gnarz18 am 22 Jan 2023 16:24:51
 Endlich geht es nach drei Jahren Abstinenz wieder mal im Winter nach Schottland. Die Gründe sind hinlänglich bekannt. Letztes Jahr war die Fähre zwar schon gebucht, aber dann haben die Briten eine Woche vor Weihnachten die Grenze wieder dicht gemacht. So sind wir kurzentschlossen über Weihnachten und Neujahr in die Bretagne gefahren - war auch nicht schlecht. Das Geld für die Fähre haben wir zeitnah zurückbekommen, dem Geld für die mit Vorkasse gebuchten PCR-Test sind wir noch Monate lang hinterhergelaufen, immerhin 270 Pfund für 3 Personen. Im Sommer 2022 waren wir das letzte Mal in Schottland und haben vor allem die Nord- und Ostküste bereist. Und da es uns dort so gut gefallen hat, geht es im Winter wieder dorthin, nur diesmal gegen den Uhrzeigersinn. Ich habe es zeitlich nicht geschafft, über die Sommerreise einen Reisebericht zu schreiben. Deshalb werde ich einfach die Stationen, die im Sommer besonders sehenswert waren, in diesem Reisebericht mit erwähnen. Um möglichst schnell auf die Insel zu kommen, haben wir uns für die Fähre Rotterdam – Hull entschieden. Die Fähre von Amsterdam nach Newcastle wäre uns zwar lieber gewesen, aber da diese um 17:00 Uhr ablegt und Paula bis 14 Uhr Schule hat, ist uns das selbst von Aachen aus zu stressig und zu knapp. Die Fähre von Rotterdam startet um 21 Uhr und der Check-In schließt um 19:30 Uhr, also Zeit genug. Um halb drei starten wir in Aachen und sind gut drei Stunden später in Rotterdam. Das passt perfekt, wir können direkt auf die Fähre fahren und unsere Kabine beziehen. Die Restaurants und Bars haben alle schon offen und wir genießen von der Sky-Bar auf Deck 12 auf den riesigen Hafen von Rotterdam.
 in Rotterdam geht die Sonne unter

Die Sonne verschwindet spektakulär hinter den Wolken und Phoebe, die Sängerin der Sky-Bar, fängt an zu trällern. Wir verschwinden zum Buffet, noch liegt das Schiff ruhig im Hafen und so sind bei Uschi keine bösen Überraschungen bzgl. Wellengang zu erwarten. Das Buffet ist zwar recht reichhaltig, aber so gut wie bei der DFDS oder gar der Norröna ist es dann doch nicht. Unbemerkt legt das Schiff irgendwann ab und wir verbringen den Abend in der Show-Bar bei Live Musik und Spielen. Pünktlich um 6:30 Uhr Ortszeit wird man vom Kapitän geweckt. Der vorher in den Medien groß angekündigte Streik der britischen Zollbeamten entpuppt sich als harmlos und schon kurz nach halb acht sind wir auf der Straße nach York. York ist zwar ein kleiner Umweg, aber meine beiden Ladies wollen unbedingt zum Weihnachtsshopping. Paula hat ihre Liebe zur englischen Teenager-Fiction-Literatur entdeckt und so müssen wir in diversen Buchhandlungen ihre schier endlose Wunschliste abarbeiten. Zudem benötigen wir eine Daten-Sim-Karte, man will ja auch im Urlaub au dem Laufenden bleiben. Wie vor ein paar Jahren schon nutzen wir den P&R Parkplatz Askham Bar im Südwesten von York. Nach einem kurzen Plausch über die Sprechanlage öffnet uns eine nette Dame die Schranke zum speziellen Wohnmobilparkplatz (no overnight parking natürlich) und wir fahren mit dem Bus ins Zentrum von York. York ist immer wieder nett, mit seinen alten Häusern, kleinen Geschäften und natürlich mit der imposanten Kathedrale.
 gemütliche kleine Geschäfte laden zum Shoppen ein


Kurz nach Mittag sind wir wieder beim Auto und fahren weiter über die A1 Richtung Schottland. Unser nächstes Ziel ist North Berwick am südlichen Ufer des Firth of Forth.
 North Berwick
Dort gibt es einen schönen Platz direkt am Meer, wo immer viele Womos stehen. Bis in die Stadt sind es gut 1 Kilometer.
 direkt am Meer, unser Platz für die Nacht in North Berwick
Den Platz haben wir im Sommer gefunden, da von North Berwick die Touristenboote zum Bass Rock ablegen. Wenn man die Ostküste hinauffährt, fällt einem unweigerlich dieser riesige Vulkankegel am Ausgang des Firth of Forth auf. Er beherbergt die weltgrößte Basstölpel Kolonie und da wollten wir immer schon mal hin.
 Bass Rock
In diesem Sommer war wegen der grassierenden Vogelgrippe ein Anlanden auf dem Rock verboten (wie sollte es bei unserem Glück auch anders sein) und so sind buchen wir eine Tour, bei der man erst um eine der kleineren Inseln und dann um den Bass Rock selber herumfahren. Ist trotzdem absolut sehenswert! Unterwegs zum Bass Rock sieht man ein paar Puffins, die entweder gelangweilt auf dem Wasser schwimmen oder panisch das Weite suchen.
 gelangweilte Puffins
 panischer Puffin
Tausende von Basstölpeln brüten auf der Insel und veranstalten eine Menge Geschrei und Guano.



Basstölpel sind ausgesprochen elegante Vögel, mit ihren blauen Augen und mit ihrer auffälligen Zeichnung am Kopf.


 Bass Rock Lighthouse und die Überreste des alten Castle
Leider sieht man auch viele tote Vögel, die die Grippe dahingerafft hat. Der Kapitän meint, gut ein Drittel weniger Vögel wären dieses Jahr auf der Insel. Die Insel ist heute unbewohnt, nur einen Leuchtturm und die Überreste von einem alten Castle zeugen von der ehemals menschlichen Besiedlung. 1671 wurde das Castle zum Alcatraz von Schottland umfunktioniert und 1701 zerstört. Auf dem Rückweg begegnen wir noch einer Schule Delphine, auch eine Premiere für uns. Auf all den Bootstouren, bei denen mit Delphinen geworben wurde, haben wir nie welche zu Gesicht bekommen, aber hier hat es mal funktioniert.

Kurz nach fünf erreichen wir North Berwick, es regnet in Strömen und wir stellen uns neben ein Womo aus GB. Um uns noch ein wenig zu bewegen, laufen wir die gut 1km nach North Berwick und gehen im Pub erst mal etwas Essen und Trinken. Zum Glück ist das Wetter am nächsten Tag besser. Es ist zwar auch deutlich kälter geworden, aber es ist wesentlich angenehmer als der Regen gestern Abend. Wir sind früh unterwegs fahren um Edingburgh herum, über den Firth of Forth und sind um kurz nach 11:00 in St. Monans.
 St. Monans

An der Ostküste gibt es ein paar sehr schöne Fischerdörfer, wie z.B. St. Monans oder Anstruther. Die sind auf jeden Fall einen Besuch wert, leider sind sie im Sommer auch sehr überlaufen. Wir schlendern etwas in dem beschaulichen Ort herum, eine Möglichkeit einen Kaffee zu ergattern finden wir um diese Jahreszeit leider nicht.

 St. Monans Pier
Wir setzten uns was ans Pier und hoffen auf kräftige Wellen, aber trotz des heftigen Windes ist ist das Meer ziemlich ruhig.

Über St. Andrews, dem berühmten Golf-Ort in dem wir dann auch endlich einen Kaffee bekommen, fahren wir weiter über Dundee mit seiner von Theodor Fontane bedichteten Tay Bridge nach Montrose.
 St. Andrews Cathedral
Zum einen müssen wir vor den anstehenden Feiertagen, noch ein etwas Frisches Einkaufen, zum anderen wollen wir zum Scurdie Ness Lighthouse laufen. Nachdem wir uns beim Aldi mit allem Nötigen eingedeckt haben - wobei schon erstaunlich ist, wie viele Produkte einfach nicht vorrätig sind - machen wir uns auf zum Leuchtturm.
 Scurdie Ness Lighthouse
Der Leuchtturm wurde 1870 von David und Thomas Stevenson erbaut und ist 34 Meter hoch.

Der Weg ist mit 1 km nicht allzu lang und nach kurzer Zeit steht man an dem schön gelegenen Leuchtturm.

Da heute Weihnachten ist und einige Familienmitglieder drängeln, doch endlich zum gemütlichen Teil des Tages überzugehen, suchen wir uns zeitig einen Platz zum Schlafen. Die Campingplätze haben zu dieser Jahreszeit meistens geschlossen. Fündig werden wir am Hafen Pub im netten Örtchen Gourdon, der uns auf seinem Parkplatz schlafen lässt und uns sogar noch ein leckeres Abendessen serviert. Der Parkplatz ist jetzt nicht unbedingt ein Traum von Aussichtspunkt, aber da es um 16:00 Uhr sowieso stockdunkel ist, macht das auch nichts.
 Gourdon
Wie die Jahre davor findet uns das Christkind auch auf diesem Pub-Parkplatz und alle sind zufrieden.

Der Christmas Day startet sonnig mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und einem recht frischen Wind. Bei Tageslicht ist dann auch die Aussicht vom Parkplatz so ernüchternd, dass wir uns zügig weiter Richtung Norden auf machen. Die Straßen sind absolut leer und wir kommen gut voran. Unseren ersten Halt machen wir beim Bullers of Buchan, einer wilder Küstenlandschaft.
 Bullers of Buchan


Wir spazieren ein wenig über die schmalen Pfade. Wobei man schon vorsichtig gehen muss, da es zum Teil wirklich steil bergab geht. Die Landschaft ist phänomenal, wobei ein wenig der winterliche Touch fehlt, aber das kommt vielleicht ja noch. Es ist auf jeden Fall ziemlich windig, wenn nicht gar stürmisch, was auf einen Wetterwechsel hindeuten könnte. Die Suche nach einem Kaffee führt uns weiter zum Boddam Lighthouse (manchmal auch Buchan Ness Lighthouse genannt), welches ziemlich fotogen auf einer kleinen Insel liegt.
 Boddam Lighthouse

 immer unter Beobachtung
Aus dem Kaffee wird ein Tee im Wohnmobil und wir fahren weiter zum Rattray Head Lighthouse. Der Leuchtturm, der bei Ebbe über einen Damm zu erreichen ist, wurde 1895 von David und Charles Stevenson gebaut. Bei Ebbe sind am Strand sogar noch ein paar Schiffwracks zu sehen.
 Rattray Head Lighthouse
Wer Schlaglöcher und schlechte holprige Straßen liebt, kommt bei der Zufahrt zu diesem Leuchtturm auf jeden Fall voll auf seine Kosten. Entlohnt wird man allerdings mit einer tollen Dünenlandschaft und einem interessanten Leuchtfeuer.


Wir laufen am Strand entlang und erklimmen die die bis zu 20m hohen Dünen. Auf jeden Fall ist der Turm ziemlich fotogen.

Wir probieren ein wenig mit der Drohne zu fliegen, aber es herrscht ziemlich starker Wind der vom Land auf die See hinaus weht. Die App warnt mich dauernd, dass es Probleme mit dem Rückflug geben könnte - aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Die Tage sind kurz, wir genießen die tiefstehende Sonne und fahren weiter nach Gardenstown. Der Ort liegt gedrängt am Fuße der Steilklippe und die Straße führt ziemlich steil bergab zum Meer hinunter.
 Gardenstown
Hier gibt es einen Stellplatz (10Pfund) allerdings ohne Strom und Entsorgungsmöglichkeit. Man verweist zwar auf das öffentliche WC am Hafen (mit der dringenden Bitte, vom Entsorgen von chemical disposal abzusehen), aber dies hat - wie so oft in diesem Urlaub - geschlossen. In Gardenstown hat leider auch alles andere geschlossen und so wird es ein ruhiger Abend im Wohnmobil.
 weihnachtlich dekorierter Briefkasten in Gardenstown
 am linken Rand befindet sich der SP
Laut wird es erst, als die Flut kommt und das Wasser in ziemlichen Massen über die vor uns befindliche Schutzmauer schwappt. Am nächsten Morgen ist es lausig kalt, die Pfützen sind gefroren und wir machen uns auf zum Nachbarort Crovie.
 Crovie
Direkt von unserem Übernachtungsplatz aus führt ein schmaler Pfad um die Klippen herum nach Crovie.
 Küstenweg nach Crovie
Bei Sturm und Flut wie vorherige Nacht würde ich diesen Weg nicht gehen, davon zeugen die Überreste von Muscheln und Tang. Crovie kennt man von diversen Postkarten, Kalendern usw..



 "Hauptstraße" in Crovie
Der Ort ist einen Besuch wert und man kann sich leicht vorstellen, was für ein hartes Leben die Leute früher hier geführt haben. Heute wirkt das Ganze sehr malerisch und wie aus einer anderen Zeit.Wir laufen einmal durch den Ort, was bei nur einer Straße auch keine größeren Probleme bereitet. Dann fahren die inzwischen gut gestreute Straße zurück auf die B9031, zwar auch nicht direkt eine Autobahn aber immerhin zweispurig. Direkt im nächsten größeren Ort Macduff ergattern wir einen Kaffee und fahren weiter nach Portsoy, einem kleinen Fischerdorf mit einem Hafen aus dem 17. Jahrhundert und Drehort diverser Filme.
 Portsoy


Auch dieser Ort ist einen Besuch wert, wobei die Zufahrt zu all diesen kleinen Orten immer mühsam ist. Gerade wenn die Leute auf der Straße parken, wird es manchmal schon recht eng und ich bin froh das unser Mobil nur 6,30m ist. Machbar ist das natürlich alles. Unser nächstes Ziel ist der Bowfiddle Rock in Portknockie. Für jeden, der gerne fotografiert natürlich ein Traummotiv, besonders wenn das Wetter mitspielt.
 Bowfiddle Rock

 wir sind ein wenig spät, die Sonne trifft nur noch die Spitze
 von oben sieht er nicht so spektakulär aus
Das scheint wirklich zu wechseln, es ist nochmal kälter geworden und der Himmel sieht nach Schnee aus - was will man mehr. Paula möchte auf einen Campingplatz mit einer heißen Dusche, in der man sich eine Stunde lang die Haare waschen kann. Mit offenen Campingplätzen ist es wie gesagt im Winter eher schwierig. Die meisten offenen Campingplätze, die wir im Netz finden, vermieten nur Camping-Pods und haben keinen Platz für Wohnmobile. Fündig werden wir nahe Inverness auf der Black Isle in North Kessock beim Kessock Caravan Park. Dieser kleine Platz liegt mitten im Wald und ist natürlich voll ausgebucht. Wir bekommen den (schönen) Not-Platz im Wendehammer und der Warden bringt uns noch ein Verlängerungskabel, damit wir Strom haben. Wie zu erwarten fängt es dann auch an zu schneien.
 CP in North Kessock
Nachts hat es in höheren Lagen kräftig geschneit, auf Meeres Höhe ist meistens alles noch grün. Trotzdem kippen die Straßenmeistereien ordentlich Salz auf den Asphalt.
 es wird winterlich

So fahren wir durch eine wunderschön verschneite Landschaft zu unserem ersten Tagesziel, den Whaligoe Steps.
 Whaligoe Steps
Diese Sehenswürdigkeit haben wir schon im Sommer versucht zu besuchen, sind aber an einem Suizid-gefährdeten Reh gescheitert.


Die Whaligoe Steps bezeichnen eine steile Treppe, die über 365 Stufen steil zu einem Hafen hinunter zum Meer führt. Im Sommer war nachts ein Reh von den Klippen ins Meer gefallen und hatte sich in eine Höhle an dem kleinen Hafen gerettet. Der Wächter der Steps, zu dem wir später nochmal kommen, hatte daraufhin den Tierschutz alarmiert und die Treppe gesperrt. Die Stufen wurden Mitte des 18. Jahrhunderts in den Fels gehauen, um den kleinen natürlichen Hafen zwischen zwei Felsklippen erreichen zu können. Früher wurde hier vor allem Hering angelandet, im Hafen verarbeitet und dann von den Frauen der Fischer die Stufen hinaufgetragen und per pedes ins 8 Meilen entfernte Wick transportiert.

Wenn man auf dem kleinen Parkplatz bei den Steps parkt, läuft man unwillkürlich dem Hüter der Steps in die Arme. Ein durchaus sympathisches Männchen, welches einem in einer kaum zu bremsenden Ausführlichkeit zahnlos die Geschichte der Whaligoe Steps näher bringt. Wer das ganze schriftlich nachvollziehen möchte, kann natürlich bei dem Geschichtenerzähler für 2,50 Pfund ein kleines Heftchen erwerben. Wir haben es, da Weihnachten ist, geschenkt bekommen. Wir gehen erst auf dem oberen Wanderweg ein wenig die Küste entlang, um von der gegenüberliegenden Klippe einen besseren Blick auf die Steps zu erlangen. Anschließend geht es die 365 Stufen steil hinunter zum Hafen.

Die Stufen sind zum Teil mit Eis bedeckt, was dem Ganzen eine gewisse sportliche Note verleiht. Aber so ist das halt im Winter. Außer ein paar Mauern und einer alten Winsch ist von dem alten Hafen nicht viel übriggeblieben, aber eindrucksvoll ist es schon so am Fuße der Klippen. Da es inzwischen angefangen hat zu regnen, beginnen wir auch rasch wieder mit dem Aufstieg - mit 40kg Fisch auf dem Rücken ist das früher bestimmt kein Spaß gewesen.

In Wick halten wir kurz im Hafen an, tanken dann und fahren weiter zum Castle Sinclair Girnigoe am Noss Head. Die Zufahrt ist etwas mühsam, aber das Castle und das Lighthouse sind auf jeden Fall sehenswert.
 altes Leuchtfeuer in Wick
 Zufahrt zum Noss Head
 Leuchtturm am Noss Head
Zum Castle läuft man nur ein paar Minuten. Es ist kalt und es schneit leicht - recht mystisch das Ganze.
 Castle Sinclair Girnigoe

Wir gehen durch das alte Gemäuer, welches von Historic Scotland betreut wird aber keinen Eintritt kostet. Es ist gerade mal zwei Uhr und man merkt, wie es langsam schon dunkel wird. Die dicken Wolken schlucken das wenige Licht und tun so ihr Übriges dazu. Über die A99 erreichen wir eine gute halbe Stunde später John o’Groats und stellen uns für die Nacht neben die Camping Pods des Seaview Hotels. Wir haben natürlich vorher im Hotel nachgefragt. Im Winter kein Problem, in der Saison wird der Platz aber wohl von den Pod-Bewohnern belegt sein. Im Sommer können wir den Campingplatz im Ort mit Blick auf die Orkney Inseln empfehlen. Es regnet in Strömen, dazu weht ein lausig kalter Wind und wir sind froh, den Abend in der Bar des Hotels verbringen zu können. Das Essen und das Bier sind hervorragend, was will man mehr.
Am nächsten Morgen ist es leicht bewölkt, vom Schnee ist leider Nichts mehr zu sehen. Wir fahren etwas in der Gegend herum.




Wir kommen am Freswick Beach mit dem zugehörigen House vorbei und fahren dann zum Duncansby Head. Es gibt reichlich Parkgelegenheit, auch extra Plätze für Womos. Overnight parking ist auch hier explizit verboten. Vom Parkplatz ist es nicht weit bis zu den impossanten Stacks.
 Parkplatz am Duncansby Head Wenn man so am Klippenrand entlang geht, kommt man irgendwann zu einem kleinen Gatter. Hinter dem Gatter führt ein schmaler Pfad hinunter zu den Klippen. Da wir die Stacks von oben schon öfters gesehen haben, wählen wir diesmal den unteren „Viewpoint“.
 die Stacks von unten

Man sollte schon vorsichtig sein, ein Problem ist der schmale Pfad aber nicht. Unten an den Klippen steppt natürlich der Bär, zumindest bei diesem etwas stürmischen Wetter und man muss höllisch aufpassen, nicht auf den glitschigen Steinen auszurutschen. Die Kulisse von hier unten ist natürlich eine ganz andere als von oben. Wir schrecken ein paar Roben auf, die sich sofort ins rettende Wasser verziehen.


Da die Flut eingesetzt hat und das Wasser steigt, halten wir uns nicht allzu lange am Klippenfuß auf.
 die Stacks von oben
weiter geht's in Teil II
gnarz18 am 22 Jan 2023 16:25:18 Von nun an geht es erst einmal Richtung Westen. Einen kurzen Halt machen wir am Dunnet Beach, um am dort befindlichen CP unsere Toilette zu entsorgen.
 Dunnet Beach
Wir vertreten uns die Beine an dem riesigen Sandstrand, der zu dieser Jahreszeit von recht vielen Hundebesitzern genutzt wird. Man fragt sich nur wo die alle herkommen und wo gehen die im Sommer Gassi, wenn an den Stränden oft Hunde-Verbot herrscht?
Über Castletown fahren wir nach Thurso, wo wir in den wenigen geöffneten Shops tüchtig einkaufen. Wie jeden Abend stellt sich natürlich spätestens um 16 Uhr die Frage nach einem geeigneten Schlafplatz. Wir fahren ein paar Kilometer zurück nach Castletown und stellen uns dort im Hafen auf den Parkplatz des um diese Jahreszeit geschlossenen Heritage Centers.
 unser Platz am Castlehill Heritage Center
Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, laufen wir nach Castletown rein und gehen im einzigen offenen Pub zum Abendessen. Der Pub gehört zum Hotel und ist nicht sonderlich gemütlich. Aber wir werden freundlich bedient, das Essen ist ziemlich gut und reichhaltig – was wollen wir mehr. Auch das fällt uns im Winter wieder auf, die Einheimischen sind noch freundlicher als sonst. Wahrscheinlich freuen sie sich über jedes unbekannte Gesicht und haben mehr Zeit, sich mit den Gästen zu unterhalten. Der nächste Morgen startet zwar mit Regen, aber man sieht schon, dass dieser nicht allzu lange anhalten wird.
 am Strand von Castletown

 der Strand ist voller Flagstone
Hilfreich bei diesen Prognosen ist bei uns immer eine Wetter-App mit Regenradar. Es erstaunt uns immer wieder, wie genau diese Apps zum Teil sind. Bevor wir weiterfahren gehen wir nochmal zum Hafen. Von hier wurde früher das damals gängige Baumaterial Flagstone (also flache Steinplatten) verschifft, das in Castletown abgebaut wurde. Aus diesem Grund wurde Castletown auch Flagstone Village genannt. Das Heritage Center informiert über diese Epoche des Örtchens.
 lassen wir rechts liegen, Zufahrt zum Castle Mey
Wie wir so Richtung Westen fahren, sehen wir auf einmal diese typisch braunen Schilder, die auf eine Sehenswürdigkeit hinweisen. „St. Mary’s Chapel Crosskirk“ prangt auf dem Schild und so biegen wir kurzentschlossen ab. Die Straßen sind zum Teil echt Schexxxe, anders kann man es nicht sagen und wir betrauern den Verlust einer Radkappe, die nun an irgendeiner schottischen Straße liegt. Letztes Jahr haben wir uns zum Glück in gefütterte Gummiwanderstiefel investiert, denn dieser Weg ist wie gemacht für diese Schuhe. Der ganze Weg ist eine einzige Matsche und so stiefeln wir die knapp zwei Kilometer zur Ruine von St. Mary’s.
 auf dem Weg zur St. Mary’s Chapel Crosskirk
Die Landschaft ist toll, in der Ferne sieht man die Orkneys und den Dunnet Head. Vor allem bei diesem Wetter ist das eine grandiose Kulisse. Es ist sonnig aber sehr windig und gewaltige Wellen schlagen gegen die Klippen, da kann man sich fast nicht satt dran sehen.



Die Kapelle selbst ist recht unscheinbar, liegt aber unschlagbar schön an den Klippen. Bedrückend ist nur immer wenn man auf den alten Grabsteinen liest, wie früh die Leute damals gestorben sind und unter welchen Umständen. Wir lassen uns Zeit und genießen die Stille und die Landschaft.
 St. Mary’s Chapel Crosskirk
 Geschichten, die das Leben schreibt
Die Küste ist voll von alten verlassenen Häusern in traumhafter Lage. Was mag die Menschen wohl bewegt haben, ihre Häuser zu verlassen?


Wenn man die Straße von Thurso Richtung Tongue fährt, überquert man irgendwann die Grenze zwischen Sutherland und Caithness. Genau dort befindet sich ein Parkplatz, der jetzt im Winter allerdings durch einen Zaun abgesperrt war. Im Sommer konnten wir aber noch über einen kleinen Trampelpfad zur Puffin Bay hinunter wandern. Wer Papageientaucher liebt und sie ohne großartige Bootstour sehen, möchte ist hier genau richtig. Nach gut einem Kilometer führt der Weg steil bergab zum Meer. Bevor man das Meer erreicht gabelt sich der Weg.
 der Weg zur Puffin Bay

Der abzweigende Weg führt oberhalb der Steilklippe über steile Wiesenhänge zu den Puffins. Der Weg ist extrem schmal und man sollte nicht stolpern oder ausrutschen.
 bloß nicht ausrutschen
Es ist eine riesige Kolonie dieser kleinen Vögel. Hunderte sitzen in der Sonne oder streiten sich untereinander. Immer wieder lustig anzusehen.


Einigen Leuten ist der Weg zu gefährlich und schauen sich die Kolonie lieber von unten an. Unten am Meer, direkt unterhalb der Klippen liegen auch einige tote Vögel, wohl alles Opfer der Vogelgrippe.
 Puffin Bay

 der Weg verläuft direkt oberhalb der Klippe

Jetzt im Winter sind die Felsen natürlich verwaist, erst im April kehren die Papageientaucher zum Brüten in die Bucht zurück. Weil der Weg gesperrt ist und der Zugang zur Puffin Bay bei diesen Wetterverhältnissen sicher nicht ungefährlich ist, fahren wir weiter. Der Wunsch nach einem Mittagskaffee stellt sich ein, aber wir müssen und gedulden und finden erst in Bettyhill ein offenes Café. Das Store Café ist ein echtes Unikat und natürlich lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen. Nach ausgiebiger Pause fahren wir weiter bis zum Wanderparkplatz für den Ben Loyal. Aber der Parkplatz sieht irgendwie nicht besonders einladend aus und es ist auch erst drei Uhr. Also fahren wir wieder zurück Richtung Bettyhill, in der Hoffnung etwas Schöneres zu finden. Wir probieren es bei diversen Pubs und Lodges, aber diese haben alle geschlossen. In dem Weiler Skerray finden wir am Pier einen schönen und ruhigen Platz am Pier.
 Skerray Bay

Der Platz ist super, direkt am Wasser und etwas windgeschützt durch eine alte Ruine (war wohl mal eine Bäckerei wie wir später erfahren). Am nächsten Morgen werden wir durch einen Farmer geweckt, der seinen Schafen Heu bringt. Wir haben schon ein wenig ein schlechtes Gewissen, weil der arme Kerl mit seinem Hänger ziemlich rangieren muss. Ich wage ich mich nach draußen, um ein wenig Spannung aus der Situation zu nehmen. Aber Chris erweist sich als absolut freundlicher Zeitgenosse, ohne jeglichen Stress wegen uns und der Rangiererei. Wo wir denn herkämen? Ob wir Urlaub machen? Wie es uns gefällt? Warum wir uns keinen Moppel von ihm geliehen hätten? Ob wir Wasser bräuchten? (es gibt am Pier einen Trinkwasserhahn, an dem man sich gegen eine kleine Spende bedienen darf) Wir quatschen fast eine halbe Stunde und er erzählt von der ehemaligen Bäckerei, dass seine Schwester den Shop im Dorf führt, dass sein Bruder (der da vorne wohnt, wo auch immer das genau ist) hier sein Fischerboot liegen hat. Dass der Campingplatz in Bettyhill seinem Cousin gehört und der uns natürlich dort auch im Winter einen Platz geben würde wenn wir denn sagen, dass wir von Chris geschickt wurden usw. usw. usw. Toller Platz auf jeden Fall! Auf den Bergen hat es in der Nacht tüchtig geschneit und alles ist leicht gepudert. Die kleine Straße zurück auf die A836 ist natürlich (noch) nicht gestreut und es ist ziemlich glatt. Daher fahren wir ziemlich langsam, wir haben ja so unsere Erfahrungen mit Single-Track-Roads und Glatteis. --> Link
 auf dem Weg nach Tongue



Wir fahren bis nach Tongue und biegen nach links ab zur Ringstraße um den Kyle of Tongue.
 klassisch!




Es kommen uns auf dem ganzen Stück um den Kyle herum nur zwei Autos entgegen und beide Fahrer warnen uns, dass die Straße nicht gestreut sei. Da die Straße aber keine großartigen Steigungen aufweist und eigentlich so direkt am Wasser auch frei von Schnee und Eis ist, bedanken wir uns artig für die freundliche Warnung, wünschen uns einen gute Tag und guten Fahrt und setzen unsere Reise fort.
Von der Straße aus hat man einen phantastischen Blick auf das Ben Loyal Massiv. Wir halten oft an, laufen immer mal wieder ein paar Meter und genießen die Landschaft.
 von oben noch eindrucksvoller


Nach gut einer Stunde ohne besondere Vorkommnisse überqueren wir wieder die A836 und fahren nach Talmine. Dort gibt es am Ende der Straße einen verlassenen Weiler mit Naturhafen. In Talmine selbst gibt es einen kleinen Campingplatz, der jetzt im Winter natürlich geschlossen hat. Wir halten trotzdem in der schönen kleinen Bucht vor dem CP an und gehen am Strand spazieren.
 Talmine Bay


Danach geht’s weiter bis zum Ende der Straße. Der kleine Hafen nennt sich Port Vasco ist schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Am Strand steht noch eine alte rostige Winsch und ein paar verfallene Häuser zeugen von besseren Zeiten. Von hier geht ein schöner kurzer Küstenwanderweg bis nach Talmine.
 Port Vasco

Leider hat es in der Zwischenzeit begonnen zu regnen und das Rumlaufen macht nicht wirklich Spaß. Nach einer guten Stunde fahren wir zurück auf die Hauptstraße und freuen uns auf den Camping Platz in Durness.
 auf dem Weg nach Durness
Auf dem Weg dorthin halten beim Moine House, einem einsam gelegenen Bauwerk mitten auf einer Hochfläche. Als wir auf den kleinen geschützten Parkplatz fahren, machen sich drei Kastenwagen gerade auf den Weg, die haben wohl die Nacht hier verbracht.

Moine House ist jetzt nicht gerade ein Herrenhaus, sondern vielmehr ein kleines Wohnhaus mit gerade mal zwei Zimmern. Aber was für eine Aussicht!



Hier auf dem Parkplatz machen wir uns einen kleinen Mittagssnack und bauen einen Schneemann.

Nach getaner Arbeit fahren wir weiter auf der A838 und halten kurz oberhalb der Ard Neackie Lime Kilns. Ard Neackie ist eine kleine schroffe Halbinsel, die in das Loch Eriboll hineinragt und auf der es noch alte Kalköfen gibt.


Wir machen eine kurze Fotopause und fahren weiter um das Loch Eriboll herum bis nach Durness.

Auf dieser Straße herrscht schon ein wenig mehr Verkehr, aber mehr als eine Handvoll Autos kommen uns auch hier nicht entgegen. Das Wetter wir zunehmend schlechter, es ist stürmisch und ab und zu kommen kräftige Schneeschauer vom Himmel.
Als wir ankommen, hat zu unserer großen Verwunderung der Campingplatz in Durness seine Zufahrt abgesperrt. Außerhalb der Saison durfte man sich die Jahre davor immer kostenlos auf den Platz stellen, keine Facilities, aber Strom, Waser und Entsorge für 5 Pfund. Wir treffen per Zufall den Chef und fragen nach. Er ist sehr betrübt, dass er dieses Jahr den Platz über den Winter sperren muss. Aber er führt wichtige Sanierungsarbeiten durch und da geht das halt nicht anders. Nächstes Jahr würde man sich aber wieder auf den Platz stellen können. Außer uns kreisen noch gut 6 andere Wohnmobile hier in Durness auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Fündig werden wir beim neu angelegten Parkplatz oberhalb der Smoo Cave, ein Parkautomat verlangt allerdings 10 Pfund für 12h. (Als Alternative bietet sich der ebenfalls relativ neue Stellplatz zwischen Balnakeil Village und Balnakeil Beach an, kostet aber mit Strom und sonst nix 20 Pfund.)
 Durness - immer wieder schön




Da Freitag ist, haben wir auf den schon oft besuchten Pub am Campingplatz gehofft. Aber dann stehen wir staunend bis entsetzt vor dem Eingang: der Pub hat geschlossen und steht zum Verkauf! So fahren wir abends noch ins Smoo Cave Hotel, dort gibt es dann doch was zu Essen und zu Trinken für uns. In der Nacht ist es sehr stürmisch und wir stellen uns mehrmals um, damit wir mit der Schnauze im Wind stehen. Irgendwann wird es merklich ruhiger und es fängt kräftig an zu schneien.


Am nächsten Morgen werden wir geweckt vom Streufahrzeug und den anderen Womo-Besitzern, die alle kräftig dabei sind ihr Fahrzeug abzuledern. Schon ein recht merkwürdiges Verhalten … ich verstehe ja, wenn man den Schnee vom Dach holt, aber sein Womo abzuledern?! Meiner Meinung nach vergebene Liebesmüh, nach den ersten 10 Metern auf der Straße ist das Womo eh wieder eingesaut.
 der Strand im Schnee

Wir rollen als Erste vom Platz und fahren nach Balnakeil. Die Straßen sind zwar nur mäßig geräumt, aber ein richtiges Problem gibt es nicht.

Der Strand und die Kapelle sehen bei Schnee ziemlich beeindruckend aus.





Wir machen ein paar Fotos und fahren weiter am Kyle of Durness vorbei bis nach Scourie. In der Höhe von Kinlochbervie werden die Straßenverhältnisse dann auch wieder besser und wir kommen gut voran.

 Loch Inchard
 es schneit weiter
In Scourie haben wir eigentlich auf eine Mittagspause mit Kaffee spekuliert, aber es hat leider alles geschlossen.





In den Bergen vom Assynt hat es ebenfalls kräftig geschneit und wir halten oft an, um ein paar Fotos zu machen und ein wenig in der Gegend rumzulaufen. Auf den Abstecher der NC500 über Drumbeg nach Achmelvich verzichten wir diesmal, die Straße ist nicht geräumt und mit ihren 25% im Winter vielleicht nicht unbedingt Womo-tauglich. Am Loch Assynt nehmen wir den kleinen Damm rüber zum Ardvreck Castle.


 Zeitvertreib zwischen den Fotoshootings :D
 diese Bäume dürfen in keinem Urlaub fehlen





Vom Castle sind leider nicht mehr als ein paar Mauern übrig, also an sich nicht besonders spektakulär - aber die Kulisse ist es dafür umso mehr. Es ist schon spät und wir müssen es noch bis nach Altandhu (Summer Isles) auf den CP schaffen. Den haben wir am Vortag telefonisch reserviert, wir wollten nicht wieder vor verschlossenen Türen stehen. Der Am Fuaran Pub oberhalb des CP hat leider keinen freien Tisch mehr für uns. Aber das wundert uns auch nicht wirklich, ist die Anzahl der Tische dort eher gering und einen Tag vor Silvester dort noch eine Reservierung zu bekommen war eh‘ unwahrscheinlich. Sie bieten aber für die CP Besucher Take Away an. Der Weg zieht sich, was aber wohl daran liegt, dass wir andauernd anhalten.



Wir kommen in Stockdunkeln erst um kurz vor 6Uhr auf dem Campingplatz an. Paula verschwindet sofort in die Duschen (die durchaus Potential für 1 Stunde Haarwäsche haben), während meine GG mit mir den Pub checkt. Aber wie angekündigt gibt es keinen Platz mehr für uns und so ordern wir für später am Abend einfach Take Away. Das Take Away wird dem Können der Köche für den Restaurantbetrieb leider gar nicht gerecht und bleibt eine Notlösung für die eher faulen Womo-Köche/innen. Nach dem Essen gehen wir allerdings nochmal in den Pub und finden am Billardtisch noch einen kleinen freien Tisch.
Weiter geht's in Teil III
gnarz18 am 22 Jan 2023 16:26:01 Am nächsten Morgen schlafen wir ein wenig länger und fahren dann zurück auf die A835 bis nach Ullapool.
 erster Fotostopp im neuen Jahr
 auf dem Weg nach Ullapool






 Ullapool
In Ullapool hat natürlich an Neujahr sehr zum Leidwesen meiner Ladies alles geschlossen und so tanken wir an der SB-Tankstelle nur schnell voll. Hier wird die Promenade neugestaltet und die ganze Straße am Wasser entlang ist eine einzige Baustelle. Wir sind mal gespannt, ob sie bis zum Sommer fertig werden und wie das Ganze dann aussieht.
Hinter Ullapool biegen wir dann rechts ab in Richtung Gairloch und je höher man kommt desto winterlicher wird es wieder. Wir fahren durch ein Winter Wonderland. Wir sehen eine Menge Rotwild, das versucht unter der Schneedecke etwas Essbares zu finden.
 durch die Ullapool Hills





 halbe Strecke geschafft, es wird aber noch eine lange Fahrt



In Gairloch hat dann tatsächlich das Mountain Coffee mit angeschlossenem Hillbillies Bookstore geöffnet und so kommen wir zu unserem ersten Café Besuch in diesem Jahr. Da es schon wieder spät ist bzw. es bald dunkel wird, müssen wir uns auch wieder um einen Schlafplatz kümmern. Wir versuchen unser Glück in Badachro, einem kleinen Dorf mit Hafen und einem Inn. Die Temperaturen haben mächtig angezogen und auf der Nebenstraße nach Badachro ist es spiegelglatt. Wir sind froh, als wir gut am Pier des kleinen Ortes stehen. Der Pub-Besitzer meint, dass Übernachten dort vollkommen ok wäre und dass es heute am Neujahrsabend Live-Musik statt Essen geben würde. Wir nehmen eine kleine Mahlzeit im Wohnmobil ein und gehen dann wieder auf dem rutschigen Weg zum Pub. Der Pub-Besitzer hat aufgrund des Eises in der Zwischenzeit seinen Parkplatz abgesperrt, was einen Volvo-Fahrer nicht abhält es trotzdem zu versuchen. Als die Beifahrerin versucht den Verkehrskegel wegzuräumen, rutscht sie aus und legt sich im wahrsten Sinne des Wortes kräftig auf die Nase. Sofort ist die Frau blutüberströmt. Wir helfen so gut es, aber der Abend ist für die Familie wohl gelaufen und der Mann fährt seine Frau schließlich ins Krankenhaus. Der Pub ist brechend voll und die Live-Musik leider nur mäßig gut, aber lustig ist es trotzdem. Am nächsten Morgen fahren wir die Straße bis zum Ende und entdecken einen tollen Strand. Gegenüber liegt die Insel Skye mit ihren Schneebedeckten Bergen.


Das morgendliche Licht bietet einen tollen Kontrast, das blaue Meer mit den weißen Bergen. Wir sehen uns solange satt bis das Licht wechselt und der Zauber vorbei ist. Dann fahren wir die 12 Meilen zurück zur Hauptstraße und entsorgen erst mal unsere Toilette in Gairloch. Im Hafen von Gairloch gibt es eine kostenlose Entsorgungsmöglichkeit und man kann Trinkwasser tanken, eine kleine Spende ist erwünscht. Es geht vorbei am Loch Maree bis zu den Victoria Falls. Die haben ihren Namen erhalten, weil Queen Victoria auch schon reisefreudig war und hier schon einmal zu Besuch war. Die schottische Variante kann mit dem Original nicht wirklich mithalten, aber es ist trotzdem ein netter Zwischenstopp und eine gute Gelegenheit sich die Beine zu vertreten. Der kurze Wanderweg vom Parkplatz zu den Falls ist sogar Rollstuhl gerecht angelegt.




Weiter geht’s durch das tiefverschneite Torridon bis zum gleichnamigen Ort. Das Café bei der Community Hall Tee hat geöffnet und wir nehmen dort ausgesprochen leckere Sandwiches zu uns.




 neue Arbeitsplätze am Loch Kishorn
Das Wetter hat sich leider ganz zugezogen und so geht es bei leichtem Schneeregen über Shieldaig, Loch Carron und Dornie, vorbei am Eilean Donan Castle bis ins Glenshiel.
 wo bin ich :nixweiss:

Im Glenshiel stellen wir uns abseits mit einem anderen Wohnmobil auf einen abgelegen Parkplatz. Vorher gehen wir allerdings noch im einsamen Cluanie Inn Essen. Das Essen ist nur mäßig gut und dazu auch noch fast schon unverschämt teuer. Eine unserer Quellen gibt an, dass der Cluanie Inn Womo-freundlich sei und auf Rückfrage auch Übernachtung auf dem Parkplatz erlaubt. Dem war leider nicht so, der Rezeptionist war sogar eher empört, dass wir überhaupt fragen. Alles in allem also enttäuschend und eher eine Touristenfalle. Absolut nicht zu empfehlen, aber sowas weiß man ja immer erst nachher. Am nächsten Morgen fahren wir bei kräftigem Regen nach Fort William. Von den Bergen ist Nichts mehr zu sehen, so tief hängen die Wolken.

