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Am 24.01. überschreiten wir nach einer Woche Bummeln durch Frankreich bei Hendaye die Grenze nach Spanien. Der erste Weg führt in den Carrefour Supermercado in Errenterria bei San Sebastian, um das notwendige Internet- und Mobilfon Equipment für die nächsten Wochen unserer Spanien- und Portugalrundreise zu erstehen. --> Link. Beim Verlassen des Carrefour läutet das Handy. Erfreut über so viel Aufmerksamkeit seitens Carrefour Movil nehme ich an, ohne die Nummer zu kontrollieren. „Eh boah, Frank, wo bisse?“ Nein, das darf nicht wahr sein, die Stimme kenne ich, auch wenn ich sie seit fast einem Jahr nicht gehört habe: Mukas Podomski, der unausstehliche, alles besser wissende, nörgelnde, aufdringliche ADAC-Mietwohnmobilfahrer. --> Link Geistesgegenwärtig antworte ich: „In Carrefour!“ Nä, verars..mich nich, nä! Ming Supermobilfonidentifikationswobistdusystem hät Dich auf em Radar! Du bis in Errenterria und ich auf der Abfahrt 3 där Audobistä 8. Bin gleich da!“ Fliehen hilft nicht mehr und schon biegt ein Mietmobilbürstner um die Ecke.
Die Wiedersehensfreude fällt kurz aus. „Nä, Audobistä will ich niet mieh, dat kostät Schottä, is klar, nää!“ Also kurven wir über die teilweise direkt am Meer führenden 638 über Zarautz, Zumaia, Deba nach Ondarroa, wo wir ein Stehplätzchen direkt auf einem PP am Strand finden. (Nur Nebensaison möglich!) Von hier führt ein Fußweg direkt zur Stadt am Steilufer entlang. Mukas sagt: „Alle Spanier sin Kaputzenmönche, weil sie alle nän Kaputzänpullovär han, Kaputze überm Kopf, Anorak und nä Baumwollschlotterhosä.“ Meine Korrektur auf Kapuzinermönche und bei dem Wind am Kopf frierende Jogger wird nicht akzeptiert. Navihörig fahren wir uns am nächsten Morgen beinahe in Ondarroa fest und Mukas feixt.: „Dickschiff, Dickschiff, hättest besser wie ich nen 5,40er ADAC-Schoner, dat passt immär, is klar“ Also Nebenstrassen erst ab Lekeitio zum Playa de Laga und dann hinein in den Rio Oca, einem riesigen Sandgebiet, das in Salzwiesen übergeht, und unter Unesco Naturschutz steht. „Weil hier die Vögeln im Winter? Dat die dat schützen!“: In Arteaga entdecke ich ein maurisches Wunschschloss (ein Hotel). Mukas brummelt: „Walt Disney“ und „Suckärbäckärstil, Neuschwansteinabkömmling baskischer Neoneurotiker“. Zur Belohnung darf er dann noch mit mir bei Oma „Eih boah, wo is denn Opa, der Ahl?“ 7 km durch den Wald hetzen, um sich den Bosque pintado anzusehen, den bemalten Wald. „Dat soll Kunst sein? Die ärm Bäum! Sollte man weiß überpinselle!“ Ja, das haben schon ein paar Vandalen gemacht. „Okay, dann in die Luft jage!“ Das hat die ETA schon versucht, Du Kunstbanause! Übernachtet wird auf dem PP vor der Höhle von Santimamine. (Nur NS möglich.) Von Santimamine sind es nur 4km nach Guernica. „Guernica kenn ich, dat ist doch ist doch Taubendung?“ „Nein Guernica ist ein Ort und ein Bild von Picasso, das die Leiden der Bevölkerung Guernicas unter dem Luftangriff der Legion Condor, also der deutschen Luftwaffe am 26.04.1937, darstellt. Die gesamte Innenstadt wurde zerstört und über 1000 Einwohner starben. Ein Übungsobjekt der Luftwaffe für den späteren Bombenkrieg in Ost und West. Von wegen Bombenterror auf Städte sei eine Erfindung der Alliierten gewesen. Und das Ganze, weil das Baskenland im spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republikaner stand und die spanischen Könige unter der Eiche von Guernica beim Ältenstenrat antanzen mussten. Ein symbolischer Akt also!
Weiter geht es nach Bermeo einem wunderschönen Fischerstädtchen fast ohne Tourismus, aber mit einer spanischen Seltenheit, einer V+E für Wohnmobile. Dann wollen wir zu einem der schönsten Plätze der Küste. „Boah, müssen die einen Frost und Schnee gehabt haben, das Schlagloch ist ja 2m tief und 300m lang, is klar nä!“ Tatsächlich sind große Teile der Küstenstrasse hinter Bermeo abgerutscht. Also 40 km Umweg. „Wärste Sebastian Vettel und nicht Michael Schumacher kämste heute noch hin, so nicht, is klar nä?“ Tja, Ziel auf morgen verschoben, Übernachtung in Basigo. Wurde aber auch Zeit, dass Mukas mal wieder unterwegs ist.
Wünsch Euch noch einen schönen Urlaub ! Oh wie schön, Frank und Mukas sind mal wieder auf der Reise. Viel Spaß und gutes Wetter wünsch ich euch :hallo:
Bin schon sehr gespannt, welche extravaganten Socken in Spanien zum Einsatz kommen ;D Da isser ja wieder ... :hallo: Danke, Ihr Mukasfans :D
Werde ihm von Euch berichten. Socken?:oops: :D Seine Schuhe hat er heute schon ausgezogen - mal sehen, ob ich das Foto finde! Die Nacht in Basigo (Bakio) war ruhig, bis auf die Hupdemo, den Müllwagen, den Esel und die Hunde in der näheren und weiteren Umgebung, Das aber alles erst nach 8:00. Zugabe!!! :wink: Der schönste Platz an der baskischen Küste ist zweifelsohne die Eremita de San Juan de Gaztelugatze. Es ist ein ordentlicher Fußweg von oben von der Strasse bis hinunter und hinauf zur Kapelle (und vor allem zurück – auch als Rundweg machbar). Und Mukas schleppte sich mit seinem deutschen Hängebierbauch durch die Morgensonne. Als er aber von den Chinesen eines Reisebusses überholt wurde, die sich auf dem Aufstieg zur Kappelle wie auf der großen Mauer fühlten, packte ihn der Ehrgeiz und er stürmte am Rande eines Herzinfarktes die 230 Stufen hinauf, um als erster oben am Glockenseil zu hängen und den gelben Männern zu zeigen, wie man den „Dicke Pitter“ schwingt. Die Möwen wussten nicht mehr, ob Frühstücks-, Mittags-, Kaffee- oder Siebenköstlichkeitenentenpause war und flatterten wild umher. Und als er den ……entdeckte: „Ei booah, geil – WCo perfecto, ciento metros directemente en el mar, platsch, Riesenflutwello. Baskische Ebbe und Flut, nix Mond Ursache, is klar nää!“ Wie schön, deine Bilder und Bericht lassen Fernweh in mir aufwachen.
Dauert zum Glück nicht mehr lang. :kleeblatt: Nach dem schönsten Platz folgte der, der vor lauter Hässlichkeit schon wieder schaurig schön war. „Ein AKW, nee, ich glöv et niet. Da muß ich mit mingem Fründ däm Norbäärt, däm Bundesakawefutzi wegen einer Restlaufzeitverlängerung reden – 8 – 10, nein im Durchschnitt 14 Jahre müsse da schon drin sein. Und ich bin Milliardär! Ich han däm immer in Bonn die Pizza bei der Jrün-Schwarte-Pizzakonäktschen jezahlt, jetzt kann er wat für mich tun.“ Mukas, das Ding ist nicht zu gebrauchen. Das haben die Basken so lange bebombt, bis der Bau eingestellt wurde, nix mit Bilbao21. Da sind dem Mappus seine Schwaben Waisenkinder gegen. Abends stehen wir in Bilbao auf dem Artxanda mit tollem Blick über die Stadt. Fangen wir da an, wo wir gestern aufgehört haben: Blick über Bilbao. Dann geht es für 90 Cts. mit der Drahtseilbahn Funicular von 1915 – genant Funi – in 180 Sekunden mitten hinein zwischen Altstadt und Gugenheimmuseum. Da hatten wir wohl den optimalen Ü-Platz. Mukas verzieht sich sofort in eine der zahlreichen Tapabars in den Siete Calles, er hat was von Museum gehört und zieht ne Flaschen Wein vor. . So haben wir Zeit, ungestört die Altstadt, die neoklassizistische, teils jugendstilartige Neustadt anzusehen, einen Kaffee im Jugendstilcafe Boulevard zu trinken und zum Gugenheim zu laufen. . Und wer steht da, ja ein Blumenhund - und Mukas: „ Nä, nä! Die Tapas waren alle fischig und die saufen Cidre hier, schmeckt wie Apfelessig . Ich will ja nicht total entkalkt werden ist, klar nä?“ „Und was ist dat hä für ne Schrotthaufe? Alublech noch und noch, dat jiit ne Alufrass, nä, nä, nä!.“ Das ist ein architektonisches Meisterwerk von Frank Gehry, hat nur 120 Milllionen € gekostet. Eine Fontäne spritzte auf, als Mukas ohnmächtig in den Teich neben dem Museum fiel. Das Innere des Museums (bezüglich der ausgestellten Kunst) kann man sich getrost sparen. „Dat is wie ne Werksbesuch bei Blohm&Voss. Dat Bäste is dat neue Bild von mich..“ Auch die Bauqualität ist (für den Preis) desaströs: Defekte Fußböden allüberall und das 13 Jahre nach Eröffnung. Über die Zubizuri-Brücke zurück zur „Furunkel-Bahn, nää bin ich froh, dat et jetzt endlich aufwärts jeht! Is klar nä!“ Der nächste Nachtplatz ist in Minio (schwierig anzufahren, nur NS). Geweckt werden wir von Schafsgebimmel „unerträgliches Geblöcke und das schon um 9:00, wo es hier doch so lange dunkel ist, die sollten mal ne vernünftige Winterzeit hier einführen“. Hoch am Himmel kreisen 10 Greifvögel – Spannweite bestimmt 2 Meter „Der Europleitegeier verfolgt mich, is klar näää!“ und noch ein Denkmal für die Grubenpferde, wie schon der Name des Ortes verrät. Ein richtig romantischer Stellplatz. Auf der anderen Seite der Bucht steht Neptun und wacht und dahinter sind Teile der alten Bergwerke und Schiffsverladestationen zu besichtigen. Der Rückweg wird von Ziegen mit riesigem Gehörn verbarrikadiert, die erst weichen, als Mukas droht, sie wie Peer Gynt über den Besseggengrad zu reiten. Der nächste größere Stopp ist in Laredo. „Mensch, Klasse, das erinnert mich an Benidorm, wo ich damals am Strand die kleinen, besoffenen Engländerinnen…“ Mukas, das gehört nicht hierher! „..die Engländerinnen besoffen gemacht habe.“ Auf der anderen Seite des Rias liegt Santona, die Stadt, in der das berühmteste Schiff der Geschichte gebaut wurde, das Spanien reich machte und von einem Genueser als Kapitän geführt wurde. „Kenn ich klar doch, könnte bei Jauch auftreten, das war die Titanic unter Cameron Diaz.“ Okay, nah dran.
Abends finden wir einen PP hinter einem Camping direkt am Playa de Ris, nach dem wir noch eine Römerbrücke bei Noia entdeckt haben, über die wohl schon zigtausende Jakobuspilger auf dem Küstenweg gewandert sind. Übrigens – es regnet in Strömen. Ach wie schön, dass Ihr wieder unterwegs seit. Tolle Bilder!!!! Ja, Pipo! Macht wieder Spass. Schade, dass wir letztes Jahr Ostern auf dem Cavallino kein Bier zusammen getrunken haben.
Frank Unser Übernachtungsplatz war ideal, erstens hat der Regen das Womo gereinigt, zweitens lag der Platz genau am Schnittpunkt zweier riesiger Strände, so dass wir noch einen ausgedehnten Spaziergang und Felsklettereien machen können. Über Ajo (Knoblauch ), wo wir Brot kaufen („Ist wahrscheinlich Knoblauchbrot, Ich mag keinen Knoblauch, macht so einsam“), kommen wir nach Somo, direkt in der Bucht gegenüber Santander. Hier könnte man prima am Strand laufen und auf Santander schauen, wenn das Wetter es zulassen würde. Wir fahren nach Lierganes, wo wir ent- und versorgen (V+E am Bahnhof). Lierganes hat einen teils romanisch, teils typisch kalabrischen Kern mit alter Brücke und Mühle. Übernachtet wird in Cabarceno an einem kleinen See, gut bewacht von ein paar Gänsen. Auch hier gibt es V+E. Wie immer, Frank : einfach toll :klatschen:
"Plotte" wieder mit ... :) Wie lange plant ihr denn ? Hi Wolfgang,
würde Ostern gerne in Sevilla sein :razz: Frank Gerade habe ich mich von Akka von Kebneskajse und von Martin verabschiedet (Ich denke Nils war mit Smirre beschäftigt) als ich Hilfegeschrei und „Et jit nix, wat et niet jiet! Elefanten, Elefanten!“ höre und Mukas über eine Wiese rennen sehe, verfolgt von einer Herde Elefanten. Da war der Kerl doch einfach über die Holzbarriere hinter uns geklettert, unter dem Elektrozaun durchgekrochen und stand im Elefantenreservat. Er wollte nur mal eben ein Foto aus nächster Nähe machen, wegen dem tollen Stoßzahn. Hier ist nämlich eines der größten Tierfreigehege Europas – man kann rund 13km mit dem Auto hindurch (ein ehemaliges Minengelände) fahren und bei den einzelnen Gehegen wandern. Weiter nach Santander und einen absolut leeren PP ohne jegliche Parkeinschränkungen am Playa de Camello gefunden. Kaum den Zündschlüssel ausgedreht, schon steht die Policia locale auf dem Moto da: „No Camping!“ Mukas holt tief Luft, bläht sich bereits überdimensional auf.. Ich sage: „No Camping! Qiuiesiera solo parcar!“ „Cuantas horas?“ „Dos Horas!“ „Es okay, dos horas!“ Uff, keine Parkkralle! Und Mukas hat gesagt, die Vokabeln mit Polizei bräuchte ich nicht lernen, er als Trucker mit Europaerfahrung hätte noch ein paar Pesetas. Also nur die Halbinsel Magdalena mit dem Streichelzoo (Reiseführer!), der Sommerresidenz der spanischen Könige und ein paar Booten, mit denen das Meer überquert wurde, um psychologische Experimente in Stresssituationen zu machen (dafür habe ich M.) besichtigt. (Also Santander im Sommer besser mit der Bahn vom SP in Lierganes machen) "Der Rest is doch morcilla (Blutwurst), die Innenstadt ist doch 1941 total abjebrannt". Der Rest des Tages ist schnell erzählt: Die Dünen von Liencres, das menschenleere Santillana, angeblich das schönste Dorf des spanischen Nordens, und abends in Santa Justa auf einem kleinen PP.
Wahnsinn :D Wo ist eigentlich der tiefblaue Himmel auf den Bildern? Retuschierst Du die Wolken absichtlich rein, damit der Neid der Daheimgebliebenen nicht zu groß wird? ;D peter
Tröste Dich ... irgendwann geht das bei uns auch mal .. :wink: Außerdem: Frank hat die ganze Zeit diesen prolligen Mukas am Hals .. :D :daumen2:
einfach Klasse Deine Berichte . Viel Spaß noch auf der Tour und lass Mukas nicht so weit von der "Leine" :D Einfach herrlich zu lesen -> Kompliment , es gibt nicht viele die einen Bericht so herrlich auffrischen können :respekt: ...und am Ende des Berichts habe ich so viel Spanisch gelernt, dass ich locker auf euren Spuren wandeln kann. Dos baguettes, por favor. Oder gibt es die dort nicht :roll:
Ich hoffe doch, dass Mukas den Ausflug zu den Elefanten unbeschadet überstanden hat. Ganz ehrlich? Ich liebe Mukas :oops: :love: Hallo, freu mich, endlich mal wieder so ein schöner reisebericht mit Mukas
und vielen schönen fotos mach weiter so ich antworte mal pauschal...
:oops: :oops: :oops: Vielen Dank für die Komplimente :oops: :oops: :oops: und detailllert: Der Himmel ist (leider) grau. Nach der Großwetterlage müßte sich das aber ändern. Brot heißt nur pan und das gibt es in einigen Varianten (aber nie mit Socken). :D Beim Aldi haben wir auch Schwarzbrot gefunden und Vorrat gebunkert, zur Abwechslung. Ob ich Mukas von den Liebeserklärungen erzähle, weiß ich nicht, der wird vielleicht dann auch noch rammelig. Liebe an Euch alle Frank Mit Mühe konnte ich Mukas heute Morgen den Schraubenzieher entwenden: Er wollte die Solarelemente des Picknickplatzes demontieren und auf sein Mietmobil kleben. „Du mit Deiner ständigen Freisteherei, isch han kein Kapazität mieh. Die Spanier bruche dat niet, die han sowieso kein Sonn he!“ Daher weht der Wind also, ihm stinkt das Solarbier, das er mir jeden Abend spendieren muss, um 1 Kilowattstündchen für seine Sportschau zu bekommen.
