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Nach einem ersten Halbjahr, dass unsere Reisepläne mächtig durchgeschüttelt hat, kann es im Sommer endlich wieder auf große Fahrt gehen. Wir freuen uns sehr! Die Ideenliste für den Sommer war lang und die Festlegung auf ein Ziel schwierig. Aber was für ein luxuriöses Problem! Auf der Strecke blieben daher unsere große Tour de France oder ein Besuch von Highlands und Islands in Schottland. Auch das Baltikum und Kroatien dürfen noch ein bisschen warten. Denn unser letzter Sommerurlaub in Schweden hat den Skandinavienvirus in uns hinterlassen. Es geht wieder gen Norden! Aber Schweden, das wir letztes Jahr als traumhaftes Reiseland für uns entdeckt haben, werden wir dieses Jahr nur auf der An- und Abreise streifen. Denn statt Schären sollen es diesmal Fjorde sein: Norwegen, wir kommen! Wir haben diesmal 5 Wochen Zeit eingeplant, um mit dem MonsterMobil Südnorwegen zu erkunden. Als nördliche Grenze haben wir uns Trondheim gesetzt. Und wenn es, wie im letzten Jahr, unterwegs irgendwo so schön ist, dass wir länger bleiben, schaffen wir es vielleicht nicht mal dorthin. Nicht schlimm! Als Anreiseroute haben wir wieder die Fähre Travemünde-Trelleborg gewählt und werden dann relativ zügig an der schwedischen Westküste Richtung Oslo hochfahren. Alles was danach kommt, wird sich von Tag zu Tag zeigen. Falls jemand noch gute Tipps für Wanderungen, Fahrrad-Tagestouren oder einfach tolle Aussichten in der Region hat, dann immer her damit. Eine Sache, die mir noch Sorgen macht, ist, ob wir mit 2 Flaschen Gas auskommen. Denn gerade in den nördlicheren Teilen werden wir wohl auch die Heizung mal anschmeissen. Und im einen Reiseführer steht, dass es Nachfüllstationen gibt, im anderen, dass an diesen Stationen deutsche Flaschen mittlerweile nicht mehr nachgefüllt werden. Weiß da jemand was? Und gibt es in Norwegen einen Mobilfunkanbieter, der ähnlich gute Konditionen für eine Datenkarte hat wie Comviq in Schweden? Liebe Grüße, Michael Wie im letzten Jahr werde ich versuchen, täglich zu bloggen. Hier im Forum größtenteils per Text, auf --> Link zusätzlich mit Bildern. Ich wünsche euch eine wunderschöne Reise und werde euch gern wieder begleiten (in fernerer Zukunft wollen wir da nämlich auch mal hin, aber uns geht es wie euch - sooooviele schöne Ziele gilt es noch zu erkunden, man weiß gar nicht, wo man anfangen soll :mrgreen: ). Guck mal unter MyCall, früher Lebara. Hier bekommst du für 30 Tage 6 GB. Empfang fast überall in der Pampa. Kosten ca. 16 €. Hab diese Karte aber schon sechs Jahre. Kann sein das Telnor oder der andere Anbieter bessere Konditionen hat. guckst du hier. --> Link Füllen deutsch Flaschen und habe die entsprechenden Adapter. Selbst in Alta gemacht (Propan) LPG in Alta: kann ich bestätigen (2014), allerdings recht teuer bei Füll-(nicht Tank)flaschen! Haben auch Deutsche Füllflaschen in Oslo befüllt bekommen. Klasse, das sind ja schon mal sehr gute Neuigkeiten! Danke für die Tipps! Also verstehe ich das richtig, dass die LPG-Stationen auch die grauen 11kg-Gasflaschen auffüllen? Das beruhigt mich dann ja doch. Dann können wir es uns also ruhig gemütlich machen... :wink: Und Mycall scheint genau das zu sein, was mir vorschwebt. Nur auf die 16€ komme ich nicht, wenn ich das umrechne. Ist jetzt kein Drama, aber es gibt keinen "Trick" oder eine besondere Aktion, nach der man fragen muss, um auf diesen Preis zu kommen? Hach, das Vorfreuen ist wirklich die halbe Miete! :ja: 219 NOK, ich glaub, ich einen falschen Kurs eingetippt....
Guter Tipp, danke Dir. Sind allerdings "nur" 3GB für 16 EUR. Aber das Angebot passt prima. Gruß Trashy
Das haben wir auch vor. Vielleicht sehen wir uns. Das wäre doch nett! :-) Hallo, kauft man bei mycall eine "Grundkarte" und lädt diese dann auf ? Wie kommt man an diese Karte, denn wir haben ja keinen Wohnort in Nor und daher nicht diegeforderten Angaben... Danke für eine Antwort... und nennt sich "Kontantkort", wie bei uns die Prepaid-Karte... Hallo, würde mich auch sehr interessieren, ob und wie man als Nicht-Norweger ohne Wohnsitz und Steuernummer in Norwegen an eine Pre-Paid Daten SIM Karte kommt!?! Hallo Klaus, das steht doch so explizit auf der Seite dass man auch ohne ID eine Karte bekommt. Nur eben nicht online. Einfach mal lesen. Gruß Trashy Ganz einfach, du gehst in einen entsprechenden Laden, trägst dein Anliegen vor und der Verkäufer/in macht das für dich. Er tragt deine Pass/personummer ein und gibt irgend eine Adresse in N ein und aktiviert auch die Karte für dich. Ich habe also so nebenbei einen "Wohnsitz" in Bodö :D Aufladen geht entweder über Kassen an Tankstellen usw. über deine 047 Nummer oder du loggst dich auf MyCall ein und hinterlegst eine Kreditkarte und kannst dann über die MyCall Seite aufladen. So mache ich das und nutze die Karte und Telefon in anderen Ländern, die für uns Ländergruppe 2 oder 3 sind und komme hier meist billiger. Oder halt eine Datenkarte von dem entsprechenden Land. Danke jokerFG für die konstruktive und hilfreiche Rückmeldung! LG Klaus Hi Michael , wir fahren seit 27 Jahren nach Norwegen und anfangs mit dem WOWA dann mit dem WOMO und sind fast auf den Tag genau 3 Wochen mit einer 11 kg Gasflasche aus gekommen. In Steinkjer haben wir auch schon einmal vorsorglich eine Flasche füllen lassen. Wenn wir über 6 Wochen in Norwegen sind haben wir eine 5kg Flasche als Ersatz mit dabei. Oh, super, Erwin, danke für diese konkrete Rückmeldung. Wir rechnen damit, dass wir unterwegs einmal nachfüllen müssen, aber wenn es so läuft wie bei euch hätte ich auch nix dagegen! In einer Woche sind wir dann vielleicht schon in Norwegen! :ja: :jump: Liebe Grüße, Michael Business as usual Kennt ihr das Gefühl? Wenn der Tag, auf den man so lange hingefiebert hat, plötzlich da ist? Aufgeregt, erfreut und kribbelig. Und dieses Jahr kommt noch hinzu, dass wir voll routiniert alles vorbereitet, bestens gepackt und entspannt einsortiert haben. Und die Strecke nach Travemünde ist uns ja auch noch vom letzten Jahr bekannt. So wenig Urlaubsvorbereitungsstress war selten! Und auch die Fahrt in den Norden ist unspektakulär normal - für deutsche Verhältnisse. Also Elefantenrennen, Mittelspurfahrer, Baustellen und Pause auf einem vermüllten Parkplatz. Und ich merke, wie sehr ich mich danach sehne, entspannt auf einer schwedischen Autobahn zu cruisen! Wir peilen wieder Reinfeld mit dem netten Stellplatz am Herrenteich als Nachtlager vor der Fähre an. Hat irgendwie was, wenn man sich schon ein bisschen auskennt! Als Belohnung kehren wir abends noch beim Griechen "Rhodos" ein. Ausgesprochen lecker! Und beim Verdauungsspaziergang um den Herrenteich werden wir noch mit herrlichem Licht und friedlicher Stimmung verwöhnt. So darf es sehr gerne weitergehen! Das ganze mit mehr Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Endlich wieder da Irgendwie sind wir anscheinend beide doch etwas aufgeregt. Denn die Fähre wollten wir ja nun nicht gerade verpassen! Also stehen wir zeitig auf und kaufen beim Bäcker in Reinfeld Brötchen, die wir dann gemütlich vor dem Fährterminal verspeisen wollen. Und tatsächlich kommen wir auch rechtzeitig an, stellen uns an den Rand, wo wir die anderen Fahrzeuge Richtung Fähre vorbeiziehen sehen und starten unser Frühstück. Aber plötzlich ist es kurz vor halb neun und wir packen hektisch alles weg - denn eine Stunde vor Abfahrt soll angeblich die Deadline sein, um an Bord zu kommen! Puh, noch mal Glück gehabt...! An Bord sind wir dann schon Profis und finden unsere Kabine zielsicher. Und Käpt'n Mia belegt schon mal ihren Platz am Fenster. Hach! Alsbald begeben wir uns zur Bordhundetoilette, denn bei dem ganzen Hickhack haben wir ganz das Gassigehen vergessen. Mia ist das Ganze aber sehr suspekt, wenn nicht sogar unangenehm. Kann man ja auch verstehen... Beim Warten auf Mias großes Geschäft begucken wir uns das Treiben an der Laderampe und stellen fest, dass man problemlos auch noch 10 Minuten vor planmäßiger Abfahrt an Bord fahren kann. Da hätten wir uns die Hektik zuvor wirklich sparen können! Unsere Überfahrt wäre dann mit "entspannte Kreuzfahrt" treffend und angemessen kurz zusammengefasst. Was eine entspannte Anreise! Denn auch als wir wieder festen Boden unter den Rädern haben geht es genau so gechillt weiter, wie ich es vom vergangenem Jahr in Erinnerung habe. Breite, freie Autobahnen, Tempomat auf 100 und cruisen! Und bei dem strahlendem Wetter mit dem uns Schweden empfängt, kommt nahezu automatisch Ferienstimmung auf. Kurz komme ich in Versuchung, unseren schönen Platz vom letzten Jahr in Kämpinge wieder anzulaufen, aber die Lust auf Neues und die Notwendigkeit, noch ein bisschen Strecke Richtung Norwegen zu machen, treiben uns weiter. In der Stellplatz-App habe ich nämlich einen vielversprechenden Stellplatz direkt am Meer in Förslöv, einer Ferienhaussiedlung, gefunden. Und als wir nach 1,5 Stunden dort ankommen, sind wir nach den letzten paar Kilometern auf engen Straßen durch Felder und Wiesen doch überrascht, dass der Platz mehr als gut gefüllt ist. Aber glücklicherweise hat bisher niemand sonst den Platz direkt an den Dünen mit perfektem Sonnenuntergangsblick belegt. Wir freuen uns und genießen! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Passt schon! Ich werde wach und könnte schwören, dass ich richtig lange geschlafen habe. Ein Blick auf die Uhr verrät: Es ist 7 Uhr. Dauert wohl noch was mit dem Umschalten in den Reisemodus... Nach dem Frühstück gehen wir noch ein bisschen an den Strand und freuen uns über das schöne Wetter und bestaunen die Frau, die mir 3 Labradoren gleichzeitig ins Meer steigt - und die Hunde haben eher schlapp gemacht als Frauchen! Anschließend geht es weiter Richtung Norden. Wir sind schließlich nicht zum Vergnügen in Schweden! Also fressen wir Kilometer um Kilometer und machen schließlich in Kungsbacka Zwischenstation. Im letzten Jahr hat Annette den Ort ja nur unter Schmerzen betreten können, also wollen wir hier zum einen etwas nachholen und zum anderen einfach Mittagspause und Schweden-Einkauf erledigen. Und während wir durch den Ort schlendern meldet sich mein Magen. Er hätte gerne wieder das leckere Mittagsbuffet im Restaurant Storgatan 1. Und so kehren wir wieder dort ein und sind auch diesmal vom Buffet mit Suppe, Salaten und deftiger Hausmannskost samt Kaffee und Kaka begeistert. Und satt. Entsprechend zufrieden erledigen wir den Besuch im Supermarkt, um uns mit Brot, der leckeren Marabou-Schokolade und sonstigem unseligen Unsinn zu versorgen. Und der Besuch im Systembolaget spült noch ein paar schwedische Bierdosen in unseren Vorrat. Aber jetzt: Ab nach Norwegen! Göteborg lassen wir mit seinem starken Verkehr gerne hinter uns und verlassen die E6 für einen kleinen Schlenker entlang der "grünen" 165, die fast parallel zur Autobahn Richtung Norden führt. Die Abwechslung tut gut! Und auch wenn das erste Stück der Bezeichnung "landschaftlich besonders schön" nur begrenzt gerecht wird (man müsste sonst alle Straßen Schwedens in der Karte grün markieren), fühlen wir uns noch mal ein Stück mehr in Skandinavien angekommen. An einer Tanke kurz vor der Grenze wollen wir noch einmal volltanken. Annette warnt zwar vor der "3,20m"-Höhenbegrenzung, aber ich nehme es eher nicht so ernst. Wir sind schließlich nur 3,15m hoch! Aber als wir beim Tanken dann mal den Blick nach oben richten muss ich schon schlucken - das war verdammt knapp! So ein abgefräster Womodeckel wäre ziemlich weit hinten auf der Liste der erstrebenswerten Erlebnisse... Aber es ist ja gut gegangen. Erleichtert fahren wir weiter und machen an einem See kurz vor der Grenze erst mal ein Päuschen. Dieser Fahrtag zieht sich gegen Ende doch ganz schön in die Länge. Etwas ausgeruhter geht es dann über die Grenze: Norwegen! Und obwohl erst mal nur die Farbe des Mittelstriches von weiß auf gelb wechselt fühlt es sich trotzdem anders an. Aufregend! Aufregend ist dann auch wieder das letzte Stück zu unserem Etappenziel in Grimsoy in den Schären. Die Straße windet sich auf den letzten Kilometern auf und ab auf einem schmalen Sträßchen und nach dem Tankstellenerlebnis zuvor gucke ich jeden Baum, dessen Äste über die Straße reichen, äußerst skeptisch an. Aber letzten Endes klappt alles problemlos und wir werden mit einem prächtigen Platz nur wenige Schritte vom Wasser entfernt belohnt. Wir freuen uns über die tolle Aussicht, das optimale Wetter und darüber, dass jetzt wirklich der spannende und entspannte Teil der Reise beginnt. Hurra! Während Annette sich mit Mia unter den Bäumen ein Plätzchen zum Lesen sucht, pilgere ich mit der Kamera noch mal in die Schärenfelsen, die wundersamerweise irgendwie immer mit der nächsten, nur scheinbaren Insel verbunden sind. Und bei einer schier endlosen goldenen Stunde kann ich schon mal ein bisschen für die Vogelinsel Runde üben, die später noch auf unserem Programm stehen soll. Den Abend verbringen wir dann wieder zusammen und gucken von einem Felsen aus der Sonne beim untergehen zu. So lässt es sich leben. Hallo, was ich feststelle: Du hast das Womo, das ich mir besetellt habe. Hoffentlich zufrieden? Dann warte ich mal auf die Bilder von Runde, was da um die Zeit noch geht. Gruß Klaus Sehr zufrieden! Ich freu mich jetzt schon auf die Berg- und Serpentinenstrecken im Fjordland. Das einzige Manko ist die Höhe, aber das weiß man ja bei Alkoven im voraus... :) Liebe Grüße, Michael Fähr geht vor Geht doch! Heute wachen wir schon bedeutend später auf - ein gutes Zeichen. Wir haben gestern schon ein bisschen vorüberlegt, wie es weiter gehen soll. Auf Großstadt haben wir beide momentan so ungefähr gar keine Lust. Also heben wir uns Oslo für den Rückweg auf. Ist dann immer noch früh genug. Ein bisschen Stadt darf es aber gerne sein, damit wir uns mit Bargeld und SIM-Karte für das iPad versorgen können. Ersteres ist eher für das gute Gefühl, denn eigentlich könnte man in Skandinavien wahrscheinlich noch eine Kugel Eis mit der Karte bezahlen. Denn auch unseren Parkplatz in unserer Zielstad Fredrikstad können wir bargeldlos mit Kreditkarte zahlen. Von Fredrikstad wissen wir nur, dass die Altstadt Gamlebyen wirklich sehenswert sein soll. Und tatsächlich ist die ehemalige Festungsanlage eine kleine Zeitreise. Breite Straßen mit hubbeligem Kopfsteinpflaster und alte Häuschen, die größtenteils schön gestrichen und teilweise mit üppigen Kletterrosen bewachsen sind. Erinnert in seiner Art ein bisschen an Altstädte in Masuren. In der Tourist Information erkundige ich mich, wo man wohl SIM-Karten kaufen könne. Schulterzuckend meint der nette junge Mann, dass das wohl am besten in der Shopping Mall in der City zu erledigen sei. Dazu muss man jetzt wissen, dass die Gamlebyen von der Neustadt durch den Fluss Elva getrennt wird. Und es keine Brücken In der Nähe gibt. Hm. Aber es gibt eine einfache Lösung: Es gibt einen kostenlosen Fährdienst über den Fluss, der einen quasi direkt ans Ziel bringt. Wer würde sich bei dem Prachtwetter schon schlagen lassen, wenn es um eine nette Bötchentour ginge? Machen wir! Also gehen wir zum Anleger und wundern uns schon, wie viele Fähren fahren: Denn eine fährt gerade los, während wir gerade die nächste besteigen. Ist ja fast wie Venedig! Vom Mann aus der TI wissen wir, dass es ein paar Haltestellen bis zur nächsten Brücke sind. Also bleiben wir brav sitzen, als wir die folgende Haltestelle am anderen Ufer erreichen. Komisch nur, dass alle, also: ALLE, aussteigen. Annette hat dann die schlaue Erkenntnis, dass wir auf einer Pendelfähre gelandet sind, die einfach nur hin und her fährt. Wir hätten eigentlich auf die andere Fähre gemusst... Aber das macht uns ja nichts aus: Wir machen uns also zu Fuß entlang des Flusses auf ans Ziel. Schön hier! Während Annette geduldig mit Mia draußen wartet (Hunde verboten), mache ich mich wegen der Simkarte schlau und wandere von Pontius zu Pilatus. "Nein, gibt es nur für Norweger", "Kostet aber 25€/Woche", "Simkarten sind leider aus". Im Kiosk fast direkt neben Annettes Warteplatz kriege ich dann eine Simkarte von Mycall - aber die muss leider tatsächlich noch vom Betreiber freigeschaltet werden. Mal gucken, ob das klappt... Nach all diesen Irrungen und Wirrungen und einer Falafel als Stärkung wird es Zeit, weiter zu fahren. Als Tagesziel haben wir uns Hamar am Mjösasee ausgeguckt. Die Fahrt dorthin ist zwar größtenteils über Autobahn, aber trotzdem eher anstrengend. Denn vor Oslo kommen wir noch in einen fetten Stau und allgemein ist der Verkehr im Großraum Oslo eher üppig. Wir sind froh, als wir die Hauptstadt hinter uns lassen! Zunächst geht es auf der breiten Autobahn durch eher sanft geschwungene Hügel, die ein bisschen ans Alpenvorland erinnern. Die Fahrt in weiten Kurven mit Blick hinunter zum riesigen Mjösasee ist dann wirklich beeindruckend! Unser Stellplatz für die Nacht in Hamar befindet sich an einem schwarz-gekieselten schmalen Strand, an dem tatsächlich mehrere Leute sonnen, baden oder sonnenbaden. Und eine Picknickbank fürs Abendessen gibt's gratis dazu. Nehmen wir! Und da wir nun den zweiten absolut perfekten Sommertag hinter uns haben, wird es Zeit, den Vassenden-Index einzuführen. Gewidmet ist er einem Ferienhausaufenthalt meiner Kindheit im Städtchen Vassenden im Fjordland, wo es 2 Wochen am Stück mehr oder weniger nur geregnet hat. An den besseren Tagen hing der Nebel nur halbhoch. Also quasi als Traumatherapie hier der aktuelle **Vassendenindex** Sommerwetter: 2 Pisswetter: 0 Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Olympisch parken und Peer Gynt Das Wetter macht brav weiter, was es soll. Bis zum Morgen hören wir noch das Prasseln der Regentropfen auf dem Dach, welches aber pünktlich zum Aufstehen aufhört und dann einem weiteren schönen Sommermorgen weicht. Wir genießen noch ein bisschen die Stille und den schönen Blick auf den See bevor wir aufbrechen. Ein Abstecher führt uns zum Yachthafen, wo es ans Wassernachfüllen geht. Ansonsten sind wir uns einig: Kein schöner Platz. Und wie man sich dann im Liegestuhl auf einen Schotterplatz setzen kann, wenn es doch so viel schönere Fleckchen in Norwegen gibt, verstehen wir auch nicht so ganz. Müssen wir aber auch nicht. Denn für uns geht es nun weiter nach Lillehammer. Die Fahrt führt uns wieder über die E6, wo man problemlos den Tempomaten auf "80" stellen kann und dann in der Kolonne weiterfährt. Es geht weiter durch die Alpenvorlandschaft am Mjøsasee bis zur Olympiastadt. Dort wollen wir erst mal tanken und Brot für den morgigen Sonntag kaufen. Am riesigen Einkaufscenter mit der Kirsche entdecken wir am Eingang einen Stand der Elch-, Rentier- und sonstige Salami verkauft. Und das alles auch fleißig zum Kosten aufschneidet. Wir probieren und sind angenehm überrascht: Das schmeckt wirklich sehr lecker! Und weil wir uns nicht entscheiden können, haben wir plötzlich 3 von den dicken langen Hartwürsten gekauft, die angeblich bis zu einem Jahr problemlos haltbar sein sollen. So alt werden die bei uns aber nicht! Im Supermarkt stellen wir fest, dass Alkohol tatsächlich ein sehr teures Vergnügen ist, aber viele Dinge auch auf einem völlig bezahlbaren Niveau liegen. Das hätten wir uns schlimmer vorgestellt. Und da unsere Campingplatzkosten bisher bei Null liegen, können wir ja kräftig in Naturalien investieren... Eigentlich war nun der Plan, das angeblich sehr sehenswerte Freilichtmuseum von Lillehammer zu besuchen. Aber alle Womostellplätze sind voll belegt - manche von PKWs... Wir beschließen unser Glück an der Eishockeyhalle im Olympiaparken zu versuchen und können dort tatsächlich auf einem nahezu menschenleeren Parkplatz olympisch parken. Der Name ist Programm! Der Weg in die Stadt führt uns dann ein ganzes Stück steil bergab. In der sehr gut im Bahnhof versteckten und schlecht beschilderten Tourist Information erhalten wir eine Broschüre über den Peer-Gynt-Weg, den wir morgen befahren wollen. Anschließend gehen wir in den kleinen, aber sehr gemütlichen Sondre-Park und setzen uns ins Gras. Annette zeichnet, ich lese und halte ein Nickerchen. Entspannung. Anschließend bummeln wir noch ein bisschen durch die Hauptstraße und auch wenn fast alle Geschäfte schon geschlossen haben, gefällt uns Lillehammer als Stadt richtig gut. Nett hier! Auf dem Weg zurück zum MoMo entsteht der Plan, das schöne Wetter doch lieber in der Natur als auf einem Großparkplatz zu verbringen. Und das Museum kann auch noch bis zum nächsten Mal warten. Also geht es heute schon auf den Peer-Gynt-Weg! Diese Straße verläuft nahezu parallel zur im Tal gelegenen E6, aber auf der westlichen Bergseite. Zunächst durchs breite, sanft ansteigende Gausdal, dann immer steiler ansteigend und schließlich auf Schotterpiste wechselnd bis zum Ferienort Skei mit seinen vielen grasbewachsenen Häusern. Dort beginnt der eigentliche, mautpflichtige Teil der Panoramastraße. Wir überlegen kurz, am großen und menschenleeren Parkplatz vor der Schranke zu übernachten und uns den Weg für den morgigen Sonntag aufzuheben. Aber da der Platz nur so mittelattraktiv ist, beschließen wir, weiter zu fahren. Was ein Glück! Denn jetzt wird die Straße wirklich abenteuerlich. Teilweise mit recht ordentlichen Schlaglöchern, so dass man konzentriert fahren muss und nicht so viele Blicke in die tolle Landschaft rechts und links werfen kann, wie man eigentlich möchte. Nach kurzer Zeit sehen wir ein Womo, dass neben der Straße steht und einen tollen Stellplatz an einem kleinen See gefunden hat. Neid! Wir fahren weiter und es tun sich immer wieder tolle Ausblicke auf. Und oberhalb des Nisjuvatn finden wir dann unseren Platz. Der Blick auf den See erinnert ein bisschen an Ladies View bei Killarney in Irland. Und netterweise gibt es sogar eine Picknickbank für uns. Viel besser geht's nicht! Nur leider spielt das Wetter nicht mehr so ganz mit. Es ist zunehmend stärker bewölkt, böig und da wir fast auf 1000m Höhe sind, auch nicht mehr so warm wie in Lillehammer. Wir beschließen erst mal Abendbrot mit unseren Einkäufen des Tages zu machen. Auch dann wird es nicht wirklich sonniger, so dass meine Fotoexkursion Richtung See nicht so ganz befriedigend ist. Aber egal! An diesem schönen Platz kann man auch bei bedecktem Himmel eine schöne Aussicht genießen. Und das tun wir! Und als dann abends beim Blogschreiben noch zuerst eine kleine glöckchenklingende Schafherde vorbeizieht und wenig später dann doch noch einmal die Sonne unter den Wolken durchschaut sind wir einfach nur glücklich, dass wir in diesem tollen Land sind und freuen uns auf morgen! Vassendenindex Sommerwetter: 3 Pisswetter: 0 Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Springende Ritter "Micha, die Sonne scheint! Das sieht so toll aus!" So beginnt der Tag mit einem Blick auf die wunderbar beschienene Landschaft. Der zweite Satz ist "Ach so, ist erst halb sieben..." Aber jetzt sind wir wach und ungwöhnlich früh brechen wir auf. Der Peer-Gynt-Weg gehört uns zu dieser Zeit quasi allein und wir nehmen uns Zeit für die Schotterstrecke durch grandiose Landschaft. Lediglich die Schafe sind schon wach und gucken sich leidlich interessiert vom Straßenrand aus das MoMo an. Vor der Fagerhøy-Alm ist ein absolut lohnender Aussichtspunkt. Mann, ist das ein Panorama! Und so fahren wir weiter von schöner Aussicht zu schöner Aussicht, auch wenn es mittlerweile leicht tröpfelt und sich etwas zuzieht. Direkt hinter dem Schlagbaum der Mautstation halten wir noch einmal für einen letzten Blick zurück, da es so eine nett pittoreske rote Bank gibt, die einsam auf einem Hügel steht. Wird ausprobiert und für gut befunden. Jetzt geht es wieder hinab ins Gudbrandsdal. Ganz schön steil! In Harpefoss überqueren wir den Lågen, fotografieren die tiefe Schlucht und sind wieder zurück auf der E6. Hier komme ich mir vor wie eine Winkekatze. Womo nach Womo kommt an uns vorbei und wird gegrüßt. Man könnte meinen, alles was ein Wohnmobil hat, ist in Norwegen unterwegs! Daher bin ich dann auch ganz froh, als wir Richtung Heidal ins Tal entlang der wilden Sjoa abbiegen. Hier ist alles auf Rafting ausgerichtet und wer die Stromschnellen des Flusses sieht, kann sich vorstellen, dass das hier bestimmt richtig toll ist. Nach Heidal sind wir gefahren, weil ein Reiseführer davon schwärmte, dass es quasi wie ein Freiluftmuseum sei, weil es so viele alte Häuser gebe. Wir halten zunächst mal an der Stabkirche und finden dort trotz "i"-Schild keinerlei Infos. Dafür aber eine wirklich schöne, schlichte Kirche, die uns in ihren simplen Symmetrie richtig gut gefällt. Entsprechend toben wir uns dort fotografisch mal ein bisschen aus. Auch schön! Als wir schließlich weiterfahren, kommt zwar nach ein paar Metern der Ort, aber wir sehen keine wirklich ungewöhnlich alten oder besonderen Häuser. Und auch keine weiteren Infos hierzu. Schulterzuckend fahren wir weiter. In Randsverk stellen wir fest, dass es von hier nur ein Katzensprung zum Ridderspranget ist, den ich mir schon vorab auf die "Will ich sehen"-Liste gepackt habe. Also nix wie hin! Der Ridderspranget (zu deutsch: Rittersprung) ist eine schmale Stelle, wo man tatsächlich über die an dieser Stelle zehn Meter unter einem wild tobende Sjoa springen könnte. Der Sage nach hat das ein Ritter mit seiner Braut wirklich gemacht... Wir halten uns da etwas zurück und genießen stattdessen die Ausblicke von oben und unten auf das tobende Wasser. Was ein Spektakel! Und als wir zum Parkplatz zurückkehren, sehen wir, wie Leute ihre Kajaks klar machen, um sie offensichtlich unterhalb der Engstelle einzusetzen. Irre! Wir haben mittlerweile festgestellt, dass wir uns viel zu nah am Jotunheimengebiet befinden, als dass eine Rückkehr zur E6, wie eigentlich geplant, noch Sinn machen würde. Also planen wir um und ziehen den Jotunheimen vor, den wir eigentlich eher gegen Ende machen wollten. Hier finden wir im Sjodalen eine an Kanada erinnernde karge Landschaft mit einsamen Straßen vor. Muss ich erwähnen, dass die Landschaft grandios ist? Wir suchen uns die Wanderung am Hulderstigen aus. Eine nette Rundwanderung von 2 Stunden. Genau das richtige, um sich einzulaufen. Zunächst geht es auf einer definitiv nicht rollstuhlgerechten Brücke über die hier sehr breite Sjoa. Entlang des Weges finden sich immer wieder kleine Tafeln, die tatsächlich kurz und knackig Besonderheiten entlang des Weges beschreiben. Gut gemacht! Denn die Wanderung wird dadurch kurzweilig und wir finden immer wieder schöne Blicke aufs Wasser. Lediglich die Mücken sorgen dafür, dass wir nirgends wirklich lange verweilen... Als wir wiederkehren, ist es schon 19 Uhr und wir machen uns Gedanken, wo wir die Nacht verbringen. Das