rump
anhaengerkupplung
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Schweden-Finnland-Norwegen 2022 - Ekspedisjon Midnatsol


Tinduck am 21 Aug 2022 15:21:55

Bild

Diese Reise sollte eigentlich schon im Sommer 2020 stattfinden, aber aus bekannten Gründen verschob sie sich um 2 Jahre. Das wäre an sich ja kein Problem gewesen, aber wir wollten mit einer befreundeten Familie zusammen fahren, die sich dafür ein Wohnmobil geliehen hatte. Zum Glück hatte der verleihende Händler ein Einsehen und hat die zweimalige Verschiebung klaglos mitgemacht, ohne zusätzliche Gebühren oder ähnliches.
So bekamen unsere Freunde einen fast nagelneuen Forster FA 699 EB mit 4000 Kilometern auf der Uhr. Den packten sie am Freitag fertig, und so ging es dann los:

01.07.2022 – Harpstedt (D), 220 km

Im Endeffekt waren wir trotz vorgepacktem Mobil noch später dran als unsere Freunde mit dem Leihmobil (ich hatte noch bis 14:00 gearbeitet und im Haus herrschte noch Chaos), so dass wir gegen 17:30 bei ihnen aufschlugen und dann gemeinsam auf die A1 in Richtung Norden fuhren.
Erstaunlicherweise war die A1 komplett leer, trotz Freitag und Sommerferien, so dass wir gegen 21:00 auf dem Stellplatz in Harpstedt --> Link ankamen. Den hatten wir als Zwischenstation ausgesucht, damit wir uns noch mal vom Schwiegeropa verabschieden konnten (die Schwiegereltern wohnen dort).

Bild

Wir richteten uns häuslich ein, unsere Freunde erkundeten ihr neues Domizil, und nach dem Abendbrot ging es für alle ins Bett.
 
02.07.2022 – Örkelljunga (SE), 654 km

Am Morgen kam Schwiegeropa wie besprochen kurz zu Besuch auf dem Stellplatz und versorgte die Kinder mit einer Riesenportion Süßigkeiten und etwas Urlaubsgeld für die Reise – außerdem gabs Brötchen fürs Frühstück.
Gegen 08:30 ging es dann los auf die Autobahn; wir hatten für heute die Vogelfluglinie Puttgarden-Rödby gebucht, allerdings als VIP-Ticket, so dass wir jede beliebige Fähre nehmen konnten – das mindert den Stress doch erheblich, insbesondere, wenns mal Stau gibt.
Die A1 füllte sich so langsam, von Süden kamen alle nach, die erst heute Morgen losgefahren waren, aber es blieb staufrei. Wir folgten der A1 bis hoch kurz vor Fehmarn und fuhren über die Fehmarnsundbrücke (Baustelle) bis nach Puttgarden. Der Check-In ging schnell, wir rollten auf die VIP-Spur, als die Fähre gerade einlief, und durften sofort (als letzte Fahrzeuge) mit drauf. Immerhin gabs für die 30 Euro VIP-Aufpreis ein Getränk für alle Personen, was bei den Preisen auf der Fähre mal locker 15 Euro waren – der Mehrpreis relativierte sich dadurch noch etwas.
Von der Fähre runter und 2 Stunden bis Kopenhagen, dann über die ebenfalls vorgebuchte Öresund-Brücke (gebucht über BroBizz/BroPass), und schon reisten wir bei Malmö in Schweden ein. Weiter gings in Richtung Norden entlang der E4, die kurz hinter Helsingborg in Richtung Nordosten abknickt. Auf Höhe von Örkelljunga hatten wir nach der langen Fahrt keine Lust mehr und suchten uns einen Stellplatz. Den fanden wir knapp außer Orts an einer Badestelle am See --> Link. Wurde noch ein schöner Abend, die Kinder konnten schwimmen gehen und den Spielplatz nutzen. Wir aßen Hot Dogs zu Abend (hatten die Tage noch einen ‚Bausatz‘ bei Ikea gekauft).

Bild

Bild
 
03.07.2022 – Örkelljunga (SE), 30 km

Morgens suchten wir uns nach dem Frühstück einen offiziellen Stellplatz in der Nähe mit V/E heraus (bei Wohnmobilhändler Bengt direkt an der E4). Entsorgung kein Problem, aber für Frischwasser brauchte man Jetons, die gabs über die Straße an der Tankstelle. OK, also dort noch getankt, zwei Jetons gekauft und wieder rüber zum Wasser Auftanken.
Danach auf die nahe E4, Tempo 90, Tempomat rein… nach ein paar Km fing es an, nach verbranntem Gummi zu stinken, und unsere Freunde (die hinter uns fuhren) meldeten per Messenger blauen Rauch aus unserem Fahrzeug. Oha.
Standstreifen, Warnblinkanlage – hm, die Reifen sahen alle gut aus. Motorhaube auf, der Gestank wurde stärker – der Rippenriemen, der Lichtmaschine und Wasserpumpe antreibt, qualmte blau und sah verdächtig dünn aus. Also langsam mit niedriger Drehzahl zur nächsten Abfahrt, und da auf den Autohof.
Genau der richtige Zeitpunkt, mal den Schutzbrief, der in unserer Kreditkarte inklusive ist, auszuprobieren.
Anruf, Warteschleife. Verbinden zum Versicherungsgeber, Warteschleife. Daten aufgenommen (Ort, Fahrzeugtyp; ich habe mindestens 3 x erzählt, dass wir 5 Tonnen wiegen und 3,30 m hoch sind). Ansage: Pannendienst kommt in 2 h (ca. 14:00), das war gegen 12:00.
Ich beschloss, im nahen Örtchen ein paar Kronen zu ziehen, damit wir für alle Eventualitäten gewappnet waren; meine Frau bereitete das Mittagessen, sollte man ja auch nicht vergessen.
Gegen 13:00 war das Essen auf dem Tisch, und nach den ersten 3 Gabeln stand draußen der Abschleppwagen – war ja klar.
Wir kamen überein, dass unsere Freunde erstmal in Richtung Norden weiterfahren sollten und wir dann wieder aufschließen, wenn alles OK ist.
Nach einer Inspektion des Motorraums und einiger Diskussion mit Händen und Füßen mit dem Abschlepp-Mann kamen wir zu dem Ergebnis, dass wohl irgendein Lager im Rippenriemen-Trieb schadhaft war und der Riemen aufgrund des hohen Widerstands rutschte und sich dabei langsam aufrieb. Er wollte uns nicht auf die Brille nehmen, weil zu schwer (?) und so einigten wir uns darauf, langsam zur nächsten Werkstatt zu fahren. Er fuhr los, wir hinterher – ‚langsam‘ hieß offensichtlich ca. 70 km/h, na ja, da war die Drehzahl noch bei ca. 2000, schien OK, zumindest stank nichts allzu sehr.
Er brachte uns dahin, wo wir heute Morgen entsorgt hatten – Wohnmobilhändler Bengt mit eigener Fiat Professional Werkstatt. Auf meinen Einwand, dass wir einen Iveco besäßen, meinte er, die verkaufen die auch da (Carthago) und kennen sich bestimmt damit aus. Da Sonntag war, mussten wir ja eh bis morgen warten.
OK… wir richteten uns auf dem Stellplatz --> Link ein und ich ging erstmal zu Stressabbau eine Runde um den nahen See laufen. 8 sehr schöne km.
 
04.07.2022 – Helsingborg (SE), 40 km auf fremder Achse

Morgens um 07:00 (Werkstattöffnung) stand ich bei Bengt auf der Matte und besprach mit dem Werkstattleiter unseren Fall.
Leider konnte er uns nicht direkt helfen (hatte ich mir ja schon gedacht), aber er empfahl die Iveco-Werkstatt in Helsingborg, da würden sie ihre Ivecos auch immer hinbringen.
OK, also wieder Schutzbrief-Warteschleife. Fall erklärt – ja, verstanden, Transport nach Helsingborg wird organisiert. Rückruf wurde versprochen. Das war um 07:30
Frühstück, aufräumen, Abwasser und Klokassette noch schnell entsorgt – immer noch kein Rückruf.
Um 09:30 ging ich wieder in die Warteschleife, um nachzufragen. Dort Verwunderung, der Kollege wäre am Fall dran, gab es noch keinen Rückruf? Wird nachgeholt.
Eine halbe Stunde später kam der Rückruf, Transport wurde für 14:00 zugesagt. Ich erinnerte nochmal an unser Format und dass auch 5 Personen zu transportieren wären. Ja, hätte er berücksichtigt. Na Prima, dann warten wir mal.
Natürlich war der Abschlepper wieder gegen 13:15 vor Ort, in Form eines Flach-Sattelaufliegers mit einem Iveco Daily als Sattelzugmaschine inklusive zweier Schweden, die kein Wort Englisch oder Deutsch sprachen, interessant. Ich wies noch mal auf die Höhe hin, das Womo wurde misstrauisch beäugt, aber für OK befunden. Ich fuhr auf den Auflieger, das Womo wurde gut verzurrt – dann wies ich auf die etwas abseitsstehende Restfamilie hin. Kopfkratzen, Radebrechten. Da kein Taxi in Sicht war und ich auch keine Lust auf wieder eine halbe Stunde Warteschleife hatte, kamen wir überein, dass wir im Mobil mitfahren könnten, wenn sich alle anschnallen. Wäre in Deutschland illegal, aber was weiß ich über schwedische Gesetze? Also los.

Bild

War eine interessante Fahrt. An der ersten Unterführung stieg der Beifahrer aus und schaute sich genau den Abstand oben an – das war OK, und so fuhren wir auf die A4 in Richtung Südwesten. Der Fahrer nahm die Autobahn-Überführungen immer an ihrer höchsten Stelle, und so kamen wir nach einer Stunde wohlbehalten im Industriegebiet außerhalb von Helsingborg bei Iveco an.
Die Abschlepptruppe bekam ein Trinkgeld nach dem Abladen, wir bedankten uns und ich ging zu Iveco rein. Die wussten schon Bescheid, weil der Werkstattleiter von Bengt uns angekündigt hatte (nett von ihm). Natürlich kam erstmal die Aussage, es wäre ja Ferienzeit, er hätte nur 2 Mechaniker da und nächste Woche könnts was werden. Ich wies dann darauf hin, dass wir den Schaden vielleicht erstmal begutachten könnten und dann weitersehen. Ja OK. Lustigerweise rief genau jetzt ein Taxifahrer aus Örkelljunga an (ca. 14:30) und fragte, wo wir denn seien – ich erklärte ihm freundlich, dass wir schon in Helsingborg wären. Ah OK, kein Problem.
Nach einer halben Stunde kam der Mechaniker raus zu unserem Mobil. Motorhaube auf, Lampe rein – nach 3 Minuten stand fest: Das Lager der Rippenriemen-Spannrolle hatte sich aufgelöst.
Nach nochmal 15 Minuten stand fest, dass die benötigten Teile (Riemenspanner mit Rolle und Rippenriemen) am nächsten Tag um 10:00 vor Ort wären und jaaaa, man würde sie uns dann auch einbauen. Na also.
Das Übernachtungsproblem war auch schnell gelöst, wir konnten auf dem Gelände übernachten und bekamen sogar noch Nachschub für den Wassertank.
Um 18:00 wurde das Hoftor abgeschlossen, und wir verbrachten eine sehr ruhige Nacht auf dem Parkplatz von Iveco Helsingborg.
 
05.07.2022 – Lekeryd (SE), 248 km

Dienstagmorgen trafen tatsächlich gegen 10:00 die Ersatzteile ein, und unser Bomber wurde in die Werkstatt gefahren. Wir richteten uns im Kunden-Wartebereich ein (mit einigen Butterbroten und Snacks) und warteten.
11:00, 12:00, 13:00… hm, eigentlich war das doch nur eine Kleinreparatur… gegen 14:00 wurde unser Womo aus der Werkstatt gefahren. Nachfrage beim Mechaniker ergab, dass natürlich der falsche Riemenspanner als Ersatzteil geschickt wurde; glücklicherweise hat unsere kaputte Version die gleiche Rolle montiert wie der modernere Iveco 5, für den ein Spanner vorrätig war. Also eine neue Rolle an unseren alten Spanner montiert und alles war wieder gut. Hat natürlich Zeit gekostet.

Bild

Unterm Strich zahlten wir 550 Euro an Reparaturkosten und waren um 15:00 wieder auf Achse. Nochmal vielen Dank an dieser Stelle ans Iveco-Team Helsingborg!
Wir verständigten unsere Freunde (die sich inzwischen Stockholm angesehen hatten) und machten uns auf den Weg in Richtung Norden.
In Värnamo hielten wir noch einmal zum Einkaufen an und bogen dann in Husqvarna von der E4 ab, um an einer kleinen, netten Badestelle an einem See zu übernachten (Uddebobadet in Lekeryd --> Link).

Bild

 
06.07.2022 – Skatan (SE), 689 km

Wir vereinbarten mit unseren Freunden, uns abends auf einem Stellplatz in Skatan nahe Sundsvall zu treffen. Die konnten dadurch noch ein wenig Freizeitprogramm in Uppsala machen und so könnten wir dann am nächsten Tag wieder zusammen fahren.
Viel zu vermelden gibt’s über den Tag nicht, es gab einige ziemliche Wolkenbrüche auf der E4, fast schon Aprilwetter.
Der Stellplatz --> Link war recht nett und lag ruhig, als wir ankamen, waren nur 3 andere Mobile da. Kurz nach uns kamen unsere Freunde an, und danach füllte sich der Platz dann bis 10 Uhr abends noch komplett. Am Forster war eine Kleinreparatur fällig (Aufbautür-Innengriff gebrochen), und es gab Köttbuller zum Abendessen.

Bild

Bild

 
07.07.2022 – Sangis (SE), 640 km

Und weiter gings in Richtung Norden. Die Ostsee kam auf der rechten Seite öfter mal in Sicht, wir fuhren über eine sehr schöne Brücke (Die Högakustenbron):
 
Bild

Ansonsten wurden viele Kilometer gemacht, wir testeten zum Mittagessen die schwedische Burger-Kette ‚Max‘ (viel besser als Meckes!) und Abends landeten wir auf einem kleinen CP in Sangis --> Link, der von einem Schweizer Ehepaar betrieben wurde und eine Waschmaschine hatte, der Hauptgrund für einen CP.

Bild


08.07.2022 – Sodankylä (FI), 338 km

Heute ging es dann über die nicht mehr weite schwedisch-finnische Grenze und dann natürlich zum Must-Stop (zumindest für die Kinder) in/bei Rovaniemi. Dort durften die Kinder über den auf dem Boden markierten Polarkreis hüpfen und es wurden einige Souvenirs gekauft. Und natürlich die Läden und Ausstellungen besichtigt. Insgesamt sehr kommerziell und für Erwachsene, die keine Lust auf Weihnachtsrummel im Sommer haben, wahrscheinlich verzichtbar.

Bild

Dann nochmal schnell an der Shell gegenüber tanken (in Euro, wie ungewohnt :) ) und weiter gings in Richtung Norden.
Diesen Abend fanden wir einen tollen Stellplatz auf einer Kiesfläche (riesig) direkt am Wasser. Es waren noch 5 oder 6 andere Mobile da, aber keins stand näher als 100 Meter an uns dran.

Bild

Bild

Bild

Schnell ein Feuerchen gegen die Mücken (Horror…) entfacht, als es brannte, ging es in der Nähe etwas. Aber hier haben wir dann zum ersten Mal das finnische Nationaltier so richtig kennen und lieben gelernt. Zum Glück sind die Viecher so groß, dass sie nicht durch die Fliegengitter passen.
Das war dann auch die erste Übernachtung, wo es richtig auffiel, dass es nachts nicht mehr dunkel wurde. Tja, Polarkreis überquert eben.
 
09.07.2022 – Karigasniemi (FI), 242 km

Für diesen Tag hatten wir direkt an der Wegstrecke eine Überraschung für die Kinder eingeplant. In Tankaavara kann man für einen relativ geringen Preis die Kunst des Goldwaschens erlernen und danach den ganzen Tag (wenn man mag) Gold waschen und den Ertrag behalten.
OK, also hin da, lange Hosen und Jacken an und los. Erstmal über das weitläufige Gelände an Tribünen vorbei (?, Nachfrage ergab: hier finden immer Meisterschaften im Goldwaschen statt) zur Waschstelle gelaufen, dort gab es dann Gummistiefel und Goldwaschpfannen und die Einweisung ging im Waschtümpel los.
Ein bisschen ablenkend war die finnische Luftwaffe, es waren diverse Mückengeschwader im Einsatz, die es auf Hände und Köpfe abgesehen hatten. Man konnte sie ganz gut ignorieren, bis, ja bis so’n Viech versuchte, in Nase oder Ohr zu krabbeln. Somit hatte man selten beide Hände für die Waschpfanne frei… aber Leiden bildet ja den Charakter.

Bild

Nach zwei Stunden hatte jeder ein paar Flitter Gold gefunden. Reich wird man dabei nicht, aber immerhin weiß man jetzt wie’s geht, wenn der nächste Goldrausch kommt.
Auf dem Gelände auf der anderen Seite der Straße sind übrigens wirklich Claims vermietet und dort wird professionell Gold gewaschen.

Bild

Unsere Freunde mit den beiden Mädels waren nach eineinhalb Stunden bedient und fuhren schon mal vor zum Sami-Museum (andere Station heute), unsere Jungs hielten noch eine Stunde durch und dann wars auch genug.
Die nächste Station war dann das Sami-Museum in Inari am gleichnamigen See. Dort gibt es eine sehenswerte Ausstellung über Lebensweise und Alltagsgegenstände der Sami und ein komplettes Museumsdorf (bzw. einen Hof) auf dem Außengelände. Fanden sogar die Kinder gut, für ein Museum… Fun Fact: als in den 1800ern der Norden in Nationen aufgeteilt wurde, gings den Sami erstmal schlecht mit den neuen Grenzen. Am tolerantesten gegenüber den Bedürfnissen des Sami-Volkes waren von allen beteiligten Nationen – die Russen. Wie die Dinge sich ändern können…

Bild

Übernachtet wurde dann in Karigasniemi direkt an der norwegischen Grenze (die hier durch einen Fluss gebildet wird) auf einem Campingplatz. Es gab dort andere Camper, eine schöne Aussicht auf den Fluss und einen Entsorgungspunkt in festen Händen der finnischen Luftwaffe. Na ja, hatte man sich bis dorthin dran gewöhnt.
 
10.07.2022 – Nordkapp (NO), 284 km

Wir brachen am nächsten Morgen um 06:30 auf, um mittags am Nordkapp anzukommen. Am Abend vorher hatten wir nochmal unsere Vorräte untersucht und überschüssigen Alkohol per App angemeldet, alles ganz vorschriftsmäßig, und dafür per App ein paar Euro Zoll bezahlt. Noch kurz an der Automatentanke aufgetankt, und dann ab zum Grenzposten.
Da stand allerdings nur eine einsame rote Ampel und kein Mensch weit und breit – ja klar, in Norwegen war es ja auch erst 05:30… da an der Ampel kein Schlagbaum war, sind wir einfach langsam rübergefahren und das wars mit der Einreise in Norwegen.
Nächster Stop war das Sami-Parlament (Sameting) in Karasjok. Ein schönes Gebäude, und auch ein schöner Gedanke, dass die Sami dort länderübergreifend ihre Dinge regeln können.

Bild

Weiter gings über die E6 in Richtung Lakselv. Kurz dahinter fanden wir eine traumhafte Übernachtungsstelle und nutzten die zumindest für die Frühstückspause. Dort sahen wir auch zum ersten Mal in diesem Urlaub das Nordmeer.

Bild

An dessen Küste ging es dann immer weiter in Richtung Norden, vorbei an Olderfjord, und dann kam auch schon irgendwann der Nordkapptunnel. Nebel hatten wir keinen da drin (trotz der Warnung), und nachdem wir uns mit 60 km/h die Steigung aus dem Tunnel wieder hochgequält hatten, waren wir auf der Nordkappinsel. Vorbei an Honningsvåg, kurz vor Skarsvåg links abbiegen, alles bei schönstem Wetter. Als dann nach ein paar Km das Nordkapp in Sicht kam, lag es unter niedrigen Wolken verborgen – war ja klar.
Wir fuhren im Nebel an den Eintrittsschalter heran, bezahlten unsere 70 Euro, bekamen die Sticker zum Eintritt in das Polarcenter und tuckerten auf den Stellplatz. Dort hatte sich einiges getan, inzwischen gibt’s sogar Klos – auf Kirmes- oder Schützenfest-Niveau, aber immerhin. Nicht, dass man das für eine Übernachtung bräuchte… Wir fanden einen Platz mit Aussicht in der 1. Reihe (deshalb waren wir so früh losgefahren), nur leider keine 2 zusammenhängenden Plätze – zwischen uns war ein Mietvan. Der verkrümelte sich aber ein paar Stunden später, vermutlich wegen zuviel Remmidemmi :-)

Bild

Erstmal Tisch und Stühle raus und Mittagessen. Die Wolken rissen immer wieder auf und in der Sonne war es angenehm warm. Leider zog es sich nach dem Essen komplett zu und durch den Wind waren dann gefühlte 5°C – also Norwegerpulli und Jacke raus.
Dann gings erstmal ins Polarcenter, mal schauen, ob sich da seit 2005 was getan hat, da waren wir zuletzt da. Allerdings können wir uns kaum noch daran erinnern – das Alter…
Der neue Film ist ganz nett, das Licht- und Farbenspiel in der Installation ganz unten auch. Natürlich wurden auch noch mal alle Infos zum Nordkapp den Kindern erklärt. Dann gings raus zur Kugel für den Fototermin, wer weiss, ob das Wetter nicht noch schlechter wird…

Bild

So ging der Nachmittag rum, der Abend nahte und mit ihm die Reisebus-Flotte. Vorn auf dem Kapp wurde es immer voller, je näher der 00:00-Termin rückte.
 
11.07.2022 – 13 km nördlich von Repvåg, 63 km

Und siehe da, pünklich zur Mitternachtssonne senkte sich die Wolkendecke aufs Wasser ab und umspülte das Kapp – sah unglaublich aus, man hätte auch auf 3 km statt 300 m Höhe sein können. Dazu perfekte Mitternachtssonne, es war wirklich sonnig wie an einem Nachmittag in unseren Breiten. Absolut beeindruckend, die Astronomie mal so live am Werk zu sehen.

Ekspedisjon Midnatsol – Ein voller Erfolg!

Bild

Bild

Bild

Nach genug Fotos und einem Drohnenflug ging es dann so langsam ins Bett – Die Kinder waren total fertig, kein Wunder um 01:30. Dementsprechend wurde am Morgen ausgeschlafen. Nach dem Frühstück gings nochmal aufs Kapp (jetzt strahlender Sonnenschein und klares Wetter), Sonnenfotos machen – und dabei konnten wir aufgrund der klaren Sicht sogar von oben vom Kapp noch 2 Wale bewundern, die gemütlich vorbeischwammen. OK, man hat nicht viel gesehen, aber die Fontänen beim Blasen waren ziemlich eindeutig.

Bild

Bild

Dann nochmal den Souvenirshop geentert (T-Shirts etc.) und dann machten wir uns so langsam wieder auf den Weg in den Süden.
Wir fuhren vom Kapp und bogen als erstes nochmal links ab in Richtung Skarsvåg, das nördlichste Fischerdorf der Welt.
(Kurzer Exkurs: warum ist um das Nordkapp herum eigentlich alles ‚das nördlichste XXX der Welt‘? Das liegt daran, dass der Golfstrom das Wasser vor Nordnorwegen im Winter eisfrei hält. Damit ist einerseits auch im Winter Fischfang möglich und es ist an Land auch nicht so kalt wie woanders auf der Welt so weit im Norden, deshalb gibt es hier die nördlichsten permanenten menschlichen Ansiedlungen.)
Hier gibt es am Ortseingang einen CP/SP/Hüttenvermieter mit V/E, die wollten wir in Anspruch nehmen. Oha, 10 Euro für ne Entsorgung – aber OK, dann haben wir das hinter uns.
Danach noch kurz ins Örtchen, der kleine Hafen ist recht malerisch und man kann in einem Cafe die fiesen, riesigen Nordmeerkrabben essen, wenn man das mag – wir eher nicht. Echt beeindruckend, die Viecher.
Dann gings über Honningsvåg wieder runter von der Nordkappinsel. Auf dem Weg hoch war uns eine sehr nette Bucht mit einem malerischen Strand aufgefallen, die wir uns für einen Ruhetag nach der stressigen Fahrt hoch ausgesucht hatten.
Also ca. 14 km Luftlinie nördlich von Repvåg runter von der Straße, da war ein kleiner planierter Parkplatz, und von da aus führte eine Rumpelpiste nach vorn zum Strand und weiter zu einigen Ferienhäusern, wie es aussah. Wir fanden einen genehmen Platz für unsere zwei Mobile, 50 m von einer anderen Familie entfernt, die da schon stand – und 10 m vom Strand entfernt, nur durch ein wenig Dünengras getrennt.

Bild

Bild

Die Kinder waren in Nullkommanix in die Neos geschlüpft und rannten zum Strand, der wirklich unglaublich war – Karibik-Feeling pur. Das Wasser war sehr frisch, allerdings im Neo noch auszuhalten, und so wurde eine Weile geplanscht, geschwommen und getaucht, bis die ersten anfingen zu bibbern.
Rasch die Dusche im Mobil zur Aussendusche modifiziert (Brauseschlauch ab, Gardena-Stück drauf, Frischwasserschlauch mit Tülle durchs Fenster raus) und wir konnten uns draußen in der Sonne warm abduschen und die Neos ausziehen und auswaschen. Der pure Luxus…
Nachdem ich aus dem Neo raus war (ja, auch geschwommen :ertrink: ) holte ich Tisch und Stühle raus und wir machten uns für ein nachmittägliches Hamburger- Braten bereit. Dauerte zwar, weil immer nur 3 Burger Patties in die Pfanne passten – aber trotzdem sind alle 9 Personen rechtzeitig satt geworden.
Hinterher mit dem Großen noch einen Strandspaziergang gemacht und dabei einen ganzen Sack voll Plastikmüll eingesammelt (Sack gabs gleich gratis dazu). Ist zwar hier wesentlich weniger als an südlicheren Stränden, aber ein bisschen was treibt trotzdem an.
Die Nacht war dann sehr hell (aber keine direkte Sonne wegen der Berge), aber alle konnten gut schlafen.
 
12.07.2022 – Kviby (NO), 256 km

Wieder schönster Sonnenschein, und wir brechen nach einem kurzen Frühstück auf in Richtung Hammerfest. Dazu muss man erst südlich bis Oldendal und dann in Richtung Alta, später rechts halten in Richtung Hammerfest (kurz danach noch entsorgt, es war aber leider einer von diesen grünen Klo-Containern, die nur an der Rückseite einen Ausguss für die Kassette haben – Abwasser also geeimert).
Die Fahrt dahin ist landschaftlich recht schön und es gibt einige Brücken und Tunnels, die die alte Straße abkürzen. Als wir 2005 hier waren, gab es noch recht enge Straßenstücke, das ist jetzt alles vorbei und man rollt komfortabel bis Hammerfest. Einen Ort vorher noch kurz zum Tanken und Einkaufen angehalten und dann ab zum Weltkulturerbe, der Meridiansäule. Die liegt leider direkt neben einem Industriegebiet und so machen die Fotos nicht soooo viel her.
Wir nutzten die Zeit und nahmen zur Säule einen Klapptisch und das Zubehör fürs Mittagessen mit hoch, und es gab geschmierte Brote für alle.
Dann die ganze Strecke wieder zurück bis zur Abzweigung Karigasiemi/Alta/Hammerfest – halt stopp, an der Tankstelle dort ist ja auch eine V/E. Hätten wir das mal vorher gesehen, die ist nämlich komfortabel mit Bodenablauf. Na ja, immerhin konnten wir da noch Frischwasser nachtanken.
Dann ging es weiter in Richtung Alta. Nach einiger Zeit hatten wir genug vom Fahren und suchten uns einen Stellplatz. Es ging von der E6 ab in Richtung Kviby und dann ein wenig nordwestlich zu einem Aussichtspunkt über den Altafjord. Dort ist ziemlich viel Platz und wir platzierten uns in der Nähe eines Wohnwages, der dort stand (offensichtlich ein Servicetechniker für Stromnetze). Etwas abseits stand noch ein ExMo im Gemüse.

Bild

Die Aussicht und das Wetter waren super, einziger Wermutstropfen waren die Rinderbremsen, die sich dort heimisch fühlten. Zum Glück half unser Insektenabwehrmittel gegen die.
Nach einer kurzen Erkundungstour mit den Kindern (runter zum Wasser des Altafjords – nix für Flipflops) plünderten wir das Gefrierfach und grillten einige unserer Vorräte weg, lecker.
Die Nacht war dann wieder sehr hell, aber auch sehr ruhig.

Weiter gehts im nächsten Post, die Zeichenbegrenzung...

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

Tinduck am 21 Aug 2022 15:25:48

13.07.2022 – Djupvik (NO), 248 km

Der erste Stopp am nächsten Tag war Alta, wir wollten einen Blick auf die Nordlichtkirche werfen (die es 2004 noch nicht gab). Irgendwie hat unser Navi völlig den Parkplatz an der Kirche verpeilt und uns quer durch die Innenstadt geschickt, so dass wir in der Nähe auf einem Parkplatz an einem Rema1000 zu stehen kamen. Der war auch nicht umsonst – aber interessanterweise verwenden die Skandinavier auch Easypark als Park-App, und die nutze ich auc Zuhause für die Dortmunder Parkzonen. Fix das Womo in der App eingepflegt, Parkschein gebucht und fertig – echt easy.
Die Nordlichtkirche sah dann ganz nett aus, allerdings sparten wir uns den Eintritt von fünf Euro pro Person und fuhren dann weiter.

Bild

Als nächstes sollte es zu einem Gletscher gehen. Kurz recherchiert, der Jökelfjordsgletscher war nicht so weit entfernt und es gab da einen abgelegenen Wanderparkplatz, von dem aus man den Gletscher sehen konnte, also nix wie hin.
Auf dem Wanderparkplatz waren noch 2 Plätze frei, und man konnte sogar den Gletscher von dort aus sehen. Allerdings sagte uns ein Schild, dass die Wanderung zum Gletscher ca. 8 km weit ist – bei den üblichen Wanderwegen in Norwegen sicher deutlich mehr als 2 Stunden, und dann auch noch zurück.
Wir zogen die Wandersachen an und entschieden uns, für eine bessere Perspektive zumindest ein Stück auf den Gletscher zuzulaufen., es gab angeblich mehrere gute Aussichtspunkte.
Der Wanderweg war wirklich nicht gerade im strammen Marschtempo zu begehen, sehr schmal, steinig, viele Wasserläufe zu queren und viel auf und ab. Wir gingen etwa eine Stunde in Richtung Gletscher und erreichten eine schöne, etwas höher gelegene Lichtung mit gutem Blick auf das Eis.

Bild

Sehr zufrieden machten wir uns auf den Rückweg. Das ganze übrigens immer noch bei schönstem Sonnenschein, Norwegen zeigte sich weiterhin von seiner besten Seite.
Da wir auf dem Weg wieder eine Entsorgung gefunden hatten, konnten wir heute erneut frei stehen und entschieden uns für einen Platz in der Nähe von Djupvik, was auf dem Weg nach Tromsø liegt.
Diesmal geht’s von der Hauptstrasse ab 1 km durch die Büsche (recht eng und holperig) über einen Feldweg zu einer alten deutschen Bunkeranlage aus dem zweiten Weltkrieg, das Spåkenes Kystfort. Dort steht man mit toller Aussicht auf den Reisafjord. Dazu gibt es sogar einen kleinen Lehrpfad und man kann die Bunker auch tw. begehen, mit der gebotenen Vorsicht. Weil das Wetter langsam kippt und es kühler geworden ist, gibt’s heute mal drinnen das Abendessen.

Bild

 
14.07.2022 – Silsand (NO), 366 km

Da als nächstes Tromsø auf dem Plan steht, fahren wir weiter bis Olderdalen und nehmen dort die Fähre nach Lyngseidet, kurzes Stück Straße, dann ab Svensby die Fähre nach Breidvik.

Bild

So kommt man bei Nordbotn auf die E8 und ist schnell in Tromsø. Dort fahren wir als erstes die Ishavskatedralen an und nach einem kurzen Foto weiter über die Brücke rein in die Stadt. Direkt auf der anderen Seite der Brücke gibt es zwei Parkplätze, die auch wieder über Easypark bezahlbar sind – Platz ist genug, und wir parken die Womos da.

Bild

Dann gibt’s Programm für den weiblichen Teil der Reiserunde – Shopping in Tromsø. Eigentlich eine ganz schöne Einkaufsmeile – und für mich fällt sogar noch ein neuer Dale-Norwegerpulli ab, ist nicht so leicht, einen zu finden, der nicht dunkelbunt oder potthässlich oder beides ist.

Bild

Irgendwann haben alle genug, es gab ein paar Snacks zwischendurch, die Hurtigruten liefen auch in den Hafen ein – Zeit, weiter zu fahren. Ist noch eine ganz schöne Strecke gewesen, trotz des miesen Wetters.

Bild

Es geht zurück über die E8, weiter auf der E6 in Richtung Senja. Von dort aus wollen wir ab Gryllefjord nach Andenes auf den Vesteralen übersetzen. Wir suchen uns für die Übernachtung den Campingplatz Senja Camping aus, direkt an einem kleinen See; von da aus ist die Fähre in Gryllefjord innerhalb einer halben Stunde zu erreichen.

Bild

Der CP ist nett, allerdings ist das bei dem Wetter eigentlich nebensächlich – die Waschmaschine funktioniert, das ist die Hauptsache. Für die Kinder gibt es jede Menge Tiere – Enten, Kaninchen, Truthähne und sogar einen Graupapagei.
 
15.07.2022 – Bleik (NO), 60 km

Das Wetter ist immer noch sehr bescheiden (Dauerregen), und so werde ich schon beim Entsorgen zum ersten Mal klatschnass. Wir fahren über teils unbefestigte Straßen zurück zur Hauptstrasse und von dort aus nach Gryllefjord in der Hoffnung, auf die 10:00-Fähre nach Andenes zu kommen. Allerdings stehen wir schon kurz nach der Ortseinfahrt in der Warteschlange – der Fähranleger bzw. die Wartezone davor ist noch nicht mal in Sichtweite… ich schmiss mich in die Regenjacke, um die Lage zu sondieren. Und dabei stellt sich heraus, dass auf den 5 Wartespuren vor der Fähre offensichtlich alle Welt übernachtet hat, um einen Platz auf der ersten Fähre zu bekommen, zumindest standen da massig Bullis mit hochgeklapptem Aufstelldach und Autos mit Dachzelten, die noch beschlafen wurden. Wir waren dann wohl doch ein bisschen spät dran, obwohl wir eine dreiviertel Stunde vor Abfahrt eingetroffen sind.
Die Fähre kam an, wurde entladen, und es kam natürlich, wie es kommen musste – wir und auch die meisten vor uns in der Schlange kamen nicht mit drauf. Also 4 Stunden warten auf die nächste Fähre, da keine schnellere Alternative möglich ist.
Wir vertrieben uns die Wartezeit mit Vorbereitung von Proviant für die Fährüberfahrt und Planung der nächsten Tage. Zum Mittagessen gab es Burger (frisch gebraten für die Kinder bzw. aus dem lokalen Burger-Shop für die Eltern, wir hatten nur noch 3 Patties…), und da wir recht spät aßen, war es dann auch bald Zeit, auf die Fähre zu fahren, wo wir diesmal ohne Probleme mitkamen.
Gas aus, Kühli auf gelben Strom gestellt, Fahrzeug abgeschlossen und ab nach oben in den Salon. Draußen bleiben war bei dem Wetter nicht wirklich eine Option – dachten wir.

Bild

Die Fähre legte ab, fuhr gemütlich aus dem Fjord und begann leicht zu schaukeln, alles gut. Als wir dann aus der Abdeckung des Lands herauskamen, ging es aber dann doch wellentechnisch ordentlich zur Sache, obwohl gar nicht so viel Wind war… mit ein wenig Unruhe dachte ich an die Fahrzeuge unten auf dem Autodeck, die nicht gelascht worden waren – na ja, die Besatzung wird schon wissen, was sie tut.
Im Salon wurden inzwischen zunehmend Leute grün, was sich noch rasant beschleunigte, als die Cafeteria mit intensivem Pølser-Geruch öffnete. Auch unser Kleiner wurde etwas blass um die Nasenflügel und wollte raus.
Und so stand ich dann für die restliche Stunde der Überfahrt mit dem Kurzen draußen. Er musste zwar nicht spucken, aber das übernahmen dann genug andere Passagiere – Highlight war ein kleines Mädchen, dass sich mangels Spucktüte (waren schnell verbraucht) in seinen eigenen Gummistiefel übergeben durfte. Patente Notlösung – ich hätte allerdings die Reling bevorzugt.
Auch das nahm ein Ende, kurz vor dem Hafen von Andenes hörte die Schaukelei auf und wir gingen runter aufs Autodeck und ins Womo.
Andenes schien ein schönes Örtchen zu sein, sah beim aktuellen Wetter aber ein bisschen trostlos aus. Wir hatten uns den Camping Midnatsol in Bleik ausgesucht und fuhren da hin.

Bild

Bild

Ein wirklich schönes Fleckchen, karibische Traumstrände vor einer Kulisse skurril geformter Berge. Sonne wäre halt schön gewesen. Um dem Wetter nochmal den Stinkefinger zu zeigen, gingen wir (mein ältester Sohn, der Vater aus der anderen Womo-Besatzung und ich) 5 km entlang der Küste laufen. War nass, aber schön!
 
16.07.2022 – Kleppstad (NO), 246 km

Eigentlich müsste man auf den Vesteralen mehr Zeit verbringen, zumindest die Nordküste ist sehr schön. Aber da wir ja immer noch so um die 3000 km in Richtung Heimat vor uns hatten, mussten wir weiter.
Ziel für heute waren die Lofoten, grob gesehen. Also los in Richtung Südwesten über die 85 und dann über die 82, um dann weiter südlich auf die E10 zu treffen, die uns nach ein paar Kilometern auf die Lofoten führte. Wo ich dann hinter einer Kurve erstmal eine Vollbremsung hinlegen durfte (Klimper, Klöter aus dem Aufbau, protestierende Kinder…): ein ELCH stand auf der Straße und schaute uns ziemlich belämmert an. Meine Frau fotografierte (erster Elch der Reise), und der Norweger hinter uns im PKW fluchte und überholte ohne Rücksicht auf den nicht ganz kleinen Elch. Na ja.
Als der Elch (gemütlich) die Fahrbahn räumte, fuhr ich auch weiter.

Bild

Erster Stop auf den Lofoten war Svolvær, wo wir einen Parkplatz nahe des Einkaufszentrums fanden (EasyPark again, aber sogar für Null Euro Parkgebühr für 2 h, das geht also auch) und uns den Hafen anschauten. Zufälligerweise lief auch gerade jetzt die „Nordnorge“ ein (Hurtigruten).

Bild

Nach einem Stündchen hatten wir eigentlich alles gesehen und fuhren weiter in Richtung Henningsvær. Dort gibt es in der Nähe tolle Strände, und der Ort selbst ist sehr pittoresk mit schönem Hafen und hat außerdem einen Fußballplatz zu bieten, den man buchstäblich aus dem Fels sprengen musste. Auf dem Weg gab es noch einen Hammer-Regenbogen zu sehen:

Bild

Irgendwann nach Kabelvag geht die Nebenstraße nach Henningsvær ab, und just dort ist auch einer der schönsten Strände, der auch in jeder Fernsehsendung über die Lofoten gezeigt wird.
Das merkt man auch… in der Nähe des Strandes und bis nach Henningsvaer ist jede Parkbucht mit Womos, Kastenwagen und PKW vollgepflastert und Zelte sprenkeln jeden erdenklichen halbwegs ebenen Platz. Nicht gerade idyllisch.
Wir stellten uns in Henningsvær auf den öffentlichen Parkplatz am Ortseingang (EasyPark) und schauten uns die Sehenswürdigkeiten an.

Bild

Bild

Damit fertig, ging es um die Übernachtungsfrage. Kurz vor Henningsvær gibt es einen kostenpflichtigen Stellplatz, der auch nicht überfüllt war – klar, die ganzen Nassauer standen ja dicht gedrängt in den Parkbuchten. Lag aber landschaftlich nicht besonders schön. Aber Google weiß Rat, an der E10 ca. 2 km nach der Abzweigung nach Henningsvær gibt es einen großen Wohnmobilstellplatz (eigentlich ein CP, heißt aber Bobilcamping und es waren auch keine Wowas oder Zelte da). Wir checkten dort ein, bekamen einen Platz mit grandioser Aussicht und viel Platz… und hatten dann etwas Mitleid mit den um-jeden-Preis-Freistehern. Man kann sich seinen Urlaub auch selbst versauen.

Bild

Abends (ziemlich spät, so ab 23:00) gabs dann Pizza – wir haben unseren mobilen Gas-Pizzaofen eingeweiht! War recht lecker. Praktisch das Teil. Mit Fertigteig aus dem Supermarkt und Backpapier drunter bekommt man damit mit relativ wenig Aufwand richtig leckere Pizzen hin.
 
17.07.2022 – Bodø (NO), 134 km

Da man nicht auf die Lofoten fahren kann, ohne in Å gewesen zu sein, mussten wir da natürlich auch hin. Auf dem Weg bogen wir allerdings noch nach Nusfjord ab.
Dieser Fischerort ist etwas ganz Besonderes. Erstmal fährt man auf dem Weg dahin an einer gewaltigen Granitwand vorbei (lustigerweise waren gerade Fotografen vom National Geographic da, die die Wand fotografiert haben).

Bild

Der Fischerort selbst hat auch eine interessante Geschichte; er wurde von einer Familie vom ‚Festland‘ gegründet, die dort eine Holzwirtschaft hatte. Die Baumstämme für das Holz, mit dem das Dorf gebaut wurde, wurden vom Festland herübergebracht, und dann in Nusfjord ein Sägewerk aufgebaut (angeblich das erste und für lange Zeit Einzige auf den Lofoten). Nusfjord wurde dann zu einem der Zentren für den Dorschfang.

Bild

Das Ganze ist sehr malerisch und durchaus nett aufbereitet, bleibt dabei aber ziemlich familiär und semi-professionell, richtig sympathisch.
Parkplätze sind übrigens knapp und mit dem Womo soll man auf den oberen Platz fahren – haben wir gemacht, war aber nicht ganz einfach wegen Steigung und wenig Platz oben.

