aqua
anhaengerkupplung

gnarz18
Womo Club
Womo Club
 
Beiträge: 450
Registriert: 23 Okt 2008 07:03:16
Wohnort: Aachen
Blog: Blog lesen (41)
Archiv
- Januar 2026
Eine Reise zu den Orkney-Inseln_IV
   25 Jan 2026 20:22:26
Eine Reise zu den Orkney-Inseln_III
   25 Jan 2026 19:36:35
Eine Reise zu den Orkney-Inseln_II
   25 Jan 2026 17:59:01
Eine Reise zu den Orkney-Inseln_I
   25 Jan 2026 16:27:12

+ Juni 2025
+ Januar 2024
+ September 2019
+ Januar 2019
+ Mai 2018
+ Januar 2018
+ September 2017
+ Januar 2017
+ September 2016
+ April 2016
+ Januar 2016
+ August 2015
+ Juni 2015
+ Januar 2015
+ September 2014
+ November 2013
+ September 2012
+ Juni 2012
+ September 2011
+ Oktober 2010
+ August 2010
Blogs durchsuchen

Schottland, der Osten und Norden im Winter (2/3)

permanenter Linkvon gnarz18 am 22 Jan 2023 16:21:40


Von nun an geht es erst einmal Richtung Westen. Einen kurzen Halt machen wir am Dunnet Beach, um am dort befindlichen CP unsere Toilette zu entsorgen.

Bild
Dunnet Beach

Wir vertreten uns die Beine an dem riesigen Sandstrand, der zu dieser Jahreszeit von recht vielen Hundebesitzern genutzt wird. Man fragt sich nur wo die alle herkommen und wo gehen die im Sommer Gassi, wenn an den Stränden oft Hunde-Verbot herrscht?

Über Castletown fahren wir nach Thurso, wo wir in den wenigen geöffneten Shops tüchtig einkaufen. Wie jeden Abend stellt sich natürlich spätestens um 16 Uhr die Frage nach einem geeigneten Schlafplatz. Wir fahren ein paar Kilometer zurück nach Castletown und stellen uns dort im Hafen auf den Parkplatz des um diese Jahreszeit geschlossenen Heritage Centers.

Bild
unser Platz am Castlehill Heritage Center

Nachdem wir uns häuslich eingerichtet haben, laufen wir nach Castletown rein und gehen im einzigen offenen Pub zum Abendessen. Der Pub gehört zum Hotel und ist nicht sonderlich gemütlich. Aber wir werden freundlich bedient, das Essen ist ziemlich gut und reichhaltig – was wollen wir mehr. Auch das fällt uns im Winter wieder auf, die Einheimischen sind noch freundlicher als sonst. Wahrscheinlich freuen sie sich über jedes unbekannte Gesicht und haben mehr Zeit, sich mit den Gästen zu unterhalten. Der nächste Morgen startet zwar mit Regen, aber man sieht schon, dass dieser nicht allzu lange anhalten wird.

Bild
am Strand von Castletown

Bild

Bild
der Strand ist voller Flagstone

Hilfreich bei diesen Prognosen ist bei uns immer eine Wetter-App mit Regenradar. Es erstaunt uns immer wieder, wie genau diese Apps zum Teil sind. Bevor wir weiterfahren gehen wir nochmal zum Hafen. Von hier wurde früher das damals gängige Baumaterial Flagstone (also flache Steinplatten) verschifft, das in Castletown abgebaut wurde. Aus diesem Grund wurde Castletown auch Flagstone Village genannt. Das Heritage Center informiert über diese Epoche des Örtchens.

Bild
lassen wir rechts liegen, Zufahrt zum Castle Mey

Wie wir so Richtung Westen fahren, sehen wir auf einmal diese typisch braunen Schilder, die auf eine Sehenswürdigkeit hinweisen. „St. Mary’s Chapel Crosskirk“ prangt auf dem Schild und so biegen wir kurzentschlossen ab. Die Straßen sind zum Teil echt Schexxxe, anders kann man es nicht sagen und wir betrauern den Verlust einer Radkappe, die nun an irgendeiner schottischen Straße liegt. Letztes Jahr haben wir uns zum Glück in gefütterte Gummiwanderstiefel investiert, denn dieser Weg ist wie gemacht für diese Schuhe. Der ganze Weg ist eine einzige Matsche und so stiefeln wir die knapp zwei Kilometer zur Ruine von St. Mary’s.

Bild
auf dem Weg zur St. Mary’s Chapel Crosskirk

Die Landschaft ist toll, in der Ferne sieht man die Orkneys und den Dunnet Head. Vor allem bei diesem Wetter ist das eine grandiose Kulisse. Es ist sonnig aber sehr windig und gewaltige Wellen schlagen gegen die Klippen, da kann man sich fast nicht satt dran sehen.

Bild

Bild

Bild

Die Kapelle selbst ist recht unscheinbar, liegt aber unschlagbar schön an den Klippen. Bedrückend ist nur immer wenn man auf den alten Grabsteinen liest, wie früh die Leute damals gestorben sind und unter welchen Umständen. Wir lassen uns Zeit und genießen die Stille und die Landschaft.

Bild
St. Mary’s Chapel Crosskirk

Bild
Geschichten, die das Leben schreibt

Die Küste ist voll von alten verlassenen Häusern in traumhafter Lage. Was mag die Menschen wohl bewegt haben, ihre Häuser zu verlassen?

Bild

Bild

Wenn man die Straße von Thurso Richtung Tongue fährt, überquert man irgendwann die Grenze zwischen Sutherland und Caithness. Genau dort befindet sich ein Parkplatz, der jetzt im Winter allerdings durch einen Zaun abgesperrt war. Im Sommer konnten wir aber noch über einen kleinen Trampelpfad zur Puffin Bay hinunter wandern. Wer Papageientaucher liebt und sie ohne großartige Bootstour sehen, möchte ist hier genau richtig. Nach gut einem Kilometer führt der Weg steil bergab zum Meer. Bevor man das Meer erreicht gabelt sich der Weg.

Bild
der Weg zur Puffin Bay

Bild

Der abzweigende Weg führt oberhalb der Steilklippe über steile Wiesenhänge zu den Puffins. Der Weg ist extrem schmal und man sollte nicht stolpern oder ausrutschen.

Bild
bloß nicht ausrutschen

Es ist eine riesige Kolonie dieser kleinen Vögel. Hunderte sitzen in der Sonne oder streiten sich untereinander. Immer wieder lustig anzusehen.

Bild

Bild

Einigen Leuten ist der Weg zu gefährlich und schauen sich die Kolonie lieber von unten an. Unten am Meer, direkt unterhalb der Klippen liegen auch einige tote Vögel, wohl alles Opfer der Vogelgrippe.

Bild
Puffin Bay

Bild

Bild
der Weg verläuft direkt oberhalb der Klippe

Bild

Jetzt im Winter sind die Felsen natürlich verwaist, erst im April kehren die Papageientaucher zum Brüten in die Bucht zurück. Weil der Weg gesperrt ist und der Zugang zur Puffin Bay bei diesen Wetterverhältnissen sicher nicht ungefährlich ist, fahren wir weiter. Der Wunsch nach einem Mittagskaffee stellt sich ein, aber wir müssen und gedulden und finden erst in Bettyhill ein offenes Café. Das Store Café ist ein echtes Unikat und natürlich lassen wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen. Nach ausgiebiger Pause fahren wir weiter bis zum Wanderparkplatz für den Ben Loyal. Aber der Parkplatz sieht irgendwie nicht besonders einladend aus und es ist auch erst drei Uhr. Also fahren wir wieder zurück Richtung Bettyhill, in der Hoffnung etwas Schöneres zu finden. Wir probieren es bei diversen Pubs und Lodges, aber diese haben alle geschlossen. In dem Weiler Skerray finden wir am Pier einen schönen und ruhigen Platz am Pier.

Bild
Skerray Bay

Bild


Der Platz ist super, direkt am Wasser und etwas windgeschützt durch eine alte Ruine (war wohl mal eine Bäckerei wie wir später erfahren). Am nächsten Morgen werden wir durch einen Farmer geweckt, der seinen Schafen Heu bringt. Wir haben schon ein wenig ein schlechtes Gewissen, weil der arme Kerl mit seinem Hänger ziemlich rangieren muss. Ich wage ich mich nach draußen, um ein wenig Spannung aus der Situation zu nehmen. Aber Chris erweist sich als absolut freundlicher Zeitgenosse, ohne jeglichen Stress wegen uns und der Rangiererei. Wo wir denn herkämen? Ob wir Urlaub machen? Wie es uns gefällt? Warum wir uns keinen Moppel von ihm geliehen hätten? Ob wir Wasser bräuchten? (es gibt am Pier einen Trinkwasserhahn, an dem man sich gegen eine kleine Spende bedienen darf) Wir quatschen fast eine halbe Stunde und er erzählt von der ehemaligen Bäckerei, dass seine Schwester den Shop im Dorf führt, dass sein Bruder (der da vorne wohnt, wo auch immer das genau ist) hier sein Fischerboot liegen hat. Dass der Campingplatz in Bettyhill seinem Cousin gehört und der uns natürlich dort auch im Winter einen Platz geben würde wenn wir denn sagen, dass wir von Chris geschickt wurden usw. usw. usw. Toller Platz auf jeden Fall! Auf den Bergen hat es in der Nacht tüchtig geschneit und alles ist leicht gepudert. Die kleine Straße zurück auf die A836 ist natürlich (noch) nicht gestreut und es ist ziemlich glatt. Daher fahren wir ziemlich langsam, wir haben ja so unsere Erfahrungen mit Single-Track-Roads und Glatteis.
--> Link

Bild
auf dem Weg nach Tongue

Bild

Bild

Bild

Wir fahren bis nach Tongue und biegen nach links ab zur Ringstraße um den Kyle of Tongue.

Bild
klassisch!

Bild

Bild

Bild

Bild

Es kommen uns auf dem ganzen Stück um den Kyle herum nur zwei Autos entgegen und beide Fahrer warnen uns, dass die Straße nicht gestreut sei. Da die Straße aber keine großartigen Steigungen aufweist und eigentlich so direkt am Wasser auch frei von Schnee und Eis ist, bedanken wir uns artig für die freundliche Warnung, wünschen uns einen gute Tag und guten Fahrt und setzen unsere Reise fort.

Von der Straße aus hat man einen phantastischen Blick auf das Ben Loyal Massiv. Wir halten oft an, laufen immer mal wieder ein paar Meter und genießen die Landschaft.

Bild
von oben noch eindrucksvoller

Bild

Bild

Nach gut einer Stunde ohne besondere Vorkommnisse überqueren wir wieder die A836 und fahren nach Talmine. Dort gibt es am Ende der Straße einen verlassenen Weiler mit Naturhafen. In Talmine selbst gibt es einen kleinen Campingplatz, der jetzt im Winter natürlich geschlossen hat. Wir halten trotzdem in der schönen kleinen Bucht vor dem CP an und gehen am Strand spazieren.

Bild
Talmine Bay

Bild

Bild

Danach geht’s weiter bis zum Ende der Straße. Der kleine Hafen nennt sich Port Vasco ist schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb. Am Strand steht noch eine alte rostige Winsch und ein paar verfallene Häuser zeugen von besseren Zeiten. Von hier geht ein schöner kurzer Küstenwanderweg bis nach Talmine.

Bild
Port Vasco

Bild

Leider hat es in der Zwischenzeit begonnen zu regnen und das Rumlaufen macht nicht wirklich Spaß. Nach einer guten Stunde fahren wir zurück auf die Hauptstraße und freuen uns auf den Camping Platz in Durness.

Bild
auf dem Weg nach Durness

Auf dem Weg dorthin halten beim Moine House, einem einsam gelegenen Bauwerk mitten auf einer Hochfläche. Als wir auf den kleinen geschützten Parkplatz fahren, machen sich drei Kastenwagen gerade auf den Weg, die haben wohl die Nacht hier verbracht.

Bild

Moine House ist jetzt nicht gerade ein Herrenhaus, sondern vielmehr ein kleines Wohnhaus mit gerade mal zwei Zimmern. Aber was für eine Aussicht!

Bild

Bild

Bild

Hier auf dem Parkplatz machen wir uns einen kleinen Mittagssnack und bauen einen Schneemann.

Bild

Nach getaner Arbeit fahren wir weiter auf der A838 und halten kurz oberhalb der Ard Neackie Lime Kilns. Ard Neackie ist eine kleine schroffe Halbinsel, die in das Loch Eriboll hineinragt und auf der es noch alte Kalköfen gibt.

Bild

Bild

Wir machen eine kurze Fotopause und fahren weiter um das Loch Eriboll herum bis nach Durness.

Bild

Auf dieser Straße herrscht schon ein wenig mehr Verkehr, aber mehr als eine Handvoll Autos kommen uns auch hier nicht entgegen. Das Wetter wir zunehmend schlechter, es ist stürmisch und ab und zu kommen kräftige Schneeschauer vom Himmel.

Als wir ankommen, hat zu unserer großen Verwunderung der Campingplatz in Durness seine Zufahrt abgesperrt. Außerhalb der Saison durfte man sich die Jahre davor immer kostenlos auf den Platz stellen, keine Facilities, aber Strom, Waser und Entsorge für 5 Pfund. Wir treffen per Zufall den Chef und fragen nach. Er ist sehr betrübt, dass er dieses Jahr den Platz über den Winter sperren muss. Aber er führt wichtige Sanierungsarbeiten durch und da geht das halt nicht anders. Nächstes Jahr würde man sich aber wieder auf den Platz stellen können. Außer uns kreisen noch gut 6 andere Wohnmobile hier in Durness auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz. Fündig werden wir beim neu angelegten Parkplatz oberhalb der Smoo Cave, ein Parkautomat verlangt allerdings 10 Pfund für 12h. (Als Alternative bietet sich der ebenfalls relativ neue Stellplatz zwischen Balnakeil Village und Balnakeil Beach an, kostet aber mit Strom und sonst nix 20 Pfund.)

Bild
Durness - immer wieder schön

Bild

Bild

Bild

Bild

Da Freitag ist, haben wir auf den schon oft besuchten Pub am Campingplatz gehofft. Aber dann stehen wir staunend bis entsetzt vor dem Eingang: der Pub hat geschlossen und steht zum Verkauf! So fahren wir abends noch ins Smoo Cave Hotel, dort gibt es dann doch was zu Essen und zu Trinken für uns. In der Nacht ist es sehr stürmisch und wir stellen uns mehrmals um, damit wir mit der Schnauze im Wind stehen. Irgendwann wird es merklich ruhiger und es fängt kräftig an zu schneien.

Bild

Bild

Am nächsten Morgen werden wir geweckt vom Streufahrzeug und den anderen Womo-Besitzern, die alle kräftig dabei sind ihr Fahrzeug abzuledern. Schon ein recht merkwürdiges Verhalten … ich verstehe ja, wenn man den Schnee vom Dach holt, aber sein Womo abzuledern?! Meiner Meinung nach vergebene Liebesmüh, nach den ersten 10 Metern auf der Straße ist das Womo eh wieder eingesaut.

Bild
der Strand im Schnee

Bild

Wir rollen als Erste vom Platz und fahren nach Balnakeil. Die Straßen sind zwar nur mäßig geräumt, aber ein richtiges Problem gibt es nicht.

Bild

Der Strand und die Kapelle sehen bei Schnee ziemlich beeindruckend aus.

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Wir machen ein paar Fotos und fahren weiter am Kyle of Durness vorbei bis nach Scourie. In der Höhe von Kinlochbervie werden die Straßenverhältnisse dann auch wieder besser und wir kommen gut voran.

Bild

Bild
Loch Inchard

Bild
es schneit weiter

In Scourie haben wir eigentlich auf eine Mittagspause mit Kaffee spekuliert, aber es hat leider alles geschlossen.

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

In den Bergen vom Assynt hat es ebenfalls kräftig geschneit und wir halten oft an, um ein paar Fotos zu machen und ein wenig in der Gegend rumzulaufen. Auf den Abstecher der NC500 über Drumbeg nach Achmelvich verzichten wir diesmal, die Straße ist nicht geräumt und mit ihren 25% im Winter vielleicht nicht unbedingt Womo-tauglich. Am Loch Assynt nehmen wir den kleinen Damm rüber zum Ardvreck Castle.

Bild

Bild

Bild
Zeitvertreib zwischen den Fotoshootings :D

Bild
diese Bäume dürfen in keinem Urlaub fehlen

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Vom Castle sind leider nicht mehr als ein paar Mauern übrig, also an sich nicht besonders spektakulär - aber die Kulisse ist es dafür umso mehr. Es ist schon spät und wir müssen es noch bis nach Altandhu (Summer Isles) auf den CP schaffen. Den haben wir am Vortag telefonisch reserviert, wir wollten nicht wieder vor verschlossenen Türen stehen. Der Am Fuaran Pub oberhalb des CP hat leider keinen freien Tisch mehr für uns. Aber das wundert uns auch nicht wirklich, ist die Anzahl der Tische dort eher gering und einen Tag vor Silvester dort noch eine Reservierung zu bekommen war eh‘ unwahrscheinlich. Sie bieten aber für die CP Besucher Take Away an. Der Weg zieht sich, was aber wohl daran liegt, dass wir andauernd anhalten.

Bild

Bild

Bild

Wir kommen in Stockdunkeln erst um kurz vor 6Uhr auf dem Campingplatz an. Paula verschwindet sofort in die Duschen (die durchaus Potential für 1 Stunde Haarwäsche haben), während meine GG mit mir den Pub checkt. Aber wie angekündigt gibt es keinen Platz mehr für uns und so ordern wir für später am Abend einfach Take Away. Das Take Away wird dem Können der Köche für den Restaurantbetrieb leider gar nicht gerecht und bleibt eine Notlösung für die eher faulen Womo-Köche/innen. Nach dem Essen gehen wir allerdings nochmal in den Pub und finden am Billardtisch noch einen kleinen freien Tisch.

Weiter geht's in Teil III

0 Kommentare 1418 mal betrachtet
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt