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Blei-Säure, Gel, AGM - die Wahrheit über Bleiakkus (rdt ) 1, 2


Gast am 09 Jan 2012 17:17:56

Blei-Säure, Gel, AGM - die Wahrheit über Bleiakkus (rdt )

Vorwort:
Es gibt hier Themen, bei denen eine sachliche Diskussion fast unmöglich ist und die Emotionen hochkochen. Das ist das Themen wie 3,5t, Brauchwasser und ganz besonders Blei-Akkus.
Eigentlich wollte ich einen Bericht zu Blei-Akkus selbst schreiben. Aber dann gehen genau diese Diskussionen wieder los.
Also habe ich einen Bekannten angemailt, der bei einen führenden deutschen Batteriehersteller arbeitet. Er arbeitet im Forschungslabor zu 100% nur an Batterietechnologien. Leider ist es ihm nicht erlaubt, die technischen Ausarbeitungen öffentlich zu machen. Aber er hat mir einen Tipp gegeben, von wem ich genau so harte Fakten bekommen könnte. Und genau dort hat man mir auch diese Fakten zur Verfügung gestellt.

Danksagung:
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Herrn Ing. Georg Bakosch, Geschäftsführer der Firma Akkutron.
Er hat auf meine Anfrage wertvolles Material zur Verfügung gestellt und deren Veröffentlichung ausdrücklich erlaubt. Die Firma ist spezialisiert auf Batterie- und Stromversorgungslösungen. Dem Admin lasse ich gerne ein Kopie der Mail zukommen um die Erlaubnis einzusehen, falls dies gewünscht ist.

Das komplette Referat ist in 9 Kapitel unterteilt, welche hier abrufbar sind:

Er ist leicht USV-lastig, aber handelt auch die anderen Einsatzgebiete gut ab.

Teil 1 Batterien, daran führt kein Weg vorbei Teil1 --> Link
Teil 2 Auf Nummer sicher --> Link
Teil 3 Wartungsfrei (?) --> Link
Teil 4 Wartungsfrei mit Gel: --> Link
Teil 5 technische Angaben: --> Link
Teil 6 Temperatureinfluss: --> Link
Teil 7 Zyklenfestigkeit: --> Link
Teil 8 Betriebsarten und Ladetechniken --> Link
Teil 9 Lade- Entladebetrieb samt Ladetechnik
--> Link

Desweitern haben mich zwei Fragen schon lange sehr interessiert

Diese wurden mir auch umgehend und freundlich beantwortet:

1) AGM oder Gel, die Frage der Fragen:
Raidy: "Wenn ich Sie richtig verstanden habe, scheinen GEL-Akkus für einen Betrieb im Wohnmobil besser geeignet wie AGM-Akkus. ?"
Ing. Georg Bakosch: " Da haben Sie recht. Ein GEL-Akku ist für Lade-/Entlade-Betrieb und Schwebeladung wesentlich besser geeignet. Noch dazu gibt es Akkus mit Elektrolytzusätzen die die Zyklenfestigkeit weiter erhöhen (dryfit Solar). Die Selbstentladung ist bei GEL-Akkus auch nur halb so groß, daher kann ein nicht angeschlossener GEL-Akku bis zu 24 Monate ohne Nachladung gelagert werden ohne einen Schaden zu nehmen."

2) Gleichzeitiger paralleler Einsatz von Pulsladegeräten
Raidy:"Wenn man zwei 100Ah Bleiakkus parallel betreibt, darf man dieses dann mit zwei Akkuladegeräten parallel laden? Ich denke im Prinzip ja, aber wenn die Ladegeräte über eine Taktung verfügen, könnten sie sich nach der UI-Ladung, also wenn die Taktung zur Erhaltungsladung einsetzt, gegenseitig negativ beeinflussen. D.h., wenn der Gerät 1 gerade die Spannung prüft, während Gerät 2 gerade taktet, "erscheint" die Akkuspannung höher, wie sie tatsächlich ist. Liege ich da falsch, oder kann man diesen Einfluss vernachlässigen?"

Ing. Georg Bakosch: " Eine Blei-Säure Batterie, egal welche Technologie (GEL, AGM oder Classic) sollte immer mit kontinuierlicher Ladespannung geladen werden. Die Ladung mit zwei nicht synchronisierten Ladegeräten welche nicht kontinuierlich laden ist wie Sie sagen nicht möglich/sinnvoll. Lediglich im Militärbereich werden bei der Bereithaltung abgestellter Fahrzeuge Ladeerhaltungsgeräte verwendet welche nicht kontinuierlich laden, sondern auch eine Überwachungsphase haben. Dies sind natürlich Sondergeräte."


Hierzu eine Erklärung meinerseits:
In einem anderen Thread wurde ja genau diese Frage gestellt und konträr beantwortet.
Meine Bedenken haben sich nun bestätigt. Ich versuche sie mal in wenigen Sätzen zu erklären:
Ein Ladegerät versucht mittels UI eine Batterie aufzuladen. Dazu legt es die Spannung so hoch an, dass ein konstanter Ladestrom X erreicht wird. Ladet nun ein zweites Ladegerät gleichzeitig, so muss jedes Ladegerät dauernd seine Ladespannung neu anpassen, da es vom jeweils anderen Gerät in der Spannungsmessung beeinflusst wird. Es bildet sich also eine Ladespannung, die sich permanent verändert. Bei einem vollgepulstem Ladegerät wäre dieser Einfluss noch größer. Eine optimale Aufladung sollte aber mit sehr konstantem Stromfluß erfolgen.
Ja ich weiß, viele WoMo-Hersteller schließen doch sogar parallel an. Nur weil es die Masse so macht, muss es aber nicht theoretisch richtig sein.
Ob es rein praktisch "schlimm" ist glaube ich selbst nicht. Ein paar % Ladezyklen wird es schon kosten, aber wenn man so auch schneller wieder autark ist, dann ist das eben der Preis dafür.



So, das waren nun die Fakten aus der Hand eines Batterie-Profis.

Nun noch mein Senf dazu:

1) Gel scheint wohl das Beste zu sein. Selbst wenn die die Anzahl möglicher Zyklen berücksichtige ist Gel am Ende doch günstiger. Ich habe AGM drin.

2) Gel ist auch am sichersten, da es nicht sehr empfindlich aud Überladung reagiert während ein AGM einen "Thermal Runaway" (~ spontane Ladeüberhitzung) haben kann.

3) Das parallel Laden mit zwei Ladegeräten gleichzeitig ist mit voll getakteten Ladegeräten nicht sinnvoll. Bei Geräten, welche erst ab ~13,8V takten kommt es auch zu gegenseitgen Beeinflussungen.


Es wären so viele, tolle Sätze in den Referaten. Ich dürfte sie zitieren. Wer aber wirklich wissen will, auf was es bei Blei-Batterien ankommt, der sollte sich mal in Ruhe die Seiten durchlesen.

Da keine faktischen Aussage von mir selbst kamen, sollten wir jetzt ja in Ruhe und sachlich darüber diskutieren können.

Nochmals ein dickes Dankeschön an H. Ing. Georg Bakosch


Raidy

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Gast am 09 Jan 2012 17:27:58

Hallo Raidy,

wieder einmal herzlichen Dank für die große Mühe, die Du Dir wieder einmal
gemacht hast !

felix52 am 09 Jan 2012 17:32:50

Ich schließe mich dem Lob an...

Anzeige vom Forum


Gast am 09 Jan 2012 17:35:44

DANKE!

damit nicht jeder selbst suchen muss: USV heißt lt. WIKI:

Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV), englisch Uninterruptible Power Supply (UPS), wird eingesetzt, um bei Störungen im Stromnetz die Versorgung kritischer elektrischer Lasten sicherzustellen. Zu unterscheiden hierzu ist die allgemeine Ersatzstromversorgung (AEV) bzw. Netzersatzanlage, da diese bei der Umschaltung eine kurze Unterbrechung der Stromversorgung aufweist.

neumi am 09 Jan 2012 17:47:48

man.o,man...
Hut ab,-tolle Leistung
Deine Beiträge sind wie immer goldwert.
Danke und mehr davon

allerleirauh am 09 Jan 2012 17:51:06

moin.

danke an raidy.
ist informativ zu lesen.

da die zitierte firma exide ausschliesslich gel batterien (?) vertreibt, hab ich etwas vorbehalte den infos gegenüber.

wie raidy schon sagte..
zwischen agm und gel scheiden sich oft die geister!

aber trotzdem! bitte weiter so!

glg magda

Gast am 09 Jan 2012 18:10:53

allerleirauh hat geschrieben:zwischen agm und gel scheiden sich oft die geister!

muß aber nicht sein, ganz einfach die klare Empfehlung:

je niedriger der entnommene Strom ist, desto Gel, je höher, desto AGM

ist keine Entscheidung aus dem hohlen Bauch, sondern hängt mit dem Aufbau der Batterien zusammen, und wurde hier schon oft diskutiert

aus der Praxis: wir haben 240 Ah und stehen damit im Winter 5-6 Tage frei (solarunterstützt) -> Gel

hätte ich einen viel beschäftigten 2KW-Wechselrichter für Kaffeemaschine und Fön -> AGM

grüße klaus

allerleirauh am 09 Jan 2012 18:34:01

@ willi chic
stimmt irgendwie..
aber wohl nicht immer..

ich lehne wechselrichter ab, wohne aber in der trude..
von daher ziehe ich aus 240 AH (solarunterstützt) agm
im winter sehr "sutsche" heizung, licht und läppi ohne fremdstrom dauerhaft.
(s.o) smile

@ raidy
sorry fürs zersabbeln
lerne immer gern dazu und was du schreibst ist sehr gut verständlich.
magda

felix52 am 09 Jan 2012 18:34:40

Und ich hab ne 250 Ah Blei-Säure von Banner, weil sie net so ladestromempfindlich ist und vor allen Dingen am schnellsten auch konventionell ohne fein abgestimmte Ladekurven wieder "voll" ist. Und preismäßig sowieso unschlagbar...

Felix52 :)

felix52 am 09 Jan 2012 18:35:55

ich sag auch "sorry".

Gast am 09 Jan 2012 18:43:22

ist bei Teil 7 hier nicht ein Schreibfehler enthalten?
Wenn die gleiche Batterie sogar immer nur zu 25% entladen wird, kann dies 6800 mal gemacht werden. Die Zyklenfestigkeit ist somit bei 250%-iger Entladung 6800 Zyklen.

müsste es am Schluss nicht auch 25% heißen?

viking92 am 09 Jan 2012 18:45:22

Was ist ein "vollgepulstes" Ladegerät?
Ansonsten......5 Experten......6 Meinungen :D



Edit: sorry

Gast am 09 Jan 2012 18:50:04

inpraxi hat geschrieben:ist bei Teil 7 hier nicht ein Schreibfehler enthalten?
Wenn die gleiche Batterie sogar immer nur zu 25% entladen wird, kann dies 6800 mal gemacht werden. Die Zyklenfestigkeit ist somit bei 250%-iger Entladung 6800 Zyklen.

müsste es am Schluss nicht auch 25% heißen?


Ja auch Ingeniöre machen Schraibfähler :D

johnny333 am 09 Jan 2012 18:51:01

Vielleicht als ergänzung zu raidy's Zeilen möchte ich den Link einer Firma posten, welche sich auf elektrische Anlagen im Boot und Wohnmobil spezialisiert hat und mit der ich persönlich sehr gute Erfahrungen gemacht habe:

--> Link

Ich habe dort vor kurzem eine neue Verbaucherbatterie gekauft, übrigens eine normale Säure-Batterie und wurde wirklich sehr ausführlich dort beraten.

Die Ladetechnik im Womo ist leider doch recht komplex und nach meinen Recherchen haben viele Wohnmobilhändler und auch Hersteller wenig Ahnung davon. Es werden wild Batterien verbaut, welche nicht zur Technik der Womos passen. Der Händler hat damit ja kein Problem, er verkauft einfach die nächste.

Johnny

knutschkugel am 09 Jan 2012 18:52:29

Hallo und Danke raidy,

das mit den parallel Laden mit zwei Ladegeräten hab ich irgendwie nicht verstanden :?:

Habe die Boardbatterien parallel geschaltet, ist da das EBL gemeint aber wieso 2 Ladegeräte?

thomas56 am 09 Jan 2012 19:09:36

willi_chic hat geschrieben:
je niedriger der entnommene Strom ist, desto Gel, je höher, desto AGM


so kenne ich es auch. Nur habe ich 5 jährige Gel noch weitere 2,5 Jahre mit grossem WR genutzt, der nächste Besitzer hat sie auch noch 1,5 Jahre problemlos genutzt und dann den Wagen weiter verkauft. Also funktionieren auch hohe Stromentnahmen bei Gel schon min. 9Jahre.

Warum sollte man für hohe Ströme lieber AGM als gewöhnliche Solar/Traktionsbatterien kaufen?

Gast am 09 Jan 2012 19:09:43

knutschkugel hat geschrieben:Hallo und Danke raidy,

das mit den parallel Laden mit zwei Ladegeräten hab ich irgendwie nicht verstanden :?:

Habe die Boardbatterien parallel geschaltet, ist da das EBL gemeint aber wieso 2 Ladegeräte?


Hallo,
diese Idee hatte ich, weil meine Aufbaubatt. UND Starterbatt. wenig Spannung hatten und ich keinen Strom am womo-Abstellplatz habe. Daher übers WoEnde Fahrt zu einem Strom-Stplatz und Ladegerät CTEK vorne an die Starterb. UND gleichzeitig 220V-Anschluss an den Aufbau, irgendwann lädt dann das EBL auch mal die Starterb. teilweise mit (bei meinem Eura jedenfalls). Und wir waren in der Therme solange die gearbeitet hatten :D

das könnten wir bei Bedarf aber hier weiter diskutieren, damit raidys Fred sauber bleibt :D
--> Link

Gast am 09 Jan 2012 19:29:58

thomas56 hat geschrieben:Warum sollte man für hohe Ströme lieber AGM als gewöhnliche Solar/Traktionsbatterien kaufen?

vereinfacht: Gel läßt wegen seiner dicken Konsistenz die Ionen langsamer fließen, deshalb höherer Innenwiderstand, deshalb höherer Spannungsabfall bei Last

grüße klaus

canyon59 am 09 Jan 2012 19:53:24

willi_chic hat geschrieben:je niedriger der entnommene Strom ist, desto Gel, je höher, desto AGM



moin

wo endet "niedriger" Strom bzw. ab wann ist "hoher" Strom in Ampere ?

(ist vermutlich von der Batterie abhängig)

und Danke

Gast am 09 Jan 2012 20:08:13

hallo canyon,

gute Frage, nächste Frage.....

ich sag mal niedriger Strom ist deutlich unter C20, hoher Strom über C10

C20 = Kapazität in Ah / 20 Stunden, also bei 100Ah Batterie = 5 A
C10 = analog

grüße klaus

Gast am 09 Jan 2012 20:10:03

canyon59 hat geschrieben:
willi_chic hat geschrieben:je niedriger der entnommene Strom ist, desto Gel, je höher, desto AGM

moin
wo endet "niedriger" Strom bzw. ab wann ist "hoher" Strom in Ampere ?
(ist vermutlich von der Batterie abhängig)
und Danke

Gefühlsfrage!
Ich würde sagen: Sobald die Stromentnahme in A größer ist wie die Kapazität der Batterie in Ah ist es eine Hochstromentnahme.

Also bei einer 100Ah Batterie >100Ampere Strom (=1200Watt) rausholen.

Wenn du 50% der Ah-Kapazität als Strom A raus holst ist es aber auch schon eine "kräftige" Stromentnahme.

Wobei es hauptsächlich darauf ankommt, ob du dies für 1 Minute oder für 10 Minuten vorhast. Mal kurz einen Nespresso ist egal. Mal 1l Kaffee aus dem Vollautomat ist da schon eine andere Liga.

EDIT: Wie du siehst, denkt jeder hier schon etwas anders über "viel Strom".
Wobei ich die Aussage von Klaus auch richtig finde!

thomas56 am 09 Jan 2012 20:25:12

willi_chic hat geschrieben: deshalb höherer Spannungsabfall bei Last



und warum ist das bei hoher Stromentnahme besser?

thomas56 am 09 Jan 2012 20:30:10

raidy hat geschrieben:Mal kurz einen Nespresso ist egal. Mal 1l Kaffee aus dem Vollautomat ist da schon eine andere Liga.


Ich hätte gedacht, es kommt auf´s gleiche raus.
Habe eben mal eine Latissimo mit einem Vollautomaten verglichen, da scheint der Nespresso als Cappucino schlechter abzuschneiden.
Zwar spart sich Nespresso das Mahlwerk, aber die 2 Min. Aufheizzeit für den Aufschäumer saugen auch kräftig.
Mit 1300W liegen beide etwa gleich.

felix52 am 09 Jan 2012 20:35:00

raidy hat geschrieben:
Wobei es hauptsächlich darauf ankommt, ob du dies für 1 Minute oder für 10 Minuten vorhast. Mal kurz einen Nespresso ist egal. Mal 1l Kaffee aus dem Vollautomat ist da schon eine andere Liga.

EDIT: Wie du siehst, denkt jeder hier schon etwas anders über "viel Strom".
Wobei ich die Aussage von Klaus auch richtig finde!


Und nun kommen Ladezustand, Batterietemperatur und Batteriealter hinzu.
Ich glaube nicht, dass das eine "Gefühlsfrage", sondern eher "Erfahrungsfrage" ist. Natürlich sind die "elektrischen" Fakten dazu, wie von Dir super erklärt, Grundvoraussetzung.

Vielen Dank
Felix52

:)

Gast am 09 Jan 2012 20:42:10

Halo Felix,
das da ist eine Gefühlsfrage: "wo endet "niedriger" Strom bzw. ab wann ist "hoher" Strom in Ampere ? "
Wie lange der eigene Bleiakku durchhält ist eine Erfahrungssache.
Und meist ist Erfahrung fast so genau wie Rechnerei.

traveller-71 am 09 Jan 2012 20:42:29

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank an raidy für Deine technisch interessanten Beiträge, auch wenn mir vieles doch bekannt ist.
Was ich am meisten bewundere ist die Zeit, welche Leute wie Du dafür aufbringen, um diese Beiträge zu schreiben. Von daher ..mein Respekt!

Dennoch gibt es immer wieder offene Fragen, welche auftreten und Akku ist gerade bei mir ein Thema.

Bei Bleiakkus kann man oft destilliertes Wasser nachfüllen. Ich mußte recht viel Wasser nachfüllen und habe auch festgestellt, dass die Batteriekapazität gut nachgelassen hat.
Würde es etwas bringen, wenn ich neue Batteriesäure / Schwefelsäure nachfüllen würde um die Kapazität zu erhöhen oder nicht?

Gast am 09 Jan 2012 20:49:50

traveller-71 hat geschrieben:..

Bei Bleiakkus kann man oft destilliertes Wasser nachfüllen. Ich mußte recht viel Wasser nachfüllen und habe auch festgestellt, dass die Batteriekapazität gut nachgelassen hat.
Würde es etwas bringen, wenn ich neue Batteriesäure / Schwefelsäure nachfüllen würde um die Kapazität zu erhöhen oder nicht?


Wenn du oft Wasser nachfüllen musst, dann stimmt vermutlich etwas nicht.
Das kann ein falsches Ladegerät, eine zu hohe Ladespannung oder ein häufige, extreme Stromentnahme sein.

Der Säuregehalt der Blei-Säurebatterie ist vom Hersteller genau festgelegt und sollte unbedingt genau eingehalten werden. Dafür gibt es im Zubehörhandel Säure-Meßgeräte, mit denen man den Säuregehalt einer voll geladenen Batterie recht genau ermitteln und korrigieren kann (Nur bei voll geladener Batterie messen!)
Also nicht nur Wasser nachleeren. Schon gar nicht Säure auf Verdacht nachleeren. Messen und Säure einstellen.

Tipp: --> Link

traveller-71 am 09 Jan 2012 21:02:36

raidy hat geschrieben:Wenn du oft Wasser nachfüllen musst, dann stimmt vermutlich etwas nicht.
Das kann ein falsches Ladegerät, eine zu hohe Ladespannung oder ein häufige, extreme Stromentnahme sein.

Der Säuregehalt der Blei-Säurebatterie ist vom Hersteller genau festgelegt und sollte unbedingt genau eingehalten werden. Dafür gibt es im Zubehörhandel Säure-Meßgeräte, mit denen man den Säuregehalt einer voll geladenen Batterie recht genau ermitteln und korrigieren kann (Nur bei voll geladener Batterie messen!)
Also nicht nur Wasser nachleeren. Schon gar nicht Säure auf Verdacht nachleeren. Messen und Säure einstellen.


Das mit dem hohen Wasserverbrauch ist bekannt und von den Berichten her anscheinend schon ok. Die Batterie soll laut technischem Datenblatt bis 14,4V geladen werden. Auf diese Ladeendspannung habe ich meinen Solarladeregler programmiert (diesen Wert könnte ich evtl. herabsetzen). Eine hohe Stromentnahme haben wir nur kurzzeitig, wenn der Fön mal ein paar Minuten läuft.

Dass man nicht Säure auf Verdacht nachfüllt ist mir schon klar. Ich dachte eher daran mit die Flüssigkeit vom Hersteller schicken zu lassen, genau passend für diese Batterie, dh die richtigen Menge und Säure, wie man es bei neuen Motorradbatterie auch vornimmt.

Ich wollte wissen, ob es was bringen würde, was anscheinend der Fall sein könnte. Ich werde die Batterie wahrscheinlich erstmal meinem Spezi (Kfz-Meister) zum Testen mitgeben. Mal schauen was dabei rauskommt.

kintzi am 10 Jan 2012 01:43:51

Hallo raidy,bei der Laderei bist Du auf dem "praktischen u. theoretischen" Holzweg!
Begründung:
Bei den bei uns eingebauten Ladegeräten/EVS) (Calira, Schaudt u. Italiener)
wird überall mit Konstantstrom geladen.
Nachdem Du Willy-Chics Frage : was wird gepulst?, aus welchem Grunde auch immer, bis jetzt noch nicht beantwortet hast...jedenfalls habe ich bisher noch nix gesehen, mische ich mich mal ein.
Beim Ladestrom wird nichts gepulst, es sei denn Du meinst Ctek-Geräte, die nach einer Erhaltungsladung von 7 oder 10 Tagen auf Pulsserhaltung übergehen.Ansonsten kenne ich keinen gängigen Lader für unsere Zwecke mit Pulsung.
Was Du meinst, ist die Ladespannungserzeugung. Bei alten Geräten Trafo + Gleichrichter, durch Trafo so schwer.
Bei den seit mind. 10 Jahren aktuellen rel. leichten durch getaktetes Schaltnetzteil, wie sie jeder Rechner, bei LG nat. mit höherer Leistung , hat, gibt`s natürlich intern "Frequenzen"(geh auf die Technik jetzt nicht ein) , hat aber mit Ladungspulsen nichts, aber auch garnichts zu tun.
Lediglich die Restwelligkeit der Spannung ist für Batt.von Bedeutung, bei gutem Gerät möglichst gering.
Ansonsten dienen die EVS/ EBLGeräte alle ausser der Batt.-Ldg. auch der Bordversorgung bei Landstrom= Parallelbetrieb oder Pufferbetrieb, standby u. häufig der Niederspannungsverteilung.
Der Solarregler liefert auch Konstantstrom. LEDs muss man nich Pulsen.

Im Verbund Batterie(n) mit 2 Lader parallel den Batts herrscht in der Bulkphase EINE System-Spannung, die von dem inneren Widerstand der Batt. abhängig v. deren Ladezustand abhängt, sonst nix. Diese beginnt bei der Spannung der entladenen Batt(z.B. 12,2V), die LG liefern ihren Höchststrom bis ca. 13,8V. Bis hierher addieren sich diese Ströme, oder meine Batt.-Comp. und ich spinnen.
Das ganze geht mit abnehmendem Strom u. zunehmender Spannung bis zur Ladeschlussspannung, üblich bei Norm-Temp. 14,4V(ca.80% Battldg.).
Und jetzt könnten sich bd. LGs in der Absorptionphase/Volladung ins Gehege kommen. Auch da wird bei dem Sensing nichts gepulst, die Lader versuchen die 14,4V zu halten/auszuregeln.
Wenn man`s vorsichtig machen will, kann man vom Hersteller eines der Geräte auf 14,2/,3 Schlussspannung einstellen lassen. Ladeger. v. Schaudt werden f. Gels häufig so eingestellt,bes. wennTemp.-Komp. fehlt, um die hierin empfindlichen Gels nicht bei höheren Temps. "aus-trocknen/-gasen zu lassen.
In der Ladeerhaltung ist`s ziemlich wurscht, ob mit 13,4 oder 13,8V.
Noch was: Gel wird (auch wegen dem Preis) wahrscheinlich weiter zurückgehen, obwohl sie unbestritten ihre Vorteile haben. Sie sind halt bei schlechter Ladetechnik (rel. zur Temp.zu hohe Schlussspannung) sehr empfindlich, AGMs ist das, als alternative verschlossene Batts bis 14,8V wurscht.

Richi

Gast am 10 Jan 2012 09:32:46

kinzi hat geschrieben:Hallo raidy,bei der Laderei bist Du auf dem "praktischen u. theoretischen" Holzweg!

Lieber kinzi,
Ich will dir weder widersprechen noch dir recht geben.
Wie ich schon in der Einleitung schrieb, überlasse ich die Darstellung einem Fachmann. Dieser hat meine "Bedenken" und Gedankengänge schriftlich erhalten und beantwortet. Letztlich sagt du doch jetzt, dass er Unrecht hat und stellst dessen Kompetenz in Frage. Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. :?

kinzi hat geschrieben:Noch was: Gel wird (auch wegen dem Preis) wahrscheinlich weiter zurückgehen, obwohl sie unbestritten ihre Vorteile haben. Sie sind halt bei schlechter Ladetechnik (rel. zur Temp.zu hohe Schlussspannung) sehr empfindlich, AGMs ist das, als alternative verschlossene Batts bis 14,8V wurscht.

JA, aber zu Gel gehört eben genau so die richtige Ladetechnik, wie zu AGM. So wie eine falsche Ladetechnik Gel schaden kann, kann ein falsches Laden des AGM einen "Therminal Runaway", sprich Spontanüberhitzung zur Folge haben. Falsche Technik ist eben immer falsch. :)


Warum ich manche Fragen nicht beantwortet habe?
Weil ich einen Bericht vom Fachmann rein gestellt habe und keinen von mir. Und da will ich eigentlich nichts begründen oder rechtfertigen, sondern nur darstellen. Genau solcher Diskussionen wegen!

Doch eine Frage will ich schon beantworten:
Ja, es gibt sie, die Vollpulslader. Das sind Geräte, die von Beginn an pulsen, messen, pulsen. Z.Bsp. das von meinem Elektromotorrad mit 4 Bleiakkus macht es so. Ich habe es mit einen Oszilloskop an Ladeausgang unter Ladebedingungen gemessen, obgleich man es förmlich hören kann. Statt einer Strombegrenzung begrenzt dieser Lader wohl effektiven Ladestrom durch PWM-Taktung. Zumindest ergab die Messung, dass mit steigender Akkuspannung das Tastverhältnis immer kürzer wurde. Die Logik dieses Ladeverfahrens erschließt sich mir nicht.

viking92 am 10 Jan 2012 11:53:18

raidy hat geschrieben:Ja, es gibt sie, die Vollpulslader. Das sind Geräte, die von Beginn an pulsen, messen, pulsen.

Moin,

kannst Du mir bitte mal den Typ durchgeben. thx
Es gibt m.E. "Pulslader", nur wird sie keiner werksmässig in seinem Womo installiert haben.

Die o.verlinkten Abhandlungen sind schonmal nicht schlecht, aber doch sehr "Exide" freundlich gehalten. So wie Magda anfangs schon sagte.

Bsp: AGM-Batterien sind für Lade-Entladebetrieb wegen ihrer schlechteren Zykleneigenschaften im Allgemeinen nicht geeignet.

...ein Schelm wer böses dabei denkt :wink:


kintzi am 10 Jan 2012 14:01:29

raidy schrieb u.a.
Wie ich schon in der Einleitung schrieb, überlasse ich die Darstellung einem Fachmann. Dieser hat meine "Bedenken" und Gedankengänge schriftlich erhalten und beantwortet. Letztlich sagt du doch jetzt, dass er Unrecht hat und stellst dessen Kompetenz in Frage. Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.

Lieber raidy,
Das lag wohl an Deiner Fragestellung mit Blick auf Pulsladung, die es ganz einfach in früheren u. heutigen Womos nicht gibt. Bei expliziten Pulsladern gebe ich Dir u. ihm recht.
Ich verschanze mich hinter der Realität (Konstantstromldg. in 99,9% der Womos), nachvollziebare Gedankengänge u. praktische Erfahrung. Und darauf gehst Du leider nicht ein.
Ich finde Deine "elektrische" Aufklärung hier im Forum hervorragend, an der Qualifikation v. dem österr. Ing. zweifle ich auch nicht.
Mir geht es einzig u. allein um die Frage, was nützt es prakt. den Kameraden(innen) im Womobetrieb. Und wie kann ich aus einer veralteten serienmässigen Netz-Ladeanlage zu günstigen Kosten eine modernere machen.( z.B. bei Wechsel auf AGM-Akkus zur Implementierung v. 14,8V Ladeschluss)
Wie kann ich es machen, dass die Starterbatt. nach Wochen noch willig ist Was bringt meine Gel-Akkus zum vorzeitigen Tod?
Worum es mir geht sind plausible, realitätsnahe Erklärungen für das Tun.
Geht`s um Glaubensfragen, na ja...s. Stickstoff als Reifenfüllung.Auch dort geht`s eigentlich um Aufklärung.

Richi

Gast am 10 Jan 2012 15:07:56

kintzi hat geschrieben:...
Ich verschanze mich hinter der Realität (Konstantstromldg. in 99,9% der Womos), nachvollziebare Gedankengänge u. praktische Erfahrung. Und darauf gehst Du leider nicht ein...
Richi

Hallo Richi,
Du hast Recht, ich gehe darauf nicht ein. Ich habe mir mal rund 10 Threads über Batterien hier durchgelesen. In jedem Thread kommt es zu kontroversen Diskussionen, die leider nicht nur teilweise unfachlich, sondern oft auch emotional geführt werden. Ich möchte keinen 11ten Thread aufmachen der wieder so endet. Ich beschränke mich auf die Aussagen eines Fachmanns, der alle Typen von Batterien anbietet, je nach spezifischem Einsatzgebiet handelt.

Vielleicht begehe ich doch mal den Fehler meine Ansichten zu Batterien in WoMos öffentlich zu äußern. Denn so manche Aussagen schmerzen einfach nur. Aber der Überschrift wegen werde ich es hier besser nicht tun.

Gast am 10 Jan 2012 15:15:31

viking92 hat geschrieben:
raidy hat geschrieben:Bsp: AGM-Batterien sind für Lade-Entladebetrieb wegen ihrer schlechteren Zykleneigenschaften im Allgemeinen nicht geeignet.

...ein Schelm wer böses dabei denkt :wink:


Das "böses denkt" verstehe ich nicht. Diese Firma liefert an Großkunden, nicht an uns. Wirtschaftliche Interessen sehe ich in dieser Aussage überhaupt nicht. Wenn Langlebigkeit des Akkus vor dem Preis steht, dann ist eben Gel der Sieger.
AGM:
Ich halte sie nicht für ungeeignet. Sie haben definitiv weniger Ladezyklen kosten aber auch erheblich weniger. Traut man den Angaben der Hersteller und teilt die Kosten durch die Anzahl Ladezyklen, sind die Gel-Akkus trotzdem die günstigeren. Allerdings traue ich solchen Zahlen nicht gerne. Meines Erachtens kann man Gel oder AGM verwenden. Reine Blei-Säure würde ICH nicht einsetzen, aber das ist nur meine Meinung. Würde ich wieder ein neues WoMo kaufen, würde ICH gleich auf Gel gehen. Allerdings habe ich weder einen 230V Wandler noch Hochlastverbraucher dran.

Im Übrigen halte ich das ganze Thema für stark überbewertet. So schlecht sind die Lösungen der Hersteller nun auch wieder nicht. Im Normalfall sollte jede Gel/AGM-Batterie mit heutiger Standard-Ladetechnik mind. 5 Jahre durchhalten. In Relation zum Wertverlust des WoMos gehen die Kosten für neue Batterien doch als Grundrauschen unter.

viking92 am 10 Jan 2012 15:35:11

raidy hat geschrieben:AGM:
Ich halte sie nicht für ungeeignet.

Ich auch nicht & viele andere Nutzer bzw. Anwender auch nicht.
Nur eine Firma Exide denkt halt anders. Aber so what....dann sollte die Konstellation "Fachmann" & "Anbieter von allen Batt.-typen" mal überdacht werden.
Exide liefert schon an "uns"....etliche Nutzer haben hier, auch zur grössten Zufriedenheit, Exide Batterien im Einsatz.
Wobei man jetzt den Begriff "liefern" nicht zu sehr auf die Goldwaage legen sollte. Gibt wohl keinen, der seine Batt. direkt von Exide geliefert bekommt.

Ich möchte keinen 11ten Thread aufmachen der wieder so endet

Das hätte Dir aber bewusst sein sollen, wenn Du schon alle Fred kennst. :D

btw. ..auch Hunde & Kinder.....endet auch kontrovers :wink:

Nichtsdestotrotz: Respekt......Diskussion auf höchstem sachlichen Nievau...hoffe es bleibt so :bia:

a.miertsch am 10 Jan 2012 15:44:56

willi_chic hat geschrieben:hallo canyon,

gute Frage, nächste Frage.....

ich sag mal niedriger Strom ist deutlich unter C20, hoher Strom über C10

C20 = Kapazität in Ah / 20 Stunden, also bei 100Ah Batterie = 5 A
C10 = analog

grüße klaus

Schließt sich gleich die nächste Frage an.
Warum sinkt mit höherer Stromentnahme die Kapazität der Batterie? Beispiel: ich wollte einen Solar&Aktiv-Block (6Jahre alt) von der Fa. Berga
Art.-Nr. 957 052 000 790 0 (offene Säure) gegen 2 AGM ( je 70Ah)tauschen. Nach dem Ausbau stand die Batterie etwa 1 Tag in der beheizten Werkstatt und zeigte mir 13,30V an. Ups, dachte ich, flott auf den Hufen die alte Dame. Da die Säuredichte mit 1,26 auch im grünen Bereich war müsste das ja in Ordnung sein. Auf dem Firmenaufkleber stand : 100Ah---K100
90Ah---K20
75Ah---K5
Da meine 2AGM in Summe 140Ah haben, nun der große Zweifel, soll ich, oder soll ich nicht. Kommt hinzu, 1AGM wiegt nur 3Kg weniger als die Berga, also 19Kg mehr Gewicht für 50Ah bei K20 Stromentnahme.
Albert

Gast am 10 Jan 2012 15:53:39

Hallo Albert,
lasse mir noch etwas Zeit für die Antwort, da ich diese aus einem "internen" Papier raus lesen und vereinfachen werde.

Hier noch ein Herstellerunabhängiger(er) Bericht zu Batterien: --> Link

Gast am 10 Jan 2012 23:00:24

a.miertsch hat geschrieben:Warum sinkt mit höherer Stromentnahme die Kapazität der Batterie?

Bordbatterien haben im Gegensatz zu Starterbatterien ziemlich dicke Platten, und es dauert seine Zeit bis die chemischen Prozesse in die Tiefe gehen, d.h die gesamte Platte umgesetzt wird.

wenn ich jetzt hohen Strom ziehe, kommt die "Umwandlung" mangels Zeit nicht bis in die Tiefe, die Spannung sinkt auf unter 11V ab und die Batterie ist scheinbar leer. Laß ich sie eine Weile ruhig stehen, gehen die Prozesse weiter in die Tiefe, und es steht weitere Kapazität zur Verfügung

aus diesem Grund sollte man auch einer Starterbatterie nach längerem Orgeln eine Pause gönnen

grüße klaus

suzlj80 am 11 Jan 2012 00:24:44

Hallo

Habe mit folgender Kombination die besten Erfahrungen gemacht.

Ladegerät: ctek 25000 funktioniert auch als Spannungsversorgung
Solarzelle mit 90 AH normaler shuntregler
Laderegler für die Lichtmaschine von Sterling (kein B2B)
1 x Starterbatterie Optima Red Top 55 AH
3 x Versorgerbatterie Optima Yellow Top 55 AH
Kompressorkühlschrank,Stromwandler, viel Licht, Radio, Tv, Notebook brauche viel Strom
stehe allerdings meistens nicht länger als 2-3 Tage brauchte bis jetzt keinen Landstrom.
Kosten gesamt für Batterien und Lader ca: 1300 Euro
Übrigens habe ich die Red Top und eine Yellow Top seit 11 Jahren im Einsatz, kein Witz

Herzliche Güße
Mario

chrystal am 11 Jan 2012 00:38:32

raidy hat geschrieben:Im Übrigen halte ich das ganze Thema für stark überbewertet.


Hallo raidy!

Als Elektromeister bewundere ich deinen Langmut und Enthusiasmus!
Den zitierten Satz werde ich mir als Signatur klauen!

Gast am 11 Jan 2012 00:58:59

a.miertsch hat geschrieben:Warum sinkt mit höherer Stromentnahme die Kapazität der Batterie?
Albert

Lieber Albert,
wie versprochen die Antwort. Einen wichtigen Part hat Klaus schon erklärt.

Es gibt zwei wichtige Faktoren, die entnehmbare Kapazität bei hoher Stromentnahme negativ beeinflussen.

1) Der Innenwiderstand.
Eine Batterie hat einen recht geringen Innenwiderstand von nur wenigen Milliohm (~4-10mOhm). Der Einfachheit wegen rechne ich jetzt mal mit 0,1Ohm (100mOhm), was nur bei sehr alten, schlechten Batterien vorkommt, aber das Problem gut aufzeigt und das rechnen erleichtert.

Nachher machen wir es genauer.

1) Angenommen du belastest die alte Batterie mit 1A. Dann hat dein Verbraucher ~12Ohm. Die Batterie hat 0,1Ohm. Der Gesamtwiderstand beträgt also 12,1Ohm.
Somit gehen ganz grob gerechnet ~98-99% zum Verbraucher und ~1-2% durch den Innenwiderstand verloren.
2) Angenommen du belastest die Batterie mit 10A. Dann hat dein Verbraucher ~1,2Ohm. die Batterie hat 0,1Ohm. Der Gesamtwiderstand beträgt also 1,3Ohm.
Somit gehen grob gerechnet ~92% zum Verbraucher und ~8% durch den Innenwiderstand verloren.
2) Jetzt belasten wir mal die alte Batterie mit 100A. Dann hat dein Verbraucher einen Widerstand von 0,12Ohm. Deine Batterie aber hat 0,1Ohm.
Somit gehen jetzt fast 50% durch den Innenwiderstand der Batterie verloren.

Ganz genau stimmt diese Rechnerei auch nicht, da durch den hohen Innenwiderstand gar nicht erst 12V beim Verbraucher ankommen würden.

Der Innenwiderstand einer Bleibatterie ist in Wirklichkeit wesentlich geringer.
Eine neue 40Ah Blei-Säurebatterie hat ca. 8MilliOhm, also ~0,01Ohm. Nur rund 1/10 dessen, wie ich es oben gezeigt habe. Nagelt mich bitte nicht an den 8mOhm fest. Manche haben nur 4mOhm, andere 10mOhm.
Das ändert aber nichts am Grundprinzip.
Je höher die Belastung der Batterie ist, desto mehr Energie (Ah) gehen in der Batterie durch den Innenwiderstand verloren und werden schlicht in Wärme umgesetzt.

Elektrochemische Vorgänge
Vorweg: Ich bin kein guter Chemiker und halte es deshalb sehr einfach. Gerne darf es ein Könner hier detaillierter darstellen.
Je ruhiger und kontrollierter eine chemische Reaktion stattfinden kann, desto reiner laufen die Reaktionen. Eine Batterie ist ein elektrochemischer Speicher.
Er wird durch eine Reaktion aufgeladen und durch eine rückwärts wirkende Reaktion entladen. Man nennt dies Reduktion und Oxidation. Bei extremen Entladungsströmen laufen aber nicht nur die gewollten Reaktionen, sondern auch ungewollte Reaktionen. Typisch hierfür ist eine Gasbildung (eine Trennung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff). Diese ist sehr energieaufwändig und erzeugt keine nutzbaren Entnahmestrom, oder kurz gesagt, keine als Ah-Energie nutzbare Energie.

Als Parabel würde ich es so erklären:
Wenn man eine Maische langsam und nach genauer Vorgabe brennt erhält man einen guten Schnaps. Wenn man auf Teufel kommt raus brennt, erhält man Fusel. :D
Ich hoffe es verständlich genug ausgedrückt zu haben.


Raidy

rorei am 11 Jan 2012 01:10:57

Hallo raidy,
zuerst mal einen riesigen Dank für deinen Beitrag und Einsatz. Ich lese die ganze Zeit mit und finde aber für mich keine Lösung und hoffe aber darauf. Meine Bordbatterie ( Italo Blei-Säure-Akku, 80 Ah ) gab nach 3 Jahren den Geist auf ( nur noch 11,2 V ). Bei mir entfällt praktisch der Entladezyklus da ich nur auf CP nächtige und nach Ankunft sofort am 220V-Netz hänge. Autark in der Pampa stehe ich nie. Vermutlich starb der Akku an Überfütterung. Nun ist die Frage welchen Ersatz ich nehme, GEL , AGM oder wieder Blei-Säure. Ich muss mal schauen, ob ich das Laden abstellen kann um wenigstens die normale Entladung zu ermöglichen.
Roland

Gast am 11 Jan 2012 01:18:45

rorei hat geschrieben:Hallo raidy,
zuerst mal einen riesigen Dank für deinen Beitrag und Einsatz. Ich lese die ganze Zeit mit und finde aber für mich keine Lösung und hoffe aber darauf. Meine Bordbatterie ( Italo Blei-Säure-Akku, 80 Ah ) gab nach 3 Jahren den Geist auf ( nur noch 11,2 V ). Bei mir entfällt praktisch der Entladezyklus da ich nur auf CP nächtige und nach Ankunft sofort am 220V-Netz hänge. Autark in der Pampa stehe ich nie. Vermutlich starb der Akku an Überfütterung. Nun ist die Frage welchen Ersatz ich nehme, GEL , AGM oder wieder Blei-Säure. Ich muss mal schauen, ob ich das Laden abstellen kann um wenigstens die normale Entladung zu ermöglichen.
Roland

AGM ist wesentlich günstiger und geht auch. Da du sie auch nur wenig brauchst, und somit nur wenige Vollzyklen hast, sollte das die bessere Lösung für dich sein. Von Blei-Säure im Wohnbereich halte ich selbst nicht viel. Aber: Achte darauf, ob dein Ladegerät auf AGM umschaltbar ist. Für das gesparte Geld kaufst du dir noch einen Pulser, der die Suflatierung verhindert. Dann sollten locker 6-8 Jahre drin sein, gute Markenbatterie vorausgesetzt.
Der Begriff "Überfütterung" von dir finde ich übrigens sehr gut und treffend. Denn immer nur laden ist eben auch nicht gut. Eine Batterie will auch mal leben und arbeiten dürfen.

Übrigens: Mit einen Pulser kannst du die alte Batterie eventuell sogar wieder zum Leben erwecken. Dauert aber einige Zyklen, bis man es bemerkt.

felix52 am 11 Jan 2012 01:28:19

Jou Raidy,
das ist ein schönes Bild. Aber mal herausfordernd gefragt: Leben wir für die Batterie oder ist die Batterie für uns da? Ich brauche morgens viel Strom, weil ich ne Crema Maschine betreibe, die Heizung auf Vollgas läuft, TV eingeschaltet ist sowie die volle (LED) Beleuchtung. Anschließend muss die Batterie möglichst schnell wieder aufgeladen werden können.
Wie sieht Deine diesbezügl. Beurteilung zwischen Gel-, AGM- oder Blei-Süre Batterie aus?
Die sekundäre Frage, wie oft welcher Batterietyp das verkraftet, interessiert mich eben auch echt nur sekundär. Genau so wie der Preis oder die Frage, ob meine Batterie "kippsicher" und "ladefest" ist.

SIE muss morgens voll wach sein und funktionieren....

Welche Batterie würdest Du empfehlen können? Gehen wir mal von meiner Banner Energy Bull 250 Ah aus, die das alles schafft. Wäre da Gel oder AGM besser? Preislich ist das für mich absolut uninteressant. Wichtig wäre mir allerdings, die Batterie auch schnell wieder aufladen zu können.

Ich glaube, hier kommen Theorie, Erfahrung und wohnmobilspezifische Anforderungen zusammen.

Ich wünsche ne gute Nacht.
Morgen ist ja auch noch ein Tag.... :)
Liebe
Felix52 :)

Gast am 11 Jan 2012 01:38:49

Hallo Felix.
Zuerst mal: Die Batterie ist für DICH da, nicht du für die Batterie.
Wie ich schon sagte: Bei dem was ein WoMo an Wertverlust und Unterhalt kostet, sind die Batteriekosten immer ein geringer Faktor. Selbst 5 Jahre TÜV kosten mehr :D.
Das Thema ist völlig überbewertet. Selbst wenn sie alle 4 Jahre platt ist, was solls.

Doch nun zur Frage:
Schnell aufladen wäre primär Blei-Säure, gefolgt von AGM.
Eine Blei-Säure kann wesentlich weniger Ladezyklen wie AGM oder Gel.
Eine Blei-Säure will aber etwas Pflege (Wasserstrand kontrollieren) und gast mehr. Wenn du den Wasserstand vernachlässigst, nimmt sie dir das sehr übel. Genau das aber stört mich. Ich will sie einbauen und meine Ruhe haben. Deshalb finde ich AGM einen sehr guten Kompromiss und nehme die ~20-30% (wenn überhaupt) mehr Ladedauer in Kauf.

Meine Empfehlung: Viele Ah und AGM. Mit deiner Banner Energie Bull 250Ah (?? kenne ich nicht, ich kenne nur die 230Ah) kannst du es auch mal "dampfen" lassen.
Wobei die von dir genannte Banner Energy Bull 230Ah Batterie ein Zwitter ist, aber auch sehr geeignet scheint (sofern man Herstellern alles glauben darf). Es ist eine Blei-Säure-Batterie mit Glasvliesauflage und nachfüllbarer Flüssigkeit. Zitat des Herstellens:
"Durch die Verwendung von robusten Gitterstrukturen, speziellen Massezusammensetzungen und von Taschenseparatoren mit Glasvliesauflage ist die Energy Bull um bis zu dreimal zyklenfester als herkömmliche Starterbatterien."
Quelle: --> Link

Wer das Beste vom Besten, viele Ah und viele Ampere (Fön) und viele Zyklen will, ist mit mehreren Gel-Akkus und 300-500Ah super beraten. Dann kann er auch locker mal 150A rausziehen ohne dass die Gel-Batterien zu sehr darunter leiden, beste Ladetechnik vorausgesetzt. Und wenns heute mal nicht zum Vollladen reicht, dann halt morgen oder übermorgen. Genug Ah sind ja da. Allerdings würde mich das Gewicht der Lösung stören.

Neben aller Technik ist viel Philosophie in diesem Thema.

Hier ist nochmals ein schöner Link --> Link , besonders das Kapitel Batterielebensdauer.

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