gnarz18 am 28 Jan 2024 17:39:37

Dass es im Winter wieder in den Norden gehen soll, war eigentlich klar und wenn man es ruhig haben möchte, dann bieten sich die Äußeren Hebriden förmlich an. Wenn man sich die letzten Jahre, in denen wir über Weihnachten nach Schottland gefahren sind, mal Revue passieren lässt, muss man feststellen, dass Schottland im Winter immer beliebter wird und es an manchen Stellen schon richtig voll werden kann. Die Äußeren Hebriden bilden da hoffentlich noch die Ausnahme. Wir haben die Western Isles schon öfters besucht und sie sind für uns ein gefährliches Pflaster. Ich habe mir dort vor Jahren das rechte Bein gebrochen. Ein paar Jahre später habe ich mir heftigst den linken Fuß verstaucht - und auch diesmal mussten wir wieder der Notaufnahme einen Besuch abstatten. Da unsere mittlerweile unserem Haushalt entwachsene Tochter es ausgesprochen doof finden würde, Weihnachten alleine zu verbringen, beschließen wir schon vor Weihnachten loszufahren. Wir planen ein paar Tage vorweihnachtliches Shoppen in London einzulegen, dann nach Schottland zu fahren, dort Weihnachten mit Paula zu verbringen, sie dann in den Flieger zurück nach Deutschland zu setzen und dann auf die Äußeren Hebriden zu fahren. Mit der Lösung sind alle zufrieden und so geht es am 20ten Dezember los Richtung Calais. Den Weg kennt das Auto inzwischen schon fast von selbst und ohne großartig Stau kommen wir um kurz vor 17 Uhr bei einem lausig kalten Wind in Calais am Hafen an. Es ist wenig los im Hafen und nur wenige Autos stehen auf den riesigen Parkplätzen und warten auf ihre Fähren. Um uns die Zeit zu vertreiben, stöbern wir ein wenig durch den neuen riesigen Duty-Free Shop, aber so richtig günstige Angebote gibt es nicht und so bleibt es beim Stöbern. Da wenig los ist, geht das Verladen recht zügig und wir bekommen die Pool Position für das Entladen.
 leere Fähre und Pool Position
Nach gut 1.5 Stunden erreichen wir Dover und können ohne Kontrolle direkt zum Coastguard fahren, wo wir uns schon im Vorfeld einen Platz fürs Wohnmobil und einen Tisch fürs Abendessen reserviert haben. Auch dort ist wenig los, wir sind nach langer Zeit mal wieder das einzige Wohnmobil und auch im Pub selber ist nur noch ein weiterer Tisch besetzt. Die Nacht war ruhig - bis auf das aufgewühlte Meer, das die Kiesel am Strand wild durcheinander gerüttelt hat. Aber wir lieben dieses Geräusch. Wir verlassen unseren Schlafplatz ziemlich früh und kämpfen uns die steile Straße nach St. Margaret´s hoch.
 St. Margaret´s at Cliffe
 ein neuer Trend: Eventhäkeln für den Briefkasten
Für unseren London-Besuch haben wir uns im Lee-Valley-Campsite eingebucht. 87 Pfund werden für uns drei, für zwei Nächte fällig. Der Weg von Dover bis in den Norden von London ist schnell geschafft und nachdem wir das Womo auf dem recht feuchten Platz abgestellt haben, machen wir uns sofort auf nach London City. Vom CP geht es erst mit dem Bus zur Walthamstow Central Station und von dort mit der Victoria-Line bis in die Innenstadt. Der ganze Weg dauert eine gute dreiviertel Stunde. In London ist die Hölle los und wir haben ein straffes Programm. Zuerst geht es nach Covent Garden. Ganz London und jede Menge Touristen sind auf den Beinen, es ist ein unheimliches Gedränge und Geschubse. Alles ist aufwendig weihnachtlich dekoriert und irgendwo dudelt immer ein Weihnachtslied.
 Covent Garden
 Eventhäkeln
Als nächstes geht es dann zum Weihnachtsmarkt beim Trafalgar Square. Der ist aber eine ziemliche Enttäuschung, die Briten können einfach kein Weihnachtsmarkt (wahrscheinlich kommen sie deshalb auch in Form ganzer Busladungen während der Adventzeit zu uns nach Aachen ??). Abgesehen von einem recht übersichtlichen Angebot an Buden bekommen wir beim Anblick der Preise Schnappatmung. Für eine nicht besonders große und wenig appetitlich aussehende „German Bratwurst“ rufen die Preise von 10 Pfund aus, das sind nach unserem aktuellen Umrechnungskurs geschmeidige 12€. Der Andrang ist auch dementsprechend gering.
 Die spinnen, die Briten…
Wir verzichten auf diesen zweifelhaften kulinarischen Genuss und gehen zum Butterfly Trail bei der Tottenham Court Road Station. Bei diesem Museum handelt es sich um eine Lichtinstallation, bei dem der Besucher unter einer Kuppe steht und fantastische Bilder und Animationen an die Wände und Decke projiziert werden. Mit seinem Handy kann man zudem mit der Projektion interagieren, was wir allerdings nicht gemacht haben. Sieht auf jeden Fall mächtig cool aus und ist auch noch umsonst.


 Butterfly Trail
Langsam wird es dunkel und die Weihnachtsbeleuchtung kommt so richtig zur Geltung. In der Regent Street besorgen wir uns eine SIM-Karte mit unbegrenztem Datenvolumen, 30 Pfund für 30 Tage. Die Karte ist von Voxi, einer vodafone Tochter, und wir hatten jederzeit und fast überall einen super Empfang und durchgängig LTE.


Wir schlendern durch die New Bond Street. Dort stehen eine Menge teurer Autos vor den Läden von Dior, Cartier usw. und bestimmt wechselt hier eine Menge Geld den Besitzer. Die Deko der Geschäfte ist beeindruckend.


 New Bond Street
In den Straßen wird es immer voller und manch eine U-Bahn-Station schließt die Tore wegen Überfüllung. Die Straßen und manche Gebäude sind schon wirkliche Hingucker. So langsam tun uns die Füße weh, aber wegen der überfüllten Öffis schleppen wir uns per pedes zum Themse Ufer und suchen uns dort einen Pub, der uns etwas zu essen gibt.
 Themse Ufer
Um kurz nach neun nehmen wir dann die U-Bahn zurück zum CP. Viel los ist auf dem CP nicht, außer uns stehen noch 4 andere Wohnmobile auf dem Platz. Wir gehen noch in den in die Jahre gekommenen Sanitärhäusern duschen und dann auch direkt ins Bett. Ein weiterer anstrengender Tag in London steht uns bevor. Am nächsten Morgen nehmen wir um kurz nach acht Uhr den ersten Bus nach Walthamstow und frühstücken dort auf Wunsch unserer Tochter erstmal bei McDonalds. Man muss sagen, der Tee ist gut und das Ei mit Schinken kann man durchaus essen, schmeckt gar nicht mal so schlecht. Gestärkt geht es dann weiter nach London. Am CP haben wir uns wie am Tag zuvor Tageskarten von Transport of London für 15 Pfund pP gekauft, somit sind wir mobil. Heute geht`s dann ans Geld ausgeben. Wir stöbern und kaufen in diversen Vintage-Läden, kaufen Schuhe bei Dr. Martens und versuchen ein stinknormales Kniffel bei Hamleys zu ergattern – leider ohne Erfolg. Das größte Highlight für Paula ist aber der Besuch (und der Einkauf) im Buchladen Waterstones am Piccadilly. Mit 6 Etagen ist er der Größte seiner Art in GB und wir verbringen sehr viel Zeit mit unserer Bücher-begeisterten Tochter dort. Der Tag endet in der Carnaby Street.
 Carnaby Street

Um kurz nach elf sind wir zurück beim Womo und absolut geschafft. So schön London auch in der Vorweihnachtszeit ist, so anstrengend ist es auch.
Am nächsten Morgen lassen wir es ruhig angehen. Heute steht eigentlich nur Fahren auf dem Programm und so geht es vom CP auf den nahen Orbital und zwei Ausfahrten später auf die M11 Richtung Norden. Es ist ziemlich viel Verkehr und viele fahren anscheinend über Weihnachten in den Norden Englands zu ihren Familien. Viele Autos sind auf jeden Fall bis unters Dach voll mit Geschenken, ausländische Autos sehen wir kaum. Gegen drei Uhr erreichen wir Bamburgh. Hier waren wir schon im Herbst und hoffen auf einen leeren Stellplatz direkt am Wasser. Aber zu unserem Erstaunen hat man in den vergangenen zwei Monaten alle möglichen Parkplätze mit Holzpfählen gegen Wohnmobile gesichert … ist den Anwohnern anscheinend zu viel geworden. Fündig werden wir auf dem großen Parkplatz direkt vor dem Castle. Dort gibt es spezielle Wohnmobilparkplätze, auf denen das Übernachten gegen Gebühr erlaubt ist. Der Womo-Parkplatz ist Teil eines Pilotprojekts vom Northumberland Council. Die Plätze können im Voraus gebucht werden oder auch spontan bei Ankunft bezahlt werden: --> Link Wir sind die einzigen und haben die freie Auswahl. Der Platz bietet zwar keinerlei Facilities aber der Ort ist fußläufig zu erreichen und somit für eine Nacht vollkommen ok.
 Bamburgh Castle
 unser Platz für die Nacht
Da heute Weihnachten ist und wir unbedingt den Weihnachtsabend in Schottland verbringen wollen, machen wir uns zeitig auf den Weg weiter Richtung Norden. Wir umfahren Edinburgh weitläufig über den Autobahnring, wobei der angekündigte Sturm schon seine Schatten vorauswirft. Im Radio und auf den Autobahnen wird eine „Yellow Warning“ ausgerufen, es wird vor sehr starkem Wind und ergiebigen Regenfällen gewarnt. Noch scheint allerdings die Sonne. Es ist unheimlich windig und die Autobahnbrücken sind für hohe Fahrzeuge bereits gesperrt. Wir zählen uns nicht dazu und fahren wir Dank guter Verbauung gegen Seitenwind an der Brücke auch ohne Probleme auf die andere Seite des Firth of Forth. Danach legen wir einen kurzen Kaffeestopp in einer der ältesten Siedlungen Schottlands, in Dunfermline ein. Berühmt ist Dunfermline wegen seiner im romanischen und gotischen Stil erbauten Abtei.
 Dunfermline Abbey
Viel Zeit haben wir nicht, denn hier im Norden wird es merklich früher dunkel als im südlichen London. Paula schlägt vor, das Nachtlager an der Hermitage in Dunkeld aufzuschlagen. Dort hat sie auch während ihrer Tour durch Schottland im Sommer genächtigt. Die Hermitage in Dunkeld, nördlich von Perth an der A9, ist eine der ältesten Parkanlagen Schottlands und die 200 Jahre alten Douglasien zählen mit zu den größten Bäumen von GB. Auf dem großen Parkplatz im Wald ist tatsächlich ziemlich Betrieb und sogar einige Womos stehen dort und machen sich für die Nacht bereit. Da es aber noch hell ist und wir das Tageslicht voll ausnutzen wollen, wandern wir zu den Wasserfällen, die von einer kleinen Steinbrücke überspannt werden. Das Ganze wirkt wie aus einem romantischen Gemälde, was auch kein Wunder ist, da mit dem Park der mystische Dichter und Barde Ossian geehrt werden sollte.


 Hermitage in Dunkeld
Durch die Hermitage führt ein kurzer Rundweg, den man locker in einer Stunde schafft. Leider ist es recht windig und somit nicht ganz gefahrlos im Wald. Immer wieder fallen, zum Glück nur kleine Äste von den Bäumen. Wieder zurück am Parkplatz, schleicht ein Kerl um unser Auto rum, schaut unters Auto, ins Auto … Auf Nachfrage erklärt er uns, seine Katze wäre zum ersten Mal mit auf Reisen und wäre nun aus seinem Womo ausgebüxt und würde sich unter unserem Wohnmobil verstecken. Die Katze erweist sich dann auch als ziemlich beharrlich als es darum geht, den Platz unter unserem Auto zu räumen. Erst das Anlassen des Motors bewegt das Fellknäuel dazu zum Entsetzen des Besitzers mit einem großen Satz in den Wald zu springen. Der Platz an der Hermitage ist uns zu schief und so fahren wir ins nahe Dunkeld auf den abseits gelegen Dorfparkplatz. Hier ist anscheinend das Übernachten gegen Gebühr geduldet, es ist kein No Overnight Schild zu sehen. Wir stellen das Auto in eine abgeschiedene Ecke und gehen in dem kleinen Ort etwas Essen. Die Pubs sind gut gefüllt und es ist richtig was los. Ganz anders als bei uns wird hier der Heiligabend eher mit Besuch im Pub und Party verbracht. Erst der 1te Weihnachtstag ist dann eher besinnlich der Familie mit Bescherung etc. gewidmet.
 Dunkeld
Nach dem Essen ist dann auch endlich Bescherung im Womo, wobei die meisten Geschenk ja aus London stammen. Am nächsten Morgen, dem Christmas Day, wird es auch hier in GB ruhig. Es ist einer der wenigen Tage, an denen hier alles geschlossen hat. Leider ist das Wetter schlechter geworden und seit dem Morgen regnet es immer mal wieder. Wir schauen uns ein paar alte Gemäuer an, wie zum Beispiel die Restenneth Priory, und fahren weiter nach Montrose. Es wirkt leider alles ein wenig trostlos. Das liegt natürlich zum einem am Wetter, zum anderen daran dass alles geschlossen hat und man keinen Menschen auf der Straße sieht.
 Restenneth Priory

Am frühen Abend finden wir dann zu unserem Erstaunen in Tayport am Larick Centre einen geöffneten Campingplatz mit top Facilities und einem sehr netten Camping-Warden, der uns später sogar noch Essen von der Weihnachts-Community-Party vorbeibringt. Er erzählt uns, dass es über Weihnachten immer ruhig wäre, aber über Silvester sei er vollkommen ausgebucht. Kaum zu glauben, da außer uns nur noch ein Wohnwagen auf dem Platz steht - so kann der Eindruck täuschen. In der Nacht hat es gefroren und wir sind froh auf einem CP mit Strom zu stehen, den Heizlüfter laufen lassen zu können und so Gas zu sparen. Wir haben ja noch fast drei Wochen vor uns und auf den Western Isles gibt es um diese Jahreszeit wenig offene CP und keinen Gas Nachschub für uns. Am nächsten Tag, dem Boxing Day, haben zumindest ein paar Geschäfte geöffnet und wir fahren an den Lighthouses Tayport West und Tayport East vorbei nach St. Andrews. Wir müssen uns heute in der Nähe von Edinburgh einen Platz suchen, da wir morgen gegen 8 Uhr Paula am Flughafen abliefern müssen. Aber erst mal genießen wir noch das tolle Wetter.
 Tayport West
 Tayport East
In St. Andrews haben die Geschäfte auf und die Cafes sind gut gefüllt. Paula braucht unbedingt noch ein paar englische Bücher die in London nicht verfügbar waren. Zum Glück konnte sie sich die per „Click and Collect“ in den Waterstones nach St. Andrews liefern lassen. In der kleinen Stadt sind zwar einige Touristen, vor allem Asiaten, unterwegs aber es ist bei weitem nicht so voll wie im Sommer. Das macht den Bummel durch das Städtchen recht entspannt.

 St. Andrews
Gegen Mittag machen wir uns, vollbeladen mit Büchern, über den kleinen Fischerort Crail auf zum Elie Ness Lighthouse. Der kleine Leuchtturm liegt auf einer Landzunge am Eingang des Firth of Forth. Hier gibt es sogar einige offizielle Wohnmobilstellplätze, die im Sommer allerdings ziemlich begehrt sein dürften. Öffentliche Toiletten und eine Entsorge gibt es auch, jetzt im Winter leider beides geschlossen.
 Crail
 Elie Ness Lighthouse
Hier wäre bestimmt ein toller Schlafplatz, aber leider ist er zu weit weg vom Flughafen und so fahren wir weiter zum Cramond Village nach Edinburgh. Dort gibt es direkt am Forth gelegen einen Wanderparkplatz auf dem das Nächtigen erlaubt ist und der nur ein paar Minuten vom Airport entfernt ist … was nicht zu überhören ist. Da der nahe Pub schon um 17 Uhr seine Küche schließt, kochen wir heute mal im Wohnmobil und wundern uns über die Polizei, die mehrmals über den Parkplatz fährt und in die abgestellten Autos leuchtet. Uns lässt man aber vollkommen unbehelligt. In der Nacht hat es wieder gefroren und der Morgen begrüßt uns mit Regen bzw. Schnee. Wir machen uns früh vom Platz und fahren bei absolutem Mistwetter Richtung Airport. Da ich letztes Jahr mehrmals beruflich in Edinburgh war weiß ich, dass der offizielle Pick up Parkplatz aufgrund einer Höhenbeschränkung mit dem Womo nicht zu erreichen ist und so versuchen wir unser Glück auf dem Parkplatz des nahen Moxy Hotels. Für schlappe 4 Pfund Parkgebühr dürfen wir dann unsere Tochter zum Flieger bringen. Um kurz nach 8 sind wir dann vollkommen durchnässt wieder beim Auto. Wir fahren los und wissen noch nicht, dass nun unsere Odyssee beginnt. Wir haben im Vorfeld die Überfahrt Ullapool – Stornoway gebucht. Unsere Fähre legt um 17:30 Uhr in Ullapool ab. Laut Routenplaner eine Strecke von gut 200 Meilen, für die man entspannte 4 Stunden benötigt. Sollte man eigentlich schaffen. Wir fahren die M90 Richtung Perth und weiter die A9, die uns durch die Cairngorms nach Inverness führen soll. Es regnet, es ist windig und hinter Pitlochy fängt es an zu schneien. Entspanntes Fahren sieht anders aus und es dauert nicht lange, bis die ersten LKWs nicht mehr weiterkommen. Paula ist inzwischen gut in Stansted angekommen und versucht dort ihren Flieger nach Köln zu bekommen. Auch in Stansted herrscht wetterbedingt ein gewisses Chaos. Noch sind wir guter Hoffnung, denn immerhin kommen uns Autos entgegen. Aber es dauert nicht lange und der Verkehr steht. Nach gut zwei Stunden stellt sich raus, die Autos, die uns entgegen kommen sind die Autos, die vor der Straßensperrung drehen. Inzwischen dreht auch ein Polizeiauto seine Runden und verkündet, es hätte einen Unfall gegeben und die Straße wäre noch für mehrere Stunden gesperrt. Auch wir drehen und fahren im Schneckentempo zurück nach Pitlochy.
 ohje, uns sitzt die Zeit im Nacken
Mittlerweile ist klar, dass wir die Fähre nicht bekommen werden. Unterwegs telefonieren wir mit der Fährgesellschaft und buchen bei dem sehr freundlichen und verständnisvollen Mitarbeiter der Calmac unsere Fähre um. Er meint um 21:15 Uhr würde eine Fähre von Uig / Skye nach Tarbert / Harris fahren, diese könnten wir nehmen. Unser nächstes Ziel lautet also Fort William. Paula meldet sich wieder und meint leicht panisch, ihr Gate sei verlegt worden und sie würde es wohl nicht rechtzeitig in den Flieger schaffen, da sie in ein anderes Terminal müsste. Wir raten ihr irgendjemanden zu fragen und um Hilfe zu bitten, mehr können wir auch nicht tun. Eigentlich wollen wir die längere aber besser zu fahrende Verbindung über die Schnellstraße A85 nehmen. Da in der Zwischenzeit die Strecke zwischen Pitlochry und Perth wegen Überflutung und abgesoffener Fahrzeuge gesperrt werden musste, müssen wir uns doch mit vielen anderen über die kleineren Straßen quetschen. Die Verbindung zwischen Pitlochy und Fort William führt über die B846, eine kleine schlechte Straße mit fetten Schlaglöchern. Paula schreibt, dass sie jetzt doch gut im Flieger sitzt, obwohl das Gate eigentlich schon geschlossen war. Puh! Wir haben unterdessen weiter Probleme vorwärtszukommen. Die Straßen stehen so tief unter Wasser, dass uns das Wasser zur Fahrertür reinläuft und sich in der Trittstufe ein kleiner Tümpel bildet.


