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Lake District und North Wales_II

permanenter Linkvon gnarz18 am 08 Jun 2025 10:38:00



Wir werden auf den Parkplatz von Neptun’s Staircase geschleppt, mit der Zusage, uns morgen früh samstags um neun weiter nach Stirling zum Ford-Händler zu schleppen. Wir verbringen die Nacht auf dem Parkplatz und finden zum Glück noch einen Pub, der uns noch etwas zu Essen gibt. Um 10 Uhr (ist ja fast 9 Uhr) kommt dann endlich der Schlepper und es geht in Richtung Stirling. Wir rufen sicherheitshalber beim Ford-Händler in Stirling an und melden unsere Ankunft an. Entgegen der Aussage vom Vortag ist man heute nicht bereit, uns zu helfen - wir sollten es woanders versuchen. Der Abschlepper erzählt uns, dass es mit diesem Ford-Händler immer Probleme geben würde….wo wir denn nun hinwollen? Es ist inzwischen Samstag Mittag und bei den meisten Werkstätten erreichen wir niemanden mehr. Glück haben wir bei einer kleinen Werkstatt in Alexandria in der Nähe von Glasgow, dort könnten wir das Auto hinschleppen lassen und am kommenden Montag würde man sich die Sache anschauen. Neues Ziel ist also Alexandria. Auf halben Weg, bei der Bridge of Orchy, meint unser Abschlepper, dass seine Fahrzeit nun zu Ende wäre und er uns auf dem Parkplatz in Tyndrum Parkplatz absetzen müsse.

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der Abschlepper scheint's zu genießen

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wir hinterlassen deutliche Spuren

Wir sollen den ADAC kontaktieren, damit wir weiterkämen. Unsere Laune ist inzwischen auf Null gesunken und einer gewissen Aggressivität gewichen. Bei einem erneuten Telefonat verspricht die wiederum sehr nette Dame vom ADAC zeitnahe Hilfe. Nach gut zwei Stunden erreicht uns ein Anruf von einem weiteren Abschlepper, der fragt was wir denn eigentlich wollten?! Wir erklären ihm die Situation und er sagt, er hätte niemanden bei der Werkstatt in Alexandria erreicht, somit würde er uns auch nirgendwo hinschleppen und legt einfach auf. Immerhin könnte man für 10Pfund auf dem Parkplatz nächtigen… Wir rufen also wieder bei der Werkstatt an, erklären das Problem und bekommen nochmals die Bestätigung, dass man uns am Montag hilft - aber jetzt gleich, wenn der Abschlepper sich das OK bei ihm abgeholt hat, ist erstmal Wochenende. Den Abschlepper sollen wir bitte fragen, ob er denn die richtige Nummer gewählt hat. Es gibt die für den Verkauf (samstags nicht besetzt) und die für die Werkstatt. Ja glaubt man es denn! Daraufhin rufen wir den Abschlepper an, geben ihm den Hinweis mit der korrekten Nummer der Werkstatt und hoffen das wir weiterkönnen. Erneut legt er unfreundlich auf, er würde jetzt mit niemandem mehr telefonieren, wir würden den ganzen Betrieb aufhalten. Solch Unfreundlichkeit haben wir in all den Jahren noch nicht erlebt. Nach einer weiteren Stunde rollt ein Abschlepper auf den Parkplatz und fährt uns tatsächlich zu der Werkstatt nach Alexandria. Dort ist jetzt natürlich niemand mehr. Der Schlepper stellt uns an die Seite der Straße und macht sich vom Acker. Zum Abschied meint er noch, dass wir mal das AGR-Ventil prüfen lassen sollten. Die Gegend ist nicht gerade vertrauenserweckend, neben der Werkstatt, einer ziemlich gammelig wirkenden Schrauberbude sind zwei Schrottplätze, ein Gebrauchtwagenhändler und ein Bestattungsunternehmen. Den bewohnten Mehrfamilienhäuser gegenüber fehlen zum Teil die Fenster bzw. sind die Fenster mit Brettern zugenagelt. Sehr schön das Ganze. Wir besuchen den örtlichen Pub, in dem zu unserer Verwunderung Ramstein läuft. Passt alles zusammen.
Wir beschließen am nächsten Tag mit dem Zug nach Glasgow zu fahren und uns vorsorglich ein neues AGR-Ventil zu kaufen. Ich hatte ja nun Zeit genug im Internet zu recherchieren und auch 3 von 4 Abschleppern stellten diese Diagnose. Unser Auto hat schon diverse neue AGR-Ventile bekommen, aber diese Defekte hatten sich vorher immer durch ein Ruckeln angekündigt. Zum Glück haben in Glasgow die Geschäfte auch sonntags (und sogar zwischen den Feiertagen) geöffnet und wir kaufen ein neues AGR-Ventil und einen neuen Keilriemen. Am Montag rollen wir dann endlich in die Werkstatt auf der anderen Straßenseite. In zwei Stunden könnten wir, wenn alles gut geht und das AGR wirklich die Ursache ist, das Auto wieder abholen. Und – Hurra - es war das AGR-Ventil! Ein Glück, dass wir es am Vortag besorgt haben, sonst wäre ein weiterer Tag im Eimer gewesen. Den Keilriemen haben die netten Menschen vom Lomond Auto Centre auch getauscht. Da haben wir uns allerding in dem Ersatzteileladen den falschen andrehen lassen (so einen, haben sie noch nie gesehen). Macht aber nix, zum Glück hat der Chef zwei fast neue Transits auf dem Hof stehen. Denen bauen sie kurzerhand alle möglichen Riemen aus, um sie bei uns einzubauen. Die Kosten halten sich in Grenzen und Montag Mittag können wir endlich Ruß-frei in den Resturlaub starten. Herzlichen Dank (Many, many thanks) an dieser Stelle an die Jungs vom Lomond Auto Centre und den kompetentesten und freundlichsten aller Abschlepper und seiner Schwester am Telefon (die Arme hat den ganzen Ärger meiner GG mit schottischem Gleichmut ertragen :zustimm: ) von A.D.J. Stevenson.
Fünf Tage und vier Schlepper hat uns dieser Mist gekostet.

Und nun schon wieder! Aber immerhin ist diesmal die Diagnose kein Problem. Wir buchen uns in Keswick auf dem riesigen CP des Caravan and Motorhome Clubs für 64,75 Pfund ein, das sind 77€! Immerhin sind die Duschen kostenlos. Wie bei diesen Plätzen oft üblich werden wir von einem Mitarbeiter persönlich zu unserem Platz geleitet und dort penibel eingewiesen. Der Platz ist voll und das für den Preis! Zugegeben, der Platz liegt direkt am See - aber den Preis ist er trotzdem nicht wert. Keswick ist ein nettes kleines Örtchen mit einer großen Fußgängerzone und diversen Restaurants, Pubs und natürlich jeder Menge Touristen. Wir gehen abends in einem der Pubs etwas Essen und sind früh wieder zurück beim Wohnmobil.

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Derwent Water

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Keswick

Am nächsten Morgen sind wir früh unterwegs. In Keswick gibt es leider keine Ford Werkstatt. Also fahren wir gen Norden zum 31 Kilometer entfernten Ford Händler. Dort bekommen wir natürlich sofort unsere erste Abfuhr - „Man würde grundsätzlich keine Wohnmobile annehmen, sie nehmen nur „commercials“. Wir fahren weiter in den Norden von Carlisle zum Ford-Händler. Doch hier heißt es: „Seit ein paar Wochen nehmen wir keine trucks mehr, nur noch PKW. Fahren sie bitte zu unserem neuen Ford Transit Kompetenz-Center im Süden von Carlisle„. 20 Minuten später sind wir dann endlich bei dem neuen schicken Ford-Transit-Kompetenzhändler, doch dieser meint: ohne Termin … frühestens in zwei Tagen. Wir haben von diesen Ford Händlern sowas von die Schnauze voll, die schauen sich das Auto noch nicht einmal kurz an! Mit dem richtigen Werkzeug und einer Bühne ist die Reparatur kein Hexenwerk! Wir fahren mehr oder weniger in die Innenstadt zu Kwik-Fit, einer dieser Reifen-Auspuff-Bremsen Ketten. Auch dort bekommen wir eine Abfuhr, wenn auch eine der freundlichen Art – er würde uns sehr gerne helfen, wäre ja sicher nichts Aufwendiges, aber das Auto passt nicht auf die Bühne. Aber man zeigt sich durchaus hilfsbereit und gibt uns die Adresse vom „Auspuff Bryan“, einem ausgewiesenem Auspuff-Experten.

