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Die Äußeren Hebriden, diesmal mit Barra

permanenter Linkvon gnarz18 am 27 Jan 2019 18:06:54

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Es gibt Jahre, da ist man froh wenn sie vorbei sind - die Queen nannte eines einmal “annus horribilis”. Zum Ende unseres “annus horribilis” sollte es zur Entspannung natürlich nach Schottland gehen und zwar zu der südlichsten Insel der Äußeren Hebriden, der Insel Barra. Letztes Jahr mussten wir diese ja leider aus Wetter- und Zeitgründen auslassen. Um das auf jeden Fall nachzuholen, fangen wir dieses Mal mit dem Insel-Hopping im Süden. Barra haben wir das letzte Mal 2011 --> Link besucht und mussten sie damals relativ zügig verlassen. Auch dies sollte diesmal anders werden…
Wie im letzten Jahr haben wir uns für die Fähre von IJmuiden nach Newcastle entschieden, das ist für uns aus Aachen kommend der schnellste Weg nach Schottland. In knapp drei Stunden sind wir bei normaler Verkehrslage an der Fähre und am nächsten Morgen wachen wir kurz vor Newcastle auf. Bis nach Schottland ist es dann fast ein Katzensprung. Wir holen Paula um kurz vor zwölf direkt von der Schule ab und fahren ohne größere Staus nach IJmuiden. Dabei fällt uns wieder mal auf, wie entspannt das Fahren ist wenn es eine Höchstgeschwindigkeit gibt (das mag ein PS-Stärkerer als wir es sind natürlich ganz anders empfinden…).

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wir können ohne zu warten direkt aufs Schiff

Kurz vor 15Uhr sind wir in IJmuiden, machen den Tank nochmal richtig voll - man weiss ja was der Sprit in GB kostet - und fahren zum Fährterminal. Das Einchecken dauert nicht lange, tatsächlich können wir diesmal direkt ohne Warten auf das Schiff fahren. Das ist schon mal super, das ewige Warten in den Lanes ist nämlich echt nervig.

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Leuchtturm IJmuiden

Wir bekommen trotz gebuchter Innenkabine eine Außenkabine zugeteilt. Das ist natürlich ziemlich zweckfrei, da die Fähre ja über Nacht fährt und man sowieso Nichts sehen würde. Aber wir beschweren uns natürlich nicht, im Sommer mag das durchaus auch Vorteile haben. Die knapp zwei Stunden bis zur Abfahrt setzen wir uns ins Bordbistro, spielen Kniffel und trinken Kaffee.

Die Fähre ist viel voller als letztes Jahr und nach und nach füllt sich das Bistro. Neben vielen Briten sind auch sehr viele Niederländer und Deutsche an Bord - was zeigt, dass Nordengland und Schottland im Winter immer beliebter werden. Wird das nach dem Brexit wohl noch so sein?!?!

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Wir haben für die diesjährige Überfahrt sowohl Abendbuffet als auch das Frühstücksbuffet gebucht. Wenn man die Buffets direkt bei der Fährbuchung mitbestellt, kostet das Abendbuffet pro Person nur 19,95€ statt 29,95€ (Getränke natürliche exklusive). Das Buffet ist zwar kein Vergleich zu dem welches auf der Norronä (Fähre zu den Färöer bzw. nach Island) angeboten wird, aber es gibt reichlich Auswahl, das Angebotene ist frisch zubereitet und uns schmeckt es ganz gut. Das Ambiente hat leider mehr den Charakter einer Kantine. Am nächsten Morgen sind wir pünktlich um kurz nach neun in Newcastle. Das Frühstücksbuffet ist für 9,90€ (pro Person und wegen Vorbuchen entsprechend reduziert) durchaus zu empfehlen. Es gibt wieder reichlich Auswahl sowohl für den kontinentalen als auch für den britischen Geschmack und vor allem Kaffee, Tee, Saft und Stilles Wasser soviel man mag.

