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442 BGB Kenntnis des Käufers 1, 2, 3, 4, 5 ... 7


sonnenscheinfahrer am 03 Nov 2018 23:07:30

§ 442 BGB Kenntnis des Käufers
Die Rechte des Käufers wegen eines Mangels sind ausgeschlossen, wenn er bei Vertragsschluss den Mangel kennt. Ist dem Käufer ein Mangel infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben, kann der Käufer Rechte wegen dieses Mangels nur geltend machen, wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen oder eine Garantie für die Beschaffenheit der Sache übernommen hat.

Situation ist diese:
Kunde will ein WoMo mit Queensbett und max. 3,5 to - sieht genau das Modell beim Händler stehen.
Kunde will aber 3.0 Ltr. Motor weil er immer mit Anhänger unterwegs - hierauf will Händler ihm wegen der besseren Bremsen ein Maxi-Fahrwerk verkaufen, da man das ja "auch" auf 3,5 to später ablasten kann!
Kunde sagt nein, die 3,5 to sind für 3.0 Ltr. Motor + 2.000 kg zugelassen - also auch fahrbar - 3,5 to bleiben.
Es wird Zusatzausrüstung aufgeschrieben - was dem Verkäufer einfällt und dem Kunden gefällt.
Bei der Position Anhängerkupplung meint der Verkäufer - "das könnte >> eng << werden"
Kunde sagt: "Ich brauche die Anhängerkupplung, weil alle meine schweren Teile (Motorradroller, E-Räder, SUPs, Vorzelt, Vorzeltteppich, Grill usw.) in den Anhänger kommen.
Es wird weiter an Zusatzausrüstung aufgeschrieben
Etwas Preisnachlass - nicht eine Position der Zusatzausrüstung wurde mit einem Gewicht beziffert - Unterschrift - 2 Monate Lieferverzug - COC Papiere mit tats. Masse Fahrzeugs 3.160 - passt - gezahlt - mit Frau an Bord vom Hof gefahren - nächsten Tag auf die Waage - WoMo LEER mit Fahrer 85 kg und 3/4 (120 Ltr.) Tank => 3.460 kg - Oh, da ist der Kunde mit NICHTS (kein Gepäck, keine Campingausrüstung, kein Essen, kein Trinken, kein Wasser) schon überladen beim Händler vom Hof gefahren.

Klage auf Rückabwicklung Mitte 2016 - 2. Verhandlungstermin ENDE 2018
- Es mangelt an der Nutzung mit 4 Sitzplätzen + mind. Nutzlast.
- Das Fahrzeug war nicht zulassungsfähig, da lt. EG-Typengenehmigung für dieses Fahrzeug mit 3.0 Ltr. Motor nur 40 kg Zusatzausrüstung zugelassen sind, sich KNAUS nicht an seine Typengenehmigung hält und somit ein Fahrzeug außerhalb seiner Typengenehmigung in den Verkehr bringt.

Richterin läßt durchblicken §442 - Ist dem Käufer ein Mangel infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben kann er keine Rechte geltend machen.

Bei „eng“ hätte wohl Jeder nachgefragt - dann wäre man als Kunde auf das Problem gestoßen und hätte somit kein Problem mehr - bei „eng“ nicht nachfragen ist somit grob Fahrlässig!

Außerdem war das Fahrzeug OHNE Zusatzausrüstung zulassungsfähig - da Kunde Zusatzausrüstung will, ist das nun auch sein Problem, denn ohne Zusatzausrüstung hätte er auch kein Problem!


Nun, das ist so wiedergegeben, wie es verstanden/herausgehört wurde - das ist noch keine gerichtliche Entscheidung.

Schuldhafte Unkenntnis - eines Kunden beim Fachhandel.

zuckerbaecker am 03 Nov 2018 23:57:39

Kunde kommt ins Cafe und isst zwei Stück Schwarzwälder Kirschtorten mit extra Sahne.

"Wie??? Das sind viele Kalorien!!??? Aber die habe ich doch garnicht bestellt!!!!"


:lol:
:lol:
:lach: :lach: :lach: :lach: :lach:

teuchmc am 04 Nov 2018 00:06:23

Puuh.......Heisst das jetzt, dass man VOR dem Ankreuzen des Zubehör IMMER das Gewicht erfragen muss?
Heißt das jetzt, dass der FACHVERKÄUFER aus seiner Beratungspflicht(wenn es sowas überhaupt gibt) komplett raus ist?
Wozu brauch man dann noch nenn Verkäufer, wenn man sich eh um alles selber "Kümmern" muss?
Wieviel Sachkunde muss man denn haben?
Gibt's dafür ne Definition?
Oder interpretiere ich das Alles komplett falsch?
Sonnigen weiterhin. Uwe

goldfinger am 04 Nov 2018 00:15:48

Wie lautet denn die Frage?

Ich vermute mal dieser Thread hängt unmittelbar damit zusammen.

--> Link Teilintegrierter 7,5 m - Gewichtsverteilung richtig?

