aqua
luftfederung
hallo
Links zu ebay oder Amazon sind Werbelinks. Wenn Sie auf der Zielseite etwas kaufen, bekommen wir vom betreffenden Anbieter Provision. Es entstehen für Sie keine Nachteile beim Kauf oder Preis.

Das GOGOLOBIL unterwegs: Marken/Umbrien/Toskana 2009/10 1, 2


Gogolo am 11 Jan 2010 14:36:40

Prolog:

Eigentlich wollten wir Weihnachten und den Jahrswechsel 2009/2010 auf der Insel Rügen verbringen. Aber ein Sommerbesuch dort auf dem Regenbogencamp in Göhren zeigte uns, dass das wohl nicht das Richtige ist. Hier ein Auszug aus dem damaligen Bericht:

„Insgesamt stellen wir fest, dass Göhren und der Campingplatz für unseren geplanten Weihnachts- und Silvesteraufenthalt wohl nicht geeignet ist, da es uns bei einem 14-tägigen Aufenthalt sicher zu langweilig werden wird. Daran ändert auch nichts, dass am Campingplatz Wellnessangebote sind, denn nur von Wellness und von Strandspaziergängen möchten wir 14 Tage auch nicht „totschlagen“. Die Entscheidung fällt gemeinsam und einstimmig: wir fahren über Weihnachten und Silvester 2009 in Richtung Toskana, Marken und Umbrien!“

Wir haben diesen Vorsatz in die Tat umgesetzt, das Gogolobil aus dem Wintercamp geholt, alles eingepackt und sind bereit für die Reise.


19.12.2009, Samstag

Am Vortag stellte ich, als ich das Gogolobil vor dem Haus mit Außenstrom vorheizen wollte, fest, dass die Heizung auf Störung geht, sobald Außenstrom anliegt. Ein Anruf am Freitag Spätnachmittag gegen 16:30 Uhr bei Truma ergab, dass offensichtlich das Calira-Ladegerät zu hohen Strom (15 Volt) zu den Batterien schickt und diese – um die Heizungselektronik vor Überstrom zu schützen – abschaltet. Ein weiterer Anruf bei Bimobil: „kommen Sie morgen Vormittag um 09:00 Uhr vorbei und wir beheben das Übel". Das ist dringend notwendig, da der Winter mit Kälte (-10°C) und Schnee hereingebrochen ist.

Gesagt, getan, wir stehen etwas früher als geplant auf, frühstücken und fahren dann zu Bimobil wo wir auch pünktlich ankommen. Das Ladegerät wird ausgebaut und gegen ein neues Gerät ausgetauscht. Nach weiteren Tests, die nun keine Störung mehr ergeben, fahren wir um 11:00 Uhr Richtung Süden ab.

Die Fahrt geht zunächst über Kufstein, Innsbruck und Brenner. Draußen ist es zapfig kalt, das Thermometer zeigt nach wie vor -10°C, am Brenner sogar -12°C. Erst ab Bozen wird es etwas wärmer und auf der Höhe des Gardasees pendelt sich das Thermometer bei +1°C ein. Noch bei Helligkeit gegen 16 Uhr erreichen wir Sirmione und parken dort am Parkplatz #1, der auch ein Womo-Stellplatz ist. Wir haben einen Platz gleich am Wasser. Bei der Einfahrt sind alle Schranken offen und wir meinen, dass wir kostenlos dort stehen können.

Bild

Der Gardasee dampft in der Kälte. Wir machen noch einen Spaziergang in den Ort. Langsam wird es dunkel, der Mond steht als schmale Sichel am Himmel und gleich wird es wieder kälter. Ganz Sirmione ist auf Weihnachten eingestellt: überall sind Lichterketten und die Bäume und Palmen sind geschmückt. Aus vielen Lautsprechern tönt schöne weihnachtliche Musik – es ist richtig romantisch.

Bild


Meine Gogoline friert und wir gehen wieder zurück zum schön warm beheizten Gogolobil.


20.12.2009, Sonntag

Gottseidank eilt es nicht und wir stehen gemütlich auf als die Sonne aus dem Nebel über dem See aufsteigt. Dann sehe ich auch die Folgen meines gestrigen „Anfängerfehlers“, denn ich hatte bei der Einwinterung des Gogolobils den Abwasserhahn geöffnet, diesen aber nicht zugemacht gehabt. So ist ein wenig Abwasser herausgelaufen – Gogoline hat gleich das Plätschern gehört und ich bin schnell rausgerannt und habe den Hahn geschlossen. Trotzdem hat sich eine kleine Eisplatte unter dem Fahrzeug gebildet. Es stehen neben uns insgesamt noch weitere acht Wohnmobile am Stellplatz. Eines davon hat aber wohl bewusst den Abwasserkanal offen gelassen…

Bild

Nach einem schönen „Samstags-Frühstück“ (mit allen „drum und dran“) dann beim verlassen des Stellplatzes die Überraschung: die Schranke ist geschlossen und wir müssen die Übernachtungsgebühr von 21€ zahlen, was uns aber nicht sonderlich aufregt, denn es war ein recht schöner Platz

Es ist nach wie vor kalt, als wir von Sirmione aus aufbrechen – das Thermometer zeigt -5°C. Die Nacht im Gogolobil war aber überraschend warm. Wir fahren in Richtung Ancona bis wir das Gebiet der Marken erreichen. Überall entlang der gesamten Strecke liegt Schnee – bis zu 20cm und mehr bei Temperaturen um -5°C (und das im sonnigen Italien!). Über eine Schnellstraße erreichen wir Acqualagna, die Trüffelhauptstadt Italiens. Erst suche ich einen Platz für die Übernachtung, den ich mir von GoogleEarth ausgesucht habe – das Navi führt uns aber dort nicht hin, sondern auf eine recht steile Straße in ein Gehöft. Ich muss etwas abenteuerlich auf einer schrägen Auffahrt wenden. Ein weiterer Platz bei einer Wallfahrtskirche gefällt mir nicht, denn dort ist alles schief. Wir fahren daher in den Ort. Beim rausfahren entdecke ich gegenüber einem Lokal einen Platz im gefrorenen Schnee(!), wo wir uns hinstellen und wohl auch übernachten können. Dieser Platz ist zwar eingerahmt von zwei Straßen, aber in der Nacht werden wohl nicht sooo viele Fahrzeuge vorbei brausen. Wir werden sehen oder hören..

In Italien sind einige Geschäfte auch Sonntags geöffnet. Wir machen noch einen Spaziergang in den Ort Acqualagna und ich nehme vorsichtshalber meine Geldbörse mit. Das ist eine gute Idee gewesen, denn ein Trüffelgeschäft (Acqualagna Tartuffi, Via C. Colombo 2/A, Acqualagna) hat geöffnet und so brauchen wir nicht morgen Vormittag lange suchen, sondern können heute noch den Trüffeleinkauf machen. Schließlich soll es doch am Heiligen Abend gute Trüffelspaghetti geben. Erst kaufen wir drei schöne Knollen vom schwarzen Wintertrüffel für 25€ (am Münchner Viktualienmarkt müsste ist für diese Trüffelmenge den dreifachen Preis bezahlen), außerdem noch ein Fläschchen Trüffelöl von weißen Trüffeln und einen Grappa al Tartuffo. Der Gesamtpreis macht 35€.

In der Nähe ist eine Bar/Cafe, dort gibt es zur Belohnung einen guten Espresso, so wie ihn nur die Italiener gut können. Da kommen wir auf die Idee: wenn wir schon mal hier sind, dann sollten wir auch einen der guten weißen Trüffeln kaufen. Die sind zwar viel teurer (in Deutschland für den Normalverbraucher eigentlich fast unbezahlbar). Und so gehen wir nochmals zum Trüffelgeschäft und erstehen für weitere 35€ (Sonderpreis) eine Knolle weißen Trüffels. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht – schon im Duft zwischen schwarzen und weißen Trüffeln. Der weiße riecht unvergleichlich intensiver. Für diese Knolle würde ich bei uns wohl über 100€ zahlen… Gut gelaunt gehen wir zum Gogolobil zurück.

Bild

Bild


Es geht bald weiter....


Habe die Ehre

Gogolo

Anzeige vom Forum

Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

womowitsch am 11 Jan 2010 18:50:08

hallo, ich bin schon gespannt wie Deine Wintertour weitergeht, so was hatte ich eigentlich auch vor, aber es ging halt nicht.
s Christian

Gogolo am 11 Jan 2010 19:20:44

Und schon geht es weiter:

21.12.2009, Montag

Die Nacht war ruhig und friedlich nachdem der Straßenverkehr ab 22 Uhr doch recht merklich abgenommen hat.

Am Morgen: keine Minusgrade, sondern +1°C!!! Der Himmel ist leicht bewölkt und die Sonne geht über den Bergen auf. Der heutige Weg ist relativ kurz, wir fahren zunächst nach Urbino. Dort liegt noch Schnee auf den Gassen und Wegen und die Leute machen ihn erst mühselig weg. Die Einfahrt zum Parkplatz gestaltet sich gar nicht so einfach, denn erstens ist die Säule für den Einfahrt-/Ausfahrchip zu weit unten und zweitens kann meine Gogoline auf den grünen Knopf drücken, was sie will, es kommt kein Chip und die Schranke öffnet auch nicht. Eine Rückfrage bei der Kasse bringt kein Ergebnis. Ich lese nochmals die „Gebrauchsanweisung“ an der Einfahrtsäule und komme zu dem Schluss, dass mann/frau mit dem Fahrzeug gaaaanz nahe an die Säule fahren muss, damit das System erkennt, dass überhaupt ein Fahrzeug da ist. Endlich klappt es, ich kann parken und wir besichtigen die Geburtsstadt des ital. Künstlers Raffaels.


Bild

Bild



Das mittelalterliche Zentrum von Urbino ist über enge und steile Gassen zu erreichen. Seit 1998 ist Urbino in der UNESCO-Liste für das erhaltenswerte Weltkulturerbe. Nach einer Besichtigung der Stadt fahren wir weiter über eine gut ausgebaute, autobahnähnliche Straße nach Perugia in Umbrien.

Es fängt zu regnen an. Wir suchen den Womo-Stellplatz (beschrieben in einem bekannten Womo-Führer) und bei einem Lidl-Markt sagt uns das Navi, das ich mit den GPS-Daten gefüttert habe, dass hier der Stellplatz sei. Die GPS-Daten stimmen überein, aber das ist nie und nimmer der gesuchte Stellplatz, da auch keine Entsorgungsstation dort ist. Wir kaufen allerdings bei Lidl noch ein und beschließen, weiter zu fahren um die Toskana zu erreichen. Nach 500m sehen wir auf der linken Straßenseite den Stellplatz. Blinker links und in den Stellplatz abgebogen. Ich habe einfach keine Lust mehr, heute noch weit zu fahren obwohl es erst 15 Uhr ist.

Am Ende des Stellplatzes ist ein Schild, das auf eine Parkverbotszone hinweist, wenn Markttag ist. Morgen ist Markttag – das wollen wir uns nicht entgehen lassen, nachdem heute das Wetter einen Stadtbesuch nicht erlaubt.

Zum Abendessen gibt es Südtiroler Kasnocken mit brauner Butter und Salat. Die Kasnocken haben wir noch von zu Hause eingefroren dabei gehabt.



22.12.2009, Dienstag


Ab 6 Uhr fahren die ersten Firanten auf den Markt und bauen ihre Stände auf – dies geschieht allerdings entgegen den italienischen Gewohnheiten in aller Stille. Wir schlafen deshalb noch schön aus, frühstücken gemütlich und gehen dann auf den italienischen Markt. Wir sind heute garantiert die einzigen Touristen dort. Die Italiener frieren offensichtlich und haben sogar in einer Eisenwanne ein Feuer aus Obstkisten gemacht um sich zu wärmen. Den größten Zulauf am Markt hat der Stand, an dem Pelzmäntel und –jacken verkauft werden! Außerdem werden viele Blumen und sonstige Weihnachtsgestecke liebend gerne gekauft. Es ist auf dem Markt ganz guter Betrieb.

Bild

Gogoline kauft sich eine Kappe mit Schild, damit der Regen nicht gleich die „Frisur“ ruiniert. An einem Stand mit einem gefüllten, gegrillten Schwein (Porcolino - eine Spezialität in dieser Gegend) kaufen wir uns zwei Semmeln mit wirklich viel Fleisch drin. Wir lassen es uns einpacken, denn das werden wir erst zu Mittag essen (das war wirklich sehr, sehr gut!), da das Frühstück noch nicht lange her ist.

Wir entsorgen noch das Gogolobil und fahren dann aus der Stadt, die uns ansonsten nicht überzeugt hat. Gleich in der Nähe des Stellplatzes ist die Auffahrt zu einer Schnellstraße und es geht weiter in Richtung Siena. Allerdings werden wir heute die Stadt nicht direkt anfahren, sondern uns ca. 15 km außerhalb der Stadt auf einem ganzjährig geöffneten Campingplatz für die Weihnachtstage einquartieren und gemütlich Pause machen, die Seele baumeln lassen.

Die letzten Kilometer zum Campingplatz „Le Soline“ in Casciano de Murlo sind eng und steil, für normale Womos sicherlich eine Herausforderung. Wir sind die einzigen Gäste am Campingplatz und stehen schön auf einem terrassierten Platz zwischen Olivenbäume. Die Aussicht ist nicht so prickelnd, da es nach wie vor stark bewölkt und regnerisch ist, am Abend windet und regnet es heftiger.


Bild


Vor dem Regen gehen wir noch in den Ort mit den winkeligen Gässchen und suchen ein Geschäft wo wir noch etwas einkaufen können. Leider öffnet der Laden nur am Vormittag und Nachmittag erst ab 16:20 Uhr. Wir wollen mit dem Bus nach Siena fahren, aber die Abfahrtszeiten des Busses sind „unchristlich“ schon um 07:14 Uhr früh oder erst am Nachmittag gegen 14 Uhr. Wir beschließen, auf der Weiterfahrt nach Monteriggione noch Siena zu besuchen – allerdings erst nach den Feiertagen. Jetzt ist Ruhe angesagt.


Eine kleine Pause, dann geht es weiter...



Habe die Ehre

Gogolo

Anzeige vom Forum


maxe am 11 Jan 2010 19:51:11

Netter Bericht, bin gespannt wie es weitergeht. Danke.

Gogolo am 11 Jan 2010 20:50:26

So, nachdem ich jetzt mit einem Abendessen gestärkt bin, gibt es noch eine Episode von der Reise:



23.12.2009, Mittwoch

Schön ausschlafen und gut frühstücken – nichts pressiert, kein Zeitdruck hetzt uns. Und das schöne daran ist, dass dies in Kürze nach unserer Pensionierung ab 01.03.2010 für uns immer gilt (ausgenommen, wenn Fährtermine uns einen Termin aufzwingen).

Auf dem Campingplatz hat zwar nur der Winterraum für Duschen und Toilette offen, aber da wir die einzigen Gäste sind, ist das überhaupt kein Problem. Alles ist sauber, das Wasser schön warm und der Weg zum Servicegebäude mit rd. 50m recht kurz.

Die letzte Nacht war sehr stürmisch. Heftige Regenschauer und Starkwind wechselten sich gegenseitig ab oder es gab beides zusammen und schaukelten das Gogolobil hin und her. Erst gegen morgen hörte der Regen auf, der Wind beruhigte sich etwas, aber immer noch hängen dicke Wolken am Himmel und werden vom Wind über den Himmel getrieben. Die Tagestemperatur beträgt rund 12°C.

Nachdem es jetzt trocken ist, gehen wir am Vormittag in den Ort (Casciano de Murlo) mit den schönen verwinkelten Gässchen um noch die letzten Einkäufe vor den Feiertagen zu tätigen. Das Geschäft, das gestern geschlossen hatte, ist jetzt geöffnet. Bei uns würde man Krämerladen dazu sagen, hier im Ort ist es die einzige Einkaufsquelle. Anschließend gehen wir noch in einen Bäckerladen, der neben dem Krämerladen liegt und besorgen uns noch so typisch italienisches Weihnachtsgebäck z.B. Ricciarelli und natürlich auch Panini (Brötchen). Die Straßen sind wie ausgestorben. Keine Touristen, und wenn wir Italiener treffen, dann sind alle sehr freundlich und wünschen uns gegenseitig "Buon Natale" oder "Auguri di Buon Natale".


Bild



Zurück am Gogolobil macht meine liebe Gogoline erst einmal alles sauber, damit morgen Weihnachten kommen kann. Jetzt mache ich dann noch einen guten Capuccino und dann ist Lesestunde.




24.12.2009, Donnerstag

Es ist Heiliger Abend, den ganzen Tag lang.

In der Nacht hat es – wie schon erwartet – wieder heftig geregnet und gewindet. Erst gegen Morgen lässt der Regen nach. Wir stehen spät auf und frühstücken. Das Wetter ist zunächst bedeckt, dann kommt sogar ganz kurz die Sonne heraus; die Temperatur beträgt 11°C.

Gegen Mittag versuche ich, die neue SAT-Anlage zum laufen zu bekommen, was mir aber nicht gelingt. Ich finde diesen Astra-Satelliten einfach nicht – es ist zum davonlaufen… Also, nichts mit fernsehen am Abend. Vielleicht ist es auch besser so.

Dann fängt es wieder zu schütten an, die Wolken hängen sehr tief am Boden und die Sicht ins Tal ist gleich Null. Da ist ein heißes Getränk das richtige:

Traditionell gibt es zu Weihnachten einen Punsch nach dem Rezept von meiner Oma:

1 Fl. Rotwein
½ Liter schwarzer Tee
Saft von 1 Zitrone
Saft von 6 Orangen
1 Schuß Rum
Zucker nach Belieben

In einem Gewürzsäckchen:
1 Zimtstange
6 Nelken
1 Kardamomkapsel

Rotwein erhitzen (nicht kochen!), den Orangen- und Zitronensaft sowie den Tee hinzugeben und das Gewürzsäckchen nach belieben lange dazu geben. Mit dem Zucker süßen und mit Rum abschmecken.


Für heute bereite ich zum Abendessen vor:

- Selbst eingelegter Lachs mit Senf-Sahne-Honig-Dill-Sauce und warme Brötchen
- Trüffelspaghetti
- Zimteissterne mit Sahnehäubchen

Wein: Silvaner 2007


Geschenke gibt es bei uns keine, das haben wir untereinander so ausgemacht. Nicht dass dann meine Gogoline mit einem Geschenk dasteht und ich nichts habe. Aber was brauchen wir auch? Wir haben doch alles!

Das kochen übernehme - wie für einen Hobbykoch üblich - ich! Der eingelegte Lachs mit den frischen, warmen Körnerbrötchen und der Sauce ist herrlich und schmeckt hervorragend. Zu den Trüffelspaghetti: wir sind uns einig, dass wir die Begeisterung Vieler zu den Trüffeln nicht teilen können; frische Steinpilze oder Pfifferlinge haben mehr Geschmack – aber das ist nun wiederum Geschmackssache. Zumindest sind sie das Geld nicht wert, das wir dafür (ohnehin sehr günstig) gezahlt haben. Hätte ich die Trüffel auf dem Viktualienmarkt in München kaufen müssen, würde ich mich um den drei- bis vierfachen Preis wirklich ärgern. Da stimmt das Preis-/Geschmacksverhältnis dann wirklich nicht!




Bild

Bild

Bild


Ansonsten ist der Heilige Abend ein wirklich ruhiger, besinnlicher Weihnachtsabend. Wir essen Plätzchen, die uns eine Freundin mitgegeben hat und trinken noch etwas Wein und hören eine Weihnachts-CD von Antenne Bayern. Es kommen am späten Abend zwar noch zwei Wohnmobile und ein Wohnwagen auf den Campingplatz, dann sind wir nicht mehr so alleine, aber die stören wirklich nicht. Um ca. 22 Uhr sind wir müde und gehen ins Bett. Natürlich regnet es wieder in der Nacht.


Bald geht es wieder weiter...


Habe die Ehre

Gogolo

Anne42 am 11 Jan 2010 20:58:33

hallo Gogolo warte auch schon sehr gespannt

Gast am 11 Jan 2010 21:42:37

Gogolo, deine Menü-Fotos gehören schlichtweg verboten! grrrrrrr
Die Trüffel muss ich auch nicht haben.....dafür aber den Lachs.
Du hast einen knappen aber sehr unterhaltsamen Schreibstil, oiso lass die net lumpen und schreib weiter. :wink:

schulze am 12 Jan 2010 00:34:00

Die Menubilder stellen u.a. auch einen angenehmen Kontrast zu den häufig gezeigten fastfood- schmatz –mjjam – currygetränkten Pommes - Würstel und anderen dickmacher Kompositionen dar.
Wirklich sehr stilvoll und appetitlich.
Nach langem wieder mal Essen-Bilder ,die man anschauen kann und bei denen es einen nicht gleich den Magen umdreht.

Abgesehen davon ,ein interessanter Bericht. Kann mir vorstellen das es bei dieser Wetterlage doch manchmal etwas frustrierend sein könnte, zumal man mit Italien doch alles andere als Kälte,Dauerregen und vor allem Schnee verbindet. Aber bei euren vielfältigen Aktivitäten und Interessen auch wieder nicht.
Bin auf weiteren Eindrücke auch schon sehr gespannt.

grüße
schulze

Beduin am 12 Jan 2010 07:58:38

OHa. da habt ihr euch so auf die Trüffel gefreut und dann schmecken sie noch nicht mal................
Ich kenn sie nur vom Öl und das finde ich lecker.
Aber so gehts mir mit den austern, muss ich auch nicht freiwillig haben :)

Freut mich auserordentlich das du dir die Mühe mit dem bisher tollen Bericht gemacht hast!

Lancelot am 12 Jan 2010 09:22:38

Rider hat geschrieben:Gogolo, deine Menü-Fotos gehören schlichtweg verboten! grrrrrrr


Gogolo, meine Liebste läßt anfragen, ob Du noch "zu haben" bist :D

Dein "Porcolino" kennen wir als "Porchetta" --> Link und kommen NIE in diese Gegend, ohne das wenigstens einmal probieren zu müssen ... super lecker :!:

Freu mich schon auf die Fortsetzung :)

Gogolo am 12 Jan 2010 10:18:50

Danke zunächst mal an alle für die netten Rückmeldungen. Da macht das Berichteschreiben gleich viel mehr Spaß!!!


@rider:
möchtest du das Rezept für den eingelegten/gebeizten Lachs haben?

@schulze:
ich koche nunmal sehr gerne - und das möchten wir auch mit Stil geniessen. Pappbecher oder Plastikgeschirr kämen für uns nie in Frage. Wir sahen das Wetter auch von der poitiven Seite: da sind keine Touris unterwegs... und wir konnten auch mal wieder in aller Ruhe ein Buch lesen.

@Ina:
Für denjenigen, der den feinen Trüffelgeschmack liebt, für den ist das das Höchste. Das Trüffelöl ist meistens aromatisiert und daher intensiver. Den schwarzen Trüffel kannte ich ja schon - aber insbesondere beim weissen Trüffel fehlt mir das Preis-/Geschmacksverhältnis.

@Lancelot:
Nein - ich bin nicht mehr zu haben :D
Du hast natürlich recht: das Ding heißt "Porchetta". Wie komme ich nur auf "Porcolino"??? :oops: :oops: :oops: Aber wie auch immer, das Ding ist im wahrsten Sinne des Wortes SAUgut.


Eine Fortsetzung gibt es heute Nachmittag, jetzt muss ich erst mal wieder etwas für meine Gesundheit tun und gehe ins Fitnesscenter.


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 12 Jan 2010 10:28:04

Gogolo hat geschrieben:@rider:
möchtest du das Rezept für den eingelegten/gebeizten Lachs haben?


JA lieber Gogolo, wenn ich darum bitten darf, sehr gerne. :wink:
Guten Morgen übrigens in den Süden. Jetzt ist über Nacht auch in Tirol Winter eingekehrt. Pulverschnee in seiner schönsten Form.
Empfehlung auch an Frau Gogoline.

Gogolo am 12 Jan 2010 15:49:04

@Rider: das Rezept kommt in Kürze - ich muss es erst noch verständlich formulieren.


Aber jetzt geht es weiter:


25.12.2009, Freitag

Beim aufstehen sehen wir, dass der Wohnwagen aus Italien ist und die Wohnmobile eine deutsche bzw. niederländische Besatzung haben. Zum Frühstück verarbeite ich noch die restlichen Trüffel zu einem Trüffelomelett, das schmeckt schon etwas besser, aber trotzdem dass wirklich „Trüffel satt“ drinnen sind – direkt vom Hocker reißt uns der Trüffel insgesamt nicht.

Das deutsche Weinsberg-Wohnmobil aus W-xx xxx fährt ab und wir sehen, dass sie offensichtlich ihr Abwasser am Platz mit einem offenen Abwasserhahn „entsorgt“ haben – solche Schweine!!! Diese Bemerkung nehme ich aber am Abend wieder zurück, denn wie es sich herausstellt (wir haben mit den Landshutern, die dieses Wohnmobil fahren gesprochen, denn sie sind zu dem Platz nach einem Tagesausflug zurückgekehrt), handelt es sich hierbei um ein ADAC-Mietmobil, bei dem so ziemlich alles defekt ist. So auch das Abwasserventil.

Am späten Vormittag machen wir eine kleine Wanderung in den Ort – nur so zum auslüften, nachdem es gerade nicht regnet. Es ist aber relativ warm, so um 14°C. Eigentlich will ich auch ein paar Landschaftsaufnahmen machen, aber es ist sehr diesig und mann/frau sieht nicht sehr weit. Die Hänge und Täler sind in einer Art Nebel und damit fotografisch völlig ungeeignet.

Gegen Mittag setzen wir uns mit den Campingstühlen ins Freie, weil gerade die Sonne scheint. Kaum hat meine Gogoline die Sonnenbrille aufgesetzt, kommen wieder die Wolken und es zieht zu. Unsere Nachbarn, die Niederländer drehen die Markise heraus und befestigen die Sturmabspannung. Außerdem wird am Wohnmobil eine 50m lange Lichterkette aufgespannt und ein Tannenbäumchen auf den Campingtisch platziert. Die Holländerin singt dazu „we wish you a merry christmas…“. Nach einer Stunde räumen wir wieder zusammen und haben gerade die Stühle verstaut, fängt es auch schon zu tröpfeln an. Um 13:45 Uhr wird aus dem Tröpfeln ein Gewitter mit ganz starkem Platzregen, es schüttet wie aus Eimern. Auch kleine Hagelkörner sind dabei und es donnert. Urplötzlich, wie wenn man einen Schalter umlegt, ist der Spuk vorbei, die Wolken werden heller aber trotzdem laufen noch kleine Wasserbäche in den Gräben des Campingplatzes. Um 14:10 Uhr scheint schon wieder die Sonne. Draußen zwitschern die Vögel (u.a. Rotkehlchen) und blühen die Gänseblümchen.


Bild



Um 15 Uhr mache ich mich an die Vorbereitungs-arbeiten für unseren Weihnachtsbraten. Vom heimischen Metzger Meier aus Rosenheim habe ich noch eine tiefge-frorene Wild-schweinschulter dabei. Die ist seit gestern aufgetaut und gewürzt. Daraus mache ich als Abendessen einen schönen Wild-schweinbraten im Backrohr. Dazu gibt es Polenta. Der Abwasch wird nach dem opulenten, hervorragend gelungenen Braten mit herrlicher Sauce gemeinsam vorgenommen. Ich stelle hier mal keine Bilder des Wildschweinbratens rein, damit ihr nicht schon wieder Appetit bekommt...



26.12.2009, Samstag

Nach dem Frühstück und der notwendigen Ent- und Versorgung machen wir uns auf den Weg nach Siena. Zwar war die Nacht kalt und sternenklar, aber heute morgen ist es wieder bewölkt. Aufgeweckt haben uns – wie schon in den vergangenen Tagen – die italienischen Jäger auf der Treibjagd nach Wildschweinen. Der Campingplatz war mit 15 €/Tag incl. allem sehr günstig.

Nach einer Dreiviertelstunde gemütlicher Fahrt kommen wir in Siena an. Auch heute gibt es keine Landschaftsaufnahmen, da das Wetter wieder diesig ist. Ins Navi habe ich den Wohnmobilstellplatz Siena Palasport eingegeben und den findet das Navi auch sofort. Der Platz kostet 20 €/Tag, egal ob mann/frau nur eine Stunde oder 24 Stunden dableibt. Wir entschließen uns, Siena ausgiebig zu besichtigen und auch hier zu übernachten.

Vom Stellplatz ist es rund ½ Stunde Fußweg in diese schöne Stadt, die soviel Atmosphäre hat. Wir besichtigen natürlich den Campo, wo wir uns auch in einer Bar mit Tee aufwärmen (es ist kalt) und gehen dann anschließend zum Dom, den wir nicht nur von außen, sondern auch von innen besichtigen (Eintrittspreis 3€/Person). Es sind gottseidank nur ganz wenige Touristen unterwegs und die Gässchen sind nur mit wenigen Menschen bevölkert. Das ist der Vorteil, wenn mann/frau zu dieser Jahreszeit unterwegs ist! Erwähnenswert ist, dass selbst im Winter noch Speiseeis produziert und gekauft wird.

Jetzt folgen einige Bilder von Siena in der touristenfreien Zeit:


Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild


Dann nochmals zurück zum Campo auf einen Cappuccino und Toilettenbesuch. Schließlich fängt es zu tröpfeln an – wir gehen zurück zum Gogolobil. Unterwegs regnet es richtig und wir sind schon sehr naß, als wir zuhause ankommen.

Auf dem Stellplatz haben wir uns Vormittag etwas abseits hingestellt. Außer uns war niemand da. Wie wir jetzt zurück kommen, steht auf dem sonst nach wie vor leeren, riesigen Platz ganz dicht links und rechts neben uns je ein italienisches Wohnmobil. Da ich Kuschelcamper nicht mag, habe ich demonstrativ das Gogolobil umgesetzt. Kurze Zeit später kam dann noch ein weiterer Italiener mit seinem Wohnmobil und hat sich in die von mir freigemachte Lücke reingezwängt – ich verstehe das nicht!

Da es uns kalt ist, gibt es sofort einen schönen schwarzen Tee mit viel Rum, das weckt die Lebensgeister. Auch suche ich nach einem freien WLAN-Netz, habe aber leider hier keinen Erfolg.



Ein wenig Geduld bis zum nächsten Teil


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 12 Jan 2010 16:16:41

...sehr schön detaillierter bericht und interessante bilder - mann lebt ja richtig mit!
ich freue mich auf die fortsetzung.

vg gerald

surfjunk am 12 Jan 2010 18:33:23

Hallo Gogolo,

schöne Doku die du schreibst. :)

Das mit der Schranke ist uns auch passiert in Sirmione.
Wir haben uns dann aber nicht auf die linke Seite gestellt sondern sind 100m. weiter rechts gefahren auf dem Parkplatz auf die kleine Landzunge.
Zu 3 Seiten Wasser, sehr schön zum Frühstück. :D

Anne42 am 12 Jan 2010 20:12:24

hallo Gogolo Danke für den schönen Bericht und die Fotos, freue mich schon auf die Fortsetzung :hallo:

Norbert B. am 12 Jan 2010 20:35:52

Hallo,

sehr schön , Danke für den Tollen bericht.

Na was soll das den geben wenn Ihr/ Du ab März Berentet seid.

Gaaaaanz viele Tolle berichte .

Macht weiter so.

canter am 12 Jan 2010 21:45:35

Hallo Gogolo,

immer schön deine Berichte zu lesen und die Bilder zu sehen. Garade da ihr jetzt ausserhalb der typischen Touri Zeit unterwegs seit vermittelt es einen Eindruck den die meisten live nicht kennen.

Gogolo am 12 Jan 2010 22:14:00

So, jetzt der nächste Teil-Bericht:


27.12.2009, Sonntag

Gegen 02 Uhr in der Nacht wurden wir von ein paar einheimischen Jugendlichen aufgeweckt, die dem Womo-Stellplatz ihre neueste Errungenschaft – einen überaus lauten Musik-Booster in einem Pkw vorführen wollten. Wir haben uns nicht provozieren lassen und kein Licht gemacht. Gottseidank war der Spuk nach ca. 15 Minuten wieder vorbei, möglicherweise hat die Batterie für die paar 100 Watt Musikleistung nicht lange ausgereicht.

In der Stellplatzgebühr von 20€ ist wenigstens – im Gegensatz zum Stellplatz Sirmione – auch noch Ent- und Versorgung inbegriffen. Das nehmen wir gerne noch in Anspruch, denn Ent- und Versorgen soll man nicht, wenn man muss, sondern stets wenn man kann.

Aber vorher wird noch schön ausgeschlafen, ausgiebig geduscht und gefrühstückt. Dann geht es ein kleines Stück weiter nach Monteriggione. Wir stellen uns dort auf den unteren Parkplatz und suchen uns ein halbwegs gerades Stück Schotter zum abstellen des Gogolobils. Noch am Vormittag – es sind fast noch keine Besucher da – gehen wir den Weg zu dem kleinen mittelalterlichen Städtchen mit den 14 Wachtürmen hoch. Die Schutzburg Monteriggione wurde im zweiten Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts erbaut um einen militärisch strategischen Vorposten zu schaffen. Die ringförmige Festungsmauer mit den Wachtürmen ist noch hervorragend erhalten und auch die Bausubstanz innerhalb der Festung stammt noch als alter Zeit. Ein wirklich verschlafenes, romantisches Örtchen, dessen Besichtigung auf keiner Toskanafahrt fehlen darf. Im Hochsommer ist hier allerdings alles voll lauter Touristen, heute sind nur ganz wenige da und es gelingen Fotos, die sonst nicht möglich sind.



Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild


Die Preise in den Gaststätten sind geschmalzen – die Wirte wissen offensichtlich, wie viel man von den Touristen nehmen kann. Wir kaufen uns noch zwei Flaschen des lokalen Weines, der auf den Hügeln rings um Montereggione wächst. Auch eine Kappe mit vorne einem schwarzen Hahn kommt in die Einkaufstasche.


Nachmittags machen wir noch eine kleine Wanderung. Wir gehen zunächst außerhalb der Mauer um die Festung herum und dann auf einen Espresso nochmals in den Ort hinein. Bei dem Espresso bleibt es nicht, denn in einem kleinen Geschäft decken wir uns noch mit Wildschweinsalami und Mortadella ein. Den Espresso nehmen wir zu den Tischchen vor dem Geschäft mit nach draußen, denn zwischenzeitlich zeigt sich die Sonne. Da es bei Sonnenschein gleich schön warm ist, kaufen wir uns noch ein Glas Chianti und zwei Panini mit Prosciutto. Es ist herrlich, der erste Tag ohne Regen!

Bild

Bild


Auch am Abend machen wir uns noch einmal auf, um den Ort, von dem mittlerweile die ganze Burgmauer mit Scheinwerfern angestrahlt wird, anzusehen. Jetzt ist absolut niemand mehr unterwegs – ganz romantisch.

Auf dem Stellplatz übernachten nunmehr rd. 12 Wohnmobile. Abgesehen von ein paar lautstarken italienischen Kindern, die aber dann später auch ruhig sind, ist es eine gute Nacht.




28.12.2009, Montag


Das Barometer hat gestern Sonnenschein angezeigt und die Nacht war sternenklar. Gegen 6 Uhr morgens – wie sollte es anders sein – fängt es wieder an zu regnen. Also ausschlafen, frühstücken und weiterfahren.

Der weitere Weg führt uns über Poggibonsi nach San Gimignano. Unterwegs sehen wir am Rande eine Womo-Ent- und Versorgungsstelle, wo wir noch schnell unser Abwasser los werden. Der Frischwasser-automat wird zwar von uns mit 40ct gefüttert, spuckt aber kein Wasser aus. Ein vorbeikommender Italiener meint zwar, dass wir ruhig den daneben liegenden Wasserhahn benutzen sollen, aber darunter steht, dass dies kein Trinkwasser ist. Darum verzichten wir auf die Befüllung unseres Wassertanks und fahren weiter. Wasser haben wir ja trotzdem noch genügend, wir wollten halt voll machen.


Bild

Unterhalb von San Gimignano wussten wir einen Supermarkt, den gibt es aber offensichtlich nicht mehr – der letzte Besuch ist halt doch schon über 15 Jahre her. Auch wollen wir Wein einkaufen, unmittelbar beim Winzer, der Fattoria Sovestro. Auch der hat geschlossen und verkauft außerhalb der Saison keinen Vernaccia mehr. Wir fahren daher zum Wohnmobil-Stellplatz neben dem Schwimmbad, stellen hier unser Gogolobil ab und gehen in die Stadt. Die Sonne kommt aus den Wolken hervor.


San Gimignano gehört mit seinen Geschlechtertürmen ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Weg vom Stellplatz zum Ort zeigt uns das ganze, großartige Panorama. In der Hochsaison drängen sich die Urlauber in dichten Scharen bis zur Unerträglichkeitsgrenze durch den Ort. Heute sind gaaanz wenige da, ein paar Einheimische, ein paar Japaner (oder sonstige Schlitzaugen – ich kenne die alle nationalitätsmäßig nicht auseinander) und wir. In den schönen alten Steinhäusern, in denen sich viele Souvenirshops befinden gibt es auch Lebensmittelgeschäfte mit diversen Spezialitäten. Wir decken uns damit ein und kaufen u.a. Wildschweinschinken, Höhlenkäse, Trüffelaufstrich (nachdem wir ihn probiert und für gut und schmackhaft befunden haben) und Polenta mit Pilzen und Trüffeln. Wir besichtigen noch den Dom und machen um den Ort herum eine Aussichtstour zu Fuß. Dann fängt es auch schon wieder an zu regnen und wir schauen, dass wir nach Hause zu unserem Gogolobil kommen. Zuvor gibt es aber in einem Imbiss noch je ein Pizzastück und eine Cola.

Hier ein paar Bilder von diesem schönen Ort ohne Touristen:


Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild



Wir kommen gerade beim Womo an, da sagt meine Gogoline, dass nebenan beim Campingplatz – der nach dem ADAC-Führer Winterpause hat - eine Entsorgungsstation ist. Sie geht mal kundschaften, obwohl es leicht regnet. Zurückgekommen berichtet sie, dass der Campingplatz offensichtlich doch geöffnet ist, da sich Leute darin befinden. Gogoline ist extra bis zum Eingang des Campingplatzes gelaufen und hat sich umgeschaut. Wir gehen nochmals hin und sehen im Büro des CP Licht. Ich gehe hinein und mann/frau ist ganz erstaunt, dass der ADAC-Führer so falsche Angaben über den Platz hat. Man stelle sich vor: der Stellplatz kostet 1€/Stunde (ohne sonstige Leistungen), der CP kostet am Tag 20€ incl. Strom, Wasser, Duschen,… Ich bin auf meine Gogoline ganz mächtig stolz, dass sie das entdeckt hat! Wir fahren natürlich auf den Campingplatz. Klar, wir sind autark und haben auch im Gogolobil unsere Dusche, aber das bedeutet wieder ent- und versorgen, putzen, Gasverbrauch für Warmwasser, usw. – da ist uns eine große Dusche auf dem CP schon lieber. Außerdem kann ich auch wieder alle Verbraucherbatterien randvoll machen, denn die letzten Tage sind wir nur ganz wenig gefahren und trotz des Ladeboosters sind die Batterien nur max. 85% voll geworden. Jetzt werden über 35 A durch das temperaturgesteuerte Ladegerät in die Batterien reingepresst.



29.12.2009, Dienstag

Der Campingplatz ist ganz in Ordnung. Wir haben ruhig und gut geschlafen. Am Abend und in der Frühe hat ein Vogel ziemlich laut gezwitschert – für den ist wohl schon Frühling! Auch die Felder und Wiesen sind schon sehr schön saftig grün. Vielleicht kommt das auch daher, dass es soviel regnet. Der geneigte Leser möchte wissen, wie das Wetter heute ist? Na, wie schon: in der Frühe regnet es (welche Überraschung!), dann hört der Regen auf, es bleibt aber bewölkt, die Wolken hängen sehr tief. Stellenweise sind die hohen Türme von San Gimignano in Wolken gehüllt.

Wir müssen heute einkaufen und haben gestern schon versucht – allerdings ohne Erfolg – einen Supermarkt in San Gimignano zu finden. Ich frage daher in der Rezeption des Campingplatzes danach und kaufe uns gleich ein Ticket für den Citybus in die Stadt. Ebenso nutze ich gleich die Gelegenheit um das kostenlose Internet an einer Station bei der Rezeption zu testen und eMails, Wetter und Kontostand abzufragen. Der Wetterbericht sagt aber für diese Gegend in den nächsten Tagen keine wesentlich Besserung voraus – lediglich warm mit 15°C soll es werden.

Dann fahren wir in die Stadt und suchen den Supermarkt. Wir sind gestern und heute daran vorbei gelaufen, da der Supermarkt keine großartige Reklame an der Fassade hat, sondern ganz versteckt in einem Gebäude am Rande des Parkplatzes #1 untergebracht ist. Aber zunächst laufen wir San Gimignano außerhalb der Touristenpfade danach ab und kommen in Gassen in denen sich höchst selten ein Tourist verirrt – es sei denn, er ist auf der Suche nach einem Supermarkt. Erst eine Postbotin hat uns (auf italienisch) den Weg dorthin gut beschrieben und wir finden auch den Coop-Markt. Wie gesagt, wir sind schon daran vorbei gelaufen….

Die notwendigen Einkäufe werden gemacht, auch decken wir uns gleich mit guten Sachen für den Sylvesterabend ein, es gibt nämlich ein „kaltes Buffet“ mit italienischen Spezialitäten. Weil wir gerade vom Essen reden: heute koche ich zum Abendessen eine rosa gebratene Entenbrust mit Orangensauce, Nudeln und Buttergemüse.



So, das reicht für heute. Fortsetzung morgen.


Habe die Ehre

Gogolo

Aretousa am 12 Jan 2010 22:27:43

Hmmmmmhhh....ein appetitanregender Bericht, sowohl die Urlaubsgegend als auch das Essen betreffend. Danke dafür. Ich freu mich auf den nächsten Happen.......

maxe am 12 Jan 2010 22:31:56

:daumen2:

toll, freue mich wenn`s weitergeht.

MichaelW am 12 Jan 2010 23:05:33

...dem schliesse ich mich an, man ist wieder "wie dabei", super geschrieben !
Besten Dank dafür !

Labrador am 12 Jan 2010 23:13:00

Schöner Bericht, freue mich schon auf die Fortsetzung :D

Norbert B. am 12 Jan 2010 23:46:53

Genau .


Fortsetzung Fortsetzung Fortsetzung

Tipsel am 13 Jan 2010 01:25:33

:daumen2:

Ich warte auch 8)

Gogolo am 13 Jan 2010 10:05:44

Auf ein Neues:


30.12.2009, Mittwoch

Es ist nach wie vor bewölkt und immer wieder tröpfelt es. Es eilt uns nicht, denn nach Florenz, unserer nächsten Etappe ist es nicht weit, nur so ca. 1 Stunde Fahrt. Vorher kaufen wir noch Wein bei einem Winzer ein, normalen Vernaccia di San Gimignano, in Barricque gelagerten Vernaccia und Chianti. Der Keller des Gogolobils wird voll gepackt – gut dass wir noch einen gewichtsmäßigen Freiraum von 1to haben. Auch wird noch bei einem Lidl in Poggibonsi frisches Mineralwasser und Cola eingekauft

Wir fahren nach Fiesole, das liegt auf einem Berg nördlich von Florenz, von dort sollen wir einen schönen Ausblick auf die Stadt haben. Die Straße dorthin ist nicht einfach, denn zunächst kann ich den vom Navi vorgeschlagenen Weg nicht fahren, da eine Bahnunterführung nur 3,20m Höhe hat. Ich fahre einfach weiter, obwohl das Navi ständig meldet: „bitte wenden“. Dann hat es das Navi kapiert und wir fahren mit einem großen Umweg in die Berge. Aber der Weg hat es weiter in sich, denn er ist für LKWs über 2,5to und Omnibusse gesperrt. Ich ignoriere diese Sperren, denn das Gogolobil ist ja kein LKW, sondern ein Wohnmobil. Schließlich kommen wir am Campingplatz Panoramico Fiesole in der Via Peramonda 1 gut an, nachdem wir noch eine Steigung von 18% bewältigt haben – aber 18% sind für das Gogolobil ein „Klacks“, da fahre ich noch mit dem 2. bzw. 3. Gang rauf. Der Tipp von meiner früheren Mitarbeiterin Andrea, die mir den Platz empfohlen hat, stimmt wirklich: von dort hat man eine wunderschöne Aussicht auf Florenz, wie auf einem großen Balkon. Da ich mir den Stellplatz frei raussuchen kann, nehme ich die schönste Stelle mit der besten Aussicht. Diese Aussicht haben wir vom Fenster des Gogolobils:


Bild


Gestern beim Coop haben wir frische Kalbsschnitzel gekauft, die gibt es heute zum Abendessen mit Kartoffel- und Tomatensalat.

Als es dunkel wird, funkeln die Lichter von Florenz herauf. Am Horizont ist ein roter Streifen eines Abendrots zu sehen. Wir machen die Lichter im Gogolobil aus, damit wir den Anblick besser genießen können. Leider ist der Dom nicht und die Altstadt nur mäßig beleuchtet.


31.12.2009, Donnerstag

Das gestrige Abendrot hat nichts gebracht, denn in der Nacht und am Morgen hat es schon wieder geregnet. Allerdings hört er bis zum Frühstück auf. Heute ist Kultur angesagt und wir schauen uns eingehend Fiesole an. Dazu nehmen wir den kostenlosen Shuttle-Bus vom Campingplatz in den Ort in Anspruch. Der Campingplatz ist zwar mit 30€ sehr teuer, aber auch sehr sauber und das Serviceangebot mit dem Shuttlebus ist sehr gut – die Aussicht: unbezahlbar. Die Rückfahrt mit dem Shuttlebus zum Campingplatz kann von Fiesole dann per Handy geordert werden.

Um 11 Uhr fahren wir hinunter und um 15 Uhr wieder zurück. In der Zwischenzeit haben wir von Fiesole sehr viel gesehen:

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild

Bild


Unter anderem besichtigen wir die Kirche von S. Francesco, genießen die Superaussicht, gehen zu den archäologischen Ausgrabungen aus der Römer- und Etruskerzeit, schauen in das angrenzende historische Museum und besichtigen die Kathedrale von Fiesole. Wir genehmigen uns zwischendurch einen guten Cafelatte um uns zu stärken und etwas aufzuwärmen.

Kaum gehen wir wieder auf den Marktplatz um per Handy den Shuttlebus zu bestellen, der auch recht schnell kommt, fängt es wieder zu regnen an. Am Campingplatz gerade noch trocken beim Gogolobil angekommen, kommt ein Gewitter mit Starkregen und kleinen Rieseln. Wir sitzen aber schon schön im warmen Gogolobil.

Für den Sylvesterabend haben wir verschiedene italienische Spezialitäten (Proscutto di Cinghiale, Salume miste, Formaggio miste, Pomodore, Pane, Ciabatta u.a.) eingekauft, die dann zusammen mit meinem selbst eingelegten Lachs (das letzte Stück davon) und einem guten Rotwein den Abend über so nach und nach vertilgt werden. Die Nachspeise ist je ein Zimteis-Stern mit Sahne zur Abrundung des Ganzen.


Bild


Das Wetter hat sich nicht gebessert – im Gegenteil, die Sicht nach Florenz wird sehr schlecht. Erst gegen 23:30 Uhr reißt es auf und wir haben wieder gute Sicht nach unten. Nach und nach beginnt in Florenz die Sylvesterknallerei und das Abbrennen von Raketen. Jetzt wird es richtig schön. Wir öffnen eine Flasche Prosecco rosé , stoßen auf das Neue Jahr an und wünschen uns ganz viele Sachen, denn das Jahr 2010 wird ein sehr ereignisreiches Jahr werden, da wir in Pension gehen und in den kommenden Jahren die Früchte unserer Arbeit mit den geplanten Reisen „einfahren“ möchten.

Bild


Auch am Campingplatz ist am Abend Leben eingekehrt. Es sind einige Wohnmobile eingetroffen, die offensichtlich in der direkt über uns befindlichen Gaststätte Sylvester feiern. Gottseidank werden keine Knaller auf unser Gogolobil geworfen. Wir gehen gegen 01:30 Uhr ins Bett nachdem noch einige SMS empfangen/geschrieben wurden und ich noch mit meinen Eltern in Deutschland telefoniert habe. In der Nacht fängt wieder der Starkregen an und prasselt auf unser Dach. Um 04:00 Uhr ist die Gaststättendisco zu Ende und wir können schlafen.


01.01.2010, Freitag

Es regnet so heftig, dass wir keine Lust zum aufstehen haben. Erst gegen 10 Uhr bequeme ich mich aus dem Bett und mache uns ein Frühstück. Zum Duschgebäude gehen wir anschließend mit dem Regenschirm im strömenden Regen. Kurz davor steht im aufgeweichten Boden ein italienisches Wohnmobil bis zu den Achsen im Schlamm und kann nicht mehr heraus. Der Fahrer zieht eine!!! Schneekette auf um heraus zu kommen. Selbst wenn ich wollte, ich könnte ihn mit dem Gogolobil nicht herausziehen, denn er hat sich mit seinem Wohnmobil so zwischen zwei Bäume verkeilt, dass weder vorwärts noch rückwärts ein Pull möglich wäre. Wenn er es mit seiner einen!? Schneekette nicht schafft, dann muss er wohl warten bis der Boden wieder abgetrocknet ist…

Wir beschließen, heute nicht zum Stadtcamping von Florenz weiterzufahren, da Florenz im Regen zu besichtigen, wohl auch nicht so prickelnd ist. Außerdem kennen wir Florenz schon von einer Reise vor einigen Jahren. Statt dessen werden wir einen gemütlichen Ruhetag einlegen und erst morgen in Richtung Lucca weiter fahren.


Fortsetzung demnächst...


Habe die Ehre

Gogolo

achwas am 13 Jan 2010 10:56:49

Au ja, mit dem FFB auf der Suche nach der Polizei mitten in die Altstadt von Lucca , weil man sich hoffnungslos verfranzt hat, da werden Erinnerungen wach.

Anne42 am 13 Jan 2010 11:00:38

hallo Gogolo, einfach wunderschön, mögen eure Wünsche für 2010 alle in Erfüllung gehen!

Gast am 13 Jan 2010 11:16:20

Verklage Dich auf Schadensersaatz Gogolo!

Ist jetzt schon die 2. Tastatur die durch deine Berichte im Eimer ist!

Mir läuft immer so das Wasser im Mund zusammen, dass ich es nicht halten kann. Läuft dann immer auf die Tastaur!

Bitte schreib nichts mehr von deinen Kochkünsten! :D

eva b. am 13 Jan 2010 14:20:38

Gogolo hat geschrieben:Fortsetzung demnächst...

Aber warte nicht allzu lange, gell! Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht :ja:

Gogolo am 13 Jan 2010 14:30:45

eva b. hat geschrieben:
Gogolo hat geschrieben:Fortsetzung demnächst...

Aber warte nicht allzu lange, gell! Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht :ja:



Ich möchte es doch spannend machen - nein, im Ernst, ich muss zwischendurch auch noch etwas arbeiten und so ein Bericht kostet doch Zeit. Es ist aber nett, wenn man durch euere Rückmeldungen ein positives Feedback bekommt, da macht das Berichteerstellen gleich viiieeel mehr Spaß.


Habe die Ehre

Gogolo

pitb am 13 Jan 2010 15:28:55

Sehr sehr schöner Bericht!

Kann die Reise direkt nachvollziehen - erinnert an meine Tour in 2005 - allerdings Sommer. :)



Und ein Leben ohne Trüffel - egal ob schwarz oder oder weiß - ist nicht nur möglich sondern auch sinnvoll. :D

Gogolo am 13 Jan 2010 17:34:17

So, jetzt gibt es den Endspurt mit den letzten Tagen unserer Reise und den letzten Bildern:


02.01.2010, Samstag

Auch noch am Morgen regnet es – stellenweise wieder heftig. Nachdem wir geduscht und gefrühstückt haben wird es besser, die Wolken hängen aber noch tief herunten und wir sind in Fiesole noch direkt in den Wolken. Nach der Ent- und Versorgung sowie Bezahlung (wir haben an der Rezeption noch eine kleine Flasche Limoncello geschenkt bekommen) fahren wir los. Es geht zunächst die gleiche Strecke zurück, wie wir hergekommen sind, damit ich nicht an der 3,20m-Unterführung wieder wenden muss. Dann allerdings traue ich mich und biege auf einer Provincial-Straße doch in Richtung Firenze ab und fahre den Berg runter. Nur bei einer Bogenbrücke ist eine Höhe von 3m angegeben, das gilt aber offensichtlich nur für den Fahrbahnrand, denn in der Mitte hat die Unterführung bestimmt 4m und ich fahre auch problemlos durch und komme nach Florenz rein.

In Florenz zu fahren ist fast so wie in München, nur die Straßen sind enger und der Fahrbahnbelag ist schlechter, d.h. auch auf großen Straßen sind richtig tiefe Löcher in der Fahrbahn. Das macht zwar dem Gogolobil nichts aus, aber es rumpelt doch schon, wenn man da zu schnell fährt. Der Verkehr ist nicht so dicht, wie ich befürchtet habe, vielleicht deshalb, weil heute Samstag ist. Schließlich geht es dann auf die Autobahn in Richtung Westen und nach rd. eineinhalb Stunden kommen wir bei Sonnenschein(!!!) in Lucca an.

Wir fahren auf den Stellplatz Il Sérchio, der als gut ausgestattet beschrieben ist. Allerdings kommen wir gerade an, als dort die Mittagspause beginnt, so dass wir noch bis 15 Uhr warten müssen bis wir auf den Platz dürfen. Ich schaue mir schon mal den Stellplatz an, der mit WC, Duschen, Ent- und Versorgung, sowie mit Strom- und Wasseranschlüssen auf jedem der parzellierten Plätze sehr gut ausgestattet ist. Wir beschließen, uns mit der Besichtigung von Lucca richtig schön Zeit zu lassen und hier zwei Nächte zu verbringen. Lucca soll ja sehr schön sein und ich bin schon gespannt, was uns hier erwartet. Bis zur Öffnung des Platzes geniessen wir noch einen Cappuccino und Plätzchen und den lange vermissten Sonnenschein. Offenes, unverschlüsseltes WLAN habe ich bis jetzt noch nicht gefunden – ich muss doch mal meine große Schnüffelantenne ausprobieren, denn in einer so großen Stadt wie Lucca mit rd. 80.000 Einwohner wird doch wohl jemand im Umkreis von 5 km ein unverschlüsseltes Netz haben – oder? Die Solarpaneele laden trotz tief stehender Januar-Sonne mit über 4 Ampere – ein sehr guter Wert, da ist mir dann für unsere Islandreise nicht bange.

Wir gehen in die Altstadt um uns einen ersten Überblick von Lucca für die morgige ausgiebige Besichtigung zu machen. Vom Stellplatz aus sind es ca. 15-20 Minuten, bis wir zum Porta San Donato kommen und von dort quer durch die Altstadt gehen. Lucca’s Altstadt ist wirklich sehenswert, da das gesamt Areal von einer rundum erhaltenen Stadtmauer umgeben ist. Mit dem Wetter haben wir richtig Glück, denn fast alle Wolken haben sich verzogen und auch das Barometer zeigt für morgen Sonnenschein. Wir hoffen, dass diese Vorhersage auch zutrifft.


Bild

Wunderschöne alte Gässchen ziehen sich von allen Toren aus in die Stadt. Es ist Leben in Lucca, fast keine Touristen – zumindest keine ausländischen. Aber trotzdem sind sehr viele Leute in den Gassen und es herrscht schon ein ziemliches Gedränge. Wie mag es hier erst aussehen, wenn Saison ist und auch noch die Ausländer in die Stadt drängen? Gogoline kauft sich in einem Ledergeschäft eine sehr schöne Handtasche, die man auch als Rucksack tragen kann.

Bild

Bild

Hier die Kirche Chiesa San Michele in Foro:

Bild


Vor der Kirche Chiesa San Michele befindet sich ein kleiner Markt. An einem Stand riecht es besonders gut nach frischem Gebäck. Offen-sichtlich werden hier Teigringe in Schmalz o.ä. rausgebacken. Wie auf einem Schild zu lesen ist, handelt es sich hier um eine regionale Spezialität, die Frati heißen. Sie sind aus Hefeteig mit Zitronen gemacht. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen und kaufen uns zwei dieser Frati-Ringe. Sie gibt es nur mit Zucker oder auch mit Nutella überzogen. Am Stand herrscht großer Andrang, darum kann es nur gut sein. Wir essen die „Zuckerversion“: sie ist wirklich hervorragend!!! Für morgen nehmen wir uns daher vor, nochmals welche zu kaufen. Beim Rückweg bekommt zwar meine Gogoline wieder von dem Schmalzgebäck Sodbrennen, aber das macht nichts, dafür gibt es ja „Kompensan“.

Bild


Zum Abendessen gibt es heute frische italienisch Ravioli (noch in San Gimignano gekauft) in einer von mir selbst gemachten Tomatensauce.


03.01.2010, Sonntag

Nur ganz leicht bewölkt ist es heute, aber die Nacht war kalt, denn draußen ist der Rasen mit Raureif überzogen. Im Gogolobil haben wir von der Kälte dank unserer guten Heizung nichts gemerkt.

Um 11 Uhr sind wir startklar für eine eingehende Besichtigung von Lucca und gehen erst einmal den Rundweg auf der alten Stadtmauer, auf der viele Eingeborene zu Fuß, als Jogger oder mit dem Fahrrad unterwegs sind und einen Sonntagsspaziergang in der Sonne machen.



Bild

Bild


Von dort aus kann man schon einige schöne Bauwerke der Stadt sehen, so zum Beispiel die Cattedrale S. Martino:

Bild


Nach dem Gang auf der Stadtmauer gehen wir in die Altstadt, dort hat es uns vor allem die Piazza Anfiteatro angetan – auch weil es da in einer Bar eine Toilette gibt.

Bild

Bild

Bild

Bild


Die Grundmauern des römischen Anfiteatro dienten im Mittelalter als Fundament für die Wohnhäuser. Der Platz ist wunderschön und gottseidank durch die Jahreszeit bedingt nicht von Touristen überlaufen. Die Bürgerhäuser am Rande sind zwei bis sechsstöckig. Zu dem ovalen Platz kommt man durch vier größere Eingangsbögen.

Weiter gehen wir zum Torre Guinigi, einem Wohnturm aus dem 14, Jahrhundert, wo auf dem Dach sogar Steineichen wachsen. Von dort aus hat man den besten Überblick über Lucca und die schönen roten Dächer dieser Stadt:

Bild

Bild

Bild


Nach der Besteigung des Turms, die 3,50 € pro Person kostet, gehen wir nochmals auf die Piazza San Michele, wo es die köstlichen Frati-Ringe gibt, die wir gestern schon probiert hatten. Natürlich essen wir auch heute welche und gehen dann in eine kleine Bar an der Ecke, wo ich noch ein Stück Lasagne verdrücke. Beim rausgehen muss ich nochmals an den Frati-Stand und kaufe mir wieder einen Frati-Ring. Mittlerweile kennen mich die Leute dort schon. Die Frati-Ringe werden übrigens für jeden Kunden immer ganz frisch herausgebacken und sind noch heiß, wenn sei einem in die Hand gedrückt werden.

Am späten Abend, fast zur nachtschlafener Zeit gegen 22:00 Uhr lärmen noch etliche italienische Kinder auf dem Stellplatz herum. Gegen 22:30 Uhr ist dann endgültig Ruhe.


04.01.2010, Montag

Wir wachen auf, und was tut es? Ihr könnt es euch schon denken: Es regnet wieder. Mensch, haben wir gestern ein Glück gehabt mit der Besichtigung von Lucca bei schönem Wetter! Der Regen geht bald in Schneetreiben über und nach dem Frühstück fahren wir dann in Richtung Norden ab. Wir wollen heute bis zum Gardasee fahren und dort bei Lazise/Colá an der Therme übernachten. Die Fahrt ist problemlos, wenn man davon absieht, dass auf der A1 über den Apennin in Richtung Po-Ebene weiter dichtes Schneetreiben herrscht und die Italiener offensichtlich keine Winterreifen auf ihren Autos und Lkws haben. Sie kriechen nur so über die Steigungen und Abfahrten und ich überhole dank Winterreifen und Allrad mit dem Gogolobil fast alle – das Überholverbot für Lkws gilt nur ab 7,5to.

Gegen 14:30 Uhr kommen wir in Colá an und stellen uns auf den für Wohnmobile reservierten Teil des großen Parkplatzes der Therme. Die Übernachtung kostet 10€, den dafür notwendigen Chip holen wir uns gleich an der Thermenkasse und erkundigen uns auch gleich wegen eines Thermenbesuchs. Dieser kostet 22€/Person, ab 16 Uhr jedoch nur 17€ - immer noch teuer genug, aber wir wollen uns den Spaß gönnen.

Um 16 Uhr gehen wir dann in die Therme. Es handelt sich dabei um eine Naturtherme (See) in einem großen herrschaftlichen Park. Das Thermalwasser hat eine Temperatur von 37°C und ergießt sich in den 5000m² großen See. Darin befindet sich auch eine Badegrotte und verschiedene wärmere Badezonen sowie kleine Wasserfälle. Der Besuch ist nicht so, wie man ihn von Deutschland gewohnt ist, denn es gibt keine Kleiderspinde o.ä., man zieht sich in Kabinen um, stellt die Schuhe in ein Regal, die Mäntel werden in ein anderes Regal gehängt und die Rucksäcke oder Badetaschen kommen wiederum in ein drittes Regal. Wenn man dann ins Wasser geht, müssen die Bademäntel und Handtücher auf ein weiteres Regal gehängt werden, ebenso die Badeschuhe. Gut, dass ich auf anraten von meiner Gogoline meine Geldbörse nicht mitgenommen habe, sondern nur einen kleinen Geldbetrag, der im Bademantel zusammen mit dem Gogolobilschlüssel verbleibt. Es ist blöd mit diesen neuartigen elektronischen Schlüsseln, die man wegen der Elektronik und den Batterien nicht in die Badehose stecken kann, darum verbleibt immer ein wenig ein komisches Gefühl, wenn die Sachen so unbeaufsichtigt und für jedermann zugänglich dort hängen.

Nach ca. einer Stunde im Wasser und einem Latte macciato in der dortigen Cafeteria machen wir uns auf den Rückweg. Der Schlüssel war nach wie vor im Bademantel, meine Sorge unbegründet.

Fotos habe ich heute keine gemacht.

Am Abend beschließen wir unseren Urlaub mit einer schönen Flasche Rotwein.


05.01.2010, Dienstag

Heute fahren wir endgültig nach Hause, denn meine Gogoline muss noch für rund sechs Wochen ins Büro gehen, dann ist sie ebenso wie ich („Privatier“) eine „Privatesse“. Und dann können wir uns auch auf unseren Ausfahrten viel Zeit lassen und sind an keine Termine mehr gebunden.

Die Rückfahrt ist von Colá über Lazise, der Partnerstadt von Rosenheim, ist problemlos. Lediglich die österreichische ASFINAG hat uns auf der Inntalautobahn bei Wörgl kontrolliert. Dabei wollten die auch den Fahrzeugschein und den Führerschein (dürfen die das???) sehen. Da ich gut aufgelegt bin, zeige ich die Papiere ohne Murren her.



Fazit

Der erste Winterurlaub mit unserem Gogolobil war trotz des mäßigen Wetters ein voller Erfolg. Die Reisezeit war perfekt wenn mann/frau die toskanischen Sehenswürdigkeiten ohne oder mit nur wenigen Touristen –aber im Regen - sehen möchte.

Eigentlich wollten wir in Italien viel öfter zu Essen gehen, aber ich habe lieber selbst eingekauft und gekocht. Das hat nichts mit Sparsamkeit zu tun, sondern ich wollte noch so verschiedene Rezepte mit frischen italienischen Zutaten ausprobieren.

In zweieinhalb Wochen haben wir nur rd. 9kg Gas verbraucht für Heizung, kochen und Backofen. Der Gasverbrauch war deshalb so niedrig, da wir - wo wir konnten - die elektrische Zusatzheizung der Truma Combi verwendeten. Und diese hat in der niedrigsten Heizstufe (900W, da sonst in Italien die Sicherungen fliegen) bis -5°C vollkommen ausgereicht, das gesamte Gogolobil zu heizen. Hier bewährten sich auch die hervorragende, kältebrückenfreie Isolierung des Fahrzeugs und die dicke Wintertüre in Richtung Führerhaus in der gleichen Isolationsstufe wie die Außenwand. Auch positiv: Die Solaranlage lädt bei Sonnenschein auch bei tief stehender Sonne relativ gut.

Und was das Wichtigste ist: da sich bei der Kälte alles im Wohnmobil auf relativ wenigen Quadratmetern abspielt besteht die Gefahr, dass mann/frau sich gegenseitig „auf den Wecker“ geht. Dies war gottseidank nicht der Fall, die weiteren Reisen können kommen….


Ich hoffe, unser Bericht hat euch etwas Freude bereitet und vielleicht sind die einen oder anderen Erinnerungen an einen eigenen Toskana-Urlaub geweckt worden bzw. Lust für einen eigenen Urlaub entstanden.


Habe die Ehre

Gogolo und Gogoline

Lancelot am 13 Jan 2010 17:46:02

Danke Dir fürs "mitnehmen" :)

:dankeschoen:

Beduin am 13 Jan 2010 17:48:03

Jep, hat mir Freude bereitet, vieln Dank noch mal das du dir die Mühe gemacht hast :)

Für die anderen neugierigen :) der Link zur Therme --> Link musste ich gleich mal schauen gehen :D
Gut das du das so ausführlich beschrieben hast, dann weis man gleich worauf man sich ein lässt

Gogolo am 13 Jan 2010 18:01:08

Beduin hat geschrieben:Für die anderen neugierigen :) der Link zur Therme --> Link musste ich gleich mal schauen gehen :D
Gut das du das so ausführlich beschrieben hast, dann weis man gleich worauf man sich ein lässt


Noch ein Wort zur Therme: in dem von mir genannten eintrittspreis ist noch nicht die Sauna und das geflieste Schwimmbad enthalten - das kostet extra!!! :twisted: :twisted: :twisted:

Trotzdem war es schön, bei den niedrigen Außentemperaturen in den warmen See einzutauchen und zu "suhlen"....


Habe die Ehre

Gogolo

mk9 am 13 Jan 2010 18:39:02

Hallo Gogolo,

Es war schön, diesen Urlaubsbericht zu lesen. Schade, dass es an vielen Tagen geregnet hat.

Waren Juni 1992 in der Toskana. In Florenz hatten wir Sonnenschein. Nach Sienna wollten wir auch. Aber da hat es von Greve an geregnet.

Nochmals Danke für Eure Reise, Klassebericht.


mk9

sommermaerchen am 13 Jan 2010 19:11:20

Hallo Gogolo,

Danke für den schönen Bericht. War sehr unterhaltsam und interessant.

von einem sommermaerchen

womowitsch am 13 Jan 2010 19:30:11

hallo Gogolo,
gut gemacht, ich bin richtig dabei gewesen!
übrigens, der Zweitschlüssel ist oft ohne Elektronik, der geht auch in die Badehose.
Christian

Anne42 am 13 Jan 2010 20:01:50

vielen Dank Gogolo, war wieder eine wunderschöne interessante Reise, freue mich schon, wenn ihr im Frühjahr wieder so richtig los legt.

driver01 am 13 Jan 2010 20:08:08

Danke - herrliche Bilder und ein interessanter Bericht.

Wir haben die Toskana (wiedereinmal) im letzten Spät-Herbst für 5 Wochen bereist, aber so "Touristenfrei" war es bei uns noch nicht.

Max

Aretousa am 13 Jan 2010 20:51:21

Danke für den unterhaltsamen Bericht. Und gut dass ihr wohlbehalten zurückgekehrt seit. Bringt die Zeit bis ihr Privatier und Privatesse seid noch gut hinter euch und lasst uns dann an euren endlos langen, Stress freien Reisen teilhaben- ich freue mich drauf.

bert am 13 Jan 2010 21:08:43

Schöner Bericht-wenn da nicht immer die Fotos vom Essen wären :twisted: .
Dein Mobil ist einfach nur GENIAL.
Auf die nächsten schönen Touren.

bert

901red am 13 Jan 2010 22:03:00

prima bericht! die meisten orte habe ich sogar selbst schon besucht. nur nicht im winter. sehr schön!

beim anblick der bilder merke ich mehr denn je, dass ich mehr nach europa denn nach afrika gehöre ;)

grüße aus dem sonnigen marokko.

o. - in europa zu hause...

GoldenAisha am 13 Jan 2010 22:27:19

Das war ein wunderbarer Bericht. Ich habe ihn genossen; ganz lieben Dank dafür.

Anzeige

  • Die neuesten 10 Themen
  •  
  • Die neuesten 10 Reiseberichte
  • Die neuesten 10 Stellplätze

Brennerautobahn Maut plus Vignette?
Kurtaxe in Südtirol ab 1.1.2014
Alle Rechte vorbehalten ©2003 - 2026 AGB - Datenschutzerklaerung - Kontakt