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wir erreichen Newcastle

Das Auschecken und die Grenzkontrollen gehen (noch) zügig vonstatten und um halb zehn sind wir auf dem Highway Richtung Norden. Wir haben uns für die A1 entschieden. Diese ist auf ziemlich langen Passagen mehrspurig ausgebaut und man kommt dadurch recht zügig voran - auch wenn der Weg etwas länger ist als die Alternativen über Carlisle oder Jedburgh/Melrose. So geht es immer weiter an der Ostküste entlang, vorbei an Lindisfarne bis nach Berwick-upon-Tweed. Hier legen wir eine kurze Pause ein. Wir erwischen eine Parkbucht, für die wir eigentlich viel zu lang sind. Unser Auto blockiert nach eigener Einschätzung und zugegebener Maßen vollkommen die linke Spur.

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Parken für Anfänger :D

So bescheuert parkt doch eigentlich niemand!?! Meine beiden Begleiterinnen äußern deutlich Zweifel - und sie stoßen auf offene Ohren. Als ich unser Auto dann doch umsetzen möchte, kommt ein Traffic-Warden angerannt, schaut sich die Situation an und meint, ich würde vollkommen korrekt stehen. Einzige Voraussetzung sei natürlich eine gültige Parkscheibe. Wir zeigen unsere Parkscheibe, der Offizielle befindet sie für gut und meint wir sollen auf jeden Fall genauso stehen bleiben. Manchmal verwundern uns die sonst so regelkonformen Briten wirklich sehr! Entspannt gehen wir ins Örtchen, nehmen einen kurzen Snack zu uns und kaufen eine neue Datenkarte für unser Handy. Ein Leben ohne Internet ist für unsere knapp Vierzehnjährige anscheinend nicht mehr vorstellbar. Aber auch für uns hat es Vorteile, können wir so auch deutsches Radio hören und die Fähren zu den Äußeren Hebriden über die CalMac buchen. Nicht das wir Probleme mit englischem Radio hätten, aber ein akzeptabler Empfang ist in Schottland einfach nicht überall gegeben. Und den Wetterbericht online abfragen zu können, ist gerade im Winter auch nicht schlecht. Wir haben uns “leider” für Vodafone entschieden und wie wir später erfahren müssen, ist die Netzabdeckung durch Vodafone auf den Hebriden recht bescheiden. Diesmal wäre EE (= britische Telekom) sinnvoller gewesen. Die Netzabdeckung soll wesentlich besser sein, da dieses Unternehmen die Mobilnotfunkdienste bedient.

Kaum wieder mit der Welt verbunden, versuchen wir die Fähre für die Weiterreise auf die Äußeren Hebriden zu buchen. Und haben schon gleich ein erstes “Terminproblem”. Da wir Weihnachten unbedingt auf Barra sein wollen, haben wir uns für die Passage Uig/Skye nach Lochmaddy auf North Uist entschieden. Und leider müssen wir im Online-Portal feststellen, dass diese Verbindung für den morgigen Samstag bereits ausgebucht ist. Damit hätten wir eigentlich nach unserer Erfahrung vom letzten Jahr mit der Fähre Ullapool/Stornoway fast rechnen können... Also greift meine Frau doch zum Hörer und ruft bei der Calmac direkt an. Der freundliche Calmac Mitarbeiter gibt uns den Rat, auf jeden Fall für Sonntag zu buchen und es am Samstag einfach direkt am Hafen auf der “unbooked lane” zu probieren. Vielleicht findet sich ja doch noch ein Platz für uns. Genauso machen wir es dann auch. Wir kommen gut voran, es ist wenig Verkehr. Vorbei geht es an The Dalwhinnie, Schottlands höchst gelegener Destillerie, bis nach Dornie.

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The Dalwhinnie

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Dort stellen wir uns für die Nacht auf den Parkplatz vom Eilean Donan Castle und gehen im nahen Örtchen im Hotel-Pub zum Abendessen. Wir haben diesmal vorher im Internet recherchiert, wo was geöffnet hat. Die meisten Lokale, CPs und Sehenswürdigkeiten haben im Winter geschlossen, also ist es ist gar nicht so einfach einen SP mit einem fußläufig zu erreichenden geöffneten Pub zu finden. Auch bei Nacht gibt das Schloss ein tolles Bild ab.

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Eilean Donan Castle

Am nächsten Morgen werden wir durch das Surren einer Drohne geweckt, die anscheinend unser Auto von oben inspiziert und auch ein -oder zweimal auf unserem Dach landet, also es gibt schon Leute... Da es sowieso Zeit ist aufzustehen, sind wir dem Piloten auch nicht weiter böse und frühstücken mit tollem Blick auf das Castle. So eine Drohne würde mich ja auch reizen, leider sieht man inzwischen aber auch immer mehr Verbotsschilder. So auch hier am Castle. Aber morgens um kurz vor acht stört das hier eigentlich auch niemanden.

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Auf dem Parkplatz gibt es eine Höhenbeschränkung, die jetzt im Winter geöffnet ist. Ob man auch im Sommer hier über Nacht stehen kann, bezweifeln wir. Tagesparkplätze scheint es aber für Wohnmobile hinter dem Visitor Center zu geben. Weiter geht es über Kyle of Lochalsh. Dort kaufen wir erst mal tüchtig im lokalen Supermarkt für das Weihnachtsessen ein. Aufgrund der Fährfahrt und ausgeschaltetem Kühlschrank konnten wir ja nichts Frisches mitnehmen. Dann geht es weiter auf die Insel Skye. Es ist so gut wie gar kein Verkehr, bis Broadford kommt uns nur ein Linienbus entgegen.

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Sligachan

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Sehr zum Leidwesen von Paula - die eigentlich unbedingt vor der Überfahrt in die Einsamkeit noch nach Portree zum Weihnachtsshoppen wollte - stellen wir uns gegen zwölf in Uig als erstes Fahrzeug in die Lane für “Unbooked Vehicles”, denn der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm. Wir melden uns zuallererst brav im Fährbüro an. Da hier in Uig sogar ein paar Geschäfte geöffnet haben, vertreiben wir uns die Zeit in der lokalen Pottery, der Brauerei und dem CoffeeShop. Nach und nach füllt sich der Parkplatz mit PKWs und dem ein oder anderen LKW. Wir befürchten so langsam, dass wir es heute nicht auf die Äußeren Hebriden schaffen werden.

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unser Schiff kommt

Kurz vor eins kommt dann die Calmac um die Ecke und wir werden als zweites Auto auf die Fähre gewunken. Manchmal muss man einfach ja auch mal Glück haben - oder an gute “Loading Manager” geraten, die auf einer ausgebuchten Fähre auch noch Platz für ein Wohnmobil finden. Zurückbleiben musste wegen uns auf jeden Fall niemand.

Es sind nur wenige Touristen an Bord, die meisten Passagiere sind Familien mit einer Menge Kinder, die zum Weihnachtsfest nach Hause fahren und jeder scheint jeden zu kennen. Die Überfahrt dauert nicht lange und ist auch recht ruhig. Und das bei diesem gewaltig aussehenden Wetter.

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Es dämmert bereits als wir in Lochmaddy ankommen und wir reservieren vorsichtshalber noch schnell die morgige Fähre nach Barra.

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Lochmaddy

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Schafpferch in Lochmaddy

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Passagiere in alle Himmelsrichtungen verteilen. Als wir nach der Reservierung aus dem Calmac Office kommen, hat die Fähre schon wieder ihren Bug geschlossen und wir stehen mutterseelen alleine am Pier. Auch im Ort ist kein Mensch zu sehen und so beschließen wir, nach Berneray zu fahren. Zwischendurch halten wir nur kurz mal an, um an der neuen Entsorgestation am Fährterminal Berneray-Leverburgh unsere Toilette zu entleeren.

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Es ist schon dunkel, als wir unseren Platz in den Dünen erreichen - aber da Vollmond ist, sieht man noch genug. Gut zwei Stunden später kommt noch ein weiteres Wohnmobil an, stellt sich auf diesem riesigen Dünengelände nur gute zwei Meter entfernt neben uns und wirft einen Generator an. Zehn Minuten später merkt er immerhin ganz von alleine, dass sein Verhalten voll daneben ist und sucht sich zum Glück zweihundert Meter weiter einen Platz.

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Berneray bei Nacht

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der Vollmond macht die Nacht zum Tag

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unser Platz in den Dünen

Am nächsten Morgen werden wir, warum auch immer, früh wach und erleben einen grandiosen Sonnenaufgang.

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Berneray gehört meiner Meinung nach mit zu einem der schönsten Plätze in Schottland, an dem man eine Nacht mit dem Womo verbringen kann. Im Sommer ist es natürlich etwas belebter, aber jetzt im Winter ist es einfach nur toll. Und falls ich jemals in die Verlegenheit komme, mir eine Jugendherberge bzw. Hostel zu suchen zu müssen - ich würde das Hostel auf Berneray im alten Blackhouse wählen.

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Jugendherberge bzw. Hostel von Berneray

Der Winter hat vom Licht her schon einen besonderen Reiz. Dazu die gewaltigen Wolken, die Einsamkeit und die Ruhe - einfach nur schön.
Da unsere Fähre nach Barra erst am Abend geht, haben wir den ganzen Tag Zeit um über North Uist, Benbecula und South Uist bis nach Eriskay zum Fähranleger zu fahren. Es ist absolut windstill und in der geschützten Bucht im Dorf sonnen sich wie immer die Robben.

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Berneray

Unseren ersten Halt machen wir schon kurz hinter Berneray an einem abgelegenen Friedhof. Das muss man den Schotten lassen, sie gönnen ihren Toten schon oft eine tolle Aussicht. Wir finden es immer wieder interessant, auf den Grabsteinen die Geschichten der Menschen zu lesen. Leider ist die Tradition, die halbe Familiengeschichte auf den Grabstein zu schreiben, bei den neueren Grabsteinen nicht mehr so oft zu finden. Die Friedhöfe hier auf den Äußeren Hebriden sind absolut sehenswert, mit den alten, moosbewachsenen Grabsteinen, die scheinbar vollkommen willkürlich auf dem Friedhof stehen. Und oft gibt es eine verfallene Kapelle dazu.

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Friedhof bei Berneray

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Weiter geht es zum Pobull Fhinn Steinkreis. Der ist kein Vergleich zu Callanish, trotzdem schön gelegen und in fünf Minuten vom Parkplatz am Hotel aus zu erreichen.

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Pobull Fhinn Steinkreis

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Es ist immer noch absolut windstill und wir halten oft an, um die Spiegelungen in den zahlreichen Lochs zu bewundern. Was würde man im Sommer bei so einem Wetter von den Midges attackiert! Jetzt im Winter zum Glück keine Spur von den lästigen Quälgeistern. Obwohl die Gegend eigentlich gut besiedelt ist, begegnen wir kaum einem anderen Fahrzeug. Das wissen auch die einheimischen LKW-Fahrer und sind dementsprechend zügig unterwegs.

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auf dem Weg nach Eriskay

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manche Zeitgenossen sind z.T. recht zügig unterwegs...

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es ist absolut windstill

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Man kann in aller Ruhe - ja, man darf es natürlich nicht - in einem Passing Place anhalten und aussteigen. Und wenn tatsächlich mal jemand kommt, wird man freundlich gegrüsst. So ist hier der Winter. In Benbecula tanken wir erstmal und gehen dann im gut sortierten Coop einkaufen. Irgendwie wirkt Benbecula ziemlich heruntergekommen. Das liegt vielleicht an den alten Militärbauten, aber schön sieht anders aus. Zumindest der lokale Gift-Shop hat geöffnet und es ist schon amüsant zu beobachten, wie sich ein etwa zehnjähriges Mädchen als Weihnachtsgeschenk für kleine Holzfiguren “Original aus dem Schwarzwald ( Original Black Forest, Germany)” interessiert. South Uist ist im Gegensatz zu Benbecula wieder ein wenig gebirgig, zumindest der Osten der Insel. Es fehlt leider ein wenig der Schnee. Die Landschaft ist zwar grandios, aber der Schnee wäre das Pünktchen auf dem i. Wir sehen unheimlich viele Schwäne, das ist uns letztes Jahr überhaupt nicht so aufgefallen, und wir haben wirklich Bedenken, dass einer dieser tieffliegenden Vögel unseren Alkoven erwischt.

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Auf Eriskay fahren wir sofort zum Fährterminal.

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Duschen und Ent(Ver)sorgen am Fährterminal auf Eriskay

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Eriskay

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Wir haben die Hoffnung, dass man inzwischen die Duschen auf die neue Pfund-Münze umgestellt hat und entsorgen müssen wir auch noch. Die Duschen sind umgestellt und wir gehen alle nacheinander erst mal duschen. Ein wenig Sorgen mache ich mir um unsere Aufbaubatterien. Obwohl wir viel gefahren sind, scheinen sie nicht richtig voll zu werden. Ja, immerhin sind sie schon sechs Jahre alt und dürften ihren Zenit schon überschritten haben, aber ein Ausfall hier oben im Norden, wo man zu dieser Jahreszeit nur sehr schwierig an Landstrom kommt, wäre schon blöd.

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Sonnenuntergang auf Eriskay

Viel los ist am Fährterminal nicht, ab und an kommt ein Auto auf den Parkplatz gebrettert, dreht drei Runden und fährt mit quietschenden Reifen wieder die Straße hoch Richtung Dorf. Dieses Schauspiel wiederholt sich dann so jede halbe Stunde, wobei wir den Sinn dieses schon oft beobachteten Unterfangens noch nie verstanden haben. Es ist schon dunkel als die kleine Fähre auftaucht. Mit uns nutzen nur noch zwei weitere Fahrzeuge die Fähre und wir bleiben alle während der 45 minütigen Überfahrt im Auto sitzen, sehen würde man ja sowieso nicht. Auf dem Navi kann man beobachten, wie sich die Fähre zwischen den vielen kleinen Inseln durchschlängelt. Auf Barra angekommen stellt sich nun die Frage: Was tun? Da wir keine Lust auf Kochen haben, fahren wir den East-Bound Richtung Castlebay, dem Hauptort der Insel. Unser erster Versuch im geöffneten und weihnachtlich illuminierten Heathbank Hotel etwas Essbares zu ergattern, scheitert kläglich, Auch im Castlebay Hotel gibt es Nichts, aber da aller gute Dinge drei sind, bekommen wir im Craigard Hotel etwas zu Essen. Es wundert uns doch ein wenig, aber in der Lounge Bar sind wir die einzigen Gäste. Gut, in der Public Bar des Hotels ist einiges los. Aber da darf unser Tochter nicht rein.

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weihnachtlich illuminierte Calmac in Castlebay

Für den Rückweg wählen wir den West-Bound um die Insel und nehmen den Abzweig zum Flughafen, wo noch vor sieben Jahren im Sommer gut und gerne zehn Wohnmobile und Wohnwagen in den Dünen standen. Nun sind alle Zufahrten mit Holzpflöcken versperrt, Camping not allowed. Wir fahren weiter nach Eoligarry ans Jetty. Dort gibt es Frischwasser, man kann entsorgen und hat einen phantastischen Ausblick auf das Meer und die Hebriden. Wir sind natürlich alleine und stellen uns auf diesen schönen Stellplatz.

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gleich geht die Sonne auf

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Der Morgen beginnt erneut mit einem spektakulären Sonnenaufgang - was gibt es schöneres als an so einem Ort beim Frühstück zu sitzen und so einen Sonnenaufgang zu erleben? Gut...unsere Tochter beschwert sich über die miserable bzw. nicht vorhandene Internetverbindung, aber man kann halt auch nicht Alles haben.

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Sonnenaufgang am SP in Eoligarry


Nach dem Frühstück geht es zum Christmas Shopping nach Castlebay. Ich gebe zu Bedenken, dass das Angebot bei drei Geschäften jetzt nicht so üppig sein wird. Da der Rest der Familie meine Bedenken nicht teilt und wir noch keine Christmas Cracker an Bord haben, machen wir uns auf den Weg nach Castlebay. Unterwegs fällt uns ein CP in Borve auf, direkt am Meer und der Straße gelegen.

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Castlebay City

Die Straße würde bei dem Verkehrsaufkommen nicht wirklich stören, aber er hat leider natürlich geschlossen. Wie vermutet ist das Angebot in den ersten zwei Geschäften dann auch relativ überschaubar und so legen wir erstmal eine Pause im “Hebridean Toffee factory and The Deck cafe” ein. Recht merkwürdig ist, dass durchaus “Hot and Cold Snacks” serviert werden, man die Innengastronomie aber im Winter geschlossen hat. Draußen kann man sich aber gerne einen Tisch aussuchen. Das macht bei 3°C Temperatur und selbst sehr schönen Wetter unserer Meinung nach nur bedingt Sinn. Dafür hat man von der Terrasse aber einen schönen Blick auf das Cismul Castle, Besichtigung im Winter leider nicht möglich.

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Cismul Castle

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die Terrasse, bei 3°C ein wenig frisch

Das dritte Geschäft hat dann wenigstens Postkarten, Souvenirs und Infomaterial zu bieten. Zudem bekommen wir die Telefonnummer des CP-Betreibers, der hoch erfreut ist uns den CP für 15£ die Nacht zu öffnen. Zudem gibt es kostenloses Wifi - das erfreut Teile der Familie zutiefst. Christmas Cracker bekommen wir tatsächlich auch noch, allerdings hat das letzte Paket hier auf Barra eine echt stolzen Preis. Aber Weihnachten ohne?!?! Bevor wir zum Campingplatz fahren und auf das Christkind warten, fahren wir auf die Insel Vatersay, die durch einen Damm mit Barra verbunden ist.

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Castlebay

Unterwegs kommt man an einen Haufen von Flugzeug Wrackteilen vorbei. Eine Hinweistafel erklärt, dass es die Reste von einem Flugzeug sind, welches hier 1944 während eines Übungsflugs abgestürzt ist und drei Menschenleben gefordert hat. Erstaunlich wie respektvoll und verantwortlich hier die Leute mit solch einer Sache umgehen, bei uns wären die Trümmer schon längst geklaut oder verunstaltet worden. --> Link

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Vatersay

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Wir laufen die paar Meter bis zum Strand und Paula geht in Erwartung der warmen CP-Duschen baden.

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Die Strände hier auf den Hebriden sind absolut sehenswert und erinnern mit ihrem weißen Sand und türkisem Wasser eher an die Karibik als an den hohen Norden. Wir haben den Strand und Dünen für uns ganz alleine. Ein wenig verloren kommt man sich auf dem riesigen Strand schon vor. Es fängt schon an zu dämmern, als wir das Tor zum CP aufmachen und wir anfangen uns auf den Heiligen Abend vorzubereiten. Schließlich muss noch der Baum geschmückt und das Futter für Santa’s Rentiere ausgestreut werden. Einige Zeit später klopft der Warden an Tür, um sich sein Geld abzuholen. Wenn wir noch länger oder nochmals hier bleiben möchten, sollten wir uns einfach irgendwo hinstellen, er würde das dann schon mitbekommen.

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CP in Borve

Er zeigt uns, wo man den Strom einschaltet und aktiviert auch den Wlan-Router, ganz wichtig! Der Abend wird ruhig, das Christkind schaut kurz vorbei, die Temperaturen sinken auf 0°C und wir werfen den Heizlüfter an. Landstrom hat schon seine Vorteile.
Christmas Day startet mit Regen und starkem Wind. Wir fahren durch Castlebay, wo nun absolut Nichts los ist, noch nicht mal mehr ein Auto tummelt sich auf der Hauptstrasse. Nur ein paar Schafe nutzen die Gelegenheit und grasen in den Vorgärten.

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irgendwo auf Barra

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absolut nichts los in Castlebay

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manche nutzen die Ruhe

Am Christmas Day hat wirklich alles geschlossen - Flughafen, Geschäfte und Hotels, alles hat zu. Gegen Mittag wird das Wetter zum Glück ein wenig besser und wir starten zu einer kurzen Wanderung am Flughafen. Der Strand ist gut und gerne zwei Kilometer lang und wir sind vollkommen alleine. Wieder tummeln sich nur ein paar Schafe am Strand und lutschen auf ein wenig Tang rum. Der Weg führt über den Strand zu einem kleinen Hügel und durch die Dünen zurück zum Flughafen.

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SP in Eoligarry

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Muschelzucht in Eoligarry

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Saint Barr's Church

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Jetty in Eoligarry

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:D

Wir fahren relativ früh wieder zum Jetty nach Eoligarry, Paula besteht darauf Krebse angeln zu gehen und zieht tatsächlich auch ein kleines Exemplar aus dem Wasser. In der Nähe vom Jetty werden auch Muscheln gezüchtet und wir laufen da Ebbe ist beim Rest vom Tageslicht zu den Gestellen. Leider wird das Wetter wieder schlechter und es fängt an zu regnen .Aber selbst bei so einem Wetter beeindruckt die Landschaft durch ihre Kulisse und Einsamkeit. Unsere Batterien werden zum Problem, gegen halb zehn schaltet sich das Wohnmobil selber aus und wir sitzen im Dunkeln. Zugegeben wir sind natürlich nicht viel gefahren, trotzdem scheinen die Batterien so langsam schlapp zu machen.

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Muschelsammler auf Barra

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Einsamkeit pur

to be continued...



4 Kommentare 5129 mal betrachtet
Kommentare

RE: Die Äußeren Hebriden, diesmal mit Barra

permanenter Linkvon Aretousa am 28 Jan 2019 08:18:00

Wow.....Ich muss sofort den 2.Teil lesen.....
Liebe Grüße
Lena :francais:
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RE: Die Äußeren Hebriden, diesmal mit Barra

permanenter Linkvon Lancelot am 28 Jan 2019 11:53:33

Tolle Reise zu einem ungewöhnlichen zu ungewöhnlicher Zeit,
dazu ein Spitzen-Bericht und grandiose Fotos (wie immer von Dir )

:klatschen:

Muß sofort an Teil II ran ... :)
Servus,

Wolfgang
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RE: Die Äußeren Hebriden, diesmal mit Barra

permanenter Linkvon Anonymous am 08 Feb 2019 00:12:27

Whow, vielen Dank für diesen tollen Reisebericht. Vor allem beeindrucken mich die scharfen Fotos, und natürlich die ungewöhnlich schöne Landschaft. Ich hätte nicht gedacht, dass Schottland auch im Winter so schön sein kann. Das eröffnet uns ganz neue Überlegungen, weil wir bislang immer von den Sommerferien aus kalkuliert hatten.

Könnt Ihr uns mal was zu den Fährpreisen schreiben? Was habt Ihr bezahlt für die Fähre von Jlmunden nach Newcastle und was für die Inlandsfähren auf die Hebriden? Ich habe da gar keine Vorstellungen bzw. nur welche, die bisher abgehalten haben.

Nette Grüße
Gode
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RE: Die Äußeren Hebriden, diesmal mit Barra

permanenter Linkvon gnarz18 am 08 Feb 2019 17:52:09

Danke für das Lob.
Für die Fähre nach Newcastle haben wir knappe 300€ gezahlt ( 3 Personen / Womo 6,30m Innenkabine ) + 3x Essen und Frühstück (ca. 100€). Bei den Inlandsfähren zahlt man z.B. Eriskay-Barra ( 45min single) 11Pfund Womo + 3x3Pfund . Die Preise sind eigentlich recht human, sparen kann man natürlich wenn man einen Hopscotch nimmt. Auf jeden Fall sollte man im Winter vorbuchen, da manche Fähren nur einmal pro Tag fahren. Wenn sie dann überhaupt fahren. :D Heute z.B. fällt fast alles aus. --> Link

Viele Grüße
Michael
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