Trügerische: Hier herrscht gerade mal schönste Nachmittagsstimmung! Man hat noch gar keine Lust, nach einem Nachtquartier zu suchen. Tun wir aber trotzdem, da wir vom frühen Aufstehen und dem vollen Tag dann doch geschafft sind. Wir finden einen vielversprechenden Platz per App und steuern ihn an. Etwas skeptisch, da an fast allen Parkplätzen das Schild "No Camping" zu finden ist. Aber tatsächlich finden wir zwischen Gjende- und Bygdinsee einen Platz vor, der schon von vielen Womos, Zelten und sogar einem Wohnwagen belegt ist. Auch für uns findet sich noch ein prima Plätzchen! Nur Internet gibt's hier keines, so dass das Fertigstellen des Blogs erst mal warten muss. Vassendenindex Eher bedeckt und kühl mit Tröpfelregen, nachmittags aber auch sonnig Sommerwetter: 2,5 Pisswetter: 0,5 Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Heute stehen wir nicht so arg früh auf, sind aber doch erstaunt, wie sehr sich unser Stellplatz bereits um 8 Uhr geleert hat. Wo wollen die Leute alle hin? Wir haben es nicht so ganz eilig und brechen erst so gegen 10 Uhr auf. Unser Ziel liegt um die Ecke. Denn auf dem Weg haben wir den Campingplatz Maurvangen an den tollen Stromschnellen bei der Abfahrt nach Gjendesheim gesehen und beschlossen, dass heute mal ein Faulenzertag dran ist. Mit Strom, großer Dusche und allem PiffPaffPuff. Sichtlich überrascht ist der Campingplatzwart, dass wir schon so früh einchecken: "Habt ihr gerade 'ne Nachtwanderung gemacht?" Sichtlich überrascht sind wir von seinem fließenden Deutsch. Und sichtlich überrascht sind wir von den positiven Wetteraussichten, die auf dem Tresen ausliegen. Zumindest, nachdem uns erklärt wurde, dass 17° für ein Superwetter stehen würden. Einfache Rechnung: "Das ist ja im Schatten, Schatten haben wir hier nicht, also könnt ihr mal 6 Grad draufschlagen." Ach so... In bewährter Manier finden wir schnell den optimalen Platz und müssen sogar nur einmal korrigieren, weil das Stromkabel um 1m zu kurz war. Und dann wird endlich mal der Tisch aufgebaut, werden die Stühle aufgestellt und Annette serviert Kaffee und gewärmte Zimtschnecken. Mjam. Damit es mit dem Blog noch was wird (denn auch auf dem Campingplatz ist der Mobilempfang mau), gönne ich mir einen WLAN-Code. Dumm nur, dass das WLAN nur unwesentlich schneller ist als die langsame Mobilfunkverbindung. Aber ich habe ja Zeit und lasse in den Wartepausen einfach den Blick auf die umliegenden, teilweise noch gut schneebedeckten Berggipfel schweifen... Anschließend gehen wir zu den Stromschnellen, die auch aus der Nähe noch genau so schön wie gestern im Vorbeifahren aussehen. So ein tolles Türkisblau! Am späteren Vormittag machen wir uns auf den Weg zum Sikkisdalsskardet, einer Anhöhe über dem See. Eine Wanderung, die praktischerweise direkt am Campingplatz beginnt. Es geht stetig bergan. Zunächst durch ein Birkenwäldchen, dann immer höher kletternd über die Baumgrenze. Unterwegs gibt es immer morastige oder feuchte Abschnitte, bei denen man sich die Reihenfolge der Steine schon vorab gut ausgucken muss. Macht Spaß! Als wir schließlich Schnee am Wegesrand entdecken sind wir nicht mehr weit von unserem Ziel entfernt. Ein Sattel, der auf halber Strecke zum Gipfel liegt und einen wunderbaren Blick hinunter auf den See Sikkisdalsvatnet bietet, wenn man noch ein paar Meter auf dem Hochplateau geht. Das hat sich gelohnt! Auf dem Rückweg versuchen wir, den im Wanderführer beschriebenen alternativen Rückweg zu nehmen. Aber was zunächst noch wie ein Pfad mit Steinhäufchen als Wegweisern aussah, endet auf einmal im immer sumpfiger werdenden Gelände, ohne, dass man sehen könnte wo er weiter verläuft. Das wird uns dann doch zu unsicher und so kehren wir grummelnd um. Annette sucht zwar noch nach einem Alternativweg, aber letzten Endes kehren wir auf dem gleichem Weg zurück, auf dem wir gekommen sind. Aber durch die andere Aussicht wird uns auch das nicht langweilig. Am MoMo angekommen, schmeissen wir routiniert den Grill an und werfen die Grillsachen, die wir in Lillehammer gekauft hatten, darauf. Lecker! Nach Rondane Heute sieht es trübe aus. Wir sind umgeben von grauen Wolken und regelmäßig geben sie auch etwas Regen von sich. Auch unsere Dusche ist in den wenig gepflegten Sanitärräumen des Platzes nur ein mittlerer Erfolg, da die Duschzeit, die man mit einer Münze erkauft, doch sehr sportlich bemessen ist. Aber immerhin schön heiß - das tut gut an so einem Morgen! Vor der Abfahrt erledigen wir noch das Entsorgen und auch hier sind wir von der Qualität der Anlage eher unterwältigt. Man muss extrem nah ans Waschhaus fahren, dann ein viel zu kurzes Stück Kunststoffröhre am Grauwasserausfluss befestigen, um dann festzustellen, dass der Abfluss anscheinend halb verstopft ist und es deswegen zu Überschwemmungen kommt, wenn man nicht den Grauwasserhahn ständig nachjustiert. So wird der normalerweise einfachste Teil der Ver- und Entsorgung zum stinkigen Geduldsspiel. Bäh! Aber das ist schnell vergessen als wir weiter fahren. Es geht jetzt wieder zurück Richtung Norden. Den Jotunheimvegen, auf den wir uns schon gefreut hatten, lassen wir schweren Herzens aufgrund des trüben Wetters aus. Stattdessen geht es Richtung Vagamo. Ein Güllewagen bremst uns aus und sorgt dafür, dass wir mit vermindertem Tempo weiter fahren. Aber wir haben ja Zeit! Vor der Gefällestrecke lässt er uns aber netterweise passieren. Was uns nur teilweise freut, denn so haben wir nicht mehr so viel Zeit uns den unfassbar grünen See Vagavatnet anzugucken. Von oben sieht es einfach traumhaft aus, aber es gibt keine Haltebucht, an der wir stehenbleiben können. Das Bild hier gibt die Farbe des Sees nur unzureichend wieder - es ist ein leuchtendes, strahlendes Grün. Herrlich! In Vagamo gucken wir uns die Kirche an. Könnte unsere Schlechtwetterbeschäftigung werden. Irgendwie mag ich diese Holzkirchen lieber als die x-te mit viel Blingbling und barocken Puttenengeln... Nach dem Einkauf geht es weiter entlang des Flusses Otta in Richtung der Stadt Otta. Sehr ökonomisch, die Norweger. An einer Brücke halten wir trotz des Nieselregens, weil man hier mal einen richtig guten Blick auf den vom Gletscher grün gefärbten Fluss werfen kann. Und ich habe gelernt, dass Bungee-Jumping auf Norwegisch "Strikkhopping" heißt. Gefällt mir doppelt so gut! Ist aber von dieser Brücke leider verboten. Nachdem wir Otta erreicht haben geht es sofort auf einer steilen Serpentinenstraße hinauf zum Rondane Nationalpark. Und wir haben Glück: Direkt vor uns fährt der Linienbus und "räumt" uns den Weg frei. Wir wissen: Dort wo er durchkommt, ist es für uns nicht mehr schwer. Aber als wir dem Trecker begegnen bin ich mir auf einmal nicht mehr so sicher. Es hat aber gepasst... Angekommen im Bergdorf Mysuseter parken wir erst mal auf dem großen zentralen Parkplatz und sondieren nach Kaffee und Plätzchen die Lage und stellen fest, dass wir den per GPS-Koordinaten angegebenen Stellplatz noch gar nicht erreicht haben. Und tatsächlich finden wir einen Parkplatz, der aber irgendwie verwaist und halb geschlossen aussieht. Aber das Tor lässt sich problemlos öffnen und es gibt eine Kasse des Vertrauens samt Bezahlformular. Für 40 Kronen wechseln wir gerne auf diesen doch etwas gemütlicheren Platz neben ein paar Hütten. Und ein paar Kinder, die Schafe füttern wollen, gibt's gratis dazu. Am Abend stellen wir fest, dass wir neue Nachbarn bekommen haben. Annette hatte schon vom ersten Parkplatz erfreut eine Herde Isis gesehen und diese sind mittlerweile in den Bereich direkt bei uns hochgewandert und lassen sich gerne streicheln und fotografieren. Wir machen uns dann noch auf einen Abendspaziergang, da es mittlerweile etwas freundlicher, wenn auch nicht sonniger geworden ist. Und das Glück ist uns mal wieder hold: Nach nur kurzer Wegstrecke kommen wir an eine Brücke mit Wasserkaskaden. Schön! Und auch das Flussbett aufwärts sieht sehr pittoresk aus. Schön hier oben! Und als Höhepunkt entdecken wir noch den Ulavoss nur wenige Meter flussabwärts. Was das rauscht und donnert und brodelt! Vassendenindex Sommerwetter: 4,5 Pisswetter: 1,5 Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Hallo Michael, Danke für Deine bisherigen Reiseinformationen. Ich habe nur eine Frage, lohnt es sich in Norwegen die Fahrräder mit zu nehmen? Gruß Michael Kann ich im nächsten Bericht beantworten. Heute erste Radtour... Liebe Grüße, Michael Rondane per Rad Nachdem wir langsam in den Tag gestartet sind, werden heute mal die Räder vom Heckträger gehievt und mit Hundehänger und Fahrradtaschen geschmückt. Es geht hinauf zur Berghütte Rondvassbu. Laut unserem Wanderführer soll es eine fahrradtaugliche Strecke sein. Wir sind gespannt. Die Wanderung soll am Parkplatz Spranget am Ende der allgemein befahrbaren Straße beginnen. Aber da unser Stellplatz nur wenige Kilometer entfernt ist, ist es für uns nahezu Ehrensache, dass