicherung (die Teilkasko war auf Grund des hohen Versicherungswertes trotz H-Kennzeichen sehr teuer) etwa 2.400 € Festkosten im Jahr verursachte, hat es sich einfach nicht gerechnet...
So, das war’s für Heute, morgen geht es weiter mit einem 10 qm-Wohnwagen mit vier Zimmern...
Liebe ,
Klaus
Anzeige vom Forum
Gast am 08 Feb 2015 12:19:38
Eine kurze Ergänzung: ein 10 qm-Wohnwagen mit vier Zimmern, der in jede Normgarage passte!
Beduin am 08 Feb 2015 19:06:10
Wahnsinn. Echt toll!!!!!!!!!!!!! und auch wunderschöne Fahrzeuge.
Gast am 08 Feb 2015 19:18:25
Hallo Ina,
danke schön für die Resonanz. Ich hatte schon gedacht, es sind ALLE mit den Vorbereitungen für die neue Saison beschäftigt :D :D :D ...
Liebe ,
Klaus
Gast am 08 Feb 2015 19:42:48
1969 = dufte 2015 = cool.
ich lese die Beiträge nicht, ich verschlinge sie.
Danke, Horst
topolino666 am 08 Feb 2015 20:20:08
Hallo!
Bei dem Tröd - und der Überschrift - dachte ich mir: "ach, ja da stellt jemand seinen HymerA, HymerB und HymerC vor, ein Haufen Bilder, kostet mich nur unnötig Traffic, klicke ich nicht" - jetzt läuft der Tröd immer noch :arrow: also klick ich mal nachschauen!
Die Vorstellung von Deinen Fahrzeugen ist ja der WAHNSINN!!!!!!!!!!!!!!!!!!! :!: :!: :!:
Das ist gelebte Campergeschichte, mit einer fast schon perfektionistischen Leidenschaft, da kann ja kein Hymer-Hochglanz-Museum dagegen anstinken!!
KLASSE und VIELEN DANK!!!!
:!:
P.S.: kann mal bitte ein Mod den Tröd oben anheften :?: :D
tonoba am 08 Feb 2015 20:21:22
Super Trööt.........!!!!! Gerade entdeckt und "verschlungen". Bin gespannt was noch kommt, ist ja kaum noch zu toppen.
silent1 am 08 Feb 2015 20:26:32
Du hast wirklich eine interessante Fahrzeughistorie zu bieten. Ganz herzlichen Dank das Du es uns ermöglichst die Zeitreise mit Dir zu machen. Eine ganz winzig kleine Kritik wenn Du erlaubst :oops: . Ich hätte es schöner gefunden die Bilder einzeln und entsprechend größer betrachten zu können. Details Deiner Fahrzeuge sind so teilweise schwer bis garnicht zu erkennen. Ich weiß natürlich das die einen sehr deutlich größeren Arbeitsaufwand für Dich bedeutet hätte. Ich hoffe Dir mit dieser Anmerkung nicht zu nahe getreten zu sein. Ich freue mich auf jeden Fall auf Fotzsetzung. :ja:
Gast am 09 Feb 2015 00:49:24
Hallo und danke für das viele Lob!
Ralf, Deine Kritik kann ich gut nachempfinden; das Problem ist, dass ich erst sehr spät mit der Digital-Fotografie angefangen habe; die meisten meiner Fotos sind also eingescannte Papierbilder. Die Seiten aus meinem Fotobuch habe ich als Screenshots gespeichert; eine Vergrösserung oder mehr Details sind also hier im Forum leider kaum zu verwirklichen.
Ich werde aber nach Abschluss meiner kleinen Reihe -die nur noch zwei Kapitel umfasst- mein komplettes Fotobuch auf WeTransfer laden und den Link dazu hier einstellen. Dann kann jeder, der Interesse hat, die Dateien herunterladen, allerdings nur eine Woche lang...
Ich denke, das ihr die Bilder dann auch entsprechend vergrössern könnt. Das Fotobuch enthält natürlich auch alle von mir gefahrenen PKW und Zweiräder -ich habe ja nicht nur Wohnmobile und Wohnwagen gefahren-; da ist von Alfa Romeo über Citroen, Mercedes, NSU, bis Victoria noch Einiges an schönen Fahrzeugen zu entdecken...
Ich freue mich, dass mein kleiner Bildband, den ich ja eigentlich nur für mich selbst erstellt habe, so vielen Menschen Freude macht...
Liebe ,
Klaus
Gast am 09 Feb 2015 01:32:18
Upps, ich habe gerade gesehen, dass ich doch noch drei Kapitel habe; der 10 qm-Wohnwagen kommt erst am Dienstag... Morgen kommt ein Gefährt, das ich eigentlich nur aus Nostalgiegründen gekauft und nie zum Campen benutzt hatte, ausser als Ausstellungsstück -zusammen mit meinem Orion-Suleica-Gespann- auf einer Freizeit- und Touristikmesse in Rheinberg...
Liebe ,
Klaus
Gast am 09 Feb 2015 09:23:46
Nun kommt, wie schon in meinem Beitrag zum FFB Autocamper angekündigt, ein ähnliches Teil, der Gefaco Rucky. Den habe ich mir eigentlich nur aus Nostalgiegründen gekauft in seligem Angedenken an meinen geliebten FFB...
Der Hauptunterschied zum FFB war, dass man die Heckklappe nicht abbauen musste; es gab zwar serienmässig Halter, die im Kofferraum verschraubt werden sollten, aber da das die Dichtungen dann doch sehr beanspruchte, habe ich eine Halterung für die Anhängerkupplung gebaut. Ausserdem natürlich die Zeltwände, obwohl es den Rucky auch mit klappbaren festen Wänden gab (so einer wird gerade bei Ibäh angeboten, allerdings für einen völlig überzogenen Preis Link zum eBay Artikel ).
Aber auch die Ausstattung und die ganze "Gemütlichkeit" war nicht vergleichbar mit dem FFB, und so musste ich leider feststellen, dass man die Zeit nicht zurück drehen kann; nach einer Ausstellung bei einer Freizeit- und Touristik-Messe in Rheinberg stand der Rucki ungenutzt in der Garage herum, bis ich ihn dann wieder verkauft habe.
Morgen kommt dann aber wie versprochen mein 10 qm-Wohnwagen...
Liebe ,
Klaus
JoergR am 09 Feb 2015 09:42:45
Klasse Trööt, es ist schon schön zu sehen wie andere mit dem schönsten Hobby der Welt begonnen haben. Und was für Fahrzeuge und Aufbauten es mal gegeben hat. Ich werde mal sehen ob ich noch alte Bilder von unseren Anfängen finde.
catstom am 09 Feb 2015 16:52:52
...auch von uns - mal wieder - ein herzliches DANKE :-) ...
Der Link zum "Caravan-Museum" war ja der Oberhammer und kostet uns seit Tagen den Schlaf...diese Seite kannten wir noch gar nicht...
Und Deine Tagebuchseiten über den "Suleica" bringen gerade unsere Ausbaupläne für einen Kastenwagen ins schwanken... Die Vorstellung, an unseren gelben Alfa Spider eine AHK zu pappen und dann offen mit dem Suleica im Schlepptau gen Süden zu reisen ist gerade auch herzallerliebst - und wäre wahrscheinlich auch ein seltener Anblick ;-)...
Wir werden also weiter grübeln und derweil weiter Deinen Tröööt verfolgen - wer weiß, auf welche verrückten Ideen Du uns noch so bringst ;-) ...
Liebe Ostseegrüße vom Tom
Gast am 10 Feb 2015 10:17:55
So, weiter geht's...