Ich gebe Dir eine geringe Mitschuld an der Situation, denn auch als Kunde bzw. Verbraucher im Sinne des Gesetzes, darf heute ein geringes Grundwissen der Mathematik vorausgesetzt werden.

Als Richter würde ich Dir 3000,- Euro Mautzuschuß durch den Händler bewilligen, aber das wär's dann auch.


Andreas

Tinduck am 04 Nov 2018 10:37:21

Tja, der sogenannte Fachhandel schafft sich selber ab, indem er solche Probleme selber generiert. Es liegt doch im ureigensten Interesse des Händlers, Kunden so zu beraten, dass Sie ihr Fahrzeug auch benutzen können. Der Kunde war sicher nicht so verbohrt, dass er nach einem deutlichen Hinweis auf die mangelnde Zuladung das konfigurierte Fahrzeug bestellt hätte. Und wenn doch, kann der Händler ja immer noch in den Vertrag schreiben, dass der Kunde auf mangelnde Zuladungsreserven hingewiesen wurde.

Wenn das alles nicht mehr stattfinden muss, möchte ich bitte ein Neufahrzeug im Online-Konfigurator erstellen und direkt beim Hersteller zum Händler-EInkaufspreis bestellen können.

Im vorliegenden Fall ist wahrscheinlich der Hinweis mit der AHK entscheidend. Sowas sollte man als Kunde dann nicht wirklich überhören. Andererseits ist es schon schräg, dass zu keiner Zusatzausstattung das Gewicht aufgenommen wurde und lustig an den Knaus-Richtlinien vorbeikonfiguriert wurde.

Wandlung wäre vielleicht für den Händler zuviel verlangt, aber vielleicht könnte man ja auf Vergleichsbasis eine Auflastung mit LuFe etc. auf Kosten des Händlers oder mit geteilten Kosten verhandeln, das wäre wohl fair, so wie der Fall liegt, es haben beide Vertragspartner Mist gebaut.

bis denn,

Uwe

pipo am 04 Nov 2018 10:57:50

Als Richter würde ich dem Käufer folgende Frage stellen: Welche Erfahrung bringen Sie im Bezug auf Wohnmobile mit?
Heisst die Antwort: "Sind vorhanden" würde ich jegliche Verantwortung des Verkäufers ablehnen. Sorry, Überladung ist ein riesen Thema und sollte bei einem Kauf niemals ausgeblendet werden.
Die Verantwortung beim Kauf kann nicht generell auf den Verkäufer/Hersteller abgewälzt werden :!:

Wir waren in den letzten Wochen bei drei Händlern. Dreimal nur grob unsere Wünsche genannt und immer die gleiche Antwort: Mit 3,5to nicht machbar. So Verantwortungslos können die Händler also nicht sein.

thomas56 am 04 Nov 2018 11:00:55

sonnenscheinfahrer hat geschrieben:Bei der Position Anhängerkupplung meint der Verkäufer - "das könnte >> eng << werden"

Für mich ist das eine eindeutige Aussage! Wer da trotzdem kauft und dann klagen will, gilt für mich als nicht geschäftstüchtig und gehört entmündigt.
Kein Wunder dass die Gerichte alle überlastet sind.

kapewo am 04 Nov 2018 11:10:08

- nicht eine Position der Zusatzausrüstung wurde mit einem Gewicht beziffert -

Zusatzausstattung wiegt doch nix, oder doch :?:
Was kann ich dafür, dass ich kalte Hände habe? Warum kauft mein Vater mir keine Handschuhe?

RETourer am 04 Nov 2018 11:23:35

:ton:

Die Anfeidungen gegen den TE sind unterste Schublade und gehören hier nicht her.

Knaus als Hersteller und Inhaber einer EG-Typgenehmigung muss zuverlässig sein.
Das der Hersteller eine Bestellung seines Händlers annimmt, für die der Hersteller keine EG-Typgenehmigung hat,
lässt an seiner Zuverlässigkeit zweifeln. Dabei kommt erschwerend hinzu, dass ein falsches Gewicht in das CoC eingetragen wurde, was einer Fälschung technischer Aufzeichnungen gleich kommt.
Für das Fahrzeug wurde auch keine Einzeltypgenehmigung beantragt, was aber erforderlich gewesen wäre. Allerdings hätte es die mangels der notwendigen Zuladung nicht gegeben.

Wenn im Verkaufsgespräch nicht über Gewichte gesprochen wurde und bei der AHK es "eng" wird, würde ich ganz naiv behaupten, das er sich auf Abmaße bezogen hat und nicht das Gewicht gemeint hat.

Vor Gericht kommt dann mal wieder das Problem, dass hier eine Richterin ohne wirkliche Sachkenntnis entgegen des vorliegenden Sachverständigengutachten entscheiden will. Armes Deutschland. Den Gutachter hätte man sich sparen und gleich einen Kaffeesatzleser beauftragen können.

