Sina1 am 01 Aug 2011 09:14:49 webline hat geschrieben:Wenn wir noch die "gute alte DM" hätten, dann wäre der Wechselkurs jetzt durch die Decke gegangen und unsere Exporte wären deutlich geringer.
...das ist so nicht richtig und wurde von Experten im Rahmen der Eurodiskussion regelmäßig widerlegt: Eine starke DM gegenüber Euro und Dollar verteuert nicht nur unsere Exporte, sondern verbilligt unsere Importe und da Deutschland die meisten Rohstoffe importiert, würde das zu einer Verbilligung der Produkte und damit nicht zu einem Exportdefizit führen. webline hat geschrieben: ...und der Friedensnobelpreis an Henry Kissinger war ein böser Fehler.
...der am Obama auch!
LG
Gast am 01 Aug 2011 09:29:19 yasar hat geschrieben:cojo hat geschrieben:P.S. Ich bin übrigens auch gegen neue Schulden
somit bist Du auch gegen neue bzw.mehr Vermögen des Einzelnen :!: Und das betrifft dann nicht nur die Superreichen, sondern alle die Wertpapiere, Immobilen, Rohstoffwerte, und anderes als Altervorsorge oder als Vermögenszuwachsmöglichkeit besitzen :!: :wink: Wollte nur Klarheit verschaffen Jörg
Wer soll schon gegen mehr Vermögen "des Einzelnen" sein!? Natürlich niemand! Aber wer zu diesen "Einzelnen" zählen soll, wäre schon interessant. In den USA sollen es vor allem 2 % sein, die in den letzten Jahren besonders von den Entwicklungen profitiert haben. Ich habe zwar schon ein paar posts, zu diesem Thema, von Dir gelesen, aber sie nicht wirklich verstanden. Aber, das mag an mir liegen, ich halte mich nicht für einen Finanz-Fachmann! Generell bin ich aber der Auffassung, dass auch die Finanzpolitik in der Vergangenheit ganz, ganz wenig Menschen superreich und viele in (relativen) Wohlstand gebracht hat. Aber die allermeisten Menschen leben nach wie vor in unsäglichen Zuständen. Wenn das Ziel von Finanz- und Schuldenpolitik ist, die Superreichen noch reicher werden zu lassen, dann hat sie hervorragend funktionert. Wenn das Ziel die Mehrung des Wohlstands von den "Vielen" ist, dann tauchen da jetzt die ersten Risse und Pleiten auf. Und davon sind wir betroffen. Deshalb jaulen wir auf. Für die "Allermeisten" interessiert sich nach wie vor keiner. Peter
Man muss kein Finanzfachmann sein, nur etwas Buchhaltung verstehen!
Schulden sind nur möglich, wenn es jemanden gibt der die Schulden gewährt! D.h. die staatliche Schuldenuhr ist gleichzeitig die Uhr (für Ländern die eine positive Auslandsverschuldung aufweisen wie Deutschland z.B. ) wie die Privatvermögen wachsen. Nur welche sind nicht klar!
Dies liefert dann die Statistik!
Und da sollte man dann anfangen, nicht nur eine zu bemühen sondern Viele im Zusammenhang zu sehen und sich nicht im Detail verlieren!
Folgende Fragen können da helfen:
1. Wer gibt dem Staat Geld gegen Zinsen?
2. Wo wachsen Vermögen?
3. Was sind eigentlich alles Vermögenswerte, die sich verzinsen?
4. Wo sind die Gegenwerte der Vermögenswerte gelagert?
5. Ist der Staat (summiert), Gläubiger oder Schuldner bei anderen Staaten?
6. Was bedeutet Zinses-Zins?
Um die letzte Frage sich selbst zu beantworten, sollte man mal MS Excel bemühen und folgendes eingeben.
2 Gramm Gold mal 2 % per anno und das Ergebnis auf die nächste Zeile ziehen und wieder mit 2% versehen, das ganze dann bis auf Zeile 2000 Zeile für Zeile runterkopieren, das Ergebnis durch 2 mio rechnen, ergibt dann Tonnen, danach das Volumen usw.
Ergibt dann so ungefähr die Größe einer Pyramiede von 100 Km Kantenlänge die ca. 12 Km hoch ist, da passt dann der Mont Everest ca. 17 mal rein.
Vergleich Gesamtgoldvorräte die weltweit geschürft worden, sind dann ein Würfel mit der Kantenlänge von 20 Metern!
So nun sind nun 2000 Jahre nicht so realistisch aber bedeutsam, denn ohne Kriege, ohne Inflation, ohne Werteverfall wären die Vermögensansprüche so gewachsen. Das jenseits aller Möglichkeiten der wirtschaftlichen Möglichkeiten diese zu bedienen!
Um das ganze dann zu relatievieren sollte man dann mal den Zinses-Zins für 30 Jahre ausrechnen und da aber entsprechende Vermögenswerte an den Anfang stellen. Und siehe da, da ist die Staatsverschuldung auf einmal sehr nachvollziehbar und die Lösung bietet sich unweigerlich!
Ich mache mir um die folgende Generation keine Gedanken wegen der Staatsverschuldung, denn die brauchen nur einen roten Stift zu nehmen!
Gedanken mache ich mir aber um Machtverhältnisse!
Jörg
Jörg
Gast am 01 Aug 2011 09:44:17 webline hat geschrieben: im Krieg geht die Moral massiv den Bach runter - nationenübergreifend.
um nur diesen Punkt rauszugreifen, es sind die USA - die für Milosevic, Karasic, und eine Menge andere Leute einschließlich Gaddafi nach dem Kriegsverbrechertribunal schreien. Gleichzeitig erkennen die USA die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofes für ihre eigenen Staatsbürger nicht an. Im Gegenteil, mit dem "Service Members Protection Act" wird der Präsident ermächtigt, eventuelle US-Angeklagte jederzeit aus den Klauen des bösen Strafgerichtshofes zu befreien.
(Dennoch hat Bush jr. seine Europa-Reise letztens aus Angst abgesagt ...)
Wieso Du argumentierst, "andere sind auch nicht besser" - das erschließt sich mir nicht. Hier geht es nicht um diese Idioten von der Bundeswehr (die übrigens ganz selbstverständlich bestraft worden sind), hier geht es um die staatliche Rückendeckung gegenüber Kill-Teams, die über Zivilisten herfallen.
Unsere Verteidigungsminister haben der Bombardierung Deutschlands mit Atomwaffen zugestimmt, sagst Du. Gehts noch? Wir waren bis 1990 kein souveränes Land - wer hat denn da gegen Uncle Sam wirkungsvoll protestieren können? Die jetzige Regierung versucht die verbliebenen Atomwaffen der Amis übrigens aus dem Land zu kriegen, glaubst Du, Botschafter Murphy - der ohne Deutschkenntnisse - hört überhaupt zu?? Das interessiert die einen Schei*dreck, was wir wollen ...
Das ist die eine Nation, die im Moment die größte militärische Macht darstellt und beispielsweise auf uns jahrelang mit dem Moralfinger zeigte - nicht zu Unrecht, wohlgemerkt - aber deren Soldaten in Korea, Vietnam, Irak und jetzt Afghanistan wüten wie weiland die SS-Schergen. Schau mal auf DVD den Film "Haditha Massaker". Und dann von dem schwedischen Regisseur noch die Doku. Das ist mit Geschmacklosigkeiten wie dem Totenschädel-Skandal, so schlimm und ansehensschädigend der auch war, überhaupt nicht zu vergleichen.
Ich könnte die Liste noch endlos fortsetzen und auch auf den Unsinn "wenn wir die DM noch hätten" eingehen. Vielleicht könnte ich auch hinzufügen, daß inzwischen die USA die weltweit größte Gefängnispopulation haben, bei gleichzeitig himmelschreiender Kriminalität ... daß dort Gefängnisinsassen teilweise frische Unterwäsche nur gegen Bargeld bekommen können (was sie natürlich meistens nicht haben), daß es dort Folterknäste mit 365 /24 Isolationshaft gibt und und und ... die Fingerabdrücke bei der Einreise - verbunden mit dem rüden Benehmen der Einwanderungsbeamten -, ...
Aber da kann jeder sich gerne selbst ein vollständiges Bild machen. Mein Bedarf an diesen Heuchlern ist gedeckt. Besorgnis heucheln, weil hier wieder zehn halbverblödete Glatzen aufmarschieren, und im eigenen Land sind Naziparteien offiziell zugelassen ... mann mann mann ...
Andreas
Gast am 01 Aug 2011 09:45:50 Sina1 hat geschrieben:...der am Obama auch!
Friedensnobelpreis für einen Typen, der noch keinen einzigen Handschlag geleistet hatte ... sieht man ja jetzt, wie ernst das Geblubber gemeint war. "Meet the new boss, same as the old boss." - Amerikanisches Sprichwort ...
Andreas
webline am 01 Aug 2011 12:18:16 andreas24106 hat geschrieben:um nur diesen Punkt rauszugreifen, es sind die USA - die für Milosevic, Karasic, und eine Menge andere Leute einschließlich Gaddafi nach dem Kriegsverbrechertribunal schreien.
Was meinst Du mit "schreien"? Ist diese Forderung nicht gerechtfertigt und sinnvoll und fordert es ausschließlich die USA? andreas24106 hat geschrieben:Gleichzeitig erkennen die USA die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofes für ihre eigenen Staatsbürger nicht an.
Stimmt - das ist ein konkretes Problem und nicht das einzige. Darüber kann man dann auch wieder diskutieren - wobei wir hier einer Meinung sind. Hat aber wenig mit den Schulden in diesem Thread zu tun. andreas24106 hat geschrieben:Wieso Du argumentierst, "andere sind auch nicht besser" - das erschließt sich mir nicht.
Weil es in einer bewaffneten Auseinandersetzung praktisch nie moralisch auch nur im Ansatz sauber zugeht - Genf hin oder her. Und ich bezweifle, dass es a) sinnvoll und b) möglich ist, eine Rangfolge der besonders schlimmen Gräueltaten aufzustellen (es gibt historische Ausnahmen - aber das ist wieder ne andere Geschichte). andreas24106 hat geschrieben:Hier geht es nicht um diese Idioten von der Bundeswehr (die übrigens ganz selbstverständlich bestraft worden sind), hier geht es um die staatliche Rückendeckung gegenüber Kill-Teams, die über Zivilisten herfallen.
Das ist jetzt wieder zu abgedreht - politisch gehen die USA durchaus Sonderwege und Guantanamo oder andere, durchaus üble, Verfehlungen werden auch staatlich gedeckt. Aber "Kill-Teams, die über Zivilisten herfallen" als Regelfall hinzustellen, ist absolut überzogen. Die Auseinandersetzungen sind auch so schlimm genug. andreas24106 hat geschrieben:Unsere Verteidigungsminister haben der Bombardierung Deutschlands mit Atomwaffen zugestimmt, sagst Du. Gehts noch? Wir waren bis 1990 kein souveränes Land - wer hat denn da gegen Uncle Sam wirkungsvoll protestieren können?
Jetzt sind wir wieder im Land von Mythen und Märchen angekommen. Deutschland ist 1955 der NATO beigetreten. Die hat festgelegt, dass, besonders im Falle konventioneller Unterlegenheit der eigenen Truppen, der mögliche Einsatz von taktischen Nuklearwaffen vorgesehen wird. Das war die abgeschwächte Variante der "General Nuclear Response" - die bis in die 60er Jahre als Strategie gefahren wurde. Die Atomwaffen in Europa stehen unter der Kontrolle der NATO und nicht der USA. Von 88 bis Mitte der 90er war Manfred Wörner NATO Generalsekretär - obwohl wir ja "kein souveränes Land" waren (seit 1955 "unterlag das Recht ausländischer Truppen zum Aufenthalt auf dem Gebiet der Bundesrepublik deren ausdrücklicher Zustimmung"). Ich kann mich auch an einige Demos gegen die Stationierung von Mittelstreckenraketen erinnern. andreas24106 hat geschrieben:Die jetzige Regierung versucht die verbliebenen Atomwaffen der Amis übrigens aus dem Land zu kriegen, glaubst Du, Botschafter Murphy - der ohne Deutschkenntnisse - hört überhaupt zu?? Das interessiert die einen Schei*dreck, was wir wollen ...
die NATO - nicht die Amis. Auch die Franzosen und Briten wollen hier weiter Atomwaffen sehen... andreas24106 hat geschrieben:...aber deren Soldaten in Korea, Vietnam, Irak und jetzt Afghanistan wüten wie weiland die SS-Schergen. Schau mal auf DVD den Film "Haditha Massaker". Und dann von dem schwedischen Regisseur noch die Doku. Das ist mit Geschmacklosigkeiten wie dem Totenschädel-Skandal, so schlimm und ansehensschädigend der auch war, überhaupt nicht zu vergleichen.
Das Vergleichen von Gräueltaten ist sinnlos - politisch hat sich die USA in mehr Ländern eingemischt - in der Regel nicht den demokratischen Regeln folgend - als jede andere Nation in diesem und dem letzten Jahrhundert. Das bestreite ich nicht. Aber was Du hier machst, ist ein plattes Pauschalisieren und mehr nicht. andreas24106 hat geschrieben:...und auch auf den Unsinn "wenn wir die DM noch hätten" eingehen.
Ich habe nicht grundsätzlich der DM gehuldigt, sondern auf die aktuelle Lage der deutschen Exporte hingewiesen. Willst Du bestreiten, dass der Wechselkurs einer eigenständigen deutschen Währung jetzt zu einem Problem würde? andreas24106 hat geschrieben:Vielleicht könnte ich auch hinzufügen, daß inzwischen die USA die weltweit größte Gefängnispopulation haben, bei gleichzeitig himmelschreiender Kriminalität ... daß dort Gefängnisinsassen teilweise frische Unterwäsche nur gegen Bargeld bekommen können (was sie natürlich meistens nicht haben), daß es dort Folterknäste mit 365 /24 Isolationshaft gibt und und und ... die Fingerabdrücke bei der Einreise - verbunden mit dem rüden Benehmen der Einwanderungsbeamten -, ...
ja - alles richtig. Und all das muss man, zielt man auf eine Veränderung, im Detail benennen. Mit ein Grund, warum wir mit einem Wohnmobil durch die Gegend fahren und nicht mehr in den USA oder Kanada unterwegs sind, ist ein konkretes Erlebnis bei der letzten Einreise in Seattle (da standen mehrere Einwanderungsbeamte mit gezogenen Waffen um uns rum). Trotzdem ist es absolut kontraproduktiv so platt auf die USA drauf zu hauen. andreas24106 hat geschrieben:Aber da kann jeder sich gerne selbst ein vollständiges Bild machen. Mein Bedarf an diesen Heuchlern ist gedeckt. Besorgnis heucheln, weil hier wieder zehn halbverblödete Glatzen aufmarschieren, und im eigenen Land sind Naziparteien offiziell zugelassen ... mann mann mann ...
Das geht mir auch absolut gegen den Strich. Auf der anderen Seite ist die Beschränkung der Meinungsfreiheit grundsätzlich ein heikles Thema. Hier hat die USA eine andere Verfassungstradition - die teile ich nicht. Aber auch das ist ein abendfüllendes Thema.
Gast am 01 Aug 2011 12:53:13 webline hat geschrieben:Aber was Du hier machst, ist ein plattes Pauschalisieren und mehr nicht.
weder pauschalisiere ich, dazu ist mein Beitrag zu differenziert, noch haue ich "platt drauf".
In diesem Sinne ... und da dies ja ein freies Land ist ... Du kannst die USA gerne weiter heiß und innig lieben und verehren, ich werde das nicht tun. Genauso wenig werde ich das mit Dir weiter diskutieren - da drehen wir uns dann eben im Kreis, sparen wir uns und den geneigten Lesern die Zeit.
Andreas
P.S.: Wenn Briten und Franzosen auf amerikanische Atomwaffen stehen, nur mal so als Tip, was hat das mit der Stationierung in einem souveränen Staat zu tun, der die von seinem Staatsgebiet weghaben will?
Gast am 01 Aug 2011 12:56:22 Hallo Andreas 24106,
Dein Engagement in Ehren, aber wie Du vielleicht schon gemerkt hast, sind hier einige dabei, die der Politik USA mit Sicherheit auch nicht unkritisch gegenüberstehen, um es milde auszudrücken. :wink:
Trotzdem fände ich es schade, wenn es jetzt der thread in eine völlig andere Richtung gehen würde, und ein anderes Thema vorherrschend würde, egal wie richtig oder wichtig es ist!!!
Sollte Dir das Thema so auf den Nägeln brennen, dann wäre es besser einen eigenen thread aufzumachen. Ich bin mir sicher dass sich Viele daran beteiligen werden. Aber Du weißt auch, dass Themen mit "hoher Brisanz" schnell von Schließung bedroht sind!
Peter
Gast am 01 Aug 2011 13:20:41 naja so ganz themenfremd ist es vielleicht ja nicht. Auch militärisches Engagement kostet uns Geld; was dabei an Ansehen des "Westens" beispielsweise im arabischen Raum für immer draufgeht, kostet uns auch Geld (später mal). Wenn der Mittlere Osten eines Tages mal sagt "schön, bestellen wir eben mehr beim Chinesen ..." dann sind wir Deutsche als Exportweltmeister gekniffen.
Abgesehen davon fördern "gewisse Verhaltensweisen" - um das nicht schon wieder auszuwalzen - auch erwiesenermaßen den Terror. Wenn ich einem Pakistani die Hochzeitsgesellschaft wegbombe, wird sich immer einer finden, der in archaischen Gesellschaftsformen blinde Rache schwört. Osama ist doch auch nicht nur eines Tages aufgewacht und sagte sich: "mensch, mein Hymer hat nen Wasserschaden, ich bombe jetzt Deutschland weg" :wink:
Den hat doch die CIA großgezogen und dann voll auf den ? fallen lassen. Kein Wunder, daß der auf einem Rachefeldzug war. Ich sage nicht, daß das okay war (soweit an die Berufs-Mißversteher ...), aber so kann man das wenigstens verstehen. Was folgt daraus? Kosten ... Kosten ... Kosten und immer neue Schulden für Deutschland und alle, die sich sonst noch a) bedroht fühlen oder b) bedroht sind.
Volker Pispers erklärt auf Youtube in einem sehr schönen Fünfteiler den Terrorismus. Er ist Kabarettist, aber diese Erklärungen sind weder überzogen noch falsch ... noch "platt draufgehauen". Prädikat sehenswert!
Andreas
webline am 01 Aug 2011 13:34:04 andreas24106 hat geschrieben:...Du kannst die USA gerne weiter heiß und innig lieben und verehren, ich werde das nicht tun. Genauso wenig werde ich das mit Dir weiter diskutieren...
klar - denn einen Diskurs willst Du ja offensichtlich nicht - muss aber auch nicht sein - Du darfst die USA auch gerne weiter mit Inbrunst hassen - als Ganzes und in Teilen 8)
webline am 01 Aug 2011 13:51:56 andreas24106 hat geschrieben:P.S.: Wenn Briten und Franzosen auf amerikanische Atomwaffen stehen, nur mal so als Tip, was hat das mit der Stationierung in einem souveränen Staat zu tun, der die von seinem Staatsgebiet weghaben will?
ich hatte glatt das P.S. übersehen...
"… as long as there are nuclear weapons in the world, NATO will remain a nuclear Alliance." (NATO Strategie... --> Link)
"Merkel und Sarkozy halten an Atomwaffen fest" (Fokus: --> Link)
Gast am 01 Aug 2011 14:20:51 Man will es fast nicht glauben.
Selbst für die USA sitzen die meißten Gläubier im Inland.
--> Link
Jörg
Gast am 01 Aug 2011 14:23:01 webline hat geschrieben:mit Inbrunst hassen
...und schon wird "Hass" unterstellt. Sowas nenne ich eben eine zwecklose Unterhaltung.
Gast am 01 Aug 2011 14:35:40 und hier der gesamt Artikel mit den Grafiken.
--> Link
Detuschland wäre bei einem Zahlungsausfall erst in der zweiten Runde getroffen worden, aber dann richtig! Dies erkennt man dann in der Export und Import-Grafik.
Merke:
Schulden kann man nur senken, in dem man Ansprüche entwertet!
Das kann durch Rückzahlung oder Vergleich passieren.
Eine Rückzahlung von Schulden an den Gläubiger der diese Werte nicht braucht und nicht weiter anlegen kann, ist Wertevernichtung!
Wenn keiner mehr Schulden machen möchte, was sind die Kapital-Vermögen noch wert? Antwort. sie tendieren gegen null!
Die Staaten sind die größten Gläubiger, sie haben es auch in der Hand die Verbriefung von Ansprüchen zu bewerten!
Jörg
webline am 01 Aug 2011 14:54:42 andreas24106 hat geschrieben:...und schon wird "Hass" unterstellt. Sowas nenne ich eben eine zwecklose Unterhaltung.
und schon ist das Prinzip von Ursache und Wirkung wieder mal den Bach runter... nur zur Erinnernung - das stammt von Dir: "die USA gerne weiter heiß und innig lieben und verehren"...
Aber Du willst nicht diskutieren - musst Du auch nicht - auf das Niveau hab ich grad keine Lust
Poldi am 01 Aug 2011 23:01:39 Ich erlaube mir, jene Amerikaner von ganzem Herzen zu hassen, die mit dreisten bewussten Lügen über angebliche Massenvernichtungswaffen, die im Besitz Saddam Husseins gewesen sein sollen, einen Krieg gegen den Irak begonnen haben, dem viel mehr unschuldige Menschen zum Opfer gefallen sind als durch das Terrorregime Husseins getötet wurden.
Das ist nicht das Thema? Ich denke doch, denn, abgesehen von diesem erschwindelten Kriegsgrund, kostet G.W.Bushs feuchter Rambotraum Unsummen, die dem Etat jetzt fehlen.
Die Schuldenkriese hat Obama von Bush, Cheney und Rumsfeld geerbt.
Nicht nur? Klar, hätte ich beinahe vergessen: Da sind ja noch die Finanzkriesengewinner (Banker), die mit Steuergeldern wieder aufgepäppelt werden mussten, nachdem sie bei ihrem "Monopoly" nicht nur sich, sondern die gesamte Volkswirtschaft an den Abgrund geführt haben.
Ich bewundere aber die Amerikaner, die Dank ihres erweiterten Horizonts, eine neue Gesellschaft anstreben, in der beispielsweise eine Krankenversicherung für alle nicht als "Kommunismus" verteufelt wird.
Ich bedaure sie aber auch, weil ihr gewählter Präsident sich mit den Sünden der Vergangenheit herumzuschlagen hat, statt sich um die Gegenwart und die Zukunft zu kümmern.
Poldi
Gast am 01 Aug 2011 23:33:39 Poldi hat geschrieben: Ich denke doch, denn, abgesehen von diesem erschwindelten Kriegsgrund, kostet G.W.Bushs feuchter Rambotraum Unsummen, die dem Etat jetzt fehlen.
Dank der seit 1945 praktisch fortlaufenden Kriegführung und militärischen Interventionen der USA in allen möglichen Ländern des Planeten (engl.: --> Link oder deutsch: --> Link) müßten eigentlich (!) auch die Steuereinnahmen aufgrund der in den USA hergestellten Waffen in die Höhe geschnellt sein ...
Warum nur wird derzeit so vehement in diesem Land gegen Steuererhöhungen für Reiche gekämpft? Warum will man Defizite lieber durch Sozialabbau ausgleichen, wo das soziale Netz ohnehin schon lächerlich ist ... über 80 Mio. US-Bürger ohne Krankenversicherung, das gibt zu denken!). Beschämend, daß dieses Land, was auch meine Generation (= weit nach Krieg) ursprünglich als ungeheuer großzügig kennengelernt hat, sich mit der Zustimmung weiter Bevölkerungsschichten so weit rückwärts entwickelt hat.
Bush, Cheney, Rumsfeld und solche Idioten ... das stimmt, die kann man wirklich hassen. Der normale US-Bürger kann einem nur noch leid tun ... besonders wenn er seine Zähne mit dem Hammer selbst behandeln muß und gleichzeitig durch die Medien so weichgeklopft wird, daß er den Sozialabbau auch noch gut findet!
Andreas
GeoHeiner am 02 Aug 2011 00:44:29 Ist ja schön, wie ihr alle miteinander das politische Geschehen seht und erklärt.
Die Ausgangsfrage zielte aber darauf ab, welche Konsequenzen ihr persönlich aufgrund der Schuldenmisere zieht.
Was macht ihr, um möglichst unbeschadet die Stürme und Turbulenzen an den Börsen und in der Finanzwirtschaft zu überstehen ?
ferienfahrer am 02 Aug 2011 06:59:19 Ich glaub' die drei haben sich abgesprochen! Die ziehen gemeinsam durch die Foren und der erste trägt bei irgendeinem Thema seine völlig absurden Thesen ein.
Die anderen beiden spielen dann den "vernünftigen" Gegenpart und schreiben " Im Prinzip hast du ja recht, aber".
So sollen noch die aberwitzigsten Verschwörungsphantasien aufgewertet werden. :D
Gast am 02 Aug 2011 09:05:40 Ich erlaube mir, jene Amerikaner von ganzem Herzen zu hassen, die mit dreisten bewussten Lügen über angebliche Massenvernichtungswaffen, die im Besitz Saddam Husseins gewesen sein sollen, einen Krieg gegen den Irak begonnen haben, dem viel mehr unschuldige Menschen zum Opfer gefallen sind als durch das Terrorregime Husseins getötet wurden.
Das sehen aber Exil-iraker ganz anders :!:
Sie sind frohe das Bush den Diktator weggeräumt hat, der für mindestens 2 Mio Tode und Vermisste hauptverantwortlich war.
Auch sieht es im Irak anscheinend besser aus, als von uns wahrgenommen wird :!: :?: Ich bin und war da selbst erstaunt, als ich mich mit Irakern unterhielt
Man wird immer wieder eines besseren belehrt, denn auch ich war gegen diesen Krieg den Amerika begonnen hatte, anscheinend zum Vorteil der meißten Iraker :!: :?:
Es ist nichts so wie es scheint :!:
Jörg
Gast am 02 Aug 2011 09:57:27 ferienfahrer hat geschrieben:Ich glaub' die drei haben sich abgesprochen! Die ziehen gemeinsam durch die Foren und der erste trägt bei irgendeinem Thema seine völlig absurden Thesen ein. Die anderen beiden spielen dann den "vernünftigen" Gegenpart und schreiben " Im Prinzip hast du ja recht, aber".
So sollen noch die aberwitzigsten Verschwörungsphantasien aufgewertet werden. :D
so kann man wirklich alles ins Lächerliche ziehen. Erzähl mal lieber den seit über 10 Jahren inhaftierten angeblich Terrorverdächtigen, die ohne Anklage und ohne Rechte, dafür aber mit Waterboarding eingesperrt sind, ihre Menschenrechte seien bloß verdrehte Thesen.
Poldi am 02 Aug 2011 11:44:45 ferienfahrer hat geschrieben:Ich glaub' die drei haben sich abgesprochen! Die ziehen gemeinsam durch die Foren und der erste trägt bei irgendeinem Thema seine völlig absurden Thesen ein. Die anderen beiden spielen dann den "vernünftigen" Gegenpart und schreiben " Im Prinzip hast du ja recht, aber".
So sollen noch die aberwitzigsten Verschwörungsphantasien aufgewertet werden. :D
Deine Phantasie in Sachen Verschwörung ist aber auch nicht ohne. :D
Poldi
Gast am 02 Aug 2011 12:22:46 Poldi hat geschrieben:...Das ist nicht das Thema? Ich denke doch, denn, abgesehen von diesem erschwindelten Kriegsgrund, kostet G.W.Bushs feuchter Rambotraum Unsummen, die dem Etat jetzt fehlen. Die Schuldenkriese hat Obama von Bush, Cheney und Rumsfeld geerbt....
Lieber Poldi,
schön mit Dir mal wieder im gleichen thread zu sein. :) Freut mich immer!
Aber trotzdem muss ich Dir - nur ausnahmsweise - vehement widersprechen:
Das Thema war Schuldenkrise, und der persönliche Umgang damit. Das war zumindest die Intention von Geo-Heiner in seiner TE. Gut, die thread-Überschrift könnte man auch in eine andere Richtung interpretieren...
Trotzdem ist meine Sorge, dass das Thema untergeht, wenn wir uns auf die Ursachen und die verbrecherische Politik der USA-Administration versteifen.
Ich verstehe sehr gut, dass sich viele Menschen nicht nur mit der Wirkung eines Zustandes beschäftigen wollen, sondern auch mit den Ursachen!
Aber jeder halbwegs politisch gebildete oder interessierte Mensch, weiß um die skrupellose Einflussnahme der USA in alle Bereiche, die ihnen finanzielle oder machtpolitische Vorteile bringen könnte.
D.h. aber, dass ganz viele Themen zwangsläufig bei den USA landen müssten, wenn wir eben nicht Ursache und Wirkung trennen wollen.
Und das könnte heißen, dass sich der nächste potentielle TE zweimal überlegt, ob er überhaupt noch ein - vielleicht hochinteressantes - Thema problematisiert, weil es eh bei den USA und ihrer Politik endet.
Und das wäre mehr als schade.
Würde es deshalb nicht wirklich Sinn machen, einen neuen thread zu eröffen?
@ Andreas 24106, an die Front :wink:
Du warst so engagiert, die Verbrechen der USA anzusprechen. Wäre das nicht in einem neuen thread effektiver!?
Peter
GeoHeiner am 02 Aug 2011 12:24:35 Aus Reuters Deutschland:
Wirtschaftsweiser Feld: Globales Währungssystem bedroht
"Berlin (Reuters) - Das Hilfspaket für Griechenland und der Kompromiss im US-Schuldenstreit haben nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Lars Feld die Krisengefahren in der Welt nicht gebannt.
"Das Paket für Griechenland reicht nicht aus, um das Land in eine stabile Finanzlage zu versetzen", bemängelte Feld in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Die Schuldenkrisen in einzelnen Euro-Ländern hätten sich inzwischen zur "ernsthaften Bedrohung" für das Währungssystem ausgewachsen. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten sind nach seiner Meinung nicht zu Ende. "Ich erwarte, dass die Zweifel der Märkte spätestens im September zurückkommen." Und in Hinblick auf die USA könne man nur hoffen, "dass der gefundene Kompromiss hält" - sonst drohe eine kaum beherrschbare Situation.
Für Deutschland sieht Feld derzeit dennoch trotz einzelner Warnzeichen keinen Abschwung voraus. "Wir werden wegen des starken Starts in diesem Jahr noch mal bis zu 3,5 Prozent Wachstum erleben", sagte er. In den kommenden Quartalen werde die Entwicklung aber nur noch verlangsamt vorangehen.
Wie schon Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, so sieht auch Feld nach den jüngsten Hilfsbeschlüssen für Griechenland die Gefahr einer Transferunion in Europa. "Ich mache mir Sorgen", sagte er. Inzwischen stehe international viel auf dem Spiel. "Ich sehe die Gefahr einer Transferunion mit uneingeschränkter gemeinsamer Haftung im Euro-Raum", mahnte er. Die Folge wäre eine überproportionale Belastung gesunder Länder und ihrer Steuerzahler. Das würde die Akzeptanz der Währungsunion in den starken Ländern gefährden. Zu Griechenland sagte Feld: "Es muss ein größerer Schuldenschnitt kommen, der die privaten Gläubiger beteiligt." Die nun beschlossene freiwillige Beteiligung von privaten Investoren bei Griechenland belohne dagegen Spekulanten. Griechenland müsse ein Einzelfall bleiben."
Eine Möglichkeit des Protestes wäre z.B. an die Bundestagsabgeordneten zu schreiben, dass man nicht gewillt ist, diese Finanzmisere länger zu finanzieren.
Ein bisserl Druck auf "die da oben" kann man ja schon machen.
Wär doch mal was konstruktives, statt sich hier in Verschwörungstheorien zu ergehen.
Gast am 02 Aug 2011 12:35:22 ferienfahrer hat geschrieben:Ich glaub' die drei haben sich abgesprochen! Die ziehen gemeinsam durch die Foren und der erste trägt bei irgendeinem Thema seine völlig absurden Thesen ein. Die anderen beiden spielen dann den "vernünftigen" Gegenpart und schreiben " Im Prinzip hast du ja recht, aber".
So sollen noch die aberwitzigsten Verschwörungsphantasien aufgewertet werden. :D
Schön, dass Du wieder dabei bist! Aber bevor Du beginnst Deine persönlichen "Verschwörungsphantasien" zu pflegen, würde ich mich freuen, wenn Du erstmal auf ernstgemeinte Fragen auf Behauptungen von Dir antworten würdest! :wink: Man will sich ja schließlich gegenseitig ernstnehmen. Oder siehst Du das anders? Du erinnerst Dich? yasar hat geschrieben:ferienfahrer hat geschrieben:Der öffentliche Dienst wurde nie in größerem Maß aufgebläht als unter Rot(/Grün...
Wenn dem so wäre, wäre das natürlich nicht in Ordnung! Gibt es dafür auch Zahlen und seriöse Quellen? Peter
Peter
Gast am 02 Aug 2011 12:48:07 yasar hat geschrieben:@ Andreas 24106, an die Front :wink: Du warst so engagiert, die Verbrechen der USA anzusprechen. Wäre das nicht in einem neuen thread effektiver!?
überleg ich noch .. wenn ich dazu mal die Motivation aufbringe, gerne :D aber - q.e.d. - sehr viele wollen das überhaupt nicht wissen, einige bestreiten das, andere wiederum machen ihre Witzchen über die US-Folterknäste und wenn alles nichts hilft, kann man ja immer noch "Antiamerikanismus" brüllen und die Nazikeule schwingen.
Die Schuldenkrise und umgekehrt das Verhalten des - noch - militärisch mächtigsten Landes der Welt gehören m.E. sehr wohl zusammen. Der unsägliche "Krieg gegen den Terror" hat zu immer neuen globalen Verwerfungen geführt, in die wir blindlings mit reingestolpert sind.
Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, warum wir am Hindukusch präsent sind. Wegen Osama und den Taliban? Daß ich nicht lache. Bis 2001 waren die Taliban noch die Lieben & Guten. Im Krieg der Afghanen gegen die sowjetische Besatzung waren es sogar noch die Helden!
Das kostet alles ein Schweinegeld, wir sagen fortlaufend (hallo! Themenbezug!!!) Hilfsgelder zu, egal in welchem Erdteil. Wir sind sicherlich ein superreiches Land, z.B. haben meine drei Katzen mehr und besseres Fleisch am Tag als manche Familien in Dritte-Welt-Ländern :oops: was ist denn, wenn wir derart in militärischen Abenteuern verzettelt sind, daß für die richtige Entwicklungshilfe kein Geld mehr bleibt? Für einen Bruchteil der Kriegskosten im Irak beispielsweise hätte die gesamte Dritte Welt mit funktionierenden Brunnen und vernünftiger Wasserversorgung versehen werden können.
am deutschen Wesen kann aber nun mal nicht die Welt genesen! und am deutschen Scheckbuch gewiß auch nicht. Irgendwo ist der Sinn auch nicht mehr vorhanden, wenn unsere Freunde ( :twisted: ) ein Land bombardieren und dabei alles hochjagen, was deutsche Entwicklungshilfe frisch hochgezogen hat. Stattdessen machen sich in bestimmten Ländern Konzerne wie z.B. Bechtel breit, die die Wasserrechte aufkaufen und dann über ein Monopol der Bevölkerung das Wasser zu fast unerschwinglichen Preisen wieder verkaufen - finanziert wird der Spaß von den Banken, die sich jetzt in Sachen Griechenland & Co. vornehm zurückhalten.
Und nochmal zu den Kriegsgründen: ich halte es für verkehrt, daß in manchen Ländern Frauen in der Burkha rumlaufen müssen, oder daß man Dieben in der Schariah die Hand abhackt ... da marschieren dann unsere Verbündeten plus ein bißchen Bundeswehr ein und sagen "wir bringen Euch die Freiheit!" - aber wenn das nun umgekehrt wäre? weil man hier am Strand nackig rumliegen darf? jetzt kommen die Araber und sagen, wir reinigen mal Eure Strände nach der Schariah ...?
Ich hab da keine Lösung, aber unser Weltbild - das ich für richtig halte - mit Gewalt anderen Kulturkreisen (die übrigens vielfach sehr viel älter sind als unserer) aufstülpen zu wollen: das geht vielleicht doch zu weit. Nebenbei bemerkt, machen wir dadurch viel von dem Ansehen kaputt, daß wir gerade in der arabischen Welt immer schon hatten bzw. nach '45 neu aufbauen konnten.
Andreas
Gast am 02 Aug 2011 13:12:28 Noch ein Link dazu: --> Link ("EU-Rettungspaket verpufft wirkungslos"), und darin:
Da das Volumen des Rettungsfonds von 440 Mrd. Euro zudem nicht aufgestockt wurde, bleiben nach den bereits verausgabten Geldern nur 323 Mrd. Euro, um allfällige Attacken auf Italien oder Spanien abzuwehren, was angesichts des insgesamt rund zehnfachen Volumens an ausstehenden Schulden und des laufenden Refinanzierungsbedarfs der beiden Länder im Krisenfall keinesfalls ausreichen dürfte.
Es sind diese Attacken, die inzwischen zu einem Währungskrieg geworden sind. Zu dem Thema liefert Telepolis weitere Artikel, durchaus lesenswert auch: --> Link ("Die USA sind ärmer als Griechenland und Portugal").
Andreas
Poldi am 02 Aug 2011 13:36:32 Grüß Dich Peter,
Du hast Recht, wie Heiner auch. Ich bin halt auf die schon abgedriftete Diskussion aufgesprungen, was bei nochmaligem Lesen des Eingangpostings nicht passiert wäre.
Ich gelobe Besserung. :D :flehan:
Klaus
kintzi am 05 Aug 2011 14:07:11 Auf zur neuen Runde: Nachdem USA wirtschaftl. kaum mehr etwas zugetraut wird u. f. Italien u. Spanien das Geld teurer schon teurer ist, gerät wieder einiges ins Rutschen, s. Dax/€ . Barroso u. Berlin sind sich auch uneinig, mal sehen, ob Angela u. Sarkozy sich im Urlaub rasch treffen müssen. Aber Italien u. Spanien sind zum Stemmen viel zu gross. Dann geht`s an die Substanz. Richi
wolfherm am 05 Aug 2011 14:44:43 Deutschland ist der Gewinner: Die neuen Anleihen werden um 30 % günstiger für den Staat aufgelegt. Waren die Anleihen Anfang des Jahres noch mit 3,X% werden sie jetzt mit 2,X% herausgegeben.
LG Wolfgang
Sina1 am 06 Aug 2011 20:14:09 USA heruntergestuft:
--> Link
...scheint also doch nicht so zu sein, dass die Agenturen USA - hörig sind...
LG
thatslife am 07 Aug 2011 00:04:34 wolfherm hat geschrieben:Deutschland ist der Gewinner: Die neuen Anleihen werden um 30 % günstiger für den Staat aufgelegt. Waren die Anleihen Anfang des Jahres noch mit 3,X% werden sie jetzt mit 2,X% herausgegeben.
LG Wolfgang
Wieso, warum??? Die Rendite deutscher Staatsanleihen geht doch gegen Null.
thatslife
thatslife am 07 Aug 2011 00:28:41 Im Nachgang:
Rendite 10 jähriger deutscher Staatsanleihen im Sinkflug
--> Link
thatslife
(und warm anziehen!)
wolfherm am 07 Aug 2011 00:43:51 thatslife hat geschrieben:wolfherm hat geschrieben:Deutschland ist der Gewinner: Die neuen Anleihen werden um 30 % günstiger für den Staat aufgelegt. Waren die Anleihen Anfang des Jahres noch mit 3,X% werden sie jetzt mit 2,X% herausgegeben.
LG Wolfgang
Wieso, warum??? Die Rendite deutscher Staatsanleihen geht doch gegen Null. thatslife
Dann hast du das System noch nicht verstanden: Wir zahlen als Steuerzahler weniger Zinsen für die Schulden. Also sparen wir.
Der einzelne Anleger bekommt nicht mehr so viele Zinsen. Aber der ist ja ein Krisengewinnler und Schmarotzer, um den ist es nicht schade. Oder?
GeoHeiner am 07 Aug 2011 10:22:26 Und was sagt Django Asül im Stern zur Schuldenproblematik ?
Das hier:
"Die Erkenntnis der Woche: Schulden machen keine Ferien und brauchen keine Auszeit! Gut, das ist zwar allgemein keine Neuigkeit. Für europäische Regierungschefs aber scheinbar schon. Und deshalb muss jetzt mitten in den Ferien zum Telefon gegriffen werden. Völlig perplex erzählten sich Merkel, Sarkozy und Zapatero in einer Telefonkonferenz, dass sich die Schulden nach dem kürzlich abgehaltenen Gipfel nun doch nicht in Nichts aufgelöst hätten.
Und weil persönliche Treffen scheinbar relativ wenig gebracht haben außer ein paar lustigen Presseerklärungen, sollen Telefonate mehr Erfolg versprechen. Hier werden kulturelle Unterschiede zwischen Wirtschaftsteilnehmern und politischen Repräsentanten sichtbar. Märkte und Politiker definieren Erfolg unterschiedlich. Märkte wollen Ergebnisse und für Politiker sind Gipfel der Gipfel der Kooperation. Daher wurde die Welt in den letzten Tagen Zeuge davon, dass die alte physikalische Formel actio gleich reactio nach wie vor Bestand hat.
Keine Panik: Es ist Sommerschlussverkauf
Erst bekamen nämlich die sogenannten Märkte Panik vor den Regierungen, die nach wie vor nichts gebacken kriegen. Jetzt kriegen die Regierungen Panik vor den Märkten, weil nicht nur bei Staatsanleihen, sondern auch bei Aktien der Ausverkauf beginnt. Sollen jetzt normale Menschen (das sind diejenigen, die weder in den Märkten noch in Regierungen aktiv beziehungsweise im Falle der EU-Regierungen passiv sind) auch panisch werden? Natürlich nicht.
Bodenständige Leute wissen: Es ist Anfang August. Und es ist Sommerschlussverkauf. Brach denn in den Einkaufszeilen dieser Welt jemals Panik aus, nur weil in jedem Schaufenster gigantische Plakate mit Rabattangeboten von 40 bis 120 Prozent hingen? Nein. Soll nun das, was auf breiter Front für Rentnerdessous oder Damenwanderartikel gilt, für Wertpapiere nicht gelten? Allein schon der Gleichstellungsgedanke spricht dafür, dass es auch einen Sommerschlussverkauf für Aktien und ähnliches geben muss. Und dieser Fall ist nun eingetreten.
Der Wunschzettel war clever getimt
Öffentlich aufgerufen zu dieser Schlussverkaufsaktion hat EU-Kommissionpräsident Barroso. Darüber sind viele aus dem politischen Lager not very amused. Doch die Kritik an Barroso ist unredlich. Niemand regt sich darüber auf, dass Frau Merkel sich gen Südtirol aufgemacht hat, weil sie gerne in Österreich Urlaub macht und für ihren Geschmack in Nordtirol zu viele Deutsche sind. Wenn ein Barroso statt Urlaub zu machen lieber Wunschzettel schreibt und in die weite Welt hinausschickt, breitet sich gangränartig Wut und Frust aus.
Dabei hat Barroso ein ausgezeichnetes Gespür für Timing entwickelt und den exakten Zeitpunkt abgewartet für das Absondern seiner EU-monetären Gedanken: Merkel purzelt gerade in den grünen Bergen rum. Spaniens Zapatero hockt schon auf den gepackten Umzugskisten und sitzt nur noch seine Restlaufzeit ab. Berlusconi ist ohnehin um jeden Tag froh, den er nicht im Gefängnis verbringt. Und Sarkozy ist mental irgendwo zwischen Schwangerschaftsgymnastik und Wiederwahl unterwegs.
Gemeinsam haben die Staatenlenker zudem nur eines: Sie nehmen Barroso vormittags nicht für voll und nachmittags nicht ernst. Und mittags ignorieren sie ihn. Und bei persönlichen Treffen machen sie ihm klar, dass er weder EU-Kommissionschef noch Portugiese hätte werden dürfen, wenn er Ruhm und Ehre anstrebt. Wenn Barroso nun immer mehr Geld und Gewicht für die EU-Kommission fordert, entspringt das nicht irgendwelchen paneuropäischen Allmachtsphantasien, sondern schlicht und ergreifend seinem putzigen Minderwertigkeitskomplex. Was ihn auch schon wieder sympathisch macht und damit von vorherein mindestens eine Stufe über Sarkozy und Berlusconi stellt.
Danke Barroso!
Die Ausverkaufsaktion war jedenfalls ein voller Erfolg und Beleg dafür, dass das Wort eines EU-Kommissionschefs schon zählt. Wer die EU stets für einen Papiertiger hielt, wurde eines Besseren belehrt. Immerhin wurden vier Billionen Dollar an Unternehmenswerten vernichtet an den Börsen. Mit anderen Worten: Endlich wieder Einstiegskurse! Jetzt können wenigstens wieder Leute aus der Mittelschicht an der Börse zuschlagen, weil die Reichen im großen Stil verkauft haben. So in etwa wird sich auch Ludwig Erhard die soziale Marktwirtschaft vorgestellt haben.
Barroso hat also in einer prekären Situation das einzig Richtige gemacht: Völlig neue Schichten als Investoren gewonnen! Das sollte zuversichtliche stimmen für Weltkonjunktur. Schließlich besteht Wirtschaft zu 50 Prozent aus Psychologie. Der Rest ist Kopfsache."
a.miertsch am 07 Aug 2011 10:32:05 Sina1 hat geschrieben:USA heruntergestuft: --> Link... scheint also doch nicht so zu sein, dass die Agenturen USA - hörig sind... LG
Es sei denn, es handelt sich um Scheingefechte.
Albert
giovannibastanza am 07 Aug 2011 12:50:52 Wenn der Boss der chinesischen Staatsbank Anfang der Woche öffentlich erklärt , da müßte China wohl überlegen , ob die amerikanischen Saatsanleihen die sie besitzen ,nicht in Euro umgetauscht werden sollten,
Kann man doch wohl solche Reaktionen wie sie im Augenblick sich an den Börsen abspielen erwarten.
Solche Überspanntheiten hat es auch schon zu Zeiten der DM gegeben und die muß man aushalten.
Sicher ist bisher ,die Bundesrepublik hat an der Verschuldung von Griechenland bisher etwa 200 Mill.€ verdient bei direkt gezahlten 8 Millarden.
Wo die meisten drüber jammern ist es ein Geschäft geworden.
Diejenigen die anderes behaupten , haben Gründe dafür. Gerüchte können nämlich auch destabilisieren. Und wir haben nicht nur Freunde , innen und außen.
Giovanni.
kintzi am 07 Aug 2011 16:33:17 Und ist der Ruf schonmal lädiert..... Ist doch eine Idee, die Schrottpapiere dauerhaft bei den Chinesen abzuladen. Schwarze Peter Spiel. Richi
GeoHeiner am 17 Aug 2011 11:05:42 --> Link
Leider ein nur sehr kurzes Interview mit Jean Ziegler zum "Bankenbanditismus" und das auch nur in den Spätnachrichten.
Gast am 17 Aug 2011 12:11:43 Tja, Heiner,
das scheint hier niemanden mehr zu interessieren, zumindest solange der (Womo-)Kühlschrank noch voll ist.
Genausowenig wie Fukushima, wo die "Kacke" immer noch am "dampfen" ist, ohne absehbares Ende.
Falls noch nicht bekannt, empfehle ich Dir und den anderen wenigen Interessierten, folgende Lektüre:
Jean Ziegler:
"Die neuen Herrscher der Welt"
"Das Imperium der Schande"
m.M. besonders brilliant
"Die Schweiz wäscht weisser"
Viele
GeoHeiner am 17 Aug 2011 17:16:55 Tja,
was antworte ich da:
"panem et circenses" braucht das Volk
sagte schon Juvenal.
Gast am 17 Aug 2011 19:44:45 GeoHeiner hat geschrieben:Tja, was antworte ich da:
"panem et circenses" braucht das Volk
sagte schon Juvenal.
Wobei sich die Gewichtung eindeutig Richtung "circenses" verschieben wird.
Den Brotkorb wird man für viele von uns höher hängen.
Auch sonst scheint vieles dem späten Rom ähnlich, nicht nur die vorherrschende Dekandenz, auch die aufflackernden Sklavenaufstände (GR, GB) und die Kriege am Rande des Imperiums.
Auch gab es in der Endphase des römischen Reiches die "peregrini", Menschen zwischen freien Bürgern und Sklaven, die auf Arbeitssuche durch die Lande zogen.
Die Masse der Bevölkerung verarmte, die Kaufkraft ging zurück. Gleichzeitig stellte die Oberschicht ihren Luxus immer ungehemmter zur Schau.
Viele
Sina1 am 17 Aug 2011 19:51:41 GeoHeiner hat geschrieben:Tja, was antworte ich da:
"panem et circenses" braucht das Volk
sagte schon Juvenal.
Die modernen Circenses sind Dschungelcamp, DSDS, Auf der Alm usw. Für die meisten Mitbürger ist doch wichtiger wer Superstar wird als was die Politik aktuell macht...
LG
kintzi am 18 Aug 2011 00:23:43 Ja, Sina, u. ab u. zu mal ne Währungsreform, z.B. alte Euros zu neuen €,
die Franzosen haben doch mit ihren früheren Francs Erfahrung drin. Kommt zwar einem Konkurs gleich, hört sich aber besser an u. die Regierungen sind doch alle ihre Schulden los. Wäre doch schön, wenn die bANKEN AUF aLTPAPIER SITZEN BLIEBEN. Richi
GeoHeiner am 19 Aug 2011 09:29:13 Um mal von den Zirkusspielen wieder weg zu kommen.
Ein Artikel aus der Online-Ausgabe der FAZ vom 14.8.2011.
Sehr lesenswert, wie ich finde. Nicht so viel neues, aber interessant ist wer ihn schreibt und was er schreibt. Schließlich ist die FAZ nicht dafür bekannt den "Linken" dieser Gesellschaft das Wort zu reden. Aber so allmählich scheint den Konservativen und den allseitiges Glück versprechenden Neoliberalen zu dämmern, dass in der Entwicklung unserer Gesllschaft und unseres Wertesystems etwas "granatenmäßig" schief läuft. Sie aber keine Konzept haben gegenzusteuern, in vielen Fällen auch sicher noch nicht einmal die Bereitschaft ihr eigenes Tun zu hinterfragen.
Hier der Artikel:
„Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“ Im bürgerlichen Lager werden die Zweifel immer größer, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang. Gerade zeigt sich in Echtzeit, dass die Annahmen der größten Gegner zuzutreffen scheinen.
Von Frank Schirrmacher Ein Jahrzehnt enthemmter Finanzmarktökonomie entpuppt sich als das erfolgreichste Resozialisierungsprogramm linker Gesellschaftskritik. So abgewirtschaftet sie schien, sie ist nicht nur wieder da, sie wird auch gebraucht. Die Krise der sogenannten bürgerlichen Politik, einer Politik, die das Wort Bürgertum so gekidnappt hat wie einst der Kommunismus den Proletarier, entwickelt sich zur Selbstbewusstseinskrise des politischen Konservatismus. Realpolitik und Pragmatismus verdecken die gähnende Leere, und die Entschuldigung, Fehler machten ja auch die anderen, ist das Pfeifen im Walde. Aber es geht heute nicht allein um falsches oder richtiges politisches Handeln. Es geht darum, dass die Praxis dieser Politik wie in einem Echtzeitexperiment nicht nur belegt, dass die gegenwärtige „bürgerliche“ Politik falsch ist, sondern, viel erstaunlicher, dass die Annahmen ihrer größten Gegner richtig sind.
„Globalisierung bedeutet nur, dass Banken die Gewinne internationalen Erfolgs an sich reißen und die Verluste auf jeden Steuerzahler jeder Nation verteilen.” „Die Stärke der Analyse der Linken“, so schreibt der erzkonservative Charles Moore im „Daily Telegraph“, „liegt darin, dass sie verstanden haben, wie die Mächtigen sich liberal-konservativer Sprache als Tarnumhang bedient haben, um sich ihre Vorteile zu sichern. ,Globalisierung‘ zum Beispiel sollte ursprünglich nichts anderes bedeuten als weltweiter freier Handel. Jetzt heißt es, dass Banken die Gewinne internationalen Erfolgs an sich reißen und die Verluste auf jeden Steuerzahler in jeder Nation verteilen. Die Banken kommen nur noch ,nach Hause‘, wenn sie kein Geld mehr haben. Dann geben unsere Regierungen ihnen neues.“ Das politische System dient nur den Reichen? Es gibt Sätze, die sind falsch. Und es gibt Sätze, die sind richtig. Schlimm ist, wenn Sätze, die falsch waren, plötzlich richtig werden. Dann beginnt der Zweifel an der Rationalität des Ganzen. Dann beginnen die Zweifel, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang. Es ist historisch der Moment, wo alte Fahrensleute sich noch einmal zu Wort melden, um zu retten, was zu retten ist. Der liberale Katholik Erwin Teufel hat das mit einer hochdramatischen, aus zusammenbrechenden Glaubenssystemen überlieferten rhetorischen Figur getan: Er rede, weil er nicht mehr länger schweigen könne Erwin Teufel: „Ich schweige nicht länger“. Es ist der erste Akt. Zum Thema Erwin Teufel: „Ich schweige nicht länger“ Börsenmeldungen: Die Welt geht unter, wir gehen mit Börsentagebuch: Aus der Kurve Krawalle in London: Woher kommt diese Wut? Das komplette Drama der Selbstdesillusionierung des bürgerlichen Denkens spielt sich gerade in England ab. In einem der meistdiskutierten Kommentare der letzten Wochen schrieb dort Charles Moore: „Es hat mehr als dreißig Jahre gedauert, bis ich mir als Journalist diese Frage stelle, aber in dieser Woche spüre ich, dass ich sie stellen muss: Hat die Linke nicht am Ende recht?“ Moore hatte das vor den Unruhen geschrieben und ohne jede Vorahnung. Ehrlich gestanden: Wer könnte ihm widersprechen? Das politische System dient nur den Reichen? Das ist so ein linker Satz, der immer falsch schien, in England vielleicht etwas weniger falsch als im Deutschland Ludwig Erhards. Ein falscher Satz, so Moore, der nun plötzlich ein richtiger ist. „Denn wenn die Banken, die sich um unser Geld kümmern sollen, uns das Geld wegnehmen, es verlieren und aufgrund staatlicher Garantien dafür nicht bestraft werden, passiert etwas Schlimmes. Es zeigt sich – wie die Linke immer behauptet hat –, dass ein System, das angetreten ist, das Vorankommen von vielen zu ermöglichen, sich zu einem System pervertiert hat, das die wenigen bereichert.“ So Moore. Er geht es alles durch: Murdoch, von dem er sagt, dass ihn die Linke schon durchschaute, als die Rechte Populismus noch für Demokratie hielt, die Kredit- und Finanzkrise, den Rechtsbruch europäischer Regierungschefs, den Primat des ökonomischen Diskurses und schließlich die Krise der Eurozone selbst. Ein linker Propagandist, so Moore, hätte eine Satire, wie Geld die Welt regiert, nicht besser erfinden können. Eine Welt des Doppel-Standards An dieser Stelle muss man sagen, wer Charles Moore ist. Nicht nur ein brillanter konservativer Publizist, sondern auch der offizielle Biograph Margaret Thatchers, eine Biographie übrigens, die erst nach ihrem Tode erscheinen darf. „Die Resonanz auf meinen Artikel ist gewaltig“, sagt er im Gespräch, „aber es gibt ein paar Missverständnisse. Manche Leute glauben, ich meinte, Labour habe recht. Davon rede ich nicht. Ich rede von linken Ideen und bürgerlichen Ideen.“ Es mag sein und wird auch sofort gesagt werden, dass die Lage in England eine andere ist. Und dennoch sind die Übereinstimmungen unübersehbar, die Erwin-Teufel-Debatte ist nur ein Indiz. Es war ja nicht so, dass der Neoliberalismus wie eine Gehirnwäsche über die Gesellschaft kam. Er bediente sich im imaginativen Depot des bürgerlichen Denkens: Freiheit, Autonomie, Selbstbestimmung bei gleichzeitiger Achtung von individuellen Werten, die Chance, zu werden, wer man werden will, bei gleichzeitiger Zähmung des Staates und seiner Allmacht. Und gleichzeitig lieferte ihm die CDU ihren größten Wert aus: die Legitimation durch die Erben Ludwig Erhards, das Versprechen, dass Globalisierung ein Evolutionsprodukt der sozialen Marktwirtschaft wird. Ludwig Erhard plus AIG plus Lehman plus bürgerliche Werte – das ist wahrhaft eine Killerapplikation gewesen. Man muss hier nicht mehr aufzählen, was dann geschah, wer alles im Aufsichtsrat der Hypo Real Estate saß und was schließlich in der flehentlichen Bitte von Bankern um Verstaatlichung nicht endete. Entscheidend ist etwas anderes: Die CDU hat ihre an die Finanzmärkte ausgeliehenen immateriellen Werte, ihre Vorstellung vom Individuum und vom Glück des Einzelnen, niemals zurückgefordert. Sie hat nicht nur keine Verantwortung für pleitegehende Banken verlangt, sie hat sich noch nicht einmal über die Verhunzung und Zertrümmerung ihrer Ideale beklagt. Entstanden ist so eine Welt des Doppel-Standards, in der aus ökonomischen Problemen unweigerlich moralische Probleme werden. Darin liegt die Explosivität der gegenwärtigen Lage, und das unterscheidet sie von den Krisen der alten Republik. Die Atomisierung der FDP, die für den Irrweg bestraft wurde, ist rein funktionell. Niemand würde der existierenden liberalen Partei besondere moralische Kompetenz zusprechen, und sie hat es, ehrlicherweise, auch nie von sich behauptet. Der Preis der CDU ist weit mehr als ein Wahlergebnis. Es ist die Frage, ob sie ein bürgerlicher Agendasetter ist oder ob sie das Bürgertum als seinen Wirt nur noch parasitär besetzt, aussaugt und entkräftet. Kein Wort, nichts, niemand Das große Versprechen an individuellen Lebensmöglichkeiten hat sich in sein Gegenteil verkehrt. Es ist Moore, der hier spricht und der einst im Thatcherismus alter Prägung die größtmögliche Erfahrung gesellschaftlicher Perfektion erblickte: „Ihre Chancen für einen Job, für ein eigenes Haus, eine anständige Pension, einen guten Start für Ihre Kinder, werden immer kleiner. Es ist, als ob man in einem Raum lebt, der immer mehr schrumpft. Für Menschen, die nach 1940 geboren wurden, ist dies eine völlig neue Erfahrung. Wenn es noch länger so weiter geht, wird sie ziemlich schrecklich werden.“ Die CDU aber, belehnt mit einem autodidaktischen Ludwig-Erhard-Studium, sieht nicht, wer in diesen schrumpfenden Räumen sitzt: Lehrer und Hochschullehrer und Studenten, Polizisten, Ärzte, Krankenschwestern, gesellschaftliche Gruppen, die in ihrem Leben nicht auf Reichtum spekulierten, sondern in einer Gesellschaft leben wollen, wo eindeutige Standards für alle gelten, für Einzelne, für Unternehmen und für Staaten, Standards von Zuverlässigkeit, Loyalität, Kontrolle. Angela Merkel war bisher nicht in der Lage, die moralischen Folgen der Krise in der Eurozone zu thematisieren. Das ist schlimm genug. Undenkbar, dass zu Zeiten Erhards nicht ein Selbstverständigungsprozess eingesetzt hätte. Dafür fehlt der Partei augenscheinlich das Personal. Denn die Macht dazu fehlt ihr keinesfalls. Über das Wort „Monster“ ist die politische Positionierung der Konservativen bis heute nicht hinausgekommen – und das las man früher und besser auf den „Nachdenkseiten“ des unverzichtbaren Albrecht Müller, einst Vordenker von Willy Brandt. Ein Bundespräsident aus dem bürgerlichen Lager, von dem man sich ständig fragt, warum er unbedingt Bundespräsident werden wollte, schweigt zur größten Krise Europas, als glaube er selbst schon nicht mehr an die Rede, die er dann halten muss. Eine Ära bürgerlicher Politik sah die Deklassierung geistiger Arbeit, die schleichende Zerstörung der deutschen Universität, die ökonomische Unterhöhlung der Lehrberufe. Frau Schavan ist inexistent. Dass Gesundheit in einer alternden Gesellschaft nicht mehr das letzte Gut sein kann, weil sie nicht mehr finanzierbar sein wird – eine der großen Wertedebatten der Zukunft, die jede einzelne Familie betreffen wird, zu der man eine sich christlich nennende Partei gerne hören würde, ja hören muss –: kein Wort, nichts, niemand. Schließlich: Der geradezu verantwortungslose Umgang mit dem demographischen Wandel – der endgültige Abschied von Ludwig Erhards aufstiegswilligen Mehrheiten - macht in seiner gespenstischen Abgebrühtheit einfach nur noch sprachlos. Ein Bürgertum, das seine Werte und Lebensvorstellungen von den „gierigen Wenigen“ (Moore) missbraucht sieht, muss in sich selbst die Fähigkeit zu bürgerlicher Gesellschaftskritik wiederfinden. Charles Moores Intervention zeigt, wie sie aussehen könnte.
macagi am 19 Aug 2011 10:01:22 Bei was soll die Linke denn recht haben?
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