Dass ich unser Orion-Suleica-Gespann wegen der hohen Festkosten verkauft hatte, hiess ja nicht, dass wir das Campen nun ganz an den Nagel hängen wollten, wir wollten nur die Kosten reduzieren. Und so stand nur zwei Wochen nach dem Verkauf (das Tempo hat selbst mich überrascht :D ) das nächste Mobil vor unserer Tür: ein Wohnwagen, der ohne Probleme in unsere Garage passte, mit den mitgelieferten Rollstützen sogar hochkant:
Das Besondere an diesem Klappwohnwagen, einem Rapido Export, war die enorme Grundfläche nach dem Aufbau: sie wurde mit mehr als 10 qm -ohne Vorzelt!- mehr als verdoppelt. Dabei hatte das Export-Modell (das Grösste von Rapido) durch zwei klappbare Innenwände sogar vier (!) abtrennbare Zimmer: Wohnzimmer, Küche -mit Durchreiche zum Wohnzimmer-, Schlafzimmer mit Festbett (120 x 200) und separatem Garderoben- bzw. Toilettenraum! Im Schlafzimmer konnte das Festbett auch in eine grosse Couch oder sogar in zwei Stockbetten verwandelt werden...
Hier noch zwei Seiten aus dem Prospekt:
Ich hatte allerdings aus Gewichts- :D und Komfortgründen einen ausziehbaren Lattenrost mit einer Tempur-Matratze eingebaut, so dass "nur" die Couch- bzw. Festbettversion übrig blieb. Was bei diesem Wohnwagen einzigartig war, war das unglaublich grosszügige Raumgefühl, mehr als in jedem anderen Mobil, das ich kenne. Trotz der klappbaren Wände -und dem klappbaren Dach- war das Ganze absolut wind- und regendicht, wie wir gleich bei unserer ersten Tour nach Zeeland feststellen durften, wo es von zwei Wochen eine Woche lang derartig gestürmt und geschüttet hatte, dass sich selbst unser Hund, der sonst während des gesamten Urlaubs nicht dazu zu bewegen war geschlossene Räume zu betreten, ins Vorzelt flüchtete -das erste Mal auf all unseren gemeinsamen Reisen!
Alles in Allem wirklich eine super Konstruktion und in Verbindung mit dem Vorzelt völlig ausreichend für eine vierköpfige Familie; im Deichselkasten war ein Absorber-Kühlschrank untergebracht, und in der Sitzecke war unter dem Tisch eine in den Boden eingelassene Gasheizung, zusammen mit den beiden gegenüber liegenden Türen war man so für jedes Wetter gewappnet...
Was meine Frau allerdings von Anfang an störte, war der Aufbau; theoretisch innerhalb von zwei Minuten machbar (siehe --> Link), praktisch aber immer etwa eine halbe Stunde, da der Aufbau wirklich haargenau gerade stehen musste, was millimetergenaues Kalibrieren der sechs (!) Stützen und des Deichselrades voraussetzte; nichts für Ungeduldige...
Was mich etwas störte, war die Tatsache, dass man mit diesem Wohnwagen nicht mal spontan irgendwo anhalten, etwas essen oder Kaffee kochen, geschweige denn mal ein Nickerchen machen konnte; diese Art Wohnwagen war wirklich nur dazu gedacht, zu einem Campingplatz zu fahren und dann dort den Urlaub zu verbringen, das von mir immer bevorzugte spontane Etappenreisen war damit nicht möglich. Trotzdem eine geniale Konstruktion!
Nachdem wir vor drei Jahren nach Holland in unser "Haus am See" gezogen sind, waren wir beide der Meinung, dass wir ja nun den ganzen Tag Urlaub haben und daher keinen Wohnwagen mehr brauchen, also wurde er wieder verkauft. Diese Überzeugung hielt aber nicht lange an :D :D :D , so dass ich morgen zum -vorerst- letzten Beitrag meiner Vorstellung komme...
Liebe ,
Klaus
eva b. am 10 Feb 2015 10:36:45
Rimini hat geschrieben:...so dass ich morgen zum -vorerst- letzten Beitrag meiner Vorstellung komme... Liebe , Klaus
Schade :( Ich habe eure mobile Entwicklung mit Spannung verfolgt. Eine perfekte Dokumentation hast du uns geboten :zustimm: Dafür schon mal vielen Dank. Und jetzt gedulde ich mich bis morgen...
brainless am 10 Feb 2015 12:04:02
Hallo Klaus,
danke, danke, danke für deine humorig vorgestellte Camperkarriere. Viele von uns haben wohl ebenfalls jahrzehntelange Erfahrung im Camperleben, aber wahrscheinlich niemand mit solch teilweise skurrilen und mit "versteckten" Detaillösungen überraschenden Gefährten. Zum Beispiel kannte ich sowohl das Orion Mobil wie auch den Suleica Caravan - aber auf die Kombination aus beiden bin ich nie gekommen. Bisher habe ich mich stets auf den nächsten Tag gefreut, um die nächste Station deines "bewegten" Lebens kennenzulernen. Dem morgigen Tag sehe ich mit Schaudern entgegen: Es wird die -vorerst- letzte mobile Heimstatt vorgestellt werden. :cry:
Nochmals Danke dafür, daß Du meinen Horizont erweitert hast,
Volker ;-)
Gast am 10 Feb 2015 15:45:28
Bevor ich morgen zu meinem aktuellen Wohnmobil und damit zum Abschluss meiner kleinen Serie komme, mache ich mal eine Ausnahme und zeige euch ein Wohnmobil, welches ich NICHT gekauft habe...
Diesmal war ich nämlich von meiner üblichen Praxis abgewichen und habe weder spontan noch unbesehen gekauft, sondern gründlich und deutschland- bzw. hollandweit gesucht. Dass diese Suche, die sich über drei Wochen und mehr als 3.000 km hinzog, nach der Besichtigung des ersten Mobils, eines sehr schönen Arnold, mit einem Leihwagen fortgeführt werden musste, da sich mein PKW, ein Citroen XM, mit einem Zahnriemenriss in die ewigen Jagdgründe verabschiedet hatte, will ich nur am Rande erwähnen...
Das nachfolgend gezeigte Wohnmobil hatte ich mir in Utrecht angesehen und war spontan begeistert:
Ein Toyota Hilux mit amerikanischem Dolphin-Aufbau, Baujahr 1991, 97.000 Meilen gelaufen, 3-Liter-6-Zylinder-Benzin-Motor mit Automatik, Klima, Tempomat, Zwillingsachse mit Luftfederung hinten, frischer APK (niederländischer TÜV) und eben diesem Aufbau, der wirklich vom Feinsten war, wenn man den amerikanischen Stil mag –und ich mag ihn... Und das Ganze für 4.250 € inkl. Ausfuhrpapieren und –Versicherung.
Ich habe nach einer ausgiebigen Probefahrt sofort den Kaufvertrag unterschrieben und 500 € angezahlt; der Verkäufer wollte bei Toyota noch die COC-Bescheinigung besorgen, was aber angeblich kein Problem darstellen sollte.
Zum Glück hatte ich in den Kaufvertrag den Passus „inkl. COC-Dokument“ aufnehmen lassen, denn es stellte sich heraus, dass es kein COC von Toyota gab. Dieses Dokument, praktisch ein Datenblatt, mit dem ein Fahrzeug in der gesamten EU zugelassen werden kann, gab es bei der Erstzulassung des Toyota in Holland noch nicht...
Naiv wie ich manchmal bin habe ich mich dann an den TÜV in Essen gewandt, der für Importautos in unserer Region zuständig ist. Nach unzähligen Telefonaten und Emails mit dem sehr geduldigen Prüfingenieur musste ich dann feststellen, dass die landläufige Meinung –die ich auch hatte-, dass ein in einem EU-Land zugelassenes Auto problemlos in jedem anderen EU-Land zugelassen werden kann, leider völlig falsch ist...
Die Zulassung des Toyota in Deutschland hätte etwa zwei Wochen und ca. 5.000 € (!) gekostet, da der TÜV eine Einzelabnahme hätte durchführen müssen, ganz so, als wäre das ein kompletter Eigenbau! Diese Einzelabnahme beinhaltet unter Anderem das Ausladen des Fahrzeuges mit Sandsäcken und dann Bremstests, bis die Scheiben glühen, ein Abgasgutachten, und und und... Die Kosten für etwaige und zu erwartende Änderungen von nicht TÜV-konformen Teilen wie Scheinwerfer, Gasinstallationen und –Geräten und sonstige Reparaturen wären natürlich noch dazu gekommen; kurz gesagt, ein Fass ohne Boden!
So bin ich schweren Herzens vom Kaufvertrag zurück getreten und habe nach einigen Anläufen auch meine Anzahlung zurück bekommen. Aber schade war es schon...
Morgen kommt dann aber wirklich mein aktuelles Gefährt!
Liebe ,
Klaus
Gast am 10 Feb 2015 23:28:09
Heute kommen wir zum –zumindest vorläufig- letzten Beitrag meiner kleinen Reihe. Wie gestern schon gesagt, hatte ich diesmal viele km verfahren und mir viele verschiedene Mobile angesehen –von totalem Schrott bis Superzustand-, bis ich vor knapp fünf Monaten mein aktuelles Mobil gefunden hatte:
Ein Ford Transit MK2 mit 2.0 OHC-Benzinmotor, Zwillingsachse, 3,5 t zGG bei 2,6 t (gewogen!) Leergewicht, Baujahr 1978, der Aufbau wurde allerdings erst 1980 aufgesetzt.
Natürlich mit H-Kennzeichen, aus 2. Hand, wobei der Vorbesitzer den Wagen mehr als zehn Jahre lang in seiner eigenen, gut bestückten Werkstatt gehegt und gepflegt hatte, und last but not least, dem sehr seltenen Grenzland-Rimini-Aufbau (zur Firma Grenzland habe ich schon Einiges in meiner Vorstellung geschrieben).
Grenzland in Aachen baute überwiegend –und später ausschliesslich- Luxusmobile im oberen Preissegment; Ford oder Peugeot als Basis waren und sind extrem selten. Allen gemein war aber, dass sie den Nerz innen trugen mit Echtholzmöbeln in „Eisbirke“, grosszügig verspiegeltem Bad und handwerklich sauber verarbeitetem Auf- und Ausbau. Durch rundum doppelt verglaste Fenster und grosszügiger Isolierung ist Wintercamping uneingeschränkt möglich.
Was für uns den Ausschlag gegeben hat, war der Grundriss: zwei Festbetten und eine Dinette auf kleinstmöglicher Fläche (da uns der Transit als Alleinfahrzeug dient), so dass uns der morgend- bzw. abendliche Bettenumbau erspart bleibt. Beide Betten haben die Masse 120 x 200 cm, sind also völlig ausreichend. Allerdings habe ich das hintere Festbett anstelle der umbaubaren grossen Sitzecke eingebaut, in „seniorengerechter“ Höhe mit gutem Lattenrost und guter Matratze; dadurch haben wir auch einen riesigen Stauraum, in dem später neben Campingutensilien auch ein 200-Liter LPG-Tank seinen Patz finden soll...
Die durch die Möblierung herrschende Anmutung eines „englischen Landhauses“ haben wir noch etwas verstärkt durch den Einbau eines „Kamins“, einem elektrischen Heizofen, der seit Jahren ungenutzt in der Garage herumstand und nun, über eine Thermostat-Steckdose geschaltet, eine wunderbare Wärme und Atmosphäre verbreitet; natürlich nur, wenn Landstrom vorhanden ist. Die originale Truma ist natürlich auch noch vorhanden und funktionsfähig...
Dann haben wir noch rundherum Vorhänge montiert, einen (echten) Orientteppich passgenau verlegt (bei Ibäh für 15 €), natürlich einen Backofen mit Ober- und Unterhitze, Heissluft, Grill und Drehspiess eingebaut, das PortaPotti durch eine Dometic-Cassetten-Toilette ersetzt, eine Kaffeepadmaschine sowie einen Toaster fest eingebaut und noch ein paar Accessoires verteilt (z.B. ein Kofferradio aus den 70ern mit eingebautem Plattenspieler).
Damit meine Frau besser in den und aus dem Alkoven klettern kann, habe ich die originale Leiter durch eine Konstruktion ersetzt, die Tisch und Leiter vereint; dadurch kann der Tisch an seinem Platz bleiben und steht nicht irgendwo im Weg rum, abends wird die Tischplatte einfach hoch- und morgens wieder runter geklappt...