Bild

Nach Nusfjord ging es weiter nach Å, wo es inzwischen einen großen Parkplatz für die Touristen gibt, zu erreichen durch einen eigens dafür geschaffenen Tunnel. Also kein Parkproblem. Wir schauten uns kurz um, fotografierten das Ortseingangsschild und schauten uns tief in die Augen – eine Übernachtung hier schien nicht so verlockend und eigentlich drängte auch langsam die Zeit.

Bild

Bild

Also ab in die Fahrzeuge und zurück nach Moskenes.
Von dort geht die Fähre nach Bodø, eine von dreien, die von den Lofoten herunterführt, und davon die weiteste mit der längsten Überfahrt. Sorgen über 3,5 Stunden auf der Fähre (nach der Überfahrt Gryllefjord – Andenes nicht ganz unbegründet) wurden mit dem Hinweis auf das gute Wetter beschwichtigt.
Angeblich waren alle buchbaren Plätze auf der Fähre (2/3) belegt – am Anleger standen dann aber auf den reservierten Spuren nur 1,5 Spuren, dafür 3 Spuren bei den Kurzentschlossenen. Und so kamen wir auch problemlos mit auf die Fähre, die um 20:30 abfuhr.

Bild

Wir erwischten im Salon einen netten 8er Tisch, und ich lud im Hafen noch schnell Star Trek „Into Darkness“ und „Beyond“ runter (Kelvin-Timeline) – die schauten wir dann während der Überfahrt, die übrigens mit minimalem Geschaukel stattfand.
In Bodø dann runter vom Pott und in Richtung Norden an die Küste. Dort gibt’s einen Campingplatz direkt am Wasser, der einige Parzellen für Durchreisende reserviert hat. Auf eine davon passten beide Mobile, und so fielen wir dann gegen 00:30 müde ins Bett (war immer noch ziemlich hell, trotz Bewölkung und Regen – mit dem guten Wetter wars jetzt erstmal vorbei).
 
18.07.2022 – Holand (NO), 164 km

Erster Stopp am nächsten Tag war die Tankstelle, dann hinter Bodø ein Supermarkt und dann gings weiter zum Saltstraumen, der stärkste Gezeitenstrom der Welt.
Das ist eine Meerenge (Fjordeingang), der sehr schmal ist und durch eine Brücke überspannt wird. Von oben sah die Strömung jetzt nicht so spektakulär aus, aber von unten am Wasser war das schon ganz was anderes. Es bildeten sich dauernd große und kleine Strudel, die von der Strömung mitgerissen wurden.

Bild

Vor der Abfahrt aßen wir noch zu Mittag und dann gings weiter. Wir hatten uns geeinigt, bis Mo I Rana die landschaftlich schöne Strecke an der Küste entlang zu nehmen.
Und so ging es über Storvik (mit einer kleinen Pause am Ureddplassen) weiter über Reipa, Neverdal, Glomfjord durch den langen Svarttistunnelen bis zum Rastplatz Holand, der direkt gegenüber des Svartisgletschers auf der anderen Fjordseite liegt.
Wie man sieht, war die Tageskilometerleistung eher unterdurchschnittlich – das ist halt so in Norwegen an der Küste. Dafür war der Übernachtungsplatz toll, nur das Wetter ließ den ganzen Tag sehr zu wünschen übrig.

Bild
Bild
 
19.07.2022 – Mosjøen (NO), 376 km

Weiter gings über die Fv17, mit der Fähre von Furoy nach Agskardet, ein paar Kilometer weiter dann eine längere Fahrt von Jektvik nach Kilboghavn, bei der man den Polarkreis wieder überquert. Am Ufer gibt’s sogar eine Look-Alike-Statue der Nordkappversion.
Irgendwann geht die Fv17 dann über in die 810, und dann ist man auch schon fast in Mo I Rana. Tankstopp. Dann ein kleiner Umweg zur Gastanke, um unsere eine leere Flasche wieder zu füllen. Kein Problem und mit umgerechnet 25 Euro noch nicht mal besonders teuer.
Dann mussten wir wieder in Richtung Norden abknicken, da wir noch zum Polarsirkelcenteren wollten. Leider gibt’s da keine andere Route; entweder im Inland über die E6, wenn man von Norden kommt, oder eben an der Küste entlang und dann 50 km wieder hoch.
Also die E6 hoch bis zum Center – und ja, der Umweg hat sich gelohnt, wir finden diese Version wesentlich besser als den Megarummel auf finnischer Seite. T-Shirts gekauft, Fotos gemacht.

Bild

Dann ab auf den Bock in Richtung Süden, tschüs, Polarkreis!
Wieder durch Mo I Rana und weiter in Richtung Süden, bis wir dann kurz vor Mosjøen keine Lust mehr hatten und uns einen netten Stellplatz direkt am Fustvatnet-See suchten. Ein schönes Areal mit Badestelle, Fußballplatz, großen Wiesen, Grillgelegenheiten – und keiner da, trotz schönstem Wetter. Wann nutzen die Norweger denn sowas?

Bild

Es gab noch Sonne und wenig Mücken, deshalb konnten wir draussen essen. Und zum ersten Mal seit längerer Zeit war es nachts wieder dunkel, fast ungewohnt.
 
20.07.2022 – Rennebu (NO), 475 km

Ziel für heute war Trondheim, aber der erste Stopp war in Mosjøen für V/E und Einkauf. Dann ging es auf der E6 weiter (immer noch mieses Wetter) über eine schöne Hochebene (Wetter wurde besser) und irgendwann fuhren wir dann unter dem Polarlichtbogen durch, der Nordnorwegen vom Trondelag trennt. Von Norden kommend nicht besonders schön übrigens, weil der Bogen nur auf der Südseite nett gestaltet ist J.
Weiter gings und wir fraßen Kilometer, bis wir gegen 15:00 in Trondheim ankamen. Wir dachten uns, wer wagt, gewinnt, und fuhren mitten in die Innenstadt hinter den Nidarosdomen und parkten einen Steinwurf davon entfernt in der Munkegata. EasyPark strikes again, und nirgendwo stand was davon, dass Womos verboten sind… ich faltete den Bomber auf eine Parkbucht, Überhang auf dem sehr breiten Bürgersteig mit 10 mm Luft unter der Anhängerkupplung. Passt.

Bild

So konnte wir Trondheim sehr zeitsparend erkunden und sahen uns Kathedrale und die Gamle Bybro mit dem dahinterliegenden Altstadtviertel mit den schnuckeligen Holzhäusern an. Kurze Pause für ein paar Getränke in einem Cafe (teuer teuer) und dann zurück zum Womo, es sind noch einige Kilometer übrig.

Bild

Wir fuhren bis auf Höhe Rennebu und übernachteten auf dem Halland Campingplatz (Waschmaschine), der sehr romantisch zwischen Straße und Bahnlinie liegt :D Aber für die Kinder gabs da viele Spielgelegenheiten, Trampolins etc. und auch wieder einen Streichlzoo.
 
21.07.2022 – Båstad (NO), 438 km

Die nächste Etappe führte wieder weiter in Richtung Süden, viele Kilometer wurden abgespult, wir waren leider gezwungenermaßen schon im Heimfahrmodus.
Auf dem Weg hielten wir noch kurz bei der Stabkirche in Ringebu an, die sehr bekannt ist. Nettes, schnuckeliges Teil, wenn auch jetzt nicht so ultra beeindruckend.

Bild

Kurz was zu Mittag gegessen, und weiter geht’s.
In der Nähe von Lillehammer dann auf einmal Stillstand auf der E6, nichts ging mehr. Dann ruckelte es wieder vorwärts – irgend jemand (keine Polizei in der Nähe) hatte eine mit Schwenkbaum abgesperrte Abfahrt von der Autobahn geöffnet, die direkt auf die Landstraße daneben führte. Alles quetschte sich da runter, die dahinter stehenden knallten den Rückwärtsgang rein, um auch abzufahren – buntes Chaos. Das Navi führte uns bei der übernächsten Abfahrt wieder auf die E6, die dann natürlich komplett leer war. Den Grund für die Vollsperrung haben wir nicht mehr mitbekommen.
Kurz vor Oslo bogen wir in Richtung Osten ab, um in Båstad auf dem Campingplatz Olberg einzuchecken; rings um Oslo rum war die Auswahl nicht so hoch, und da stand man ganz schön. Der Weg dorthin war sehr interessant; es ging von der Autobahn ab ca. 20 km über Landstraße. Vor uns war ein LKW (Supermarkt-Zulieferung), der sich offensichtlich gut auskannte: trotz seiner 18 Tonnen hatte ich echt Mühe, mit unserem 5-Tonner dranzubleiben, der kannte jede Kurve auswendig und drückte richtig drauf.
Auf dem CP bekamen wir (Forderung: ohne Strom) ein Stück Wiese zugewiesen und richteten uns dort ein. Es war warm, wir konnten draussen kochen und essen, gute Erholung nach dem Fahrtag.
Die angebotene Elchtour zur Dämmerung war leider schon ausgebucht, und so verbrachten wir einen ruhigen Abend mit schönen Sonnenuntergang dort.

Bild
 
22.07.2022 – Slöinge (SE), 439 km

Direkt nach dem Losfahren gabs erstmal wieder Elchalarm - wie immer gemütlich auf der Straße trottend. Also doch noch was gesehen trotz ausgebuchter Elchtour am Abend vorher. Heute sollte es aus Norwegen hinausgehen,  und dabei wollten wir uns noch die Mehrwertsteuer vom steuerfreien Souvenireinkauf zurückerstatten lassen, was an mehreren Grenzübergängen möglich ist. Immerhin 60 Euro gabs zurück am Grenzübergang in der Nähe von Töcksfors.
Von dort aus machten sich unsere Freunde auf eigene Faust auf den Weg, sie wollten etwas früher nach Hause (Leihmobil reinigen) und deshalb die nächste Attraktion auslassen – den Autofriedhof im schwedischen Bastnäs. Hatte vielleicht auch was mit dem strömenden Regen zu tun…
Wir fuhren von Töcksfors in Richtung Süden auf einspurigen Straßen, die bald von Asphalt zu Schotter wechselten. Nach ca. 12 km sahen wir die ersten Autowracks im Wald stehen. Wir parkten unser Mobil vor der Scheune des ehemaligen Abwrackbetriebes (ein anderes Mobil war da), zogen uns die Regenjacken an und gingen auf Fotosafari.

Bild
Bild

Noch jemand ein paar Zusatzblattfedern für die überlastete Hinterachse? :D

Bild

Die Stimmung war irgendwie bombig, der strömende Regen passte total zur Kulisse und wir hatten viel Spass. Ich konnte den Kindern zudem viel über Automobiltechnik erläutern – jedes merkwürdig aussehende Teil, das herumlag, warf Fragen auf.
Nachdem wir genug gesehen hatten, kehrten wir ins Mobil zurück, trockneten uns ab und gaben ins Navi als Ziel ‚Zuhause‘ ein – von hier aus bitte den kürzesten Weg.
Da wir einen Haken geschlagen hatten, mussten wir erstmal zurück in Richtung Töcksfors und dann abbiegen in Richtung Westen, ab durch den Wald. So sahen wir, dass es in Norwegen auch ziemlich viel grüne Grenze gibt – es gab ein Schild, das Kameraüberwachung ankündigte, dann ein Schild ‚Norge‘ und das wars mit der Grenze. Hier könnte man den Alkohol Hektoliter-weise über die Grenze schmuggeln… und die illegalen Europa-Kartoffeln auch.

Bild

Nach 15 km oder so kamen wir aus dem Wald, fanden eine Tankstelle zum Nachtanken und fuhren wieder in Richtung E6, Richtung Malmö.
Mittagessen gabs noch mal bei MAX, vor skurriler Kulisse – direkt vor dem Schnellrestaurant waren ca. 12 Tesla-Schnellladesäulen, alle besetzt, davor eine lange Schlange Teslas – viele elektrische Neuankömmlinge drehten direkt ab, ohne sich anzustellen. Offensichtlich hat der Ausbau der Ladestruktur nicht mit den Verkaufszahlen der E-Mobile mitgehalten.
Am späten Nachmittag wurde klar, dass wir es nicht bis Malmö schaffen würden (da wollten unsere Freunde übernachten), und wir suchten uns eine Unterkunft für die Nacht. Diesmal wurde es die EddyLou Ranch – ein Western-Style Pferdehof mit Stellplatz, wo man für 100 SK übernachten konnte. Schöne Überraschung für die Kinder! Wetter zwar immer noch durchwachsen, aber viele Pferde und Fohlen und ein rustikaler Spielplatz. Als Krönung hat dann noch ein Pferd, das an den elektrischen Weidezaun geriet und sich erschreckte, beim Auskeilen eine Zaunlatte aus dem durchaus nicht schwächlichen Paddock getreten. Krach.

Bild

Bild

Neben uns stand eine Familie aus Bocholt mit Wohnwagen, mit denen wir uns noch gut unterhalten haben. Die hatten auch so ihre Probleme gehabt, Einspritzanlage des Zugwagens, Werkstatt… so ein Zufall.
 
23.07.2022 – Hellwege (D), 620 km

Malmö erreichten wir gegen 11:00, ab über die Brücke und dann weiter in Richtung Rødbyhavn. Lustigerweise bekamen wir die Fähre nach unseren Freunden (30 min später), obwohl wir morgens viel später losgefahren waren – wir konnten direkt vom Check-In auf die Fähre fahren, ohne anzuhalten (wieder VIP-Ticket), während unsere Freunde eine halbe Stunde warten mussten.
Die weitere Fahrt durch Deutschland lief problemlos, bis wir dann gegen 17:00 kurz vor Bremen keine Lust mehr hatten und uns in der Nähe von Posthausen eine Übernachtungsstelle suchten. Interessanterweise war das ein privater Waldparkplatz, auf dem ausdrücklich sich wohlverhaltende Womos geduldet waren. Dort standen wir bei bestem Wetter sehr schön, machten noch einen Geochache im Wald und hatten eine schöne, ruhige Übernachtung.

Bild
 
24.07.2022 – Dortmund (D), 263 km
Die letzten Kilometer in Richtung Dortmund waren dann auch kein Problem mehr… obwohl ich mich doch sehr wunderte, wie viele Baustellen in den drei Wochen wieder aufgepoppt waren. Offensichtlich wollte man die verkehrsarme (?) Ferienzeit nutzen. Kurz nach Mittag waren wir Zuhause – Schade eigentlich. Wir hätten alle gern mehr Zeit in Norwegen verbracht.
 
Nachlese
 
6900 km, 990 Liter Diesel. War einerseits ein ganz schöner Schlauch, aber die Naturerlebnisse und tollen Übernachtungen haben das durchaus wettgemacht. Meinten auch die Kinder, die an vielen Tagen bis zu 8 Stunden hinten im Mobil saßen. Zum Glück zu dritt, da kam keine Langeweile auf, irgendeinen Grund zum Streiten findet sich immer :)

Was war so mit dem Mobil los, was hat sich bewährt, was nicht?

- Klar, die Nummer mit dem Rippenriemenspanner war doof, zumal zwei Monate vorher der Steuerriemen gewechselt wurde. Aber Lagerschäden sind nun mal nicht unbedingt vorhersehbar.

- Wenn wir später mal zu zweit unterwegs sind, kommt auf jeden Fall ne Waschmaschine ins Mobil (diese koreanische Wandmontage-Variante, passt z. B. in größere Gaskästen). Es nervt ziemlich, zum Waschen auf nen CP zu fahren und sich dann um die Waschmaschinen zu schlagen. Nachmittags/abends sind die immer gut belegt….

- Der Gasverbrauch war nicht gering, wir mussten bestimmt an 6 oder 7 Tagen nachts zuheizen, weil es zu kalt war, dazu lief der Kühli die meiste Zeit auf Gas, und gekocht wurde auch viel. Insgesamt 18 Kg haben wir in drei Wochen verbraucht. Das Nachfüllen in Mo I Rana war im Nachhinein nicht nötig, hat meine Frau aber sehr beruhigt. Auch da sollte im nächsten Mobil ein eher großzügig bemessener Gastank vorhanden sein.

- Der Ooni-Pizzaofen ist der Knaller. Nicht leicht, nicht handlich, liess sich aber im Doppelboden gut verstauen und man kann nach ca. 20 min Vorheizen echt leckere Pizza damit machen.

- Nachdem wir 3 x mit der Anhänger-Steckdose aufgesetzt sind (2 x beim Abschleppen, 1 x auf dem Weg zu einem Stellplatz), hab ich das Ding jetzt neben die Rahmenabsenkung/AHK montiert. Macht 5 cm mehr Bodenfreiheit und einen Nervenzusammenbruch (15-poliger Stecker, musste demontiert werden).

So, das wars erstmal - die Fotos sind jetzt alle drin (natürlich nur eine Selektion). Ich werde über den Winter auf jeden Fall nochmal weitere Fotos und die Drohnenvideos zu einem Film zusammenschneiden - wenn das fertig ist, poste ich einen YT-Link.
 
Bis denn,
 
Uwe

Tinduck am 15 Sep 2022 22:37:43

So, jetzt ist der Bericht endlich fertig und im Länderforum gelandet.