DirksBiMo am 04 Nov 2018 11:34:28

Die Verantwortung beim Kauf kann nicht generell auf den Verkäufer/Hersteller abgewälzt werden



:top: …sehr richtig ….. der Käufer ist wohl eindeutig über 18 Jahre alt und des Lesens und rechnen mächtig und er darf eigenverantwortlich Verträge abschließen :wink: ..... er schreibt ja selbst, dass er anständig Zubehör mitbestellt hat. So naiv kann man eigentlich gar nicht sein, zu meinen, dass das ganze Zeug quasi nichts wiegt.
Sich dann hinterher darauf zu berufen, dass der Hersteller seine Richtlinien nicht einhält und der Verkäufer falsch beraten hat ist schon einigermaßen abenteuerlich.
Mann staunt ganz einfach wofür Verkäufer und Hersteller alles haften sollen. :roll:
Gruß

Dirk

pipo am 04 Nov 2018 11:39:59

RETourer hat geschrieben:Dabei kommt erschwerend hinzu, dass ein falsches Gewicht in das CoC eingetragen wurde, was einer Fälschung technischer Aufzeichnungen gleich kommt.
Für das Fahrzeug wurde auch keine Einzeltypgenehmigung beantragt, was aber erforderlich gewesen wäre. Allerdings hätte es die mangels der notwendigen Zuladung nicht gegeben.

Die COC ist einen Typpengenehmigung und bezieht sich IMHO auf das Basisfahrzeug ohne zusätzliches Zubehör.

Wenn im Verkaufsgespräch nicht über Gewichte gesprochen wurde und bei der AHK es "eng" wird, würde ich ganz naiv behaupten, das er sich auf Abmaße bezogen hat und nicht das Gewicht gemeint hat.

Kann man, aber sollte auch begründen können, wieso Gewicht bei der Bestellung offensichtlich keine Rolle gespielt hat obwohl der TE ein 3.5t Fahrzeug haben wollte.


Vor Gericht kommt dann mal wieder das Problem, dass hier eine Richterin ohne wirkliche Sachkenntnis entgegen des vorliegenden Sachverständigengutachten entscheiden will. Armes Deutschland. Den Gutachter hätte man sich sparen und gleich einen Kaffeesatzleser beauftragen können.

Sachkenntnis mag wünschenswert sein, aber Richter orientieren sich an der Gesetzgebung und wiegen dementsprechend beide Seiten anhand der vorgegeben Paragraphen ab.

MountainBiker am 04 Nov 2018 11:51:53

Hallo pipo,

Die COC ist einen Typpengenehmigung und bezieht sich IMHO auf das Basisfahrzeug ohne zusätzliches Zubehör


Das ist nicht korrekt:

Es gibt ein Ceritificato di Conformita CE von FCA/Fiat das ist bezogen auf das Basisfahrzeug und zusätzlich gibt es ein CoC des Aufbauherstellers bei mir Hymer, im letzteren ist ganz klar das Fahrzeugleergewicht mit Zubehöhr ab Werk deklariert
13 Masse des fahrbereiten Fahrzeugs...
13.2 Tatsächliche Masse des Fahrzeugs...

Ob dies bei anderen Herstellern anders gehandhabt wird?

RETourer am 04 Nov 2018 11:54:33

pipo hat geschrieben:Die COC ist einen Typpengenehmigung und bezieht sich IMHO auf das Basisfahrzeug ohne zusätzliches Zubehör.


In der Typgenehmigung sind auch die Zusatzausstattungen berücksichtigt. Für die vom TE bestellte Variante gibt es in der Typgenehmigung die Auflage max. 40kg Zusatzausstattung zu verbauen.


pipo hat geschrieben:Sachkenntnis mag wünschenswert sein, aber Richter orientieren sich an der Gesetzgebung und wiegen dementsprechend beide Seiten anhand der vorgegeben Paragraphen ab.


Der Blick auf die reine deutsche Gesetzgebung reicht aber nicht, denn hier ist auch EG-Recht betroffen, dass in das deutche Recht integriert wurde. Die Voraussetzung zur Zulassung des Fahrzeugs lag nicht vor. Das ist die Rechtslage. Punkt. Ich hätte im Rahmen einer Enzeltypgenemigung ein positives Gutachten verweigern müssen.

thomas56 am 04 Nov 2018 11:59:52

RETourer hat geschrieben:In der Typgenehmigung sind auch die Zusatzausstattungen berücksichtigt. Für die vom TE bestellte Variante gibt es in der Typgenehmigung die Auflage max. 40kg Zusatzausstattung zu verbauen.



und das gilt auch, wenn das Zubehör statt vom Werk nachträglich vom Händler eingebaut wird?

Pechvogel am 04 Nov 2018 12:24:32

thomas56 hat geschrieben:und das gilt auch, wenn das Zubehör statt vom Werk nachträglich vom Händler eingebaut wird?


Hallo Thomas,
das frage ich mich auch!
Zumal der Händler die AHK oder die Markiese bestimmt zu einem günstigeren Preis anbauen kann wie der Hersteller in seiner Preisliste stehen hat?!


Grüße
Dirk

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