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Thesen zum kränkelnden Campingfahrzeuge-Markt 1, 2


Gast am 02 Sep 2008 18:50:45

Die Politik hat Ihre Opfer und die Interessenvertretungen der Wohnmobil- und Wohnwagenbauer haben sich verkalkuliert.

Laut Pressebericht zu den Problemen bei Knaus/Tabbert, ist der Markt für Neufahrzeuge um 30 % eingebrochen. Wundern darf sich darüber aber keiner, weil das absehbar war.

1. Womo-Steuer-Erhöhung, Plakettenverordnung, Mineralölsteuererhöhungen haben unsere Staats"Diener" zu verantworten. Resultat: Verunsicherung der Käufer, Verteufelung des Wohnmobilfahrens, Wertvernichtung des Bestandes, der keine grüne Plakette bekommt. Fahrzeuge älterer Bauart sind nicht mehr „umweltschonende Schätzchen“, weil sie ja nicht erst neu hergestellt werden müssen, sondern werden zu „Stinkern“ abgestempelt, die in den Städten unerwünscht sind und lieber in der Wüste fahren sollen. So etwas hinterlässt auch im Unterbewussten „Eindrücke und Stimmungen“, die das Kaufverhalten prägen.

2. Die Verbände haben nichts Erkennbares getan, um gegenzusteuern. Ich war und bin beteiligt an den Steuerverfahren. Was da während der politischen Planungszeit vom DCHV und oder dem CICD kam, war beschämend. Man hätte auch dem ADAC klarer machen können, dass ein Ankämpfen alleine gegen die Rückwirkung wahrscheinlich sinnlos, jedenfalls völlig bedeutungslos ist. Man hätte schlicht auf die Barrikaden gehen müssen. Dies gilt bei der Steuer und natürlich erst recht bei der Plakettenverordnung. Warum haben diese Verbände keine Sternfahrt nach Berlin organisiert, sondern indirekt den Steuererhöhungen und Verschärfung der Abgasvorschriften auch für Altfahrzeuge noch das Wort geredet; wahrscheinlich in der klammheimlichen Hoffnung, dadurch mehr Neufahrzeuge absetzen zu können? Wer kann sich noch an die Statements vor ca. 2 Jahren erinnern, als die Womo-Steuerdebatte in vollem Gange war? Wenn´s um die Landwirte gegangen wäre, hätten die den Mist am Brandenburgertor Tonnenweise abgeladen, und zwar vom Verband ordentlich organisiert.

3. Die Rechnung der Hersteller, alte Fahrzeuge uninteressanter zu machen (durch höhere Besteuerung und Fahrverbote in den Innenstädten) könnte sich, falls es so war, als Rohrkrepierer erweisen. Diejenigen, die ein "Schätzchen" haben, werden es nur mit Preisabschlägen los. Das Geld fehlt also für den Neukauf. Steigen gleichzeitig Steuern und Abgaben und die Preise der Fahrzeuge auch schon wieder gewaltig, könne sich weniger entschließen, sich ein neues Fahrzeug zu kaufen. Also bleiben die Hütten stehen. Schaut nur mal bei den namhaften Herstellern bei mobile.de und gebt als Baujahr 2008 ein. Da stehen bei den Concorde-Händler ca. 150 Neufahrzeuge herum, bei Hymer sind es 1.000, Bei N+B 100 usw. usw.. Und zwar nur die, die bei mobile.de gelistet sind! Wer mit wachem Auge durch die Lande fährt und sich die Höfe der Händler anschaut, der kann sehen, dass da kaum mehr Platz für ein 5m-Mobil ist, alles zugestellt. Das war vor ein zwei Jahren im Sommer nicht so. Da waren die Höfe ?ger. Laut Presseberichten zum Knaus/Tabbert-Problem: Die hohen Preisabschläge hätten den Gewinn verhagelt; ach so, dann ist also der Käufer daran Schuld, weil er so viel von den sehr hohen Preisen wieder heruntergehandelt hat!?

4. Ein durchschnittliches Womo kostete im Jahr 2000 so ca. 75.000 DM, heute 75.000 EUR. Das Einkommen vieler Menschen ist in gleicher Zeit inflationsbereinigt gesunken. Gleichzeitig wurden Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Die hier weggefallenen Arbeitsplätze schaffen auch keine Kaufkraft für neue Wohnmobile oder Wohnwagen. Ein Ungar kauft kaum ein deutsches Wohnmobil für durchschnittlich 75.000 EUR, wovon denn??? Will sagen, die Preisentwicklung und die Einkommensschere laufen strikt auseinander.

5. Mit dem Modellwechsel 2006 zu 2007 waren die meisten Hersteller überfordert. Auf der Messe in DÜ standen 2006 nur halbfertige Prototypen. Verkauft wurde aber schon, so dass dann Anfang 2007 Zitronenfahrzeuge ausgeliefert wurden, die anschließend beim Kunden reifen sollten. Man braucht nur dieses Forum zu lesen, um zu wissen, dass die Mängelhäufigkeit stark zugenommen hat. Bei mieser Grundstimmung kann allein diese Mängelhäufigkeit, die ja auch schon auf der Messe und den dortigen Ausstellungsfahrzeugen beschrieben wird, auch ein Fass zum Überlaufen bringen.

6. Diese Verschlechterung der Rahmenbedingungen färbt ab auf alle Fahrzeuge im Altbestand. Wenn ich so sehe, für welche Preise auch höherwertige Fahrzeuge nicht verkaufbar erscheinen, wird einem Angst und Bange um den Werterhalt des eigenen Fahrzeuges. Das färbt auf die Kaufstimmung sehr deutlich ab.

7. Weder die Politik noch die Verbände kümmern sich um den Werterhalt des Bestandes, durch nachrüstbare Filter, verbesserte Kats und oder Bestandsschutz für die Umweltzonen; Sperrzonenen, wäre ehrlicher, denn mit Umweltschutz hat das ja wirklich nichts zu tun.

Was tun:

Keine Schnick-Schnack-Modellpolitik mehr, sondern Vorhandenes verbessern, Bewährtes beibehalten und nicht das Rad ständig schlechter neu erfinden. Die Modelle könnten wieder preisgünstiger produziert und verkauft werden. Die immensen Entwicklungskosten für die neuen „Gardinen- und Polster Modelle“ könnten vermindert werden.

Die Politik muss die Kfz-Steuer abschaffen. Dazu müssen die Länder endlich über ihren Schatten springen. Statt dessen wird nur noch die Mineralölsteuer erhoben: Wer viel fährt und stinkt zahlt auch viel, fertig.

Wir führen zum Ausgleich eine Straßenmaut ein. Dann ist wenigstens der innere Schweinehund erschlagen, dass viele europäische Freunde uns abzocken dürfen, aber auf unseren Straßen kostenlos fahren, womöglich sogar ohne hier zu tanken oder etwas einzukaufen (Transitland halt).

Die völlig abstruse PlakettenVO gehört in den politischen Papierkorb. In Köln, einer Vorreiterstadt beim Sperren der Innenstadt, ist kein messbarer Erfolg feststellbar. Darüber wundert sich auch niemand, der einen IQ oberhalb der Zimmertemperatur hat und sich ein bisschen mit dem CO2- und Russthema beschäftigt. Auch alte Wohnmobile verschwinden nicht vom Markt, nur weil sie nicht mehr in die Innenstädte fahren dürfen. Die "stinken" dann woanders. Gut so, dafür müssen sie nicht neu produziert und Rohstoffe eingesetzt werden. Etwas pflegen und erhalten hat auch etwas mit Kultur zu tun. Alle beklagen die Wegwerfgesellschaft, die Politik will uns dazu zwingen.

So lange diese Plakettenverordnung existiert und zur Umweltbelastung insgesamt muss die Branche nachrüstbare Technik auf den Markt bringen, um den Werterhalt der Altfahrzeuge zu fördern. Nur wer nach Jahr und Tag noch gutes Geld für sein "Schätzchen" bekommt, ist auch kaufwillig, wenn es um ein neues oder neueres Fahrzeug geht.

Die gesamte Steuerbelastung muss runter, andere Länder haben es vorgeführt. Steuerprivilegien gehören abgeschafft, wozu dann allerdings auch die 20 Cent Steuerermäßigung je Liter Diesel gehören würden. Würde man dafür Flugkerosin angemessen besteuern, wäre zusätzlich mehr Gerechtigkeit und auch etwas für den Umweltgedanken getan. Nur: Die Fluglobby hat ihre Interessen immer gut durchsetzen können. Da könnten die Verbände der Campingbranche in die Lehre gehen.

Die Hersteller- und Händlerverbände brauchen engagierte Leute, die die Probleme der Wohnmobilisten und Caravaner kennen und auch in die Parlamente befördern. Vielleicht sollte man Standesvertreter der Bauernverbände oder aus dem öffentlichen Dienst abwerben, die wissen, wie Lobbyarbeit funktioniert. Ich glaube, die Camping-Branche schläft den Schlaf des Gerechten und wundert sich, dass der Markt weg bricht. Statt sich selbst auf übertriebenen Pompmessen zu beweihräuchern sollte man lieber die Ärmel aufkrempeln, und dem Campingtourismus den Weg bereiten. Nur vom Luxussegment, dass nach wie vor Käufer findet, kann eine ganze Branche nicht leben.

Wo kein Weg ist oder durch zu hohe Abgaben versperrt wird, da fährt auch kein Campingfahrzeug mehr.

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Gast am 02 Sep 2008 19:15:43

:daumen2:

Tja, und deswegen erfreue ich mich weiterhin an meinen preisstabilen "Stinker" mit gelber Plakette,
welche Karre hat sonst schon einen Wertverfall bei 0,-€ in 4Jahren.
(ohne Oldtimer zu sein)

Wie heißt es doch so schön, "Da weiß man doch was man hat". :wink:

Gast am 02 Sep 2008 19:20:18

Genau...auch ohne Plakette fährt es sich in Berlin ganz gut. :D

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Kerli am 02 Sep 2008 19:21:37

rantanplan hat geschrieben:
.......Die Rechnung der Hersteller, alte Fahrzeuge uninteressanter zu machen (durch höhere Besteuerung und Fahrverbote in den Innenstädten) könnte sich, falls es so war, als Rohrkrepierer erweisen..........



Bild

Und genau das waren die Gedanken der Hersteller :!:

Tolles "Eigentor" :!:

Bergbewohner1 am 02 Sep 2008 19:45:42

Danke für die Ausführungen, dasTraurige daran ist, die erkennen nichts und ändern deshalb daran auch nichts.
Habe am Wochenende meinen L 200 verkauft, warum :?: laut STVO LKW, aber PKW Steuer, kaufe mir nun einen T5 gebraucht mit Allrad, bezahle 300 € weniger Steuern und 900€ weniger Versicherung, könnte damit fast reich werden, wenn der Umsatz nicht rückläufig wäre, wer produziert oder Dienstleistungen anbietet, merkt am ehesten, die Leute geben kein Geld mehr aus.

Nordmann am 02 Sep 2008 19:55:50

Betrüblich ist lediglich, dass wieder Arbeitsplätze verloren gehen. Ansonsten ist dieser Konsolidierungskurs der Boombranche Camping für meinen Geschmack längst überfällig.

Es ist ein wenig mit Ferienimmobilien vergleichbar. Am Anfang hast du noch was fürs Geld bekommen. Dann explodierte der Markt und die Preise mit ihm. Jetzt stehen viele Appartements in den zugebauten Mittelmeerregionen leer.

Politik, Unternehmen, Aktionäre sind einfach zu gierig geworden. Da kann man nicht mehr "gegenan" bezahlen. ? recht. Aus 75000 DM im Jahr 2000 sind heute 75000 Euro geworden. Ich denke, wir sehen die Spitze eines Eisberges.


Nordmann

couchpotato am 02 Sep 2008 20:14:33

Ich kann Dir nur zustimmen, rantanplan.

Was vielleicht auch ein Problem ist: Die Hersteller setzen auf eine aussterbende Zielgruppe. Campingurlaub im Wohnmobil ist toll für Familien. Aber welche Familie kann sich das leisten? Und wo sind die Angebote für diese Zielgruppe?

weltcamper am 02 Sep 2008 20:27:42

Nach dem absatzstarken Jahren 05/06 haben alle auf Teufel komm raus produziert. Wollten alle was vom Kuchen und da blieb auch die Qualität auf der Strecke. Dazu der Modellwechsel der Basisfahrzeuge.
Ich denke das sich der Absatz auf einem Niveau von 2002 einpendelt, und es jetzt wieder mehr auf Qualität statt Quantität geht.
Einige gerade die großen werden aber ordentlich bluten.
Andreas

Chris_62 am 02 Sep 2008 20:43:49

Mir hat unser Händler heute genau solches berichtet.

Auch die Mietwomos sind langsam unerschwinglich . Treue Stammkunden würden lieber die Kinder auf Zeltlager schicken. Eltern machen dann Balkonien...

Die älteren Kunden die ihre lebendsversicherung in ein Womo steckten gingen auch zurück! Zurückhaltung weil alles teurer wird!

Zum Thema minderwertige Fabrikation des Caravansalon seien die neueren teuren Chassis schuld , da wird dann am Aufbau gespart . Am qualifizierten Personal auch! Er empfiehlt auch eher Womos bis Bj. 2006.

Dieses Familiencamping ( komme nicht auf den Namen :?)

welches Zelte auf CP vermietet sei dieses Jahr voll überrannt worden .

30 % mehr Anfragen als sonst . Euro Camp oder so ähnlich ?


rantanplan , das hast du sehr gut geschrieben !!!

Ich nominiere Dich zum Verkehrsminister :wink: !

MichaelW am 02 Sep 2008 20:51:22

Super zusammengefaßt:
Die Analyse von rantanplan sollte zur Pflichtlektüre aller Überlebenswilligen der Branche werden, vielleicht geht denen und der Gestzgebung (noch rechtzeitig) ein Licht auf......................wäre schade um einige Hesteller.

Beduin am 02 Sep 2008 20:59:50

Eurocamp-Eurosite usw. Da gibt es einige. Das habe ich mir vor 12 Jahren auch mal angetan, lach, ich mit Robin im T2 und meine Freundinn mit all den Kindern (4) im Zelt.
War ganz OK, aber 14 Tage auf einem Fleck, mit Animation :? aber die Kinder hatten Spass :)

Diejenige die bluten, haben die nicht selber Schuld?
Jahrlang am Bedarf vorbei produziert, sich gleichsetzten wollen mit der PKW Industrie, alle Jahre was neues, nichts wirklich ausgegorenes? Nicht nach dem Markt und im Net geschaut?
Falsche Vorstände gehabt?

Der Kunde sich auf alte Infos? bezogen, weil die ja mal Gut waren? Mit dem schnellen Euro gerechnet, nachdem es hies Steuern hoch, Plakette dran, Stinker raus usw.
Mitleid, hält sich unter den Voraussetzungen in Grenzen. Schon eher mit den "kleinen" wie zB ................... :evil: ..... was fahren Sterntalers? Die jetzt keinen gefunden haben der den Laden übernehmen wollte .............. :evil:

Gast am 02 Sep 2008 21:02:31

Hallo Rantanplan !

Du sprichst mir und sicher auch der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung aus der Seele. Man merkt, das sich da bei Dir was angestaut hat, was du mal loswerden musstest. Mir gehts absolut genau so !
Es läuft immer mehr schief im Lande.

Gerade am Wochenende hab ich das mal wieder eindringlich gesehen, als an den Tankstellen in Trier tote Hose war während nebenan in Luxemburg endlose Schlangen von Wohnmobilen und anderen Dieselfahrzeugen Schlange standen, um den Sprit 20 Cent billiger zu tanken.
Die Biegung der Bananen kriegen die EU-Bürkraten hin, aber nicht so wesentliche Dinge wie eine Steuerharmonisierung und mehr Steuergerechtigkeit innerhalb der EU.

Ich bin seit einiger Zeit wild entschlossen, eine neue Partei zu gründen, um nicht immer nur wütend über unsere armseligen Politiker und Parteien zu schimpfen, ohne wirklich etwas zu tun. Das Parteiprogramm ist fast fertig.

Deine Vorschläge stehen bereits drin. Wenn ich den richtigen, charismatischen Kanzlerkanditaten finde, erreichen wir die absolute Mehrheit aus dem Stand.

ES REICHT DEN DEUTSCHEN - VERÄNDERUNG MUSS HER !

PS: Verkehrsminister ist ok, wenn ich Kanzler werden darf ;)

Gast am 02 Sep 2008 21:08:55

Chris_62 hat geschrieben:rantanplan , das hast du sehr gut geschrieben !!!

Ich nominiere Dich zum Verkehrsminister :wink: !


Sei vorsichtig:

Wenn ich Verkehrsminister des Bundes wäre, würde folgendes passieren:

1. Mit diesen meinen Ansichten würde ich nie Verkehrsminister in diesem Lande!! Kein Dieselfahrer würde mich wählen.

2. Sollte das doch passieren, obwohl nicht parteilich gebundene Bürger in diesem Land eigentlich gar nichts werden, würde zunächst mal gar nichts passieren.

3. Dann müßte man nämlich zunächst die Ministerienverwaltung abschaffen, da diese maßgeblich eingetrene Pfade beschreitet und man gegen diese Macht allein kaum ankämpfen könnte.

4. Wenn diese kleinen Hürden überwunden wären, müßte man zunächst das föderale System abschaffen, weil dieses der Fortentwicklung unseres Landes permanent im Wege steht. (z.B. ist die Kfz-Steuer von der Länderzustimmung abhängig).

5. Nach dieser Kleinigkeit würde ich die Kfz-Steuer abschaffen, Diesel höher besteuern als Benzin, weil Diesel mehr stinkt, und die gesamten Einnahmen aus der Mineralösteuer in den "Verkehr" einschließlich öffentliche Verkehrsmittel auch in strukturschwachen Gegenden stecken. Ausserdem würden Projekte unterstützt, die für zukünftige Mobilität forschen. Flugbenzin würde wie Diesel besteuert. Alle auch nur denkbaren Lösungsversuche, sich von Rohöl und Erdgas unabhängiger zu machen, würden aus meinem Topf gefördert, ohne Ansehen der Person, der Lobby und ob derjenige CO2-gläubig ist oder nicht.

6. Wenn mich bis dahin keiner erschossen haben sollte, kommt naürlich die Maut. Ich nehme aber an, dass man spätestens nach der gerechten Anhebung der Dieselsteuer oder gar Erhöhung über die Benzinsteuer derselben, quasi wie eine Stinkersteuer, sich einen anderen Minister wird suchen müssen. Für größere Aufgaben bliebe dann viel Raum für einen mutigen Mitstreiter. Ich hätte gar keine Chance mehr, die Wohnmobilsten von der Steuer zu befreien und die Mwst. auf nur noch den halben Steuersatz zu senken, so wie bei Büchern oder anderen lebenswichtigen Dingen.



PS: Ich würde die Wahl annehmen...

Gast am 02 Sep 2008 21:12:02

Von anderen Foren kenne ich den DANKE-Button. Für den Beitrag von Rantanplan hätte ich ihn gedrückt! :top:

Blixxing am 02 Sep 2008 22:19:00

Das war mal ein Statement - Hut ab.
Habe schon vor 2 Jahren vom ADAC eine Reaktion gegen die Besteuerung der "Stinker" erwartet, dann vom Verband der Hersteller. Aber es kam nur lauer Wind, zum Teil sogar kontraproduktiv.
?'s aber richtig erkannt - die dachten, da kaufen sich alle die gaaaanz neuen und gaaanz toolen WoMos zu gaaaanz tollen Preisen. Das ging ja wohl gründlich in die Hosen - und jetzt baden's halt wieder die Arbeiter und Angestellten in den Betrieben aus, das gaaaanz tolle Management verdrückt sich dann klammheimlich.
Ich hoffe, mein Stinker macht's noch lange - und wenn ich mir's Fahren nicht mehr leisten kann, kommt er im Garten auf Böcke und ich fahr die Markise aus.

Stefan-Claudia am 02 Sep 2008 23:18:42

rantanplan

Super ! Das Du einen Plan hast wundert keinen hier und Deine Aussagen treffen ins Schwarze, auch wenn es manchmal wehtut.
Die Verkehrs - u. Umweltpolitik in diesem unserem Lande ist nun mal verlogen : Da werden Programme zur Senkung des CO2-Ausstoßes verabschiedet, die jeder dieser sogenannten SUV - Vehikel sofort wieder im Dreck erstickt. Die öffentlichen Verkehrsbetriebe müssen den vollen MWST - Satz bezahlen - die Flieger zahlen keinen Cent Benzinsteuer !

abo1 am 02 Sep 2008 23:20:14

hallo

trotzdem ist der plötzliche wertverlust von oberklassefahrzeugen (egal ob PKW oder womo) in den letzten monaten frappierend

ich checke für meine persönliche GuV rechnung regelmässig die wertverluste unserer fahrzeuge

mein nun 7 jahre alter schweden-PKW hatte von anfang 2004 bis märz 2008 im schnitt rund 130,- wertverlust.

in den fünf monaten seit ende märz bis anfang september hat er (bei einer eh schon unterdurchschnittlichen fahrleistung von kaum 6000km) 2480,- lt eurotax (schwacke) an wert verloren.

das sind rund 480,- im monat und damit rund 4x soviel als er rechnerisch nun hätte verlieren sollen

und das alles vermutlich nur wegen blöder 20cent (oder 15%) spritpreiserhöhung. das soll mal wer verstehen ....

und angeblich sieht es in der ganzen oberklasse dzt so aus
die grossen leasingrückläufer (auch diesel) stehen derzeit auf den gebrauchtwagenplätzen wie angeschraubt

warum solte es da im Womo bereich anders sein

lg
g

pekakü am 03 Sep 2008 00:55:38

[quote="gast"]Die Politik hat Ihre Opfer und die Interessenvertretungen der Wohnmobil- und Wohnwagenbauer haben sich verkalkuliert.

Hallo,

zu den sehr interessanten Ausführungen dieses Threads möchte ich doch auch mein Statement abgeben.

Die "Politik" hat keine Opfer, die Politiker sind unsere gewählten Vertreter, sie haben in unserem Namen gehandelt, folglich sind es unsere Opfer. Ich will nicht über unser Wahlsystem plaudern, die Schwächen kennen fast alle, bzw. bekommen sie zu spüren.

Die Interessenvertretungen mögen sich vielleicht verkalkuliert haben, ich bezweifele aber stark, dass diese Interessenvertretungen überhaupt minimalen Einfluss auf den politischen, in diesem Fall europäischen Umweltwahnsinn (die Umweltzonen werden Stück für Stück europaweit ausgedehnt) hatten oder hätten haben können. Dafür sind sie wirklich, prozentual an der Bevölkerung gemessen, zu "klein".
Der größte deutsche WoMo-Hersteller Hymer hat mal gerade eine Milliarde Umsatz bei sinkenden Gewinnen im letzten Geschäftsjahr; da gibt es doch einige größere Konzerne mit größerer Lobby.
Die Entscheidungsträger hören sich höflichkeitshalber die Argumente dieser Verbände an, obwohl bereits alles längst beschlossen ist/war?
Sicherlich wird der eine oder andere gedacht haben, die Plaketten führen zu höheren Gewinnen im Neugeschäft, aber das ist doch heutzutage der Grundgedanke in Deutschland , hauptsache "ICH" mache meinen Reibach!

Zurück zu Thema, Beispiel Knaus

Knaus beschreibt sich selbst so:

Knowhow gezielt einsetzen

Die richtige Unternehmensorganisation muss darauf ausgerichtet sein, aus einem konzentrierten Bestand an Knowhow immer differenziertere Produkte zu entwickeln. Deswegen steuern wir unser Unternehmen markenübergreifend und setzen auf flache, transparente Hierarchien. Das verkürzt unsere Entscheidungswege und macht unser Unternehmen flexibler, wandlungsfähiger und dadurch wettbewerbsfähiger.

DAS hat wohl nicht funktioniert, Worte sind geduldig!

Standortübergreifend werden die Geschäfte und Prozesse der KNAUS TABBERT GROUP von insgesamt 6 Geschäftsbereichen geführt: Gesamtstrategie, Marketing & Vertrieb, Finanzen & Controlling, Technik & Logistik, Qualitäts- & Umweltmanagement und Sonderfertigung.

Der Vorstandsvorsitzende hat(te) folgende Aufgaben:

Thomas Dickenberger ist seit Sommer 2001 Vorsitzender des Vorstandes der Knaus AG. Im Gesamtkonzern verantwortet Herr Dickenberger die Bereiche strategisches Management, Markenmanagement, Vertrieb, Einkauf, Personal sowie das Qualitäts- und Umweltmanagement.


Das Know How war da, aber die Gesamtstrategie war wohl schlicht und einfach falsch

:!:

Das Buch Nieten in Nadelstreifen war lesenswert, an den Arbeitern bei Knaus hat es sicher nicht gelegen.

Ich stelle mir folgende Fragen:

Wie kann ein Konzern mit fast einer halben Milliarde Umsatz 2005 und dicken Gewinnen kein Eigenkapital gebildet haben :?: :?: :?:

Warum bleibt der Schuster nicht bei seinen Leisten und muss für hohe Entwicklungskosten einen eigenen S-Liner entwickeln, der für die Konkurrenz keine Konkurrenz ist? Der Name Knaus stand doch immer für die Mittelschicht? VW floppte auch mit dem Phaeton, nur weil ein paar Fahrzeuge verkauft wurden, hat sich das Projekt betriebswirtschaftlich noch lange nicht gerechnet.

Warum mussten immer mehr differenzierte Produkte entwickelt werden, anstatt das wichtigste Merkmal, das Qualitätsmanagement und den Kundenservice zu verbessern?


Meine These:

Fast alle anderen Hersteller von Wohnmobilen sind in Großkonzernen zusammengefasst. Geht es einer Sparte darin schlecht, werden die Verluste "locker" durch die anderen wettgemacht. Weitere Insolvenzen wird es somit kaum geben.
Die Qualität der Masse der Mobile wird sich kurzfristig nicht verbessern.
Der Wohnmobilist wird weiter über die Umweltzonen jammern, sofern er nicht eine grüne Plakette hat, ändern wird das aber auch nichts.
Ob der Diesel subventioniert wird oder nicht, spielt auch keine Rolle. Gestöhnt haben wir beim Dieselpreis von 1,58, jetzt ist er 1,38 und das sind die 20 cent. Wir jammern 2 Wochen und dann ist alles wie gehabt. Nein, wir freuen uns dann tatsächlich über einen Dieselpreis von nur:
DM 2,75, soweit hat uns die "Politik" und die "Wirtschaft" gebracht.


Mir tut es leid um die vielen Knausmitarbeiter und deren Familien und die Knausfahrer, falls es wirklich in die Insolvenz gehen sollte.
Bleibt zu hoffen, dass der Service für die bestehenden Mobile auch weiter gewährleistet ist, der jetzt entstandene Wertverlust ist aber nicht mehr wettzumachen.
Herr Dickenberger hat in den 7 Jahren Vorstandsvorsitzender allerdings bestimmt genug verdient, um sich beruhigt und frühzeitig in den Ruhestand zu verabschieden.


[/b]

Tipsel am 03 Sep 2008 01:22:37

Wir waren ja seinerzeit zu einer Werksbesichtigung dort und es wurde auch das Konzept recht gut rübergebracht. Der kleine Liner sollte einschlagen. Sie wollten punkten mit ihm. Schon das Aussehen wie ne bissige Hummel im Rückspiegel oder sowas.... hab nicht richtig aufgepasst.

Auch der Standort des Werkes wurde wohl so gewählt, dass in ländlichen Gebieten Arbeitsplätze geschaffen werden. Mottgers, ein weiterer Produktionsort hier in unserer Nähe ist ebenfalls Diaspora-.

Auch beim Wohnwagenbau haben sich die Leute auf die Bedürfnisse der Klientel eingestellt, also Engländerkinder fallen runter ins Bett der Eltern, oder Sintis schlafen niemals mit nem Klo im Wagen.

Und die Arbeiten im preisgünstigeren Ausland beschränkten sich nach meinem Verständnis nur auf Zuarbeiten. Die Fertigungsstraße hat ebenfalls einen sehr guten Eindruck auf uns gemacht und nur deshalb haben wir uns wieder für eine Knausi entschieden.

Wir waren auch in Polch, haben auch dort einen Tag der offenen Tür mitgemacht.
Aber von Knaus waren wir nach der Werksbesichtigung überzeugt, weil dort nach dem, was wir gesehen haben, Qualität hergestellt wird.

Umso mehr sind wir erschrocken, dass nun sowas kommt.

Billigmarken überleben scheinbar, denn Sirio oder weißderteufel ist noch nicht in der Presse zu finden.

Aber ich glaub, ich vermische grad zwei Threads :oops:

Tipsel am 03 Sep 2008 02:08:48

Muss trotzdem noch was nachschieben:

Irgendwann gibts vielleicht einen einzigen Hersteller, der alle aufgekauft hat und evtl. aus den Fehlern der anderen lernt und taugliche Womos herstellt :wink:

Ich glaube, kein einziger Hersteller hat jemals seine Entwickler und deren Ehefrauen nebst Kindern mit dem Womo in den Urlaub geschickt und die Tauglichkeit getestet, oder die Zuladung gewogen.

Und erst dann werden wir zufrieden sein.

CJ8Scrambler am 03 Sep 2008 02:23:23

pekakü hat geschrieben:
(...)

Meine These:

Fast alle anderen Hersteller von Wohnmobilen sind in Großkonzernen zusammengefasst. Geht es einer Sparte darin schlecht, werden die Verluste "locker" durch die anderen wettgemacht. Weitere Insolvenzen wird es somit kaum geben.
[/b]


Na ja – der erste Satz stimmt, wenigstens teilweise. Viele Reisemobil-Hersteller gehören einer „Gruppe“ an – von „Konzern“ zu reden scheint mir etwas übertrieben. Zu Hobby gehört noch Fendt – aber das macht aus dem Unternehmen aus Fockbek noch keinen „Konzern“.

Westfalia Van Conversion gehört der Münchner Aurelius AG.

Eura und Karmann gehören zu Trigano, vielleicht schon eher ein kleiner Konzern.

Und dann noch die Hymer-Gruppe, mit Hymer, Bürstner, Dethleffs, Niesmann & Bischoff, etc.

Ach ja, und natürlich Volkswagen Nutzfahrzeuge mit einigen Tausend Einheiten kleinerer Reisemobile, oder von-mir-aus auch Freizeit-Fahrzeugen. Das ist dann, zweifellos, ein Konzern.

(Um die Relationen mal gerade zu rücken: VW baut in etwa ein, zwei Wochen vom Golf etwa so viel Exemplare wie die komplette Freizeitfahrzeug-Industrie in Deutschland in einem Jahr.)

Bleiben dennoch noch etliche andere (zugegeben, vor allem – von den Stückzahlen und der Marktrelevanz her - kleinere) Hersteller „übrig“. Der wohl „größte“ dürfte derzeit Concorde sein, oder vielleicht Carthago? Anyway.

Zu Satz 2: Da bin ich anderer Auffassung, die These ist gewagt. Wenn der Gesamtmarkt (im Bereich Reisemobil + Caravan) zusammen bricht (und das tut er gerade, in ganz Europa, von Nord bis Süd, von Norwegen bis Spanien), wenn sich die Stückzahlen massiv reduzieren, trifft das natürlich jedes Unternehmen aus der Branche. Manche mehr, andere weniger. Und wenn alle „Töchter“ einer Muttergesellschaft mit der Produktion und dem Vertrieb von Freizeit-Mobilen beschäftigt sind, schlägt eine Absatzkrise bei allen durch, gehen vermutlich bei allen die Absätze zurück. Warum sollte nur Firma X und Y betroffen sein vom Absatzrückgang, Firma Z jedoch nicht? In Düsseldorf ist derzeit niemand begeistert über die Lage, manche sind mehr, andere weniger zufrieden – aber federn lassen sie derzeit alle.

Von daher tippe ich auch darauf, dass es durchaus weitere Kandidaten gibt, die in finanzielle Schieflage geraten könnten. Wie weit das geht, ob bis zur Insolvenz, das ist eine andere Frage (übrigens ist die Knaus Tabbert Group ja noch nicht insolvent). Aber ich brauche nicht viel Phantasie, um mir den ein oder anderen weiteren Kandidaten für „finanzielle Engpässe“ vorzustellen. Auch wenn ich es niemandem, vor allem den Mitarbeitern nicht, wünschen würde.

CJ8Scrambler am 03 Sep 2008 02:28:40

Tipsel hat geschrieben:
Ich glaube, kein einziger Hersteller hat jemals seine Entwickler und deren Ehefrauen nebst Kindern mit dem Womo in den Urlaub geschickt und die Tauglichkeit getestet, oder die Zuladung gewogen.



Belegbar falsch - auch wenn man es kaum glauben mag :-)
Hier und da kommt es tatsächlich vor.

OliverB am 03 Sep 2008 07:53:11

Die Problematik der Gewinneinbrüche und der Qualitätsprobleme gehen doch einher.
Im Zuge der Herstellerkonsolidierung verschwinden viele mittlere Unternehmen unter dem Dach von Konzernen. Kleinere Hersteller weichen in Nischen aus, welche von Großunternehmen nicht abgedeckt werden können, weil zu kostenintensiv. Die Konzerne sind in der Regel Aktiengesellschaften, welche Gewinne für die Besitzer, sprich Aktionäre erwirtschaften wollen um am Jahresende eine möglichst dicke Dividende auszuschütten.
Primär ist das Ziel eines Unternehmens Gewinne zu erwirtschaften. Qualität ist ein sekundäres Ziel und spielt somit eine ungeordnete Rolle. Die Qualität dient ausschließlich als Mittel zum Zweck.
Die Qualität wird zu Gunsten der Gewinnmaximierung so lange nach unten gefahren, bis ein kritischer Bereich erreicht wurde. Der Weg zurück ist in der Regel äußerst steinig, da teuere Kompetenz und Fachwissen durch günstige angelernte Kräfte ersetzt wurde. Ist in einer Produktion erst einmal der Wurm drin, bekommt man diesen nur mit viel Kraftaufwand wieder raus. Dieser Kraftaufwand ist aber teuer und reduziert die Dividende, also wird nach einem anderen Weg gesucht; Design ! Wenn der Käufer bereit ist, viel Geld für schlechte Qualität auszugeben, soll er zumindest gut aussehende schlechte Qualität bekommen.
In vielen Bereichen ist heutzutage die fehlende Qualität am Produkt durch Design und vor allem durch qualitativ hochwertiges Marketing ersetzt worden.
Und zum Marketing gehört auch, dass den Banken und Aktionären wohlwollende Umsatzanalysen vorgelegt werden. Solche Analysen sind für die Zukunft gemacht, und die ist ja erst morgen. Banken geben aber heute Geld und Käufer kaufen heute.

Hier lese ich viele davon, dass die Qualität der Campingfahrzeuge bis zum Jahrgang xxxx deutlich besser war wie heute. Wann hat die Herstellerkonsolidierung begonnen ?

Dethleffsfahrer am 03 Sep 2008 08:32:45

Nochmal@ Rantaplan, ganz genau getroffen!!!
:daumen2:

Jagstcamp-Widdern am 03 Sep 2008 09:37:10

wenn ein produkt schlecht oder zu teuer oder gar beides ist, dann verschwindets halt vom markt.
wenn man was produziert, was keiner will, dann verschwindets auch vom markt.
wenn man aus einem unternehmen mehr geld rauszieht, als man erwirtschaftet, dann geht das unternehmen halt über den jordan.
so ist das in allen branchen.

so what???

grusz hartmut

Gast am 03 Sep 2008 09:57:12

pekakü hat geschrieben:Wie kann ein Konzern mit fast einer halben Milliarde Umsatz 2005 und dicken Gewinnen kein Eigenkapital gebildet haben :?: :?: :?:


Dazu kann ich dir aus eigener leidvoller Erfahrung sagen, das es u.U. nur wenige magere Jahre braucht, um die noch so dicken Reserven aufzubrauchen, vor allen Dingen, wenn Du keine Mitarbeiter entlassen willst und auch sonst kaum Möglichkeiten der nennenswerten Kosteneinsparung hast. Das hält kein Unternehmen länger durch. Je größer die Firma, desto schneller und größer sind die Ausschläge von dicken Gewinnen zu katastrophalen Verlusten.

Außerdem stehen bei Gewinnen zuerst die Aktionäre Schlange, um teilzuhaben. Da läßt sich die Bildung größerer Reserven nur schwer durchsetzen.

Gut, wenn man sich da (wie wir damals auch) auf seine Wurzeln besinnt, auf dem Teppich bleibt und in den mageren Zeiten kleine Brötchen bäckt und nicht auch noch dicke teure Imageobjekte startet wie Knaus den Liner.

Rumbuddel am 03 Sep 2008 10:21:49

Die Problematik der wegbrechenden Märkte ist doch ganz einfach und an unserer Familie als Beispiel auch ganz einfach nachzuvollziehen.

Eltern, zwei Kinder, Hund (leider gestern morgen eingeschläfert "schnüff" aber Samstag werden wir einen Welpen abholen) und zwei Katzen. Wohneigentum ohne Schulden. Ein gesichertes, gutes Einkommen, welches uns der Mittelschicht zuordnet.

Da ein Einkommen zum Zeitpunkt als wir Kinder bekamen gereicht hat, haben wir beschlossen, dass es wichtig ist, das jemand zu Hause ist, wegen der Kinder. Und es hat sich als richtig erwiesen ... ganz nebenbei.

Ergo, meine Frau hatte das bessere Einkommen und so bin ich Hausmann. Bis 2002, vor der Euroeinführung hätten wir niemals gedacht, uns über finanzielles ernsthaft Gedanken machen zu müssen. Ca 5000 DM monatlich ... pfff, uns gehts doch gut. Heute wären es umgerechnet 7xxx DM netto aber es bleibt nichts mehr übrig für Luxusgüter - und dazu zähle ich ein Wohnmobil.
Die private Altersvorsorge verschlingt einiges, die finanzielle Vorsorge für die Kinder, Rücklagen fürs Haus, gestiegene Lebenshaltungskoste - Energie, Lebensmittel etc - und wir sind nicht bereit auf unser Leben jetzt zu verzichten. Also mal Essen gehen, Kino, ein guter Wein, kochen für Freunde ...

Natürlich, uns geht es nach wie vor gut. In unserem Rahmen, weil wir keine großen Ansprüche haben. Aber es bleibt kein Spielraum mehr. Und so geht es vielen die wir kennen. Und wir und viele denen es so geht sind eigentlich eine typische Wohnmobilklientel. Also haben wir uns gescheut das finanzielle Risiko eines Neukaufes einzugehen und uns ein gut gepflegtes altes Schätzchen im 10.000€ Bereich gekauft. Sind hoch zufrieden und die teurere KFZ - Steuer, naja, bis wir die 30.000 € weniger Kaufpreis jemals für die Mehrsteuer ausgegeben haben ... mal ganz von Darlehenszinsen zu schweigen.

Und wenn sich nicht in einem absehbaren Zeitraum etwas ändert, so wird der Markt für Wohnmobile weiter einbrechen. Und nicht nur dieser. Die gesamte Touristikbranche wird sich noch umschauen. Ebenso die Elektrobranche.

Aus meiner Sicht kommen da ganz harte Zeiten auf die Wirtschaft zu.

Gast am 03 Sep 2008 10:45:27

ich kann Rumbuddel nur Recht geben, denn uns geht es fast genauso, nur das wir keine Kinder haben, zwei gute Einkommen, dafür ist aber unser Haus noch nicht bezahlt :D
Vor ein paar Jahren wäre es nun aber kein Problem gewesen mal mit der Bank zu sprechen und einen Kredit aufzunehmen, sieht heute leider anders aus. Denn ich arbeite bei einer Firma die gerade 1000 Arbeitsplätze vernichtet und was aus dem Job meiner Frau wird, steht auch in den Sternen, da kaufe ich mir doch keinen Luxusartikel für 50.000 Euronen auf Kredit :!:
Also wird weiter gemietet und sich nach einem gutem gebrauchten Mobil umgesehen, alles ohne Eile aber neu kaufen, sorry das wird nix.

Matthias

OliverB am 03 Sep 2008 11:46:54

die Märkte brechen doch nur wegen Konsumverweigerern weg :!:
Die Teuerungsrate liegt doch immer nur bei 1,5% pro Monat.
Der Euro hat die Lebenshaltungskosten überhaupt nicht tangiert.
[Politikerlügen OFF]

[Realität ON]
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Dollar steigt
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Dollar sinkt.
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Euro steigt
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Euro sinkt.
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Rohölprei steigt.
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Rohölprei sinkt.
Energiekosten (Gas/Strom) wird nicht mehr um 5% verteuert, nein, es geht gleich um 25% nach oben und das zweimal pro Jahr.

Ich zähle mich ebenfalls zu den Konsumverweigeren, da ich das alles kompensieren muss. Ich zähle mich ebenfalls zur Sorte der "Geiz ist geil"-Menschen, da ich dazu gezwungen werde.
Heute ist Feinkost-Aldi anstatt Edeka, Rewe & Co. angesagt.

Tja, und wenn das immer noch nicht reicht, bleibt es im Winter im Haus etwas kühler und auf anraten von Politikern wird der dicke Pullover angezogen.

Ich bin kein Hartz IV-Empfänger. Ich habe ein unbezahltes Haus, ein Gehalt mit welchem ich eine 5-köpfige Familie ernähren kann. Ich zähle somit zur sogenannten Mittelschicht. Genau aber diese Mittelschicht muss sich immer mehr zur Decke strecken. Weil genau diese Mittelschicht den Karren zieht. Weil genau diese Mittelschicht den größten Anteil der Steuer- und Soziallast und Abgabenlast trägt.

Unser alles Problem ist, dass unsere Politiker sich vom Volk so weit entfernt haben, dass wir zwischenzeitlich von einer herrschenden Klasse regiert und abgezockt werden.

Die Mittelschicht ist ausgenommen und nun trifft es die Märkte. Und das mit voller Wucht; nicht weil die Mittelschicht nicht will, sondern nicht mehr kann.
Damit alles aber noch rosig aussieht, werden Steuererleichterungen vorgenommen. Im gleichem Atemzug werden aber Sozialleistungen drastisch verteuert.
Ohne gravierende Änderungen an dem System werden nach und nach Konzerne welche mit Luxusgütern ihr Geld verdienen, massiv Probleme bekommen. Und seien wir doch ehrlich, Womo oder Wowa ist ein üppiger Luxusartikel.

Gast am 03 Sep 2008 12:09:19

rantanplan hat geschrieben:Die Hersteller- und Händlerverbände brauchen engagierte Leute, die die Probleme der Wohnmobilisten und Caravaner kennen und auch in die Parlamente befördern. Vielleicht sollte man Standesvertreter der Bauernverbände oder aus dem öffentlichen Dienst abwerben, die wissen, wie Lobbyarbeit funktioniert.


Können wir sowas nicht selber machen? Hier im Forum ist doch genug Sachverstand und Motivation vorhanden.

Ich bin zwar selbst kein Lobbyist, aber sowas kann man sicherlich lernen. Und meinen Abgeordneten des Vertrauens würde ich, nach entsprechender Vorbereitung, gerne mal auf die Pelle rücken.

Immer von Politikänderung zu reden ist doch unnütz, nichts ändert sich, was man nicht ändert.

Was meinen andere hier im Forum dazu? Kriegt man das hin?

OliverB am 03 Sep 2008 12:15:55

aldebaran hat geschrieben:
Ich bin zwar selbst kein Lobbyist, aber sowas kann man sicherlich lernen. Und meinen Abgeordneten des Vertrauens würde ich, nach entsprechender Vorbereitung, gerne mal auf die Pelle rücken.


wenn du den Abgeordneten deines Wahlkreises einen entsprechenden Aufsichtsratsposten anbieten kannst, würde das die Chance ein offenes Ohr vorzufinden erheblich erhöhen. Stichwort "Parteiraison" ... :evil:

pesojudaan am 03 Sep 2008 12:16:41

Hallo alle,habe diesen disussion mal mitgelesen.Bin neu hier,geburtige Hollander(Niederlander)wohne seit 1981 hier in Deutscheland.Ich komme immer noch nicht zu recht mit den Deutsche einstellumg,mund halte und weitermachen,nur weil einen von dieser bundesregierung GEKAUFTE EXPERTE sagt dass alles was die bundesregierung bestimmt richtig ist.LEUTE GEHET SELBER AUF DER STRASSE,alles geht hier mehr und mehr den bach runter,nur weil diesen GEKAUFTE EXPERTE sachen dass dass richtig ist,und dies kunnen wir die leute auch noch zumuten.Auch wir haben uns zum kauf einen wohnmobiel entscheiden,und zwar ein Fiat Ducato <knaus Traveller 625.Baujahr 1992,top geplegt,wir haben 2007 mit 5 personen(2 erwachsenen,3 kinderen)1 woche mit einen miet mobiel ausprobiert,weil im gleiche jahr einen 3 woche tour dorch den west kuste von Amerika bevohrstand.Und diesen jahr dan den kauf einen eigenen wohnmobiel.Nur so grosseres teil ab 30000€ wahr bei uns nicht mehr mogelich.Bei aller problemen hier in Deutscheland verstehe ich eins nicht,GEHT ALLE MAN AUF DEN STRASSE,UND ZEIGE EURE UNMUT,when men alles nur runterschluckt,und sagt ja aber einen generalstreik ist nicht erlaubt,when alle auf die strasse gehen was wil diesen bundesregierung machen.Dein ausfuhrung rataplan hat mich beeindrukt,miterweilen sind mehren leute onhe studiert zu haben bessere experte als die gekauften,die immerhin auch mehr verdienen in monat als wie ich in einen ganze jahr,eure forum steht bei mir hoch in kurs,mache so weiter,habe schon die einen oder andere tip hier bekommen(gelesen)Wir fahren am 05.09 nach Dusseldorf,wollen uns beim zubehor noch rumkucken,veilleigt sieht men den einen oder ander,viel spass weiter mit unsere hobby,und vielleight andert sich mal was positiev.e Peter

Gast am 03 Sep 2008 12:21:20

rantanplan hat geschrieben:Gleichzeitig wurden Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Die hier weggefallenen Arbeitsplätze schaffen auch keine Kaufkraft für neue Wohnmobile oder Wohnwagen. Ein Ungar kauft kaum ein deutsches Wohnmobil für durchschnittlich 75.000 EUR, wovon denn???


Diese Art der Kostensenkung, die ja geradezu hipp ist, ist imho eine der schwachsinnigsten Ideen überhaupt.

In meiner Branche ist deutlich zu sehen, das Firmen, die allein aus Gründen der Kostensenkung im Heimatmarkt in den Osten gezogen sind, jetzt mit dem Preisanstieg in Osteuropa massive Probleme bekommen. Die Kosten steigen (teils noch höher als vor der Auslagerung), und zusätzlicher Absatz im Produktionsland kann nicht generiert werden, da weder Produkt noch Preis dort marktfähig sind.

Unternehmer, die jetzt vor diesem Problem stehen, haben es m.E. nicht anders verdient.

Und wie immer baden es die Angestellten aus, während Vorstände, Aufsichtsräte etc. es auch nocht wagen, nach staatlicher Hillfe schreien.

Und bei Knaus beispielsweise kann das jetzt darauf hinauslaufen, das sowohl die deutschen als auch die ungarischen Arbeitsplätze wegfallen. Das ist doch ganz großes Tennis....

Gast am 03 Sep 2008 14:58:19

OliverB hat geschrieben:die Märkte brechen doch nur wegen Konsumverweigerern weg :!:
Die Teuerungsrate liegt doch immer nur bei 1,5% pro Monat.
Der Euro hat die Lebenshaltungskosten überhaupt nicht tangiert.
[Politikerlügen OFF]

[Realität ON]
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Dollar steigt
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Dollar sinkt.
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Euro steigt
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Euro sinkt.
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Rohölprei steigt.
Kraftstoff/Energie wird teuer wenn der Rohölprei sinkt.
Energiekosten (Gas/Strom) wird nicht mehr um 5% verteuert, nein, es geht gleich um 25% nach oben und das zweimal pro Jahr.

Ich zähle mich ebenfalls zu den Konsumverweigeren, da ich das alles kompensieren muss. Ich zähle mich ebenfalls zur Sorte der "Geiz ist geil"-Menschen, da ich dazu gezwungen werde.
Heute ist Feinkost-Aldi anstatt Edeka, Rewe & Co. angesagt.

Tja, und wenn das immer noch nicht reicht, bleibt es im Winter im Haus etwas kühler und auf anraten von Politikern wird der dicke Pullover angezogen.

Ich bin kein Hartz IV-Empfänger. Ich habe ein unbezahltes Haus, ein Gehalt mit welchem ich eine 5-köpfige Familie ernähren kann. Ich zähle somit zur sogenannten Mittelschicht. Genau aber diese Mittelschicht muss sich immer mehr zur Decke strecken. Weil genau diese Mittelschicht den Karren zieht. Weil genau diese Mittelschicht den größten Anteil der Steuer- und Soziallast und Abgabenlast trägt.

Unser alles Problem ist, dass unsere Politiker sich vom Volk so weit entfernt haben, dass wir zwischenzeitlich von einer herrschenden Klasse regiert und abgezockt werden.

Die Mittelschicht ist ausgenommen und nun trifft es die Märkte. Und das mit voller Wucht; nicht weil die Mittelschicht nicht will, sondern nicht mehr kann.
Damit alles aber noch rosig aussieht, werden Steuererleichterungen vorgenommen. Im gleichem Atemzug werden aber Sozialleistungen drastisch verteuert.
Ohne gravierende Änderungen an dem System werden nach und nach Konzerne welche mit Luxusgütern ihr Geld verdienen, massiv Probleme bekommen. Und seien wir doch ehrlich, Womo oder Wowa ist ein üppiger Luxusartikel.


@rumbuddel
@Matthiasg

als ich vor ein paar Monaten ähnliche Erfahrungen und Aussichten hier im Forum postuliert habe , wurde ich als Meckerer und Jammerer bezeichnet.
So schnell ändern sich die Ansichten und die Sichtweisen.
Leider finde ich den Thread nicht mehr.
Da sind nämlich diejenigen , die mich als Jammerer bezeichnet haben , plötzlich in diesem Thread selber "Jammerer".
Da wurde gefragt , was das Gejammer soll, da wurde von einem anderen Schreiber auf diese Frage ein dicker Smilie mit Daumen hoch gepostet usw.
Ich stehe weiterhin dazu:Der Euro ist nur noch eine Mark wert und bei den Energiekosten nur noch 10 Pfennig und Leute , die vor 3 Jahren netto 5000,-€ hatten,haben heute fürs gleiche Geld nur noch die Hälfte im Einkaufswagen.
Unbestritten ist , das es genug Leute gibt , die unverschuldet in Not geraten sind, da nicht mehr raus kommen und mit noch viel weniger Einkommen auch viel weniger einkaufen können.
Und fest steht auch für mich :Heute, nach 2 Jahren , könnte ich mir das gleiche WOMO nicht einmal mehr gebraucht kaufen für das Geld , das ich damals ausgeben konnte.
lg
p

Gast am 03 Sep 2008 15:29:47

rantanplan hat geschrieben:Die Politik hat Ihre Opfer und die Interessenvertretungen der Wohnmobil- und Wohnwagenbauer haben sich verkalkuliert.

Laut Pressebericht zu den Problemen bei Knaus/Tabbert, ist der Markt für Neufahrzeuge um 30 % eingebrochen. Wundern darf sich darüber aber keiner, weil das absehbar war.

1. Womo-Steuer-Erhöhung, Plakettenverordnung, Mineralölsteuererhöhungen haben unsere Staats"Diener" zu verantworten. Resultat: Verunsicherung der Käufer, Verteufelung des Wohnmobilfahrens, Wertvernichtung des Bestandes, der keine grüne Plakette bekommt. Fahrzeuge älterer Bauart sind nicht mehr „umweltschonende Schätzchen“, weil sie ja nicht erst neu hergestellt werden müssen, sondern werden zu „Stinkern“ abgestempelt, die in den Städten unerwünscht sind und lieber in der Wüste fahren sollen. So etwas hinterlässt auch im Unterbewussten „Eindrücke und Stimmungen“, die das Kaufverhalten prägen.

2. Die Verbände haben nichts Erkennbares getan, um gegenzusteuern. Ich war und bin beteiligt an den Steuerverfahren. Was da während der politischen Planungszeit vom DCHV und oder dem CICD kam, war beschämend. Man hätte auch dem ADAC klarer machen können, dass ein Ankämpfen alleine gegen die Rückwirkung wahrscheinlich sinnlos, jedenfalls völlig bedeutungslos ist. Man hätte schlicht auf die Barrikaden gehen müssen. Dies gilt bei der Steuer und natürlich erst recht bei der Plakettenverordnung. Warum haben diese Verbände keine Sternfahrt nach Berlin organisiert, sondern indirekt den Steuererhöhungen und Verschärfung der Abgasvorschriften auch für Altfahrzeuge noch das Wort geredet; wahrscheinlich in der klammheimlichen Hoffnung, dadurch mehr Neufahrzeuge absetzen zu können? Wer kann sich noch an die Statements vor ca. 2 Jahren erinnern, als die Womo-Steuerdebatte in vollem Gange war? Wenn´s um die Landwirte gegangen wäre, hätten die den Mist am Brandenburgertor Tonnenweise abgeladen, und zwar vom Verband ordentlich organisiert.

3. Die Rechnung der Hersteller, alte Fahrzeuge uninteressanter zu machen (durch höhere Besteuerung und Fahrverbote in den Innenstädten) könnte sich, falls es so war, als Rohrkrepierer erweisen. Diejenigen, die ein "Schätzchen" haben, werden es nur mit Preisabschlägen los. Das Geld fehlt also für den Neukauf. Steigen gleichzeitig Steuern und Abgaben und die Preise der Fahrzeuge auch schon wieder gewaltig, könne sich weniger entschließen, sich ein neues Fahrzeug zu kaufen. Also bleiben die Hütten stehen. Schaut nur mal bei den namhaften Herstellern bei mobile.de und gebt als Baujahr 2008 ein. Da stehen bei den Concorde-Händler ca. 150 Neufahrzeuge herum, bei Hymer sind es 1.000, Bei N+B 100 usw. usw.. Und zwar nur die, die bei mobile.de gelistet sind! Wer mit wachem Auge durch die Lande fährt und sich die Höfe der Händler anschaut, der kann sehen, dass da kaum mehr Platz für ein 5m-Mobil ist, alles zugestellt. Das war vor ein zwei Jahren im Sommer nicht so. Da waren die Höfe ?ger. Laut Presseberichten zum Knaus/Tabbert-Problem: Die hohen Preisabschläge hätten den Gewinn verhagelt; ach so, dann ist also der Käufer daran Schuld, weil er so viel von den sehr hohen Preisen wieder heruntergehandelt hat!?

4. Ein durchschnittliches Womo kostete im Jahr 2000 so ca. 75.000 DM, heute 75.000 EUR. Das Einkommen vieler Menschen ist in gleicher Zeit inflationsbereinigt gesunken. Gleichzeitig wurden Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Die hier weggefallenen Arbeitsplätze schaffen auch keine Kaufkraft für neue Wohnmobile oder Wohnwagen. Ein Ungar kauft kaum ein deutsches Wohnmobil für durchschnittlich 75.000 EUR, wovon denn??? Will sagen, die Preisentwicklung und die Einkommensschere laufen strikt auseinander.

5. Mit dem Modellwechsel 2006 zu 2007 waren die meisten Hersteller überfordert. Auf der Messe in DÜ standen 2006 nur halbfertige Prototypen. Verkauft wurde aber schon, so dass dann Anfang 2007 Zitronenfahrzeuge ausgeliefert wurden, die anschließend beim Kunden reifen sollten. Man braucht nur dieses Forum zu lesen, um zu wissen, dass die Mängelhäufigkeit stark zugenommen hat. Bei mieser Grundstimmung kann allein diese Mängelhäufigkeit, die ja auch schon auf der Messe und den dortigen Ausstellungsfahrzeugen beschrieben wird, auch ein Fass zum Überlaufen bringen.

6. Diese Verschlechterung der Rahmenbedingungen färbt ab auf alle Fahrzeuge im Altbestand. Wenn ich so sehe, für welche Preise auch höherwertige Fahrzeuge nicht verkaufbar erscheinen, wird einem Angst und Bange um den Werterhalt des eigenen Fahrzeuges. Das färbt auf die Kaufstimmung sehr deutlich ab.

7. Weder die Politik noch die Verbände kümmern sich um den Werterhalt des Bestandes, durch nachrüstbare Filter, verbesserte Kats und oder Bestandsschutz für die Umweltzonen; Sperrzonenen, wäre ehrlicher, denn mit Umweltschutz hat das ja wirklich nichts zu tun.

Was tun:

Keine Schnick-Schnack-Modellpolitik mehr, sondern Vorhandenes verbessern, Bewährtes beibehalten und nicht das Rad ständig schlechter neu erfinden. Die Modelle könnten wieder preisgünstiger produziert und verkauft werden. Die immensen Entwicklungskosten für die neuen „Gardinen- und Polster Modelle“ könnten vermindert werden.

Die Politik muss die Kfz-Steuer abschaffen. Dazu müssen die Länder endlich über ihren Schatten springen. Statt dessen wird nur noch die Mineralölsteuer erhoben: Wer viel fährt und stinkt zahlt auch viel, fertig.

Wir führen zum Ausgleich eine Straßenmaut ein. Dann ist wenigstens der innere Schweinehund erschlagen, dass viele europäische Freunde uns abzocken dürfen, aber auf unseren Straßen kostenlos fahren, womöglich sogar ohne hier zu tanken oder etwas einzukaufen (Transitland halt).

Die völlig abstruse PlakettenVO gehört in den politischen Papierkorb. In Köln, einer Vorreiterstadt beim Sperren der Innenstadt, ist kein messbarer Erfolg feststellbar. Darüber wundert sich auch niemand, der einen IQ oberhalb der Zimmertemperatur hat und sich ein bisschen mit dem CO2- und Russthema beschäftigt. Auch alte Wohnmobile verschwinden nicht vom Markt, nur weil sie nicht mehr in die Innenstädte fahren dürfen. Die "stinken" dann woanders. Gut so, dafür müssen sie nicht neu produziert und Rohstoffe eingesetzt werden. Etwas pflegen und erhalten hat auch etwas mit Kultur zu tun. Alle beklagen die Wegwerfgesellschaft, die Politik will uns dazu zwingen.

So lange diese Plakettenverordnung existiert und zur Umweltbelastung insgesamt muss die Branche nachrüstbare Technik auf den Markt bringen, um den Werterhalt der Altfahrzeuge zu fördern. Nur wer nach Jahr und Tag noch gutes Geld für sein "Schätzchen" bekommt, ist auch kaufwillig, wenn es um ein neues oder neueres Fahrzeug geht.

Die gesamte Steuerbelastung muss runter, andere Länder haben es vorgeführt. Steuerprivilegien gehören abgeschafft, wozu dann allerdings auch die 20 Cent Steuerermäßigung je Liter Diesel gehören würden. Würde man dafür Flugkerosin angemessen besteuern, wäre zusätzlich mehr Gerechtigkeit und auch etwas für den Umweltgedanken getan. Nur: Die Fluglobby hat ihre Interessen immer gut durchsetzen können. Da könnten die Verbände der Campingbranche in die Lehre gehen.

Die Hersteller- und Händlerverbände brauchen engagierte Leute, die die Probleme der Wohnmobilisten und Caravaner kennen und auch in die Parlamente befördern. Vielleicht sollte man Standesvertreter der Bauernverbände oder aus dem öffentlichen Dienst abwerben, die wissen, wie Lobbyarbeit funktioniert. Ich glaube, die Camping-Branche schläft den Schlaf des Gerechten und wundert sich, dass der Markt weg bricht. Statt sich selbst auf übertriebenen Pompmessen zu beweihräuchern sollte man lieber die Ärmel aufkrempeln, und dem Campingtourismus den Weg bereiten. Nur vom Luxussegment, dass nach wie vor Käufer findet, kann eine ganze Branche nicht leben.

Wo kein Weg ist oder durch zu hohe Abgaben versperrt wird, da fährt auch kein Campingfahrzeug mehr.



Hallo rantanplan ,

einmal mehr wieder eine hervorragende Analyse der WOMO-Fahrersituation.

Gehen wir auf die Barrikaden , ich gehe mit , egal wann ,egal wo !
Wer geht noch mit ?
Wetten , das niemand mitgeht ?
Wahrscheinlich bin ich jetzt in den Fokus der "Stasi" geraten. :D :D
Das würde ausgehen , wie das Hornberger Schießen, jeder der uns streiken sähe,würde mit Steinen nach uns werfen , da Viele sich nicht einmal einen Kleinwagen mehr leisten können.
Liebe
Peter

Gast am 03 Sep 2008 16:06:51

Freetec 598 hat geschrieben:Das würde ausgehen , wie das Hornberger Schießen, jeder der uns streiken sähe,würde mit Steinen nach uns werfen , da Viele sich nicht einmal einen Kleinwagen mehr leisten können.
Liebe
Peter


Auch wenn Du wahrscheinlich recht hast geht mir da das Messer in der Tasche auf.

Wenn in diesem Land endlich mal begriffen würde, das Geiz nicht geil ist, sondern das man mit Bildung und Fleiß viel Geld verdienen kann (daß man dann ausgeben kann und von dem auch andere dann Arbeit haben), dann wäre ein großer Schritt getan.

Es soll in Deutschland 400.000 Wohnmobile geben, Da hängt eine ganze Branche mit tausenden von Mitarbeitern dran und mit etlichen in Deutschland produzierenden Betrieben. Wofür eigentlich sollten wir uns da mit Steinen bewerfen lassen? Das wir unser Geld im Lande ausgeben?

Gast am 03 Sep 2008 16:22:45

Hallo,

eine einfache (und vereinfachende) Rechnung:

in Deutschland gibt es rund 80 Mio Einwohner, davon sind ca. 60 Mio wahlberechtigt. Bei mittlerweile 50% Wahlbeteiligung sind das 30 Mio Wähler.

Um ins Parlament zu kommen brauche ich 5% davon, sind 1,5 Mio Stimmen.

Es gibt aber gleichzeitig auch 20 Mio Rentner, die in Sachen wie Renten- und Gesundheitspolitik nicht mit der jetzigen Situation zufrieden sein können.

Nachdem es offensichtlich nicht gelingt, nur 7,5% !!! der vergleichsweise homogenen Interesssengruppe Rentner auf einen Nenner zu bringen, die das politische System in Deutschland nur aufgrund Ihrer parlamentarischen Anwesenheit ganz schön durcheinander bringen würde, bezweifle ich ganz stark den Willen zur Veränderung und bewundere im gleichen Maße die Leidensfähigkeit der Deutschen

grüße klaus

Gast am 03 Sep 2008 16:26:33

aldebaran hat geschrieben:
Freetec 598 hat geschrieben:Das würde ausgehen , wie das Hornberger Schießen, jeder der uns streiken sähe,würde mit Steinen nach uns werfen , da Viele sich nicht einmal einen Kleinwagen mehr leisten können.
Liebe
Peter


Auch wenn Du wahrscheinlich recht hast geht mir da das Messer in der Tasche auf.

Wenn in diesem Land endlich mal begriffen würde, das Geiz nicht geil ist, sondern das man mit Bildung und Fleiß viel Geld verdienen kann (daß man dann ausgeben kann und von dem auch andere dann Arbeit haben), dann wäre ein großer Schritt getan.

Es soll in Deutschland 400.000 Wohnmobile geben, Da hängt eine ganze Branche mit tausenden von Mitarbeitern dran und mit etlichen in Deutschland produzierenden Betrieben. Wofür eigentlich sollten wir uns da mit Steinen bewerfen lassen? Das wir unser Geld im Lande ausgeben?


Hallo aldebaran ,
Deine sicher richtige Sicht der Dinge ist allerdings wieder eine ganz andere Baustelle.
Zum gemeinsamen Streik:
wo Du Recht hast , hast Du Recht, aber:
"Versuch macht kluch"

das problem ist einfach die Sichtweise der "Steinewerfer":Ihr WOMO-Fahrer da oben habt es nötig zu demonstrieren, wir nicht WOMO-Besitzer wären froh , so schöne Teile überhaupt zu haben und damit rumfahren zu dürfen.
Zu : unser Geld im Lande ausgeben:
Es ist keine Frage des wollens , sondern des habens bzw.des nichthabens.
lg
p

comtec am 03 Sep 2008 16:46:41

aldebaran hat geschrieben:
rantanplan hat geschrieben:Gleichzeitig wurden Arbeitsplätze ins Ausland verlagert. Die hier weggefallenen Arbeitsplätze schaffen auch keine Kaufkraft für neue Wohnmobile oder Wohnwagen. Ein Ungar kauft kaum ein deutsches Wohnmobil für durchschnittlich 75.000 EUR, wovon denn???


Diese Art der Kostensenkung, die ja geradezu hipp ist, ist imho eine der schwachsinnigsten Ideen überhaupt.

In meiner Branche ist deutlich zu sehen, das Firmen, die allein aus Gründen der Kostensenkung im Heimatmarkt in den Osten gezogen sind, jetzt mit dem Preisanstieg in Osteuropa massive Probleme bekommen. Die Kosten steigen (teils noch höher als vor der Auslagerung), und zusätzlicher Absatz im Produktionsland kann nicht generiert werden, da weder Produkt noch Preis dort marktfähig sind.

Unternehmer, die jetzt vor diesem Problem stehen, haben es m.E. nicht anders verdient.

Und wie immer baden es die Angestellten aus, während Vorstände, Aufsichtsräte etc. es auch nocht wagen, nach staatlicher Hillfe schreien.

Und bei Knaus beispielsweise kann das jetzt darauf hinauslaufen, das sowohl die deutschen als auch die ungarischen Arbeitsplätze wegfallen. Das ist doch ganz großes Tennis....


Beispiel Nokia - früher Liebling meiner Kunden. Brauchte gar keine andere Marke in die Vitrine zu stellen.
Wer will heute noch ein Nokia? Bei uns so gut wie niemand!
Sony-Ericsson beherrscht die Branche. Die Geräte werden zwar auch nicht in D produziert, aber die Leute sind doch sehr nachtragend, wenn es um die Vernichtung von Arbeitsplätzen in D geht.
Anderen Branchen wird es ähnlich ergehen!

Jens

ingemaus am 04 Sep 2008 18:27:22

Hallo!

Dazu kommt dann noch die Modellausstattung die am Käufer vorbei geht.
Warum Knaus und anhängenden Firmen diese hässlichen grauen Küchen verbaut hat, ist mir bis heute ein Rätsel.
Wie viele andere auch, mit vielen Details, am Käufer vorbei.

tschüss ingemaus

Gast am 04 Sep 2008 21:26:42

Über Geschmack sollten wir gar nicht erst streiten ;)

Meine Frau und ich fanden diese graue Küche im VAN sehr chick und schöner als so manche Billig-Folie, besonders in den Italienern.

Nicht umsonst war der Knaus Van ein Bestseller, wenn man den Händlern glauben darf.

Was die Ausstattung angeht, gebe ich Dir Recht, da hab ich auch öfter das Gefühl gehabt, das die Designer im Leben nie mit einem WoMo im Urlaub waren oder mal ein paar Nutzer befragt haben, was Sinn macht.

Gast am 04 Sep 2008 22:49:06

pesojudaan hat geschrieben:Hallo alle,habe diesen disussion mal mitgelesen.Bin neu hier,geburtige Hollander(Niederlander)wohne seit 1981 hier in Deutscheland.Ich komme immer noch nicht zu recht mit den Deutsche einstellumg,mund halte und weitermachen,nur weil einen von dieser bundesregierung GEKAUFTE EXPERTE sagt dass alles was die bundesregierung bestimmt richtig ist.LEUTE GEHET SELBER AUF DER STRASSE,alles geht hier mehr und mehr den bach runter,nur weil diesen GEKAUFTE EXPERTE sachen dass dass richtig ist,und dies kunnen wir die leute auch noch zumuten.Auch wir haben uns zum kauf einen wohnmobiel entscheiden,und zwar ein Fiat Ducato <knaus Traveller 625.Baujahr 1992,top geplegt,wir haben 2007 mit 5 personen(2 erwachsenen,3 kinderen)1 woche mit einen miet mobiel ausprobiert,weil im gleiche jahr einen 3 woche tour dorch den west kuste von Amerika bevohrstand.Und diesen jahr dan den kauf einen eigenen wohnmobiel.Nur so grosseres teil ab 30000€ wahr bei uns nicht mehr mogelich.Bei aller problemen hier in Deutscheland verstehe ich eins nicht,GEHT ALLE MAN AUF DEN STRASSE,UND ZEIGE EURE UNMUT,when men alles nur runterschluckt,und sagt ja aber einen generalstreik ist nicht erlaubt,when alle auf die strasse gehen was wil diesen bundesregierung machen.Dein ausfuhrung rataplan hat mich beeindrukt,miterweilen sind mehren leute onhe studiert zu haben bessere experte als die gekauften,die immerhin auch mehr verdienen in monat als wie ich in einen ganze jahr,eure forum steht bei mir hoch in kurs,mache so weiter,habe schon die einen oder andere tip hier bekommen(gelesen)Wir fahren am 05.09 nach Dusseldorf,wollen uns beim zubehor noch rumkucken,veilleigt sieht men den einen oder ander,viel spass weiter mit unsere hobby,und vielleight andert sich mal was positiev.e Peter

In Deutschland gibt es keine ausgeprägte Streitkultur darum sind Deine Vorschläge auch so wertvoll. Vor allem da man weiß das in den Niederlanden der Bürger ebenso zur Kasse gebeten wird ohne das er sich wehrt und sich in Deutschland rein niederländische Enklaven bilden.

Gast am 06 Sep 2008 09:43:45

Hallo,

heute früh in der Zeitung gelesen:

"...Caravaningbranche im Plus, Umsatz in den ersten 6 Monaten 2008 erneut gestiegen, Gesamtumsatz 3,16 Mrd € bei 3,5% plus gegenüber Vorjahr.."

Aus einer anderen Publikation habe ich in Erinnerung, daß die Womos zugelegt haben, zu Lasten der Wowas.

Persönliche Momentaufnahme vom Caravan-Salon: viel Publikum bei Mittel- und Oberklasse, gähnende Leere bei preiswerten italienischen Alkoven. Vergleiche zu früheren Jahren fehlen mir.

Ich teile rantanplans Ansichten, aber offensichtlich hat das bisher noch nicht auf den Womo-Markt durchgeschlagen.

grüße klaus

Gast am 06 Sep 2008 12:01:40

willi_chic hat geschrieben:Persönliche Momentaufnahme vom Caravan-Salon: viel Publikum bei Mittel- und Oberklasse, gähnende Leere bei preiswerten italienischen Alkoven. Vergleiche zu früheren Jahren fehlen mir.

Ein Spiegelbild der Gesellschaft. Entweder man hat richtig Geld oder garnix. Erstere schauen sich nach hochwertigen Fahrzeugen um und letztere denken nicht einmal an ein Womo.

rs270550 am 06 Sep 2008 17:05:00

willi_chic hat geschrieben:Hallo,

heute früh in der Zeitung gelesen:

"...Caravaningbranche im Plus, Umsatz in den ersten 6 Monaten 2008 erneut gestiegen, Gesamtumsatz 3,16 Mrd € bei 3,5% plus gegenüber Vorjahr.."



grüße klaus


Hallo Klaus,
Gesamt "UMSATZ"!!!!!! das hat nichts mit Gewinn zu tun! Augenwischerei.
Rolf

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