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#Thomas, freut mich, genau das ist ja der Sinn der Sache! Ich freue mich immer wie ein Schneekönig, wenn ich in der Vorfreude und Vorbereitung auf eine Reise einen nett lesbaren Blog über unser Reiseland finde und "klaue" mir eifrig Reisetipps. Mein schönster Wanderspaziergang bisher war definitiv Veddö bei Fjällbacka. So tolle Ausblicke! Heute war aber auch schön: Hinsetzen und Chillen Heute wachen wir erstaunlich früh auf und genießen den Luxus der warmen Dusche ohne Zeitlimit und 5-Kronen-Stücke nachwerfen. So ist der Start in den Tag doch gleich viel schöner! Annette amüsiert sich königlich darüber, dass ich zum Aufbruch dränge, da laut Fahrplan um 10 Uhr die Fähre über den Stora Le fahren soll und wir 30 Minuten warten müssten, wenn wir sie verpassen. Hallo? Entschleunigt? Ich triumphiere, als wir um 5 vor 10 am Anleger ankommen und werde gleich dafür belohnt: Mit salomonischer Weisheit kommt die Fähre pünktlich genau zwischen den Abfahrzeiten um 10.15 Uhr an... Kann uns aber auch sowas von egal sein, denn das Wetter eentwickelt sich prächtig und wir genießen die 10-minütige Überfahrt über den See. Auf der anderen Seeseite fahren wir dann tatsächlich entschleunigt entlang durch eine wunderbar ländliche Seenlandschaft. Herrliche Ausblicke links und rechts! Unser Plan für heute war es, entweder zum Campingplatz in Bengtsfors oder weiter nördlich in Richtung des Glaskogen Naturreservats zu fahren. Durch die schöne Landschaft, das sonnige Wetter und die geniale Lage des Campingplatzes zwischen 2 Seen ist die Entscheidung schnell für Bengtsfors gefallen, da auch der Platz selber einen deutlich schöneren Eindruck macht als der in Nössemark. Wir können uns unseren Stellplatz selber aussuchen, da noch mehr als genug Plätze frei sind und sind uns schnell einig, dass wir einen Platz in der Nähe des Sees wollen. Und wie es der Zufall will ist gerade in einer Reihe offensichtlich ein Platz frei geworden, da dort zwar ein Reservierungsschild hängt, dieses aber nur bis gestern gültig war. Unsere Einparkkünste sind mal wieder eine ganz große Show: Vorwärts? Och nö, lieber rückwärts! Aber dann ist die Tür auf der falschen Seite! Dann doch wieder vorwärts... Eigentlich müssten wir für unseren Auftritt als Pausenclowns Eintritt nehmen! Danach geht aber alles ganz flott: Tisch aufbauen? Check! Stühle auseinanderfalten? Check! Kekse und Kaffee fertig? Check! Und den Rest des Tages wird dann einfach nur noch die Sonne genossen, entspannt und der Reiseplan für die kommenden Tage gesponnen. Aber darüber morgen mehr! Das einzig ärgerlich ist wie bisher an den meisten Abenden, dass, sobald die Sonne hinter Bäumen oder Wolken verschwindet, der eisige Wind und die Temperaturen uns alsbald ins MoMo treiben. Aber auch dort können wir unser Entspannungsprogramm problemlos fortführen. Und mehr geht schließlich nicht! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Hallo Michael und Annette, mal wieder ein toller inspirierender Reisebericht von Euch, wofür wir uns herzlichst bedanken. Wir sind im Juni vier Wochen durch Fjordnorwegen gereist und hatten ähnliches Wetter wie ihr jetzt in Schweden. Musste schmunzeln, dass ihr erwogen habt, die Heizung anzustellen während wir hier in D vor Hitze und Schwüle dahinschmelzen. Deswegen und weil es uns so gut gefallen hat werden wir wohl den nächsten kompletten Hochsommer in Skandinavien verbringen und dann sicher den einen oder anderen Reisetag von Euch kopieren. Habe soeben den Blog von heute gelesen und fand es sehr beruhigend, dass wir offensichtlich nicht die Einzigen sind die beim Rangieren auf einem Camping- oder Stellplatz eine bühnenreife Show abliefern... liebe und weiterhin einen schönen Urlaub: Hanne Da sind wir uns doch wohl einig ... das iss doch wohl ne Frechheit, war Ihr uns da antut ... !!!!!! O.k., hier isses vielleicht ein wenig heißer, aber auch schwüüüler, und die Landschaft iss lang nicht so .... hmmm, wie soll ich das ausdrücken .... ja ... entschleunigend ..... Starker Bericht, starke Bilder ... bleibt bitte noch ein wenig dort oben im Paradies ...... PS: Genesungswünsche noch an den doch so geplagten Fuß von Madame ...... Muss'e nich so jagen, dat Mädel .... :lol: Sehr schöner Blog! Vielen Dank dafür. Tolle Bilder und das Wetter macht doch einen überwiegend guten Eindruck :D Auf genau dem Stellplatz auf dem Platz in Bengtsfors haben wir 1996 mal gestanden. Ich freue mich schon auf die nächsten Einträge! Auch von mir Danke für den tollen Bericht. Wir wollen am WE in diese Richtung starten, wie ist denn das Wetter, vor allem die Temperaturen!? Die Wetterberichte sind sich nicht einig und nachdem wir letztes Jahr den Urlaub in Schweden verkürzt hatten wegn 11° C im August und Heizung an ... Danke und Alf Danke an alle für die freundlichen Kommentare. Es macht gleich noch mal mehr Spaß zu schreiben, wenn man ein Feedback kriegt. :-) Alf, das Wetter ist im Prinzip super. Ich denke, das kommt auch bei den Bildern rüber. Wir hatten heute, nach 3 Wochen unseren ersten richtig verregneten Tag (der aber auch super war, aber dazu später mehr im Blog). Ich glaube, da war man in Deutschland schlechter dran. Das große Aber: Ich habe meine dicke Fleecejacke zu Hause gelassen und habe sie an den meisten (späten) Abenden sehr vermisst. Denn obwohl es noch hell und freundlich ist, sind 18-20 Grad mit böigem Wind dann schnell mal zu ungemütlich. Da hatte ich die skandinavischen Sommer doch etwas wärmer in Erinnerung. Kurzfazit: Regen kein Problem, Temperatur ausbaufähig. Liebe , Michael
Das habe ich mir aus dem WoMo-Führer auch schon vorgemerkt, ich muss nur langsam schauen, was ich von den Tipps alles "schaffe", denn ich will in meinen nicht ganz drei Wochen auch noch den Vildmarksvägen befahren, also muss ich noch ein bisschen nördlicher kommen, als Ihr es offensichtlich vorhabt. Aber Weglassen kann man immer noch was. Wir werden auch vor Ort entscheiden. Also bitte weiter mit den Tipps, wird alles aufgesogen :wink: Thomas, schön, wenn du dir Anregungen holen kannst. So soll es sein! :-) Unser ursprünglicher Plan war auch eine Rundreise durch Südschweden mit der groben Idee 1 Woche Westen, 1 Woche Norden, 1 Woche Osten, 1 Woche Süden. Nach 3 Wochen kratzen wir gerade mal am Norden... Und, das muss dazu gesagt werden, sind überhaupt nicht traurig darüber, dass unser Plan so "in die Hose" gegangen ist. Denn wir möchten keinen Tag der Reise missen! Wenn der Vildmarksvägen dir wirklich wichtig ist, wäre mein Tipp, ihn als erstes anzufahren und dich dann nach Süden vorzuarbeiten. Denn sonst hast du immer dieses Ziel im Nacken und kriegst langsam Panik, dass du es nicht erreichst oder kannst die schönen Dinge auf dem Weg vielleicht nicht ganz so gut genießen. Liebe , Michael Lohnende Umwege Pünktlich um 8 Uhr setzt der vorhergesagte Ganztagsregen ein. Logische Konsequenz: Wir drehen uns noch einmal im kuscheligen Alkoven um und verpennen den Anfang des Tages. Das ganze folgt natürlich einem ausgetüftelten Masterplan. Denn unser Frühstück besteht heute nur aus Kaffee und ein bisschen Müsli, damit wir Mittags überhaupt schon wieder Hunger für ein Mittagessen haben. Denn im Dalsland-Prospekt habe ich das Steneby Grytan gefunden, wo es Älgburgare, zu deutsch: Elchburger, geben soll. Könnte man doch mal ausprobieren! Wir fahren also mittags bei absolutem Pisswetter (und damit in 3 Wochen auch dem allerersten!) los und folgen dem "Sonderziel" was ich im Navi gefunden habe. Kurz vor dem Ziel werden wir über eine Brücke gelotst und kriegen noch eine Liveschleusung der Dalslandia mit, komplett mit Bilderbuch-Schleusenwärter im Gelbmann. Und das ganze in der ersten Reihe im gemütlich warmen MoMo während die bedauernswerten Touristen an Bord doch alle etwas verfroren aussehen. Was mir nur komisch vorkommt: Als ich gestern das Restaurant gegoogelt habe, war eigentlich kein See oder Kanal in unmittelbarer Nähe. Und so stehen wir auch bei der Durchsage "Sie haben ihr Ziel erreicht" in der absoluten Pampa. Ups! Also noch mal geguckt und festgestellt, dass wir aus unerklärlichen Gründen im 11km entfernten Dals Langed angekommen sind. Aber für das Schleusenspektakel hat sich das doch mal richtig gelohnt! Im zweiten Anlauf werden wir dann richtig gelotst und kommen im Dalsland Aktiviteter an, wo man bei Lust und besserem Wetter auch Klettern oder Reiten könnte. Das Restaurant erinnert uns in seiner Aufmachung kollossal an Amerika: riesiges Gebäude, ein großer Saal und halt alles eine Nummer zu groß. Aber halt irgendwie auch ausgesprochen cool. Da passt es auch, dass es eine Art Doppelburger gibt, den man kostenlos bekommt, wenn man den Teller innerhalb einer Stunde geleert hat. Wir entscheiden uns trotzdem für die normale Variante und können uns nicht beklagen. Satt wird man auch so! Wie ein Elchburger schmeckt? Schon lecker, aber auch etwas trocken, so ein Elch. Dabei steht der doch die meiste Zeit im See rum... In der angeschlossenen Geschenkboutique werfen wir das erste Mal einen Blick auf das, was uns die Andenkenindustrie als Souvenir andrehen will, schütteln den Kopf und fahren weiter. Denn jetzt müssen wichtige Einkäufe getätigt werden: Systembolaget, wir kommen! Und nach einer Ehrenrunde durch Bengtsfors, weil bei diesem Wetter natürlich Shoppen immer geht und das anscheinend auch alle tun, sind wir dann nur mittelzufrieden, weil der Laden zwei von unserem Lieblingssorten leider nicht führt. Und wer ist denn auf die Irrsinnsidee gekommen, in einem Extrageschäft für Alkohol, wo man sich immer fühlt, als würde man einen ?shop betreten ("Die wissen jetzt alle, was ich da mache!"), **alkoholfreies** Bier zu verkaufen? Unser nächstes Ziel führt uns jetzt nach Norden, denn in einem Reiseführer haben wir den Hinweis auf einen deutschen Bäcker gefunden, der "in the middle of nowhere" seine Bäckerei hat. Und da es nur ein kleiner Abstecher auf der Route zum Tagesziel ist, machen wir den kleinen Schlenker. Und erfreulicherweise hat der Regen mittlerweise aufgehört und es herrscht eine tolle verwunschene Lichtstimmung. Die Bäckerei in Gustavsfors kann man unmöglich übersehen. Wir kaufen also Brot und Zimtstangen und halten noch einen kleinen Schwatz mit dem sehr sympathischen Bäcker Sven, der alles in seiner Bäckerei alleine macht. Und da er vor allem vom Geschäft im Sommer lebt, hat er dann durchgängig eine 7-Tage-Woche. Dafür aber im Winter frei. Auch ein Geschäftsmodell...! Frohgemut peilen wir nun endgültig unser Tagesziel an: Den Campingplatz in Grinsby. Alles, was wir bisher darüber herausfinden konnten, liest sich so, als wäre das was für uns. Auf dem Weg dorthin klart es sogar etwas auf und bei einer Überfahrt über den Dalsland-Kanal (den wir heute nun schon mehrfach überquert haben), bieten sich wunderschöne, sonnige Aussichten, so dass wir spontan für einen Fotostop aussteigen. Was man überhaupt nicht mitkriegt, wenn man gemütlich mit schöner Musik im MoMo durch die Landschaft cruist, ist die faszinierende Stille, wenn man auf freier Strecke einfach mal aussteigt. Auch Vogelgezwitscher hört man so gut wie gar nicht. Toll! Wir genießen die Fahrt über die stellenweise komplett rote Straße, was mich an unsere tolle Fahrt durch den Ostteil des Zion-Nationalparks in den USA erinnert. Die Straße windet sich mal elegant kurvend, dann wieder für ein Stück schnurgerade, so dass es nicht langweilig wird. Und als uns schließlich ein Straßenschild ankündigt, dass wir Värmland erreicht haben, wissen wir, dass es nicht mehr weit sein kann. Der Campingplatz liegt direkt am Stora Bör, einem mittelgroßen See, auf dem es sich natürlich auch gut paddeln lässt. Und es gibt neue, wirklich schöne und saubere Sanitärräume. Und Stellplätze, die nicht festgelegt sind, sondern die man sich einfach selbst aussucht. Was natürlich toll ist, aber auch ungeahnte Schwierigkeiten mit sich bringt. Denn wenn "alles" erlaubt ist, was ist dann ein blöder Platz? Was ist schon zu nah am Nachbarn, was ist okay? Wir finden schließlich einen Platz auf dem zentralen Hügel des Platzes und nachdem ich mich bei unserem freundlichen schwedischen Nachbarn versichert habe, dass wir nicht stören, ist auch Annette überzeugt. Und da der Hügel unterhalb unseres Stellplatzes dann schon abfällt, würde sich nur ein Vollidiot dort hinstellen. Was bedeutet: Panoramablick über Platz und See! Und wenn ein Platz schon bei schwächelndem Wetter so schön aussieht, können wir uns auf die kommenden Tage wirklich freuen. Denn es soll wieder sonniger und wärmer werden! Das ganze mit heute besonders sehenswerten Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Angekommen Heute gibt es in der Tat nicht viel zu berichten. Wir haben das Gefühl, angekommen zu sein. Die Lage des Platzes am See ist wirklich ideal, wir sitzen auf unserer "Aussichtsterrasse" und frühstücken zunächst im Sommeroutfit, wegen des böigen Windes später aber dann auch gerne mit Jacke, wenn die Sonne hinter den Wolken verschwindet. Was aber nichts daran ändert, dass wir gar keine große Lust auf Veränderung verspüren und einfach nur genießen wollen, dass wir an so einem schönen Ort sind. Außerdem kann man so mal ein bisschen die bisherigen Erlebnisse sacken lassen. Und während ich mich ein bisschen in Instagram einfinde (ja, ich weiß, dass das spät ist), gehe ich noch einmal die Bilder der letzten Wochen durch und sofort kommen Erinnerungen an all die anderen tollen Orte hoch. Ein echter Urlaub zum Genießen! Und das mit dem Genießen nehmen wir dann einfach mal richtig ernst. Das eigentlich geplante Kanufahren wird auf die kommenden Tage verschoben, weil wir einfach mal nur hier sein wollen. Das höchste der Gefühle ist da schon ein kleiner Spaziergang mit dem Hund und selbst den unterbrechen wir nach ein paar Metern, weil Annette in einem riesigen Blaubeerfeld die Zutaten für den heutigen Nachtisch organisiert. Und zu dem unverschämt faulen Rumsitzen passt dann das abendliche Grillen wie Pott auf Deckel. Würstchen und Datteln im Speckmantel. Couscoussalat.Bierchen. Und weil ich heute so viel Zeit habe mal ein Bild von gerade eben direkt im Forum: Mehr davon auch auf: --> Link und unserem Womo-Blog: --> Link Hallo Michael, tolle Bilder, leider muss ich arbeiten... Wünsche Euch weiterhin viel Spaß u. Erholung in Schweden. Michael Während wir hier weiterhin chillen, sind wir immer noch unschlüssig, wie wir den Weg zurück nach Trelleborg gestalten. Hat irgendjemand Lieblingsorte, die er uns noch empfehlen kann? Vielleicht noch was Tolles an der Südküste? Bis jetzt steht eigentlich nur der Tiveden als Zwischenziel fest. Und bitte keine Kirchen oder Städte. Liebe , Michael Hallo Michael! Wie wäre es mit dem Dalslandkanal in Haverud? Kanal, Straße und Schiene direkt übereinander, dazu noch ein paar Schleusen... Dann der Kullaberg, ein Naturschutzgebiet auf der Halbinsel nördlich von Helsingborg und vielleicht noch das Wikingermuseum Foteviken südlich von Malmö am letzten Zipfel Schwedens. Wenn es mehr durchs Landesinnere gehen soll: da ist jede Menge Gegend mit vielen kleinen Seen, die zum Baden und Übernachten einladen. Oder noch rüber an die Ostküste durch das Glasreich mit vielen Glasbläsereien (kann teuer werden!) nach Kalmar und über die Brücke nach Öland, die Insel der Windmühlen (hatten wir letztes Jahr ein Kuh-Erlebnis) :-) Dann entlang der Küste runter bis Trelleborg. Eine ganz andere Landschaft als die Schärenküste. Längs Åhus, dort kommt Absolut Vodka her (leider kein Werksverkauf wegen Systembolaget :-) ) und auf den Spuren von Wallander in Ystad. Tschuldigung, sind jetzt doch ein paar Dörfer dabei... :D Noch weiterhin einen tollen Urlaub! Hallo Thorolf, Das ist ja eine wahre Fundgrube! :top: Wir sind vor allem am Überlegen, ob wir noch den Schlenker an die Ostküste machen, oder, wie du vorschlägst, noch ein paar schöne Plätze an Seen aufsuchen, ein bisschen Strand an der Südküste und gut is. Gibt es denn besonders schöne Stellen an der Südküste? Liebe , Michael Hallo Michael ich kann zwar noch nicht aus eigener Erfahrung berichen, habe mir aber aus diesem Bericht --> Link die Highlights 8-11 Richtung Ostküste vorgemerkt. Also an der Südküste verläuft die Hauptstraße an vielen Stellen entlang direkt an der Küste. Aber hier und dort gibt es kleine Dörfer mit Campingplätzen. Östlich von Ystad führt die Hauptstraße von der Küste nach Norden ins Landesinnere. Da wir es am Meer etwas ruhiger, die Dörfer und Straßen kleiner. Schön ist auch Kaseberga, ein kleines Dorf hinter einer Steilküste. Vorne am Meer ein kleiner Hafen und auf dem Hügel eine Schiffsetzung. Also ein Haufen alter Hinkelsteine in Form eines Schiffs als Kultstätte. Gibt's übrigens auch auf Öland. Ihr werdet auf alle Fälle an der Südküste viele schöne Sandstrände finden. Danke Thorolf, das hört sich doch nach ein paar Strandtagen vor der Fähre an. :-) Und heute mal ein ausgesprochen langweiliger Blogeintrag: Ambitioniertes Nichtstun Der heutige Tag ist mit akuter Faulenzeritis so ziemlich exakt beschrieben und weggebloggt.. Lediglich abends mache ich mich in der Hoffnung auf einen weiteren spektakulären Sonnenuntergang auf den Weg runter an den See. Aber: Da war nichts. Keine leuchtenden Farben am Himmel und auch die Ideen, die mir bei einer Hunderunde mit Annette und Mia in den Kopf gekommen waren, stellten sich in der konkreten Situation als nicht so ganz einfach machbar dar. Mit ein paar Bildern bin ich dann so mittelzufrieden und weil der Tag sonst kein Fotos hergab, heute also mal ein paar Bilder am Ende. Und eins davon hier: Heiß und kalt Heute wird die Nichtstuerei mit Seeblick wenigstens durch etwas Aktivität unterbrochen. Den ursprünglichen Plan, heute mit einem Kanu über den Stora Bör zu paddeln, geben wir auf. Obwohl ich noch zuversichtlich bin, als ich sehe, dass es auch Kajaks zu mieten gibt, die wir ja vom Paddeln auf der Krutinna schon kennen. Aber die Lady an der Rezeption guckt mich erstaunt an und fragt, ob ich das bei dem Wind wirklich wolle. Sie fügt noch geschäftstüchtig hinzu: Naja, in Ufernähe könne man das sicher machen. Nach kurzem Kriegsrat verzichten wir dankend. Und sind im weiteren Tagesverlauf sehr froh darüber! Am späten Mittag machen wir uns in die Blåbären auf. Wir pflücken aus dem unerschöpflichen Vorrat ("aber nur die Großen!") soviel, dass es für einen Blåbär-Schoko-Kuchen reicht. Und für die Dickmilch auch noch, die wir mal wieder anstelle der Vollmilch gekauft haben... Annette schmeisst den Omnia an und als Kuchen und Schokoguss abgekühlt sind, genießen wir ein luxuriöses Kaffetrinken mit Kuchen, Seeblick, Pulli und Decke. Ja, heute müssen wir uns tatsächlich etwas wärmer anziehen, denn das sonnige, nahezu wolkenlose Wetter von gestern ist entgegen der Vorhersage des Handys vorbei. Es ist zwar weit von unfreundlich entfernt, aber 17° mit Wind ist ungemütlich. 17° mit Sonne dagegen ausgesprochen schön. So wechseln wir also den Tag über immer brav zwischen T-Shirt und Pulli und Jacke mit T-Shirt und Jacke mit Pulli hin und her. Die schwedische Lady aus dem Womo nebenan ist da wesentlich entspannter. Sie legt sich mit dem Bikini auf die Decke... Nachmittags müssen wir uns für eine wahre Herausforderung regelrecht motivieren, da das Rungammeln so verlockend ist. Wir wagen uns tatsächlich auf den unfassbare 3km langen Grinsby-Weg. Während wir am Anfang noch verächtlich über die avisierte Stunde für lächerliche 3km geschmunzelt haben, wird uns nach dem ersten Stück klar, dass es wohl stimmt. Denn der Weg ist wirklich sehr abenteuerlich zugewachsen. Und im ersten Teil auch wenig attraktiv, weil man eigentlich nur auf den Boden guckt, um nicht zu stolpern. Aber irgendwie auch egal, denn ein Blick rundum lässt einen auch nur auf kopfhohe junge Bäume blicken. Immerhin gibt es am See schöne Ausblicke und wir entdecken sogar Vögel auf dem Wasser, die rufen können wie ein Hund, dem man auf den Schwanz getreten ist. Beeindruckend! Auf dem Rückweg kommen wir wieder an den kleinen Herzhäuschen vorbei, die über den ganzen Campingplatz verteilt sind und wohl für das kleine Geschäft zwischendurch gedacht sind. Eines davon ist irgendwie leicht unpassend mit Bildern der Kronprinzessin Victoria samt Mann dekoriert. Wir grübeln sehr darüber nach, was DAS wohl zu bedeuten hat...? Ansonsten stehen die Zeichen dann aber auf Abschied, da es morgen dann doch mal weiter gehen soll. Der Wetterbericht sagt nichts gutes für das Wochenende voraus, so dass wir sicherlich auch nicht all zu traurig sein werden, den Platz morgen zu verlassen. Was wir aber jetzt schon wissen: Bei einer erneuten Tour in die Gegend werden wir wieder hier Station machen! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Über Stock und Stein Im Gegensatz zu den gestrigen Morgenden hat sich Petrus was Neues einfallen lassen. Der Himmel ist gleichmäßig grau und rings um uns ist es trist. Ob das der Grund ist, dass im Laufe des Morgens fast alle unsere Womo-Nachbarn ebenfalls abfahren? Uns zumindest wird der Abschied von unserer Campingplatz-Entdeckung des Jahres dadurch sehr erleichtert. Nachdem das MoMo wieder von allen Abwässern befreit ist und wir (mit dem falschen Schlauch) neues Trinkwasser nachgefüllt haben, geht es endlich wieder auf Tour. Unsere mittlerweile routinierten Handgriffe sitzen zwar nach wie vor, aber es fühlt sich nach so einer langen Standzeit trotzdem komisch an, wieder Asphalt unter den Reifen zu haben. Und weil die schwedischen Verkehr?perten das auch so sehen, führt uns (entgegen des Rats unseres Navis) ein Schild Richtung Glaskogen auf eine unbefestige Holperstrecke. Das Navi protestiert zwar auf den nächsten 10km immer wieder und möchte uns liebend gerne wieder auf die gut ausgebaute Asphaltstraße führen, aber wir bleiben hart. Warum ist eigentlich noch niemand auf die Idee gekommen, dem Navi eine künstliche Intelligenz zu verpassen, dass nach der dritten missachteten Anweisung sich der Tonfall langsam aber sicher ins ungemütliche bewegt? Wäre im echten Leben doch auch so! Tatsächlich kommen wir auf der offiziellen Route, wenngleich auch mit dem einen oder anderen Schlagloch schneller ans Ziel als vorgesehen. Wir erreichen Lenungshammar, den zentralen "Ort" des Naturreservats und sind überrascht, dass sich an dieser Stelle dann doch so einige Autos knubbeln. Da am Infopunkt zunächst kein Parkplatz frei zu sein scheint, wenden wir und fahren brav zum 100m weiteren Extraparkplatz. Wir finden dort auch einen Platz fürs MoMo, aber als wir das Hinweisschild lesen, dass dort in der letzten Zeit vermehrt Aufbrüche passiert seien, sind wir mit dem Platz auf einmal doch nicht mehr so einverstanden. Dann doch lieber da, wo die Leute sind! Und tatsächlich finde ich einen Platz direkt vor der Park-Info. Da wird wohl nix passieren. In der Info erkundige ich mich nach eher kurzen 2-3-Stunden-Wanderungen, da für den frühen Naachmittag ergiebiger Regen angekündigt ist. Das freundliche Mädchen an der Info zeigt mir Möglichkeiten auf einer DIN-A5-großen Karte, die ich auch gerne für 30 Kronen kaufen könne. "Ist ja kein Geld" denke ich und zahle willig, bis mir dann im MoMo aufgeht, dass ich gerade ein (nicht mal besonders hilfreiches) Blatt Papier für 3€ gekauft habe. Meine schnelle Kopfumrechnung hatte 30ct ergeben... Wir suchen uns auf der Karte den mittellangen Weg aus, der mit einem Teil am See entlang und einem Aussichtspunkt auf dem Rückweg sehr viel versprechend aussieht. Frohgemut machen wir uns mit der neuen Karte als einziger Referenz auf den Weg - Comviq zeigt mal wieder "Kein Netz" an. Dumm nur, dass der Weg auf dem ersten Teil so ungefähr gar nicht markiert ist. Da gehen wir dann eher nach Intuition und folgen der Forststraße, die von der Hauptstraße abgeht. Und die Strecke hält von dem, was sie auf der Karte verspricht, leider gar nichts. Der Forstweg ist todlangweilig, aber wenigstens macht man ordentlich Strecke - er ist ja breit und zu sehen gibt es gar nichts, weil der Blick auf den See entweder völlig oder größtenteils von Bäumen verdeckt wird. Und gegen Ende des Forstweges tauchen dann doch orange markierte Holzstecken auf, die wir mal als Wegweiser interpretieren. Womit wir auch Recht haben. Denn es geht endlich in die Natur neben der Straße. Aber entweder sind wir verwöhnt von dem, was wir bisher erlebt haben oder übersättigt: Der Funke will einfach nicht überspringen. Bäume, Bäume, Bäume um uns herum. Neben uns Blåbären, Blåbären, Blåbären. Und auf dem Weg Wurzeln. Oder Steine. Oder Wurzeln. Oder moorige Stellen, die mit Planken überquert werden. Oder Steine. Bergauf. Bergab. Bergauf. Dann wieder Blåbären, Flechten, Blåbären, Flechten. Steine. Wurzeln. Und bei alldem: Keine Aussicht. Und da man nicht stolpern oder ausrutschen will, gilt: Blick nach unten. Was ist da? Richtig: Wurzeln. Oder Steine. Das war sicherlich nicht die tollste Wanderung, die wir in diesem Urlaub gemacht haben. Und wir haben sogar noch Glück gehabt: Der angekündigte Regen setzt erst ein, als Annette im MoMo die Blåbären-Dickmilch angerührt hat. Also gucken wir uns den Tröpfelregen von drinnen an... Schade, vom Glaskogen hatten wir uns dann doch deutlich mehr versprochen. Anschließend machen wir uns (verglichen mit den letzten Wochen) auf eine richtig lange Etappe: Es soll jetzt doch schon mehr in Richtung Süden gehen. Aber volle Pulle dann doch nicht, weil wir noch den Tiveden-Nationalpark besuchen wollen, der mit seiner Lage zwischen den großen Seen Vänern und Vättern eine gute Zwischenstation abgibt. Der angekündigte Regen hat eingesetzt und so fahren wir durch schier unendliche Waldstrecken, die aber bei dem Wetter eher trist wirken. Bitte jetzt nicht auch noch ein Elch, der auf die Straße läuft! Man rechnet in dieser einsamen Wildnis unwillkürlich damit, dass es demnächst doch passiert. Aber wir kommen elchfrei an unserem Ziel an: Einem freien Stellplatz aus dem Schulz-Womo-Führer. Und obwohl auf den ganzen letzten Kilometern kein Auto unterwegs zu sein schien: Am kleinen Stellplatz für 2 Wohnmobile stehen schon 3 - natürlich alles Deutsche. Unverzagt fahren wir weiter, denn auf der Strecke (wieder mal unbefestigt) gibt es so viele kurz aufeinander folgende Ausweichstellen, dass wir nur mit geringfügig schlechten Gewissen eine davon zum MoMo-Stellplatz umfunktionieren. Und da in den folgenden Stunden kein einziges Auto an uns vorbeikommt, scheint das auch die richtige Entscheidung gewesen zu sein... Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Höhepunkt im Regen Als wir aufwachen und einen ersten Blick nach draußen werfen sieht der See im Morgennebel total verwunschen aus. Ein toller Anblick! Wir wollen heute den Morgen ausgiebig zum Wandern nutzen, denn ab Mittags soll der Regen wieder stärker werden. Geplant ist die Wanderung zur Trollkyrka, die schon vom Namen her vielversprechend klingt. Das Navi habe ich schon zum Wanderparkplatz programmiert, überrede Annette aber, noch ein paar Meter weiter auf der Straße in Richtung Vitsand zu fahren, weil da ein toller Strand am See sein soll. Der Strand ist tatsächlich prima, aber bei diesem Wetter und um diese Uhrzeit natürlich so gut wie ausgestorben. Lediglich ein Pärchen scheint in seinem VW-Bus direkt auf dem Parkplatz im Nationalpark geschlafen zu haben. Offiziell verboten, scheint aber keinen gestört zu haben. Und wir stellen zu unserer großen Verwunderung fest, dass wir die Wanderung aus dem Rother-Wanderführer eigentlich auch von hier starten können. Nur, dass wir die "kleine" Wanderung zum Stenkälla zuerst machen und dann überlegen können, ob wir noch den Schlenker zur Trollkyrka zusätzlich machen. Also parken wir das MoMo und gehen zunächst noch entlang des Ufers in Richtung Stenkälla, einer Grotte unter einem 10m hohen Felsblock. Und auch wenn es wieder über Stock und Stein geht, ist die Empfindung heute eine gänzlich andere. Ob das an den hinter jeder Wendung neuen Aussichten auf riesige, flechtenbewachsene Granitblöcke liegt? Es gibt heute einfach so viel zu sehen, dass die Kameras nicht still stehen und das sorgfältige Wählen des nächsten Schrittes auf glitschigen Wurzeln und Felsen in den Hintergrund rückt. Wir sind begeistert von den sumpfigen Passagen, wo das Wasser in Zeitlupe fließt und sich die Bäume und der Himmel so toll spiegeln. Als wir zur Stenkälla kommen, begegnen wir auch zunehmend mehr Wanderern. Und wir haben das Gefühl, dass die neisten von ihnen Deutsche sind. Für Schweden wäre es (gerade am Sonntag) wahrscheinlich einfach noch zu früh... Die Größe der Steinklopse die dort rumliegen und diese Grotte bilden, lässt sich mit Worten und auch Bildern nur schwer beschreiben. Sicher ist nur, dass es sehenswert ist. Nicht unbedingt im Sinne von "Muss man unbedingt gesehen haben" aber definitiv im Sinne von "Oh wie schön!". Vor allem, wenn direkt davor winzig kleine Pilze an einem morschen Baumstamm wieder mal zeigen, wie schön die Natur sein kann. Wenige Metter weiter geht es steile Holztreppen hinauf zum Aussichtpunkt Stenkälleknack, den man ja nun wirklich alleine schon wegen des Namens besteigen muss! Was Aussicht angeht, kann er leider nicht so sehr punkten, weil man auch von hier "oben" eher auf die umliegenden Baumwipfeln als in die Weite des Landes schaut. Aber die großen flachen Granitflächen bieten sich trotzdem für ein kleines Päuschen an. In den Blåbären wird es Zeit, den Blåbär-Rechen auszuprobieren, den Annette gestern im Supermarkt entdeckt hat. Und tatsächlich funktioniert das Ding so ziemlich klasse und nach wenigen Minuten habe ich schon so viel geerntet wie sonst nach einer halben Stunde! Wenn etwas aber wirklich sensationell ist, dann ja wohl, dass Mia auf den Geschmack gekommen ist. Bei unserer ersten Blåbär-Ernte habe ich ihr aus Spaß ein paar gefüttert. Mittlerweile erledigt sie das routiniert alleine... Auch auf dem weiteren Weg wird es uns nicht langweilig. 50 shades of green lassen Moose, Farne und Gräser immer wieder spannend aussehen. Das einzig schwierige ist es, das ganze in Fotos zu bannen, da das grün auf dem Display dann doch irgendwie immer anders aussieht. Wir haben aber unser Bestes gegeben! Auf der abwechslungsreichen Wanderung kommen wir schließlich an den Stora Trehörningen, wo wir am Ufer eine wohlverdiente Essenspause machen. Der Ausblick auf den See ist auch von unten einfach schön. Leider kündigt sich die für den Nachmittag angekündigte Wetterverschlechterung mit ersten Regentropfen an, so dass wir in die Regenjacken schlüpfen und uns auf den Rückweg machen. Wir sind dann froh, als wir wieder am MoMo eintreffen, denn auf den letzten Metern hat sich der ab und zu einsetzende Tröpfelregen doch in ein ziemlich dauerhaftes Plästern verwandelt. Also erst mal Kleiderwechsel im MoMo, Kaffee aufsetzen und dann mit dem Rest vom Blåbär-Schoko-Kuchen von vorgestern aufwärmen. Habe ich schon mal erwähnt, wie sehr wir das Womo-Leben genießen? Erst recht, als wir neben uns einen Passat aus Deutschland halten sehen und sich allen Ernstes zwei Unentwegte in perfekter Regenausstattung auf ihre Wanderung machen. Da klappt uns echt die Kinnlade runter! Als Etappenziel für heute, mit dem Vorsatz, weiter in den Süden zu kommen, haben wir uns den moorigen Store-Mosse-Nationalpark ausgeguckt. Was mich auf der Strecke überrascht, ist, dass so wenige Straßen autobahnähnlich ausgebaut sind und man trotzdem gut und entspannt mit Geschwindigkeiten zwischen 70-90km/h reisen kann. Als wir hinter Jönköpping Autobahn fahren, kommen mir die 100km/h vor wie Autorennen! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Von Moor zu Meer Die Wetteraussichten haben sich leider nicht verbessert, so dass für heute und auch die kommenden Tage bis zur Abfahrt jeden Tag mit Regen zu rechnen sein wird. Wir beschließen daher, die 4-Stunden-Wanderung im Store Mosse-Park zu canceln und stattdessen das Besucherzentrum mit Aussichtsturm zu besuchen und anschließend eine Wanderung zu einem Moorsee zu machen. Beides ist auch bei Regen ohne Probleme und mit Regenjacke gut machbar. Was uns heute und auch später im Verlauf des Tages immer wieder auffällt: Es sind extrem viele deutsche Womos unterwegs. Auf unserem nächtlichen Stellplatz waren 4 von 4 Womos aus Deutschland. Und an der Infowand, wo es netterweise an Kästchen mit Nationalparksbroschüren gab, war das Fach für Englisch und Schwedisch gut gefüllt - lediglich Deutsch war leergeräubert. Die Aussicht vom Fågeltorn (dem Vogelturm) über das Moor und den großen See Kävsjön ist dann zwar beeindruckend weitläufig, aber mit dem grauen Himmel auch irgendwie trist. Wir brechen daher schnell wieder auf zum nächsten Wanderparkplatz für die Mini-Wanderung zum Moorsee Svartgölen. Bei weitem nicht so spektakulär wie gestern noch im Tiveden, aber ein sehr nett angelegter Spazierweg, auf dem man sich im Vergleich zu gestern fühlt wie auf einer luxuriösen Autobahn. Auch der Weg zum See ist auf den letzten Metern vorbildlich mit einem breiten Steg durch die Sumpflandschaft erschlossen. Annette bemerkt treffend: "Wie Yellowstone, nur dass nichts dampft und stinkt." Der eigentlich Star dieser Landschaft ist aber nicht die große Weite und eigentlich auch nicht der See, sondern vielmehr die Moorvegetation am Wegesrand. Da gibt es wieder viel zu bestaunen und wegzufotografieren, was wir als botanische Vollnieten nicht benennen, aber um so mehr bestaunen können. Und irgendwie ist dies auch bei dem tristen Nieselregen, der mittlerweile eingesetzt hat, auf seine eigene Art spektakulär. Uns gefällt's! Auf dem Rückweg werden wieder Blåbären gepflückt und im MoMo von Annette zu einer köstlichen Dickmilch verarbeitet. Unser Plan war es ja eigentlich, auf dem Weg nach Süden noch einmal Station an einem schönen See zu machen und dort einen Tag lang zu paddeln. Mit diesen Wetteraussichten nicht wirklich verlockend. Wir beschließen aber trotzdem, einen kleinen Schlenker zum Åsnen-See zu machen, der auf der Landkarte so toll aussieht. Außerdem habe ich im Womo-Forum mehrfach vom schönen Campingplatz Getnö Gård gelesen, den wir ja zumindest mal auschecken können. Auf dem Weg kommen wir wieder gut auf den mehr oder weniger einsamen Straßen voran. Lediglich kurz vor dem Åsnen strapaziert ein deutscher Womo-Kollege arg meine Geduld, weil er auf der Tempo-90-Strecke an jeder Kreuzung fast bis zum Stillstand abbremst, um dann doch mit 60 weiterzufahren. Argh! Als er das Spielchen zum dritten Mal macht und vorher schon links geblinkt hat, nur um dann doch geradeaus zu fahren, wird mir das Spiel dann doch zu dumm. Gut, dass ich ihn an dieser Stelle problemlos überholen kann! Der Weg zum Campingplatz ist dann tatsächlich sehr schön. Links und rechts auf der schmalen Landzunge Blicke auf den See, angelnde Familien an einer Brücke, aber auch Fisselregen. Wir parken vor der Rezeption und beschließen, uns den Platz erst mal zu Fuß anzugucken, bevor wir uns zu einer Übernachtung entschließen. Was hier besonders auffällt: Der Platz ist fest in deutscher Hand. Anhand der Kennzeichen würde ich mal auf gepflegte 80% aus Germany schätzen. Und bei besserem Wetter wären wir wahrscheinlich geblieben, aber so ist uns ein netter Blick auf den See nicht Grund genug. Vor allem, wenn die Alternative das Meer ist, was wir jetzt schon wieder länger nicht gesehen haben! Als wir zum MoMo zurückgehen, kommt uns unser Langsamfahrer von vorher entgegen gefahren. Auch schon da...! Und neben unserem MoMo befindet sich mittlerweile eine kleine Armada von deutschen Wohnmobilen, die gerade angekommen sind. Weiter geht's, aber nicht ohne vorher noch im netten Cafe in Ålshult Station zu machen. Bei Waffel, Muffin und Kaffee gucken wir uns um und finden die Einrichtung Puppenstuben-Rumpelkammer-urig. Passend dazu dann auch endlich unser erster Loppis nebenan. Für alle Nicht-Schwedenkenner: Loppis-Schilder findet man in Schweden an allen Ecken und Enden. Ich dachte zunächst noch, dass es sich um kleine Tante-Emma-Lädchen handele. Aber weit gefehlt! Es ist eine Art Mini-Flohmarkt. Oder das, was in Amerika ein Garage-Sale wäre. Oder einfach nur eine Rumpelkammer mit Zeugs. Muss man mal gesehen haben. Muss man aber nichts von kaufen. Wir füllen noch ein letztes Mal Vorräte in Olofström auf, bevor es nach Nogersund ans Meer geht. Den Tipp für diesen Stellplatz haben wir aus der pm-App und wir können den zufriedenen Bewertern nur zustimmen: Toller Platz zwischen Hafen und Meer auf einer Wiese mit genügend Platz, Strom und vorbildlich sauberen Sanitärräumen. Gefällt uns sehr! Fürs Abendessen haben wir zwar noch Vorräte im MoMo-Regal, aber mir ist heute weniger nach Kochen als nach Essen gehen. Denn für meinen Geschmack haben wir in diesem Urlaub noch zu wenig leckeren Fisch gegessen. Und so werden die Fahrräder abgeschnallt und wir machen uns auf in den Nachbarort Hällevik. Es soll dort ein Restaurant namens Dagmars geben, was zumindest mal nicht ganz schlecht sein soll. Das Fahrradfahren macht nach dem Fahrtag richtig Spaß und als wir im Ort ankommen, spielt sogar eine Band auf einer Bühne! Das Restaurant ist schon gut gefüllt und wir haben fast den Eindruck, dass wir einen der letzten verfügbaren Tische kriegen. Wieder mal Gück gehabt! Das noch größere Glück ist dann aber das Essen selber: So einen leckeren Muscheltopf habe ich in meinem Leben noch nicht gegessen. Fette Empfehlung, wenn man Muscheln mag! Wenn man, so wie Annette, das nicht so mag ist aber auch die Räucherfischplatte ein Kracher. Wir sind beide hellauf begeistert und beschließen spontan uns morgen bei der angeschlossenen Rökeriet mit Vorräten einzudecken. Den Abend verbringen wir dann noch auf den Steinen an der Hafenmole und beglückwünschen uns zu der Entscheidung, zum Meer zurückgekehrt zu sein. Die nächsten Tage werden auf jeden Fall eines: Läcker! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Runde Steine Unsere Planung für die letzten Tage in Schweden ist sehr simpel: Den im Wetterbericht angekündigten (mehr oder weniger) Dauerregen hinnehmen und das beste draus machen. Das hatten wir erwartet. Es sah dann heute morgen so aus: Und nur, weil ich zu faul war, Stühle und Tisch draußen aufzubauen, haben wir im MoMo gefrühstückt. Ansonsten ein traumhafter Morgen! Wer hat denn diesen bekloppten Wetterbericht verfasst? Naja, vielleicht derjenige, der ein bisschen landeinwärts lebt. Denn auf unserer Weiterfahrt in den Stenshuvud-Nationalpark bei Kivik baut sich eine richtig schwarze Wolkenwand auf und es plästert wie aus Kübeln. Während Annette noch mit unserem Schicksal hadert und am liebsten wieder nach Nogersund zurückfahren würde, bin ich ganz zuversichtlich: Am Meer wird es wieder schön. Und tatsächlich: Über uns zeigen sich blaue Stellen am Wolkenhimmel und als wir aussteigen, ist von Regen nichts mehr zu sehen. Ausgestiegen sind wir übrigens am Cafe Annorlunda kurz vor dem Park. Wer mit einem Kak-Buffè wirbt, muss belohnt werden! Und Annette ist von dem Gebäck-Buffet begeistert - mir ist da das Räkmacka (zu deutsch: Krabbenbrötchen) lieber. So gestärkt begeben wir uns in den Nationalpark, der bis jetzt der "überlaufenste" von allen ist. Was aber lediglich bedeutet, dass man immer wieder jemandem begegnet. Und dass sich an den Aussichtsstellen auch garantiert mehrere Leute aufhalten. Von Rüdesheimer Verhältnissen aber immer noch meilenweit entfernt. Was uns in diesem Park, neben den schönen Aussichten am besten gefällt sind die verknoteten Wurzeln, die sich um die Baumstämme ranken und die kleinen, irgendwie niedlichen mit Moos bewachsenen Steine. Und als wir zum Schluss noch durch ein Stückchen Heide mit Meerblick gehen sind wir uns einig: Das ist ein richtig toller Nationalpark! Da bei der Durchfahrt das Örtchen Kivik einen sympathischen Eindruck gemacht hat, fahren wir noch einmal zurück. Und was ein Glück: Denn zum einen ist der Ort wirklich wieder mal richtig pittoresk, zum anderen gibt es eine Räucherei mit einer Auswahl, die man erst mal gesehen haben muss! Wir stellen uns ein leckeres Abendessen für später zusammen und müssen nur aufpassen, dass wir nicht auf die Theke sabbern. Eigentlich war unser Plan, eine sehr empfohlene Pizzeria in der Nähe zu besuchen, da sich die Beschreibung schon sehr ungewöhnlich und gut anhörte. Ich gebe also die Adresse ins Navi ein und als wir ankommen, glauben wir, dass sich jemand einen Scherz erlaubt hat. Die Straße ist JWD und der Weg in den wir abbiegen sollen, gleicht eher einem Feldweg. Sicherheitshalber fahre ich nicht hinein und versuche die nächste Abzweigung. An dieser steht auch tatsächlich ein Hinweisschild. Auch dies ist aber ein unbefestiger Weg, der aber zumindest etwas vertrauenerweckender aussieht. Wir parken das MoMo mehr schlecht als recht in einer Feldwegkurve und wollen den restlichen Weg lieber zu Fuß erkunden. Und tatsächlich finden wir das Restaurant, das eher einer wildromantischen Gartenlaube gleicht. Vor dem Eingang steht ein Stuhl mit einem handgeschriebenen Zettel "Tis ons stängt". Die Übersetzung sagt mir "Dienstags geschlossen". Ach so. Schade, denn es sah wirklich urig aus. Wer das statt uns mal checken möchte: Tangdala Lonnkrog. In der Gewissheit, leckere Alternativen im Kühlschrank zu haben, sind wir nicht ganz so traurig und fahren weiter zu unserem Tagesziel: Ales Stenar (danke für den Tipp, Thorolf!). Die Fahrt dorthin genießen wir zur goldenen Stunde bei strahlendem Sonnenschein (habe ich schon erwähnt, dass es den ganzen Tag dann nur noch höchstens ein paar Tröpfchen geregnet hat?). Wir sind beide begeistert von dieser Landschaft, die man so gar nicht mit seinem Schweden-Klischee verbindet. In dem Städtchen Kåseberga gibt es einen riesigen Rasenplatz, der schon gut mit Wohnmobilen gefüllt ist. Nachdem wir einen Platz gewählt haben, kassiert ein geschäftstüchtiger älterer Schwede die 100 Kronen für den Stellplatz - dafür gebe es auch Toalett und Dusch im gelben Haus. Das gelbe Haus ist wohl so was wie ein Vereinsheim, denn für die Dusche steht einem dann alleine eine komplette Mannschaftsumkleide mit einer Dusche zur Verfügung.... Nach unserem Festessen mit geräuchertem Lax und Makrill geht es noch einmal los. Der an Stonehenge erinnernde Steinkreis von Ales Stenar liegt in Abendspaziergangentfernung. Ein toller Anblick und natürlich ein dankbares Fotomotiv. Freundlicherweise hat sich auch ein fast voller Mond am Himmel platziert. Mehr kann man nicht verlangen! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Ein glücklicher Fund Heute hat der Wetterbericht dann wirklich nicht gelogen. Düster und regnerisch geht unser letzter voller Tag in Schweden los. Aber da wir auf unserer "Muss noch gesehen werden"-Liste nichts mehr abzuhaken haben, können wir ganz entspannt damit umgehen. Wir sind schon in Reichweite von Trelleborg, so dass weites Fahren nicht mehr nötig ist. Auf der Strecke zur Fähre liegt Ystad, was für uns als Wallander-Banausen zwar keinen besonderen Reiz ausübt, aber als Stadt durchaus nett sein soll. Also machen wir uns auf einen Schietwetter-Stadtbummel gefasst. Tatsächlich kommt aber auch heute wieder alles anders als erwartet. Aber, wie eigentlich immer in diesem Urlaub: besser! Denn Ystad entpuppt sich als ausgesprochen entspanntes Städtchen, in dem es sich prima bummeln lässt. So lassen wir uns ein bisschen treiben und entdecken grummelnd, dass es Annettes schicke Klamotten aus Fjällbacka hier ebenfalls gibt. Allerdings mit 30-50% Rabatt... Da sind wir fast schon erleichtert, dass es zwar die gleichen Sachen gibt, aber nicht mehr in Annettes Größe. Da ist der Ärger nicht mehr ganz so groß... Wir haben uns vorgenommen, ein letztes mal ein Dagens Rätt zu essen und klappern verschiedene Restaurants ab, die uns aber entweder nicht gefallen, eher Kuchen anbieten oder selbst beim (eigentlich immer bezahlbaren) Mittagstisch schon fürstliche Preise aufrufen. Und wo geht man hin, wenn's überall zu teuer ist? Natürlich zum Chinesen! In unserem Falle zwar ein Thai-Restaurant, aber mit dem, was man bei einem asiatischen Mittagsbuffet halt so erwarten darf. Und vor allem: Richtig läcker! Bei leichtem Fisselregen spazieren wir durch die Ystader (oder Ystädter? oder Ystadter? oder Ystadsche?) Fuzo und gucken links und rechts. Auf einmal hört man Live-Musik! Um 14 Uhr? An einem Mittwoch? Der Sound, der ein bisschen an New Orleans erinnert, kommt aus einem schönen, alten Hinterhof, der uns natürlich magisch anzieht. Und während ich schnurstracks hineinspaziere, wird Annette von einer älteren Dame am Schlafittchen gezogen und auf den fälligen Eintrittt hingewiesen. Denn wir sind durch absoluten Zufall bei der Auftaktveranstaltung des diesjährigen Ystad-Jazzfestivals gelandet. Und wie mir das Internet später verrät, hören wir die Rad Trads und der Hof gehört zu Per Helsas Gård. Da uns in diesem Falle das Hören reicht, kehren wir um und erkunden die Geschäfte in dem großen alten Gebäude. Verrückterweise kann man von einem Geschäft das Konzert quasi von hinten erleben! Wir schlendern noch ein bisschen durch die Gassen und bewundern die schöne Bepflanzung und die netten Häuser rund um das Kloster. Dann wird es aber Zeit, die arme Mia, die wir im MoMo zurückgelassen haben, zu erlösen. Es geht weiter auf der Straße 9, die uns immer mit Meerblick Richtung Trelleborg lotst. Wir haben vorab diverse Stellplätze ausgekundschaftet und haben uns vorgenommen, denjenigen zu nehmen, der uns am besten gefällt. Und rein theoretisch sind alle gut, die wir sehen. Das Meer immer in Spuckweite. Aber dann gefällt uns an dem einen nicht, dass er ungeschützt an einer Kreuzung liegt, der nächste ist kostenpflichtig, bietet aber nicht mal Strom und Entsorgung. Und so landen wir schließlich kurz vor Trällerborg auf einem menschenverlassenen großen Platz hinter einer Düne direkt am Meer. Total ruhig, windgeschützt und wir sind hier mutterseelensolo. Und da es mal wieder etwas regnet, genießen wir das muckelige MoMo, trinken Kaffee und warten ab. Und man muss wie immer nur ein bisschen warten und schon scheint wieder die Sonne. Und so brechen wir zu einem Spaziergang auf und genießen den (schmalen) Strand, den wir ganz für uns allein haben. Ein gutes Stückchen von unserem Platz entfernt entdeckt Annette plötzlich eine Stelle oberhalb der Dünen, die wie für einen Stellplatz gemacht ist. Und der dort liegende Steinkreis mit Kohleresten beweist, dass andere das offensichtlich auch schon fanden und dort gegrillt haben. Denn der Platz befindet sich am Ende einer Stichstraße, die von der Hauptstraße abgeht. Und es gibt keine "Förbjuden" oder "Privat"-Schilder. Sollen wir...? Ein bisschen mulmig ist uns ja schon, aber da der alte Platz völlig überfüllt ist (es ist *ein* (natürlich deutsches) Womo hinzugekommen...), brechen wir auf. Was soll schon schief gehen? Als wir zu unserem Fundplatz abbiegen, kommt uns prompt die Polizei entgegen. Na, das kann ja heiter werden! Aber der Polizei ist unser Abbiegen völlig schnurzegal und so stehen wir wenige Augenblicke später auf einem 360°-Panorama-Luxusstellplatz. Genial! Im Laufe des Abends kommen noch ein paar Spaziergänger, Hunderundengänger und Jogger an uns vorbei und werfen natürlich interessierte, aber nicht unfreundliche Blicke. Schon bald sind wir aber wirklich alleine und genießen noch dazu einen wunderbaren Sonnenuntergang. Besser hätten wir unseren letzten Abend in Schweden gar nicht planen können! Bei Einbruch der Dunkelheit dann noch mal eine Überraschung: Neben uns steht auf einmal noch ein Womo! Ein junges Pärchen, dass von der Fähre kommend seinen Schwedenurlaub gerade erst beginnt, hat uns von der Straße gesehen und ist spontan abgebogen. Meine Sorge, dass ich morgen früh eventuell nicht wegkomme, wenn wir zur Fähre müssen, erweist sich als unbegründet. Es sei denn, es kommt noch Womo Nr.3! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Finale Wie es eine Rückreise (und Heimkehr) so mit sich bringt, bleibt auf einmal nur noch wenig Zeit zum Bloggen - sicheres Zeichen dafür, dass der Urlaub zu Ende ist. Danke an alle, die schon besorgt nachgefragt haben, ob etwas passiert sei! So here's what happened, mit leichter Verspätung: Kleine Überraschung am Morgen: es ist tatsächlich noch Fahrzeug Nummer 3 dazugekommen! Es ist allerdings nur ein PKW, wo hinter einem eher notdürftigen Sichtschutz anscheinend der Fahrer auf dem Sitz genächtigt hat. Da tut mir alleine schon beim Anblick der Rücken weh! Da er aber sozialkompatibel geparkt hat, ist die Abfahrt kein Problem. Auch wenn mein Puls ein bisschen höher geht, als mich unser Womo-Nachbar fragt, ob unsere Fähre nicht um 8 Uhr losgefahren ist und man gleichzeitig am Horizont tatsächlich eine auslaufende Fähre sieht! Aber nach kurzem Check der Unterlagen bin ich beruhigt: Alles gut, wir fahren erst um 9.30 Uhr. Wehmütig und glücklich zugleich fahren wir unsere letzten paar Kilometer zum Fährterminal und verschwinden schon bald darauf im Bauch von Nils Holgersson, dem Zwillingsbruder von Peter Pan, unserem Schiff auf der Hinfahrt. An Bord kennen wir uns daher auch perfekt aus und steuern erst mal unsere Kabine an, um uns häuslich einzurichten. Erwähnte ich schon, dass wir ab sofort Kabinen-Fans sind? Nach dem Abladen unserer Sachen gehen wir aber wieder an Deck und genießen bei Sonnenschein den letzten Blick auf den Trelleborger Hafen. Und bis auf den kleinen Janosch, der begeistert in die Pfützen an Deck springt und Annette und mich mit einer Fontäne beglückt, läuft alles nach Plan. Denn der für die Überfahrt angekündigte Regen und Sturm lässt sich nirgendwo blicken, so dass wir uns auf dem Sonnendeck niederlassen und wieder kreuzfahren. Erst 2 Stunden nach der Abfahrt wird es bedeckter, weshalb wir uns erst mal in die Gemächer zurückziehen. Und dort dann auch bis auf Mittagessen und Duty-Free-Shoppen mehr oder weniger gepflegt unsere Zeit verbringen, denn das Wetter lädt nun tatsächlich nicht zu einem Deckspaziergang ein. Interessante Notiz am Rande: Die Überfahrt dauert stattliche 9 Stunden und könnte durchaus flotter sein. Wie ich aber in einem Gespräch mit einem offensichtlich langjährigen Schwedenfahrer mithöre, ging das früher durchaus schneller. Aufgrund der hohen Spritkosten fahren die Schiffe mittlerweile aber einfach nur noch mit reduzierter Kraft. Vielleicht dauert die Fahrt in 5 Jahren dann schon 12 Stunden? Wieder in Deutschland angekommen, müssen wir erst mal dringend tanken, denn in Trelleborg war unsere Tankanzeige auf Reserve gesprungen. Und da der Sprit in Deutschland dann doch deutlich günstiger ist, haben wir natürlich gerne mit dem Tanken gewartet. Ist ja auch kein Problem: Ich habe mir schon eine Tanke ausgesucht und lasse mich vom Navi dort hin lotsen. Clever! Aber warum fahren wir dann von der schön breiten Bundesstraße ab und sollen durch eine Anliegerstraße fahren? Und warum ist das letzte Stück so verdächtig eng? Und warum sehen wir die Tankstelle nur von hinten? Und warum ist die Zufahrt zur Tankstelle so eng und zugewachsen, dass wir dort tunlichst nicht lang fahren? Vielleicht einfach, weil die korrekte Zufahrt direkt an der schön breiten Bundesstraße liegt! Also alles wieder zurück...! Nun geht es aber zügig weiter und wir haben vor, die Reise so zu beenden, wie sie begonnen hat. Mit einem leckeren Essen im Jann-Hinsch-Hof. Annette ruft aber sicherheitshalber an, um zu fragen, ob die Küche um 21 Uhr noch auf hat und ob wir dort mit dem MoMo anschließend über Nacht stehen dürfen. Ersteres ist kein Problem, zweiteres aber wohl schon. No Womos! Zuerst überlegen wir, in Gehnähe einen anderen Übernachtungsplatz zu suchen. Gleichzeitig ärgern wir uns aber die Ungastlichkeit und wollen das eigentlich nicht honorieren. Und dann habe ich die rettende Idee: Vor 2 Jahren haben wir in Ollsen in der Lüneburger Heide das Restaurant "Zur Eiche" entdeckt. Und wir versuchen wieder unser Glück per Telefon, reservieren einen Tisch und kriegen grünes Licht für die Nächtigung. So muss das sein! Und wir sind wieder begeistert von dem, was die Küche dort zaubert und wie freundlich der Service ist. Wir werden als "die mit dem Wohnmobil" nett in Empfang genommen und sind am Ende froh, dass wir pummelsatt nur noch ein paar Meter in unser MoMo rollen müssen. Und geschlafen haben wir dann auch noch gut. Dicke Empfehlung! Am nächsten Tag sollte es dann eigentlich schnell nach Hause gehen, aber Annette entdeckt entlang der Autobahn eine der riesigen Werbetafeln für das Soltauer Outlet-Center. Wir beschließen, dort hin zu fahren, falls es einen Desigual-Shop gibt. Denn dann würde ich mir gerne noch eine Jeans kaufen... Es gibt. Also biegen wir ab und starten mit dem Vorsatz, mal schnell alles zu checken und dann wieder zu verduften. Hat nicht ganz geklappt... Einige Euro ärmer, aber mit netten Käufen in den Taschen verlassen wir das Center, nicht ohne den riesigen Parkplatz zu bestaunen, der sich schon gut gefüllt hat. Und **das** soll in Lennep integriert werden? Never! Mit einigen Staus wird die Rückfahrt dann zwar kein großes Vergnügen, aber auch nicht besonders anstrengend. Trotzdem weine ich dem ultra-relaxten Fahren in Schweden schon jetzt ein paar Tränchen nach. Sicher sind für uns nach diesen 4 Wochen 2 Dinge: Schweden, wir kommen wieder! Wir sind auch nach 4 Wochen kein bisschen MoMo-müde und wären gerne noch mal 4 Wochen gefahren. So müssen wir jetzt halt ein bisschen warten (aber Gottseidank auch nur ein bisschen), bis die Herbstferien kommen. Es kann gar nicht schnell genug gehen... Vielen Dank fürs Mitreisen! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Die einen gehen, die anderen kommen, danke für Euren Bericht. Kombiniert mit den Rother-Wanderführern, die ich mir kürzlich erst noch gekauft habe, freue ich mich umso mehr auf den 18. August- meinen Anreisetag und natürlich die drei darauf folgenden Wochen. Vielen Dank für den tollen Reisebericht. Bin gerne mitgefahren :D Super Bilder in eurem Blog! Vieles erinnert mich an meine letzten Schwedenreisen. Ich muss doch mal wieder dort hin :) Habe mir schon gedacht, dass sich die letzte Eintragung etwas hinzieht.... Wenn man auf der Rückfahrt und dann wieder Zuhause ist, hat man doch einiges Andere im Kopf.... Und hier die Fortsetzung unserer Skandinavienreise 2016: (Der vorangegangene Norwegenteil ist hier: --> Link Umstellungen Man könnte es glatt persönlich nehmen. Auch heute morgen ist es wieder grau und trüb. Naja, dann fallen die Entscheidung zum Weiterfahren und der Abschied nicht so schwer. Trotz Landstraße kommen wir hier in Schweden einfach schneller und stressfreier voran. Tempomat an, Spur halten und fertig. In Karlstad, der nächstgelegenen Großstadt, schnuppern wir das erste Mal seit langem richtige Großstadtluft. Mit Fuzo, Shopping Mall, Bettlern und Systembolaget. In ersterer stöbert Annette in ihrem Lieblingsklamottengeschäft und schafft es, trotz 50-70%-Sale nichts zu kaufen. Respekt! In zweiterer erledige ich das Simkartenkaufen in einem Bruchteil der Zeit und mit einem Bruchteil des Stresses von Norwegen. Dritte fallen mir das erste Mal seit gefühlten Ewigkeiten überhaupt auf und vierteres füllt unsere Biervorräte für einen Bruchteil der Kosten in Norwegen auf. Jetzt aber auf nach Degerfors, wo Annette eine Wanderung für uns ausfindig gemacht hat. Denn wirklich viel Bewegung haben wir seit unserem Besuch des Brixdalsbreen nicht mehr gehabt. In Degerfors gibt es das Sveafallens Naturreservat, wo eiszeitliche Felsklötze und Wasserlöcher zu sehen sind. Das Ganze wird garniert mit Blaubeersträuchern, Wurzeln, Moos und Kiefern. Also genau das, was man von Schweden erwartet. Und, zugegeben, mir reicht die 17m hohe Felswand, von der wir von oben runtergucken, um Höhenangst zu kriegen. Gleichzeitig ist man aber versucht, nach all der Norwegen-Monumentalität ein "Oh wie süß!" auszurufen.... Ist halt alles eine Nummer kleiner in Schweden. Dafür hat es andere Qualitäten! Und die kriegen wir zu spüren, als wir nach Karlskoga fahren, wo es einen wahrhaft paradiesischen Stellplatz fur Umme geben soll: Strom, Wasserver- und entsorgung, Internet, asphaltierte Stellplätze direkt am See. Aber irgendwo ist da bestimmt ein Haken, oder? Ja, der Haken ist schlicht und einfach, dass wir zu spät sind. Alle Plätze auf dem anscheinend ganz neu angelegten und wirklich perfekt realisierten Platz sind schon belegt. Aber das gute an Schweden: Direkt daneben gibt es noch einen geschotterten Platz, der natürlich nicht so chic ist, aber wo am Abend dann noch einmal so viele Womos Platz finden wie eigentlich geplant. Und alles ist entspannt und easy. Ach so. Noch ein Vorteil von Schweden: Wir konnten tatsächlich den Großteil des Tages im T-Shirt rumlaufen... Endlich chillen Ich werde ausgesprochen früh wach und nutze die Gelegenheit, um vor allen anderen zu duschen. Denn der Stellplatz liegt noch in friedlichem Schlummer vor mir - kein Wunder, ist ja auch Sonntag. Und auch die Dusche an diesem Stellplatz ist kostenlos, aber trotzdem top. Ein wirkliches Schmuckkästchen, dieser Platz! Uns zieht es trotzdem weiter in den Südosten. Der Wetterbericht lockt uns mit unerhörten 21° und strahlendem Sonnenschein dort hin. Wir sind skeptisch, denn hier ist es zwar mild, aber auch stark bewölkt. Und auch unterwegs kriegen wir immer wieder ein paar Tröpfchen auf die Windschutzscheibe. Erst kurz vor Vimmerby (ja, dem Geburtsort von Astrid Lindgren) wird der Himmel deutlich blauer. Und als wir in Vimmerby zum Långsjön-See samt Campingplatz abgebogen sind, sieht es in der Tat sehr nach Sommer aus. Der Campingplatz ist mal wieder ein Internet-Tipp und hört sich auch fast zu gut an, um wahr zu sein. Aber was steht auf dem Aufsteller an der Einfahrt: "Camping voll" - kacke! Aber da wir nun schon mal da sind, wollen wir wenigstens nachfragen, ob es nicht doch eine Option gibt, dort zu bleiben. Denn bis auf die Schnellstraße, die den Campingplatz vom See trennt, sieht das alles sehr nach dem aus, was wir uns vorgestellt haben. Ein nicht zu großer und nicht zu kleiner See, nett angelegter Platz, freundliche Schweizer als Betreiber. Und obwohl der Platz tatsächlich voll ist, gibt es eine Lössung für uns. Für eine Nacht könnten wir gerne auf der Wiese vor dem Privathaus stehen und ab morgen dann auf den Campingplatz wechseln. Soll uns Recht sein! Nachdem wir das MoMo geparkt haben, besichtigen wir den Platz. Denn wir haben von der netten Betreiberin des Campingplatzes schon mal eine Liste der Plätze bekommen, die ab morgen voraussichtlich frei werden. Und alleine vor den sanitären Anlagen kann man nur den Hut ziehen: So fein und sauber sieht es in manchem ***-Hotel nicht aus! Und auch der Spaziergang zum See macht Lust auf entspannte See-in-Schweden-Tage. Hier können wir es ein paar Tage gut aushalten. Und deshalb fahren wir die Markise aus, fläzen uns den gesamten restlichen Tag einfach in unseren Stühlen vor dem MoMo und sind einfach mal da. Jede Stunde kommt mal eine Schmalspurbahn vorbei. Abends noch Grillen und das war es dann auch schon. So schön! Gammeltag mit Unwetter Eigentlich ist der heutige Tag schnell mit dem Wort "Gammeltag" zusammengefasst. Nach einem gemütlichen Frühstück ziehen wir vom provisorischen Wiesenplatz auf den Campingplatz um. Erfreulicherweise kriegen wir sogar unseren Wunschplatz unter all den Möglichkeiten, die wir gestern ausgekundschaftet hatten. Nach dem schnell von der Hand gehenden Aufbau von Tisch und Stühlen und dem Ausfahren der Markise machen wir es uns gemütlich. Es geht zwar ein durchaus frischer Wind, aber der ist bei dem sonnigen Wetter gut auszuhalten. Gut gelaunt bestelle ich für später im Campingplatzbüdchen Zimtschnecken fürs Kaffeetrinken. Gegen Mittag verdunkelt sich der Himmel aber zusehends. Auch ein paar erste Tröpfchen, die fallen, nehmen wir nicht so ernst. Geht doch wunderbar unter unserer Markise. Als es dann kräftiger regnet, gehen wir für diesen Schauer dann doch lieber ins MoMo. Und gucken zu, wie es immer stärker und stärker schüttet und der Wind an unserer Markise zerrt und rüttelt. Was ist denn hier los?! Bloß gut, dass ich die Heringe für beide Ständer gut in den Boden getrieben habe! Denn bei einer besonders heftigen Böe verdreht es eine Stange ganz eigenartig, so dass wir schon befürchten, dass da etwas bricht oder gar davonfliegt. Der Regen fliegt mittlerweile waagerecht... Aber wie der Spuk gekommen ist, so schnell ist er dann auch wieder verschwunden. Eine halbe Stunde später haben wir strahlend blauen Himmel über uns! Wir checken die Markise, die gottlob keinen Schaden genommen hat und fahren sie trotzdem wegen der immer noch starken Windböen lieber ein. Als Regenschutz bringt sie bei dem Wind eh nichts und einen Sonnenschutz wollen wir doch gar nicht! Stattdessen bauen wir alles wieder auf und genießen auf diesen Schreck hin die Zimtschnecken gleich noch mal so sehr. Ansonsten gibt es von heute einfach nichts zu berichten. Ruhe. Durchschnaufen. Verdauen. Gut so. Faulheit, Fahrrad und Piggelin Heute ist Teil 2 des ultimativen Seele-baumeln-lassens. Insofern gibt es hier nicht viel zu berichten. Das Wetter ist weiter heiter-stürmisch-bewölkt-warmkühl. Irgendwie für dauernd draußen sitzen zu kalt und für drinnen bleiben zu schön. Also wechseln wir beständig zwischen drinnen und draußen. Von unseren Top-Campingplatzbetreibern kriegen wir eine fix und fertig ausgearbeitete Radtour zum nächstgelegenen See vorgeschlagen. Hört sich so gut an, so dass ich schon mal die Räder vom Träger hole. Aber aufgrund des Wetters (s.o.) ist uns irgendwie mehr nach warmem MoMo statt nach kaltem Fahrtwind. Immerhin schaffen wir es aber doch noch, mit den Rädern in den Nachbarort zu fahren. Ein herrlich verschlafenes Nest namens Ankersrum. Läuft bei uns aber nur unter wahlweise Ankara oder Andersrum. Dort gucken wir uns ein bisschen im Coop, im Park und an den Badestellen um und sind alsbald wieder zurück am Platz. So anstrengend! Nach so einem vollen Tag gönnen wir uns bei der abendlichen Brötchenbestellung für morgen dann noch jeder ein Eis. Und für mich gibt es tatsächlich wieder und immer noch Piggelin, das ich schon als Kind immer in Skandinavien gegessen habe. Schmeckt auch noch genau wie früher! Windige Ecke Nach den Gammeltagen auf dem Campingplatz müssen wir erst mal wieder auf Touren kommen. Aber gaaanz langsam! Also erst mal nur ein kurzes Stückchen bis nach Västervik, was die nächste etwas größere Stadt ist. Direkt an den Ostseeschären. Wir finden mitten im Zentrum auf einem großen Parkplatz einen extra abgeteilten Wohnmobilparkplatz, wo man sogar explizit darauf hingewiesen wird, dass die 3 Stunden maximale Standdauer kostenlos sind. Hatten wir auch noch nicht... Wir durchstreifen zunächst mal die Straßen der Altstadt und fühlen uns in den entschleunigten schwedischen Städten wieder mal sehr wohl. Am Hafen kommt dann sogar mal für kurze Zeit die Sonne richtig kräftig raus, so dass man trotz des in den letzten Tagen heftig starken Windes gerne mal im T-Shirt aushält. Aber auch das ist nur von kurzer Dauer. Das Wetter wechselt mit rasend schnell ziehenden Wolken quasi im Minutentakt. Von der Einkaufsstraße mit den Geschäften sind wir dann eher weniger begeistert. Wenig, was einen zum Stöbern oder Reingehen anlacht. Also gehen wir zurück zum MoMo und fahren weiter. Aber auch jetzt nur ein kleines Stückchen, denn die Halbinsel mit dem Naturschtuzgebiet Gränsö ist quasi nur eine Brücke weit entfernt. Und am Ende der Insel finden wir dann einen feinen Badestrand. Zwar mit Übernachtungsverbot für Womos, aber ansonsten allem, was einen Strandtag schön macht. Bis auf die Temperaturen... Daher sind wir auch nahezu alleine auf dem großen Parkplatz. Wir beschließen, erst mal einen Erkundungsrundgang über den südlichen Zipfel der Insel zu machen. Schon bald stoßen wir auf einen winzigen Parkplatz, auf dem kein Hinweis auf ein Übernachtungsverbot zu finden ist. Wäre das nicht was...? Und auch die Umgebung mit einer geschützten Bucht und sogar einer Übernachtungsschutzhütte am Strand komplett mit Plumpsklo und Grillstelle sieht vielversprechend aus. Also parken wir nach der Rückkehr zum MoMo mal eben um und können bei den weiter stürmischen Winden gut damit leben, dass wir ohne Meerblick mitten in einem Pinienwäldchen stehen. Annette bricht noch einmal zum Blåbärensammeln auf. Aber irgendwie scheint es dieses Jahr nicht ganz so einfach zu sein - zumindest nicht in dieser Region. Schon auf dem Campingplatz klagte man über Wassermangel und zu wenig Regen. Ob die Blåbären wohl deswegen hier so klein und oft schrumpelig aussehen? Gegen Abend fahren wir mit den Rädern los. Wir möchten uns einen schönen Abend in Västervik machen, dass mit dem Rad nur eine halbe Stunde entfernt ist. Es ist wunderbares Licht und wir freuen uns, noch mal etwas Bewegung zu kriegen. Als wir aber am Sandstrand von heute Mittag ankommen, sehen wir am Horizont über dem Wasser eine fette schwarze Wand auf uns zukommen. Wollen wir den Schauer wirklich abkriegen? Sehr schnell haben wir uns für einen taktischen Rückzug entschieden - da ist es im MoMo doch gemütlicher! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Hallo zusammen, dabei ist in Schweden dieses Jahr wieder ein Blaubeerrekordjahr! (Quelle: --> Link). Die südliche Ostseeküste hat aber tatsächlich auch in diesem Sommer wieder sehr unter Trockenheit zu leiden. Auf Öland mussten sogar schon die Tankwagen vom Festland aus anrücken! Euch noch viel Spaß, Gruß Christoph Schwedenromantik Nachdem wir uns in Västervik noch mal mit Einkaufen und Volltanken für die letzten Tage gerüstet haben, geht es wieder auf die E22. Wir fahren weiter Richtung Süden. Annette hat im Womoführer den Tipp entdeckt, einen Abstecher nach Stensjö By zu machen. Ein eigentlich vor Jahrzehnten verlassenes Dorf, dass aber hergerichtet wurde und wieder bewirtschaftet wird. Quasi als lebendiges Freilichtmuseum. Als wir abbiegen und die rote Schotterstraße dorthin nehmen, sieht das ganze schon viel versprechend aus. Aber dass es dann so schön wird, hätten wir uns wirklich nicht vorstellen können! Die Häuschen sind per Zufallsprinzip auf dem Gelände verteilt. Alle sind falunrot gestrichen und eins sieht toller aus als das andere. Und als Ensemble ist das wirklich unschlagbar schön. Schweden-Kitsch ohne kitschig zu sein. Wir fotografieren uns auf jeden Fall einen Wolf und spazieren die eingerichteten Wege mit dem Rinder- und Wellensymbol ab. Dabei genießen wir wieder einmal, dass man so eine Attraktion (und das ist es für uns wirklich!) praktisch für sich alleine hat. Gerne machen wir noch ein kleines Picknick auf den dafür vorgesehenen reichlich vorhandenen Bänken. Annette serviert stilecht mit Tablett den frisch gekochten Kaffee samt Zimtschnecken. Den vergessenen Löffel ersetzt sie kreativ mit einem Zweiglein... Wir fahren weiter in Richtung Mönsterås in die Schärenregion gegenüber der Insel Öland. Hinter der Ortschaft Hammarglo finden wir einen Parkplatz, der nur ein paar Schritte von einer Bucht mit kleinem Sandstrand und Schwimmsteg entfernt ist. Wir sind sofort verzaubert vom Blick auf die kleinen Schäreninselchen und der wirklich absoluten Ruhe und Stille die über dem Ort liegen. Landschaftlich sieht es viel mehr aus wie eine Seenlandschaft als eine Meeresküste. Stört uns aber nicht sonderlich. "Echtes" Meer haben wir noch früh genug... Während Annette sich gegen die Kälte in Decken eingemummelt zum Lesen hinsetzt, nutze ich die Gelegenheit, um in aller Ruhe zu fotografieren. Aber irgendwann ist es dann doch reichlich frisch geworden, so dass wir uns zum Aufwärmen ins MoMo zurückziehen. Aber gestärkt mit einer leckeren Fischsuppe, die Annette noch mit Sahne und Lachs verfeinert, ziehen wir abends noch einmal los. Per Rad oder per Pedes? Naja, die 2,5 Kilometer, die es laut Womoführer bis zum Ende der Straße sein sollen, könne wir als Abendspaziergang locker schaffen. Am Ende sind es 4km für eine Strecke... Wir sind aber trotzdem völlig begeistert von der friedlichen Abendstimmung und dem auf einmal strahlend blauen Himmel über uns. Könnte es sein, dass es morgen dann einfach mal sonnig wird...? Zunächst aber genießen wir einfach nur die fast schon kitschigen Farben die der Abendhimmel und das Meer uns zu bieten haben. Und erwähnte ich schon die Stille? Glücklich und zufrieden machen wir uns auf den Rückweg und freuen uns dann über ein Gläschen Wein, ein Stück Schokolade und das Sichten der Bilder, Reif für die Insel Spät geht es heute los. Wir genießen das Trödeln und das freundlich-warme Wetter am kleinen Sandstrand unseres Stellplatzes. Dann geht es aber weiter in unsere "Heimatstadt": Nach Mönsterås! Wir wollen dort sicherheitshalber unsere leere Gasflasche auffüllen lassen. Für den Seelenfrieden nicht plötzlich ohne Gas dazustehen, zahlen wir dann auch gerne die eher happigen schwedischen Preise. Anscheind hatten diese Idee auch andere Urlauber, denn praktisch zeitgleich mit uns kommen noch 3(!) andere deutsche Womos an der schrägen Kombi von Karamellfabrik(!!) und Gasstation an. Mit einer gefüllten Flasche verlassen wir zufrieden die anderen Urlauber, die sich hinter uns eingereiht haben. Natürlich müssen wir anschließend Mönsterås noch einen Besuch abstatten. Ein sehr verschlafenes Städtchen, was aber immerhin am Hafen einen respektablen Womo-Stellplatz mit schöner Lage am Wasser eingerichtet hat. Und ein Turistbyrå gibt es auch. Der junge Mann dort hat sich sicherlich sehr gewundert, warum wir uns so über alle Prospekte des Ortes gefreut haben und sogar freudig eine Leinentasche gekauft haben... Jetzt geht es aber mit großen Schritten weiter auf die Insel. Wir haben mittlerweile schon so viel gutes über Öland gelesen, dass wir richtig heiß darauf sind, uns jetzt selbst ein Urteil zu bilden. Die Anfahrt über die mehr als 6km lange Brücke ist auf jeden Fall schon mal beeindruckend! Auf der Insel wollen wir uns zunächst mal den Südteil vornehmen. Und nach wenigen Kilometern sieht Annette ein Schild für eine Rökeriet - nichts wie hin! Denn geräucherten Fisch hatten wir diesen Urlaub noch gar nicht auf dem Teller. Und so fahren wir erst mal Richtung Färjestaden. In der Rökeriet schlagen wir dann gut zu und freuen uns schon auf das Abendessen. Nach dem Auffüllen weiterer Vorräte in einer regelrechten Shopping Mall (die wir hier so gar nicht erwartet hätten) wollen wir noch ein paar Kilometer fahren und dann erst mal Kaffee trinken. Aber wir stellen fest, dass man die Entfernungen auf dieser riesigen Insel erst mal erfahren muss. Denn die 137km(!) Länge von Nord nach Süd sind schon eine Hausnummer. Wir haben wirklich Pech mit den Plätzen, die wir uns aussuchen. Der Platz in Ekkelsudde sollte eher *Ekel*sudde heißen, da es dort so widerlich nach faulem Seetang riecht, dass man sich dort wirklich nur als begeisterter Vogelgucker aufhalten möchte. In Degerhamn soll es einen Stellplatz geben. Dort ist aber alles verriegelt und verrammelt, oder wie wir in Schweden sagen: Stängt. Den Vogel schießen wir aber mit dem Stellplatz in Grönhögen ab. Im Womoführer als einer der wenigen kostenlosen Plätze für die Nacht beschrieben. Toll an einer Klippe gelegen. Wir geben also die Koordinaten ins Navi ein und wundern uns schon, dass wir die Zufahrt zu einem Golfplatz nehmen sollen. Aber das steht ja auch so im Buch. Also fahre ich brav weiter und wundere mich, dass ich schon so halb mitten auf dem Golfplatz stehe. Hä? Wir fahren dann doch mal zurück, wählen einen alternativen Weg und stehen: vor einem Womo-Verbotsschild... Leicht entnervt steuern wir den Stellplatz im Hafen an und sehen, dass dieser schon sehr gut gefüllt ist. Wir kriegen aber noch einen Platz am Meer - allerdings ohne Strom. Naja. Nach dem mittlerweile reichlich späten Kaffeetrinken spazieren wir noch mal einen Runde durch den Ort und stellen fest, dass es uns gut hier auf Öland gefällt. Irgendwie die schwedische Variante von Terschelling und Formentera... Auf dem Weg sehen wir ein Plakat für ein "Neil-Young-Tribute"-Konzert, was morgen in einem Cafe der Nachbarstadt Näsby sein soll. Hm, nicht schlecht! Also fahren wir mit den Rädern mal eben die 6km rüber und checken das schon mal. Aber als wir dort ankommen, ist schon Einlass - hatte ich das Plakat falsch gelesen? Wir erfahren aber, dass heute ein anderes Konzert sei. Eine uns unbekannte schwedische Rockband. Kurz überlegen wir, ob wir es uns einfach angucken, entscheiden uns aber dann doch dagegen. Aber da das Konzert heute fast ausverkauft ist, lassen wir uns sicherheitshalber schon mal auf die Liste für morgen setzen. Wird bestimmt cool! Auf dem Rückweg fängt es an, leicht zu fisseln und Gegenwind haben wir auch noch. Nicht so ganz toll. Aber gleichzeitig passt es auch so gut in die Landschaft, dass wir es nicht wirklich schlimm finden können. Denn wenn man weiß, dass Zuhause lecker Räucherlax im warmen MoMo wartet, tritt es sich schon sehr beschwingt in die Pedale! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Hey hey, my my Ein bisschen läuft uns das schlechte Wetter nach. Heute morgen ist es bedeckt und windig. Macht uns aber mittlerweile schon nix mehr aus. Wir fahren zur nahe gelegenen Burg Eketorp. Aber das Angucken von der Ferne reicht uns dann auch aus. Den eher happigen Eintritt von 11€ sparen wir uns. In Vorbereitung für unseren abendlichen Konzertplan steuern wir sodann den Campingplatz in Ottenby an. Von hier aus, so der Plan, können wir zum südlich gelegenen Leuchtturm und abends dann gemütlich mit dem Rad zum Konzert. Aber irgendwie haben Campingplätze wohl auf uns eine ungeheuerliche Slacker-Ausstrahlung. Bis zum späten Nachmittag genießen wir einfach die Ruhe und Stille. Lesen und Schlafen ist doch auch mal schön! Nachmittags geht es aber dann doch noch Richtung Süden, auch wenn wir den Leuchtturm nicht mehr schaffen. Stattdessen machen wir einen Spaziergang ins Vogelschutzgebiet, was direkt südlich des Campingplatzes anfängt. Das ganze ist dann auch sehr urig. Ein Wald, der sich selbst überlassen ist. Viele offensichtlich vom Sturm abgerissen Äste oder umgeworfene Bäume. Vögel sehen wir nicht so sehr, dafür aber Rotwild und jede Menge Kühe, die uns ganz begeistert folgen wollen. Ich muss da schon ein bisschen energisch werden, damit wir unsere Groupies auch wieder los werden... Abends fietsen wir dann mit den Rädern rüber in Carlas Cafe für das Neil-Young-Tribute-Konzert. Das Problem des fehlenden Bargelds für den Eintritt lösen wir schwedisch unkompliziert, indem wir beim Bierchen kaufen mal eben die 300 Kronen zusätzlich "abheben". Der nette bärig-tätowierte Barmann empfiehlt mir verschiedene Biersorten, darunter 2 aus den USA. Seriously? Bier aus Amiland? Aber tatsächlich sind wir beide vom Daleys Pale Ale richtig begeistert. Schmeckt richtig hopfig lecker. Und über den Preis decken wir den Mantel des Schweigens... Wir sind von Carlas Cafe übrigens ziemlich begeistert. Der Name trifft es eigentlich auch nicht so ganz, denn nur Cafe ist das Ganze nicht. In einer alten, rotgestrichenen Scheune, wurde ein gemütliches Veranstaltungszentrum eingerichtet. Ein bisschen Kunst, ein bisschen Cafe, ein bisschen Theke mit ausgefallenen Biersorten. Kleine Bühne, buntes Sammelsurium an gebrauchten, aber nicht ollen Tischen, Stühlen und Sofas inmitten der ehemaligen Stallinstallationen. So ein bisschen wie früher im Keller-Kino in Solingen - die Älteren werden sich erinnern... Die Stimmung ist gelöst, entspannt und fröhlich. So richtig zum Wohlfühlen. Und wie es unser Glück so will, kriegen wir, obwohl eher spät eintreffend, noch zwei Kuschelsessel quasi in der ersten Reihe. Die eigentliche Überraschung des Tages kommt aber erst noch. Wie Annette es so treffend beschreibt, haben wir von einer Neil-Young-Band aus Schweden ein bisschen Lagerfeuer-Geklampfe mit guten Songs erwartet. Was wir aber kriegen ist richtig gute Musik mit elektrischer Gitarre und Feedback-Gewitter inklusive. Absolut klasse! Und von der netten Lena, die wir gestern beim Einlass kennen gelernt haben, kriegen wir noch ein paar Tipps für Stellplätze auf Öland. Ihren eigenen Garten inklusive... Wir sind zwar auf der Zielgeraden unseres Urlaubs, aber der Tag heute war noch mal ein richtiges Highlight. Viel besser kann (und muss) es gar nicht werden! Kleine Tour zum Lången Jan Die Entscheidung, noch eine weitere Nacht auf dem Campingplatz zu bleiben, fällt uns nicht schwer. Das Wetter ist heute mal wirklich richtig sommerlich - man kann tatsächlich ohne Reue in T-Shirt und Shorts rumlaufen. Hatten wir jetzt auch nicht so häufig... Wir machen die Räder mit dem Hundeanhänger und den beiden Fahrradtaschen fertig - bestens vorbereitet auf ein Picknick am Leuchtturm Långe Jan am Südende von Öland. Los geht's! Nach einem Kilometer höre ich von hinten "Oh nein! Ich habe nichts zu Trinken eingepackt..." Ups, im Reiseführer stand, dass man auf Öland möglichst immer was zu Trinken dabei haben sollte. Wegen Hitze und Wind und so... Naja, dann müssen wir uns halt im Restaurant am Leuchtturm was holen - halb so schlimm. Nach drei Kilometern kommt von hinten "Hast du eigentlich deine Jacke eingepackt?" Mittlerweile frage ich mich, was eigentlich in den zwei pickepackevoll gepackten Radtaschen drin ist - das konnte doch nicht alles für *eine* Person gewesen sein...! Aber auch hier stört es nicht wirklich, da das Wetter so schön sonnig und sommerlich ist, dass eine Wind- und Regenjacke ja nun wirklich nicht nötig ist. Die Landschaft auf dem Weg zum Leuchtturm ist herrlich. Wenn man den Blick auf die Schafe unter den Bäumen wirft, die es sich vor blauem Himmel und noch blauerem Meer gut gehen lassen, und wenn man sich den steifen kühlenden Wind wegdenkt, könnte es genau so auch am Mittelmeer aussehen. Herrlich! Das Strampeln gegen den kräftigen Wind macht die Fahrt länger als erwartet. Und die Freude über die Ankunft am Lången Jan größer. Bei diesem strahlenden Wetter sieht der weiße Leuchtturm gleich noch mal so malerisch aus. Und überhaupt ist das ganze Gelände sehr schön angelegt - ideal für einen Kaffee, ein Picknick und ein bisschen Sonnenbaden. Als plötzlich die Sonne nicht mehr ganz so stark scheint, gucken wir zum Himmel und sehen auf einmal ein größeres Wolkenfeld. Ups! Denn auf einmal ist der Wind nicht mehr angenehm kühlend, sondern richtig frisch. Wir lösen das Dilemma der fehlenden Jacke, indem ich eine der zwei Jacken anziehe, die Annette für sich eingepackt hat. Steht mir gut... Aber auf dem Rückweg ist das Wetter dann immer noch so freundlich, dass Annette eine größere Brombeer-Sammelaktion startet. Ich fotografiere in der Zeit mal ein paar Schafe. Als wir zum MoMo zurückkehren, kriegen wir ein paar Tropfen ab. Hm, das war aber so gar nicht angekündigt! Und der darauf folgende Platzregen auch nicht. Und die immer wiederkehrenden Schauer der nächsten Stunden erst recht nicht. Gut, dass wir rechtzeitig aufgebrochen waren! Denn so machen wir uns einen Lesenachmittag mit Brombeerdickmilch im Wohnmobil und nur zum Fotografieren des spektakulären Sonennuntergangs bequeme ich mich noch mal hinaus. Trotz der Regenepisode: Ein toller letzter Tag auf unserer neuen schwedischen Lieblingsinsel! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Was für ein toller Bericht! Ganz vielen Dank dafür :top: Dankeschön! :-) Mit so netter Rückmeldung macht es auch noch mal so viel Spaß - auch wenn es letzten Endes vor allem für uns als eine schöne Erinnerung gedacht ist, freue ich mich über jeden, dem das Mitfahren Spaß macht oder, noch besser, der vielleicht eine Anregung findet und die Orte dann genau so toll findet wie wir. Liebe Grüße, Michael Hallo, ich fahre auch fast täglich bei euch mit. Die meisten Strecken kenne ich auch aus früheren Zeiten, und bin manchmal erstaunt über die Veränderungen. Wir konnten übrigens in Grönhögen 2013 noch auf der Klippe am Golfplatz stehen. Vielen Dank für den tollen Bericht! LGElfie, z.Zt. bei Skagen, Dänemark Hi, super Bericht, hat Spaß gemacht ihn zu lesen,vor allem wenn man auch gerade in der Nähe war und viele ähnliche Eindrücke hat. LG Stiene - z.Zt. in Simrishamn/Schweden Endspurt Wobei: Spurt trifft es nur bedingt. Wir brechen nämlich ganz gemütlich auf und auch die Fahrt ist alles andere als gehetzt. Aber es geht halt auf die Zielgerade. Die Ziellinie in Form des Trelleborger Hafens zeichnet sich klar im Kalender ab und daher müssen wir heute ein paar Kilometer Richtung Westen machen. Wir verlassen Öland mit dem sicheren Gefühl, dass wir hierhin noch einmal zurück müssen. Denn den Nordteil haben wir noch gar nicht erkundet und auch das Welterbe Stora Alvaret haben wir nicht erwandert. Heute fahren und gucken und genießen wir noch einmal auf dem Weg zurück zur Ölandbrücke. Und auf dem Weg nach Westen freue ich mich wieder und immer noch über das entspannte Autofahren in Schweden. Habe ich ja schon öfter erwähnt, aber dieses "Tempomat auf 90 und rollen lassen" klappt in Europa in keinem Land so gut wie hier. Unser Plan für die letzten Tage ist simpel: Wir wollen einfach noch mal das wiederholen, was uns im letzten Jahr so gut gefallen hat. Also steuern wir auch dieses Jahr wieder den Womo-Stellplatz in Nogersund an. Und freuen uns, dass er noch genau so schön ist, wie wir ihn in Erinnerung haben und man sich um 15 Uhr problemlos einen Stellplatz aussuchen kann. Nach den Aussteigen stellen wir fest, dass unser Außenthermometer zwar 23° anzeigt, aber auch ein reichlich kühler Wind weht. Und zwar so kühl, dass es trotz der doch eigentlich schön warmen Temperatur zu einer feinen Gänsehaut reicht... Wie schon geschrieben wollen wir vieles wiederholen, was wir letztes Jahr schon gemacht haben. Dazu gehört auch eines meiner absoluten Highlights: Der hinreißend leckere Muscheltopf im Restaurant Dagmar's in Hällevik. Wir steigen also auf die Räder, radeln die 3km in den Nachbarort und stellen fest, dass hier wohl Mitte August schon die Bordsteine hochgeklappt werden bzw. die Saison beendet ist... Geschlossen! Und auch das andere Restaurant im Hafen ist geschlossen. Frust! Wir kaufen im Supermarkt ein paar Krabben ein, die Annette dann im MoMo in unsere letzte Fischsuppe einrührt und so zumindest die Enttäuschung über das entgangene Abendessen mindern kann. Naja, ein Grund, noch mal wiederzukommen... Sobald die Sonne sich dem Horizont nähert wird es dann endgültig zu frisch zum draußen sitzen. Aber immerhin kriegen wir noch einen schönen Abendhimmel zu sehen. Finale Furioso Merkwürdig. Je mehr die Reise sich dem Ende zuneigt, um so früher wachen wir auf. Vorbereitung auf den Arbeitsalltag oder Auskosten jeder Minute, die noch bleibt...? Annette ist Feuer und Flamme, bei dem schönen sonnigen Wetter draußen zu frühstücken. Mir sitzt aber noch der eisige Wind von gestern in den Knochen und ich würde gerne auch drinnen frühstücken. Aber gut, dass Annette sich durchsetzt, denn wir essen tatsächlich ausgesprochen gemütlich im T-Shirt. Wir steuern Kristianstad an, um noch mal durch eine Stadt zu bummeln und die Vorräte aufzufrischen. Schließlich soll es auch Zuhause noch eine Zeit lang Pepparkakor und Lakritzschokolade geben! Nach erfolgreichem Shoppen zieht es uns zu einem weiteren Revival-Ziel vom letzten Jahr. Annette schwärmt immer noch vom Kakbuffet, dass so viel leckerer als sein Name war. Also steuern wir wieder das Cafe Annorlunda an, das kurz vorm Stenshuvut-Nationalpark südlich von Kivik liegt. Ich erinnere mich daran, dass die Zufahrtsstraße eine recht schmale Allee war und folge daher diesmal nicht dem Navi, sondern der Beeschilderung zum Nationalpark. Nur leider kommen wir so am nördlichen Ende des Parks raus, von dem keine Straße zum Haupteingang führt... Aber wir machen aus der Not eine Tugend, parken das MoMo und gehen die nicht all zu lange Strecke einfach zu Fuß. Immer noch schön hier! Im Cafe gibt's dann für Annette die ersehnte Belohnung und für mich ein leckeres Räksmorgås. Auch hier merken wir, dass die Saison anscheinend wirklich fast vorbei ist: Der Parkplatz, der letztes Jahr Ende Juli noch brechend voll war, ist jetzt mit einer Handvoll Autos bestückt. Und auch im Nationalpark ist uns schon aufgefallen, dass viel weniger Betrieb herrschte. It's only Mitte August! Auf dem Rückweg können wir schon mal üben, vom Meer Abschied zu nehmen. Am Strand klettern wir durch die Steine und freuen uns über das warme Licht und das Rauschen der leichten Brandung. Bei herrlichstem Sommerabendlicht machen wir uns auf unsere letzte Etappe zu "unserem" Stellplatz in den Dünen kurz vor Trelleborg. Und erfreulicherweise steht auch jetzt noch kein Womoverbotsschild an diesem schönen Platz. Mit dem Berliner Pärchen, die dort schon stehen, quatschen wir ein bisschen und tauschen uns über unsere Urlaubserlebnisse aus. Und so gibt es zum Abendessen noch ein letztes Mal ein schwedisches Bierchen mit Räucherlax, den wir unterwegs in einer Rökeri eingesammelt haben. Und das ganze bei einem wirklich schönem Abendhimmel mit sanften Farben über dem Horizont. Aber als ich dann zum Fotografieren aussteige und in Richtung des eigentlichen Sonnenuntergangs blicke, fällt mir erst mal die Kinnlade runter: Da kündigt sich ein ganz großes Spektakel an. Der Himmel leuchtet so intensiv und so orange, wie ich es wohl selten zuvor gesehen habe. Auch wenn man, glaube ich, geneigt ist, dass bei *jedem* Sonnenuntergang zu denken. Ich gehe also strammen Schrittes noch ein Stück am Ufer Richtung Westen, um einen besseren Blick zu bekommen. Und in der Tat kriege ich wenige Hundert Meter weiter das volle Programm geboten: Meeresvögel auf dem Wasser, eine einlaufende Fähre, ein fast voller Mond und eine Lightshow auf die Pink Floyd neidisch wären. Schöner kann man einen letzten Abend in einem Urlaubsland nicht inszenieren! Das ganze mit Bildern gibt es in unserem Womo-Blog: --> Link Volldampf voraus Ordnungsgemäß habe ich mir den Wecker gestellt, damit wir nicht die Fähre verschlafen. Wäre aber nicht nötig gewesen, da Annette schon wach wurde als unsere Berliner Nachbarn mit ihrem Bus losfuhren. Komisch, die wollten doch auch mit der Fähre nach Rostock...? Bis es uns dämmert, dass sie dann wohl nicht mit TT-Lines, sondern mit Stena fahren - denn ansonsten wären wir hoffnungslos zu spät! Und auch wenn wir mit einem akademischem Viertel Verspätung am Fährterminal ankommen - stört dort niemanden, denn wir befinden uns in bester Gesellschaft mit so einigen Zuspätkommern. Nach dem Einreihen in die Warteschlangen ("immer der blauen Linie folgen!") folgt das Warten und dann die Einweisung auf dem unteren LKW-Deck. Uiuiui! So viele dicke Jungs! An Bord sind wir jetzt schon Profis: Den Weg zur Kabine finden wir im Schlaf und auch das weitere Bordprogramm ist gemütliche Entspannung. Diesmal sogar mit reichlich Sonne auf dem Sonnendeck! Bei der Einfahrt in den Travemünder Hafen stellt sich dann ein sehr gemischtes Gefühl aus "Wieder daheim" und "Schön war's" und "Jetzt ist es vorbei" ein. Wir haben aber nicht lange Zeit, dem nachzuhängen, denn nachdem wir erst mal auf dem LKW-Deck unser im Vergleich "kleines" MoMo um ein Haar nicht wiedergefunden hätten, sind wir dann mit die ersten, die von Bord fahren dürfen. Früher als erwartet. Auch schön! Diesmal ist der Kulturschock zwischen schwedischer und deutscher Autobahn zum Glück nicht so groß. Größtenteils entspannt und mit schwedischer Gelassenheit erreichen wir unser traditionelles Ziel in der Lüneburger Heide. Im Landgasthof "Zur Eiche" in Ollsen, der viel moderner als der knorrige Name ist, kriegen wir dann nämlich als Abschluss einer tollen Reise ein richtiges feines Abendessen und dürfen netterweise auf dem Parkplatz übernachten. Schön, wieder Zuhause zu sein! |
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