Ich hoffe, dass wir mit diesem Gefährt noch einige schöne Reisen machen werden (in den knapp fünf Monaten sind wir schon knapp 7.000 km gefahren!), vor längeren Touren, z.B. ins Baltikum oder nach England/Schottland möchte ich aber erst noch eine LPG-Gasanlage verbauen lassen, da der Durst mit –im Kurzstreckenbetrieb- ca. 19 l doch etwas hoch ist...
War es das jetzt mit meinen Mobilen? Ich denke nicht; es gibt noch so viele schöne Autos, die ich gerne noch fahren möchte (siehe den Toyota...). Sicher bin ich mir aber, dass ich bei ausgefallenen Gebrauchten im unteren Preissegment bleiben werde, da bin ich jetzt mehr als 47 Jahre gut mit gefahren...
Ich hoffe, meine kleine Reihe hat euch genau soviel Spass gemacht wie mir; wie versprochen hier der Link, unter dem ihr bis zum 17.02.2015 mein komplettes Fotobuch „Alle meine Autos“ bei „WeTransfer“ herunterladen könnt: --> Link . Wie gesagt, da findet ihr auch noch eine Menge schöne PKW und Zweiräder auf insgesamt 84 Seiten; viel Spass beim Stöbern! Das Fotobuch habe ich übrigens bei --> Link erstellt, meiner Meinung nach das beste und benutzerfreundlichste Fotobuch-Programm. Das Format ist DIN-A4 quer, so dass im Original schon alle Details zu erkennen sind...
Vielleicht hat ja der Eine oder Andere von euch Lust, diesen Thread mit eigenen Fotos und Geschichten aus vergangenen Tagen am Leben zu erhalten; ich würde mich freuen!
Vielleicht sieht man sich ja mal auf einem Campingplatz! Liebe ,
Klaus
Beduin am 11 Feb 2015 08:12:39
haste schön gemacht, viele Dank :)
silent1 am 11 Feb 2015 08:46:45
Auch ich sage vielen Dank Klaus. Hat Spaß gemacht! :klatschen:
Tja, vielleicht sieht man sich mal irgendwo. Dein aktuelles Fahrzeug kennen wir ja nun auch :ja: .
eva b. am 11 Feb 2015 09:14:23
Ein Alfa GTV :love: Genau den hatten wir Ende der 70ziger Jahre. Ein wunderschönes Fahrzeug aber sehr eigenwillig. Der wollte gefühlvoll behandelt werden. Habe ich das richtig verstanden - ihr lebt jetzt im Mobilheim? Das ist bei eurer Fahrzeugvergangenheit doch wirklich mal konsequent. Wenn das Umfeld nicht mehr passt geht's weiter :ja: Nochmals :dankeschoen:
buccaneer am 11 Feb 2015 09:39:55
danke ... :respekt: :daumen2: :klatschen:
kurt2 am 11 Feb 2015 10:55:32
Ein wahrlich aufregendes WoMo- Leben.
Danke für die Reise!
schaschel am 11 Feb 2015 11:12:41
Danke für die hochinteressanten Einblicke. Zur Nachahmung empfohlen.
Palmyra am 11 Feb 2015 12:02:19
Gratulation 8) 8) 8)
...... Toll .... vor allen Dingen die Exoten 8) 8) 8)
nanniruffo am 11 Feb 2015 17:27:46
Großes Kompliment.............Hat wirklich Spass gemacht. Vielleicht gibt´s ja noch ein paar Bilder von den nicht gekauften Womo´s Wowa.
Tom
Hoss am 11 Feb 2015 21:55:31
Danke schön für diesen klasse Bericht. :ja:
Habe hier von anfang an mitgelesen und mit Spannung auf dein nächstes Fahrzeug gewartet.
tonoba am 11 Feb 2015 22:40:40
Auch von mir noch einmal, bedaankt. (Mit wie viel a´s es der Holländer schreibt....?) Ein super toller Trööt mit Fahrzeugen die ich noch nicht kannte.
Pijpop am 12 Feb 2015 18:00:59
Genau wie alle Anderen kann ich nur sagen: HUT AB.
Ich bin wahrlich nicht ganz fremd in der Welt der " seltenen " Fahrzeuge - aber Deine Sammlung - das hat was