wir das mit dem Rad machen. Nun ja. Was wir nicht bedacht hatten: Die Kilometer haben es in sich! Direkt zu Beginn eine steile Rampe mit mindestens drölfzig Prozent Steigung fordern ihren Tribut: Schamerfüllt, aber trotz kleinstem Gang mit rasendem Puls müssen wir absteigen und schieben. Was ist denn hier los!? Nachdem wir aber den schlimmsten Teil hinter uns haben, wird es schön. Und schöner! Es tut sich nämlich ein völlig neues Panorama vor unseren Augen auf, dass wir selbst von unserem schon reichlich hohen Stellplatz aus nicht erahnen konnten. Die Gipfel des Rondane! Teilweise schneebedeckt, schwarz-grünlich schimmernd und vor uns eine weite Hochebene. Als wir am Parkplatz ankommen, beglückwünschen wir uns zur Entscheidung, nicht mit dem MoMo hier hoch gefahren zu sein: Restlos überfüllt und schon hundert Meter vor dem Parkplatz stehen die Fahrzeuge mehr schlecht als recht am Wegesrand. Bei dem tollen Wetter aber auch kein Wunder. Nicht mehr ganz so steil, aber dennoch stetig geht es im weiteren bergauf. Da dies aber immer begleitet von einer weiten Rundumsicht ist, kommen wir auf dem auch hinter der Schranke tatsächlich gut befahrbaren Wirtschaftsweg gut voran. Als wir an der Berghütte Rondvassbu am See Rondvassnet ankommen, sind wir froh, dass wir diese Tour gemacht haben. Denn hier ist zwar, genau wie vorher auf dem Weg, durchaus viel Betrieb, es ist aber irgendwie nicht mit dem Trubel auf einer Hütte in den Alpen zu vergleichen. Denn her finden wir am Ufer ein Plätzchen für unsere Picknickdecke und haben quasi den See und die Landschaft für uns alleine. Und die Sonne scheint auch noch dazu. Herrlich! Naach einer ausgiebigen Pause, einem Kaffee und einem netten Gespräch mit einer älteren Dame geht es zurück. Wir machen noch einen Abstecher zum Canyon Jutulhogget, wo man aber leider nicht wirklich weit hineingehen kann, da zum einen der Fluss im Weg ist und auch vor Steinschlag gewarnt wird. Müssen wir nicht haben. Auf dem Rückweg sehen wir die Landschaft noch einmal mit neuen Augen. Denn nun stehen nicht mehr die Berge des Rondanegebirges im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Vielmehr ist es das glitzernde, sich bergab schlängelnde Band des Store Ula umrandet von Gräsern und weiß-grünen Flechten in der Nähe und die Schneeriesen des Jotunheimen in der Ferne. Und das Beste: Fast alles können wir entspannt bergab rollen! Lohn für die Anstrengung der Hinfahrt. Trotzdem freuen wir uns auf unser Päuschen im MoMo, was wir auf dem letzten Stück bergab schon auf uns warten sehen. Hier gibt's noch mal Kaffee und leckeren Milchreis mit Zimt und Zucker, den Annette morgens schon gekocht hat. Lecker! Nach 2 Stunden fühlen wir uns ausgeruht genug für eine zweite, kürzere Radtour. Der Furusjön ist ein See in der Nähe, den wir gerne noch erkunden wollen. Und erstaunlicherweise scheint das Training von der Tour zuvor schon Wirkung zu zeigen. Die Steigungen auf der Strecke nehmen wir mit links und können die tolle Wirkung des Abendlichts auf die Landschaf um so mehr genießen. Alles ist in wärmste Farben getaucht. Nur unser Plan einer Rast am See wird durchkreuzt. Denn nah an den See kann man nicht wirklich fahren. Und auch ein Fußweg geht nicht so ohne weiteres, denn es befinden sich immer auch Häuschen am Seeufer, was auf Privatgelände hindeutet. Und so nehmen wir mit einer sonnigen Bank auf einer Anhöhe für die Pause vorlieb und machen uns wieder auf den Rückweg. Dort halten wir noch am Tisch mit den gestrickten Mützen, Handschuhen und Stirnbändern und werfen unser Geld für Handschuhe für Annette und Mütze für mich in die als Kasse des Vertrauens aufgestellte Blechdose. Charmant. Nach diesem wunderbaren und anstrengendem Tag freuen wir uns auf ein Feierabendbierchen aus Schweden und einen prächtigen Sonnenuntergang am MoMo. Und tatsächlich werden unsere Wünsche voll erfüllt. Bis auf einmal ein metallisches Geräusch von der Weide gegenüber zu hören ist und wir sehen, dass eines der Islandpferde versucht, sich aus dem Zaun zu befreien. Da es aber nicht frei kommt, geht Annette hin und stellt fest, dass es sich einen Draht des Zaunes so unglücklich unter das Hufeisen gezogen hat, dass sich dies auch von uns nicht wieder entfernen lässt. Nachdem im nächstgelegenen Haus niemand öffnet, den man nach dem Besitzer fragen könnte, legen wir selbst Hand an. Mit dem Seitenschneider aus dem Womo-Werkzeugkasten kriege ich den Draht schon mal an einer Seite durchtrennt. Aber auch jetzt hängt er immer noch so fest zwischen Fuß und Hufeisen, dass wir das Pferd nicht vom Zaun weg kriegen. Erstaunlicherweise bleibt das Pferd auch jetzt komplett cool und findet sogar noch Zeit, etwas zu fressen, während wir schwitzend schließlich den Zaundraht an der zweiten Stelle durchtrennt kriegen und dann endlich auch unter dem Hufeisen rausziehen können. Puh! Aber abgesehen davon: Ein wunderbarer Tag in einem beeindruckenden Nationalpark, von dem wir immer noch nur einen Bruchteil gesehen haben! Wenn Ihr nach Oslo noch Zeit und Lust habt und evtl. über Schweden zurück fahren möchtet, so können wir Euch einen Stop in Göteburg empfehlen. Wir standen auf dem CP Aksim und haben einen tollen Tag im Liseberg Freizeitpark verbracht. Wenn mann die Karten am CP kauft, kann man 1,5 h früher in den Park und kann schon viele Sachen ohne lange Schlangen fahren. Wer möchte kann unseren noch nicht ganz abgeschlossenen Reisebericht unter --> Link ansehen. Viel Spaß Rund ums Dovrefjell Nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen von unserem Stellplatz der letzten zwei Tage im Rondane. Und das heißt: Über die enge Serpentinenstraße wieder zurück ins Tal. Und obwohl ich mir mit Motor- und normaler Bremse alle Mühe gebe, kommt vom Beifahrersitz regelmäßig ein "Nicht so schnell!" - "Ich fahre 40..." - "Noch langsamer!" - "Ist 30 jetzt gut?" - "Oh Gott, ich mache die Augen zu!" Im Rückspiegel sehe ich wieder den Linienbus ankommen und nutze eine Ausweichstelle, um ihn vorbei zu lassen. Hat ja auf dem Hinweg auch gut geklappt, einfach hinter dem Dicken herzufahren. Aber auch jetzt: "So schnell wie der fährst du aber bitte nicht!" - "Hmpf..." Irgendwie sind wir dann doch unten angekommen und Annette kann aufatmen. Denn auf der E6 lässt es sich trefflich fahren. Durch das weite Gudbrandstal cruisen wir Richtung Dovrefjell-Nationalpark. Was für eine tolle Strecke sich uns da bietet! Insbesondere das Stück hinter Dombås ist urig und da wir mit dem Wetter weiterhin Glück haben (im Tal zeigte das Thermometer stolze 24° an!) kriegen wir Landschaftskino vom allerfeinsten geboten. In Hjerkinn machen wir dann Station. Es geht hinauf zum Snøhetta-Viewpoint. Und nach einem nicht schweren, aber steilen Anstieg bietet sich uns ein prächtiges Panorama: Der Dovrefjell-Nationalpark. Weswegen aber die meisten auch hier hoch kommen: Man kann von hier aus die Rentier- und vor allem Moschusochsenherden des Parks beobachten. Zu diesem Zweck gibt es eine sehr schön gebaute Beobachtungsstation, wo eine Rangerin den Besuchern per Fernglas zeigt, wo gerade Tiere zu sehen sind. Wir haben jedoch Ehrgeiz und versuchen erst mal, auf eigene Faust fündig zu werden. Und nach ein paar Felsbrocken, die wir schon als Tiere bejubelt hatten, entdeckt Annette tatsächlich einen Moschusochsen. Aber leider sieht man sie selbst durch das Fernglas eher als sich bewegende kleine Dinge. Eine Annäherung ist aber auch nicht ohne, denn die Ochsen werden unangenehm, wenn man ihnen zu nahe kommt. Und da sie im Sprint angeblich schneller als Usain Bolt sind, sollte man tunlichst Abstand halten! Nachdem wir uns auf der Aussichtsanhöhe noch ein bisschen den Wind um die Nase haben wehen lassen, steigen wir hinab ins sonnige Tal zu unserem MoMo. Hier merken wir wieder, dass es ein richtig schöner Sommertag ist. Nimm das, Vassenden-Index! Nach einer kurzen Rast auf einem der netten Plätze entlang der E6 peilen wir unser nächstes Ziel an: Die kesselartigen Stromschnellen am Magalaupet. Und was wir in einem Reiseführer durch ein interessantes Bild entdeckt haben, entpuppt sich als wirklich beeindruckende Engstelle, an der sich der Fluss mit aller Macht durch das Gestein fräst. Wir genießen und fotografieren um die Wette. Schon beim Vorbeifahren haben wir auf dem Weg den netten Campingplatz auf der anderen Seite des Flusses gesehen, der auch im Womobuch als nett beschrieben wird. Und da wir gerne mal wieder ent- und versorgen wollen, das Wetter weiter prima ist, der Preis zivil und die Betreiber freundlich sind, fällt unsere Entscheidung nicht schwer: Hier ist heute Endstation. Vassendenindex Sommerwetter: 6,5 Pisswetter: 1,5 Spektakulärer Aursjøvegen Es ist Sommer! Wir können in kurzen Sachen draußen frühstücken - hossa! In Oppdal frischen wir unseren Proviant auf. Neben allerlei Obst, Gemüse und Grillzeug müssen wir auch die Biervorräte erneuern. Denn ein skandinavisches Feierabendbierchen beim Blogschreiben gehört zu den Luxusausgaben, die wir uns hier gönnen. Aber wir sind angenehm überrascht: Sooo teuer ist das Bier hier im Supermarkt ja gar nicht. Ein Sixpack für 35 Kronen, das sind ja knapp 60 Cent pro Dose. Da kann man doch nicht meckern. Bis uns auffällt, dass das nicht der Sixpack-Preis ist, sondern ein Stückpreis... 3,50€ für ein Dosenbier sind echt 'ne Ansage! Egal: Urlaub! Von Oppdal geht es jetzt Richtung Atlantikküste durchs Sunndal entlang der Driva. Eine tolle Strecke, die sich richtig gut fahren lässt. Auch wenn es Annette bei dem 10%igen Gefälle wieder ganz schön mulmig wird. Wenn sie wüsste, was noch kommen soll...! Wir genießen die Fahrt entlang des Flusses und die vielfältigen Aussichten. Annette kürt sogar einen neuen Lieblingsberg zu ihrem Favoriten. Beim Wasserfall Vinnufossen machen wir am nett angelegten Rastplatz einen kleinen Fotostop. Schon irre, wie das Wasser über mehrere Kaskaden in die Tiefe stürzt. Und die Oberkante praktisch ständig in den Wolken verschwindet. In Sunndalsøra biegen wir dann ins Litledalen ab und wollen den Geheimtipp Aursjøvegen abfahren. Doch, oh Schreck! An der Schranke wird die Maut von 100NOK per Kreditkarte kassiert und der Automat weigert sich beharrlich, sämtliche Karten, die wir im Besitz haben, zu schlucken. Was nun? Da kommt aus dem Mautweg ein norwegisches Auto. Ich halte ihn an und schildere mein Problem. Gleichzeitig kommt auch ein anderer Tourist und hat an einem Haus am Wegesrand um Rat gefragt. Angeblich müsse man einfach geduldig immer wieder die Karte einführen - irgendwann solle es dann klappen. Unser Norweger schüttelt nur milde lächelnd den Kopf und winkt mit seinem Dauerchip, mit dem er als Anwohner die Schranke passieren kann. Und lässt unsere beiden Fahrzeuge mit seiner Wunderwaffe einfach durch. Und Geld möchte er natürlich nicht dafür. Nett. Sehr nett! Wir fahren also ein ins Wunderland und sind schon vom ersten See Dalavatnet, umgeben von den steilen Hängen der umliegenden Gebirgswände, total begeistert. Wie schön es hier ist! Nach einer Weile kommt dann die erste Steigung. Und begeistert steige ich an der ersten Kehre aus, um ein Foto zurück ins Tal zu schießen. Aber nun wird die Strecke doch rauer, steiler und schotteriger. Und zu allem Überfluss beginnt es zu regnen. Erst tröpfelnd, dann immer heftiger. Die Straße kommt uns als rauschender Bach entgegen. Und die von Steinschlägen arg ramponierte Leitplanke wirkt auch nicht mehr vertrauenerweckend. Der in den nackten Fels gehauene Tunnel passt gut dazu. An einem Stausee kommen wir an eine erste Passhöhe. Zumindest fühlt es sich so an. Und während wir noch den prasselnden Regen auf dem See bewundern und überlegen, welchen James Bond man hier demnächst drehen könnte, klart es weiter vorne schon wieder auf. Und nur wenige Meter weiter liegt auf einmal der Osvatnet in strahlendem Sonnenschein vor uns. Was ist denn hier los? Wir steigen aus und befinden, dass der tolle Platz in der Nähe der Staumauer mit Picknickbank ein fürstlicher Ort für eine Übernachtung mit Grillen sei. Sensationell schön, einsam und ein Stellplatz wie gemalt. Was will man mehr? Doch während wir uns noch freuen, ziehen die Wolken aus dem hinter uns liegenden Tal in Sekundenschnelle hoch und es wird wieder deutlich ungemütlicher. Und für die Region sind Gewitter vorhergesagt. Wollen wir da in einer so exponierten Lage stehen? Zähneknirschend beschließen wir: Nein. Also geht es weiter entlang des Sees. Und es bleibt weiter eine Märchenlandschaft. Wir sind mal wieder überrascht, wie viele Häuschen dann doch hier oben zu finden sind. Fahren die echt alle regelmäßig diese Strecke zum Einkaufen!?! Es geht schotterig weiter zum Aursjöen - ein riesiger Stausee, dem die Straße ihren Namen zu verdanken hat. Es wird zunehmend wolkig-neblig. Die Felswände links und rechts können wir nicht mehr erkennen - nur noch die Mondlandschaft vor uns, durch die sich die Straße auf und ab windet. Trotzdem, oder gerade deswegen: Aufregend. An einem schönen Wasserfall steigen wir uns und müssen uns beeilen, dass er nicht schon wieder in den Wolken verschwindet, als wir ihn fotografieren wollen. Als das Wetter so langsam wieder etwas aufklart, sehen wir die gewaltigen Steilwände und vor allem: den sich abzeichnenden Weg zurück ins Tal. Annette verkriecht sich förmlich in Beifahrersitz und ich schüttele nur den Kopf über diese irrsinnige Straßenbauidee. Denn von oben sieht es so aus, als würde man an irgendeiner Stelle dann doch einfach senkrecht runterfallen, weil es einfach nicht mehr weitergeht. Ganz so schlimm ist es zwar nicht, aber wir kriechen mit hemmungslos genutzter Motorbremse hinab entlang der auch hier lädierten Leitplanken. Jetzt bitte kein Gegenverkehr! Besonders irrwitzig ist der Tunnel, den wir dann auch noch durchfahren müssen. Roh aus dem Fels gehauen. Da würde jeder ADAC-Tester die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Dazu habe ich aber keine Zeit, denn irgendwie hat man ständig das Gefühl, gleich mit dem Alkoven irgendwo anzuecken. Und muss ich noch erwähnen, dass es stockenduster ist? Selbst das Fernlicht wird irgendwie von dieser Dunkelheit geschluckt. Als wir den Schlagbaum im Eikesdalen passieren sind wir uns einig: Das war noch um Längen spektakulärer als unsere Fahrt zur Grotta del Vento in der Toskana! Mit einer Mischung aus Adrenalin und Pipi im Blut fahren wir die nun völlig harmlose und gut ausgebaute Straße im Tal mit ganz entspannten 40 km/h. Ist auch egal, da eh keiner kommt und wir die Landschaft so in Ruhe genießen können. Denn unser eigentliches Ziel des Tages liegt noch vor uns: Der Doppelwasserfall Mardalsfossen. Annette protestiert zwar, dass sie noch so eine Bergtour heute auf gar keinen Fall mitmachen würde, steigt aber trotzdem nicht aus, als wir in den Schotterweg zum Wasserfall einbiegen. Und siehe da: Am Ende finden wir nach gar nicht steiler Anfahrt einen großen, komfortablen Parkplatz mit Picknickbänken vor und den Foss können wir von dort aus auch schon mal sehen. Und da wir mächtig Hunger haben und man schon sehen kann, dass nur noch letzte Reste des Sonnenscheins an der Bergkante zu sehen sind, beschließen wir, zugunsten eines Essens die Wanderung zum unteren Fall auf morgen zu verschieben. Jetzt brauchen wir erst mal was zu essen und Zeit, das Erlebte zu verdauen. Vassendenindex Sommerwetter: 7,5 Pisswetter: 1,5 Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Molde-Panorama Gut, dass wir gestern den Tag und die Aussichten so genossen haben! Denn der heutige Tag grüßt uns mit feinstem Vassenden-Wetter: Die Wolken hängen tief, so dass man die steilen Wände rundherum nicht mal mehr erahnen kann. Und wach werden wir vom tröpfelnden Regen auf dem MoMo-Dach. Wir machen uns trotzdem auf den Weg zum unteren der beiden Mardalsfosse. Und das, obwohl vom Parkplatz nicht mal der untere Wasserfall zu sehen ist. Ein sehr schön angelegter Weg führt dann bis zum unteren Wasserfall hinauf und jetzt, wo wir nah genug sind, können wir ihn sogar sehen. Wir machen das Beste draus und finden, dass ihn so ja auch nicht jeder zu sehen bekommt. Und gut, dass wir ihn gestern mit seinem oberen Bruder zusammen sehen konnten! Auf dem Rückweg verewigt uns Annette noch im Gästebuch, das stilvoll in einem grasbedachten Briefkasten aufbewahrt wird. Manche haben das mit dem verewigen sehr ernst genommen und sich auch noch ins Holz eingraviert... Wir fühlen uns speziell hier sehr an Irland erinnert. Anscheinend bedingt durch das Mikroklima rund um den Wasserfall ist es üppig grün, es gibt bemooste Findlinge und es gibt eine mindestens bei 100% liegende Luftfeuchtigkeit. Gegen 13 Uhr brechen wir Richtung Molde auf. Die Fahrt entlang des Sees ist im Vergleich zu gestern geradezu idyllisch. Wenn man mal vom 4 Kilometer langen, eher engen Tunnel absieht. Aber selbst der ist im Vergleich zu gestern geradezu luxuriös. Nun geht es zunächst durch fast schon liebliche Landschaft zwischen See und Fjord, bei der uns vor allem die in jeweils einer anderen Farben bunt lackierten Fahrräder auffallen, die hier am Wegesrand stehen. Die Passstraße über einen Bergrücken, die wir heute nehmen müssen, nötigt selbst Annette nur ein müdes Lächeln ab: Breit, asphaltiert und sogar mit einem Mittelstreifen: Läppsch! Dafür gibt es auf der Bergaufseite immerhin einen schönen Aussichtspunkt samt Fahrrad. Bergab liegt der Gipfelbereich fest in den Wolken. Nun geht es weiter entlang unseres ersten Fjords auf dieser Reise: Am Langfjord ist es auf einmal richtig sonnig. Und damit lassen wir das Vassendenwetter für heute auch gerne hinter uns. Unsere erste Fährüberfahrt steht an. Anders als letztes Jahr in Schweden wir hier kassiert. Und es gibt jede Menge Regeln zu beachten. Zumindest in der Theorie. Denn in der Praxis hält sich da so ungefähr keiner dran. Also nix mit "Gas abdrehen", nix mit Verbot, während der Überfahrt im Fahrzeug zu sitzen und es würde mich auch nicht wundern, wenn sich niemand ans Rauchverbot hielte. Nach der Fähre geht es spannend weiter. Wir müssen erst über eine sehr schön geschwungene Brücke und anschließend in einen Tunnel, der schnurgerade wahnsinnig tief hinab führt und natürlich genau so steil wieder hinauf. Das MoMo muss ganz schön arbeiten (wie sicherlich alle anderen Fahrzeuge auch) und entsprechend ist auch die Luft in der Tunnelröhre. Annette hat uns einen feinen Zielpunkt ausgeguckt. Vom Aussichtspunkt Varden soll man einen guten Ausblick auf die Küstenregion vor Molde haben. Der Weg ist zwar wieder schotterig-rüttelig, wird aber von uns und dem MoMo weitestgehend unaufgeregt bewältigt. Die Aussicht, die sich einem tatsächlich erst kurz vor Schluss bietet, ist mit gut nur unzutreffend beschrieben. Fantastisch passt da schon besser! Wirklich aus der Vogelperspektive guckt man hinunter und hat einen grandiosen Überblick über die umliegende Landschaft Richtung Süden. Hier gefällt es uns so gut, dass wir beschließen, das Weiterfahren mit sofortiger Wirkung zu beenden und stattdessen einfach mal diesen Ort zu genießen. Also werden Kaffee und Kekse gereicht und anschließend setzen wir uns mit Büchern hin und lesen. Und gucken Landschaft. Und Leute. Aber während die meisten manchmal schon nach 5 Minuten wieder weg sind, können wir bleiben und beobachten, wie sich die Landschaft im Laufe des Tages und mit dem Ziehen der Wolken verändert. Mehr brauchen wir heute nicht. Und als wir abends dann nach Umparken auf den ultimativen Aussichtsstellplatz noch 2 Hurtigruten-Schiffen beim Anlegen zugucken, klopfen wir uns auf die Schulter und sagen: "Gut gemacht!" Vassendenindex (Wieder ein 50:50-Tag) Sommerwetter: 8 Pisswetter: 2 Bitte ein Bud Auch morgens ist die Aussicht noch so spektakulär wie am Vortag. Annette fotografiert die Morgenstimmung um halb fünf, lässt mich aber netter- (oder gemeiner-?)weise schlafen, da mir gestern nach den bretonischen Dosenfischsuppen wieder etwas (sehr) übel war. Der geneigte Leser erinnert sich vielleicht an das Austerndebakel vom Herbst... Aber auch beim Frühstück mit weit geöffnetem Fenster genießen wir die Aussicht und die Stille hier oben. Nur sehr sporadisch kommt der eine oder andere Jogger(!) vorbei. Für die Norweger scheint es anscheinend Volkssport zu sein, zum Spaß auf steile Berge hinauf zu rennen. Und die mit Headset telefonierende, athletische Joggerin könnte glatt aus einer Apple-Werbng entsprungen sein... Im Wanderführer gibt es eine Rundwanderung zur Skihytta und einem weiteren Aussichtspunkt, die wir heute in Angriff nehmen. Der Weg ist etwas sehr spartanisch und teilweise einfach falsch beschildert, so dass wir noch mal per Kartenapp nachvollziehen, wo wir gerade sind und wo der Weg verlaufen sollte. Ansonsten hätten wir uns wohl ziemlich verlaufen... Da ich mich nicht so 100%ig fit fühle, plädiere ich an der Skihytta für eine Verkürzung der Tour. Lediglich zum Frænavarden, dem Berg von dem man auf die "andere Seite" gucken kann, möchte ich noch hinauf. Und dann zurück. Und so machen wir es. Der Anstieg ist nicht sonderlich schwer, führt malerisch zwischen zwei Seen hindurch und wir entdecken sogar unsere ersten Moltebeeren. Aber da diese noch ein paar Tage Reife brauchen, lassen wir sie schweren Herzens ungepflückt. Besonders gut gefällt uns das Wollgras, das hier oben reichlich wächst. Und es ist tatsächlich so weich wie es aussieht. Der Aufstieg ist dann etwas beschwerlicher als gedacht, weil man jeden Schritt bedacht setzen muss, wenn man nicht in die moorige Mocke treten will, die hier oben auch kurz vor dem Gipfel noch anzutreffen ist. Der Blick vom Gipfel ist dann aber wirklich ein feines 360°-Panorama. Hat sich gelohnt! Jetzt nur noch der Abstieg und dann ausruhen. Aber dieser hat es noch mal in sich. Denn wir beschließen, von der Skihytta nicht den gleichen Weg noch mal zu machen, sondern von dort zurück zur Fahrstraße und auf dieser zum MoMo zurückzukehren. Warum wir uns nicht daran erinnert haben, dass es auf der Straße dann 1,7km steil bergauf ging, weiß ich auch nicht... An dieser Stelle wäre es vielleicht noch angebracht, zu erklären, dass heute der heißeste Tag des Urlaubs ist. Entsprechend nassgeschwitzt und fertig kommen wir am MoMo an. Nach einem Erholungspäuschen ist der weitere Weg klar. Richtung Atlanterhavsvegen. Aber wir machen es ganz gemütlich, nehmen nicht die direkte Route, sondern folgen der Küstenstrasse. Und die führt uns nach Bud, dass wir uns mehr nach Gefühl als Zielstadt ausgesucht haben. Und wir werden hierfür vollstens belohnt. Es gibt nämlich einen ausgewiesenen Stellplatz für Wohnmobile. Und der ist mitten im Zentrum. An einem kleinen Hafen. Und obwohl schon andere Womos da sind, kriegen wir einen Top-Deluxe-Platz am Wasser. Da das Wetter immer noch bestens sommerlich ist, können wir sogar noch grillen. Wunderbar! Und nach einem kleinen Schauer brechen wir noch zu einem tollen Abendspaziergang zur Küste auf. Auf dem Hügel, wo ein altes Wehrmachtsfort steht, können wir einen tollen Blick auf die Insellandschaft im untergehenden Sonnenlicht werfen. So schön! Und auf dem Kyststien, dem Küstenweg, können wir sogar noch näher in diese Landschaft gehen und sehen der Sonne beim Untergehen und dem Himmel beim Erröten zu. Fahrradtag am Farstadstrand Wir sind von unserem hier gefundenen Stellplatz so angetan, dass wir beschließen, hier noch eine Nacht zu bleiben. Und den heutigen Tag mal wieder auf den Rädern zu verbringen. Die Strecke bietet sich hierfür an: Wir sind ja am Meer und wollen dem Küstenverlauf folgen. Was kann da schon schief gehen? Hinter Bud beginnt nämlich der bekannte Atlanterhavsvegen. Dass ist diese malerische Strecke, die kleine Inselchen über mehrere geschwungene Brücken verbindet. Man findet sie in jedem Norwegen-Reiseführer. Wir fahren aber heute nur den Teil ohne Brücke. Und stellen fest, dass das, was einem im Wohnmobil als weitestgehend eben erscheint, auf dem Zweirad dann doch die eine oder andere fiese Steigung parat hat. Aber anders als im Rondane bleiben wir hier standhaft und schaffen alles mit beharrlichem Treten und kleinem Gang. Trotzdem machen wir an der kleinen Kirche in Hustad eine kurze Pause und genießen den Blick aufs Meer durch verrostete Grabkreuze. Wir kommen am Strand von Farstad an und auf dem Schild steht wirklich Farstadstrand. Kannste dir nicht ausdenken! Es ist tatsächlich eine Bucht mit herrlichem, feinen Sand und "der nördlichsten Düne südlicher Prägung" - was auch immer das heißen mag. Für uns heißt es: Picknickdecke raus, essen, trinken, dösen, Leute gucken. Das Wetter ist weiterhin viel sommerlicher als vorhergesagt, so dass es sich wirklich auch nach einem Sommertag am Strand anfühlt. Aber der Wetterbericht sagt für Nachmittag und Abend mit 90%iger Wahrscheinlichkeit Regen und sogar Gewitter vorher. Daher machen wir uns früher als wir eingentlich wollen auf den Rückweg, da die Wolken im Inland durchaus düster aussehen. Auf dem Weg entdecken wir noch den "Sir Matt Busby Way" an der Kreuzung zum "Sir Alex Ferguson Way" - da hat sich wohl ein Manchester United-Fan voll ausgelebt... Da das Wetter sich weiterhin hält, machen wir noch einen Abstecher nach Askevågen, dass mit einem Blumenkohlsymbol gekennzeichnet nur 2km abseits liegen soll. Wir wissen zwar nach dem Abstecher immer noch nicht, womit sich der Ort die Kennzeichnung als Sehenwürdigkeit verdient hat, aber der Ausblick von der Hafenmole war ganz malerisch... Nach der Rückkehr stärken wir uns erst mal mit Kaffee und Berliner Ballen, die im Supermarkt nebenan im Angebot waren und tatsächlich so gut schmecken wie zuhause. Nachdem wir von der Tour dann doch ganz schön geschafft sind, geniessen wir es, einfach mal nix zu tun, noch mal im Supermarkt die Vorräte aufzufüllen und auf den Regen zu warten, der aber einfach nicht machen will, was der Wetterbericht befiehlt. Sehr sympathisch! Vassendenindex Sommerwetter: 10 Pisswetter: 2 Es macht viel Spaß, euch zu begleiten! Da sind ja wirklich tolle Fotos entstanden, das sind sicher unvergeßliche Eindrücke. Seid ihr eigentlich nach der Einreise in Norwegen bei einem TA gewesen wegen der Wurmkur? Dankeschön! Nee, die um die Wurmkur hatte sich meine Frau vorher bei unserem Tierarzt gekümmert, so dass alles fristgerecht erledigt war. Liebe Grüße, Michael Danke Michael, ich war wohl irrtümlich der Ansicht, Hund müßte in N nochmal entwurmt werden. Vom Atlantik zu den Trollen Was sich gestern abend ankündigte, ist heute nicht mehr zu überhören und -sehen. Dauerregen prasselt aufs MoMo-Dach und lässt uns im Alkoven noch einmal umdrehen. Hier ist es ja gemütlich! Aber irgendwann brechen wir dann doch auf und machen uns auf den gleichen Weg wie gestern per Rad. Aber was ein Unterschied! Gut, dass wir das gestern so genossen haben. Heute sieht man von den Bergen im Hinterland schlicht nichts. Aber pünktlich zur Auffahrt auf den eigentlichen Atlanterhavsvegen (den Teil mit den Brücken) kommt die Sonne ein bisschen raus und der Regen hört auf. Und tatsächlich macht es Spaß, über die Brücken von Inselchen zu Inselchen zu hoppen. Auch wenn die einzige wirklich beeindruckende Brücke die mit dem großen Bogen ist. Und es auf den Parkplätzen wirklich voll ist. Damit wir wirklich sagen können, dass wir diese Touristenattraktion redlich erkundet haben, machen wir auf dem Festland kehrt und fahren das ganze noch einmal von Ost nach West. Denn Kristiansund wollen wir uns schenken und stattdessen ab jetzt wieder Richtung Süden unterwegs sein. Unser Plan sieht erneut Molde als Zwischenstopp vor. Denn es soll dort einen Outletshop geben, in dem man selbst bei norwegischem Preisniveau noch Schnäppchen machen kann. Und tatsächlich werden wir dort fündig. Also, zu 95% nur Annette, aber für eine volle Tüte hat es gereicht... Und wenn ich meinem Jacken-Tick nachgegeben hätte, wäre ich auch mit drei neuen Jacken dabei gewesen... Unser Tagesziel ist die Steilwand Trollveggen südlich von Åndalsnes. Wir wählen aber nicht den kürzesten Weg (den wir zum Teil schon auf dem Hinweg nach Molde gefahren sind), sondern fahren mit der Fähre nach Vestnes (oder "Festnetz" wie wir der Einfachheit halber sagen). Und haben wieder mal Glück, denn just, als wir vorfahren, beginnt das Boarding. Die Überfahrt führt uns vom wirklich sonnigen Molde in den Regen von Vestnes. Auf der Fahrt sieht die Regenwand, auf die wir so halb zufahren, wirklich beeindruckend aus! Es plästert wie aus Kübeln, als wir uns entscheiden müssen, ob wir die schicke neue Brücke über den Tresfjord als Abkürzung nehmen oder die "grüne" Strecke am Fjordufer entlang nehmen. Da man ohnehin nur Wolken und Regen sehen kann, entscheiden wir uns für die Abkürzung... Richtung Åndalsnes gibt es dann einige lange Tunnel, so dass die Strecke doch weniger aussichtsreich ist als gedacht. Dafür ist aber die Landschaft südlich von Åndalsnes auf Anhieb grandios. Mächtig ragen die Trollzinnen vor uns auf und der Fluss Rauma fliesst in einem märchenhaften grünblau neben uns. Auch oder gerade bei diesem Wetter wunderschön! Bei Häusern heißt es ja: Lage, Lage, Lage. Dann ist unser Campingplatz, den wir uns für Nacht mal wieder gönnen, wirklich eine Top-Location! Direkt am Fuße der Trollveggen-Wand, deren Höhen sich auf fast 1800m erheben - wir sind nahezu auf Meereshöhe! Das verrückte an der Sache: Es fehlt einfach jeder optische Maßstab, wirklich klar zu kriegen, dass wir locker 5 aufeinander gestapelte Eiffeltürme vor uns haben! Und die Berge auf der anderen Talseite sind nicht so viel kleiner... Abends machen wir noch einen kleinen Spaziergang zum Eiafoss. Zumindest werden einem diese Stromschnellen der Rauma als Foss verkauft. Wirklich tief fällt das Wasser da aber nun wirklich nicht... Sieht trotzdem schön aus! Vassendenindex Sommerwetter: 10 Pisswetter: 3 Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Trolle, Erdbeeren und dicke Schiffe Wir stellen fest, dass wir etwas verlottern. Die Abende werden lang und länger und entsprechend spät kommen wir aus den Federn. Heute tatsächlich erst um 10 Uhr! Immerhin ist es deutlich freundlicher als gestern abend. Die Trollwand sieht mit blauem Himmel und Wölkchen gleich noch mal so doll aus. Für uns steht eine touristische Pflichtattraktion an: Der steile Trollstigen mit seiner atemberaubenden Streckenführung. Kurz bevor es ernst wird, machen wir noch mal Halt bei einem Touri-Souvenirshop, weil sie so einen freundlichen dreiköpfigen Riesentroll auf dem Parkplatz stehen haben. Aber in der Bude gibt es mal wieder nix, wofür wir das Portemonnaie zücken würden. Vor der ersten Serpentine gibt es noch mal Aussichtspunkte, von denen aus man sich die Strecke noch mal in Ruhe angucken kann. Links und rechts Wassserfälle. Mehrere enge Serpentinen. Aber was könnte uns nach dem Aursjøvegen noch schocken...? Und tatsächlich ist die Fahrt auf der bestens ausgebauten Strecke auch für Annette kein Grund zur Panik. Da sind wir vom Aursjøvegen deutlich schlimmeres gewöhnt! Und mir macht diese Kletterei sogar Spaß. Tolle Sache! Der wirklich große Besucherparkplatz an der Aussichtsplattform sieht seeehr voll aus, aber wir haben Glück mit einem gerade frei gewordenen Parkplatz am Straßenrand. Gut, dass wir uns gar nicht erst ins Getümmel werfen müssen. Denn voll ist es in der Tat! Vom Besucherzentrum wird man auf einem Steg zu zwei Aussichtspunkten gelotst. Schon der erste, näher gelegene bietet tolle Aussichten auf Straße, Tal und Wasserfall. Aber erst von der zweiten Plattform aus hat man den wirklich einmaligen Überblick über nahezu die gesamte Strecke des Trollstigen. Und wir schauen fasziniert zu, wie sich immer wieder Engstellen bilden, wenn zwei Dicke aneinander vorbei müssen. Und teilweise sind das ganz schön beträchtliche Schlangen, die sich da bilden! Apropos Schlangen: Als wir zum Besucherzentrum zurückkehren sind wohl gerade 3 Busse angekommen und entsprechend schieben sich die Menschen Richtung Aussicht - solche Menschenmassen sind wir wirklich nicht mehr gewohnt! Auf der Weiterfahrt durchs Meiadal wird es zunächst majestätisch rau. Und beim nächsten Aussichtspunkt nach den Trollstigen ist vom Trubel, der dort herrschte, schon wieder nichts mehr zu spüren. Puh! Wieder ein paar Kilometer weiter kommt die nächste Attraktion: Der/die/das Gudbrandsjuvet ist mal wieder eine Engstelle im Fluss mit rauschenden Wassermassen. Fast schämt man sich bei dem Gedanken "Das hatten wir jetzt ja schon ein paar Mal...", denn toll ist es ja immer noch. Was mir an diesem Punkt mal wieder besonders gefällt, ist die Gestaltung der Aussichtsplattform mit einer geschwungenen Wegführung, der Mischung als Rost und Glanz und den spielerisch leicht wirkenden Gittern am Rande. Im nun nahtlos folgenden Valldal ist alles ein Stück lieblicher als zuvor, da wir doch ein gutes Stück bergab gefahren sind. Und selbst wenn man es vorher nicht schon gelesen hätte: Am Ende der Strecke weiß man, dass das Tal berühmt für seine Erdbeeren ist. Überall am Wegesrand gibt es Stände, die von den Töchtern des Hauses besetzt sind. Wir lassen uns nicht lumpen und kaufen auch ein Schälchen! Als wir hinunter zum Norddalsfjord kommen, verschlechtert sich leider auch das Wetter. Es ist deutlich trüber geworden und auch Regen hat eingesetzt. Daher planen wir spontan um. Die eigentlich angesetzte Fahrt nach Geiranger verschieben wir nach hinten und fahren weiter Richtung Ålesund, wo es sich sicherlich auch bei nicht so gutem Wetter ganz gut aushalten lässt. Am tollen Aussichtspunkt Liabygda, wo man einen herrlichen Blick auf die Gabelung des großen Storfjords hat, beschließen wir, erst mal ein Kaffeepäuschen zu machen und Annette zaubert mit den Erdbeeren und handgeschlagener Sahne ein wahrlich köstliches Mahl. Und ich habe den Geistesblitz, dass ja eventuell ein Kreuzfahrtriese auf dem Rückweg von Geiranger sein könnte. Und nach einem kurzen Check im Internet stellen wir fest, dass hier bald wirklich ein Riese vorbeikommen müsste: Die "Koningsdam" ist mit fast 300m Länge und 2600 Passagieren wahrlich nicht klein. Aber als sie dann tatsächlich hinter der Felsnase auftaucht, wird mal wieder deutlich in welcher Liga diese Landschaft hier spielt. Gegen die umgebenden Steinwände sieht auch so ein riesiges Schiff nicht wirklich beeindruckend aus... In Ålesund kommen wir recht spät an - um 19.30 Uhr sind hier schon alle 30 Stellplätze auf dem offiziellen Platz in der Nähe des Stadtzentrums vergeben. Was nun? Ich erinnere mich, dass ich davon gelesen habe, dass beim Aussichtsrestaurant Fjellstua auf dem Hausberg Aksla ein öffentlicher Parkplatz sei, wo man auch über Nacht stehen könne. Also peilen wir den an. Aber das Navi lotst uns ziemlich abenteuerlich durch enge Gässchen bis zu einem Schild, was eigentlich die Durchfahrt verbietet. Was jetzt? Ich frage den vorbeigehenden Parksünderaufschreiber und kriege in perfektem Deutsch eine Wegbeschreibung, die auch für Wohnmobile geeignet ist. Heissa! Und als wir auf dem Weg hinauf zum Aksla wieder unsere bergauf joggenden Norweger sehen, wissen wir, dass es gut werden wird. Die Aussicht hinunter auf Ålesund und zu den umgebenden Inseln ist großartig und neben einem dort schon für die Nacht geparkten Womo finden wir auch noch ein passabel ebenes Plätzchen. Und als Tüpfelchen auf dem i kommt am Horizont noch einmal die Koningsdam vorbei und ich könnte schwören, dass der Kapitän uns gerade anerkennend zugewunken hat. Vassendenindex Bis zu den Fjorden war eigentlich alles gut. Aber ab nachmittags dann doch starke Tendenz zu grau und nass. Sommerwetter: 10,5 Pisswetter: 3,5 |
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