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Das Gogolobil unterwegs: i. d. hohen Norden 2013 1, 2, 3, 4, 5, 6


Gogolo am 08 Jul 2013 21:26:25

pipo hat geschrieben:
Wie teuer waren Deine heissgeliebten Kirschen?
Bestimmt keine 25€ wie auf dem Viktualienmarkt :lach:



Ein Kilo hat nicht mal 2 Euro gekostet - da habe ich natürlich "zugeschlagen". "Kirschen satt" sozusagen!!!


Habe die Ehre

Gogolo

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pipo am 08 Jul 2013 21:33:38

Lasst es euch schmecken :!: :lach:

Lancelot am 08 Jul 2013 21:50:59

Schöne Fotos ... :gut:

:)

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Gogolo am 08 Jul 2013 21:54:34

pipo hat geschrieben:Lasst es euch schmecken :!: :lach:



Die Kirschen wurden gleich am ersten Abend von mir alleine komplett vertilgt. Gogoline hat nichts davon abbekommen (weil sie eine Allergie gegen Kirschen hat). Darum war alles nur für mich :D :D :D

So, jetzt bin ich wieder ein paar Tage offline - bis zum nächsten mal... Und danke an ALLE für die netten und freundlichen Rückmeldungen!


Noch etwas: das mit der europasim funktioniert tadellos. Ich habe heute über 500 MB verbraten (nach 500MB ist das Netz etwas langsamer geworden) und telefoniert und SMS geschrieben - für nur 3 €.


Habe die Ehre

Gogolo

Austos am 09 Jul 2013 05:36:15

Gogolo hat geschrieben:
pipo hat geschrieben:Lasst es euch schmecken :!: :lach:




Noch etwas: das mit der europasim funktioniert tadellos. Ich habe heute über 500 MB verbraten (nach 500MB ist das Netz etwas langsamer geworden) und telefoniert und SMS geschrieben - für nur 3 €.

Gogolo



Hallo Gogolo,

immer wieder schön eure Reisebericht zu lesen, echt toll.

Ich hätte noch eine Frage zu der europasim. Ist die Aufhebung der 50 MB Grenze nur eine kurze Sommeraktion oder dauerhaft? Ich hatte dies vor 3 Jahren auch bei der Vodafone Irlandkarte, da hatte man im August ein 1 Monat statt 50 MB, 100 MB frei?

Gogolo am 09 Jul 2013 13:17:02

Auf der Webseite von Vodafone in Italien habe ich nichts von einer zeitlichen Beschränkung der Datenflatrate gelesen.


Habe die Ehre

Gogolo

waltraud-pauls am 09 Jul 2013 14:22:02

Lieber Gogolo! Deine Tour ist einsame Spitze und danke das Du uns alle mit nimmst ,aber jetzt wird unser Womo für Island gepackt übernächste Woche geht es los. Dank Deines Island Berichtes vom letzten Jahr haben Wir ja sehr gute Anregungen Vielen Dank nochmal Paulchen

Gogolo am 09 Jul 2013 14:26:48

Viel Spaß auf Island und grüßt mir unsere Lieblingsinsel.


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 10 Jul 2013 19:04:00

Estland, das letzte unserer baltischen Länder begrüßt uns mit Sonnenschein und Wärme. Wir fahren einen uns gut bekannten Stellplatz bei Kastna Tammed (ca. 50km westlich von Pärnu) an, grundsätzlich eine kleine, mit Gras bewachsene Parkfläche mit knorrigen und uralten Eichenbäumen sowie Wacholderbüschen. Wir fahren aber an dieser Parkfläche vorbei und erreichen nach ca. 800m das Meer. Ganz einsam, aber wunderschön stehen wir direkt am Strand. Ein echter Geheimtipp, dessen Koordinaten nur an gute Freunde weitergegeben werden damit diese Stelle nicht überlaufen wird und später dann mal Verbotsschilder dort stehen. Das Bild zeigt, wie schön dieser Übernachtungsplatz (übrigens am Rande eines Naturparks) gelegen ist:


Bild von Kastna Tammed




Nur sehr ungern verlassen wir diesen schönen Ort und fahren die paar Kilometer bis zur Fähre, die uns zur Insel Saaremaa bringt. Eigentlich nicht direkt nach Saaremaa, sondern zur vorgelagerten Insel Muhu. Auf dem Festland tanken wir noch und können an der Tankstelle auch Frischwasser zapfen. Als ich für letzteres beim Tankwart zahlen wollte, winkt der nur ab, dafür ein herzliches „tänan“, was auf estnisch „danke“ bedeutet.

Auf Muhu wollen wir nicht so einfach durchreisen bzw. –rasen, sondern machen noch einen Abstecher nach Koguva und Rootsivere. Diese Orte sind wie kleine Museen mit reetgedecken Häusern und auch noch richtig bewohnt. Sehr nett zum ansehen, besonders bei dem herrlichen Wetter! In Koguva haben wir am Hafen einen sehr guten Kaffee getrunken. Hier könnten wir auch mit dem Gogolobil kostengünstig stehen bei 58°35.774N 23°4.544E.


Bild aus Koguva:





Aber es zieht uns noch ein paar Kilometer weiter auf die Hauptinsel Saaremaar (eines meiner vorgeplanten Wunschziele), wo wir als erstes nach Orissaare fahren. Die Küche des Gogolobils soll kalt bleiben, da das Fahrzeug „Geburtstag“ hat. Am Yachthafen ist das Restaurant Kohvik Kalda, wo wir einen sehr wohlschmeckenden Barsch mit Zitronensauce gegessen haben (außerdem gab es hier Paulaner Weißbier!). Wir können dort direkt am Meer auch übernacht stehen bleiben.





Entgegen des Uhrzeigersinnes umrunden wir zunächst die Osthälfte der Insel. Einige Höhepunkte und Sehenswürdigkeiten stehen auf dem Programm. Da sind die Festung Maasi linna, von der ein schöner Überblick auf die Meerenge zwischen Saaremaar und Muhu möglich ist:

Blick auf die Meerenge zwischen den Inseln:




Da sind auch noch die Windmühlen bei Angla:









Zu erwähnen ist auch die romanische Kirche aus dem 13. Jahrhundert, gleich in der Nähe von Angla und den Windmühlen:







Eine weitere Sehenswürdigkeit sind die Meteoritenkrater von Kaali, die vor 4000 Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstanden sind:





Die Tagesetappe ist nicht weit und so ist unsere nächste Station (und Tagesendziel) der Hauptort der Insel, Kuressaare. Wir stehen am City Harbour mit schönem Blick auf die Festung (Bischofsburg). Ent- und Versorgung ist dort auch gewährleistet. Auf dem Platz gibt es freies WLAN – darum auch schon jetzt dieser neuerliche Bericht.

Kuressaare hat früher Arensburg geheißen. Wir bleiben zwei Nächte und besichtigen eingehend die Stadt und die Bischofsburg. Die schmucke Altstadt ist wirklich sehenswert. Es gibt viele Restaurants und am kleinen Markt kaufe ich zwei schöne Pfannenwender aus Eichen- bzw. Wacholderholz. Außerdem eine Portion Reherl für ein Abendessen.










Wir schauen uns die Westseite der Insel in den nächsten Tagen genauer an und fahren dann mit der Fähre zur nördlich gelegenen Insel Hiiumaa, die auch recht schön sein soll.


Ich habe mir heute mal die gesamten Bilder dieser Fahrt mal angesehen – um man glaubt es kaum, es ist noch nicht einem ein Monat vergangen und wir haben schon so viel gesehen und erlebt. Es stimmt schon der Spruch: „Reisen dient zur Entschleunigung der Zeit“.


Viele in die Heimat


Habe die Ehre

Gogolo

zeus am 10 Jul 2013 21:37:56

Faszinierend.
Wir waren doch gerade in Gotland, das sieht dort in Estland aber sehr ähnlich aus. Angefangen von den Reethäusern, Mauern aus Steinen, Windmühlen, Bauweise, Landschaft einschl. Meer usw.

Gogolo am 10 Jul 2013 21:42:59

Vielleicht kommen wir am Ende unserer Reise bei der Durchfahrt von Schweden auch nach Gotland. Aber bis dahin vergehen noch einige Wochen, denn das wird erst gegen Mitte/Ende September der Fall sein. Wir lassen uns Zeit und reisen gemütlich, manche tagesetappen sind keine 60km, besonders wenn es viel zu sehen gibt.


Habe die Ehre

Gogolo

WOmO_Udo am 10 Jul 2013 21:56:53

Hallo Gogolo,

mal wieder ein super reisebericht. Danke für mitreisen...

Gast am 11 Jul 2013 08:05:08

Danke für die spannende, schöne Reise!!!

willi_chic am 11 Jul 2013 13:15:18

Danke für die Bilder, Erkundung und Vorarbeit....

wir werden ab August via Kiel -> Klaipeda das Baltikum umrunden und dann durch Polen wieder zurückfahren

grüße klaus

Gogolo am 15 Jul 2013 13:04:44

Wir haben Kuressaare nun verlassen und besuchen die Westseite der estnischen Insel Saaremaa. Unsere Tagesetappen sind auf der Insel nicht lang, nie über 100km eher deutlich darunter. So bleibt viel Zeit um eine Pause zu machen, auszusteigen und die wunderschöne Gegend zu besichtigen.

Auffallend ist in ganz Estland, dass alles sehr gepflegt und ordentlich ist. Schmucke Häuser mit großen Vorgärten, deren Rasen immer ganz kurz gemäht ist. Aufsitzrasenmäher sind in Estland der große Hit – jeder hat einen und der wird ständig genutzt. Auch das Internet ist sehr verbreitet, ein offenes WLAN findet man fast überall. Jedes Restaurant, jedes Cafe und jeder Campingplatz hat ein offenes WLAN. Ich brauche meine Europa-SIM-Karte fast nie einzusetzen, höchstens wenn wir irgendwo in der Pampa frei stehen und nächtigen.

Unsere Tour geht von Kuressaare nach einem Einkauf in einem Maxxima-Markt zunächst auf die südwestlich gelegene Halbinsel Sörvezum Leuchtturm Sääre.






Von dort nach Norden, teilweise auf Schotterpiste (aber gut befahrbar) zum Geopark Undva nina. Dort sind interessante Gesteinsschichten erkennbar und draußen auf der Ostsee kommen von allen Seiten die Wellen angerauscht und treffen sich an der Landspitze. Der Wind ist heftig und die Gischtkronen werden vom Wind weggeweht. Wir nächtigen auf diesem schönen einsamen Platz bei besten Wetter (ausgenommen dem starken Wind). Die Aussicht auf die Ostsee ist überwältigend.





Wir waren die einzigen auf unserem Übernachtungsplatz und es war aus diesem Grunde sehr, sehr ruhig. Wir haben gut und fest geschlafen. Nach dem Frühstück sind wir nach Triigi gefahren, das ist nicht weit. Von dort geht eine Fähre zur nördlich von Saaremaa gelegenen kleineren Insel Hiiumaa. Wir mussten etwas warten bis die Fähre ankam und nach einer Stunde Fahrt waren wir schon auf der Zielinsel. Dort machten wir weiter mit dem „Leuchtturm-Hopping“. Zuerst zur Halbinsel Köpu zum dortigen Leuchtturm aus dem Jahre 1531. Der Ausblick von der Plattform ist überwältigend.








Dann ging es weiter zum Leuchtturm Tahkuna. Auch auf diesen stiegen wir hinauf. Wenn schon – denn schon. In der Nähe ist ein Denkmal für die Kinder der beim Untergang der Estonia im Jahre 1994 ums Leben gekommenen Kinder. Wir wollten eigentlich am Parkplatz beim Leuchtturm übernachten, aber es wurde uns nicht erlaubt. Das erste mal, dass wir nach einer höflichen Anfrage hin abgewiesen wurden. Was soll’s? Ein paar Kilometer südlich war ein schöner ruhiger Parkplatz bei einem Badeplatz für die Ostsee. Man hört hier nur das Meer rauschen und ansonsten ist himmlische Ruhe.








Aber jetzt ruft uns allmählich die estnische Hauptstadt Tallinn. Und dazu müssen wir wieder eine Fähre benutzen. Vom Fährhafen Heltermaa geht es in 1 ½ Stunden rüber aufs Festland nadh Haapsalu und von dort auf gut ausgebauten Straßen nach Tallinn. Der Campingplatz ist wegen Ent- und Versorgung wieder notwendig – dieser liegt am Jachthafen Pirita, einige Kilometer östlich der Hauptstadt. Diese kann man mit öffentlichen Verkehrsmitteln recht gut erreichen, wir nutzen aber unsere Pedelecs für den Stadtbesuch, da ein gut ausgebauter Radweg dort hin führt.

Tallinn kennen wir auch schon von zwei früheren Besuchen, aber es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Außerdem ist Tallinn für mich ohnehin die schönste der drei baltischen Hauptstädte. Sie hat noch richtig Atmosphäre aber man ist gut geraten, wenn man sie außerhalb der touristischen Stoßzeiten besucht, also am besten am frühen Vormittag. Mit den Fahrrädern fahren wir deshalb schon am morgen vom Campingplatz in die Stadt. Wir nutzen die Gelegenheit des Stadtbesuchs um auch für einen der nächsten Tage gleich die Fähre nach Helsinki/Finnland zu buchen. In der Stadt essen wir eine Kleinigkeit in der Gaststätte „Old Hanse“ und genießen das Flair der historischen Stätte. Allmählich wuseln ziemlich viele Touristen und Asiaten –sie kamen mit Kreuzfahrtschiffen an - durch die schönen Gassen und am frühen Nachmittag machen wir es dann auf dem Campingplatz unter der Markise gemütlich, denn die Sonne brennt unbarmherzig heiß vom Himmel.

Wie schön Tallinn ist, das mögen die nachstehenden Bilder verdeutlichen:


















Da wir ein paar Nächte hier auf dem Platz bleiben, packen wir mal wieder unsere SAT-Antenne aus um deutsches Fernsehen zu empfangen und Nachrichten zu sehen. Übrigens: Womo-Reisen hilft sparen – zumindest brauchen wir keine Fernsehzeitung kaufen… Die Freude über den Fernsehempfang hielt aber nicht lange an, denn das LNB (der Empfangsteil der Sat-Schüssel ging defekt). Nun gut, wir kommen auch ohne die Glotze aus, die Natur ist soooo schön, schöner als der beste Fernsehfilm. Es war ja eigentlich nur wegen der Nachrichten, die schaue ich mir nun eben im Internet an.


Der nächste Bericht kommt dann aus Finnland. Bis dahin viele in die Heimat.


Habe die Ehre

Gogolo

trevor2 am 15 Jul 2013 14:24:54

Vielen Dank für den spannenden Bericht! Werde ihn weiter verfolgen...

Wir wollen nächstes Jahr ins Baltikum, freue mich schon sehr darauf!!! Euer Bericht macht mir nochmal neu den Mund wässrig - besonders die ganzen Tipps und nicht zu vergessen die tollen Übernachtungsplätze, die Ihr da immer wieder findet... :)

Weiter gute Fahrt und viel Spaß!

Anne

Rigema am 15 Jul 2013 20:40:15

Gogolo,
das macht richtig Spass, Deinen Bericht zu lesen und die wirklich exzellenten Fotos anzuschauen.
Danke!

Liebe
Rigema

Anne42 am 15 Jul 2013 20:47:59

mal wieder ein großes Danke Gogolo und weiterhin gute Reise.

pipo am 16 Jul 2013 19:50:20

Irre Bilder und fazinierende Erklärungen.. Da kommt echtes Fernweh auf.. :ja:
Wirklich eine wunderschöne Tour die Ihr da macht..

Ganz viele von Paul. Er fragt ob man da wo ihr seit auch im Meer schwimmen kann? :wink:
Er vermisst Fotos von Stränden :D

Gogolo am 17 Jul 2013 13:00:50

pipo hat geschrieben:
Ganz viele von Paul. Er fragt ob man da wo ihr seit auch im Meer schwimmen kann? :wink:
Er vermisst Fotos von Stränden :D


Extra hier ein Bild für Paul von einem der zahllosen Strände, an denen wir mit dem Gogolobil standen. In der Regel sind alle bisherigen Strände Sandstrände gewesen. Selbstverständlich kann man dort auch schwimmen (es sind viele Eingeborene im Wasser - die habe ich aber nicht fotografiert), das Wasser ist am Ufer sehr seicht und manchmal auch mit Algen. Wassertemperatur so um 17-18° (also für mich viiiieeel zu kalt). In seichten Buchten kann das Wasser auch schon mal 20° haben. Schönen an Paul zurück!





Was auch Spaß macht, bei dem permanenten Wind Lenkdrachen steigen zu lassen!

Wir sind an zahllosen Stränden gestanden, aber ich kann leider nicht alle Bilder einstellen.



Habe die Ehre - jetzt schon in Helsinki/Finnland

Gogolo

Gogolo am 17 Jul 2013 13:04:31

Übrigens: wenn ich "Eingeborene" schreibe, dann ist das nicht abwertend gemeint. Auch ich bin in Bayern ein "Eingeborener" (und darauf bin ich auch etwas stolz). Nicht dass jetzt wieder Kommentare kommen, ich schreibe diskriminierend...


Habe die Ehre

Gogolo

pipo am 18 Jul 2013 13:40:30

Gogolo hat geschrieben:das Wasser ist am Ufer sehr seicht und manchmal auch mit Algen. Wassertemperatur so um 17-18° (also für mich viiiieeel zu kalt). In seichten Buchten kann das Wasser auch schon mal 20° haben. Schönen an Paul zurück!

Wow tolle Strände.. Da wären wir jetzt auch gerne. Hier auf Fehmarn sind die Strände zZt. deutlich voller :evil:

Ihr seit schon in Helsinki?
Wir haben gestern gehört, dass es in Finnland schon schneien soll :eek:
Stimmt das?

Gast am 18 Jul 2013 17:58:55

Hallo Gogolo,
wieder eine traumhafte Fahrt, die ihr beiden da macht, gratuliere und weiterhin gute Reise.

Gogolo am 18 Jul 2013 18:45:03

pipo hat geschrieben:
Ihr seit schon in Helsinki?
Wir haben gestern gehört, dass es in Finnland schon schneien soll :eek:
Stimmt das?



Nein, stimmt nicht! Überhaupt nicht! Die Temperaturen betragen hier in Helsinki zwischen 20° und 24° und es war bis gestern recht sonnig und warm. Heute ist es bewölkt und um 18 Uhr hat es nur für eine Stunde (seit langer Zeit mal wieder) geregnet. Die Eingeborenen, aber auch wir, laufen mit T-Shirts durch die Straßen. Es ist Sommer hier! Wie es oberhalb des Polarkreises aussieht, dass ist mir nicht bekannt. Aber in 2-3 Wochen werde ich dort sein und dann über das nordfinnische Wetter berichten.


Habe die Ehre

Gogolo

nuvamic am 18 Jul 2013 18:50:29

Puuuuuh - gut zu hören, dass der Sommer auch bei euch noch durchhält. Ich find, wir haben ein bissel was gut vom frühen Wintereinbruch (und laaaaaaaaaaaaaaaangen Winter) 2012/2013. :)

stranieri am 18 Jul 2013 18:57:17

Hallo Gogolo,

mit welcher Fährlinie seit Ihr denn übergesetzt? Habt ihr sofort einen freien Platz bekommen oder mußtet Ihr warten?
Steht Ihr auf dem Campingplatz in Helsinki? wenn ja, würdet Ihr den für einen Kurzaufenthalt (2 Nächte) empfehlen?
Wir sind uns noch nicht ganz so sicher, wo wir stehen werden, aber für unsere Kinder wäre Camping schon besser...

Schöne Weiterreise und hebe uns auch noch was vom guten Wetter auf!

aus der Heimat

Gogolo am 18 Jul 2013 19:27:59

stranieri hat geschrieben:
mit welcher Fährlinie seit Ihr denn übergesetzt? Habt ihr sofort einen freien Platz bekommen oder mußtet Ihr warten?
Steht Ihr auf dem Campingplatz in Helsinki? wenn ja, würdet Ihr den für einen Kurzaufenthalt (2 Nächte) empfehlen?




Wir fuhren mit der „Finlandia“ von der Linie Eckerö für 175€. Eine Vorbuchung ist absolut notwendig, wenn man an einem bestimmten Tag fahren möchte (die Tallink war für den Tag schon ausgebucht). Hinfahren und auf die Fähre rauffahren ist jetzt in der Hochsaison nicht möglich.

Ja, wir stehen auf dem CP Rastila bei Helsinki (wir mussten mal wieder waschen und putzen). Als wir vorgestern um 21 Uhr (nach Ankunft der Fähre) dort hin kamen, war nichts mehr frei! Erst gestern vormittag (am nächsten Tag) wurden dann Plätze frei. Also auch hier empfiehlt sich eine Vorbuchung!!! Man muss aber dazu sagen, dass derzeit in Helsinki die Hölle los ist, da gerade „The Tall Ships Races 2013“ stattfinden und über 100 Großsegler im Hafen liegen und viele, viele Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Dazu dann Näheres in meinem nächsten Bericht.

Für einen Kurzaufenthalt oder zwei Nächte ist der Platz ideal. Insbesondere die Anbindung mit öffentlcihen Verkehrsmittel nach Helsiniki ist ideal.

Vorab ein Bild (von heute nachmittag):




Habe die Ehre

Gogolo

nuvamic am 18 Jul 2013 22:37:26

Wow - Schiffe gucken... klasse :)

stranieri am 19 Jul 2013 21:23:47

Danke für die schnelle Antwort!

Nachdem wir nicht so genau wissen, wann wir in Tallinn sind und dann übersetzen können, ist Vorbuchung so eine Sache...aber egal...irgendwie und irgendwann kommen wir schon an!


zeus am 19 Jul 2013 21:49:05

Auch von mir Danke für den tollen Bericht. Wunderbare Bilder bei ganz herrlichem Wetter. Das freut mich insbesondere für Euch.
Ich bleibe Euch auf der Spur, so einen herrlichen Bericht sollte sich keiner entgehen lassen.

Gogolo am 20 Jul 2013 10:25:18

Fünf der neun geplanten Reiseländer liegen hinter uns und wir sind gut in Finnlands Hauptstadt Helsinki angekommen – ab jetzt lassen wir es noch langsamer angehen, da die nächsten drei Reiseländer doch größer sind als die baltischen Staaten und es demzufolge auch mehr zu sehen gibt. Estland verabschiedet uns noch mit einem prächtigen Sonnenuntergang, gesehen von der Hafenmole des Campingplatzes:





Die Fähre („Finlandia“ der Linie Eckerö) fuhr von Tallinn um 17:15 Uhr ab und kam nach einer ruhigen Überfahrt in Helsinki um 19:45 Uhr an. Um diese Zeit ist es noch hell und wir hatten nur eine relativ kurze Anfahrt zum Campingplatz Rastila in Helsinki, der etwas außerhalb der Stadt liegt aber eine sehr gute Anbindung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln hat. Leider war aber der CP absolut überfüllt und wir wurden 30km außerhalb zum Espoo Camping Oittaa geschickt. Dort kamen wir dann gegen 21:30 Uhr an, schnell noch Abendessen und dann ab in die Heia.

Am nächsten Tag der zweite Versuch, auf dem CP in Helsinki einen Platz zu ergattern, was auch dann am Morgen geklappt hat. Wir hätten auch frei stehen können, aber es war mal wieder Wäsche waschen angesagt und dieser CP ist recht gut ausgestattet. Auch ein Putztag (zumindest die Fenster und dem Innenraum) tut dem Gogolobil gut.

Vom CP Rastila gibt es eine sehr gute und günstige Verbindung mit öffentlichen Verkehrsmittel rein ins Stadtzentrum, das rund 10km entfernt ist. Mit dem Fahrrad würde ich diese Strecke nicht fahren, denn über die Dörfer ist es sehr kompliziert und auf die Schnellstraße darf man nicht. In Helsinki gab es viel zu besichtigen, obwohl dies schon unser dritter Besuch hier ist. Hauptbahnhof aus dem Jahre 1919, Nationaltheater, Dom und der schöne Markt am Hafen.













Die berühmte Felsenkirche „schenkten“ wir uns, denn in jedem der zwei bisherigen Besuche waren wir sehr enttäuscht. Nicht von der Kirche, die ist absolut wunderschön und hat eine tolle Atmosphäre. Sondern von den Touristen, die sich in der Kirche wie „die Axt im Walde“ aufführen. Man meint, man ist auf einer Kirmes und nicht in einem Gotteshaus. Die Touris lärmen und unterhalten sich lautstark, manche legen sich sogar auf die Kirchenbänke – echt schlimm!!! Ich schäme mich für die anderen Touristen gegenüber den Eingeborenen.

Wir haben stattdessen auf dem Markt ganz kleine gebratene Fischlein gegessen (die isst man mit Kopf und Innereien im Ganzen, sozusagen "mit Haut und Haaren" – und mit Knoblauchsauce). Ich kenne so etwas nur von Italien und auch dort haben sie mir sehr gut geschmeckt. Natürlich habe ich mir auch wieder supergroße Kirschen gekauft.








Bei einem anschließenden Kaffee am Hafen hat uns in unserer Unterhaltung plötzlich Christine angesprochen, weil sie bayerische Wörter gehört hat. Christine ist ihres Zeichens Ausbildungsoffizier auf dem russischen Viermastsegler Kruzenshtern, stammt aus unserem Nachbarlandkreis und wohnt jetzt in Kaliningrad (wenn sie mal ein paar Monate an Land ist). Man stelle sich vor: eine bayerische Ausbildungsoffizierin auf einem russischen Marinesegler!!! Zur Zeit sind in Helsinki „The Tall Ships Races 2013“ und der ganze Hafen ist mit Ein-, Zwei-, Drei- und Viermastsegler voll belegt – insgesamt sind es über 100 Schiffe, die größte davon ist die 114,5m lange Kruzenshtern. Wir gingen mit Christine an Bord und erhielten eine sehr persönliche Führung und viele Einblicke in das russische Bordleben und die Hintergründe eines solchen Segelriesenschiffs. Das Treffen war eine tolle Fügung und so etwas hat uns wesentlich besser gefallen als jeder Museumsbesuch.


















Mit einem Einkauf im berühmten Kaufhaus Stockmann, dem größten Kaufhaus Skandinaviens, lassen wir den Helsinkibesuch ausklingen. Dort im Stockmann gab es in der Feinkostabteilung nicht nur den hervorragenden skandinavisch eingelegten Fisch, den ich zum Frühstück so liebe, sondern auch echte, gute „bayerische“ Brezen und frische Semmeln. Italienische Mortadella und schweizer Käse mussten natürlich auch in den Einkaufskorb. Natürlich essen wir auch einheimische Wurst (die ist etwas gewöhnungsbedürftig) und Käse, aber zu zwischendurch ist altgewohntes doch nicht zu verachten. Mit unseren Einkäufen und vielen Eindrücken fuhren wir zurück auf den CP. Dort fing es dann für eine Stunde zu regnen an, der erste kräftigere Regen seit längerer Zeit. Aber schnell scheint wieder die Sonne und es bleibt hell bis fast 23.30 Uhr. Eine Butterbreze tröstet uns über den kleinen Regen hinweg.


Wir tanken (rd. 1,50 € für den Liter Diesel) am nächsten Tag, lassen Helsinki hinter uns und fahren nur ca. 180km bis zum südlichen Rand der großen finnischen Seenplatte. Dort stehen wir in einem lichten Wald an einem See, ganz ruhig und abgeschieden. Es wachsen im Wald ringsherum leckere Heidelbeeren und Himbeeren, die Gogoline pflückt. Auch ein paar Mücken gibt es schon hier – aber noch nicht als Plage. Kein Wunder bei dem vielen Wasser. Wir bleiben hier zwei Nächte und fahren dann in Richtung russische Grenze (aber nicht drüber, denn wir haben kein Visum) um über die finnische Seite von Karelien nach Norden durch die Seenplatte zu kommen.


Viele in die Heimat



Habe die Ehre

Gogolo

kurt2 am 20 Jul 2013 11:43:52

Hallo Gogolo,
sehr schöner und mit wunderbaren Bildern unterlegter Bericht, den ich sehr gerne verfolge.
Dank für Deine Mühe.

Ein kleiner Tipp:
Du schreibst: "Wir haben stattdessen auf dem Markt ganz kleine gebratene Fischlein gegessen (die isst man mit Kopf und Innereien im Ganzen, sozusagen "mit Haut und Haaren" – und mit Knoblauchsauce). Ich kenne so etwas nur von Italien und auch dort haben sie mir sehr gut geschmeckt".

Es handelt sich hier vermutlich um Sardinen. Deshalb mach es so wie die Italiener: Nimm die Sardinen mit zwei Fingern am Kopf, führe sie in den Mund und beiße hinter den Kiemen leicht zu. Aber nur so weit, bis zur Mittelgräte. Dann kannst Du die Fische aus den Mund ziehen. Das Fleisch bleibt im Mund, der Kopf mitsamt der Gräte, in der Hand.

Buon appetito.

Gogolo am 20 Jul 2013 11:54:00

Auch der Kopf hat gut geschmeckt - und die Gräten hat man gar nicht gemerkt :D :D :D


Habe die Ehre

Gogolo

Gast am 20 Jul 2013 11:55:58

ich bin sehr beeindruckt, danke!

Lancelot am 20 Jul 2013 11:59:31

:gut:

Auch der Kopf und die Gräten wurden bezahlt .. also werden die auch mitgegessen :) . Kenn keinen Italiener, der seine (allerdings meist frittierten) Sardinen nicht "ganz" verspeist - schmeckt ja auch gut !

"Bayrisch" ist halt eine länderverbindende Sprache ... und hat einen hohen Erkennungswert :wink: . Toll, die Führung hätte ich auch gern mitgemacht.

kurt2 am 20 Jul 2013 12:06:57

Lancelot hat geschrieben:Kenn keinen Italiener, der seine (allerdings meist frittierten) Sardinen nicht "ganz" verspeist - schmeckt ja auch gut !


Hallo Wolfgang,
da kannst Du recht haben, bei den Frittierten ist es anders.

Kenne diese Prozedere von meinem Nachbarn, einem Italiener, der im Sommer 1x/Monat seine Heimat mittels mediterranem Abend aufleben läßt. Mit dabei sind nicht nur die gesamte Verwandtschaft, sondern (wie schön) auch die Nachbarschaft.
Irrer Aufwand jedes mal, aber suuuuuper.

Gogolo am 20 Jul 2013 12:17:33

Lancelot hat geschrieben:Toll, die Führung hätte ich auch gern mitgemacht.


Ja, da hätten wir wirklich was verpasst wenn wir da nicht mitgegangen wären. Es war echt beeindruckend - eine bayerische Frau als Ausbildungsoffizierin auf einem russischen Schiff. Die hat ihre Kadetten ganz schön "im Griff". Besonders gut war auch, dass wir an der endlos langen Schlange der Leute, die für eine Schiffsbesichtigung anstanden, einfach vorbeigehen konnten. Hätte ich anstehen müssen wäre ich nicht sicher gewesen, ob ich dann noch auf das Schiff hätte gehen wollen...


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 22 Jul 2013 18:33:04

kurt2 hat geschrieben:
Es handelt sich hier vermutlich um Sardinen.



Hallo Kurt - und alle anderen, ich habe mich schlau gemacht:

Also, bei den kleinen Fischchen handelte es sich nicht um Sardinen, sondern um kleine (Süßwasser-)Maränen, auf finnisch „Muikku“ aus den finnischen Seen. Diese werden nicht nur frittiert mit “Haut und Haaren“ gegessen, sondern im Gebiet von Joensuu auch in ein kleines Brotweckchen (zusammen mit etwas Fleisch) eingebacken. Diese Brotweckchen heißen in Finnland lustigerweise „MUIKKUKUKKO“ und werden warm gegessen. Wir haben auf dem Wochenmarkt von Joensuu heute eines davon gekauft und es schmeckte wirklich köstlich!


Habe die Ehre

Gogolo

kurt2 am 22 Jul 2013 19:40:26

Hallo Gogolo,

Danke für die Info, man lernt nie aus.

Weiterhin alles Gute bei Eurer wunderbaren Reise.

nuvamic am 22 Jul 2013 19:41:12

Hihi - ich liiiiiiiiebe finnisch - so lang ich es nicht sprechen muss :lol: :lol: :lol:

indianer-1 am 22 Jul 2013 19:51:59

Hallo
Diese Fische gibt es auch am Main, da heißen sie ;Meefischly (Mainfischlein) und sind der BURNER! :mrgreen: :mrgreen:
Wolfgang

Gogolo am 27 Jul 2013 18:36:04

Als ich über den letzten Standplatz geschrieben habe, dass wir ruhig und abgeschieden stehen, so muss ich das berichtigen: in der Nacht um 2 Uhr kamen mit zwei Pkws etliche Russen (6 Erwachsene, 2 Kinder) an, bauten ihre Zelte in 10m Entfernung von uns auf und fingen gleich an zu feiern – bis um ½ 5 Uhr. Auch ein kleiner Regenschauer zwischendurch hielt sie nicht davon ab. Sie waren nicht übermäßig lautstark, aber es störte unseren Schlaf doch ziemlich.


Über Lappeenranta begeben wir uns jetzt mitten in die karelische Seenplatte in der Nähe von Savonlinna. Hier ist Finnland so, wie man es sich so vorstellt: Wälder, Seen, Wälder, Seen, Wälder…. Der Weg von unserem letzten Platz ist auch wieder unter 200km. Die Tagesetappen halten wir bewusst so niedrig, damit auch noch viel Zeit zum ausspannen bleibt. Am Nachmittag einen Kaffee oder Capuccino oder Espresso gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Tages. Und wenn dann noch das Wetter mitspielt und die Aussicht auf einen schönen See da ist, dann ist der Tag perfekt.

Wir sind jetzt fünf Wochen unterwegs und es kommt uns so vor, dass die Reise schon viel länger dauert. Das kommt von den vielen ständig wechselnden Eindrücken, die wir bisher hatten. Ein schlauer Denker hat einmal gesagt: „Reisen dient zur Entschleunigung der Zeit“ – oder so ähnlich. Und das stimmt tatsächlich! Alle Hektik ist weg, die Uhren scheinen langsamer zu laufen und der Tag mehr Stunden, die Woche mehr Tage zu haben. Selbst der Puls geht runter. Nichts pressiert – fahren wir heute nicht weiter, dann machen wir es morgen oder übermorgen. Und das ist einfach herrlich.

Auf dem Weg nach Savonlinna machten wir einen kleinen Abstecher zum Saimaa-Kanal, eine schiffbare Verbindung von der finnischen Seenplatte zur Ostsee. Als wir am Kanal ankamen wurde gerade an einer Schleuse ein Schiff talwärts geschleust und nur mittels einer Zugbrücke konnte das Schiff dann die Straße queren. Interessant, das habe ich noch nie in natura gesehen. Auf der Fahrt hat es zwischendurch auch mal geregnet, aber bei einem Fahrtag macht das nichts aus. Auf dem CP in Savonlinna stehen wir ganz nahe am Wasser, die Sonne scheint auf den See und dieser glitzert prächtig. Savonlinna hat einen Wochenmarkt und dort erstehen wir auch eine finnische Spezialität „MUIKKUKUKKU“ – das sind kleine Muränenfischchen, die mit Fleisch und Speck in ein kleines Roggenbrötchen eingebacken sind. Warm gegessen schmeckt das richtig gut.





Auf der Weiterfahrt geht es über kleine Nebenstraßen nach Joensuu. Immer zwischen Birkenwäldern und neben dunkelblauen Seen. Leider ist der Himmel bewölkt und manchmal muss der Scheibenwischer die tröpfelnde Sonne wegwischen. ‚Am Rande unseres Weges liegt der Ort Kerimäki mit der „Kerimäen Kirkko“, der größten Holzkirche der Welt. Sie fasst bei einer Länge von 45m, einer Breite von 42m über 5000 Personen! In der Kirche sind viele „Wooden Paupers“ aufgestellt, das sind alte Holzfiguren, welche Almosenempfänger darstellen und einen Geldschlitz im Körper haben um Spenden zu sammeln. An einem Verkaufswagen am Parkplatz von Kerimäki standen viele Leute mit Eimern an und wir schauten, was es dort zu kaufen gibt. Es waren schöne gelbe, frischgepflückte Moltebeeren oder Multebeeren – das Kilo für 20€. Natürlich kauften wir auch ein Kilo davon. Wenn ich mir aber vorstelle, dass manche Leute vier! Eimer zu je 10 Liter dabei hatten, dann sind das nach Adam Riese 800€! Was machen denn die Leute mit soviel Moltebeeren? Marmelade? Für 800€? Ich jedenfalls habe mit Vanille und Zimt sowie Zucker ein schönes, wohlschmeckendes und vitaminreiches Kompott für uns daraus gemacht und das dann am übernächsten Tag als Zugabe zu einem Kaiserschmarrn serviert.

Zur Moltebeere, die viele nicht kennen: Das Hauptverbreitungsgebiet der Moltebeere liegt in der Zone zwischen 78° und 54° nördlicher Breite. Der Ertrag der Moltebeere ist sehr gering, daher ist sie die teuerste der wild gesammelten Beeren. Sie ist reich an Vitaminen und Spurenelementen, allerdings roh gegessen hat die Moltebeere einen bitter-säuerlichen Geschmack. Darum wird sie auch nur weiterverarbeitet und gezuckert gegessen – dann aber ist sie richtig gut.












In Joensuu stehen wir auf einem Stellplatz direkt an der Marina am recht großen See namens Pyhäselka. Zu einem ewig langen Floß verbunden liegen dort unzählig viele Baumstämme im Wasser und warten auf den Weitertransport zu einem Sägewerk. Eine kostenlose Ent- und Versorgung in unmittelbarer Nähe kommt uns gerade recht damit wir in den nächsten Tagen wieder irgendwo frei stehen können. Ansonsten ist über Joensuu nicht viel zu berichten.

Auf der Weiterfahrt besichtigten wir in Ilomantsi die dortige orthodoxe Kirche des Hl. Elias, die größte orthodoxe Holzkirche Finnlands. Der russische Einfluss der nicht weit entfernten Grenze ist doch zu spüren.







Übers Hinterland durch viel Wald und an Seen vorbei kamen wir nach Lieksa am Pielinen-See. Von dort geht eine Fähre über den See nach Koli. Die Fahrt dauerte 1:40 Stunden bei bestem Wetter und ruhigem See. Auf dem Schiff gab es auch „Karjalan piirakka“, das sind karelische Piroggen, Brotteig mit Reis gefüllt und sehen aus wie kleine Mokassins. Am Abend machte ich meinen berühmten Kaiserschmarrn – diesesmal aber mit Moltebeerenkompott. Gogoline und mir hat es ausgezeichnet geschmeckt.






Wir sind zum Ukko-Koli gefahren, das ist für finnische Verhältnisse ein relativ hoher Berg (347m) inmitten der finnisch-karelischen Seenplatte. Von dort aus hat man einen recht netten Überblick über die Seen und die vielen bewaldeten Inseln darin, obwohl der Himmel bedeckt ist. Die Tagesetappe war aber noch nicht beendet und wir fuhren weiter bis in die Nähe von Suomussalmi an den See Kiantajärvi, wo wir einen sehr schönen Platz am Seeufer haben. Das Wetter hat sich wieder gebessert, es ist sonnig, die Landschaft wird karger, die Wälder lichter und man merkt, dass wir uns Lappland nähern.








Der nächste Tag kündigt sich mit einem Traumwetter an, die Sonne scheint von einem wolkenlosen intensivblauen Himmel. Eigentlich ein viel zu schöner Tag um ein Kriegsmonument des finnisch-russischen Winterkriegs 1930/40 zu besichtigen. Raatteen Portti heißt die Gedenkstätte. Das Monument besteht aus einem Steinfeld mit einem Zentraldenkmal. Die Zahl der auf einer Fläche von rund drei Hektar verteilten großen Steinblöcke entspricht der Zahl der auf beiden Seiten gefallenen Soldaten. Wenn man zwischen diesem Riesenhaufen von verteilten Steinen steht und sich dann vorstellt, jeder Stein ist ein toter, sinnlos gestorbener Soldat, der nur aufgrund eines politischen Befehls in den Tod geschickt wurde, dann könnte ich ... !

Am Zentraldenkmal sind auf geschwungenen Holzbalken 105 Kupferglocken angebracht – für jeden Kriegstag eine. Beim Wind spielen die Glocken ihr Lied vom Irrsinn des Krieges. Es war für uns alles sehr ergreifend. Eigentlich sollte jeder unserer kriegslüsternen Politiker und Waffenproduzenten einmal hierher fahren und den Geist dieses Ortes zu spüren.








Auf der Fernstraße Nr. 5 ging es dann weiter bis urplötzlich – in keinem Reiseführer angekündigt – auf der rechten Straßenseite das „Stille Volk“ auftauchte. Das nahezu tausendköpfige Völkchen in den bunten und farbenfrohen Kleidern mit den Heufrisuren schaut richtig nett aus. Und der Kaffee sowie die auf offenen Holzfeuer gebratenen Himbeerpfannenkuchen aus dem kleinen Kiosk schmeckten vorzüglich.








Auf der Weiterfahrt nach Kuusamo sahen wir dann die ersten Rentiere neben und auf der Straße. Man muss jetzt höllisch aufpassen, denn die unberechenbaren Viecher laufen einem schnell mal vors Gogolobil. Unzählige seen sind rechts und links von unserem Weg. Ein See ist schöner als der andere – kein Wunder bei dem herrlichen Wetter sieht alles toll aus. Zwei Seen davon - stellvertretend für alle anderen:








Die Campingplätze in Kuusamo haben uns überhaupt nicht gefallen und so sind wir wieder 15km zurück gefahren, denn auf dem Hinweg haben wir einen sehr schönen Platz entdeckt. Wir sollten nicht enttäuscht werden : wir stehen direkt und ganz alleine am See Lijärven, geniessen die Sonne und die Aussicht. Zum Abendessen gab es gebeizten Lachs mit finnischen Spinatpflanzerl und Senf-Dill-Sauce. Nach einem tollen Sonnenuntergang um 23:30 Uhr ging der Vollmond auf und spiegelte sich am noch hellen Himmel im See. Herz, was willst du mehr?







Man muss sich schon wirklich dumm anstellen, wenn man in Finnland keinen wunderbaren Übernachtungsplatz an einem See findet. Es gibt tausende davon – manchmal aber nicht ganz leicht zu finden.


Am nächsten Morgen frühstücken wir direkt am See – und schon kommen ein paar Rentiere vorbei (darunter ein junges, ganz weißes Rentier) und leisten uns Gesellschaft. Die Rentiere mögen aber keinen Frühstückstee und Brötchen sondern knabbern an den Zweigen und im Gras.

Die nochmalige Durchfahrt durch Kuusamo nutzen wir für einen Einkauf im Supermarkt. Die Preise hier sind schon deutlich höher als in Deutschland. Jetzt verstehe ich auch die Finnen, die sich auf der Fähre palettenweise mit Bier eingedeckt haben, denn eine(!!!) 0,5l Dose Bier kostet rund 2,50 – 3,00 €. Gottseidank sind wir nicht die großen Biertrinker. Aber auch die ganz normalen täglichen Lebensmittel haben ein wesentlich höheres Preisniveau. Der Liter Diesel kostet hier im Norden schon rund 1,55€. Die Fahrt geht weiter – immer auf der Straße Nr. 5 – bis nach Kemijärvi. Kurz vorher überqueren wir noch den Polarkreis (auf finnisch: Napapiiri) auf der karelischen Seite Finnlands. Dort ist bei weitem nicht so viel Trubel wie in Rovanniemi. Wir kaufen uns am dortigen Kiosk einen Kaffee und essen ein Kleinigkeit.







Den Campingplatz von Kemijärvi kennen wir schon von unserer letzten Finnlandreise und wissen über die riesigen Parzellen und die freundliche Pächterin. Unser Stellplatz ist wirklich riesengroß und wir haben einen schönen Blick auf den Kemijärvi. Da der Wetterbericht auch für die nächsten 7 Tage schönes Wetter vorhersagt, bleiben wir hier mindestens drei Nächte um etwas auszuspannen und mit den Pedelecs die Gegend zu erkunden. Heute abend saßen wir in der Grillhütte des Campingplatzes und grillten auf langen Spießen Makkara-Würste, genau so wie es die Eingeborenen machen.





Wundersamerweise funktioniert jetzt auch wieder der Sat-Empfang. Offensichtlich ist doch nichts defekt. Vielleicht war ich in Tallinn auch nur zu ungeschickt. Dabei wollte ich jetzt bloß ausprobieren, ob das LNB tatsächlich defekt ist. Da wir nun schon über dem Polarkreis – und noch dazu in Finnlands Osten sind, dachte ich, dass die Ausleuchtung des Astra-Sat niemals so weit geht. Falsch gedacht! Zum einen funktioniert die Sat-Anlage, zum anderen gibt es Empfang hier oben. Offensichtlich ist mit einer 85cm-Schüssel ein viel besserer Empfang als mit einer kleinen Anlage. Die Formel1 morgen ist gerettet…

Bleibt bitte dran, die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Wir haben noch nicht einmal die Hälfte unserer geplanten Reisezeit hinter uns!


Viele in die Heimat


Habe die Ehre

Gogolo

mk9 am 27 Jul 2013 19:46:17

Hallo Ihr Beiden,

habe bis heute gewartet um den wunderschönen Reisebericht zu lesen. Der bisherige Bericht, und das, was noch kommt, müßte in einem Bildband erscheinen. Ich würde mich mal mit einem Verlag in Verbindung setzen. Soviel schöne Bilder und natürlich auch den Bericht dazu wurde schon über 10.000 x angeklickt.

Wir im Forum sind ja schon die Auserwählten :D Einen schönen Titel für einen Bildband zu finden dürfte nicht schwer sein.

Ich werde wohl nie eine solche Tour machen können. Um so mehr genieße ich aber Eure Tour in den hohen Norden.
Freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung.

Es wünscht Euch noch eine schöne Erlebnisreise und vom linken Niederrhein

Manfred

Gogolo am 27 Jul 2013 21:05:43

:arrow: mk9 - Manfred

vielen Dank für deinen freundlichen Kommentar. Nein, einen Bildband werde ich ganz sicher nicht machen, denn das ist doch mit Arbeit und Zeit verbunden! Und Zeit haben wir am wenigsten, denn wir möchten reisen, reisen, reisen und möglichst viel ansehen und erleben. Dafür "opfern" wir rund 300 Tage unserer Lebenszeit im Jahr.

Aber auch ich verfolge gerne deine tollen Reiseberichte aus Frankreich, ein Land, das ich (leider) nur von der Durchreise her kenne. Deine Berichte und die nette Art zu schreiben wecken bei uns Lust auf dieses Land. Wenn bei uns die "Reisekreise" im fortschreitenden Alter enger und enger werden, dann ist sicher auch Frankreich an der Reihe von uns eingehend bereist zu werden.


Habe die Ehre

Gogolo

abba am 27 Jul 2013 23:35:29

Da ich die letzten Tage selbst unterwegs war, habe ich erst heute Abend die Fortsetzung entdeckt und natürlich verschlungen. Toll Eure Begegnung mit der bayerisch-russischen Schulschiffausbilderin in Helsinki und dann auch noch eine private Führung durch das Schiff, auf Deinen Bildern Gebäude zu entdecken, die ich ebenfalls fotografiert habe. Die herrlichen Landschaftsaufnahmen. Beeindruckend.

Danke, dass Du uns auf diese tolle Reise mitnimmst.

Liebe an Sieglinde!

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