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uns wird geholfen

Dort nimmt man sich dann auch sofort unseres Problems an. Das Auto wird unverzüglich auf die Bühne gefahren, der Halter angeschweißt, der Auspuff ein wenig gerichtet und die Gummis neu eingehängt. Eine Stunde später ist alles wieder tiptop und wir um erträgliche 40 Pfund ärmer. Wir bedanken uns für den guten Service, geben ordentlich Trinkgeld und fahren nach einem kurzen Stop bei Lidl und Aldi wieder zurück in den Lake District.
An dieser Stelle also herzlichen Dank (Many, many thanks) an die Jungs von Bryan Fell Motor Engineer & Exhaust Specialist.

Da wir am nächsten Tag eine Radtour unternehmen wollen und der Start in der Nähe von Keswick ist, fahren wir zum Swinside Inn. Der Pub liegt an einer kleinen Straße mitten in den Bergen und bietet ein hervorragendes Essen, nicht gerade günstig, aber es ist auch nicht der übliche Pub-Fraß. Von dem Risotto mit frischem Bärlauch schwärmt meine GG immer noch …

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Abendsonne am Swinside Inn

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etwas versteckt liegt der Swinside Inn

Am nächsten Morgen stellen wir das Auto in eine Parkbucht, schnallen die Räder ab und fahren zum Honister Pass. Zuerst geht es ziemlich flach am Derwent Water vorbei, durch ein paar nette Örtchen, über schöne Brücken bis zum Ende eines Tales.

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der Weg führt am See entlang

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durch malerische Orte

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über alte Brücken

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durch schöne Täler

Dann kommt der 25% Anstieg zur Passhöhe. Von dieser Seite ist der Anstieg zum Glück relativ kurz, aber zeitweise dementsprechend auch verdammt steil.

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Passhöhe

Wir machen nur eine kurze Pause und fahren dann die lange Abfahrt nach Buttermere runter. Das macht natürlich Spaß, zumal recht wenig Verkehr auf dem Pass ist.

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links die Passhöhe, rechts am Ende des Tals liegt Buttermere

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Ist man an der Talsohle angekommen, geht es auf einem guten Schotter-Radweg immer am See entlang bis nach Buttermere.

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immer schön am See entlang...

Auf dem Weg bis ins Örtchen, stellen wir fest, dass es hier noch eine WoMo-taugliche Camping Wiese neben einer Farm gibt. Zumindest heute steht hier kein WoMo, sie ist völlig leer. In Buttermere angekommen, machen wir erstmal eine ausgiebige Pause und trinken etwas. Buttermere ist ein kleiner Ort und besteht eigentlich nur aus ein paar Häusern, aber es herrscht ein ziemlicher Trubel. Wir lassen die Räder in der Nähe von Buttermere stehen und starten eine kurze Wanderung zum Scale Force, einem laut Reiseführer sehenswerten Wasserfall. Der Weg führt schön am See entlang und biegt dann etwas steiler in die Berge ab. Nach ca. 1,5 Meilen haben wir den Wasserfall erreicht. Aber so überwältigend wie der Reiseführer ihn beschreibt, ist er dann doch nicht.

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der Wanderweg führt erst am See entlang

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dann steil bergauf

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bis zum etwas enttäuschenden Wasserfall Scale Force

Nach knapp zwei Stunden sind wir wieder bei den Räder und strampeln den nächsten Pass hinauf. Der Anstieg zum Newlands Pass von Buttermere aus mit einer Steigung von 25% ist 1,9km lang. Er verbindet Buttermere und Keswick durch das Newlands Valley.

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Newlands Pass

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Nach knapp 40km Radeln und der netten Wanderung sind wir wieder beim Auto, verladen die Räder und fahren zum Setmabanning Farm Camping. Hier kostet die Übernachtung nur erfreuliche 25 Pfund, inklusive Strom und Duschen.
Der nächste Tag startet auch wieder sonning und unser erstes Ziel ist der Castlerigg Stone Circle, der nur ein paar Kilometer vom CP entfernt ist. Ist nicht gerade Stonehenge, aber die Lage ist schon gut gewählt. Und auch dieser kleine Steinkreis ist ein Besuch wert. Bei unserem ersten Besuch hier, konnte man die Parksituation hier durchaus als schwierig bezeichnen. Mittlerweile gibt es (natürlich) höhenbegrenzte PKW Parkplätze, aber auch Platz für WoMos und andere höhere Gefährte.

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Castlerigg Stone Circle

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Kreis??? naja

Wir laufen etwas durch den Steinkreis und lassen die Drohne fliegen.
Vom CP aus schaut man auf das mächtige Massiv des Blencathra. Da wir in diesem Urlaub noch keinen Berg bestiegen haben, ist dies unser nächstes Ziel. Der Weg startet an einem großen Wanderparkplatz und an der Zahl der Autos erkennen wir sofort, dass wir nicht alleine sind. Der Weg ist ein breiter mit Schotter belegter Pfad, fast schon barrerefrei. Ziemlich gemächlich geht’s bergauf. Die Aussicht wird immer besser, je höher wir kommen. Man sieht die Seen in der Ferne und die ganzen Menschenmassen, die mit uns unterwegs sind.

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der Aufstieg beginnt...

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tolle Aussicht

Der Weg ist wirklich gut zu gehen - breit, nie wirklich richtig steil. Und die Orientierung ist auch kein Problem.

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der Gipfelgrat

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Nach einer guten Stunde kommt der Gipfel in Sicht und ein paar Minuten später stehen wir auch schon auf dem 868m hohen Blencathra.

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der gut besuchte Gipfel

Da es uns auf dem Gipfel eindeutig zu voll ist, gehen wir ohne Halt weiter und steigen ziemlich steil bergab bis zu einem Bergsee.

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Der Weg runter zieht sich. Nach einer guten halben Stunde erreichen wir den See.

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Dort machen wir erstmal Pause und genießen die Ruhe. Der Weg führt ziemlich flach weiter aus dem Tal hinaus.

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Die letzten paar Meter zur Straße geht es dann nochmal steil bergab. Nach knappen 3 Stunden und 10km sind wir wieder beim Auto und fahren weiter zum Aira Force, einem weiteren Wasserfall in der Nähe vom Ullswater. Der Wasserfall wird vom National Trust betreut und so ist natürlich auch der zugehörige Parkplatz nicht kostenlos. Zum Glück kann man hier inzwischen überall mit der Parking App bezahlen. Darüber kann man, wenn man einmal mit der Zeit nicht hinkommt, einfach nachbuchen. Der Weg zum Wasserfall dauert nur ein paar Minuten, wobei einem die 800 Höhenmeter vom Blancathra merklich in den Knochen stecken.

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Viel spannender als den Wasserfall selbst finden wir den Weg dorthin, der von unzähligen Baumwurzeln durchzogen ist. Auch hier tummeln sich unzählige Menschen. Überall wuseln Leute rum, um einen Blick auf den Wasserfall zu erhaschen - sehr zum Leidwesen der Natur. Also stehen überall Schilder, die bitten, dass man auf den Wegen bleiben soll - aber es hält sich kaum jemand daran.
Wir fahren weiter nach Pooley Bridge, wo wir uns für 38 Pfund eine Nacht auf dem CP buchen. Pooley Bridge ist ein kleiner Ort am Nordufer des Ullswaters mit ein paar Pubs und jeder Menge Campingplätze. Wir schnappen uns wieder unsere Räder und fahren noch etwas am See entlang.
Wir kommen an mindestens 5 Farm-Campingplätzen vorbei, die ausnahmslos alle gut bevölkert sind.
Auf dem Rückweg halten wir in Pooley Bridge, füllen unsere Vorräte auf und gehen in einem der zahlreichen Pubs mäßig gut essen.
Der nächste Morgen startet wieder sonnig und wir fahren zeitig nach Borrowdale. Nach einem kurzen Spaziergang erreicht man eine alte Mühle, die aber gerade zu einem Ferienhaus umgebaut wird und somit leider ihren Charme als Lost Place verliert.

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alte Mühle bei Borrowdale

Wir halten uns nur kurz bei der Mühle auf und gehen zurück zum Auto. Wir fahren weiter und kommen am Blakeley Moss Stone Circle vorbei (auf Maps auch Blakeley Raise Stone Circle). Wir halten kurz an, aber von allen in diesem Urlaub gesehenen Steinkreisen ist dies die unspektakulärste Ausführung.

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Blakeley Moss Stone Circle

Wir fahren weiter und kommen per Zufall am Swinside Stonecircle vorbei - schon besser. Leider regnet es leicht, aber wir machen uns trotzdem auf den 3km langen Weg zum Steinkreis.

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das nenn ich mal Kreis

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Swinside Stonecircle

Der Steinkreis verdient seinen Namen, aber bei Regen ist es natürlich nicht so toll. Wir verlassen den Lake District und fahren weiter gen Süden nach Silverdale und buchen uns auf dem Gibraltar Farm Camping ein. Vom CP hat man einen schönen Blick über die riesige Morecambe Bay und der kleine Ort Silverdale ist fußläufig zu erreichen. Normalerweise ist die minimale Buchungsdauer 2 Tage. Aber wir haben Glück, dass jemand abgesagt hat, und so bekommen wir für 35 Pfund einen Platz für die Nacht (mit Duschen aber ohne Strom).

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Sonnenuntergang über der Morecambe Bay

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Abends werden wir noch mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt und staunen über den Wald, der voll vom Wild Garlic (Bärlauch) ist. Duftet köstlich beim Vorbeigehen.

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Wild Garlic

Zum Glück hat sich über Nacht das Wetter gebessert und wir beschließen in den Norden von Wales zu fahren. Der Lake District ist ohne Zweifel schön, uns aber ist es zu voll und eigentlich auch zu teuer - 40€ für eine Nacht auf einer einfachen Wiese ohne Strom zu stehen und dann noch oft Geld fürs Duschen. Aber die Menge der Übernachtungsgäste rechtfertigen und bestimmen jeden Preis.
Wir sind früh auf den Beinen und verlassen den CP in Richtung M6, die wir dann südlich von Liverpool verlassen und auf der M56 weiter nach Wales fahren. Kurz vor Mittag sind wir dann am Eingang zum Tal Cwm Pennant. Nur ein kleines Schild weist den Weg in dieses malerische Tal. Wir besuchen erst die kleine Kirche am Taleingang und fahren dann über die kleine schmale Straße ins Tal hinein.

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Dolbenmaen Parish Church

Nach gut einem Kilometer kommt uns ein Quad mit oranger rotierender Signalleuchte entgegen. Wir denken Not am Mann und quetschen uns so gut es geht in den Passing Place, um Platz zu machen. Der Typ im Quad hält aber ganz entspannt neben uns an und fragt, ob wir wohl einen Platz für die Nacht suchen? Wir sind etwas überrascht, überlegen kurz und bejahen die Frage. Er sagt, er hätte einen CP gut zwei Kilometer weiter. Wir sollten uns schon mal irgendwo hinstellen, er käme gleich nach. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den kleinen CP, der direkt an einem rauschenden Bach liegt. Außer uns sind in dieser Idylle noch zwei andere Parteien vor Ort. Für die Nacht werden 25 Pfund fällig (inklusive Duschen, exklusive Strom). Für Reisende mit Internet-süchtigen an Board – das ist hier im Tal schwierig. Wir haben kein Netz und das CP-eigene Internet funktioniert nur rund um das Facility House. Auch mal ganz schön, noch mal so richtig abgekoppelt von der Außenwelt zu sein. Später am Tag halten wir noch einen Schwatz mit der Besitzerin. Wir fragen, warum der CP nicht ausgeschildert ist. Wir sind ja nur per Zufall hier gelandet. Ja, sagt sie … das ist nicht so einfach in GB. Sie sei schon froh, hier mit enormen Auflagen überhaupt einen CP betreiben zu dürfen. Ein Schild an der Hauptstraße aufstellen zu dürfen bedarf weiterer diverser Anträge und Genehmigungen. Wir hoffen, der nette CP Ty’n Llan findet ausreichend Besucher, um an diesem schönen Fleckchen Erden weiter bestehen zu können.

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Campsite Ty’n Llan

Wir richten uns ein, schnappen uns sofort unsere Räder und fahren weiter ins Tal hinein. Wir kommen zunächst an der kleinen Kirche St. Michael’s vorbei.

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St. Michael’s

An einer unscheinbaren Brücke stellen wir unsere Räder ab und machen uns auf den Weg zur Copper Mine Cwm Ciprwth (wie immer man das auch ausspricht). Es geht erst durch einen schönen Wald mit jeder Menge Blue Bells, um dann anschließend steil bergauf zu gehen bis man ein Plateau erreicht auf dem die Mine liegt.

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Blue Bells

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Nach einer knappen Stunde mit vielen Pausen kommt dann die Miene bzw. deren Überreste in Sicht.

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Copper Mine Cwm Ciprwth

In der ganzen Gegend wimmelt es nur so von Minen, seien es Kupferminen oder Schieferminen. Wir laufen vorsichtig durch das Gelände und lassen die Drohne fliegen. Wir genießen die Ruhe, kein Mensch weit und breit.

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Eine gute Stunde später machen wir uns langsam auf den Rückweg, es ist windig geworden und auch recht frisch.
Da es uns hier so gut gefällt, nehmen wir am nächsten Morgen wieder unsere Räder und fahren bis zum Ende des Tales.

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am Ende vom Tal Cwm Pennant

Das Wetter ist nicht direkt als schlecht zu bezeichnen. Die Berge sind in Wolken, aber ab und zu kommt die Sonne heraus und der Wetterbericht verspricht eigentlich gutes Wetter. Wir stellen unsere Räder an einem Weidezaun ab und steigen steil bergauf in Richtung Prince of Wales Slate Quarry. Man passiert einige verlassene Gebäude und verfallene Mauern. Der Weg ist gut markiert und nach ca. 45min sehen wir die Miene.

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auf einem kaum erkennbaren Weg geht's bergauf

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Prince of Wales Slate Quarry

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Das muss hier früher schon ein hartes Arbeiten gewesen sein, erst der lange und steile Weg zur Miene, dann das oft ruppige Wetter und die miesen Arbeitsbedingungen in dieser rauen Gegend.
Die Wanderkarte sagt, dass es einen Rundweg zu einer weiteren Miene geben soll, der uns in einem großen Bogen zurück zu unseren Fahrrädern bringen soll. Aber wir finden diesen Weg leider nicht, obwohl wir uns laut GPS direkt auf ihm befinden. So laufen wir mühselig querfeldein und kommen zu einem weiteren verlassenen Gebäude. Aber auch hier keine Spur von einem Weg, und so folgen wir einfach einem Bachlauf, der zwangsläufig wieder ins Tal führt.

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Querfeldein geht's zurück

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Nach knapp 10km Rundweg sind wir wieder bei den Fahrrädern und strampeln zurück zum CP. Wir schnallen schnell die Räder aufs Auto und fahren nach Porthmadog, wo wir uns einen Imbiss suchen und eine Kleinigkeit zu Mittag essen. In dem kleinen Ort ist ziemlich viel los und wir haben Probleme, ein Parkplatz zu finden. Aber da wir sowieso zum Lidl müssen und die sich einen großen Parkplatz mit anderen Geschäften teilen, nehmen wir einfach diesen. Nach dem etwas verspäteten Mittagessen schlendern wir noch durch die Geschäfte und fahren anschließend weiter zur Cwm Ystradllyn Slate Mill. In diesem imposanten Gebäude wurde von der am Vormittag besuchten Miene große Schieferblöcke mit einer Eisenbahn angeliefert und hier zersägt.

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Bachlauf bei Cwm Ystradllyn Slate Mill

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Cwm Ystradllyn Slate Mill

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Nach diesem kurzen Abstecher fahren wir weiter nach Blaenau Ffestiniog. Dort gibt es ziemlich zentral einen CP mitten im Ort, der inzwischen aber nur noch „Adults only“ ist. Das war vor 4 Jahren noch anders und wir fragen natürlich nach. Die nette Chefin meint, es hätte halt Familien gegeben, die sich absolut nicht benehmen konnten. Die Nachbarn haben sich mehrfach beschwert, daher dieser Schritt. Naja, uns betrifft es nicht mehr und man muss diese Entscheidung wohl respektieren. Da es noch früh ist laufen wir noch ins nahe Tal zur Rhosydd Chapel.

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Ein total schönes Tal - der See, die hohen Berge und wir sind vollkommen alleine unterwegs, absolut empfehlenswert. Am Abend gehen wir dann in den Ort, in der Hoffnung irgendwo etwas zu Essen zu bekommen. Aber außer einem Fish & Chips Laden ohne Sitzgelegenheit gibt es nichts. Wir ordern zweimal das Nationalgericht und setzten uns auf dem nahen Marktplatz auf eine Bank und futtern unseren Fisch. Der Ort frustriert irgendwie, die Häuser sehen fast alle verfallen aus oder stehen leer. Ein paar Jugendliche kicken lustlos ihre Fußbälle gegen die Wand und die älteren Jugendlichen fahren mit ihren etwas peinlich aufgemotzten Autos die Straße rauf und runter (unser Favorit gezählte achtmal!).

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ein wenig depremierend...

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überall riesige Schieferhalden

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