Viel Spass beim Lesen!

bis denn,

Uwe

Anzeige vom Forum


bstocker am 15 Sep 2022 23:58:08

Fuer deine Tagesetappen brauch ich eine Woche. Trotzdem oder gerade deswegen Danke :ja: fuers Mitnehmen und ein +.

LG Bernd

Trashy am 16 Sep 2022 07:38:48

Das hast du fast unsere Tour 2019 gefahren.
Sehr schön dort.
Am 6. geht unsere Fähre :mrgreen:
Mich würden deine Erfahrungen mit dem Pizzaofen interessieren...

Tinduck am 16 Sep 2022 08:54:49

bstocker hat geschrieben:Fuer deine Tagesetappen brauch ich eine Woche. Trotzdem oder gerade deswegen Danke :ja: fuers Mitnehmen und ein +.

LG Bernd


Ja, war schon manchmal ein bisschen Stress mit der Fahrerei, und wir wären an vielen Orten gern länger geblieben. Aber wenn man nur 3 Wochen hat... danke fürs + :-)

Trashy hat geschrieben:Mich würden deine Erfahrungen mit dem Pizzaofen interessieren...


Funktioniert super. Wichtig ist, dass man ca. 15-20 Minuten vorheizt, damit der Stein richtig heiss wird; dann ist eine Pizza mit frischem Teig in ca. 3-4 Minuten fertig, mit 1 x 180° rotieren (Rückseite nach vorn), weil die Hitzeverteilung im Ofen nicht komplett homogen ist.

Wenn man kein professioneller Pizzabäcker ist, empfiehlt sich Backpapier unterm Teig, macht das Handling einfacher.

Und, ach ja, man braucht natürlich so eine Pizzaschaufel. Wir haben eine mit einem klappbaren Griff gekauft, die passt für den Transport genau in den Ofen, dann weiss man immer, wo sie ist.

bis denn,

Uwe

guenni55 am 16 Sep 2022 09:50:26

Danke für den wundervollen Reisebericht. Für mich gibt es da ***** zu vergeben. Ich weiß wieviel Arbeit dahinter steckt und dann auch noch die norwegischen Buchstaben einfügen.
Allerdings finde ich es, nicht nur bei dir, immer etwas schade wenn die Reiseroute nicht bildlich dargestellt wird. Das wäre dann immer noch besser nachzuvollziehen.

Tinduck am 16 Sep 2022 11:13:33

Muss mich in Google Maps noch was reinarbeiten. Ich bekomme immer Tobsuchtsanfälle, wenn das dumme Ding dann keine Fähren nimmt und man jeden Sch... in 20 Routen aufteilen muss...

Aber ist notiert als Verbesserungsvorschlag fürs nächste Mal.

bis denn,

Uwe

JuergenBerkemeier am 16 Sep 2022 11:26:12

Hallo Uwe,

Tinduck hat geschrieben:Muss mich in Google Maps noch was reinarbeiten. ...


wenn du die Route mit z.B. einem Tracker aufgezeichnet hast und sie als GPX-Datei vorliegt, kannst du sie dir mit meiner Seite --> Link ansehen, und dann auch Screenshots davon machen. OSM erlaubt das meines Wissens nach, Google nicht.

Viele Grüße
Jürgen

volkermuenster am 19 Sep 2022 12:29:58

Moin Uwe,

lieben Dank für diesen bebilderten Bericht. Klasse,
Von mir einen Daumen hoch!

Besonders die Mitternachtssonnenfotos mit den Wolken am Nordkapp fand ich klasse.

Gruß
Volker

rkopka am 21 Sep 2022 13:12:37

Schöner Bericht !
Ich wollte dieses Jahre so eine ähnliche Tour machen und plane sie jetzt für nächstes Jahr (aber 5 Wochen). Die Plätze, die ihr besucht habt, kommen auf jeden Fall mal auf die Liste.
Allerdings will ich früher fahren (ab Mitte Mai) und deswegen andersherum (Nordkapp erst recht spät auf der Tour), weil ich wegen Schnee zu der Zeit Sorge habe.

RK

ClausK65 am 12 Okt 2022 21:09:37

Da kommen Erinnerungen hoch. Wir waren 2021 im September 4 1/2 Woche dort. Wetter war nicht wirklich toll letztes Jahr, aber bei schönem Wetter kann ja jeder.
Vieles habe ich wieder erkannt.
Wir werden die Tour noch mal machen, aber erst wenn wir mehr Zeit haben. Es gibt dort so viel zu sehen.

Danke für den Bericht
Claus

Gast am 12 Okt 2022 21:19:11

Vielen Dank für den Reisebericht, das ein oder andere habe ich mir für unsere Tour im kommenden Jahr "geklaut". :D

Tinduck am 12 Okt 2022 22:18:10

Gern geschehen :) falls du weitere Infos oder Details möchtest, schick einfach ne PN.

bis denn,

Uwe

Gast am 12 Okt 2022 22:53:12

Tinduck hat geschrieben:Gern geschehen :) falls du weitere Infos oder Details möchtest, schick einfach ne PN.

bis denn,

Uwe


Danke, komme bei der weiteren Planung eventuell darauf zurück :top:

TiborF am 31 Okt 2022 13:56:46

Was für ein schöner Reisebericht und hammertolle Fotos :daumen2:

Ihr werdet diese schöne Reise sicherlich immer in Erinnerung behalten.

Tinduck am 31 Okt 2022 14:28:19

Danke, Tibor!

Ja, war schon toll. Mal sehen, ob wir nächstes Jahr noch einen draufsetzen können - die „Norröna“ ist schon gebucht :)

bis denn,

Uwe

Tinduck am 19 Nov 2022 00:35:35

Halli Hallo,

jetzt gibt es auch ein Video zu unserer ‘Expedition’:

--> Link

Viel Spass!

Bis denn,

Uwe

Chippe333 am 19 Nov 2022 08:17:24

Hallo Uwe,
vielen Dank für diesen tollen Reisebericht.
Da kommen die Erinnerungen gleich wieder hoch. Waren 2019 auch am Nordkap.
Danke nochmals und allzeit gute Fahrt.
Gruss Manfred

Rhoencamper am 19 Nov 2022 12:57:08

Danke fürs mitnehmen, super Reisebericht :daumen2:

Rico am 19 Nov 2022 13:42:38

Tinduck hat geschrieben:[b]... machten noch einen Geochache im Wald ...

Interpretiere ich das richtig, du bist Geocacher?
Falls ja, ich plane unsere Ausflüge indem ich eine Dose in der Nähe eines Wunschzieles suche und diese dann in eine Lesezeichenliste einpflege.
Für grössere Touren verwende ich cachetur --> Link
Als Beispiel zwei meiner öffentlichen Listen:
"!_Caches in der Nähe von Stell- oder Campingplätzen" --> Link
"Autobahncaches Schweiz" --> Link

Und vielen Dank für den tollen Bericht, dafür gebe ich gerne ein +

Gast am 19 Nov 2022 14:00:22

Danke, schönen Aufnahmen mit der Drone, was für eine Drone verwendet du?

Tinduck am 21 Nov 2022 07:19:28

Hallo,

ätt Christian: eine DJI Mini 2.

Wir waren am überlegen, eine andere zu kaufen, weil die Mini2 mit der DJI-Software keinen Follow-Modus hat, aber inzwischen gibt es auch Litchi für die Mini2 und so kann sie das jetzt auch.

ätt Rico: ja, wir machen gern mal einen Cache, wenn es sich ergibt, planen aber jetzt nicht unbedingt unsere Touren danach. Eher umgekehrt, wenn wir irgendwo sind, wird kurz in der Geocaching-App geschaut, ob was in der Nähe ist. Danke für die Tipps!

Danke an alle für die Blumen! Ihr könnt ja auf YT mal ein Like dalassen oder den Kanal abonnieren, wenn euch das Video gefällt.

bis denn,

Uwe

Tinduck am 10 Okt 2024 11:45:53

Hier noch die Route als Update. Kann leider die alten Beiträge nicht anpassen/ändern.

Bild

bis denn,

Uwe

rkopka am 10 Okt 2024 12:09:08

Ich bin 2023 bis auf kleine Details exakt die gleiche Route gefahren. Allerdings gibts auch nicht soviel Variationen für Nordkapp und Lofoten :-). Zum Teil auch von eurem Bericht inspiriert :gut: . Ich hatte es für 2022 geplant, aber dann wegen der Spritpreisexplosion verschoben.

RK

peenekajak am 28 Okt 2024 19:01:07

Danke für die Bilder und den Bericht !!

Tolle Bilder und es macht Arbeit . Etwas froh bin ich daß wir diese Strecken schon vor 10 - 15 Jahren absolviert haben, allerdings mit WW und weniger Komfort .

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

August 2024 auf die Lofoten
Autosync Fremtind - wie Rechnung per Mail?
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt