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Das MoMo in der Toskana


Momoblog am 31 Mär 2015 12:32:25

Hallo zusammen,

Wir sind am Freitag in die Toskana aufgebrochen und hier ist unser Reisebericht. Bishereine wunderbare Reise, insbesondere wenn man den Wetterbericht von Zuhause sieht!
Da das WLAN hier eher langsam unterwegs ist, gibt es leider nur den reinen Text. Für Bilder und Videos geht es hier entlang: --> Link

Freitag, 27.3.2015

Letzter Schultag = Erster Ferientag!

So war der Plan. Und eigentlich klappt auch alles wie am Schnürchen, wenn da nicht eine Kleinigkeit wäre:

Aus unerfindlichen Gründen hat sich die Starterbatterie verabschiedet und beim Anlassen kommt nur noch ein schwaches Röcheln. Hmpf. Aber ist ja kein Problem, denkt der Wohnmobilist und schließt das MoMo an den Steckdosenstrom aus der Garage an. Bei der Übergabe wurde uns ja versichert, dass über den Netzstrom sowohl Aufbau- als auch Starterbatterie geladen würden. Aber auch, als die Aufbaubatterie voll geladen ist, gibt es beim zweiten Anlassversuch nur ein müdes Gewürge, die Tachozeiger zucken ein bisschen und das war's. Und jetzt? Starthilfe mit dem PKW. Und tatsächlich klappt's dann auch wieder mit der Starterbatterie. Puh! Aber für den Rest des Urlaubs bleibt jetzt doch ein komisches Gefühl, ob mit der Battiere etwas nicht stimmt - denn normalerweise kann doch eine (neue!) Batterie nicht nach 4 Tagen (Montag zuletzt gefahren) schlapp machen. Meine momentane Vermutung ist, dass in der Werkstatt etwas beim Anschließen der Rückfahrkamera falsch gemacht wurde...

Dann geht es halt mit leichter Verspätung um 16:30 Uhr los und wir reihen uns brav in den üblichen Super-Stau vor dem Leverkusener Kreuz ein. Die "Abkürzung" über die Dörfer verbietet sich, weil die Abfahrspur nach Burscheid sich fast schon bis auf die Autobahn staut. Also ist der Plan simpel: Da die rechte Spur immer am schlechtesten läuft, wechseln wir auf die Mittelspur. Wenn sich vor der Abfahrt auf die A3 eine größere Lücke auftut, wechseln wir nach rechts, ansonsten wird es halt die A61. Hauptsache Richtugn Süden, denn der Wetterbericht für Zuhause ist gruselig!

Und tatsächlich erweist sich die A61 als Glücksfall, da sie sich sehr entspaannt fahren lässt und so fressen wir Kilometer auf Kilometer. Aber durch den späteren Abfahrtstermin schaffen wir unser eigentliches Tagesziel bei der Verwandtschaft in der Schweiz nicht mehr ganz. Hinter Stuttgart machen wir zwar noch mal eine Pause, aber dabei stelle ich fest, dass es jetzt doch besser wäre, mal das MoMo abzustellen. Also suche ich mit der pm-App einen Stellplatz in der Nähe und tatsächlich werden wir in Donaueschingen fündig. Ein sehr netter, ruhiger Stellplatz für die Nacht, den wir ohne Probleme anfahren.
Erster Zwischenstopp auf dem Weg in die Toskana!

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Momoblog am 31 Mär 2015 12:33:21

Samstag, 28.3.2015

Was ein perfekter Reisetag!
Wir werden von strahlend blauem Himmel (und eisigen Temperaturen) begrüsst - ideales Fahrwetter. Also machen wir uns nach dem Morgenkaffee auf in die Schweiz, um mit Annettes Schwester samt Familie zu frühstücken. Das Kaufen der Vignette am Grenzübergang erfolgt problemlos an der Tankstelle und die Strecke nach Embrach schaffen wir mit links.
Nach einem wunderbar gedecktem Frühstückstisch (vielen Dank noch einmal!) und stolzem MoMo-Zeigen geht es dann weiter Richtung Süden.
Die Entscheidung Gotthard oder San Bernhardino war schon beim Frühstück gefallen, da die einhellige Meinung war, dass die San Bernhardino-Route landschaftlich toller sei - und das bei diesem Wetter! Und dass der Tunnel "nur" 6,6km lang ist, schadete dann auch nicht...
Im Womo-Forum hatte ich davon gelesen, dass die Via Mala kurz vor dem Tunnel ein lohnenswerter Abstecher sei. Und da das auch ein guter Zeitpunkt für eine weitere Pause war, steuerten wir also den "bösen Weg" an. Kurz nach der Abfahrt fährt man steil hinauf, durch enge Tunnel (netterweise auch noch Baustelle!), die aus dem rohen Stein geschlagen wurden. Ob man da nicht doch in einer Kurve mit dem Alkoven hängen bleibt?
Nein, es geht alles gut und wir steigen am Aussichtspunkt aus. Einen Parkplatz kriegen wir locker, weil der Abstieg in die Schlucht noch gar nicht geöffnet ist. Der Ausblick ist aber auch so schon beeindruckend genug!
Während Annette und Sofie von der Weiterfahrt durch die sich an der Felswand entlang windende Straße nicht sehr überzeugt sind, setze ich mich mit Abenteuerlust durch und wir fahren weiter, ohne sofort auf die Autobahn zurück zu fahren. Gute Entscheidung! Denn die Landschaft ist einfach wunderschön und an den frischen Wiesen und den Schneegipfeln können wir uns nicht satt sehen. Auch die Fahrt hoch zum San-Bernhardino-Tunnel ist einfach spektakulär! Die Straße ist schneefrei, aber es gibt immer noch große Schneefelder und halb vereiste Seen unterhalb der weißen Berge zu bestaunen. Schööön!
Die Abfahrt ins Tal wird gerne mit einem mahnenden oder ängstlichen oder empörten "Micha!" kommentiert, wenn ich mit rasanten 40 durch eine Kurve rase. Vielleicht haben aber auch nur die Warnschilder mit LKWs, deren Bremsen brennen Annette so verunsichert.
Egal, wir kommen gut hinab und kurz vor Bellinzona machen wir einen kurzen Stop an einer Raststätte. Und es ist unglaublich: Das Thermometer zeigt stolze 21°, manche Wohnmobilisten haben auf dem wirklich nicht attraktiven Platz ihre Sessel rausgeholt, ein anderer zeigt uns seinen behaarten Rücken, bevor er sich an den Campingtisch setzt. Es herrschen, zumindest in der Sonne, sommerliche Zustände. Nicht schlecht, wenn man aus dem verregneten Bergischen kommt und morgens auch in Süddeutschland noch Temperaturen um den Gefrierpunkt hatte!
Wir hatten schon vorher beschlossen, dass wir heute nicht einen weiteren Endlos-Fahrtag machen wollten, nur um in der Toskana anzukommen. Staattdessen haben wir uns einen Stellplatz am Lago Maggiore ausgeguckt. Und nachdem wir zunächst im schweizerischen Teil sehr skeptisch waren, da es kaum (eigentlich gar keine) Möglichkeiten zum MoMo-Parken gab, war im italienischen Teil alles etwas anders. Es gab Parkplätze, auf denen Wohnmobile sogar ausdrücklich erlaubt waren (sosta consentita bedeutet zumindest laut Google grünes Licht).
Und so haben wir am Abend einen Stellplatz, der in richtig guter Seelage ist, aber naturgemäß auch direkt an der Straße liegt. Ach ja, und eine Eisenbahnlinie gibt es gratis dazu! Mal gucken, wie die Nacht wird... Aber Blogschreiben unter offenem Himmel mit Seeblick hat schon was!

Momoblog am 31 Mär 2015 12:34:57

Sonntag, 29.3.2015

Weder Zug noch Autos waren in der Nacht am lautesten: Die ganze Nacht hindurch hörten wir ein mehr oder weniger gleichförmiges Brummen, so als würde weit entfernt ein LKW unermüdlich seine Runden ziehen. Tatsächlich war es wohl ein Generator oder so etwas in dem Kaliber in einem wenige Hundert Meter entfernten E-Werk. Eine nur mittelgute Nacht.
Wir genießen aber trotzdem die herrliche Aussicht auf den sonnigen Lago Maggiore. Einziger Nachteil: Wir stehen auf der Schattenseite!
Heute soll uns der Weg ein gutes Stück weiter Richtung Toskana bringen. Zielpunkt sind die Cinque Terre mit den tollen bunten Städtchen am Meer. Aber erst mal müssen wir durch die Berge vorbei am Luganer See Richtung Mailand. Zur Abwechslung ist Sofie jetzt mal meine Beifahrerin und hilft mir, indem sie ihr geballtes Fahrschul-Theorie-Wissen an den Mann bringt: "Warum hast du denn bei der Einfahrt in den Kreisverkehr geblinkt?", "An der Stop-Linie muss man aber immer anhalten!" Es ist gut, wenn man so kenntnisreich begleitet wird!
Auf der Autobahn in Italien gleiten wir zunächst völlig stressfrei auf schnurgeraden dreispurigen Autobahn dahin - ohne LKWs ein geradezu fürstliches Reisen: Rechte Spur, Tempomat, schöne Musik, aus die Maus. Was nur sehr gewöhnungsbedürftig ist: Die Bezahlstationen sind für Womos irgendwie viel zu niedrig (Autohöhe) oder zu hoch (LKW-Höhe). Entweder man macht es so wie ich und steigt einfach aus (was für den hinter uns fahrenden, etwas beleibteren Womo-Fahrer aber schon eine gymnastische Höchstleistung wird) oder man reckt sich todesmutig nach oben oder unten in der Hoffnung, Kreditkarte oder Kleingeld beim Einführen nicht fallen zu lassen.
Unterwegs versuchen Sofie und ich einen Reisebus zu hijacken. Naja, nicht den ganzen Bus, sondern nur sein angepreistes WLAN, was wir als unverschlüsselt angezeigt bekommen. Leider klappt unser krimineller Akt aber nicht, so dass wir nicht mal eben Mails und Nachrichten checken können, bzw. den Blog aktualisieren. Denn das mit dem mobilen Internet ist anscheinend so eine Sache. Aus irgendeinem Grunde habe ich gestern in 20 Minuten 100MB Daten durchgejagt, ohne genau zu wissen wofür. Und ich wollte eigentlich nicht jeden Tag eine neue "Websession" bezahlen... Da warte ich lieber auf ein WLAN am nächsten Campingplatz, wenn uns schon der Bus nicht reinlässt...
Die Strecke kurz vor Genua wird dann immer abenteuerlicher: Eine Autobahn mit so vielen engen Kurven und Steigungen und Gefällen auf so kurzer Strecke habe ich wahrlich noch nicht gesehen! Auch die durchaus reizvolle, aber irgendwie auch heruntergekommene Landschaft mit Städten und Industrie ist sehr ungewöhnlich. Als wir dann an der Küste nach einer Vielzahl an Tunneln zu unserem Zwischenziel Portofino abbiegen, denke ich, dass das anspruchsvollste hinter uns liegt. Nicht wirklich...
Schon die Strecke nach Portofino ist eher ein enges Gewirr von Sträßchen, auf die schon eher das Wort Gasse zutrifft. Und an der Unterführung, die mit 3,20m gekennzeichnet ist, kommt es zur Gretchenfrage: Weiterfahren oder was? Denn laut Prospekt sind wir 3,15m hoch. Wenn da jetzt das Dachfenster nicht mitgerechnet wurde, fahren wir gleich oben ohne! Sofie steigt also erst mal aus, um die Lage zu sondieren, ist sich auch nicht ganz sicher, aber die sich hinter uns bildende Schlange lässt schon gar keinen anderen Entschluss mehr zu: Augen auf und gaaaanz langsam durch! Puh, anscheinend stimmt die Katalogangabe. Oder das Straßenschild. Oder beides.
Auf engen Sträßchen fahren wir nach Portofino, wo an der Promenade reges Treiben herrscht. Aber wo parken? Wir fahren bis zu einem Bus/PKW-Parkplatz am Ende des Ortes. Auch dort ist zunächst kein Platz, aber wir warten erst mal ein bisschen ab und tatsächlich entdeckt Annette, dass ein Bus abfährt. Das wird unser Parkplatz!
Wir machen alles dicht, nehmen die wichtigsten Wertsachen mit und machen uns auf den Weg zurück in die Stadt. Etwas mulmig ist uns schon. Zum einen, weil der Bus-Parkplatz ja streng genommen nicht wirklich für Wohnmobile gedacht ist, aber vor allem, weil es ein DejaVu zu unserem Besuch in St. Tropez gibt. Bei unserem letzten Besuch eines schicken Seebades wurde unser Womo aufgebrochen und alle Wertsachen waren futsch. Wir beschliessen aber, dass es keine bessere Traumabewältigung gibt, als sich der Situation noch einmal auszusetzen. Also verdrängen wir die bösen Gedanken an damals und machen uns auf den Weg.
Portofino ist an einem Sonntagnachmittag natürlich gut gefüllt. Während ich aber euphorisch von den Temperaturen über 16° kurzärmelig unterwegs bin, hat der Durchschnittsitaliener mindestens etwas langärmeliges an oder zieht gar direkt die dicke Winterkleidung vor. Hä?
Am Hauptabschnitt der Promenade ist Festa della Primavera. Männer in blau-weißen Ringelshirts mit Kochmütze und Schürze frittieren, was das Zeug hält Muzen ähnliche Teigmasse die als Dolci serviert wird, also gezuckert. Es gibt aber auch eine Variante, die Salati betitelt ist und, wie uns nach einer Kostprobe dämmert, nichts mit Salat, dafür aber um so mehr mit gesalzen zu tun hat. Und in der Teigmasse sind noch etwas grünes (Spinat?) und Fisch zu sehen und zu schmecken. Mjam! Das beste von allem: Es wird wie bei der Volksspeisung an alle ausgegeben, die sich in die langen Schlangen einreihen. Bezahlt wird nicht!
Begleitet wird diese köstliche Speisung von einer italienischen Stimmungsband, die das italienische Gegenstück zu deutschem Schlager mit Inbrunst schmettert. Nun ja...
Als wir zum MoMo zurückkehren, finden wir alles so vor, wie wir es verlassen hatten. Und das, obwohl uns alle ein sehr mulmiges Gefühl beschlichen hatte, je näher wir dem Parkplatz kamen. Gut so!
Auf der Rückfahrt zur Autobahn müssen wir wieder durch diese engen Straßen, auf denen sich jetzt auch noch eine Menge Roller tummeln, was das Fahren nicht einfacher macht! Aber den Vogel schießt ein PKW ab, der mich innerorts an einer ein bisschen breiteren Stelle überholt und einen Millimeter vor meinem Kotflügel wieder einschert. Ich weiß jetzt zumindest, dass unsere Hupe funktioniert... Als wir wieder auf die Autobahn auffahren, bin ich froh, diese wohnmobilunfreundliche Ecke hinter mir zu lassen.
In Sestri Levante steuern wir dann den Campingplatz Mare Monti an. Der freundliche Platzwart meint, dass wir uns ja erst mal in Ruhe einen Stellplatz aussuchen könnten. Also steuern wir das MoMo erst mal auf einen Platz, um die Lage zu sondieren. Wir finden auch bald einen netten Platz unter Olivenbäumen, aber als wir das MoMo schon dort geparkt haben, entdecken wir einen Platz mit noch einmal viel schönerer Sicht in die Bucht. Nach einigem Rangieren haben wir schließlich einen wunderbaren Platz für die Nacht. Das einzige, was nervt, ist das komplett unzuverlässige WLAN des Campingplatzes. Mal klappt es, mal nicht. Sicher ist nur, dass die Verbindung immer dann abbricht, wenn man es am wenigsten brauchen kann. Nicht so förderlich fürs Bloggen...
Morgen geht's in die Cinque Terre!

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Momoblog am 01 Apr 2015 22:47:44

Montag, 30.3.2015
Very steep

Die heutige Nacht war prima - wir bekommen fast schon ein bisschen Urlaubstiming: Ausschlafen bis 7.30 Uhr lassen wir als richtig spät durchgehen, weil es ja +Sommerzeit schon 8.30 Uhr ist. Aber man glaubt es nicht: Die Zeit bis 9.20 Uhr, wo das Shuttletaxi vom Campingplatz zum Bahnhof fahren soll, vergeht wie immer in solchen Fällen viel zu schnell, so dass wir auf den letzten Drücker am Abfahrtsplatz stehen.
Am Bahnhof ist gähnende Leere und der wissende Taxifahrer gab uns noch den Tipp "If ticket machine is kaputt, ask on the train". Natürlich war der Automat kaputt. Der Schaffner guckt uns aber nur wenig interessiert und kooperativ an, als wir ihm mit unserer Broschüre klar machen wollen, dass wir die "Cinque Terre Card" kaufen wollen. Hat er nicht, nur Fahrkarten. Als einfache Fahrt nach Riomaggiore bitte. 34€ mit Hund. Na toll. Wir hatten mit 36€ für Eintritt in den Park, hin und rück gerechnet. Die zahlen wir dann noch zähneknirschender, als die freundlich-resolute Dame in der Tourist Info in Riomaggiore uns erklärt, dass die unteren "blauen" Küstenwege leider alle gesperrt seien, sorry. Bitte die Tourist Card nur 1x entwerten! Man könne aber hoch auf den Berg (very steep!) und dann wieder runter nach Manarola. Bitte die Tourist Card nur 1x entwerten! Oder aber mit der Bahn gleich wieder zurück und dann von Vernazza nach Monterosso. Ach ja, und bitte die Tourist Card nur 1x entwerten! Da wäre ja auch noch ein "blauer" Weg. Na danke. Sie ruft mir sicher noch mal hinterher, dass ich auf jeden Fall die Tourist Card nur 1x entwerten darf, aber das höre ich schon nicht mehr.
Leicht angesäuert gucken wir als gewissenhafte Deutsche erst mal nach, ob der Weg auch wirklich gesperrt ist. Ist er. Und der andere Weg ist nicht ausgeschildert. Also nehmen wir den einzig verbleibenden Weg vom Bahnhof weg steil bergauf. Irgendwann kommt dann doch ein Hinweisschild nach Manarola, auch wenn der Weg sehr abenteuerlich aussieht. Später werden wir gelernt haben, dass der Weg immer richtig ist, wenn der Weg völlig absurd aussieht. Es geht also steil hoch, so wie in "da möchtest du nicht wirklich hoch, oder?". Und was an der ersten Steigung noch cool und aufregend schmal ist, wird bald mit jedem Höhenmeter tatsächlich und wirklich anstrengend. Very steep, die Dame in der Tourist Info hat nicht gelogen. Und das gemeine: Immer wenn man denkt, gleich sei die letzte Steigung geschafft, tut sich nach einer Kurve die nächste Steigung auf. Irgendwann ist es aber gut und wir geniessen den Ausblick hinunter. Jetzt wird es sicher einfacher. Bergab geht doch leicht. Ach nein, es geht natürlich dann auch very steep bergab! Und das ist mit Hund nur semilustig, denn Mia findet das alles ganz abenteuerlich und kann sich gar nicht vorstellen, dass wir da etwas gemächlicher runter müssen. Und bei einem Hund mit Jagdtrieb, der an der Leine gehen muss, wird es dann eine logistische Herausforderung an den wirklich steilen Stellen: Annette (ganz oben), reicht die Leine an Sofie (Mitte) weiter, die wiederum an Micha weitergibt, der unten steht. Und der Hund zieht immer weiter...
Irgendwann kommen wir dann aber in Manarola an. Ein wirklich nettes, buntes Städtchen, dem man anmerkt, dass die Saison noch nicht begonnen hat. Viele Läden und Restaurants sind noch zu, aber wir gönnen uns trotzdem ein ausgesprochen leckeres Eis. "Scrok!" als Eissorte kannten wir auch noch nicht, schmeckt aber sehr fein! Empfehlung!
Wir beschließen, nach Vernazza weiter zu fahren, um von dort aus auf dem blauen unteren Küstenweg nach Monterosso zu spazieren. Zwischendurch versuchen wir noch, unser Cinque-Terre-Wifi zu nutzen, was auch hier wieder etwas von einem Glücksspiel hat. Zumindest so sehr, dass Annette jedes versendete Bild mit einer Beckerfaust und einem Glücksschrei kommentiert, was wiederum Sofie eher peinlich ist. Ich versuche, weiter am Blog zu arbeiten, da insbesondere das Einbauen der Bilder mit dem langsamen Wifi eher eine Qual ist. Aber Ohne geht auch nicht!
Nach einer ausgiebigen Pause starten wir zur letzten Spazieretappe. Denken wir. Aber der Weg führt erst mal steep nach oben, bietet dafür aber auch einen herrlichen Blick auf die Bucht von Vernazza. Das ist ja schön, denkt man, aber jetzt ist auch gut. Ist es aber nicht. Es geht ähnlich steil bergauf wie zuvor und es dauert, bis man die ebene Gehhöhe erreicht hat. Belohnt wird man mit einem schönen Ausblick auf Meer und Steilküste. Spektakulär, wenn man so ca. 200m über dem Meer wandert!
Das dumme ist nur, dass man die 200m dann auch wieder hinunter muss, denn der Bahnhof von Monterosso liegt natürlich unten am Meer. Ächz! Und so kommen wir doch ziemlich kaputt an unserem Zielpunkt an und wanken in den Bahnhof, denn für einen Ortsrundgang durch das größte der 5 Cinque-Terre-Dörfer fehlt uns jetzt die Zeit. Den Shuttlebus hinauf zum Campingplatz möchten wir nicht verpassen.
Also steigen wir in Sestri Levante aus und suchen den Bus mit dem Montemari-Schriftzug. Aber wieso sieht hier alles so viel größer aus? Wieso gibt es in der Bahnhofshalle plötzlich einen Schalter? Das ist doch gar nicht unser Ausgangsbahnhof, oder...? Micha holt sein Handy raus und guckt auf das Foto, was er vor der Abfahrt gemacht hat. Nein, das sieht anders aus. Annette erkennt den Schaffner aus dem Zug, der plötzlich neben uns am Bahnsteig steht und spricht ihn an. Nein, das sei der Bahnhof von Riva Trigoso. Eine Station vorher. Argh! Aber er schaut kurz auf dem Fahrplan für uns nach und glücklicherweise fährt sofort ein Zug in Richtung Heimat. Wir eilen also zum Zug und kommen 5 Minuten später am Bahnhof an. Und siehe da: Unser freundlicher Campingplatzbetreiber wartet schon auf uns, stellt fest, dass wir aber aus der falschen Richtung kommen und bringt uns den steilen Berg zum Campingplatz hoch. Geschafft!
Abends vergeht die Zeit im Fluge mit Blog schreiben, Essen kochen und Geburtstagskuchen für Sofie backen. Nach diesem anstrengenden, aber schönen Tag sind wir alle hundemüde!

Bilder unter --> Link

wolkenhimmel am 01 Apr 2015 23:28:42

Hach, das klingt gut, nach Italien möchte ich auch mal wieder...

Hast Du die Mütze dabei? :D

Schöne Ferien noch!

VG Harriet

Momoblog am 02 Apr 2015 09:26:16

Die Mütze hängt am Haken... ;D

Momoblog am 02 Apr 2015 09:27:07

Dienstag 31.3.2015

Geburtstagstag
Für Sofies heutigen Geburtstag haben wir extravagant Brötchen bei unseren netten Nachbarn aus Ostfriesland auf dem Campingplatz bestellt, da das Platzlädchen noch im Winterschlaf ist. "Kein Problem, machen wir gerne!" War die fruendliche Antwort gestern abend. Und da wir ja nicht drängeln wollen, überbrücken wir erst mal mit dem Geburtstagskuchen, den Annette im Omnia meisterhaft gebacken hat. Und da sich nebenan nichts rührte, haben wir uns erst mal gemütlich in die Morgensonne gesetzt. Und gewartet. Und gewartet. Und gewartet.
Irgendwann beschließen wir, dass ein Chilltag bei Sonnenschein mit Musik und Lesen eigentlich nicht das Schlechteste für einen Geburtstag sein muss und machen aus der Not eine Tugend: Wir verlängern einfach um einen Tag den Platz mit der schönen Aussicht. Guter Plan, vor allem wenn man die schaurigen Wetternachrichten aus der Heimat hört!
Nachdem wir dann um halb zwölf auch tatsächlich gefrühstückt haben, gehen wir nahtlos in die Mittagssiesta über. Urlaub!
Nachmittags geht es dann doch mal los nach Sestri Levante, um die Vorräte aufzufüllen und ein bisschen Stadtleben zu schnuppern. Das Navi lotst uns auf so ziemlich dem umständlichsten Weg zum Coop, den uns die nette Dame vom Campingplatz für Parken und Einkauf empfohlen hat. Wir parken schließlich auf dem oberen Parkdeck, versuchen nicht daran zu denken, dass vor genau 2 Jahren unser Wohnmobil geknackt wurde und machen uns auf den Weg in die Stadt.
Zunächst sieht Sestri Levante nicht so einladend aus. Der Strandboulevard wirkt noch verwaist, die Sonne verschwindet auf einmal hinter Wolken und ein frischer Wind weht. Wir sind froh, dass wir Jacken an haben!
Wir schlendern noch ein bisschen durch die Einkaufsgassen und Sofie wird in einem ausgesprochen netten Laden für ein Mitbringsel als Dankeschön fürs Hamsterhüten fündig. Ich beschließe, bei dem Datenhunger den das Bloggen und die Fotos haben, eine SIM-Karte bei WIND zu kaufen, die 12GB Daten beinhaltet. Gute Entscheidung, sehr empfehlenswert für alle mit so großem Datenverbrauch!
Auf der Heimfahrt stellen wir dann noch fest, dass der Kauf der Wohnmobilnavigation fürs Navigon ein Griff in die Tonne war: Obwohl ich die Maße des MoMos genau eingegeben habe, will mich das Ding durch einen gerade mal 2,50m hohen Tunnel lotsen und kurz darauf noch einmal durch einen zu niedrigen Tunnel. Wofür genau habe ich da eigentlich bezahlt? Wird reklamiert!
Abends lassen wir den Tag dann mit den eingekauften Leckereien, einem Telefonat mit Zuhause und einer 11-nimmt-Runde ausklingen.
Morgen geht es auf nach Lucca!

Momoblog am 02 Apr 2015 09:28:13

1.4.2015

Fast schon etwas wehmütig brechen wir am späten Vormittag bei strahlendem Sonnenschein und toller Weitsicht auf. 3 Tage Sestri Levante war nun mal so gar nicht eingeplant, aber unser Plan ist ja ohnehin, da zu bleiben, wo es uns gefällt und insofern ist alles gut.
Auf der Autobahn stellen wir fest, dass ich offensichtlich die Abdeckung des Stromanschlusses nicht richtig festgeklippst habe und hören sie im Fahrtwind munter auf und ab klappern. Doch plötzlich ist kein Geräusch mehr zu hören und im Rückspiegel ist nicht zu erkennen, ob sie noch da ist. Hat der Wind die Klappe jetzt wirklich abgerissen? Ups! Bei einer kurzen Pinkelpause hinter Lucca stellen wir dann aber erleichtert fest, dass der Wind die Klappe wohl nur wieder ordnungsgemäß angedrückt hat. Danke!
Moment, hinter Lucca? Ich hatte doch gestern geschrieben, dass Lucca unser Tagesziel sei?! Nun, der Plan wurde etwas verfeinert: Wir wollen zuvor noch in die Grotta del Vento in den Bergen und zur Teufelsbrücke, die im Reiseführer so exotisch aussieht.
Wir parken in Borgo und machen uns zu Fuß auf den Weg zur Brücke. Der erste Weg endet jedoch an der Bahnlinie, die wir sicherheitshalber nicht einfach mal in der Hoffnung, dass kein Zug kommt, entlang laufen wollen. Also wieder zurück und als wir am Bahnübergang eine laut tutende Lokomotive auf uns zu kommen sehen, sind wir froh, dass wir nicht den Schienen gefolgt sind. Es sind dann auch nur ein paar hundert Meter bis zum besten Aussichtspunkt auf die Brücke. Einziger Haken: Man muss hier doch noch einmal auf die andere Seite der Gleise. Da wir ja gerade einen Zug haben passieren lassen, beschliesse ich, dass nicht viel passieren kann, da auch auf der anderen Seite eine kleine "Fotografenlücke" vorgesehen ist. Und es lohnt sich, denn der Blick auf die Brücke ist wirklich toll!
Nach einem stärkenden Mittagessen neben einem höchst skurrilen alten Mann(er scheint sich Schnaps, Erdbeeren und Wasser in einer bestimmten Reihenfolge zu gönnen), der mit seinem ungefähr gleich alt scheinenden Auto schräg neben uns parkt, geht es weiter zur Tropfsteinhöhle, die uns der Womoführer schmackhaft gemacht hat. Unser Navi zeigt uns schon wieder Routen an, die ich eher nicht fahren möchte, also folgen wir der ausgeschilderten Strecke, die nicht weniger abenteuerlich ist. Eher 1-½-spurig mit Überhängen an der felsigen Wand geht es über zahlreiche enge Kurven 10km ins Tal hinein. Mehr als einmal fragen wir uns, was wohl passieren würde, wenn uns ein anderes Womo begegnen würde. Zumindest Reisebusse können auf dieser Strecke ja unmöglich zur Höhle fahren, sind wir uns sicher. Naja, zumindest so lange, bis wir auf dem Höhlenparkplatz einen ausgewachsenen Bus stehen sehen... Wie man mit einem Bus die teilweise abenteuerlich engen Kurven schaffen kann, ist uns zwar ein Rätsel, aber irgendwie muss er ja dort hinauf gekommen sein. Und der Fahrer, der auf seine Reisegruppe wartet, sieht noch dazu recht entspannt aus. Profi!
Erwartungsgemäß steppt in der Höhle jetzt nicht gerade der Bär. Also eigentlich sind wir die einzigen, die die 16-Uhr-Führung mitmachen. Später gesellt sich noch eine 4-köpfige Familie, ebenfalls aus Deutschland, dazu. Unsere Führerin teilt die deutschen Audioguides an uns aus und so gehen wir los und hören brav an jeder Station, was es dort zu betrachten gibt und was sonst noch so wissenswert ist. Leider hat die Sprecherin ungefähr so viel Esprit wie eine Schlaftablette, so dass mir nur ein Bruchteil wirklich in Erinnerung bleibt. Der Job für unsere sehr freundliche Führerin ist überschaubar und unendlich langweilig: Touris zum nachsten Punkt des Hörguides bringen, darauf hinweisen, dass es jetzt etwas Neues gibt und so lange warten, bis alles weggehört wurde. Dann "Mind your head", Licht ausmachen und weiter gehen. Licht anmachen usw.usf.
Die Höhle an sich beeindruckt zwar mit ihren Größe und den schwindelerregenden Höhen nach oben und unten, aber leider nicht so sehr durch spektakuläre Tropfsteinformationen, wie z.B. Nerja in Spanien. Insofern sind wir also auf hohem Niveau enttäuscht, denn die Höhle ist erstklassig erschlossen und wir haben ja auch nur den 1-stündigen Gang gemacht und nicht die 3-Stunden-Tour...
Das Highlight kommt zum Schluss, als unsere Führerin uns fragt, ob wir wohl die Höhle mal im Urzustand sehen wollten. Hä? Ach so, ohne Beleuchtung. Naja, mach mal... Aber das Erlebnis tiefschwarzer Dunkelheit ist dann wirklich extrem beeindruckend, denn man sieht weniger als nichts. Dagegen kann Augen zumachen nicht anstinken!
Wieder aus der Höhle zurück am Tageslicht erfreuen wir uns noch etwas an der Aussicht ins noch immer nicht ganz frühlingshafte Tal. Man merkt, dass hier trotz der frühlingshaften Temperaturen der Frühling immer noch nicht so sehr angekommen ist, wie weiter unten im Tal.
Die Rückfahrt ist dann fast schon pillepalle, wenn man schon vorher weiß, an welchen Stellen es kribbelig werden könnte und einfach vorher mal herzhaft hupt, damit auch alle wissen, dass da ein dickes Schlachtschiff kommt...
Auf dem Weg nach Barga treibt mich das Navi zielsicher in den Wahnsinn. Die Vorschläge entsprechen grundsätzlich nicht dem ausgeschilderten Weg oder sollen durch abenteuerlich kleine Gässchen führen. Man könnte fast meinen, ich habe keine Extra-Wohnmobil-Navigation gekauft, sondern einen Cinquecento-Abenteuertrip!
Barga ist übrigens richtig. Nicht Borgo, nicht Braga: Barga. Auch wenn ich es mir bis abends nicht merken kann. Denn wir haben in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit Barga als Zielpunkt auserkoren, weil wir dort ohnehin noch hin wollten und es dort auch einen guten Stellplatz geben soll. Also warum nicht! Laut irgendeiner Liste soll es eines der schönsten Dörfer Italiens sein. Ist uns recht!
Der Stellplatz erweist sich als in der Tat perfekt für den Orstbesuch gelegen. Allerdings wirken die vorgesehenen Strom- und Wasserversorgungen schon etwas verwahrlost und auch der Automat, der 10€ Gebühr für die Nacht kassieren soll, ist defekt. Es gibt Schlimmeres... Aber schade ist es um den eigentlich schönen Platz schon, dass er so heruntergekommen aussieht.
Der Aufstieg nach Barga-City ist dann mal wieder very steep, aber wir sind ja schon im Trainingslager gewesen. Kann uns nicht schocken. Und mit jedem Schritt nimmt einen dieses kleine mittelalterliche Städtchen mit seinem über allem thronenden Dom für sich ein. Was zu dieser Jahreszeit für uns wie ein kleines Wunder ist: Wir haben die Stadt quasi für uns allein! Keine Touristenmassen, wie sie etwa in Siena oder San Gimignano gang und gäbe sind. Wir verbringen bei wunderbarem Abendlicht die Zeit vor dem Dom und genießen die Stille und die grandiose Sicht. Ein echter Geheimtipp!
Abends gönnen wir uns dann ein ausgesprochen leckeres Abendessen mit Antipasti, Wein und Pasta im L'Osteria. Sehr gemütlich und ohne viel Chichi. Wir fanden's klasse!

Momoblog am 03 Apr 2015 08:45:22

2.4.2015

Ich glaube, ich habe eine neue Lieblingsstadt...

Nachdem wir morgens pünktlich durch laut hantierende Fahrzeuge am Stellplatz geweckt wurden, wurde uns auch klar, warum. Anscheinend hat die Stadt Barga diesen Platz für den lokalen Fuhrpark auserkoren. Also fahren alle möglichen Gefährte an und bald wieder weg, wenn der eine Kollege den anderen zu seinem Dienstfahrzeug gebracht hat. Nein, kuschelig ist dieser Platz wirklich nicht!

Wir brechen also schon bald auf und kaufen unterwegs noch für die Ostertage an einem Obst- und gemüsestand und in einem Penny (!) ein. Allerdings haben wir den Eindruck, dass es mit den Feiertagen und dem Einkaufen nicht so streng gesehen wird wie in Deutschland.

Den Stellplatz in Lucca finden wir ohne Probleme und begeben uns nach einer kleinen Stärkung mit den frischen Erdbeeren aus Sizilien in die Stadt. Beim letzten Mal vor 2 Jahren hatte uns die Stadt trotz lausigen Regenwetters schon recht gut gefallen, aber heute, mit strahlendem Sonnenschein ist es einfach wundervoll, durch die Strassen zu schlendern, in den Geschäften und Marktständen zu stöbern und einfach das Flair der Stadt zu genießen. Daher an dieser Stelle ohne weitere Worte einfach der Verweis auf die Bildergalerie --> Linkfür Lucca!

ENTDECKER am 03 Apr 2015 16:54:30

Vielen, vielen Dank für Deinen Reisebericht. Ich verfolge Eure Reise nicht unbegründet. Wir haben heuer auch die Toskana geplant und bekommen schon riesige Lust darauf. Eure angesteuerten Ziele sind uns nicht unbekannt.

Also noch viele schöne Tage und eine unfallfreie Fahrt ohne unangenehme Zwischenfälle.

,
Christian

Momoblog am 03 Apr 2015 17:00:08

Danke für deine freundlichen Worte.
Auf die Todo-Liste von Dingen, die man nicht haben muss, kannst du die Ortsdurchfahrt durch San Miniato aufnehmen. Nix passiert, aber auch nicht spaßig - mehr dazu später im Blogbeitrag.

Lieben , Michael

Momoblog am 03 Apr 2015 23:41:04

3.4.2015

Als wir gestern abend zurück zum Wohnmobil kamen, wunderten wir uns schon, wie voll der städtische Parkplatz geworden war. Heute morgen ist er noch voller, so dass auch der Platz neben uns belegt ist. Das hatte uns gestern abend aber schon unser Wachhund mitgeteilt, der, als alle schon im Bett lagen, kurz anschlug, weil sich jemand dem MoMo genähert hatte. Gut zu wissen!
Wir tanken vor der Weiterfahrt noch einmal nach und nutzen die Gelegenheit, die Frontscheibe zu reinigen. Dumm nur, wenn der Griff des Abziehers so kurz ist, dass man auch als groß gewachsener Mensch nicht bis nach oben kommt... Egal, gut gelaunt brechen wir nach San Miniato auf. Die Fahrt gestaltet sich sehr entspannt, bis es in den Ort hinein geht. Aber die Ortsdurchfahrt ist dann nur etwas für Männer mit Stahlseilnerven. Ohne Gegenverkehr wäre das nicht der Rede wert, aber wenn der Gegenverkehr immer noch der Meinung "Passt scho!" ist, wenn man selber schon stehen geblieben ist und hinter einem auch eine Autoschlange hat, die kein Rangieren mehr ermöglicht, wird das Ganze lustig. Ob die nette Politesse, die per Funk ihre Kollegin am anderen Ende der Engstelle kontaktiert, nur für diesen Zweck hier eingesetzt ist?
Auf dem Parkplatz stehen wir dann aber sehr luxuriös und sorglos.
Wir begeben uns in Richtung des wirklich beeindruckend hohen Turms Federico II. Von dort oben hat man sicher zur rechten Zeit eine tolle Fernsicht. Wir beschließen aber, nicht hinauf zu steigen, da man vom Platz am Fuße des Turms schon eine so gute Aussicht hat, wie vom anderen hohen Turm der Stadt. Und die Rundumsicht ist wirklich toll - leider aber wegen der Mittagssonne, die genau in Richtung der attraktivsten Motive steht, nicht wirklich fotokompatibel. Schade. Annette nutzt aber die Zeit für eine weitere Zeichnung in ihrem Skizzenbuch. Sofie und ich philosophieren derweil über die Zahl der Backsteinlagen bis zur Turmspitze. Wir einigen uns auf großzügige 400-600 Reihen.
Nach einem Bummel durch den Ort, wo man nette Andenken aus Glas hätte kaufen können, kehren wir zum MoMo zurück. Nicht, ohne uns vorher noch mal gehörig erschreckt zu haben, als wir an einer Ausfahrt aus der Stadt gesehen haben, dass die Durchfahrthöhe nur 3,15m beträgt. Rapallo reloaded? Oder noch mal durch den engen Ortskern? Nachher löst sich das Problem von alleine, denn wir müssen einfach die hinreichend breite Ausfahrtsstraße vom Parkplatz weg weiter fahren. Puh!
Wir stärken uns noch mit den Resten der Pizzen, die Sofie und Annette gestern nicht mehr geschafft haben. Übrigens ist Self-Service-Pizza-Taxi sehr zu empfehlen. Das geht so: In der Stehpizzeria in der Nähe des Stellplatzes Pizza kaufen und im MoMo genüßlich verzehren. Mjam! Zusätzlich gibts Feldsalat mit getrockneten Tomaten und Hobelkäse und als Nachtisch frische Apfelsinen. Doppelmjam!
Wir beschließen, Certaldo links liegen zu lassen (was wir auf der Vorbeifahrt leicht bedauern, denn es sieht sehr nett aus) und direkt nach San Gimignano zu fahren. Der Stellplatz Santa Chiara wird als zwar teuer, aber mit kostenlosem Shuttlebus, Strom und Duschen beschrieben. Genau das, was wir heute brauchen. Denn wer schon mal rund um San Gimignano auf der Suche nach einem Parkplatz gekurvt ist, wird den Taxiservice zu schätzen wissen. Und da der gestrige Tag meine Kameraakkus gefressen hat, ist Strom auch eine unverzichtbare Notwendigkeit. Zur Beschreibung des Stellplatzes können wir noch hinzufügen: schräg! Trotz Keilen kriegen wir nicht mal annähernd eine waagerechte Position hin. Neidisch gucken wir auf die anderen Womos, die die richtig hohen Keile mit verschiedenen Leveln haben. Kommt auf die Einkaufsliste!

Am späten Nachmittag brechen wir dann mit dem Shuttlebus des Campingplatzes nach San Gimignano auf. Ein nicht sehr vertrauenerweckendes Gefährt, was komische Geräusche bei der Fahrt von sich gibt. Da zur angegebenen Abfahrtszeit 3 Familien mit Hunden warten, gibt es auch 3 Fahrten, obwohl mehr Leute in den Bus passen würden. Anscheinend gibt es aufgrund schlechter Erfahrungen eine 1-Hund-pro-Fahrt-Regelung.
Da wir beim Besuch vor 2 Jahren schon die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gesehen hatten, nehmen wir uns jetzt Zeit zum Bummeln. Ich suche schon länger nach einem neuen Portemonnaie, meine beiden Frauen können sich da mehr für Handtaschen begeistern. Sie versichern mir glaubwürdig, dass jede Frau sich anscheinend in San Gimignano eine Handtasche kaufen würde. Aber während ich fündig werde, haben die beiden einfach einen zu exklusiven Geschmack und so bleibt bei Preisen jenseits der 200€ das Portemonnaie zu.
An der Piazza della Cisterna folgen wir nur zu gerne dem Rat des Womoführers und auch unseren positiven Erinnerungen an das Eis der "Weltmeister"-Eisdiele Dondoli. Und tatsächlich ist das Eis wieder himmlisch und trotz der schon etwas kühlen Abendtemperaturen ein Genuss.
Wir machen uns auf die Suche nach einem netten Restaurant für den Abend und folgen mal wieder dem Rat von Tripadvisor, der uns auch heute nicht im Stich lässt. La Vecchie Mura heißt unsere Entdeckung und hat im Sommer sicherlich eine herrliche Terrasse. Wir sind aber schon glücklich, dass wir den allerletzten Platz im Restaurant kriegen und genießen das leckere Essen und den lokalen Rotwein ausgiebig. Denn der Plan ist es, auf die Karfreitagsprozession zu warten, die um 21.30 Uhr beginnen soll.
Die Stadt ist kurz nach 21 Uhr von den größten Touristenmassen befreit, so dass man das abendliche Ambiente in den alten Mauern erst so richtig genießen kann. Alles ist toll beleuchtet und die Stimmung ist einfach unbeschreiblich schön.
Sofie und ich strömen mit der Masse in den wirklich sehr schönen Dom, wo aber nur noch eine kurze Ansprache gehalten wird, bevor die Prozessionsteilnehmer mit ihren schwarzen Kutten hinaustreten und festlich zu singen beginnen. Von den alten Gemäuern hallt es zurück. Toll!
Wir beschließen aber, nachdem wir dem Ganzen etwas zugeschaut haben, zum Shuttlebus zurückzukehren, damit wir auch noch gemütlich etwas im MoMo sitzen können. Als wir aber die Menge der Wartenden sehen, beschließen wir, die 900m mal eben zu Fuß zurückzulegen. Heimgeleuchtet von der Handytaschenlampe kommen wir unbeschadet wieder am Campingplatz an. Was ein toller Tag!
Bilder wie immer hier: --> Link

Momoblog am 05 Apr 2015 22:51:48

4.4.2015

Siesta statt Siena

Jetzt hat uns das Schicksal doch ereilt: Der Wetterbericht hat nicht gelogen und es ist tatsächlich der erste Tag, der uns nicht mit strahlendem Sonnenschein begrüßt, sondern wolkenverhangen ist. Es soll aber im Tagesverlauf dann auch richtig schütten. Wir schaffen es aber, trocken in den Tag zu starten und Dusche und Entsorgung noch zu erledigen, bevor der große Regen einsetzt.
Wir machen uns auf die Fahrt nach Sovicille, wo wir einen gut klingenden Campingplatz ausfindig gemacht haben, der die Bushaltestelle nach Siena quasi schon eingebaut hat. Es ist eine Fahrt durchs Hinterland und mir kommt der Gedanke, dass man hier wirklich am ? der Toskana ist, was den Betrieb angeht. Kein Auto hinter uns, kaum eines, was uns entgegen kommt. Aber selbst das ist noch ausgesprochen hübsch und die Straße erinnert mich mit ihren Mäuerchen rechts und links der schmalen Straße an Irland. Vielleicht ist es aber auch nur der einsetzende Regen...
Der Campingplatz ist nicht gerade ausgebucht, aber wenn man ein Kennzeichen sieht, ist es zu 80% ein deutsches. Und wie es der Zufall will, stehen wir wieder neben unseren Brötchennachbarn aus Sestri Levante, die wir zuvor schon in Lucca auf dem Anfiteatro wieder getroffen hatten. Die müssen echt denken, dass wir Stalker sind! Dass wir den Stellplatz schon ausgesucht hatten, bevor wir die bekannten Nachbarn überhaupt entdeckt hatten, glaubt uns eh keiner...
Während ich uns noch mit Strom verkabele fängt es an, aber mal so richtig zu regnen. Der zuvor sehr harmlose Landregen verwandelt sich in richtig fette Tropfen, die auf unser Dach pladdern. Da meine Regenjacke schon vom Wasser auffüllen gut durchnässt ist, beschließen wir, uns den für heute geplanten Trip nach Siena bei diesem Mistwetter zu sparen und stattdessen den ultimativen Chilltag einzulegen. Also schwingt sich Annette zur Küchenchefin auf und zaubert erst einen Käsekuchen und dann noch eine Kartoffelsuppe für uns, ich liege im Alkoven und lese und Sofie kümmert sich um Schule, theoretische Füherscheinprüfung und assistiert in der Küche.
Als am Abend der regen nachlässt, machen wir noch einen Spaziergang in das nette Örtchen und schmieden Pläne für die kommenden Tage. Bei einem Spieleabend mit den köstlichen Zweifel-Chips aus der Schweiz klingt der Tag relaxed aus.

--> Link

Momoblog am 05 Apr 2015 22:54:40

5.4.2015

Irgendwas mit Mont
Wir hatten noch hin- und herüberlegt, ob wir noch einen Tag länger auf dem Platz bleiben und heute mit dem Bus nach Siena fahren. Wir entschliessen uns aber dagegen. Stattdessen brauchen wir nach dem Faulenzertag wieder etwas Bewegung. Annette hat in einem Reiseführer den Geheimtipp gefunden, dass man in Monticiano parken könne und von dort eine kurze 2km-Spazierwanderung nach San Galgano möglich sei.
Wir parken also auf dem Wanderparkplatz und machen uns auf den Weg. Das erste was auffällt: Es ist windig, in Böen schon stürmisch - und der Wind ist eisig! Mit dem bedeckten Himmel und dem kalten Wind mag man gar nicht mehr glauben, dass wir an den vorigen Tagen schon fast sowas wie Frühsommer hatten! Wir packen uns also entsprechend ein und stiefeln los. Immer wieder finden sich am steinigen Weg Wegweiser, die anzeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Problem ist nur, dass der Weg auch über einen Fluss führen soll. Aber von der Holzbrücke, die vor Jahren vielleicht mal existiert hat, existieren nur noch Bruchstücke an beiden Ufern. Und ein barfuss-durch-den-Fluss-gehen erscheint uns bei der Strömung und den kalten Temperaturen auch nicht gerade ratsam. Also kehren wir, obwohl in Sichtweite zur Ruine von San Galgano, frustriert um.
Mit dem MoMo fahren wir ein Stück unserer Strecke zurück und kommen am Pakrplatz von San Galgano an, der mit einer stattlichen Anzahl von Wohnmobilen gefüllt ist, aber immer noch reichlich Platz für uns bietet. Wir machen uns auf zur Besichtigung der wirklich sehenswerten Ruine. Da man aber das allermeiste schon von außen, bzw. durch Gitterstäbe sehen kann, verzichten Annette und Sofie auf den Eintritt in die Hallen, während ich zum Fotografieren gerne die 2€ Eintritt zahle. Aber es sind wirklich nicht so viele neue Ansichten, dass es sich wirklich lohnt. Da ist der Aufstieg zur Kapelle, die auf einem Hügel oberhalb der Ruine liegt schon lohenswerter. Weniger wegen des Schwertes, das der heilige Galgano angeblich in den Stein gerammt hat oder der Knöchelchen, die gruselig-schön ausgestellt sind, sondern weil die Kapelle eine schlichte Schönheit besitzt.
Nach diesem Kulturteil genießen wir mittags eine kleine Verkostung von verschiedenen Pecorinovarianten, die alle lecker sind, aber nur die Variante mit Kräutern schafft es in unseren Kühlschrank. Wir stellen fest, dass wir in der letzten Zeit eigentlich viel zu selten einfach mal Käse mit leckeren Konfitüren oder Honig gegessen haben. So lecker!
Danach geht die Reise weiter, aber wohin bloß? Der Plan ist ja, nach Montalcino zu fahren, aber da sich das weder Annette noch Sofie merken können, führen wir an diesem Tag gefühlte 10x folgende Konversation:
A. o. S.: "Wohin fahren wir noch mal?"
M.: "Nach Montalcino."
A. o. S.: "Aber da waren wir doch gerade!?"
M.: "Nein, das war Monticiano. Wir fahren nach Montalcino!"
S.: "Ist das da, wo meine Handtasche her ist?"
M.: "Nein, das ist Montepulciano."
A. o. S.: "Und wo fahren wir jetzt hin?"
M. (rollt mit den Augen und schweigt...)

Die Fahrt nach Montalcino führt uns übrigens in der Tat wieder über Monticiano und in der Ferne kann man bestimmt auch irgendwo Montepulciano sehen. Wir versuchen aber, die doch ganz schön kurivge Strecke so zu überstehen, dass es Sofie auf der Rückbank nicht schon wieder schlecht wird. Denn was vorne eigentlich sogar Spaß macht, wird hinten eine echte Belastungsprobe für den Magen. Das Stück zwischen Vescovado und Monteroni ist dann aber das erste Mal Toskana aus dem Bilderbuch mit sanft geschwungenen Hügeln, Zypressenalleen und allem sonstigen Schnick und Schnack. Toll!
In Montalcino steuern wir dann um halb 6 den Stellplatz an, der durch eine unfassbar steile Straße erreicht werden muss. Zwischendurch zweifele ich kurz daran, dass wir oben ankommen und stattdessen einfach das MoMo nach hinten überkippt. Kribbelig! Aber noch kribbeliger ist dann die Situation auf dem für 31 Wohnmobile ausgelegten Parkplatz. Vor uns stehen schon 2 Wohnmobile auf der Straße, die darauf warten, dass andere Womos mit dem Rangieren fertig werden. In manchen Parklücken stehen schon Frauen, die Plätze reservieren, also schicke auch ich Annette los, die Lage zu sondieren. Sie kommt zunächst frustriert wieder, weil alles wild auf italienisch miteinander redet, sie aber nichts versteht und eigentlich auch kein Platz mehr frei zu sein scheint. Aber als die Womos vor uns auf den Platz gefahren sind, sehe ich einen gänzlich ungenutzten und (noch wichtiger) unreservierten Platz. Schnell schaffe ich vollendete Tatsachen und wir stehen auf dem letzten freien Platz! Die armen Schweine, die hinter uns standen und auch die Legionen, die wir später noch den Berg hinauf fahren sehen, gucken in die Röhre. Glück gehabt!
Alsbald brechen wir hinunter in die Stadt auf, genießen den tollen Blick auf die Stadt und frieren im mittlerweile nordseehaft starken Wind. Brrrr!
Insofern wird es auch mit dem eigentlich geplanten gemütlichen Bummel durch die Stadt nichts mehr - es ist einfach nicht auszuhalten! Vor allem nicht, wenn man auf winterliche Temperaturen um den Gefrierpunkt nach den letzten wunderbaren Tagen nun wirklich nicht mehr gefasst war.
Wir machen aus der Not eine Tugend und betreten ein Weingeschäft, um den berühmten Brunello zu probieren. Die beflissene Verkäuferin schenkt uns auch sofort einen "Rosso" und einen "Brunello" ein, den wir so fachmännisch wie möglich verkosten. Was soll ich sagen: Unser Wein ist es nicht. Und als wir die Preise von 15€ für den Rosso und 30€ für den Brunello hören, schon mal gar nicht. Mit einem etwas schlechtem Gewissen verabschieden wir uns. Aber besser, die sind sauer, als wir kaufen einen teuren Wein, der uns nicht mal besonders gut schmeckt.
Wir steuern nun auf die Enoteca Bacchus zu, die wir vom letzten Besuch in Montalcino noch in guter Erinnerung hatten. Zum draußen sitzen ist es dieses Mal aber zu kalt, so dass wir diese Mischung aus Wein- und Spezialitätengeschäft und Restaurant von innen betrachten. Es ist irgendwie ein liebenswert leicht aus der Zeit gefallener Ort, der mit seinem älteren Eigentümerpaar und dem jungen Mann, der bedient (wohl der Sohn?) wie aus einem skurrilen Film im Stile der "Fabelhaften Welt der Ameliè" stammen könnte. Uns gefällts!

--> Link

ENTDECKER am 05 Apr 2015 23:03:35

Witzig, ich lese gerade Seite 149 im Reise-Know-How durch und was entdecke ich in deinem Thread? Du bist gerade in der Gegend.
Wie schon geschrieben, ich verfolge aufgeregt eure Tour. :D

Weiterhin gute Fahrt und immer ein Plätzchen zum Stehen.

,
Christian

mawogu am 06 Apr 2015 10:07:01

Danke für die schöne, unkomplizierte Reisebeschreibung. Wenn ihr schon in der Ecke seid, vergiss nicht San Quirico d'Orcia und/oder Bagno Vignoni zu besuchen.

von
Manfred, einem alten Toscana Fan

deedee am 06 Apr 2015 12:52:11

Ahhhhhhhhhh .... lese grade seeeehhhhr interessiert, weil Montalcino und Umgebung demnächst auch unter unsere Räder genommen werden soll.
Und wenn ich das so lese, ist es vielleicht doch richtig(er), der/die/das Podere Il Cocco anzufahren als dort zum Stellplatz hinaufzukriechen .... so steile Strecken stehen nicht mehr so auf meiner Wunschliste ...
Und wenn Ihr laut gerufen hättet, hätte Euch Mr. Gogolo vielleicht noch hören können ..... kurvt auch grad in dieser Gegend rum ....

Ach ja, schöner und nett zu lesender Bericht .... :klatschen:

Momoblog am 06 Apr 2015 14:35:12

Manfred, den Tipp mit San Quirico haben wir gerade in die Tat umgesetzt. Ein sehr nettes Städtchen. Auch hier ist unser Stellplatz der letzte freie gewesen, direkt neben der Entsorgung... Übrigens waren wir gestern und heute die einzigen Deutschen - der Rest ist komplett in italienischer Hand!

Deedee, danke für die Rückmeldung! Macht ja mehr Spaß zu schreiben, wenn man auch weiß, dass es gelesen wird. :)
Die Steigung war schon machbar, aber für uns war es bisher die mit Abstand steilste Straße. Hat das MoMo aber gut geschafft und die Legionen (keine Übertreibung!), die auf unserem Fußweg in die Stadt an uns vorbei fuhren, auch. Aber Stellplatzeinnahme um spätestens 17 Uhr ist zu empfehlen.

Lieben , Michael

sommermaerchen am 06 Apr 2015 15:00:10

Hi,
zuerst vielen Dank für den Bericht, - und wie der gelesen wird!
Die Anfahrt zum Stellplatz in Montalcino ist zwar steil, aber durchaus auch mit größeren Fahrzeugen zu bewältigen – so mein Empfinden als wir vor 2 Jahren dort waren. Wir sind dann aber an der Einfahrt zum Stellplatz gescheitert. Diese ist nämlich wirklich kräftig steil, so dass unser etwas längerer Überhang aufgesetzt wäre. Zweites Problem waren die zu tief herabhängenden Äste. Wir haben dann ein paar Meter weiter an einer Mauer noch einen passablen Platz gefunden. Der italienische Camper-Kollege, der nach uns kam und dasselbe Problem hatte, löste dies einfacher: er stellte sein Mobil auf ein kleines Wiesenstück direkt neben dem Stellplatz. Das Wiesenstück machte auf mich aber den Eindruck, als ob es privat war.


Rüdiger

Gast am 06 Apr 2015 15:21:03

moensters hat geschrieben:Die Steigung war schon machbar, aber für uns war es bisher die mit Abstand steilste Straße.

Auch ich lese deinen Bericht mit Spannung mit, danke dafür(!): wir werden wohl im Spätherbst die Toskana wieder, dann aber erstmals mit unserem WoMo, "heimsuchen".
Was mich dabei interessiert: ich habe mal nach Eurem WoMo gegoogled, und gesehen das Eurer einen kleineren Radstand und zudem einen kurzen Überhang hinten hat. Natürlich kannst du das nur schätzen, aber was glaubst du wie oft oder Wo es eng wird mit WoMo's wie Unserem TI (Radstand ca. 4m, Länge 7,5m und einem Überhang von ca. 2,25 m?)?
Erst neulich habe ich feststellen müssen das ich der Empfehlung (Mobile App) zB am Stellplatz in Eisenach folgen sollte (Ausfahrt als Einfahrt nutzen), und bis zum Herbst werden wir wohl auch die Zusatzluftfederung der HA haben, die uns mehr Bodenfreiheit am Hecküberhang bringt, aber Hinweise wie zu oben genannten Stellplatz in Eisenach (Achtung hier wird's nicht nur steil, sondern eng), wären super hilfreich!
Also wenn du nochmals "steep" zu einem Stellplatz hochfährst, denke doch mit einem Halbsatz mal an "Uns" ob das überhaupt Sinn macht diesen anzusteuern.
Unabhängig davon: nur weiter so, ich warte schon gespannt auf den nächsten Beitrag!

Momoblog am 06 Apr 2015 23:20:02

Detmobil, das ist für mich schwer einzuschätzen, da ich selber unsere bis 6m-Klasse immer schon "groß" finde und mich immer wundere, was für Schlachtschiffe da teilweise rumfahren. Ich würde sagen, dass alle unsere Strecken auch von dir gefahren werden können, da ja selbst an der wirklich abenteuerlichen Zufahrt zur Grotta del Vento ein Reisebus(!) durchgekommen ist. Wenn du mit deinem Fahrzeug vertraut bist, wird das wohl gehen.
Probleme sind dann eher so wie Rüdiger es schon sagte, manche Rampen. Aber da musst du dann selbst entscheiden, was geht und was nicht. Kleiner Anhaltspunkt: Achte auf die Furchen, die sich vor einer Rampe in der Straße befinden...

Lieben , Michael

Momoblog am 06 Apr 2015 23:23:45

6.4.2015

Schöne Aussichten

Boah, was eine eisige Nacht! Da ich an der Frontseite des Alkovens liege, die ja auch etwas windschnittig geschwungen ist, spüre ich regelrecht, wie die Kälte durch die Isolierungsschicht hindurch drängt. Nachttemperaturen nahe des Gefrierpunkts sind nicht so schön - gut, dass wir zusätzliche Fleecedecken dabei haben!
Recht spät brechen wir nach einem gemütlichen Frühstück auf. Die Fußball spielenden Jungs hinter unserem Wohnmobil kriegen nach einem Volltreffer aufs MoMo den bösen Blick und sind dann auch sofort ganz einsichtig. Arrividerci, Montalcino!
Einem Tipp aus dem Womo-Forum folgend (Danke, Manfred!) fahren wir in Richtung San Quirico d'Orcia. Da wir eine Übersichtskarte über die "Terre di Siena" haben, in der auch "grüne" (landschaftlich reizvolle) Strecken eingezeichnet sind, fahren wir aber nicht über die SR2, sondern machen einen Schlenker über Torrenieri, um auf eine solche grüne Straße zu gelangen. Und tatsächlich macht es Spaß, auf dieser Straße zu fahren, denn sie bietet zum einen reizvolle Ausblicke und wir fahren mutterseelensolo in dem Tempo, das uns gerade genehm ist. Und aussteigen an schönen Stellen ist dann auch kein Problem. Nice!
In San Quirico visieren wir den offiziellen Stellplatz an und traditionell belegen wir den letzten Platz, der noch frei ist. Auch hier alles wie gehabt: Der Platz ist fest in italienischer Hand. Wir brechen in den Stadtkern auf und umrunden auf der Suche nach dem Stadttor erst mal die halbe Stadt, um dann bei den Horti Leonini endlich hineinzukommen. Die Gartenanlage sieht aus, als hätte sie ein Gärtner aus Versailles angelegt, dann aber entschieden, dass es doch viel uriger wäre, alles verlottern zu lassen. Schräg!
Der Wind weht eisig durch die Gassen, so dass wir gerne shoppen gehen. Sofie wird mit einem Paar Schuhe fündig und wir können unser Geburtstagsgeschenk für Hannah unter Dach und Fach bringen. Sehr gut!
Zurück auf dem Stellplatz spielen sich imposante Szenen ab: Da offensichtlich alle Italiener vor der österlichen Heimfahrt noch einmal entsorgen müssen, fährt Womo auf Womo neben uns (wir haben nämlich den Buäh-Platz neben der Entsorgungsstelle), bzw. reiht sich in die Schlange der kreuz und quer Wartenden ein. Es geht aber alles sehr gelassen und freundlich zu und wir müssen zugeben, dass so cool wie der Glatzkopf mit dem Stiernacken und der schwarzen Sonnenbrille in seinem roten Muscle-Shirt und Dolce&Gabanna-Sneakern sicher noch kein Deutscher seine Chemietoilette entleert hat.
Unsere Fahrt geht weiter Richtung Bagni San Filippo, von wo ich ein Bild mit Kalksinterterrassen gesehen hatte, was Yellowstone-Gefühle hochkommen ließ. Außerdem wollte Sofie unebdingt im Bikini in den heißen Pools baden. Aufgrund der guten Erfahrung mit den grünen Straßen wollten wir wieder nicht den ganz direkten Weg nehmen, sondern über Castiglione d'Orcia und Campiglia d'Orcia fahren. Eine nicht ganz so gute Idee. Denn in Castiglione endete der Weg auf einmal, weil eine Straße gesperrt war, so dass wir nach einer abenteuerlichen Abfahrt das ganze Stück wieder hinauf ächzen durften. Und auch in Campiglia war die Verbindungsstraße gesperrt. Anscheinend für irgendeine Osterfeierlichkeit, aber vom Luftballonschmuck sah es eher wie ein Kindergeburtstag aus. Also auf Umwegen, aber immer mit tollen Aussichten ins Val d'Orcia nach Bagni San Filippo. Besonders beeindruckt uns der Monte Amiata, der mit einer zarten Puderzuckerschicht überzogen ist. Da die Straße zu den Quellen eine Einbahnstraße ist, die noch dazu für Busse gesperrt ist, warte ich zunächst mal und schicke Annette vor, ob es überhaupt am üppig gefüllten Straßenrand ein Plätzchen für das MoMo gebe. Sofie schicke ich derweil in die Siedlung gegenüber der Einfahrt zu den Bagni, weil wir ein paar Womodächer in der Ferne sehen. Und tatsächlich findet sie einen perfekten Stellplatz und wir ziehen los, nachdem sich Sofie trotz des immer noch kalten Windes tatsächlich in den Bikini geschmissen hat. Der Weg von der Straße hinab zu den heißen Quellen ist steil und auch etwas matschig. Vorsicht! Unten geht es zu wie in einem Schwimmbad. Alle "Whirlpools" sind mit jungen Leuten überfüllt, so dass sich zunächst kein Platz für Sofies Heißbadeaktion findet. Und der über allem liegende schwefelige Faule-Eier-Geruch macht das Bad auch nicht gerade attraktiver. Aber weiter den Fluß hinunter ist so gut wie kein Betrieb mehr, da es schon später Nachmittag ist und so stehen wir nahezu alleine vor der massiven weißen Kalksinterwand und suchen einen Minipool für Sofie. Zwar nicht so cool wie diejenigen weiter oben, aber immer noch beeindruckend: Wir stehen dick vermummelt neben dem Kind im Bikini, dass sogar noch Zeit zum Strahlen findet. Respekt! Und auch der anschließende Rückweg zum MoMo wird klaglos absolviert. Meins wäre es ja nicht...
Wir machen uns auf nach Radicòfane, unserem Ziel für die Nacht. Im Tal sieht man schon den Burgturm und es ist ein ganz schöner Trampel nach oben. Wir peilen erst mal den offiziellen Stellplatz an, der auch einen ganz passablen Ausblick Richtung Süden hat, aber da Grèus im Womoführer so vom Platz bei der Fortezza schwärmt und das Bild wirklich verlockend aussieht, wollen wir wenigstens mal gucken. Und tatsächlich ist die Aussicht gen Norden wirklich toll! Annette und ich gehen noch hoch zur Fortezza, werden dort aber freundlich an das zu zahlende Eintrittsgeld erinnert, das wir uns aber dann doch schenken, weil der Ausblick so schon schön genug ist. Und wieder hören wir auf Grèus, der den Platz vor dem Friedhof empfiehlt: Ein Luxusstellplatz XXL! Wir genießen die Abendstimmung und den bevorstehenden Sonenuntergang aus dem warmen MoMo bei Ravioli alla panna und leckerem Chianti - viel besser geht es nicht!
Pünktlich zum Sonnenuntergang schwinge ich mich zum Fotografieren noch einmal nach draußen und habe nach 20 Minuten im kalten Wind kein Gefühl mehr in den Fingern, denn die Fotografenhandschuhe habe ich bei dem Wetterbericht, den wir Zuhause sahen, für komplett unnöttig gehalten. Grober Fehler!
Wir freuen uns schon auf das Frühstück mit dieser sensationellen Aussicht!

Viele Fotos auf --> Link

Gast am 06 Apr 2015 23:50:18

moensters hat geschrieben:Detmobil, das ist für mich schwer einzuschätzen, da ich selber unsere bis 6m-Klasse immer schon "groß" finde .... Kleiner Anhaltspunkt: Achte auf die Furchen, die sich vor einer Rampe in der Straße befinden...

Lieben , Michael

Hallo.
So langsam haben wir uns auch an die Größe/Länge gewöhnt: wir wollten es ja so weil wir uns auf den Grundriss festgelegt hatten. Die Furchen vor so mancher Bodenwelle haben wir auch gesehen, nur bis Eisenach nicht kennen gelernt. Bisher ging's auch nur 4-mal (ohne Probleme) auf eine Fähre, aber nach Eisenach bin ich bei unserem Überhang vorsichtig geworden, erst recht nach unserem Ausflug letztes Jahr in die Region "Lago di maggiore/varese.
Egal, mit der zusätzlichen Luftfederung wird's wohl erst Recht keine/wenig Probleme geben. Ich lese/notiere derweil fleissig mit bei eurem Blog um mir Anregungen für den Herbst zu holen.

Momoblog am 07 Apr 2015 21:36:36

Urlaubssplitter, mit Bildern hier: --> Link
7.4.2015

Urlaubssplitter
Heute werde ich wieder durch die frostigen Temperaturen früh wach. Angeblich waren es in der Nacht sogar deutliche Minusgrade. Für einen gemütlichen Start in den Tag drehe ich schon mal die Heizung etwas höher. Hm, springt nicht an. Gas alle? Kurzer Test mit dem Herd: Nein, die Flamme geht noch an. Hm. Das Steuerrad am Heizungsthermostat blinkt 9x gelb. Ich gucke in den Fehlercodes des Handbuches nach, aber da ist maximal 8x vorgesehen. Hm. Und während ich so grübele, fängt der Kühlschran an zu piepen, weil er kein Gas mehr hat. Also doch das Gas! Ich ziehe mir die Latschen über und schließe inmitten kleinster Schneeflocken, die durch die Luft tanzen, die zweite Gasflasche an. Anscheinend haben die überwiegend doch noch recht kalten Nächte ganz schön am Gasvorrat geknabbert. Naja, bis zum Wochenende hält die neue Flasche locker.
Unser Frühstücksausblick ist weniger spektakulär als angenommen, da es doch recht bewölkt ist und das Besonderste ist wirklich, dem Schneetreiben im zwischenzeitlichen Sonnenschein zu folgen. Gottseidank bleibt nichts liegen - ansonsten wären wir mir unseren Sommerreifen echt in Schwulitäten gekommen. Sehr unterhaltsam sind noch die 2 Männer, die volle Mülltonnen in den schmalen Spalt eines Glascontainers entleeren. Es wirkt wirklich wie eine Szene aus einem Stan und Olli-Film, wie diese 2 Männer sich abmühen, den Müll in den davor gar nicht vorgesehen Spalt zu werfen, obwohl auf unserem Parkplpatz 3 leere große Müllcontainer stehen.
Unsere Fahrt geht weiter zum Aussichtspunkt La Foce bei Lucciolabella. Ein absolutes Postkartenmotiv und auch ich versuche mein Bestes, ein ansprechendes Foto als Erinnerung zu schießen. Und wir haben wirklich riesiges Glück, denn keine 5 Minuten später ziehen fette Wolken über uns, die wieder Schnee und Regen mit sich bringen und von der schönen Aussicht nicht viel übrig lassen. Echtes Aprilwetter!
Kurz vor Chiusi füllen wir noch mal unsere Vorräte in einem Supermarkt auf und wollen dann Chiusi erkunden. Wir finden wider Erwarten problemlos einen guten Parkplatz und klettern mal wieder hoch ins Zentrum. Ein nettes Städtchen, das so gut wie gar nicht touristisch ist und jetzt in der Mittagszeit wie ausgestorben wirkt.
An einer ausgesprochen pittoresken grünen Holztür passiert Annette dann das Missgeschick des Tages. Das Handy rutscht ihr aus den kalten Fingern und fällt, wie sollte es anders sein, nicht auf die behüllte Rückseite, sondern auf das Glas, was nach diesem Sturz nur noch ein Fall für den Glaser ist. Viele Brüche und Risse im Glas, mit kleinen Splittern überall. Autsch! Das wird ein Fall für den Handy-Doktor! Besonders ärgerlich ist, dass sie es aufgrund der Splitter jetzt auch überhaupt nicht mehr nutzen kann. Also bis zur Reparatur keine Fotos oder Nachrichten, nicht wundern!
Eine geschockte Annette und um Trost bemühter Ehegatte samt Kind brechen zum Mittagsziel Lago Chiusi auf. Dort lecken wir unsere Wunden, überlegen, wie man am besten das Handy reparieren kann und genießen die Aussicht aus dem warmen Wohnmobil. Denn es weht immer noch dieser eisige Wind und die Sonne kommt nur selten durch. Für das eigentlich geplante nette Picknick am See ist es einfach definitiv zu kalt!
Da uns für heute der Entdekcergeist etwwas abhanden gekommen ist, beschließen wir, einfach zum Laago Trasimeno weiterzufahren und uns auf einem Campingplatz mal wieder frisch zu machen. Nach den ACSI-Bewertungen ist der Campingplatz mit dem für hiesige Verhältnisse merkwürdigen Namen "Kursaal" der Beste unter den verfügbaren vergünstigten ACSI-Plätzen und auch, wenn wir die anderen nicht gesehen haben, können wir das nur bestätigen. Da Vorsaison ist und die Oster-Italiener alle wieder Zuhause sind, können wir uns den Platz aussuchen und kriegen auch nachmittags noch einen Seeplatz deluxe. Kostet zwar 2€ Zuschlag, ist aber jeden Cent wert. Und die Dsuchen sind nicht nur piccobello sauber, sondern auch noch geräumig(!) und so schön gestaltet, dass sie jedem Wellnessbad Konkurrenz machen könnten. Der absolute Hammer!
Wir breiten erst mal unser ganzes Tisch-und-Stuhl-Gedöns aus, dass seit Sestri Levante nicht mehr gebraucht wurde. Und siehe da: Wenn die Sonne durchkommt und nicht von schnell vorbei ziehenden Wolken verdeckt wird, lässt es sich (allerdings in dicker Jacke) bei 10° durchaus leben. Und der Blick auf den See und die umliegenden Bergketten ist einfach schön!
Und so beenden wir den Tag mit einem Abendessen am See und auf Wunsch von Sofie mit einer kleinen Fotosession bei diesem schönen Abendlicht. Fein!

wolkenhimmel am 08 Apr 2015 15:57:47

Am Trasimeno waren wir auch schon einige Male, allerdings immer in den Sommerferien... da riecht er manchmal etwas, ähm, streng. :D

Falls es auf Eurer Rücktour liegen sollte (und Ihr nicht schon unterwegs seid), la Vialla ist immer eine gute Adresse um sich das Auto mit Olivenöl und anderen Leckereien zu füllen: --> Link

LG Harriet

deedee am 08 Apr 2015 17:19:15

Ahhhh ... Kursaal ... hatte ich auch schon gefunden, dachte aber, der liegt nicht direkt am Wasser ... scheinbar falsch geguckt ....
Punta Navaccia , 'quasi' nebendran, hatte ich mit jetzt mal rausgesucht, wir sind aber flexibel ...

Heimdall am 08 Apr 2015 18:53:38

Stadtmaus hat geschrieben:Falls es auf Eurer Rücktour liegen sollte (und Ihr nicht schon unterwegs seid), la Vialla ist immer eine gute Adresse um sich das Auto mit Olivenöl und anderen Leckereien zu füllen:
LG Harriet


Hallo Harriet, kann man auf La Vialla über Nacht stehen?
Kunden sind wir ja schon lange, aber haben es noch nie bis dahin geschafft.

Leute die Ihr nach Montalcino kommt, vergesst ja nicht genug guten "Rosso di Montalcino" zu bunkern !!!! Übrigens der Tipp von Gogolo mit dem Weingut "Castello Banfi" ist wirklich zu empfehlen und der Blick vom Castell im Abendrot ist echt sensationell. Ein 360 Grad Rundumblick mit nur Weinbergen auf denen der gute Rote wächst ist ein Traum. Außerdem spricht man dort Deutsch, dies nur so nebenbei.

Momoblog am 08 Apr 2015 19:05:35

Danke für eure Tipps für den Einkauf. Leider ist unsere Reisekasse schon arg geschröpft, aber wir planen schon ernsthaft eine Wiederholung im Herbst. Bis dahin können wir ja noch was sparen...

Lieben , Michael

Momoblog am 08 Apr 2015 19:14:50

8.4.2015
Faulenzertag

Wir haben uns spontan wegen der schönen Lage des Platzes zu einer Verlängerung entschlossen und einen reinen Faulenzertag in der Sonne eingelegt. Schööön! ?

wolkenhimmel am 09 Apr 2015 08:10:17

Heimdall hat geschrieben: Hallo Harriet, kann man auf La Vialla über Nacht stehen?


Moin...

Das kann ich Dir gar nicht sagen, wir waren damals immer in Tuoro in einer FeWo, ich hab' nicht darauf geachtet. :oops:

VG Harriet

Asterixwelt am 09 Apr 2015 09:45:29

Hallo Michael und Fam.,

Habe den Reisebericht gelesen :D , ist sehr umfangreich.

Weiterhin eine schöne Urlaubsfahhrt.



Michael

Gogolo am 09 Apr 2015 11:31:37

Heimdall hat geschrieben:
Hallo Harriet, kann man auf La Vialla über Nacht stehen?
Kunden sind wir ja schon lange, aber haben es noch nie bis dahin geschafft.



Hallo Heimdall,

ich habe mir zu La Vialla notiert:

Sonntags geschlossen
Übernachtung möglich, Platz aber klein
Schöne Vesperplatte
Führung durch die Produktion

--> Link


Hier hat "havo" am 01.02.2015 etwas dazu geschrieben (--> Link). Wir werden im Rahmen unserer derzeitigen Reise Ende April wahrscheinlich auch dort "aufschlagen" und testen und berichten - hier: --> Link


Habe die Ehre

Gogolo

Momoblog am 10 Apr 2015 21:56:22

9.4.2015
Abschied nehmen
Heute ist unser letzter Tag am trasimenischen See und es wird auch der letzte Tag Toskana werden. Heute steht Montepulciano auf dem Programm, damit Sofie ihre vor 2 Jahren aus dem Womo geklaute dort erstandene und viel beweinte Tasche ersetzen kann. Ach ja, und die Stadt soll ja auch ganz nett sein.
Schweren Herzens nehmen wir Abschied vom Campingplatz am See, denn nicht nur Lage und Duschen waren toll, sondern auch die Betreiber waren ausgesprochen herzlich. Zumindest wird mir von Bruno vor allem das "perfettto" und "benissimo" in Erinnerung bleiben.
Auf der Fahrt nach Montepulciano geht es wieder über die berüchtigten Landstraßen, die von der Erosion oder Frost oder beidem mal zur einen, mal zur anderen Seite extrem absinken. Wir haben einen Laster vor uns, der an diesen Stellen immer eine solche Schräglage einnimmt, dass man eigentlich immer damit rechnent, dass er gleich umkippt, obwohl der Fahrer ausgesprochen vorsichtig fährt. Überholen scheint da nicht ratsam. Finde zumindest ich. Aber ein 8m langes vollintegriertes Womo rauscht auf einmal an uns vorbei und hat kein Problem, auch den LKW zu überholen - ein Glück, dass es in diesem Moment keine Fahrbahnsenke gibt, sonst wären die beiden garantiert aneinandergestoßen. Puh!
In Montepulciano ist Markt, was bedeutet, dass der eigentliche Womoparkplatz gesperrt ist. Finden wir gut, weil direkt unterhalb der kostenlose Busparkplatz ist und wir unsere Markteinkäufe direkt in den MoMo-Kühlschrank verfrachten können.
Dann geht es auf Taschenshoppingtour für Sofie. Ich hatte ja in Erinnerung, dass es doch so einige Lederwarengeschäft in Montepulciano gab, aber das es SO viele sind, wusste ich auch nicht mehr! Und so gehen wir von Geschäft zu Geschäft, Sofie beäugt kritisch die Ware und macht sich im Geiste Notizen, wo es schöne Taschen gab. Wir finden auch das Geschäft wieder, wo Sofie vor 2 Jahren ihre erste Tasche bekommen hatte, aber das, was ihr vorschwebte, gab es nicht mehr. Zwar andere schöne Dinge, aber nichts, was sie spontan zum Kauf bewegen könnte. Also machen wir uns weiter auf den Weg und kriegen noch die Auskunft, dass ab 13.30 Uhr die Mittagspause anfangen würde. Ui, das wird knapp! Aber wie es der Zufall will, zeigt mir Sofie auf dem Rückweg eine ebenfalls sehr schöne Tasche und während wir noch überlegen, kommt die Besitzerin heraus und will abschließen. Siesta! Auf Sofies Schreckensschrei hin fragt sie nach, ob wir noch etwas kaufen wollten. Also wird die Tasche noch einmal begutachtet und für richtig und schön befunden. Glückliches Kind!
Nachdem auch dieser Punkt auf der Wichtige-Dinge-die-unbedingt-noch-erledigt-werden-müssen-Liste abgehakt ist, kann es an die Fahrt in Richtung Heimat gehen. Auf der Autobahn lässt es sich bis auf die ekligen Berge auf der Strecke Florenz-Bologna hervorragend und superentspannt fahren, aber es ist trotzdem schon so gut wie dunkel, als wir in Südtirol ankommen. Der Stellplatz am Restaurant Pfeffermühle ist eigentlich nichts weiter als der Parkplatz des Restaurants, aber ein leckeres Abendessen als Belohnung für den dann doch laangen Fahrtag ist uns gerade recht.

Momoblog am 10 Apr 2015 22:04:43

10.4.2015
Rush Hour am Reschenpass
Naja, die Überschrift ist ein bisschen übertrieben, aber es passte so schön... Denn eigentlich kommen wir problemlos voran. In Bozen hatten wir noch mal so getankt, dass wir locker nach Deutschland zum Volltanken kommen würden. Dumm nur, dass die Dieselpreise bereits in Österreich deutlich unter den doch recht hohen italienischen Preisen liegen...Da hätten wir ein paar Euro sparen können.

Die Fahrt über den Reschenpass und anschließend über den Fernpass hatten wir ausgesucht, weil wir gerne noch etwas von den Bergen haben wollten und es ja nicht supereilig haben, wieder Zuhause anzukommen. Insofern genießen wir die Fahrt durch das frühlingshafte Südtirol bei strahlendem Sonnenschein und endlich auch wieder dazu passenden Temperaturen.

Am Reschensee machen wir dann eine kleine Pause und staunen über den immer noch zugefrorenen See, der nur am Rande bereits etwas angetaut ist. Annette betrachtet neidisch die Leute, die zum Skifahren den Berg hinauf fahren und studiert schon mal mit anerkennendem Blick den Plan mit der örtlichen Pistenübersicht.
Als Etappenziel haben wir uns Dinkelsbühl ausgeguckt, wo wir auf dem Stellplatz vor dem Campingplatz übernachten. Netterweise scheint direkt nebenan der Treffpunkt für die Dorfjugend zu sein, die den ersten Abend bei erträglichen Temperaturen genießt - mal gucken wie die Nacht wird! Momentan ist uns das aber recht egal, das wir es uns am letzten Abend noch einmal in "Weib's Brauhaus" mit leckerem frisch gebrauten Bier gut gehen lassen.

Bilder wie immer hier: --> Link

leoline am 11 Apr 2015 12:52:45

Alles durchgelesen und für gut befunden! :)
Irgendwann, wenn wir mal einen neuen Hund haben, der dann auch geimpft werden kann, möchte mein Mann auch mal dahin. Aber ich ja so ein Schisser ... die Kurven, Steigungen , engen und weniger guten Strassen machen mir schon im vornherein Bauchschmerzen :lach: .

Gogolo am 11 Apr 2015 16:49:01

Danke für den schönen Reisebericht. Wir hätten uns ja beinahe irgendwo getroffen, sind wir doch auch in der Toskana unterwegs. Und Danke auch noch für zwei Tipps: zum einen der Stellplatz am Friedhof von Radicofane (da stehen wir gerade in diesem Moment), zum anderen für den Hinweis auf den CP "Kursaal" am Trasimenosee (da werden wir morgen hinfahren).

Wenn ihr wieder einmal in die Toskana fahrt, dann müsst ihr unbedingt auch den Giardino dei Tarocchi ansehen - ich werde in meinem Bericht in Kürze ein paar Bilder davon einstellen. Ich bin von diesem Park schwer begeistert!


Habe die Ehre

Gogolo

nuvamic am 11 Apr 2015 17:27:17

Gogolo -> Meister des Spannungsaufbaus ;)

PittiC am 11 Apr 2015 17:41:33

Schöner Bericht, macht lust auf hinwollen. :ja:

Momoblog am 11 Apr 2015 22:25:45

Maja, traut euch ruhig! Insbesondere das Fahren auf den italienischen Autobahn fand ich vor allem in der Po-Ebene extrem relaxed, da kannst du in Deutschland nur von träumen! Und die Straßen im "Hinterland" sind zwar teilweise nicht so doll, aber gefährlich fand ich es nie. Abenteuerlich teilweise schon, aber da könnt ihr ja auch bestimmen, was ihr euch zumuten wollt. Wenn man nur die "regulären" Höhepunkte auf einem ersten Trip besucht, sind eigentlich keine schlimmen Straßen dabei. Und wenn dein Mann sich dann bei den kribbeligeren Sachen einfach mal durchsetzt (war bei uns auch so), freust du dich vielleicht nachher, dass er das gemacht hat (war bei uns auch so). ;-)

Gogolo, freut mich, dass dir mein Tip geholfen hat! :-) Und, wie findest du den Platz in Radicofani? Ich bin ja gerade ein bisschen neidisch auf dich... ;-) Und viel Spaß im "Kursaal" - wenn er frei ist, können wir den Platz G2 empfehlen. :-)
Der Giardina war auch auf unserer Liste von Sachen, die wir gerne gesehen hätten - passte aber leider nicht in unseren Zeitrahmen. Aber wir überlegen ernsthaft, vielleicht im Herbst noch mal wieder zu kommen. Ich freue mich schon auf deine Bilder!

PittiC, schön, dann hat der Bericht ja genau das erreicht, was er sollte! :-)

Lieben ,
Michael

hantomsteini am 12 Apr 2015 08:07:36

Hallo Michael und Familie, will auch mal kurz danke sagen für euren tollen Reisebericht. Wir stehen gerade auf dem Stellplatz Santa Lucia 2 km vor San Gimignano und sehen das Städtchen heute morgen im strahlenden Sonnenschein vor uns liegen. Mit Siena und Volterra werden wir heute und morgen unsere Toskana-Rundreise abschließen und an die Küste bzw. In die Cinque Terre weiterreisen. Wir haben so manchen Tipp von euch abgekupfert und sind auch schon auf die Bahnfahrt an der C T gespannt. Da wir ja auch mit Hund unterwegs sind: Gibts da in der Bahn irgendwelche Vorschriften bezüglich Maulkorb oder dergleichen?
Liebe : Hanne

Momoblog am 12 Apr 2015 10:29:47

Hallo bergische Nachbarin,

das ist ja toll, dass euch unser Bericht inspiriert hat - besser geht nicht! :-)

In den Cinque Terre ist es so, dass es zwar die CT-Card gibt, die den Zutritt und das Bahnfahren beinhaltet, diese aber in Richtung Norden nur bis Levanto gilt, nicht, wie wir dachten, bis Sestri Levante (Levante oder Levanto, meine Güte, was macht das schon für einen Unterschied...;-)). Und man kann die Karte nicht im Zug kaufen, sondern muss sie vorher am Schalter, vielleicht auch am CP kaufen.

Wegen des Hundes: Angeblich gibt es wohl eine Maulkorbpflicht im ÖPNV in Italien, so dass Annette nach einer schlechten Erfahrung in der Provence sicherheitshalber schon hier Zuhause einen aus Stoff gekauft hat, den man im Rucksack dabei hat und dann im Ernstfall anlegen kann. Mein Eindruck war aber, dass es keinen wirklich interessiert hat.

Lieben ,
Michael

hantomsteini am 14 Apr 2015 18:16:15

Na prima das passt ja...
Stehen seit heute auf dem Campingplatz Acquadolche in Levanto und finden es einfach toll hier. Morgen kaufen wir uns die CT Bahnkarte und werden dann die fünf Dörfer besuchen. Kann man denn wohl in jedem Dorf aussteigen und mit einem anderen Zug weiterfahren? O.k. ich werde jetzt noch mal nachlesen was du darüber geschrieben hast.
Liebe : Hanne

Momoblog am 14 Apr 2015 19:36:26

Mit der CT-Karte kannst du den ganzen Tag lang Bahn fahren wie du lustig bist. Und ein WLAN-Hotspot an den Bahnhöfen ist auch noch mit drin... ;-)

Lieben ,
Michael

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