Da ich schon so oft von solchen Talenten profitiert habe und bei einigen schon richtig hilfreiche Vorlagen gefunden habe, will ich mich hier auch einmal an einer Wochenendtour versuchen, die für andere dann auch leicht nachzufahren ist. Daher werde ich auch nicht mit Details geizen, denn so kann, wer möchte, die Tour ganz einfach als Vorlage benutzen.
Freitag, 17.08.07
Ab Köln geht es los etwa 18.30h und nachdem der einzige Schwachpunkt auf dieser Streckenführung, nämlich der Kölner Ring, hinter uns liegt, klappt einfach alles an diesem Wochenende.
Unser erstes Ziel ist der Parkplatz am Stausee von Eupen, der wirklich „Wesertalsperre“ heißt.
Dazu fahren wir in Eupen von der Autobahn ab und geraten prompt in eine große Umleitung, da die Hauptzubringerstraße nach Eupen komplett aufgebuddelt ist. Wären wir doch schon eine Abfahrt vorher in Eynatten abgefahren. Wie sich dann aber herausstellt, gibt es in Eupen selbst auch noch Umleitungen, da man überall am Buddeln ist, so dass es gut hätte sein können, dass uns auch die eine Abfahrt vorher nichts gebracht hätte. Egal, wir kommen gut durch, finden auch die Monschauer Straße (N 67) und somit dann am Verteilerkreis auch den Abzweig in die Straße „Langesthal“ zum Stausee.
Der Parkplatz liegt irgendwo hinter der Staumauer. Wenn die Mauer die anderen Womos bisher getragen hat, wird sie wohl auch unsere 3.5t tragen. Es gibt zwar eine Geschwindigkeitsbegrenzung, aber kein Höhenbegrenzungsschild, was uns ermutigt, ganz langsam mit unseren 3,30m Höhe (bedingt durch die Topbox) über die Mauer zu fahren. Klappt.
Verfahren kann man sich nicht, der Parkplatz ist am Ende der Mauer links hoch ausgeschildert und dann sehen wir auch schon andere Wohnmobile dort stehen. Nicht viele, also kann man sich schön locker weit auseinander stellen. Langsam ist es schon fast dunkel geworden, noch 2 andere Mobile kommen und als mein Mann mit dem Hund vom kurzen Spaziergang zurückkommt, ist es schon stockdunkel. Und ganz schön frisch. Wir machen sogar die Heizung noch an, um noch ein bisschen gemütlich sitzen zu können.
Die Nacht ist dann sehr ruhig. Dafür wissen wir am nächsten Morgen erst einmal die Geräuschkulisse nicht einzuschätzen.
Samstag, 18.08.07
Wir also schnell aufgestanden, uns fertig gemacht, die Jalousien geöffnet und dann können wir während unseres Frühstücks eine Stunde lang ein besonderes Schauspiel beobachten: ein Pkw nach dem anderen kommt an, z.T. mit 1 oder 2, oft aber auch mit 3 oder 4 Männern besetzt. Auf oder an allen Pkw’s Fahrradträger und darauf die entsprechende Anzahl Fahrräder. Bis die Eddy Merckx-Erben aller Altersstufen sich dann aus den Autos geschält haben, die Fahrräder fahrbereit haben, ihr Profi-Outfit fertig angelegt haben, alle nochmals in den Büschen verschwunden sind und dann endlich losfahren, vergeht eine ganze Menge Zeit. Dabei fleißig erzählen, lachen, rufen - das also waren die Geräusche, die uns ab etwa 7.30h irritiert hatten.
Nun gut, wir wollen sowieso nicht den halben Tag verschlafen. Dann war das eben unser Wecker gewesen.
Eigentlich hatte ich geplant gehabt, dass wir morgens einen Bummel durch Eupen machen, aber durch die ganzen Baustellen wäre das wahrscheinlich nicht so sinnvoll. Weil es uns hier gut gefällt und wir sowieso sicherlich mal wiederkommen werden, schauen wir uns den Ort an, wenn wieder alle Löcher zu sind.
Nachdem die Sonne zwischenzeitlich auch die restlichen Nebelschwaden vertrieben hat, lädt nämlich eher die Umgebung hier förmlich zum Spaziergang ein.
Wir also erst einmal den Platz erkundet, den SP für’s Forum fotografiert und dann los am Stausee entlang ein paar Kilometer gelaufen. Immer wieder begegnen uns Fahrradfahrer und ich muss sagen, die Strecken sind auch wunderbar geeignet dafür. Außerdem gibt es dort mittlerweile auch das „Nummernsystem“, das wir seit 2 Jahren auch aus NL kennen: an jeder Kreuzung steht eine Karte und die Wege sind nummeriert. Man muss sich nur einmal die Nummern von Kreuzung zu Kreuzung aufschreiben und kann sich eigentlich nicht mehr verfahren.
Das machen auch wir als Fußgänger uns zunutze und kommen so nach 2 Stunden wohlbehalten wieder am Parkplatz an.
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Von hier aus wollen wir nun nach Spa. Dazu müssen wir erst einmal zurück ein Stückchen nach Eupen rein, können uns aber gleich links halten auf die N 629 in Richtung Jalhay/Spa. Auf dem Weg dorthin kommen wir an der Abzweigung zum Stausee Lac de la Gileppe vorbei. Dieser Parkplatz wäre unsere Alternative für Eupen gewesen, falls das aus irgendeinem Grund nicht geklappt hätte. Also beschließen wir kurzerhand, uns den Platz einfach mal anzuschauen.
Der Parkplatz liegt am Ende der Stichstraße, die von der N 629 abgeht. Direkt neben dem Parkplatz fällt der große Aussichtsturm auf, der natürlich einlädt, die Aussicht auch zu bestaunen.
Mit dem Aufzug geht es nach oben auf die Besucheretage, wo es eine Ausstellung zur Geschichte des Sees und Bau der Staumauer gibt. Außerdem ein kleines Imbissrestaurant.
Die Aussicht ist wirklich lohnenswert.
Der Parkplatz selbst ist nicht so schön angelegt wie an der Wesertalsperre in Eupen. Einfach ein riesiger asphaltierter Platz und fertig. Dafür ist die Umgebung an und über/hinter der Staumauer einladender gestaltet. Das findet wohl auch ein Brautpaar, das zum Fotoshooting mit dem Fotografen dort herum läuft.
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Nun aber zurück zur N 629 und weiter Richtung Spa.
Hinter Jalhay kommt das langgezogene Straßendorf Surister. An und für sich nichts Auffallendes. Deshalb hatte ich auch im Vorfeld keine Informationen darüber, dass es hier etwas außerordentlich Sehenswertes gibt. Erst als wir durch das ganze lange Dorf hindurch waren, war mir klar, das konnte kein Zufall sein: vor jedem Haus, in jeder Einfahrt, auf jeder Wiese standen Strohfiguren, Vogelscheuchen etc. Sie saßen gemütlich auf der Bank vor dem Haus oder lehnten in der Einfahrt. Alle waren mehr als hübsch angezogen.
Zu Hause nachgeschaut – und eins kann ich sagen: dafür fahren wir in einem der nächsten Jahre nochmals dorthin.
Genannt wird es --> Link
Ein Einwohner des Ortes hat vor Jahren mal in Frankreich im Urlaub einen Ort gesehen, in dem das gemacht wurde. Zuhause hat er das bei sich auch gemacht und in kürzester Zeit fanden alle im Ort das so nett, dass sie daraus nun seit dem Jahr 2000 ein „Festival“ gemacht haben. 60 bis 70 dieser Figuren/Figurengruppen stehen mittlerweile in dem Ort.
Wirklich empfehlenswert. Schade, dass wir entschieden haben, nicht dafür umzukehren.