Vor 20.000 Jahren hatte der Homo sapiens, der hier in Altamira in der Höhle die ersten Bildkunstwerke der Menschheit anfertigte, auch keinen Solarstrom und kein Kunstlicht, sondern Steinschälchen mit Holzspänen zur Lichterzeugung. Aber Airbrushtechnik kannten sie schon mit hohlen Knochenröhrchen. Das Museum (in spanisch und englisch beschriftet), mit viel Videoanimation und die Höhle (Replik) sind unbedingt sehenswert. (3 €,--). Leider Fotoverbot. Sauer war nur Mukas, er wollte das Original. „Wenn sich die Farbe durch die Transpiration der Besucher auflöst, dann sollen sich die Spanier ein vernünftiges deutsches Deo beim Lidl oder Aldi holen, is klar nä?“ Noch Comillas besichtigt, das tolle Villen aus der Jahrhundertwende (1900), aber auch einen schönen Altstadtkern besitzt, größtenteils finanziert von einem Schiffsmagnaten aus Comillas. Das für seine Tochter von Antonio Gaudi im Garten gebaute Haus war leider total verrammelt. Ausgleich bot der Friedhof, der weltweit wohl einzigartig in einer gotischen Kirchenruine untergebracht ist. Und die bombastisch auf einem Hügel gelegene ehemalige päpstliche Universität (heute in Rom, nur das Gebäude nicht), sowie ein herrlicher Kneipeneingang aus Keramik. Schon war der Tag herum. In einem Erschließungsgebiet finden wir eine Sackgasse ohne jegliche Bebauung mit Blick auf die 2500m hohen Picos de Europa (leider in Wolken). Heute bringt Mukas unsere Reiseplanung durcheinander. Wegen ihm dürfen wir nicht das kanatabrische Gebirge in den schneebedeckten Picos de Europa überqueren. Er war wieder mal beim Anmieten des Bürstnermietmobils zu geizig. „Wie, wat? 100,--Teuros extra für M+S Reifen? Wißt Ihr, wo´s hingeht? Sol! Playas! Chicas! Da brauche ich keine Wintergummis! Es claro!“
Also geht es durch das Valle de Cabuerniga mit einem Abstecher nach Barcena Major, einem teils verfallenen, teils restaurierten, aber authentischen kantabrischen Bergdorf, über den Puerto de Palombera (1260m). „Wo sind den hier die Schiffe, ich sehe nur Schnee?“ Hinunter in das Tal eines spanischen Flusses mit 4 Buchstaben? „Ah, Schnelldenkerrätsel kann ich gut! Rio Popo!“ Rio Ebro wäre besser! Zur Ebro Quelle und an den Ebro Stausee, wo in Juliobriga eine römische Siedlung und eine romanische Kirche (ca. 1000 n. J.C.) warten. Abends erreichen wir bei Aguilar einen weiteren Stausee. Es ist sternenklar, aber lausigkalt! Nach V+E in Aguilar, helfen wir noch einem 25 Jahre alten Detleffs auf die Sprünge. Mukas hatte der jungen Beifahrerin schon angeboten, bei ihm mitzufahren wegen „Sol, mar, playas, chicas“ und ist entsprechend sauer, dass die Starthilfe gelingt. Dann gibt es nur einen Tagesprogrammpunkt, in keinem Reiseführer nachzulesen, hier exklusiv fürs Forum veröffentlicht. Die Tour auf den Berg bei Villasescusas de las Torres: Ein Sandsteinhügel eines 150 Millionen Jahre alten Meeres, der auf den senkrecht aufgeschichteten Gesteinen anderer Perioden reitet. In Millionen von Jahren hat die Erosion erst Spalten, dann Höhlen und dann noch einmal Querverbindungen geschaffen, so dass tolle Kunstwerke der Natur übrig blieben. Der Auf- und Abstieg ist ziemlich vereist und nicht ungefährlich. Aufgrund des klaren Wetters haben wir einen Blick der von den Pyrenäen bis zu den Picos reicht.
Ein schneller Ritt auf der Autopista bringt uns zum SP nach Carrion los Condes, direkt neben der Brücke, über die alle Santiagopilger müssen. Meinen Vorschlag, statt zu Weightwatchern, lieber von hier nach Santiago zu laufen, durchschaut Mukas sofort. „Du willst mich wohl loswerden? Und dann darüber, wie Du Dich verpi…t, einen Bestseller schreiben: „Ich bin dann mal weg!“ Kommt nicht in Frage, ich bleibe!“ El dia del camino! „Camino=Kamin! Häst wohl Problämäs mit dinger Enerschieä?“ Tatsächlich werfen wir heute Morgen zum ersten Mal nach 18 Tagen frei stehen unseren Moppel (Generator) an. Und tatsächlich sollte der Tag für Mukas zur Erbauung werden, wie man Chicas nicht behandelt. Aber leider sind alle Kirchen zu, so können wir ihm z.B. nicht die beiden Kerle zeigen, die ihre Frauen direkt nach der Hochzeit verprügelten und dann im Wald aussetzten. Dummerweise war der Schwiegerpapa El Cid, jetzt liegen die beiden kopflos in der Kirche San Zoilo in Carrion. Und der Nebel machte uns bis nachmittags zu schaffen. So tasten wir uns nach Villalcazar und Fromista, also von West nach Ost auf dem Pilgerweg gegen den nie abreißenden Pilgerstrom. "Du willst sie leiden sehen, is klar nä!" San Martin in Fromista von 1066 ist ein Traum von Perfektion in Romanik. Die Störche sind auch schon da und Mukas denkt über Sommergummis nach. Super auch die 4 Schleusen (ohne Tore) des Kanals von Kastillien von 1806, auf dem einst Schiffe Waren transportierten. Den Abschluß des Caminos für uns bildet Sant Anton, die einzige Kirche der Welt, die man mit einem Wohnmobil durchfahren kann, quasi eine Art St. Leonhardiritt. „Nicht abreißender Pilgerstrom. Isch han bloss älf jezählt auf den 40 km, inclusivio des Pilgerdenkmals“ Gut aufgepasst, Mukas! Stimmt! Abends erreichen wir Lerma und stehen unterhalb des Miniescorials. Super,
warum gibts hier eigentlich keine Rubrik für "Premium-Reiseberichte mit Humor" :?: auch an "Mukas" :) Ahhh endlich, neben tollen Bildern mit humorvollen Beschreibungen endlich auch mal tiefblauer Himmel zu sehen :klatschen:
Wobei heute der Neidfaktor deutlich gerínger ist, da ich das erste Mal in diesem Jahr vom Haus in der wärmenden Sonne sitze :D Fährt Mukas ausnahmesweise Dein Womo oder warum trägt der Fahrer eine Kapitänsbinde? ;D Herzliche auf die Iberische Halbinsel :!: Du hast eine tolle Begabung zum Fotografieren und schreibst wunderbar, so lustig und locker, ihr scheint eine tolle Urlaubsstimmung zu haben.
Ich bin begeistert. @Pipo
Das ist die Chefin, die braucht keine Kapitänsbinde! :D @Hildegunde Das ist eine ganz simple IXUS40 Klick-klack, mal klappt´s, mal nicht! @Felix werden ausgerichtet, wenn er mal friedlich ist. Im Moment habe ich nur lausige Übertragungsraten, nicht gut für Bilder, insbesondere, wenn der Forumsserver bei den spanischen Namen meint, da wären Virenpattern dahinter und ich wieder von vorne anfangen muß. Das macht keinen Spass. Also geht es erst weiter, wenn ich schnelle Raten habe. Frank Klasse!
Danke für den laufenden Bericht. Einen Teil deiner Reise hatte ich im September auch schon erlebt. Das Beste an Lerma ist eigentlich die Sihouette. Die Innenstadt hält – bis auf die Plazza Major.und den Herzogspalast (Miniescorial aus dem 17. Jahrhundert, heute Parador) nicht so ganz, was der Anblick verspricht. Der nächste Zwischenstopp wird in Covarrubias eingelegt, einem Ort, in dem die Zeit nach dem Mittelalter angeblich stehen geblieben ist. Vor den Cafes sitzen die Spanier bei Cafe solo in der Sonne und in der Kirche liegt Christina von Norwegen. „Ach, dat is die Schwester von der, die neulich den Bodybuilder geheiratet hat“. Nein, die war aus Schweden und dann wäre die auch ca. 700 Jahre alt. Christina sollte den König von Spanien heiraten, ist aber mit dem Bruder des Königs durchgebrannt, der eigentlich Kardinal werden sollte. Das gab bestimmt Ärger in der königlichen Familie. „Verstähä! Wat dem einen sing Sauna in Bratislava, is dem anderen die Braut von singem Bruder! Hät sich nix jeändert, bei den Blaublütigen!“ Da der Forumsserver meckert, jetzt portionsweise. Tut mir leid |
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