Oh Gott!!! :D
Wir hatten zwei "erste Male".
Im März 1982 buchten wir ein Sonderangebot von MASSA:
Eine Woche lang einen integrierten Hymer zum Schnupperpreis von 350,- DM und zwar per sofort.
Mit beiden Kindern (5 + 3 Jahre) ging es im vollgepackten Opel Rekord von Bergheim nach Alzey zur MASSA-Zentrale.
Ein fast neuer B 519 (oder 521?) stand bereit, wurde von uns beladen und ein nicht allzu interessierter Mitarbeiter von MASSA gab uns, im Gegenzug zu Barzahlung und Vertragsunterschrift, die Fahrzeugschlüssel und einige dürftige Gebrauchshinweise.
Unsere Routenplanung sah folgendes vor:
Erste Übernachtung irgendwo am Rheinufer, Nähe Karlsruhe.
Dann weiter in die Ortenau zu unserem Lieblingsgasthof "Mühlenhof".
Die dritte Übernachtung in Meersburg, irgendwo am Bodenseeufer.
Anschließend auf die Hohenzollernalb und die
Fünfte Nacht in der Nähe von Winnenden/Affalterbach.
Die letzte Nacht auf der Rückfahrt Richtung Alzey.
Es war eine wunderschöne Urlaubswoche für eine junge Familie.
Eine Urlaubswoche, die alles bot:
Abenteuer - als es auf der Alb nachts plötzlich schneite, morgens knapp 20cm Neuschnee lagen und das Womo weder Winterreifen noch Ketten besaß.
Der Zeltplatzbesitzer (ja, damals gab es noch "Zeltplätze" :D ) zog uns dann mit seinem alten Eicher Trekker auf die gestreute Strasse.
Aufregung - "....und ich habe noch gesagt: Es passt
nicht!" Stimmt, ich mußte der besten aller Ehefrauen Recht geben. Die Torbogendurchfahrt Nähe Meersburg wurde im Verlauf niedriger, weil auf etwa sechs Metern Länge die Fahrbahn rund zwanzig Zentimeter anstieg. Das Womo passte in den Torbogen hinein, aber nicht hindurch und schon gar nicht mehr heraus - auch rückwärts nicht. Die Dachreling hatte innigen Kontakt mit der anscheinend frisch geweißelten Torbogendecke aufgenommen. Selbst nachdem ungefähr 10 bis 12 vorbeispazierende Touristen gemeinsam den Hymer (zwecks Tieferlegung) bestiegen hatten, war die Dreckskarre nicht bereit, sich vom Torbogenhimmel zu lösen.
Mein dreijähriger Stammhalter kam dann noch, mitten im Chaos, mit der Erinnerung, daß ich doch endlich den Platten an seinem Tretroller flicken könne.......
Das war's: Luft aus allen vier Reifen abgelassen, die Touristen um etwas Geduld gebeten, Rückwärtsgang rein und der Torbogen tauchte endlich in ganzer Größe vor der Windschutzscheibe auf.
An der Reling war nur etwas weiße Farbe, die Luft wurde an der nächsten Tanke wieder aufgefüllt, die Touristen hatten was zu reden über den blöden Womofahrer............
Ach ja, Bastians Tretroller habe ich noch am gleichen Tag repariert. :)
Brandblasen - als die beste aller Ehefrauen die erste Kanne Kaffee aufbrühte und der Filterbehälter mangels stabilen Standes umkippte und sie versuchte, ihn aufzufangen.
Frostbeulen - fast, weil ich bei gefühlten Minus 10 Grad die
Truma Gasheizung lange nicht anbekam. Hilfreiche Nachbarn mit Erfahrung im Camperleben hatten wir keine, da wir ja das Naturerlebnis suchten und alleine auf einem Wanderparkplatz im Hotzenwald standen.
Aber auch ohne Bedienungsanleitung lief die Wärmequelle endlich.
Naja, in der Woche passierten noch einige Dinge mehr - aber schön war es doch.
Die Kostenbilanz nach dem Urlaub war ernüchternd: Mehr als 4000 DM hatten wir ausgegeben.
Der größte Posten (über 3000 DM :-)) entfiel auf den vorletzten Tag. Da besuchten wir IRMSCHER in Winnenden und kauften unbedingt notwendige Teile für meinen Rallye Kadett C. :lenker:
Die Womo-Woche hatte uns allen gut gefallen.
Dennoch kauften wir damals keins....weil wir nicht genügend Geld dafür hatten.
Das zweite "erste Mal" erzähle ich gerne demnächst.
Viel Spass unterwegs,
Volker :wink: