Hallo Freunde, :razz: :razz: :razz: :razz: :razz:
wie sollen wir nur mit dem Bericht von unserer (etwas chaotischen Osterfahrt) beginnen?
Seit Mitte Dezember waren wir uns darüber einig, in den Osterferien für 2 Wochen in die Bretagne zu fahren. In diesen Monaten haben wir viel über die Bretagne gelesen und uns eine schöne Route zurechtgelegt. Wir wollten von Saint Michael, über Saint Malo bis nach Brest fahren, immer schön der Küste entlang. Aus dem Internet und aus anderen Quellen hatten wir uns jede menge Stellplätze für unsere Tour herausgesucht. Die Vorfreude auf diesen Urlaub war bei Ana, Nils und mir riesig, nicht zuletzt, weil Björn uns schon im Januar zusagte, mit uns gemeinsam diesen Urlaub in der Bretagne zu verbringen. Den ganzen März arbeitete ich als verantwortlicher Koordinator in unserer Firma an einen EDV-Projekt (neue Server, PCs, Funkstreckenverbindung, Software uvm.) in diesem Monat hatte ich sage und schreibe 165 Überstunden gearbeitet (jeden Samstag, Sonntag und abends bis 22-, 23-, 24:00 Uhr). Die Freude auf den 02. April 2004, da begannen in Hessen die Ferien und wir wollten endlich in den Urlaub starten, war riesig. ALLE WAREN URLAUBSREIF!
Doch (leider) kam alles ganz anders!
In der letzen Märzwoche wurde es bei uns frühlingshaft warm (so um die 18, 19 Grad). Schön, endlich Sonne, Wärme, raus. Ab Montag sah ich täglich ins Internet unter Wetteronline.de die Vorhersage für die Bretagne. Doch leider verhieß die nichts Gutes (Wind Regen so um die 12-, 13 Grad).Wir hofften täglich das sich das Wetter in der Bretagne bessern würde, doch leider wurde es immer schlechter. Die Aussichten am Freitagmorgen für die nächsten 5 Tage waren 8-, 9 Grad regnerisch windig (schei..).Am Donnerstagabend als ich mit Ana unser Womo packte, überlegten wir uns vielleicht in Richtung Marseille zu fahren, da waren es so ca. 10 Grad wärmer als in der Bretagne und regnen sollte es laut dem Wetterbericht auch nicht. Am Freitag musste ich noch bis 13:00 Uhr arbeiten, danach wollten wir noch die Lebensmittel im Womo verstauen und nun sollte es endlich in unseren wohlverdienten Urlaub in Richtung Marseille gehen. Als ich um 14:00 Uhr von meiner Dienststelle kam, platzte die Bombe.
BJÖRN FÄHRT NUN DOCH NICHT MIT.
Nee, er hätte doch keine Lust und überhaupt macht ihm Urlaub keinen Spaß, am Samstag wäre irgendeine Feier im Ort und weiß der Geier was dem Burschen noch für Ausreden einfielen um nicht mitfahren zu müssen. Na Klasse, was nun? Den Kerl (15 Jahre) 2 Wochen lang alleine zu hause lassen, nee das wird noch nix (siehe „Fahrt nach Pescara“). Mittlerweile war es 16:00 Uhr das Womo war immer noch nicht reisefertig und das Problem mit Björn war noch nicht gelöst. Zu meinen Eltern konnte er auch nicht, da meine Mutter ins Krankenhaus musste. Um 16:30 Uhr riefen wir Ana’s Schwester an die in Wunstdorf lebt und einen Getränkevertrieb hat, ob Björn vielleicht für 8- oder 9 Tage zu ihr kommen könne, er könnte sich ja im Laden nützlich machen. Maria sagte uns zu und Ana und ich bemühten uns um eine Bahnfahrkarte nach Hannover. Um 19:00 Uhr zog ich am Bahnhof in Weilburg eine Hin- und Rückfahrkarte von Frankfurt nach Hannover. 20:15 Uhr Telefongespräch mit meinem Vater, der sollte Björn am Montag in Merenberg abholen und nach Frankfurt zum Bahnhof bringen. So dieses Problem war gelöst. Da es nun schon nach 21:00 Uhr war, beschlossen wir restlichen Drei, unser Womo am Samstag reisefertig zu machen und eben am Samstagnachmittag loszufahren.
DIE REISE BEGINNT
So um 17:00 Uhr fuhren wir bei leichtem Regen in Merenberg los auf die A3, A48, A1 Richtung Trier. In Luxembourg haben wir noch mal getankt (der Liter Diesel für 64 Cent) und haben auch hier vor einem Bauernhof in einem kleinen Ort mit dem Namen Flaxweiler übernachtet.
Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir am Sonntagmorgen über die Grenze nach Frankreich. An diesem Tag wollten wir uns irgendwo nach Lyon einen Stellplatz für die Nacht suchen. Wir fuhren auf der Autobahn über Metz, Nancy, Dijon, Lyon, Valence, Montelimar. Kurz vor Bollene verließen wir am Abend die Autobahn und fuhren in ein kleines Dorf mit dem Namen Clansayes (ca 720 Kilometer). Hier hatte Ana im „Reisemobil Bordatlas“ einen Stellplatz ausfindig gemacht. “Aire de Toronne“ in Clansayes (ein echter Volltreffer) heißt dieser Stellplatz der unter Eichen und Pinien an einem Ferienbauernhof liegt. Madame Pierres versorgte uns morgens mit frischen Baguettes und abends mit Rotwein aus der Gegend. Nils hatte mit Oskar einem Schäferhund, schnell einen Freund zum Spielen gefunden.
Die Gegend (Departement Drome) ist wirklich schön und aus diesem Grund blieben wir auch bis Mittwoch. Am Montag hatten wir in Clansayes noch so um die 20 Grad und Sonnenschein, am Dienstag noch so 17Grad und leicht bewölkt und für Mittwoch und die nächsten Tage sollte es laut dem Wetterbericht auf N24 in der Gegend kühler werden. Am Mittwochmorgen hatten wir nach dem Frühstück noch Abwasser entsorgt und Frischwasser an Board genommen und fuhren in Bollene wieder auf die Autobahn in Richtung Mittelmeer. Ana suchte im Bordatlas nach einem Stellplatz direkt am Meer für die Nacht. Wir entschieden uns für „Saintes Maries de la Mer“ warum wissen wir auch nicht so genau, uns gefiel einfach der Name. Nach gemütlicher Fahrt (ca. 150 Kilometer) kamen wir nachmittags auf dem Stellplatz in Saintes Maries de la Mer an. Der Schock: Der Stellplatz war ein einfacher asphaltierter Parkplatz ohne Versorgung der mit ca. 150 Wohnmobilen belegt war. Das Wetter: 15 Grad, windig.
Wir entschieden uns trotzdem die Nacht hier zu verbringen, zahlten die 8 Euro Standgebühren und gingen zum Bummeln in die Stadtmitte. Was wir hier sahen, war Touristennepp und Abzocke. Wir sind wirklich keine geizigen Menschen und von „Geiz ist Geil“ halten wir auch nichts, doch die Preise hier waren absolut abenteuerlich. Wir haben uns im Womo Steaks gebraten und einen schönen Rotwein dazu getrunken. Am Donnerstagmorgen gegen 7:30 Uhr klopfte ein Parkplatzwächter und seine Kollegen an die Womos und wollten weitere 8 Euro für die Standgebühr für den Tag kassieren. :twisted: Im Schlafanzug erklärte ich ihm auf französisch (kann ich gar nicht) das wir gleich wieder weiterfahren würden. Wir zogen uns was drüber fuhren raus aus Saintes Maries de la Mer so ca. 20 Kilometer stellten uns in einen Seitenweg in der Carmargue an einem kleinen See frühstückten in Ruhe und sahen den Flamingos beim fressen zu. Hier war es wieder richtig schön. Leider sind wir in den vergangenen Jahren (auch schon mit dem Wowa) am Mittelmeer in vielerlei Hinsicht enttäuscht worden. :? Wir glauben, das wir unsere künftigen Urlaube nicht mehr so schnell am Mittelmeer verbringen werden. :wink: Während des Frühstücks, entdeckte Ana in dem Tourenbuch „Mit dem Wohnmobil durch die Provence“, die Sehenswürdigkeit „Les Baux“. Da unser Kartenmaterial eigentlich für die Bretagne ausgelegt war und unserer ADAC Atlas für Frankreich nur einen zu großen Maßstab hatte, kauften wir uns zwei Michelin Karten für die Region „Provence“ und „Rhone Alpes“. Mit Hilfe dieser Karten war das Ziel in Les Baux (ca 75 Kilometer) recht schnell gefunden.
Les Baux ist ein kleines Dorf auf einem Berg mit einem zerfallenem Kloster. Hier in diesem Dorf (es ist eine Autofreie Zone) kann man hervorragend Bummeln gehen, einen Wein trinken oder wie wir Crepes essen. Nils sah gegenüber von Les Baux auf einem Berg einige Wohnmobile stehen. Wie die wohl dahin gekommen sind? Nach einigen Minuten konnten wir eine kleine Straße erkennen.
Unser Übernachtungsplatz für diesen Tag war gefunden. Freitagmorgen während des Frühstücks, es ist kalt, der Wetterbericht im TV auf N24 spricht auch für die nächsten Tage nur von so ca. 12, 13 Grad. Deutlich wärmer ist es unten ab Valencia, doch das sind auch noch mal ca. 800 Kilometer einfache Fahrt, nö dazu haben wir dann für die restliche Woche dann auch keine Lust mehr.
Wir erinnerten uns an Clansayes und an Madame Pierres die uns morgen mit frischen Baguettes versorgt hat und daran das es in dieser Gegend ja noch soviel zu sehen gab, wie die Krokodilfarm (für Nils) das alte Kloster auf dem Berg, St. Paul usw. Dicke Jacken und Stirnbänder hatten wir ja dabei, also wieder zurück nach Clansayes. Hier blieben wir bis Montag. Es war wie beim ersten Besuch, wir hatten hier sehr viel gesehen, waren viel Wandern, spielten jeden Tag Boule und hatten einfach Zeit um die Seele baumeln zu lassen.
Leider fing es am Montagfrüh an zu regnen, Madame Pierres meinte auch das sich das Wetter so schnell hier nicht ändern würde. Der Wetterbericht auf N24 (unser Frühstücksinfosender) sagte das es Richtung Norden (Nordfrankreich, Deutschland) nicht mehr regnet und auch deutlich wärmer wäre (was auch stimmte) als zur Zeit hier.
Da wir sowieso nur noch 5 Tage Ferien / Urlaub hatten, beschlossen wir Richtung Deutschland zu fahren. Wir fuhren an diesem Montagmorgen in Bollene auf die Autobahn und über Montelimar, Lyon, Beaune, Mulhous, nach Bad Krotzingen (ca. 600 Kilometer) wo wir am Montagabend auf dem Wohnmobilstellplatz vor der Therme Vita Classica ankamen. Warum Bad Krotzingen, dies war reiner Zufall.
Nils dem auf der Fahr langweilig war, sprach ständig davon das er gerne mal ins Schwimmbad gehen würde. Irgendwo fand Ana einen Hinweis auf die Vita Classica und so kamen wir nach Bad Krotzingen. Hier standen so ca. 25 Womos auf dem großen Stellplatz mit VE. 6 Euro pro Tag war auch OK. Am Montagabend ging ich noch mit Ana im direkt angrenzenden Kurpark spazieren. Dieser ist wirklich toll angelegt. Den ganzen Dienstag verbrachten wir in der Therme. 30 Euro Eintritt für die Tageskarte, die sich aber wirklich lohnten. Relaxen in 11 verschiedenen Becken die unterschiedlich temperiert waren, mit Unterwasserlautsprechern zum totalen Entspannen. Wellness Pur.
Am Mittwochmorgen mussten wir noch Entsorgen und Frischwasser tanken. Danach ging es wieder auf die Autobahn Karlsruhe, Bruchsal nach Sinsheim. Hier in Sinsheim verbrachten wir den Mittwoch mit Mc Donald, Stadt ansehen usw. Übernachtet haben wir auf einem Campingplatz so ca. 10 Kilometer von Sinsheim entfernt, da wir am Donnerstag schon gleich um 9:00 Uhr im Technikmuseum Sinsheim sein wollten. Dieser Campingplatz (einfach Zufall) war ein ?-Campingplatz (für Nils war dies hochinterressant). Den ganzen Donnerstag waren wir im Technikmuseum. Hier kann man seit 6 Wochen die Concorde von der Air France von innen besichtigen. Wirklich beeindruckend, doch gegen unser Womo wollte ich die Concorde dann doch nicht eintauschen. Im IMAX 3 D Kino sahen wir eine Tauchfahrt hinunter zur Titanic (einfach Irre). Den Besuch vom Technikmuseum können wir nur empfehlen. Um 17:00 Uhr verließen wir das Museum und entschlossen uns die restlichen 200 Kilometer nach Hause zu fahren. So gegen 20:30 Uhr kamen wir in Merenberg an.
Ach ja, Björn der von meinem Vater am Dienstag in Frankfurt am Bahnhof wieder abgeholt wurde erzählte uns das er bei Maria in Wunstdorf eine tolle Zeit hatte und gerne wiedermal dorthin möchte. Naja.
Fazit dieser Reise:
Natürlich sind wir wieder viel zu viele Kilometer gefahren. Auch haben wir uns zu stark vom Wetterbericht beeinflussen lassen, versucht der Sonne hinterher zufahren (was in dieser Zeit noch recht wenig Sinn macht). ABER: Wir haben wirklich viel gesehen. Haben mit der Region „Departement Drome“ eine Gegend kennengelernt, in der wir bestimmt nicht zum letzten Mal waren. Im Vergleich zur „Pescarafahrt“ im Herbst, haben wir doch schon dazugelernt (wir üben ja noch).
Was wir sonst noch so erlebt haben, berichten wir beim Bier in Berlin.
Nun last mal Eure Meinung zu dieser Reise hören.