In Fort William haben die meisten Geschäfte geschlossen und die wenig offenen, vor allem die in denen es Bücher gibt, besuchen wir natürlich. Es regnet ununterbrochen und so ist unsere Shopping-Tour nur von kurzer Dauer. Wir fahren weiter, vorbei am Stalker Castle bis nach Oban. Hier ist schon deutlich mehr los als in Fort William und so steigen wir natürlich aus. Es fängt bereits an zu dämmern als wir Oban wieder verlassen. Trotzdem machen wir einen Halt beim Kilchurn Castle, welches mystisch aus dem nun herrschenden Nebel erscheint.
 Kilchurn Castle

 mystisch

Als wir Inveraray erreichen ist es schon stockdunkel. Der Ort sieht gemütlich aus und im Stellplatzführer steht, dass das Übernachten auf dem öffentlichen Parkplatz zwar offiziell verboten ist, aber für eine Nacht vom Tourist Board toleriert wird. Uns waren alle Parkplätze zu schief, zu hell oder beides. Schweren Herzens fahren wir weiter und nach langer Suche landen wir auf einem Wanderparkplatz in der Nähe von Dunoon. So richtig toll ist der Platz nicht, er liegt zwar etwas abseits der Straße im Wald, ist aber trotzdem recht laut.


Das erste Ziel am neuen Tag ist die kleine Hafenstadt Dunoon. Die Stadt wirkt ziemlich runtergekommen und wir laufen auch nur einmal die Hauptstraße rauf und runter. Viel zu sehen gibt es nicht, lobend erwähnen müssen wir aber den tollen liebevoll eingerichteten Buchladen.
 altes Pier in Dunoon
Wir besorgen uns einen Kaffee und fahren weiter zum Carrick Castle. Das Castle ist jetzt auch nicht so beeindruckend, liegt aber recht fotogen am Loch Goil.
 Carrick Castle

Leider regnet es immer noch leicht und so fahren wir auch zeitnah weiter am Loch Lomond vorbei bis nach Falkirk. Wir halten kurz bei den Kelpies.

Für die Nacht stellen wir uns beim Pub Canalside MBK auf den Parkplatz. Die Nacht war trotz der nahen Straße recht ruhig und wir besuchen am nächsten Morgen Linlithgow. Der Palast ist wie viele Sehenswürdigkeiten im Moment geschlossen. Es ist uns schon im Sommer aufgefallen, dass viele Bauwerke, die von Historic Scotland betreut werden, wegen Renovierung oder Prüfung der Sicherheit geschlossen sind. Weiter geht es also zum Blackness Castle, Drehort diverser Filme und Serien. Ein wirklich schönes Castle in einer tollen Lage.
 Blackness Castle

 Ausblick auf das Brücken-Trio
Wir schlendern etwas in dem alten Gemäuer herum, machen ein paar Fotos und fahren zum Mittagessen nach South Queensferry unterhalb der Forth Bridge. Netter kleiner Ort, mit hübschen Häusern und dominiert von der eindrucksvollen Stahlkonstruktion der Forth Bridge.
 Forth Bridge


Eigentlich wollten Uschi und ich nun direkt nach Edinburgh zum Mortonhall CP, aber Paula hat andere Pläne. Dank dem unlimited Datenvolumen und guter Internet Verbindung hat sie auf der ganzen Reise immer den nächsten Buchladen im Blick gehabt und ihre Must-Have-Liste mit dem jeweiligen Bestand abgeglichen. Da sie nicht nur einfach Bücher sondern Sondereditionen, signierte Bücher oder Bücher mit einer bestimmten Größe (damit sie im Bücherregal auch zu den anderen passen) sucht, kennen wir nun eigentlich jeden Buchladen nördlich von Edinburgh. Die nächste Fundgrube ist also am Ocean Terminal in Edinburgh und da müssen wir nun unbedingt noch hin. So wühlen wir uns durch fetten Verkehr bis zum Ocean Terminal Einkaufscenter, die gewünschten Bücher gibt es allerdings dann doch nicht. Ich weiß jetzt auch wieder, warum ich P&R mag. Nun geht es quer durch Edinburgh am Holyrood Park vorbei, durch diverse Wohngebiete mit sehr unangenehmen Ramps bis zum Mortonhall Campsite. Am vorletzten Tag der Reise steht Edinburgh auf dem Programm, wir kaufen uns für 4,50 Pfund pro Person ein Tagesticket und fahren mit dem Bus in die Stadt. Unser erstes Ziel in Edinburgh ist das Dean Village, ein ehemaliges Dorf nordwestlich vom Stadtzentrum.
 nicht zu verfehlen
 Dean Village

Es liegt am Leith Water, einem kleinen Fluss, der früher einmal elf Getreidemühlen in dem kleinen Ort angetrieben hat. Wir laufen den kurzen Wanderweg am Leith vorbei, sind aber ein wenig enttäuscht. Wir hatten uns das Ganze etwas größer vorgestellt hatten. Mit dem Bus fahren wir weiter zur Circus Lane, die eine der zauberhaftesten Straßen von Edinburgh sein soll. Und in der Tat, so eine Straße hätte man so hier nicht vermutet. Wobei es im Sommer, wenn alles blüht, bestimmt noch besser aussieht.
 Circus Lane

Genug der Sehenswürdigkeiten, Paula möchte Shoppen und so machen wir uns auf den Weg zurück zur Princess Street.
 am Wegesrand


Ein kleiner, von unserer Tochter wohl gewählter Umweg führt uns zum Blenheim Place. Dort findet sie zwar auch nicht alle Bücher, aber den Buchladen ihrer Träume: wohlsortiert mit in Glasvitrinen signierten Erstauflagen, kleine Räume mit Regalen bis zur Decke, die man mit Schiebeleitern wie in alten Bibliotheken erkunden kann. Wir verweilen eine geraume Zeit und gehen dann schwer bepackt weiter. Nach dem Schlendern durch die Geschäfte entscheiden wir uns noch zum schottischen Parlament zu fahren. Im Bus stellt Paula unauffällig fest, dass der Bus ja auch bis zum Ocean Terminal fährt. Kurzentschlossen trenne sich also unsere Wege. Paula fährt nochmal in die Buchhandlung am Ocean Terminal, meine GG und ich steigen beim Parlament aus.
 schottisches Parlament
Dort ist es zum Fotografieren aber leider schon zu dunkel und so kehren wir erstmal in einem netten Pub ein. Gut gestärkt entscheiden wir noch auf den Carlton Hill zu gehen. Von dem aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt.
 Blick vom Carlton Hill
Eine glückliche Paula treffen wir dann am Grass Market wieder, wo wir bei einem Italiener mäßig gut essen.
 Grassmarket
Nach dem Essen geht es dann auch auf direktem Weg zurück zum CP. So ein Tag in der Stadt ist schon recht anstrengend und wir sind alle froh, wieder beim Womo zu sein. Am nächsten Tag steht eigentlich nur die Rückreise nach Hull auf dem Programm. Bevor wir uns aber auf die Autobahn schwingen, besichtigen den Colinton Tunnel. Ein alter Eisenbahntunnel, der heute als Fußgängertunnel genutzt wird und in dem sich diverse Künstler, Schulklassen und andere Institutionen verewigt haben. Der Tunnel ist eine einzige Kunstinstallation, die das folgende Gedicht interpretiert.
[...] Faster than fairies, faster than witches, Bridges and houses, hedges and ditches, Charging along like troops in a battle All through the meadows the horses and cattle: All of the sights of the hill and the plain Fly as thick as driving rain; And ever again, in the wink of an eye Painted stations whistle by. Here is a child who clambers and scrambles, All by himself and gathering brambles; Here is a tramp who stands and gazes; And here is the green for stringing the daisies! Here is a cart run away in the road Lumping along with man and load; And here is a mill, and there is a river: Each a glimpse and gone forever! [...]
 Colinton Tunnel





Gut gemacht und auf jeden Fall einen Besuch wert. Um kurz vor elf überqueren wir die Grenze nach England und sind um kurz vor vier in Hull. Wir fahren noch kurz zum Paull Lighthouse, welches direkt am Humber liegt und checken danach pünktlich um halb fünf ein.
 Paull Lighthouse
 unsere Fähre wartet schon
Um halb neun sind wir bei strahlendem Sonnenschein am nächsten Morgen wieder in Rotterdam. Direkt nach dem Losfahren geht dann die Motorkontrollleuchte an, was natürlich für den Rest der Fahrt für eine gewisse Nervosität sorgt. Aber das Auto verhält sich ganz normal, also was soll’s. Gegen Mittag sind wir dann auch wieder in Aachen. Fazit: Für Fans ist Schottland im Winter ein echtes Muss!
Lancelot am 22 Jan 2023 17:02:09 TOLL :!: Sagenhaft guter Bericht über ein wunderschönes Reiseziel zu einer ungewöhnlichen Zeit :) Mega schön :gut:
... und Deine Bilder gehören zu den besten hier im Forum :ja:
:dankeschoen:
HUGOSTRATZ am 22 Jan 2023 19:14:43 Wahnsinnig tolle Bilder und klasse Reisebericht!!!
Ich schließe mich Lancelot vollinhaltlich an!
G.H.
Stefan-Claudia am 22 Jan 2023 19:55:26 Lancelot hat geschrieben:TOLL :!: Sagenhaft guter Bericht über ein wunderschönes Reiseziel zu einer ungewöhnlichen Zeit :) Mega schön :gut:
... und Deine Bilder gehören zu den besten hier im Forum :ja:
:dankeschoen:
Dem ist nichts hinzuzufügen, wieder einmal ein 5 Sterne-Beitrag mit Fotos die einen neidisch machen... :ja: Einige Orte habe ich wiedererkannt, es war damals nur etwas wärmer. ;D Vielen vielen Dank für die Mühe!
peter1130 am 22 Jan 2023 20:09:26 Schottland im Winter ist wirklich schön.
Die Bilder machen echt Lust darauf.
macagi am 22 Jan 2023 20:39:05 Sehr schöne Bilder, wunderbar. Danke.
peter1956 am 22 Jan 2023 21:03:18 Toller Bericht, tolle Bilder Vielen Dank, dass ihr uns auf diese Weise mitgenommen habt.
Peter
Tipsel am 22 Jan 2023 21:09:45 Traumhaft schön, das Land, die Bilder, der Urlaub....
Und der kleine verfressene Puffin hats Maul ganz schön voll genommen, also den Schnabel :lol:
:daumen2:
bk999 am 22 Jan 2023 21:30:19 Wunder ... wunderschön. Selten so stimmungsvolle Bilder gesehen. Danke! Gruß Burkhard
flairisti am 23 Jan 2023 01:10:29 Absolut toller Bericht der bei uns Erinnerungen an unsere Tour im "Sommer" 2002 hervorgerufen hat . Und erst die Fotos.. :daumen2: :dankeschoen: und ein DICKES + Hartmut
rkopka am 23 Jan 2023 15:36:35 Interessant wie immer ! Auch wenn so eine "Eispartie" nicht unbedingt etwas für mich wäre. Einiges davon kannte ich schon, aber ich hab mir viele Notizen gemacht für den nächsten Urlaub.
RK
rudi-m am 23 Jan 2023 15:56:29 Vielen Dank, für die Vorstellung der Reise : „Ein sehr guter Reisebericht mit sagenhaften Bilder“.
Freundliche Grüße
womoquest am 23 Jan 2023 16:36:44 Haben doch einiges wieder erkannt, aber so tolle +++++Bilder+++++ Phantastisch, vielen Dank für die Mitnahme auf Eurer Reise
maranot575 am 24 Jan 2023 10:09:21 Hallo gnaz 18, ein Superbericht. Viel wieder erkannt - aber halt nicht im Winter. Warst Du hauptsächlich auf Stellplätzen oder freistehend, denn CP sind sicher fast keine offen. Gruss Heinz
CKgroupie am 24 Jan 2023 16:29:36 Wunderschöner Bericht. Ich war gerade erst im Oktober in Schottland und könnte doch gleich wieder fahren. So tolle Bilder hast Du gemacht! Ganz toll.
dietmardd am 24 Jan 2023 23:12:31 Sehr schöner Bericht. Wir waren auch dort und die Bilder kommen uns deshalb vertraut vor. Schottland ist ein sehr schönes Land.
Allerdings hatten wir auch einige Probleme:
1. Es gibt fast keine Gaststätten außer in Edinburgh, fast nur sogenannte Take aways. In diesen gibt es keine Tische. Das Essen wurde nur in Einwegverpackungen verkauft. Es gab nur einige wenige pakistanische Restaurants. Positive Ausnahme: Es gab relativ viele Kantinen mit köstlichen in Teig gebackenen Cod = Dorsch = Kabeljau, allerdings nur Verkauf über die Straße, also meist auch nur ohne Tische und Sitzgelegenheiten.
2. In kleineren Orten und Kleinstädten gibt es nahezu keine Lebensmittelgeschäfte oder Kaufhallen mehr, keine Bäckereien und keine Metzger.. Keine Ahnung, was die Leute dort essen. Wenn Lebensmittelgeschäfte, dann gab es in diesen ausschließlich Gefriertruhen. Man sollte sich nur mit etwas Vorräten abseits von Großstädten bewegen. In manchen Orten gab es wenigstens kleine polnische Geschäfte für die vielen polnischen Gastarbeiter. Es gibt einige Kneipen, aber nur ohne etwas zu essen. Man kann sich in diesen recht gut mit den freundlichen Einheimischen und Gastarbeitern unterhalten.
3. In D ist es ein großes Ereignis, wenn mal ein Geisterfahrer auf der Autobahn entgegen kommt. In Großbritannien und damit auch in Schottland gibt es nur Geisterfahrer. :mrgreen: Aber ansonsten sind die Menschen freundlich, auch recht diszipliniert beim Fahren, wenn man von der falschen Fahrtrichtung mal absieht. Unklar ist oft die Vorfahrtsfrage, da es in GB und in Irland kein rechts vor links oder ähnliches gibt und auch nur selten Hauptstraßen. Wir haben Einheimische gefragt, aber die zuckten nur mit den Schultern. Man müsse sich eben betreffs Vorfahrt einigen.
4. Ein großes Ärgernis für uns war, dass schottische Pfund, die wir aus Geldautomaten gezogen hatten, ausschließlich in Schottland galten und auch in Schottland nicht überall angenommen wurden. Nirgends in Schottland, in England oder in D werden schottische Pfund in EUROS zurück getauscht. Herausgeber der schottischen Pfund ist die Bank of Scotland aber selbst diese nimmt ihre eigenen Banknoten nicht an. Also nicht zu viel Geld tauschen und zuerst die schottischen Pfund ausgeben, denn die auch kursierenden englischen Pfund gelten in ganz GB und werden auch in EURO zurück getauscht. Jetzt haben wir noch einige Hundert schottische Pfund, mit denen wir nichts anfangen kann. Es gibt in Großbritannien noch ein weiteres fiskalisches Ärgernis. Die Pfundnoten gelten nur wenige Jahre. In der Presse wird immer bekannt gegeben, welche Erscheinungsjahre wann ungültig werden. Es kann passieren, dass Geldautomaten oder in Geschäften Pfundnoten an Touristen heraus gegeben bzw. gewechselt werden, die schon verfallen sind und wenn man mit diesen dann arglos bezahlen will, dann werden diese Pfundnoten nicht angenommen. In D dagegen kann man noch immer D-Mark in EURO tauschen.
5. Das britische Recht unterscheidet sich gravierend vom Recht in Kontinentaleuropa. Ausländer sind praktisch rechtlos, z.B. bei Unfällen. Die Polizei fühlt sich nur bei Drogen oder schweren Gewalttaten zuständig, nicht z.B. bei Unfällen. Wir würden nie wieder mit eigenem Fahrzeug in GB fahren. Lieber ein Auto oder Womo vor Ort mieten.
Wenn man diese 5 Punkte hinreichend beachtet, kann man in Schottland Wunderbares erleben. Ach ja, Regenschirm und Regenkleidung nicht vergessen. Wie in Irland regnet es leider in der Trockenzeit (Sommer) immer noch mehr als die Sonne scheint. In Herbst und Winter regnet es noch viel mehr.
dietmardd am 24 Jan 2023 23:35:43 Schotten sind wie Engländer engagierte Gärtner. Wir sahen viel mehr Gartenmärkte als Lebensmittelgeschäfte. Wir haben uns in Gartenmärkten umgesehen. Vielleicht findet man etwas Brauchbares für den eigenen Garten daheim. Angesichts der fast täglichen Regenschauer in der Trockenzeit war es für mich amüsant, dass Bewässerungs- und Beregnungsanlagen so hoch im Kurs stehen. Die schottischen Gärten waren meist picobello gepflegt oder es waren Schottergärten. Die Bewohner dieser recht häufigen Grundstücke sind der Arbeit in den größeren Städten nachgezogen und können deshalb ihre Gärten zu Hause nicht pflegen und die Nachbarn vermieten diese Häuser bzw. deren meist winzigen Wohnungen im Auftrag der Besitzer stark überteuert an ahnungslose Touristen.
Wie in England gibt es auch in Schottland mehrere Trusts zur Bewahrung und Vermarktung von Burgen, Schlössern und größeren Gartenanlagen, da deren ursprüngliche Besitzer diese nicht mehr geldmäßig unterhalten können. Wer längere Zeit in Schottland urlauben will und Interesse daran hat, kann sich ein Jahresabo für einen der größeren Trusts kaufen. Das lohnt sich ab ca. 3 Wochen. Da es aber mehrere Trusts gibt, kann es passieren, dass der freie Eintritt im gerade zu besuchenden Burg, Schloss oder Garten nicht gilt, da es freien Eintritt nur in den Sehenswürdigkeiten gibt, die zum gekauften Trust gehören. Ob diese auch im Winterhalbjahr geöffnet sind, ist mir nicht bekannt.
Zum Wetter:
Im Winterhalbjahr regnet es deutlich mehr als im Sommerhalbjahr. Allerdings ist Schnee kaum ein Hindernis, da dieser praktisch nur in Teilen des Highlands und auf höheren Bergen liegen bleibt. Man braucht also keine Schneeketten, obwohl Schottland viel nördlicher als D liegt. Der Golfstrom wärmt eben ein bißchen.
input am 24 Jan 2023 23:47:57 Was für herrliche Bilder .... eh von der Natur her ... und natürlich möchte ich nicht wissen mit welch einer genialen Kamera die Bilder gemacht wurden. R E S P E K T :juggle:
Gruß Ralf
zirbl am 01 Feb 2023 19:27:46 Ich bin begeistert, fantastische Bilder, was für eine traumhafte Kulisse die ihr da vorgefunden habt. Vielen Dank, für's Teilhaben-Lassen! LG Richard "Zirbl"
Aretousa am 03 Feb 2023 00:41:19 Ich habe diesen, wie von dir gewohnt, supertollen Bericht jetzt erst entdeckt und dann ganz schnell aber ausgiebig gelesen und natürlich die wundervollen Bilder bestaunt. Vielen, vielen Dank. Ich kann nur noch sagen, dass ich mich auf eure nächste Reise freue. Und wenn es dann wärmer ist, fängt Paula bestimmt auch wieder Krebse :wink:
vx2200 am 03 Feb 2023 01:00:43 Das dürfte mit Abstand der schönste Reisebericht in diesem Forum sein.
Danke für die Tollen Eindrücke welche Erinnerungen an unsere eigenen Schottlandreisen wecken.
Momoblog am 04 Feb 2023 16:05:49 Wow, die Bilder und dein Bericht machen uns wieder den Mund wässrig. Schottland im Winter hat einfach was magisches! Vielen Dank für den Bericht.
Hattet ihr öfter Not mit der Ver- und Entsorgung oder ließ sich das dann am Ende doch immer noch gut regeln?
Liebe Grüße Micha
gnarz18 am 05 Feb 2023 19:08:49 Vielen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen. Wie ihr gemerkt habt, ist Schottland für uns natürlich immer eine Reise wert, besonders aber im Winter. Meistens haben wir frei gestanden, da die meisten CPs von Oktober bis Ostern geschlossen sind. Die offenen CPs haben wir entweder durch Zufall oder über’s Internet gefunden. Außerhalb der Saison ist frühzeitiges Buchen aber ratsam. Das Ver- und Entsorgen ist natürlich nicht ganz so einfach. Der ein oder andere CP hat seine Entsorgung offen oder manche Häfen ( Marinas ) bieten gegen Spende die Möglichkeit zur VE. Wir haben aber auch oft in öffentlichen Toiletten entsorgt, das geht natürlich nur ohne Chemie. Das steht auch an den Toiletten so ausdrücklich angeschlagen. Die Kamera ist eine in die Jahre gekommene EOS 6d II. Ist aber alles in Allem eine zuverlässige Kamera, die auch schon mal Salzwasser und Sand abbekommen hat. AT Lena: Bei Paula hat es sich mit ihren nun 17 Jahren leider ausgekrebst. :) Dafür geht sie aber immer noch egal zu was für einer Jahreszeit bei Wind und Wetter baden. Besonders jetzt bei Schnee hat das Baden ihr ziemlich Spaß gemacht. Und im Sommer geht es dann zum ersten Mal alleine mit einer Freundin und Papa’s Wohnmobil auf einen Road-Trip nach Schottland. Wo sie das nur herhat…. Viele Grüße Michael
rkopka am 05 Feb 2023 23:56:12 gnarz18 hat geschrieben:Bei Paula hat es sich mit ihren nun 17 Jahren leider ausgekrebst. :)
Wie man gelesen hat, hat sich nur die Art und das Ziel der Jagd verändert :-). RK
eifelstar am 11 Feb 2023 14:12:47 Ein toller Reisebericht. Da werden Erinnerungen an unsere erste Reise mit einem Wohnmobil in 2010 wach. Tolle Bilder interssante Texte. Vielen Dank für die viele Arbeit, die darin steckt.
Bernd
JTLorsch am 19 Feb 2023 09:58:13 Was für ein toller Reisebericht. Das muss honoriert werden. Hier steckt echt viel Arbeit drin und die Fotos sind grandios. Habt ihr zufällig so eine Google Streckenkarte, dann könnte ich das mal als Planung abspeichern. Hoffentlich kann ich meinen Holden überzeugen unsere Kiste auf die von dir beschriebenen, eher schlechten Strecken mitzunehmen.
gnarz18 am 22 Feb 2023 19:47:29
hossi46 am 23 Feb 2023 22:31:44 Danke danke für den tollen Bericht und die genialen Fotos.
Es zeigt sich für mich wieder, dass es nichts Langweiligeres als einen wolkenlosen Himmel gibt. Im August 2022 sind wir die Strecke (ab Oban) fast identisch, allerdings im Uhrzeigersinn, gefahren. Es war unsere 2. Schottlandtour, nach 2015.
Herzlich und dankbare Grüße aus dem Ahrtal!
viking92 am 12 Mär 2023 22:36:04 Hallo Gnarz,
ein echt toller Bericht, mit wunderschönen Fotos. Da wir im September Schottland bereisen wollen, hat uns Dein Bericht schon so einige Inspirationen gegeben.
LG Birger
sonisonne am 19 Mär 2023 04:38:24 Hallo Gnarz,
DANKE für diesen wundervollen Bericht mit den wie immer großartigen Fotos! Er hat mir sehr gefallen und die Sehnsucht verstärkt. Im vergangenen Frühsommer war ich übrigens in Norfolk, welches ja nicht zu den beliebtesten Reisezielen gehört, aber es war unerwartet toll. Außergewöhnliche Strände, riesige Robbenkolonien, die Marshes, Norwich - eine Reise wert. Und noch ein Tipp: die Scilly Isles. Gehen leider nur ohne Womo, aber sind unfassbar schön, haben mich umgehauen.
Herzliche Grüße - Sonja
ShirleySprinter am 05 Aug 2023 10:21:29 Ganz herzlichen Dank fürs teilen dieser tollen Reise. Ich bin noch ganz neu hier und da ich aktuell eine Schottlandreise mit unserem Womo plane, war dies der erste Reisebericht in diesem Forum, den ich gelesen hatte. Ich muss sagen, ich bin schwer beeindruckt! Der wertvolle und kurzweilige Reisebericht und die wundervollen Fotos sind wirklich eine tolle Werbung für dieses Land! (sagt der selbst recht engagierte Landschaftsfotograf)
Viele Grüße Peter
gnarz18 am 06 Aug 2023 10:23:42 Hallo Peter, vielen Dank, freut mich, dass der Reisebericht dir gefallen hat und du den Weg in dieses Forum gefunden hast. Besonders wenn man gerne fotografiert, ist Schottland natürlich ein hervorragendes Reiseland. Geduld mit dem Wetter muss man allerdings manchmal haben. Viel Spaß in diesem Forum und viele Grüße Michael
CampFadi am 27 Aug 2023 23:00:12 Hallo du Hast wirklich sehr beeindruckende Bilder gemacht, du/ihr habt ein sehr gutes Auge für das einfangen von Stimmungen und habt auch genau die richten Lichtverhältnisse getroffen. Sehr Beeindruckend :daumen2: vor lauter Schönheit der Bilder vergisst man den Text zu lesen
Hasin am 11 Sep 2025 21:35:36 Hallo gnarz18 Ich habe deinen Bericht jetzt erst gefunden, weil ich auf der Suche nach Erfahrungen in Schottland im Winter war. Und wie viele andere hier im Forum hat es mich umgehauen, deinen Bericht und deine Photos zu sehen. Vielen lieben Dank dafür! Ich möchte im kommenden November für 3-4 Wochen fahren und hätte noch eine Frage, um mir die Planung ein bisschen zu vereinfachen: Wieviel Gas habt ihr denn auf der Reise verbraucht, und war es ein Problem Gasflaschen zu kaufen und zu tauschen? Nochmals vielen Dank für den tollen Bericht und die sagenhaften Fotos! Beste Grüße Klaus
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