Ich habe mir vor fast drei Jahren mit fast genau solchen Vorstellungen einen 6,40 Meter Kastenwagen angeschafft und gedacht, so alleine ist der groß genug.
Die erste Zeit war es auch sehr angenehm und ein Überwintern in Spanien ging auch ohne Probleme. Seit August 2017 wohne und arbeite ich jetzt 24 Stunden, 7 Tage die Woche im Kasten und habe nur noch eine Postadresse bei meiner Tochter. Regen ist für das Einschlafen bei mir wie Schlafmittel, geht super.
Autark stehen, ja das geht eigentlich auch überall, solange man sich sauber verhält und keinen stört, zumindest habe ich bis jetzt noch nie Probleme gehabt. Es gibt überall in Deutschland kostenlose Stellplätze, die zum Teil sogar kostenloses WLan anbieten. Auf solchen Plätzen stehe ich auch schon mal zwei Wochen ohne Probleme zu bekommen. Eine nette Nachfrage bei einem Förster kann sogar dazu führen, das einem unter Einhaltung gewisser Spielregeln das stehen am Waldsee mal für einige Zeit ermöglicht wird. In Spanien war es einmal so abgelegen, da haben nachts die Wölfe am Auto geschnüffelt, einfach Natur pur. Um ca. zwei Wochen komplett Autark stehen zu können, musste ich mein Fahrzeug aber ganz schön aufrüsten, denn bei schlechtem Wetter ausreichend Strom für Licht, Fernseher, Handy, Laptop,etc. und der
Heizung zu haben, bedarf je nach Standort doch einen erheblichen Aufwand. Da ich auch unter 3,5 Tonnen bleiben wollte und Solar dadurch nur begrenzt (Dachfläche) möglich ist, wurden LiFePo4 Batterien in ausreichender Größe (200 Ah) angeschafft. Dazu eine mobile Solaranlage, die mir auch im Spanischen Winter die Batterien noch füllen kann, denn auf dem Dach bringt Solar auch bei Sonne im Spanischen Winter nicht so den prallen Ertrag. Dazu eine TT Toilette, da eine Chemie nicht das Fassungsvermögen für zwei Wochen bietet.
Inzwischen hält mein Fahrzeug die zwei Wochen sogar bei Regen und ohne Sonne technisch gut durch, mir reicht die Toilette, der Strom und die Heizung nur......ja nur das Raumangebot bei mehreren Tagen Regen, da wird es bei mir dann knapp.
Aus diesem Grund habe ich die 3,5 to inzwischen, als dauerhafte Lösung, verworfen und habe mir ein neues
Wohnmobil ausgesucht, welches zum einen auch zwei Wochen autark stehen kann, aber mir zusätzlich noch den Raum bei schlechten Wetter bietet um nicht das Gefühl zu bekommen, mir fällt die Decke auf den Kopf. Es wird jetzt ein 7,3 Meter langer Alkoven mit Doppelboden für mehr Stauraum und da das neue Mobil eine
Gas und nicht wie jetzt ein Dieselheizung hat, weiterhin aber auch 2 Wochen und länger, im härteren Winter keine Flaschen getauscht werden sollen, muss leider eine ganze Menge Gas (2x11 Kg Standard in Flaschen) und (1x80 Kg Zusatztank) aufgenommen werden und das ganze, um am Ende auch noch ausreichend Zuladung zu haben, führt bei mir zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,8 to.
Dadurch bin ich als Dauerbewohner eines Wohnmobils mit dem neuen auch Winterfest und nicht nur Wintertauglich, wo dir bei Minus Graden schon mal etwas kaputt friert. (Bei mir
Abwasser und Toilette)
Ich würde es aber, wenn noch einmal von vorne beginnen würde, nicht anders machen.
Damit will ich nur sagen, erst einmal klein anfangen und probieren ob das Leben im Wohnmobil überhaupt passt und schauen was dir fehlt oder was dich nervt, denn es ist dann kein Camping mehr.
Ich für mich kann sagen.........es ist ein ganz ganz anderes Leben, mit ganz ganz anderen Freuden und Problemen, denn es zählen die kleinen Dinge des Lebens wieder viel viel mehr. Die Sichtweise zu Strom, Gas und Wasser verändern sich erheblich, da es sehr begrenzte Ressourcen für dich werden. Normale Tätigkeiten, die du jetzt in 1 bis 2 Stunden erledigt hast, werden zur Tagesaufgabe.
Wenn du dir vorstellen kannst, im tiefen Winter in Deutschland, da es aus welchen Gründen auch immer, mit Spanien nicht geklappt hat, einen Tag damit zu verbringen einen Parkplatz zu finden um deine Wäsche in einem Waschsalon mit Trockner zu
waschen und zu trocknen, damit du deine Bettwäsche auch gleich wieder frisch drauf ziehen kannst und du dann sagst.......geiler Tag heute und richtig was geschafft, ja dann mache es........man kann das Leben im Wohnmobil nicht beschreiben, man muss es erleben, da es nichts aber auch gar nichts mit Urlaub im Wohnmobil zu tun hat.
Halte dir einen Rückweg offen, habe ich auch für das erste Jahr gemacht und erst danach alles aufgegeben.
Gruß
Roger