Wir sind froh endlich die A82 zu erreichen, die uns durch das Glen Coe bis nach Fort William bringt. Es regnet in Strömen und etliche Autos liegen am Straßenrand.
 Glen Coe
In Fort William müssen wir erst mal tanken, was sich diesmal als gar nicht so einfach rausstellt. Auf zwei Tankstellen sind beim Sturm Bäume gefallen und die dritte hat keinen Diesel mehr. Fündig werden wir bei der etwas abseits gelegenen Tankstelle vom Morrison Supermarkt. Die blöde Tankstellensuche hat uns fast eine dreiviertel Stunde gekostet. Überall liegen umgestürzte Bäume oder die Straßen sind nur einspurig befahrbar, weil die andere Spur unter Wasser steht. Ohne weitere Pause machen wir uns, um ja keine weitere Zeit zu verlieren, auf den Weg. Die einzige Verbindung nach Uig ist die über die A82 bis Invergarry, wo es auf „Road to the Isles“ und somit zur Isle of Skye geht. Wir kommen bis kurz hinter Spean Bridge und stehen erneut im Stau. Wir sehen vor uns Blaulicht und brauchen für die 1.5 Meilen bis zum Commando Memorial fast eine Stunde. Als wir endlich an der Kreuzung zum Memorial ankommen, erklärt uns eine Polizistin, dass die Straße bis Fort Augustus wegen umgestürzter Bäume gesperrt ist und dass es kein Durchkommen gibt. Wir könnte ja am großen Parkplatz vom Memorial warten, vielleicht wird die Strecke in ein paar Stunden ja wieder aufgemacht. Hätte man eigentlich auch schon unten in Spean Bridge den Leuten erklären können… Sie gibt uns den Tipp auf die Internetseite von Traffic Scotland zu schauen, dort gibt es einen aktuellen Überblick über alle Verkehrsstörungen. --> Link Wir rufen wieder die Calmac an und bekommen zum Glück den gleichen Mitarbeiter wie zuvor an den Hörer, sodass man sich die Hälfte der Geschichte sparen kann. Er bucht uns auf die morgige Fähre von Ullapool nach Stornoway. Das ist allerdings recht kompliziert, da er uns schon den Refund für die Strecke Uig/Tarbert überwiesen hat. Nun müssen wir natürlich wieder nachzahlen, alles gar nicht so einfach über das Telefon. Der Vorteil ist, dass nun haben wir die ganze Nacht Zeit, um nach Ullapool zu kommen. Wir fahren also wieder vom Commando Memorial weg und biegen in Spean Bridge wieder ab, diesmal Richtung Inverness – also zur A9, die wir ursprünglich ja auch nehmen wollten. Laut Internet kommen wir hinter der Sperrung aus, die uns am Vormittag zum Umweg über Fort William gezwungen hat. Als wir endlich auf die A9 kommen, scheint kurz vorher die Spur in Richtung Inverness geöffnet worden zu sein. Die ersten Fahrzeuge kommen langsam den Pass runter. Die Sperrung in die andere Richtung existiert allerdings immer noch. Um kurz nach sechs erreichen wir Aviemore. Hier gönnen wir uns eine Pause in einem kleinen Restaurant, bevor es dann auf unsere letzte Etappe über Inverness nach Ullapool geht. Es regnet, es schneit und ab und zu liegt ein umgekippter Baum auf der Straße, aber jetzt kommen wir trotzdem einigermaßen voran. Hinter Inverness hört es dann auf zu regnen und es ist „nur noch“ windig. Wir schauen öfters auf die Seite von Traffic Scotland und erfreuen uns an den Namen der schottischen Räumfahrzeuge. Während in Deutschland über eine solche App diskutiert wird, ist das hier in Schottland schon lange Normalität. In der App wird die Position von „HANSEL AND GRIT-ALL“, „WILLIAM WALL-ICE“, „COLDFINGER“, „SNOWING ME, SNOWING YOU“ usw. in Echtzeit angezeigt und was sie schon geleistet haben. Für uns eine willkommene Abwechslung auf unserem Weg durch die Nacht.
 die Gritter
Um kurz vor zehn erreichen wir nach gut 13 Stunden endlich Ullapool. Wir stellen uns in der Nähe vom Tesco-Supermarkt auf den Parkplatz, auf dem man nun offenbar auch offiziell über Nacht stehen darf. Um ein wenig „runter zu kommen“ gehen wir in den Ort und sind sehr erfreut, dass das Arch Inn noch geöffnet ist und wir ein Bier trinken können. Inzwischen ist es sternenklar und kalt, wir begegnen keinem Menschen und der Ort wirkt wie ausgestorben. Ein Womo-Kollege hat sich für die Nacht einfach auf die neu gestaltete Hauptstraße gestellt. Das wäre uns dann doch zu laut und ungemütlich.
 Ullapool Main Street
Nach einer erholsamen Nacht fahren wir früh zum Hafen, stellen uns in die uns zugewiesenen Lane und gehen in einem nahen Café erstmal frühstücken. Kurz nach neun kommt die Fähre und eine knappe Stunde später legen wir ab Richtung Stornoway. Es scheint sogar ein wenig die Sonne als wir Ullapool verlassen.
 Ullapool
Die Überfahrt ist ein wenig ruppig, da es immer noch ziemlich windig ist und die Sicht wird immer schlechter je weiter wir uns den Hebriden nähern. Gut 2.5 Stunden später erreichen wir Stornoway. Das Entladen geht zügig von statten und wir fahren zum nahen Tolsta Beach, um uns ein wenig die Beine zu vertreten.
 Tolsta Beach
Leider hat es wieder stärker angefangen zu regnen und so wird es nur ein kurzer Ausflug. Wir müssen dringend Entsorgen und frisches Wasser benötigen wir auch, also fahren wir Richtung Norden, nach Port of Ness. Dort gibt es beim Gemeindezentrum Sporsnis die Möglichkeit zu entsorgen und Frischwasser zu tanken, um eine Spende wird gebeten.
 auf dem Weg in den Norden
 Port of Ness im Norden von Lewis
Für die Nacht stellen wir uns an den Butt of Lewis mit seinem mächtigen Leuchtturm. Es noch sehr stürmisch und in den Nachrichten zeigen sie die Verwüstungen, die der Sturm angerichtet hat. Auch hier am Butt of Lewis werden wir mächtig durchgeschüttelt und wir hören, mit welcher Macht die Wellen gegen die nahen Klippen schlagen. Am frühen Morgen wird es dann etwas ruhiger und der Mond zeigt sich.


 die Sonne geht auf

Nach dem Frühstück starten wir zu einer kleinen Wanderung rund um den Leuchtturm. Zum Drohne-Fliegen ist es leider eindeutig zu windig, man kann eben nicht alles haben. Wir fahren zurück zum kleinen Hafen nach Port of Ness, um uns dort noch ein paar Wellen anzusehen und uns in dem kleinen und geöffneten Kaffee/Restaurant Breakwater einen Tee zu holen.




Unseren ersten Stopp an diesem Tag machen wir am Black House Village in Gearrannan. Dort gibt es einen kleinen Rundweg, der durch das Dorf, zum Strand und über die Hügel zurück zum Parkplatz führt. Wir sind allein und haben das ganze Dorf für uns. Das Wetter ist super, es ist kalt und die Sonne scheint.
 Black House Village in Gearrannan

gnarz18 am 28 Jan 2024 17:40:41 Nach dieser kurzen Wanderung wollen wir zu den Mangersta Sea Stacks. Kurz nachdem wir den Parkplatz an den Blackhouses verlassen haben, hält uns ein älterer Mann an indem er sich einfach mitten auf die Single Track Road stellt. Er möchte mitgenommen werden, wohin scheint ihm erstmal egal zu sein. Er spricht ein unverständliches Gällisch und so nehmen wir ihn einfach mal mit. Er riecht ein wenig streng und plappert die ganze Zeit, wir verstehen nichts und nicken nur ab zur Bestätigung. So ganz verwirrt scheint er dann doch nicht zu sein, denn er weiß genau, wo wir sind. Hinter Callanish möchte er rausgelassen werden, damit er mit dem Bus wieder zurückfahren kann, sehr merkwürdig das Ganze. Von Callanish bis Mangersta sind es gut 30 km Single Track Road. Die Straßen sind im Gegensatz zum Festland in einem super Zustand, die hatten wir hier wesentlich schlechter in Erinnerung. Bei dem Wetter und in dieser Kulisse eine tolle Fahrt. Uns kommen auf dem ganzen Stück gerade mal zwei Autos entgegen.


Als wir endlich in Mangersta ankommen, ist die Sonne leider weg und es fängt schon an zu dämmern.
 Mangersta Sea Stacks
Wir beschließen, irgendwo in der Nähe uns einen Platz für die Nacht zu suchen und es am nächsten Tag nochmal zu probieren. Wir kurven etwas planlos umher und werden am Strand in Bhaltos fündig. Eine kleine Spendenbox am Cliff Beach Carpark bittet Wohnmobilfahrer und andere Übernachtungsgäste um eine Spende von 5 Pfund, damit dieser Platz in Ordnung gehalten werden kann. Das ist es uns wert, wir legen 5 Pfund in die Tupper-Dose und bleiben über Nacht.

 Bhaltos Beach
Leider ist von dem schönen Wetter von gestern nichts mehr zu sehen, es ist super windig und ab und zu fängt es kräftig an zu regnen. Wir fahren trotzdem wieder zu den Sea Stacks. In der Nacht hat es ein wenig geschneit und die Gipfel der umliegenden Berge sind leicht gepudert. Wir fahren an der Abhainn Dearg Distillery vorbei und wollen ihr einen kurzen Besuch abstatten. Leider ist sie trotz anders lautender Internetauskunft und Schild am Eingang geschlossen. Das hat uns in diesem Urlaub sowieso geärgert, viele Angaben auf den Seiten der Sehenswürdigkeiten stimmen einfach nicht. So schwierig kann es doch nicht sein, seine Internetpräsenz aktuell zu halten. Bevor wir bei den Sea Stacks ankommen, legen wir noch den ein oder anderen Stopp ein. Es ist einfach zu schön hier.

 Wasserfall im Gleann Bhaltos / Glen Valtos
 am Wegesrand
 Ardroil
Wir laufen die knapp zwei Kilometer zu den Sea Stacks. Das Problem ist, es gibt dort keine Parkplätze. PKWs quetschen sich einfach auf ein Stück Wiese am Passing Place, das ist mit einem Womo leider nicht möglich - zumindest nicht ohne sich den Zorn anderer Autofahrer zuzuziehen. Wir parken vor dem Ausweichtor eines Cattle Grids und müssen halt einen weiteren Weg in Kauf nehmen. Leider spielt das Wetter nicht so richtig mit, es regnet leicht und der sehr starke Wind kommt von Land, daher ist das Meer bei den Stacks ziemlich ruhig und langweilig. Trotzdem eine sehr eindrucksvolle Küstenlandschaft.





Zurück am Auto, sind wir nass bis auf die Unterhose und träumen von einer heißen Dusche, einem guten Abendessen und einem Bier in einem Pub. Um all diesen Wünschen gerecht zu werden, fahren wir wieder in den Norden von Lewis. Ausgiebig Duschen kann man im Gemeindezentrum von Port of Ness, Essen im Brakewater und mit dem Pub wird es sich schon ergeben, auch wenn wir bisher kein geöffnetes Pub gesehen haben. Es ist schon dunkel, als wir durch Zufall einen kleinen geöffneten CP in Port of Ness finden, zumindest steht ein Schild am Straßenrand das Wohnmobile willkommen heißt. Wir fragen nach und der lustige kleine Camping Warden fängt an zu erzählen. Wir könnten gerne bleiben, Strom hat er. Duschen und Entsorgung hat er nicht, könnten wir aber im Gemeindezentrum erledigen. Und zu unserem großen Glück hat heute Abend der Social Club auf und wir können dort Bier trinken und jede Menge Spaß haben. Wir bräuchten nur quer über angrenzende das Feld zu gehen und würden direkt vor dem Club rauskommen. Er rät uns noch zu Gummistiefeln. Bei diesen Aussichten bleiben wir. Bezahlen könnten wir am nächsten Tag, seine Frau würde schon warten für den Weg übers Feld. Wir fahren erstmal zum Gemeindezentrum zum Entsorgen und Duschen. Beim Duschen sind sich die beiden Herren an der Rezeption nicht sicher. Es gab ein Problem mit der Heißwasser Anlage, daher könnte es vielleicht nur kaltes Wasser geben. Falls wir unter der kalten Dusche stehen müssten, müssten wir natürlich nichts bezahlen. Uns wird die Herren-Gemeinschaftsdusche aufgeschlossen mit der Frage, ob uns das Zusammenduschen stören würde. Wir beruhigen die beiden Herren, dass würde schon gehen. Das Wasser ist nicht nur warm, sondern richtig heiß. Beim Bezahlen kommen wir mit den beiden freundlichen Rezeptionisten ins Gespräch und man teilt uns mit, dass wir extremes Glück hätten, da heute der Social Club aufhat und dort eine mächtige Silvester-Party steigen würde. Da heute Samstag und nicht Silvester ist, schauen Uschi und ich uns natürlich fragend an und werden sofort aufgeklärt. Auf Lewis ist aufgrund der strengen Gläubigkeit sonntags eigentlich alles verboten, z.B. Kochen, Wäsche waschen, Radio hören usw. und natürlich auch Feiern und Trinken. Wenn Silvester dummerweise mal auf einen Sonntag fällt, feiert man deshalb eben schon am Samstag. Das macht natürlich Sinn und wir versprechen an diesem großen Ereignis teilzunehmen. Vorher fahren wir allerdings noch zum Essen in das kleine Restaurant Brakewater. Uns wird ein Tisch im Trockenen zugewiesen mit dem Hinweis, dass es leider durch das Dach regnen würde, unser Tisch wäre davon aber nicht betroffen. Außer uns ist nur noch ein anderer Tisch besetzt und die Bedienung kommt alle 5 Minuten um den Boden trocken zu wischen und den untergestellten Eimer zu leeren. Die riesigen Fensterscheiben wabern im Sturm bedenklich. Aber wir sitzen warm und gemütlich und genießen das wirklich leckere Essen. Wie versprochen fahren wir natürlich nach dem Essen in den Social Club, unser Camping Warden nebst Frau sitzt am Nebentisch und lässt es sich gut gehen, die beiden Rezeptionisten sind ebenfalls anwesend und spielen Billard. So richtig viel los ist noch nicht. Wir trinken ein paar Bier und der Laden füllt sich so langsam. Wir verlassen den Pub allerdings recht zeitig, da wir am nächsten Tag ja was vorhaben und solche Partys können „böse“ enden. Außer planen wir morgen auf die Harris zu wechseln und da darf man sonntags natürlich Silvester feiern. Wir verlassen den Platz zeitig, leider klingeln wir die Frau des Camping Warden aus dem Bett, wir müssen ja noch bezahlen. Lange sind sie noch nicht zu Hause und die arme Frau stöhnt, dass es heute Abend weitergehen würde … natürlich nur im engsten privaten Kreis im Gartenhäuschen, es ist ja schließlich Sonntag. Bei schönstem Wetter fahren wir zu einem Natural Arch in der Nähe von Shawbost, dem Stac a´Phris. Eine kleine Wanderung führt zu diesem großen Torbogen, der durchaus einem Vergleich mit dem Durdle Door in Südengland standhält. Der Wanderweg führt anfangs durch ein Gewirr von kleinen Seen und Tümpeln, zum Glück ist er ausgezeichnet mit weitsichtbaren Holzpflöcken markiert. Nach kurzer Zeit erreichen wir die spektakuläre Küste.
 viel, viel Wasser


Nach einigen Pausen erreichen wir nach knapp einer Stunde den Stack a´Phris. Das Wetter ist super und das Meer schön aufgewühlt. Ich lasse unsere Drohne fliegen, da man von einer höheren Position eigentlich immer eine bessere Sicht hat. Das Ding meldet allerdings schon zwei Meter über dem Boden, dass es ja wohl viel zu windig wäre und eine automatische Rückkehr nicht möglich sei. Wir fliegen trotzdem weiter. Die Kulisse ist eindrucksvoll, wir machen eine Menge Fotos und fliegen mit der Drohne um den Bogen herum. Durch ihn hindurch traue ich mich dann aber doch nicht.



 Stac a´Phris
Nach einer guten halben Stunde machen wir uns dann wieder auf den Rückweg, wir laufen die gleiche Strecke zurück. Ich steige gerade über einen Weidezaun da höre ich ein Sche…. und sehe, wie Uschi ausrutscht. Sah eigentlich nicht besonders spektakulär aus, aber man sieht sofort, dass es wehgetan hat. Sie steht sofort wieder auf und kann auch weitergehen, also gebrochen ist offensichtlich nichts. Aber die Hose verfärbt sich ziemlich schnell, wobei die Hose noch vollkommen ok ist, kein Riss, kein Loch, nichts. Inzwischen tropft es unten aus dem Hosenbein und wir beschließen zügig zum Auto zu gehen, da hier wohl ein Pflaster nicht besonders helfen würde. Nach gut einer halben Stunde sind wir wieder beim Auto und ziehen die Hose vorsichtig runter - aber sofort auch wieder hoch. Hier wird uns auch unsere Bordapotheke nicht viel helfen und wir fahren auf direktem Weg in die Notaufnahme nach Stornoway. Zum Glück geht es auf einer gut ausgebauten zweispurigen Straße direkt zum Hospital. Von diversen anderen Hebriden-Urlauben wissen wir ja zum Glück, wo wir hinmüssen. In der Notaufnahme ist an diesem Silvester-Sonntag wenig los und nach einer guten halben Stunde ist Uschi an der Reihe. Nach einer weiteren dreiviertel Stunde darf ich mit in den Behandlungsraum und Luise, die Krankenschwester, erklärt uns die Situation. Gebrochen sei laut Röntgenbild nichts, aber die Haut wäre bis auf den Knochen auf 14cm aufgerissen und müsse nun genäht werden. Sie hat die Bilder einem Chirurgen gemailt und der meint auch, dass wäre so ok. Solche Wunden werden in GB von Krankenschwestern genäht und versorgt. Luise erklärt uns weiter, sie würde die Wunde in mehreren Etappen nähen, weil auch die Unterhaut verletzt ist. Wir sind gespannt und bekommen erstmal jeder eine Tasse Tee und etwas Gebäck. 13 Stiche und 4 Klammern sind nötig, um die Wunde zu verschließen. Gut eine Stunde werkelt Luise an Uschi herum. Ich soll Fotos für den Arzt in Deutschland machen. Wer Blut sehen kann, kann sich das Desaster hier anschauen. Sonst bitte nicht klicken.
--> Link
Ich überlasse meiner Göttergattin meine Lieblings-Sofa-Jogginghose und nachdem sie ihr Bein da hinein bugsiert hat und Luise zufrieden mit ihrem Werk und der tapferen Patientin ist, fragen wir nach der Abrechnung bzw. wo wir die Versicherungsdaten abgeben sollen. Wir ernten nur verständnislose Blicke. Schwester Luise meint, bezahlen müssen wir nichts und Versicherungsdaten braucht sie auch nicht. Dass wäre alles kostenlos, aber sie fragt trotzdem mal nach. Ein paar Minuten später kommt sie wieder mit diversen Schmerzmitteln und einer großen Packung Antibiotika. Wir bekommen die Dosierung aufgeschrieben und die Anweisung, in drei Tagen die Wunde irgendwo beim NHS kontrollieren zu lassen. Und wie schon gesagt, bezahlen müssen wir nichts. Wir bedanken uns bei Luise, auch dafür, dass sie uns die ganze Situation mit Fürsorge, Tee und einer guten Portion schwarzen Humor so angenehm wie möglich gemacht hat. Nach knappen vier Stunden sind wir wieder draußen. Inzwischen ist es dunkel geworden und wir müssen dringend tanken, was aufgrund der Sonntag-Verbote ist nicht ganz so einfach ist, denn alle Tankstellen haben geschlossen (sonst müsste der Tankwart ja arbeiten … was sind wir froh, dass das Krankenhauspersonal davon dann doch ausgeschlossen ist). Im kleinen Industriegebiet von Stornoway finden wir eine Tankstelle mit Kartentankautomat. Die Nacht verbringen wir beim Visitor Center in Callanish. Auf dem Weg nach Callanish hat das Auto schon rumgemosert, dass es kalt ist. In Callanish fängt es dann auch an zu frieren und die Sterne zeigen sich.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne und wir gehen die paar Meter bis zu den Steinen. Aus der Luft sieht man schön den Aufbau der Anlage. Uschis Bein geht es soweit ganz gut, es ist zwar ziemlich geschwollen aber schmerzt zum Glück nicht. Auf die Schmerzmittel kann meine GG tatsächlich verzichten. Großartig laufen geht damit aber natürlich nicht.
 Callanish


Wir beschließen, jetzt zur Insel Harris zu fahren. Wir machen noch einen kurzen Halt beim Dun Carloway, weil ich mir den Broch auch mal gerne aus der Luft anschauen möchte.




 doppelwandig
Bei bestem Wetter machen wir uns auf den Weg. Es sind kaum Leute unterwegs und nur ab und zu kommt uns ein Auto entgegen. Unterwegs kommt man an einigen unbewohnten Häusern vorbei, die von den Bewohnern wohl bereits vor einiger Zeit aufgegeben worden sind.



Die Route führt zuerst durch eine bizarre Seenlandschaft. Dabei folgt die einzige Straße, die Lewis und Harris verbindet, harmonisch der Landschaft. Später geht es durch eine imposante Berglandschaft bevor man dann Tarbert, den Hauptort von Harris, erreicht.
 Straße nach Tarbert


Wir biegen allerdings noch vor Tarbert nach rechts Richtung Hushinish ab. Dort am Ende der Welt gibt es einen kleinen SP mit hervorragenden Duschen.


Der Weg nach Hushinish ist eine gut 20km lange Single Track Road mit zum Teil kräftigen Steigungen. In dem kleinen Ort herrscht mal so richtig Betrieb, eine Gruppe aus ca. 10 Auto hat den Strand für sich entdeckt. An dem kleinen Dusch-/Toilettenhäuschen darf man für ein paar Pfund auch mit dem Womo über Nacht stehen, eine Entsorgung gibt es auch. Es gibt einen Ticketautomaten und mit der Gebühr finanziert man das Häuschen und die Community. Erstaunlicherweise stehen hier noch zwei andere Wohnmobile. Nachdem die Gruppe weggefahren ist, wird es auch wieder ruhiger. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was es für Leute gibt. Später am Abend kommt noch ein Hymer ML-T und stellt sich direkt neben den Parkplatz vor den Zaun, nur um ja nicht die paar Pfund bezahlen zu müssen. Die Entsorgung nutzt er natürlich, die ist ja kostenlos, also manchmal... Ach ja, einen CP mit Strom gibt es ein Stückchen weiter die Straße hoch. Mit Frischhaltefolie und dem guten Panzerklebeband aus dem Bordvorrat bekommen wir das Problemknie wasserdicht und die geräumige Dusche ist genau richtig, um diese Prozedur zu testen. Es wird eine ruhige Nacht mit nichts als dem Meeresrauschen im Hintergrund.

 Hushinish Beach mit Dusch- und Toilettenhaus
 Hushinish Zentrum
Der nächste Tag startet leider mit sehr viel Wind und noch mehr Regen. Wir fahren zurück nach Tarbert und hoffen, dort unsere Vorräte auffrischen zu können.

 Wasserfall beim Amhuinnsuidhe Castle
In Tarbert hat aber alles geschlossen. Wir hatten nicht auf dem Schirm, dass der 2te Januar in Schottland auch Feiertag ist. Wir fahren weiter nach Leverburgh in der Hoffnung, dass dort das Wetter zumindest ein wenig besser ist ... leider nicht. In Leverburgh hat aber zumindest der örtliche Supermarkt auf, ein frisches Brot hat er aber leider heute nicht im Sortiment. Wir machen einen kurzen Abstecher nach Rodel mit seiner alten Kirche, aber so richtig Spaß macht das bei Regen auch nicht.
 Rodel St Clement’s Church
--> Link
 Marschland auf Harris
Wir fahren zurück nach Tarbert. Zum einen hoffen wir auf ein geöffnetes Restaurant im Hotel Hebrides, zum anderen muss Uschi morgen zum Verbandswechsel beim NHS und den gibt es in Tarbert. Leider hat das Hotel geschlossen und so fahren wir im strömenden Regen auf einen Stellplatz etwas außerhalb von Tarbert. Auf Harris gibt es mehrere ausgewiesene Stellplätze, auf denen gegen eine Gebühr das Übernachten im Womo erlaubt ist. Mit den sogenannten Camping Spots möchte man vermeiden, dass sich zu viele Wohnmobilisten wild in die Landschaft stellen und so natürlich auch für Erosion sorgen. Mit den Spenden werden die Stellplätze in Ordnung gehalten, der Rest kommt der jeweiligen Gemeinde zu Gute. Finden wir gut! (u.a. zu finden unter --> Link , dort bis zu den Camping Spots scrollen) Es regnet und stürmt die ganze Nacht hindurch, sodass wir am nächsten Tag früh auf den Beinen sind um pünktlich um 7:30 beim NHS vor der Tür stehen. Wir hoffen direkt jemanden zu finden, der den Verband wechselt aber wir bekommen erst einen Termin für 9:30 Uhr. Wir besorgen uns beim örtlichen und nun geöffneten Supermarkt ein (nicht ganz frisches, aber immerhin) Brot und frühstücken erst mal auf Dorfparkplatz. Ist nicht besonders schön, aber praktisch. Um kurz nach neun sind wir wieder beim NHS und Uschi bekommt ihren Verband gewechselt. Die Krankenschwester bescheinigt, wie auch später der Arzt in Deutschland, unserer Krankenschwester Luise aus Stornoway eine große handwerkliche Geschicklichkeit. Wir bekommen noch eine Tüte mit Verbandzeug mit auf den Weg, da die Wunde immer noch ein wenig blutet und die Anweisung, in drei Tagen erneut nach dem Rechten schauen zu lassen. Gut versorgt fahren wir wieder Richtung Süden, unser erstes Ziel ist der riesige Luskentyre Beach.
 Luskentyre Beach



So sehr wir auch manchmal über die schottischen bzw. englischen Straßen fluchen, aus der Luft betrachtet sind manche Straßen schon ziemliche Meisterwerke. Und in Verbindung mit der Landschaft schon wahre Kunstwerke.
 auf Harris


Ich wäre gerne noch mehr mit meiner Drohne geflogen, aber uns sitzt ein wenig die Zeit im Nacken. Wir wollen weiter nach North Uist bzw. Berneray und müssen dafür die Fähre ab Leverburgh bekommen. Die fährt gemäß Winterfahrplan nur einmal am Tag und laut Internet ist kein Platz mehr frei.



Wir stellen uns in die Unbooked Lane und haben wenig Hoffnung mitgenommen zu werden, da 15 PKWs und zwei LKWs in den Booked Lanes stehen. Aber auf den kleinen Fähren ist mehr Platz als man denkt und wir kommen ohne Probleme mit.
 Hafen in Leverburgh
Als wir auf Berneray ankommen, geht die Sonne schon langsam unter. Da wir dringend ein paar Lebensmittel brauchen, fahren wir zum nächsten Coop. Das dauert hier oben immerhin gut 30 Minuten und als wir in dem gut sortierten Markt ankommen, ist es auch schon wieder stockdunkel.
 Berneray Ferry Terminal


Die Nacht wollen wir auf Berneray verbringen, daher müssen wir wieder zurückfahren. Wir machen allerdings einen Umweg über Lochmaddy, da dort das Hotel nebst Pub geöffnet hat. Und diese Gelegenheit darf man sich natürlich nicht entgehen lassen. Das Essen ist gut und wir stellen uns für die Nacht an den Strand von Berneray. Blöd nur, dass ich mein Handy im Lokal vergessen habe. Aber zum Glück wurde es schon gefunden und ich kann es am nächsten Tag ab 7 Uhr abholen. Der nächste Tag verspricht schön zu werden, in der Nacht hat es leicht gefroren und die Sterne waren zu sehen. Wir gehen etwas am Strand entlang, weiter um die halbe Insel und über den kleinen Dorfhügel zurück zum Auto.
 Berneray Hostel, im Hintergrund unser Stellplatz


Danach geht es dann nach Lochmaddy um mein Handy wieder einzusammeln und weiter über die North Uist Richtung Süden. Zum Glück habe ich das Handy im Pub / Restaurant des Hotels vergessen, sonst hätte ich unter Umständen bis zum Abend warten dürfen, bis die Bar wieder öffnet.

North Uist ist bis auf den fast unbewohnten, aber gebirgigen Osten ziemlich flach. Man fährt über zig kleine Inselchen, die über Dämme und Brücken verbunden sind. So richtig sieht man die beeindruckende Landschaft nur aus der Luft.
 ein Gewirr aus Tümpeln und Seen



Wir halten oft an und lassen die Drohne steigen, besichtigen den T rinity Temple und gehen in der Hebridean Jewellery eine Kleinigkeit Essen. Leider beeinträchtigt uns DAS Knie. Wir hatten uns im Vorfeld einige Wanderungen ausgesucht, aber das geht nun leider nicht. Das Bein schmerzt zwar nicht, aber ist tüchtig angeschwollen und sie soll es natürlich auch nicht über die Massen belasten.
 Einsamkeit pur
 es geht über Dämme



Obwohl die Gegend eigentlich für Western Isles Verhältnisse dicht besiedelt ist, gibt es immer wieder Passagen, wo die Einsamkeit der Häuser beeindruckt.


 T rinity Temple


 aufgegebenes altes Post Office
Es dämmert schon als wir die Südspitze von South Uist erreichen und über den 2002 errichteten Damm auf die kleine Insel Eriskay fahren.


Auf Eriskay suchen wir The Politician auf (benannt nach dem Schiff, welches in Whisky Galore eine Hauptrolle hat). Ein zwar etwas ungemütlicher, aber was Öffnungszeiten angeht ein äußerst zuverlässiger Pub. Wir nehmen wie schon so oft auch an diesem Abend natürlich die Gelegenheit wahr, um unseren Hunger zu stillen. Für die Nacht stellen wir uns an das Calmac Fährterminal. Hier steht zwar ein Schild „no overnight parking“, aber da hier mindestens 15 andere Autos parken - darunter auch offizielle wie das von der Royal Mail - denken wir uns, dass das schon ok ist. Zumal das Calmac Wartehäuschen eine Entsorgung und eine sehr geräumige Dusche mit viel heißen Wasser (1Pfund für 5min) zu bieten hat.
 Eriskay Pier
gnarz18 am 28 Jan 2024 17:41:38
Am nächsten Morgen nehmen wir die erste Fähre zur Barra, zusammen mit der über einen Damm verbundenen Vatersay die südlichsten bewohnten Inseln der Äußeren Hebriden. Leider funktioniert das Kartenlesegerät auf der Fähre nicht. Da Barzahlung auch nicht geht, sollen wir einfach bei der Rückfahrt zahlen.
 die Fähre kommt
Außer uns ist nur noch ein weiteres Auto an Bord, was die Anzahl der Passagiere sehr übersichtlich hält. Im Gegensatz zu den anderen Fähren darf man hier während der Überfahrt im Auto bleiben. Die Überfahrt dauert nicht lange und da die einzige Straße der Insel eine Ringstraße ist, entscheiden wir uns für die östliche Variante.
 Castlebay
 Eventhäkeln – auf Barra ganze Tannenbäume
Im Hauptort Castlebay machen wir einen Stopp. Nach Besuch in den zwei offenen Shops, leider kein Cafe dabei, fahren wir weiter auf die kleine Insel Vatersay. Auf Vatersay gibt es ein paar schöne Strände und Stellplätze für die Nacht (gegen Spende). Entsorgen kann man auch hier am Community Center.
 Tolle Dünenlandschaft und tolle Strände

Wir gehen etwas am Strand spazieren, schauen uns das Ganze mal von oben an und fahren zurück nach Castlebay.

 Catalina Flugzeugwrack

Von dort aus fahren wir dann weiter die Ringstraße zum Flughafen. Am Flughafen versuchen wir einen Kaffee zu ergattern. Aber leider hat auch dort alles geschlossen. Und so fahren wir weiter nach Eoligarry. Uns kommen unerklärlich viele Autos entgegen und es wird fast schon lästig. Aber dann stellen wir fest, dass in dem kleinen Ort eine Beerdigung stattfindet und die ganze Insel nun von der Beisetzung kommt. Das läßt die Rush Hour natürlich in einem ganz anderen Licht erscheinen. Unseren Stellplatz am Pier von Eoligarry gibt es leider nicht mehr. Er ist vollgestellt mit Reusen und das Toilettenhäuschen wird gerade neu gebaut. Wir gehen den Strand entlang und genießen die Sicht übers Meer auf die vielen Inseln vor uns. Dann flüchten wir allerdings schnell wieder ins Auto, da es kräftig anfängt zu regnen.
 Fish´n´Ships und Gulls´n´Buoys … manches ändert sich nie

Da wir hier für die Nacht nicht bleiben können, beschließen wir uns einen Platz auf Vatersay zu sichern. Was uns auf Barra immer wieder auffällt, ist wie zugemüllt die Insel ist. Es gibt eigentlich nur zwei Arten von Anwesen. Die, die penibel gepflegt sind und die, die vollkommen zugestellt sind, sei es mit alten Autos oder irgendwelchen Sachen, die man vermeintlich irgendwann nochmal brauchen könnte.



Als wir am Flughafen vorbeikommen, herrscht dort ein ziemlicher Verkehr. Was darauf schließen lässt, dass gleich ein Flieger auf dem einzigen Strandflughafen Europas mit Linienflug Anbindung landet. Kaum stehen wir auf dem Parkplatz, kommt auch schon der Flieger aus Glasgow angeschwebt. Selbst als Laie erkennt man, dass es eine gewisse Erfahrung braucht, um bei dem starken Wind den Flieger sicher auf den Strand zu setzen.
 Landebahn
 feuchte Landung
Auf Vatersay stellen wir uns in eine geschützte Parkbucht, die Stellplatzgebühr soll man bitte beim Community Center in eine Donation-Box werfen. Das erledigen wir am nächsten Morgen zusammen mit der Entsorgung sehr gerne.
 Vatersay Community Center
 unser Schlafplatz
 Vatersay
Kurz vor Sonnenaufgang sind wir schon auf den Beinen und fahren nach Castlebay ins Krankenhaus, das Knie möchte kontrolliert und neu verbunden werden. Auch dieses Krankenhaus kennen wir von früheren Aufenthalten. Während Uschi versorgt wird, fliege ich mal zum Castle.
 Castle in Castlebay
Die Krankenschwester auf Barra meint, dass alles gut wäre und dass in gut zehn Tagen die Fäden raus könnten. Damit wir keine weiteren Besuche beim NHS einplanen müssen, weißt sie meine GG an, nun beim Verbandanlegen gut zu zugucken. Dann stellt sie auf Kosten des NHS ein Care Paket mit steriler Kochsalzlösung zum Reinigen, Verbandsmaterial inkl. Jodpflaster und steriler Schere, sowie Wasserschutz zusammen und verabschiedet sich mit einem freundlichen „bis zum nächsten Mal“. Nach unserem Besuch im Hospital beschließen wir, Barra heute noch zu verlassen. Es ist wieder ein Sturm angekündigt und da weiß man ja nie, wann und ob eine Fähre fährt. Zumal wir auch noch die Fähre North Uist nach Harris bekommen müssen. Wir entscheiden uns die Abendfähre zu nehmen. Auf dem Weg zum Fähranleger biegen wir beim Imbiss Stand „Greim at Grinn“ Richtung Cleat und Barra Golf Club ab und kommen an einen tollen Strand.



 Beach near Cleat
Auch hier gäbe es einen tollen Stellplatz für die Nacht, mit einem grandiosen Meerblick. Wir schlendern etwas am Strand entlang, immer unter ständiger Beobachtung einer neugierigen Robbe.



Um kurz nach drei sind wir am Fähranleger. Wieder bekommen wir ohne Vorausbuchung einen Platz auf der Fähre – im Sommer würden wir uns darauf nicht verlassen. Wir erinnern den netten Kassieren daran, dass wir auch noch die Hinfahrt bezahlen müssen. Der erinnert sich zwar an uns, meint aber, dass das Kartenlesegerät immer noch out of order ist und dass das schon ok so ist. „It is a Calmac problem, not yours“. Na gut, dann müssen wir eben noch ein paar Mal mit der Calmac zur Wiedergutmachung fahren ??


Die Sonne verschwindet schon hinter den Bergen, als wir Richtung Eriskay ablegen. Es ist kalt geworden und wir beschließen noch mal im The Politition zu essen. Für die Nacht stellen wir uns dann auf der anderen Seite des Damms auf South Uist beim Polochar Inn auf den Parkplatz. Den Polochar Inn haben wir schon auf unserer ersten Reise auf die Western Isles in 1999 besucht. Ein paar Jahre später wurde mit Eröffnung des Damms auf die Eriskay The Politition als „Schwesterpub“ eröffnet. Man kann den jeweils anderen Pub bei nicht zu schlechter Sicht sehen und rüber winken. Der Polochar Inn hat leider geschlossen und das Gebäude scheint unbewohnt zu sein. Hoffen wir mal, dass es nur „closed for the season“ ist. In der Nacht war es bitterkalt und die Pfützen sind alle gefroren.
 Polochar Inn


Wir fahren weiter zurück in Richtung Norden. In Lochboisdale versuchen wir einen Kaffee zu bekommen, aber leider ist auch hier alles geschlossen. Der Reif verleiht der Landschaft einen ganz eigenen Charakter und wir halten oft an, um Fotos zu machen.


 Lochboisdale


Da unsere Fähre nach Leverburgh erst am Nachmittag geht, machen wir noch den kleinen Abstecher zum Loch Druidibeg. Die Straße ist nicht gestreut und stellenweise noch recht glatt. Und wieder ist es absolut imponierend, wie sich die Straße durch die Landschaft schlängelt.


 alter, ungenutzter Hafen am Loch Druidibeg
 endlich mal kein Schaf




Es ist fast windstill und die Landschaft spiegelt sich in Hunderten von Seen.





Wir lassen uns so viel Zeit, dass wir uns am Ende doch wieder beeilen müssen, die Fähre zu bekommen. Als wir am Hafen ankommen, ist das Beladen schon in vollem Gange. Zum Glück habe ich – Dank der Gelassenheit der Calmac Mitarbeiter - noch genügend Zeit, um am Hafen zu entsorgen. Auch diesmal haben wir nicht im Voraus gebucht, im Sommer sicher nicht empfehlenswert.
Wir kommen als letztes Fahrzeug mit an Bord und es geht wieder zurück auf die Harris. Nach einer guten Stunde haben wir es geschafft und legen in Leverburgh an.
 Leverburgh
Da es noch relativ früh ist, fahren wir über Rodel und die Golden Road zurück nach Tarbert.
 die Golden Road startet in Rodel



Die Golden Road zählt zu einer der spektakulärsten Straßen in Schottland, sie ist durchgehend eine Single Track Road mit engen Kurven und steilen Steigungen. Sie führt an der Ostküste von Harris entlang und bietet phänomenale Aussichten.
 Golden Road



 Rodel Hotel
 absolut traumhaft
Wir lassen uns wegen der Landschaft und dem tollen Licht am Nachmittag viel zu viel Zeit und auf der Hälfte der Strecke wird es leider schon wieder dunkel. Obwohl wir inzwischen eine gewisse Routine entwickelt haben, dauert es halt immer eine gewisse Zeit, die Drohne in die Luft zu bekommen. Aber für den Start muss man sich immer erst einen guten und sicheren Parkplatz suchen, denn an Touristen wurde beim Bau der Straße nicht gedacht. Im Winter, wenn eigentlich kein Verkehr herrscht, kann man natürlich auch schon mal in einem großen Passing Place halten ohne direkt ans Kreuz genagelt zu werden. Im Sommer aber, wenn hier Betrieb ist, sollte man dies natürlich unterlassen. Wir fahren also auf halber Strecke von der Golden Road ab und wechseln auf die Schnellstraße direkt nach Tarbert. Unser Ziel ist der große Parkplatz bei der Busstation. Dort gibt es eine in die Jahre gekommene Dusche, die aber nach Einwurf eines Pfundes über erfreulich viel warmes Wasser verfügt. Nach dem Duschen geht es (endlich) ins Hebridean Hotel zum Fish´n´Chips essen. Auf dem Großbildschirm läuft eine Sondersendung zum Tod von Franz Beckenbauer, der auch hier in GB offensichtlich eine Legende war. Nach dem Essen geht es für die Nacht auf den Stellplatz zwischen Harris und Scalpay. Uschi meint, die drei Kilometer zum Leuchtturm müssten inzwischen auch mit ihrem Knie machbar sein. Unser erstes Ziel für den nächsten Tag steht also fest. Wir lieben diesen Leuchtturm seit wir 1999 das erste Mal bei einer Wanderung an ihm vorbei kamen. Verlassen und unbewohnt wie er war, war er aber damals schon in den Händen eines Trusts. Sonst wären wir ernsthaft versucht gewesen, das Anwesen zu kaufen …. Mit -6°C war die letzte Nacht die kälteste in diesem Urlaub und das Aufstehen benötigt bei solchen Außentemperaturen immer etwas Überwindung. Irgendwann wird es dann doch im Womo warm, wir frühstücken und um kurz vor acht sind wir am Parkplatz vom Wanderweg.
 wir sind nicht die ersten, die unterwegs sind …
Der Weg ist auch für Knie-Kranke gut zu schaffen. Er hat kaum Steigungen, ist breit und mittlerweile sehr gut angelegt, nur das letzte Stück ist etwas steil und rutschig. Nochmal auszurutschen wäre bestimmt nicht ratsam und so gehen wir äußerst vorsichtig den Hang hinunter.

Kurz nach Sonnenaufgang kommt der Leuchtturm Eilean Glas in Sichtweite. Dieser Leuchtturm ist für uns der Inbegriff eines Leuchtturms, rot weiß gestreift, einsam auf einem Felsen gelegen und mit einem phantastischen Ausblick. Der Leuchtturm überwacht den Minch, die Meerenge zwischen Harris/Lewis und der Insel Skye bzw. den nördlichen Highlands. Die Sonne geht auf jeden Fall spektakulär auf.
 die Sonne geht gleich auf, im Hintergrund die Insel Skye

Wir gehen zuerst am Leuchtturm vorbei auf die ihm gegenüber liegende Felsnase und lassen die Drohne fliegen. Kaum in der Luft beschwert sich das Teil auch schon, dass es ihr zu windig wäre und das ich aufpassen solle. Die arme Drohne hat ganz schön zu Kämpfen.
 Eilean Glas

Nun gehen wir zum Leuchtturm, leider ist alles verschlossen und man kommt in die alten Räume nicht mehr rein. Im Sommer gibt es hier aber ein kleines Cafe. Da kann man sich vorstellen, was hier im Sommer los sein muss, damit sich das lohnt.



 die alten Druckbehälter
 Nebelhornarmaturen
 28 Meter misst der Turm

 --> Link
Ein toller Leuchtturm! Wir machen uns wieder auf den Weg zurück. Man kann den Weg auch als Rundweg machen, aber mit Uschi`s Bein entscheiden wir uns diesmal für den direkten Weg zurück zum Auto.

 unten in der Senke war unser Stellplatz für die Nacht.
Da es noch früh ist, entscheiden wir uns den Rest der Golden Road zu fahren. Wir entsorgen vorher allerdings noch kostenlos beim Recycling-Hof von Tarbert. Dort kann man auch Frischwasser bekommen. An der Golden Road finden sich auch diverse kleine Webereien, die oft nur mit einem Webstuhl den berühmten Harris Tweed weben. Im Winter sind die natürlich geschlossen.





 die Sonne geht schon wieder unter



Eine grandiose Straße mit atemberaubenden Ausblicken.

 die Straße passt sich harmonisch der Landschaft an









 Rodel
Es ist schon wieder dunkel, als wir in Tarbert ankommen und weil es so bequem ist, essen wir nochmal im Hebridean Hotel. Die, die in dieser ruhigen Zeit geöffnet haben, muss man ja schließlich auch unterstützen. Für die Nacht stellen wir uns diesmal an der Straße zum Luskentyre Beach in einen der Camping Spots. Die sind mit speziellen Schildern gekennzeichnet und gut zu erkennen. In der Nacht ist es wieder lausig kalt und die seichte Bucht friert zu. Als am Morgen die Flut einsetzt, fängt das ganze Eis an zu knacken und weckt uns zeitig. Es ist super Wetter und die Sonne erzeugt wunderschöne Farben am Himmel.
 unser kalter Stellplatz



Nach dem Frühstück geht es zurück nach Tarbert zur Fähre. Leider müssen wir uns nun doch auf den Rückweg machen. Wir haben uns für die Fähre Tarbert - Uig entschieden. Die fährt nur gut 1.5 Stunden und spart uns nicht nur den Weg nach Stornoway sondern auch ein gutes Stück Strecke durch die Highlands. Auch diese Fähre ist nur mäßig besetzt und das Verladen dauert nur ein paar Minuten.
Wir verlassen mit einem weinenden Auge Tarbert und steuern auf die verschneite Skye zu.
 Abschied von Tarbert

 wir fahren an Eilean Glas vorbei

 verschneite Skye
Auf der Skye ist es nochmal um einige Grad kälter und die meisten Wasserläufe haben Eis. Wir fahren über den kleinen Pass, der Uig mit dem auf der östlichen Seite gelegenen Ort Staffin verbindet. Hier hat man auf der Passhöhe einen gigantischen Parkplatz errichtet, der auch gut besucht ist. Sogar einige Wohnmobile stehen dort. Der Parkplatz selbst ist mit einer Höhenbeschränkung bestückt, aber für höhere Fahrzeuge gibt es entlang der Straße reichlich Parkbuchten. Die Parkgebühren fanden wir für diesen Hotspot direkt am Einstieg zum Wanderweg rund um The Quiraing angemessen.
 alles gefroren
 Quiraing

Wir fahren weiter über Portree bis nach Broadford, wo wir nach Elgol abbiegen. Leider lassen wir einige schöne Stellen links liegen. Aber uns rennt ein wenig die Zeit davon, müssen wir doch in 3 Tagen in Hull auf die Fähre nach Rotterdam.


Es ist schon dunkel, als wir in Elgol ankommen und wir stellen uns neben den Shop auf den Parkplatz. Es ist kalt und ich hoffe, dass, bis wir morgen wieder losfahren, ein freundlicher Gritter-Fahrer kommt und die 25% Steigung streut. Um kurz vor sieben hören wir dann auch das Streufahrzeug und wir drehen uns nochmal rum. Es gibt kaum einen schöneren Ort als Elgol, wenn man einen Blick auf die Cullins, die imposante Bergkette auf Skye, werfen möchte.

 Elgol
Wir stehen zeitig auf, denn heute müssen wir es bis in den Süden Schottlands schaffen. Die Strecke an sich wäre natürlich locker an einem Tag zu schaffen. Das Problem sind einfach die vielen am Wegesrand liegenden Motive, an denen man einfach halten muss. In der Nacht war es ziemlich kalt und alles ist mit Reif überzogen. Die 25% schaffen wir dank dem Einsatz des Gritters. Die Reifen drehen zwar besonders in der Kurve etwas durch, aber das Auto kämpft sich tapfer den Berg hoch.


 Loch Slapin
 Blà Bheinn


Es geht über die Skye Bridge, am Eilean Donan Castle vorbei durch das verschneite Glen Shiel bis zum Abzweig nach Fort William. Die Berge des Glen Shiel sind noch schneebedeckt und die Bäume voller Reif.
 darf natürlich nicht fehlen, kennt man...

 Glen Shiel
 zauberhafte Märchenlanfschaft








Es geht weiter über Fort William durch das Glen Coe, welches sich heute eindeutig schöner präsentiert als auf der Hinfahrt.
 Glen Coe




gnarz18 am 28 Jan 2024 17:42:22
Als wir das Glen Coe verlassen, ist es auch fast schon wieder dunkel. Wie die Zeit vergeht, wenn man Spaß hat! Aber wir müssen noch etwas Strecke hinter uns bringen. So sind wir gut zwei Stunden später in Stirling. Auf dem ganzen Weg von der Skye bis nach Sterling sieht man überall Schäden, die der Sturm, den wir auf der Hinfahrt hatten, angerichtet hat. Jede Menge umgefallene Bäume, kaputte Autos und Gebäude. In Sterling suchen wir verzweifelt nach einem Stellplatz. Im Internet wird der Parkplatz am Wallace Monument vorgeschlagen, aber dort gibt es jede Menge Schilder, die das Übernachten eindeutig verbieten. Auch die anvisierten Pubs haben keinen Platz für uns - entweder sie haben geschlossen oder der Parkplatz ist zu klein. So landen wir ziemlich geschafft in Falkirk beim Canalside MBK. Den haben wir im vergangenen Jahr im Winterurlaub per Zufall und auch nach einer längeren SP Suche rund um die Kelpies entdeckt. Das ist zwar jetzt nicht der schönste Pub, aber das Essen ist gut, das Personal freundlich und die Gäste sehr mitteilungsbedürftig. Nach zwei Stunden kennen wir die Lebensgeschichte der meisten Gäste. Es sind aber nur 6, uns ausgenommen. Um kurz nach 11 Uhr passieren wir am nächsten Tag die Grenze nach England und machen einen Stopp in Durham mit seiner mächtigen Kathedrale und seinem Castle. Wir nutzen den etwas außerhalb gelegenen, aber extra auch für Womos ausgewiesenen P&R Parkplatz Sniperley, das macht den Besuch wesentlich entspannter. Durham ist ein kleines Universitäts-Städtchen mit 66.000 Einwohnern und einen Besuch wert. Wir schlendern etwas durch die Geschäfte, gehen auf den Hügel zur Kathedrale und gönnen uns in einem netten Pub ein kleines Bier.
 Durham


 Kathedrale


Um kurz nach sechs Uhr sind wir wieder beim Auto und fahren in Hartlepool auf den Parkplatz beim Brewers Fayre, einer Pub-Restaurant-Kette. Wenn man dort speist, darf man die Nacht auf dem Parkplatz verbringen. Wichtig ist aber, dass man sich für die Übernachtung nicht nur an dem beim Eingang aufgestellten Terminal registriert. Das ist nämlich nur für die, die den Parkplatz nach dem Restaurantbesuch wieder verlassen. „Übernachtungsgäste“ müssen sich beim Personal anmelden. Das Essen ist eher convenience food, aber ganz ok und preislich absolut im Rahmen. Deswegen gönnen wir uns am nächsten Morgen dann auch das Frühstücksbuffet. Für 9,99 Pfund gilt „all you can eat and drink“, ein absolut fairer Preis. Schon im Vorfeld hat uns die P&O angeschrieben, dass das Verladen aufgrund von Reparaturen am Terminal in Hull länger dauern würde und raten uns, rechtzeitig am Check In zu sein. Wir machen uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Hull. Weit ist es nicht mehr und nach gut zwei Stunden sind wir dort. Da es noch ein wenig früh für den Check In ist, fahren wir noch nach Hull rein. Die Stadt wirkt leider recht frustrierend auf uns. Man merkt, dass man hier nicht unbedingt in einer wirtschaftlichen Hochburg von GB ist. Neben einem hohen Leerstand bei den Landlokalen gibt es ziemlich viele Charity Shops, die alle gut besucht sind. Im Einkaufszentrum dagegen findet man kaum eine Menschenseele. Auch an einigen Suppenküchen kommen wir vorbei, wo viele Menschen, Jung und Alt, anstehen.
 nichts los
Nach einem kurzen Imbiss fahren wir dann doch etwas früher als geplant zum Check In. Um 15 Uhr haben wir alle Formalitäten erledigt und stellen uns in die Lane. Wir dürfen allerdings erst zweieinhalb Stunden später aufs Schiff, was ziemlich nervig ist.
 über zwei Stunden müssen hier warten...
Der Rest ist schnell erzählt, um 20:30 Uhr legen wir pünktlich ab und sind ebenso pünktlich am nächsten Morgen um 8 Uhr in Rotterdam. Da wir im Schiff relativ weit vorne stehen, kommen wir auch flott von Bord und sind 2.5 Stunden später in Aachen.
Aretousa am 28 Jan 2024 23:54:11 Die Weihnachtsferien sind vorbei (schon etwas länger), Michael war in Schottland und rundherum, wo sonst ;D und hat für uns einen supertollen, spannenden Reisebericht mit, wie immer, traumhaften Bildern geschrieben. Vielen Dank dafür. Es war so schön, mit euch zu reisen. Uschis Unfall war ja schrecklich. Ich hoffe inzwischen ist alles verheilt.
Gast am 29 Jan 2024 01:19:15 Michael, wie immer ein toller Bericht mit eindrücklichen Fotos.... dafür ein dickes Positiv! :top: Hier ist der passende Soundtrack zum Bericht.... Peat & Diesel aus Stornoway, Isle of Harris --> Link
PapaSito am 29 Jan 2024 16:55:32 Auch von mir Michael ein überwältigendes Dankeschön! Wow, was für tolle Aufnahmen- mit wieviel Arbeit liebevoll erstellter Bericht. Ich bin selbst auch England/Schottland-Fan. Verräts du, welche Drohne du benutzt hast? Beste Grüße, Gottfried
volkermuenster am 29 Jan 2024 17:05:21 Moin Michael,
lieben, lieben Dank für diesen Bericht! :daumen2:
Wieder einmal ganz toll - und das sage ich, obwohl noch nicht ganz durch mit lesen. :-)
Die Fotos sind wieder der absolute Hammer - viele davon haben Wandmotivkalenderqualität!
Besonders die Wellenbilder im ersten Teil. (Danach muss ich noch in Ruhe weiterlesen...)
Also von mir ein dickes "Positiv" - leider kann ich nicht soviele geben wie ich möchte - für diese Arbeit, die du dir machst.
Lieben Dank und Gruß Volker
mansch am 29 Jan 2024 17:51:11 Danke für‘s mitnehmen, wieder wunderbare Fotos!
Manni
Stefan-Claudia am 29 Jan 2024 18:22:13 Moin ! lt. Wicki bedeutet Sehnsucht ( von mittelhochdeutsch sensuht, als „krankheit des schmerzlichen verlangens“ ) ist ein inniges Verlangen nach Personen, Sachen, Zuständen oder Zeitspannen. Sie ist mit dem Gefühl verbunden, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können. Es können aber auch Strände sein oder alte Bauwerke oder Leuchttürme oder... Mein lieber Michael, du schaffst beides, Gegenden, Strände und alte Kirchen zu fotografieren wie kaum ein anderer hier die man auch selber besucht hat und weckst Erinnerungen und gleichzeitig werde ich schon wieder krank, so von wegen inniges Verlangen und so... :ja: Na ja, evtl. schaffen wir es ja noch einmal bis ganz nach oben! Schön, das ihr auch an unserem Traumstrand ( Bhaltos Beach ) wart, wir haben dort 2 schöne Tage verbracht. (unten links ist ganz groß unser Mobil zu erkennen :wink: ) Schottland 2017 (594).JPG auf Vatersay ist eine in SCO bekannte Musikgruppe zu Hause, und das hier :arrow: --> Linkist die richtige Musik zum Träumen von einer Fahrt nach Vatersay.... :ja: Vielen Dank für Deine Mühe und weiterhin gute Besserung !
gnarz18 am 29 Jan 2024 20:31:56 Hallo Zusammen, und vielen Dank für den Zuspruch. Das Wichtigste zuerst, dem Knie geht es wieder gut. Inzwischen sind die Fäden gezogen und eine schicke Narbe ziert nun das Knie meiner Frau. Selbst die Hose ist wieder tiptop :D . Mit musikalischer Untermalung wäre das Ganze natürlich noch stimmiger. An der Straße zwischen Castlebay nach Vatersay sieht man den wild dekorierten Tourbus der Vatersay-Boys - wobei der Bus nicht mehr wirklich fahrbereit aussieht. Die Drohne ist eine DJI Mini 3 pro. Die Qualität der Fotos hat mich selbst überrascht und es macht wirklich Spaß mit dem Ding zu fliegen.
Viele Grüße Michael
umobil am 29 Jan 2024 22:26:06 Super Bericht, tolle Fotos
macagi am 30 Jan 2024 10:51:18 Vielen Dank für die schönen Fotos, absolut super. Hoffen wir dass es der GG inzwischen wieder besser geht.
Wie habt ihr das eigentlich mit dem Gas gemacht? Es schien ja durchgehend kalt zu sein, und 2 Flaschen für 3 Wochen? Da muss man echt haushalten.
PS: Habt ihr eigentlich den Dr. Who bei der Telefonzelle (Tardis) gesehen ?
rkopka am 30 Jan 2024 16:10:50 "Wie üblich" tolle Bilder. Eine ähnliche Route will ich auch mal fahren. Allerdings wohl eher nicht im Winter. Auch wenn es schön aussieht, bin ich nicht so sehr der Fan von Kälte, obwohl weniger Touristen schon vorteilhaft wären. Vielleicht im Herbst oder Frühjahr.
Ihr habt ja eine Menge Fähren benutzt. Was hat denn das (Größenordnung) gekostet. Gibt es nicht auch Tickets für Zeit oder mehrere Fahrten ?
RK
gnarz18 am 31 Jan 2024 17:51:38 Dr. Who haben wir trotz intensiver Suche nicht gefunden. Mit dem Gas sind wir gut hingekommen. Es hängt natürlich von den individuellen Heizgewohnheiten ab. Wir schalten die Heizung nachts immer aus, so reduziert sich das Heizen auf morgens 1 Stunde und abends 3-4 Stunden. Tagsüber halten wir uns außer beim Fahren eigentlich nie im Fahrzeug auf, daher entfällt hier auch das Heizen. Geduscht haben wir eigentlich immer in den öffentlichen Duschen. Die Preise für die Fähren sind eigentlich moderate, wobei die Tickets glaube ich auch von der Regierung subventioniert sind. So zahlt man für die Strecke Leverburgh – Berneray für ein Wohnmobil 6.3m mit zwei Personen 52€ und die Fähre benötigt gut eine Stunde. Für eine Kanalfähre Calais-Dover, die 1.5h benötigt werden 120€ verlangt und wir haben gut zwei Monate vorher gebucht. Im Sommer sollte man die Hebriden-Fähren aber auf jeden Fall vorbuchen. Grüße Michael
Lancelot am 04 Feb 2024 15:47:10 So - heute endlich zum lesen dieses superschönen Berichts gekommen :ja: Wie immer : Dein Berichtsstil und Deine Fotos sind einfach schwer zu toppen ... :daumen2: Spannend zu lesen, sehr informativ und toll anzusehen - vielen Dank dafür :)
:dankeschoen:
Oliwah am 11 Feb 2024 16:52:39 Wow! Was für ein ausführlicher Bericht und was für beeindruckende Bilder! Danke fürs Mitnehmen und Teilen!
Beste Grüße Oliver
Momoblog am 24 Jul 2024 12:13:55 Hallo Michael,
Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, deinen Bericht bis jetzt zu übersehen. Dabei hätte ich mir ja denken können, dass ihr im Winter wieder in Schottland wart.
Umso schöner die Überraschung, jetzt deinen Bericht zu lesen und die wirklich fantastischen Bilder zu genießen. Ich merke, dass ich meine Drohne viel zu selten einsetze. Gerade die Drohnenbilder sind wirklich atemberaubend!
Wir werden im September wieder in Schottland sein und eigentlich wollte ich standhaft bleiben und nicht schon wieder auf die äußeren Hebriden fahren. Aber wenn man deine Bilder sieht, wird die Sehnsucht schon riesig!
Liebe Grüße Micha
sonisonne am 19 Jan 2025 23:25:27 Wunderbare Bilder und tolle Eindrücke und Schilderungen. Hat mir sehr gefallen, danke! Die Outer Hebrides sind nun wieder ein ganzes Stücke höher auf meiner Liste ;-)
lonsome am 20 Jan 2025 11:14:20 Hallo,
den Bericht habe ich erst jetzt entdeckt. Die Bilder sind beeindruckend schön, sehr sehr gut fotografiert und bearbeitet. Für mich der beste Bericht, den ich hier gesehen habe.
Mutig, die Reise im Winter zu unternehmen. Aber nur so gibt es die ganz besonderen Eindrücke und Fotos am Ende!
Danke und Gratulation zu so eine, Bericht!
Gruß Klaus
Will2014 am 04 Apr 2026 19:39:42 Hallo, Ich bin auf den Reisebericht über das Suchwort LONDON gestoßen. Will Ende April über London nach Irland und suchte nach Infos. Und dann dieser Reisebericht, einfach Spitze. Ich habe noch nie einen solch tollen Bericht gelesen und solche Superbilder dazu gesehen. Ich bin total begeistert und werde jetzt natürlich auch deine Berichte von Irland lesen. Habe ich in der Chronik gesehen aber noch nicht gelesen. Wird für mich eine schöne Osterlektüre. Nochmals vielen Dank für den sehr schönen Bericht und weitere tolle Reisen möglichst ohne Nähkünste. :? LG Wilfried
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