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Das Gogolobil unterwegs Winter in Marokko 1, 2, 3, 4, 5, 6 ... 8


felix52 am 15 Jan 2016 21:03:29

Tach Günter,
wie immer, lese ich begeistert auch diesen Reisebericht mit. Kurzweilig erzählt und mit
tollen Fotos. Aber so seid ihr Beiden eben. :ja: Und dann noch n Rennmoped aufm Hänger. :D
Und deshalb, weil ihr Beide Eure "Abenteuer" so locker und positiv gestimmt, angeht, klappts wohl auch immer
bei Euch. :ja:
Na ja, ich weiss ja nun schon, dass ihr Beiden Eure Reisen sehr penibel plant.
Ich wünsche Euch, dass es so positiv weiter geht Euren Plänen.
Wir haben hier leider z .Zt. keine freundlichen Marokkaner mehr kennen gelernt in Deutschland. Persönlich und
wohl auch nach den Geschehnissen in Köln usw.....

Liebe Grüsse
Felix und Felicitas
:)

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wollina am 15 Jan 2016 21:22:27

Ich bin auch wieder eingestiegen und verfolge den Bericht. Wenn ich es so lese hat sich in 20 Jahren nicht viel geändert. die Einreise nach Marokko ging damals nur schneller wenn man an der Grenze einen Schreiber mietete, der alles erledigte. Im Rifgebirge die Dealer sind wohl mehr geworden und der Straßenbelag ist auch nichts neues. Bin gespannt wie es weiter geht.
Wünsche eine gelungene Reise ohne Pannen und viel Spaß und freue mich auf Fortsetzungen, schwelge dabei in Erinnerungen.
Ach ja, mit Soldaten und den Pässen hätte uns Nerven gekostet.

wollina

Gogolo am 15 Jan 2016 21:59:12

herbstfrau hat geschrieben:Wie verständigt ihr euch dort? Einige sprechen deutsch, wie ich gelesen habe. Englisch? Französisch? Oder sprecht ihr gar die Landessprache?



Wie wir uns verständigen?

Vor allem mit Freundlichkeit! Ansonsten mit Englisch, ein paar einzelnen Brocken Französisch und Arabisch (aus dem Wörterbuch), mit Deutsch und vor allem mit Bayrisch. Man glaubt gar nicht, wie viele auch ein paar Brocken Deutsch sprechen. Und ansonsten gibt es noch die internationale Zeichensprache mit Händen und Füssen – und das klappt ganz vorzüglich.

Besonders gut kommen immer die paar Worte in arabischer Sprache bei den Eingeborenen an. Da merke die Leute, dass man sich wirklich um Verständigung bemüht.


felix52 hat geschrieben:Und deshalb, weil ihr Beide Eure "Abenteuer" so locker und positiv gestimmt, angeht, klappts wohl auch immer
bei Euch. :ja:
Na ja, ich weiss ja nun schon, dass ihr Beiden Eure Reisen sehr penibel plant.



Nein, lieber Felix, wir planen diese Reise (und unsere meisten Reisen) überhaupt nicht, sondern lassen uns von Tag zu Tag treiben. Und wir stellen immer wieder fest, dass es am allerallerbesten ist, alleine zu reisen und nicht in einer Gruppe. Denn da können wir dann selbst den Weg bestimmen und auch selbst festlegen wie lange wir an einem Ort bleiben und wann wir weiterfahren und müssen auf niemand Rücksicht nehmen. Die Planung für den nächsten Tag und die nächste Route erfolgt meistens am Vortag. Nur ein sog. „Grobplan“ existiert in meinem Kopf und dieser Grobplan ist mit Gogoline abgestimmt.


Habe die Ehre

Gogolo

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ToniPETER am 16 Jan 2016 14:11:48

Servus!

Vielen Dank wieder für Euren Bericht.
War auch der Meinung, dass Ihr die Reiseroute mit allem drum und dran, genau plant.

Gogolo am 17 Jan 2016 01:38:54

ToniPETER hat geschrieben:War auch der Meinung, dass Ihr die Reiseroute mit allem drum und dran, genau plant.



Ich hätte gar nicht die Zeit für eine detaillierte Planung, denn während einer Reise kann ich mich noch nicht auf die Nächste vorbereiten. Und zwischen den Reisen ist die Zeit mit Servicearbeiten ausgefüllt. Nur Fährbuchungen, ggf. Visa und Reiseliteratur sowie Karten werden da besorgt und angesehen. Auch die Vorräte müssen aufgefüllt werden. Und natürlich die GROB-Planung erstellt. Meistens wissen wir nur die Kalenderwoche, wo wir wegfahren und die Woche, in der unsere voraussichtliche Rückkehr ist. Und natürlich den Fährtermin für eine Anreise (den Rückreise-Fährtermin lege ich immer erst vor Ort fest und buche über das Internet).

Natürlich kann ich heute schon sagen wo wir im Sommer 2017 oder 2018 voraussichtlich sein werden: 2017 Island, 2018 Lappland. Abfahrt jeweils Ende Mai - Rückkehr Ende August. So Gott will und unsere Gesundheit es zulässt.


Habe die Ehre

Gogolo

olimoli am 17 Jan 2016 02:37:21

Hi Gogolo,

wenn alles gut läuft, machen meine Frau und ich ein Sabbatjahr (Meine Frau als Beamtin ein ganzes und ich als Tischler ein halbes) :-)
Die Grobe Planung schließt Marokko mit ein. Ist dieses Land mit einem "normalen" (Adria) Wohnmobil machbar? Wg. Straßen und so.
Um die Menschen und die allgemeine Sicherheitslage mache ich mir keine Sorgen. Wobei sich das auch wieder doof anhört. :-)

Gogolo am 17 Jan 2016 12:27:55

olimoli hat geschrieben:Die Grobe Planung schließt Marokko mit ein. Ist dieses Land mit einem "normalen" (Adria) Wohnmobil machbar? Wg. Straßen und so.
Um die Menschen und die allgemeine Sicherheitslage mache ich mir keine Sorgen. Wobei sich das auch wieder doof anhört. :-)



Ja, auch mit einem normalen Wohnmobil sehr gut machbar. Zigtausende von französischen Wohnmobilen beweisen das täglich... Zwar sind diese zu 90% in den Küstenregionen, aber auch im Landesinneren sind die Straßen sehr gut. Aufpassen muss man nur bei den unverhofft eingebauten "Entschleunigungsschwellen" die manchmal schlecht sichtbar sind. Wenn man dann zu schnell mit dem Womo drüber fährt, dann sind die Teller im Schrank plötzlich beiden Tassen und den Töpfen. Aber das macht man meistens nur einmal....

Und du darfst halt nicht in den Wüstenregionen Marokkos in den Tiefsand reinfahren.

Viel Spaß und Habe die Ehre

Gogolo

mjabn am 17 Jan 2016 16:28:22

Hallo Gogolo,

toller, kurzweiliger Bericht mit schönen Bildern.

Auch wir sind grad in der Grobplanung für unseren Marokkoaufenthalt vom 1.-28.05.16 und da kommen aktuelle Berichte gerade recht.

Euch eine schöne Zeit und viele unvergessliche Erlebnisse!

ENTDECKER am 20 Jan 2016 09:07:43

Hallo Gogolo,

wie immer sind Deine Reiseberichte interessant und kurzweilig. Wir freuen uns immer wieder wenn es etwas Neues von Euch gibt.
Das Thema Marokko passt für uns diesmal ganz gut, da wir im Mai (3.05.-25.05.) ebenfalls dort sein werden. Leider bleibt uns nicht viel Zeit und wir haben deshalb eine geführte Tour genommen. Mal abwarten, wie sich so etwas rauskristallisiert.
Unsere Anreise wird auch nicht über den Landweg (Österreich, Schweiz, Frankreich und Spanien) sein sondern über Genua. Geht schneller, ist stressfreier und kostet nur unerheblich mehr.

Also immer genug Luft in den Reifen und ums Blech rum.

Gruß,
Christian

Gogolo am 20 Jan 2016 16:53:36

Zunächst der Weg, der in diesem Bericht beschrieben ist:





Von Volubilis bis zur nächsten Station Meknes war nur eine halbe Stunde Fahrt. Wir stehen dort auf einem Parkplatz gleich bei der Altstadt und können hier auch übernachten. Sogar Strom gibt es. Übernachtung incl. Strom kosten 100DH (10€). Der Platzchef ist recht bemüht, rührig, aber auch seeehr geschäftstüchtig, denn er will einem immer gleich etwas „andrehen“, zeigen oder organisieren.

Aus Wikipedia: Meknès ist eine Stadt im nördlichen Marokko mit rund 600.000 Einwohnern. Die Hauptstadt der Region Meknès-Tafilalet liegt am Fuße des Mittleren Atlasgebirges. Ihr Name leitet sich vom Berberstamm der Miknasa ab, der den Ort ursprünglich besiedelte. Die gesamte Altstadt von Meknès wurde von der UNESCO im Jahr 1996 in ihre Liste des Weltkulturerbe aufgenommen. Sie gehört auch zu den marokkanischen Königsstädten – also sehr sehenswert. Die Souks von Meknès gehören zu den schönsten und ursprünglichsten des Landes. An der Place el Hedim, dem weiten Platz vor dem berühmten Stadttor Bab Mansour, befindet sich ein überdachter Markt für Lebensmittel. In der Nähe des Parkplatzes befindet sich auch das unterirdische Christengefängnis. Ganz sehenswert sind auch die riesigen Speicherbauten und Stallungen des Heri es-Souani in denen in historischer Zeit über 12.000 Pferde untergebracht waren.

Um das alles zu sehen zu können, mieten wir uns für Eineinhalb Stunden eine Pferdekutsche, die uns zu den wichtigsten Plätzen in der Sultanstadt außerhalb des Souks bringt. Genügend Zeit für Fotos und Besichtigungen sind inclusive. Wir kamen dadurch leicht und bequem zu den etwas entfernteren Sehenswürdigkeiten der Stadt. Bilder der Stadt:

















Nach der Kutschfahrt haben wir am Nachmittag noch genügend Zeit den Souk zu besichtigen und auf einer Terrasse oberhalb des weiten Platz vor dem berühmten Stadttor Bab Mansour einen hervorragenden Minzetee zu trinken. Im Souk kauften wir eine Dose aus Silber mit grünen Steinen, die sich mit ein paar Handgriffen u einem Armreif verwandeln lässt. Alles Handarbeit von den Berbern.










An einem Stand vor dem Souk kauften wir uns noch eine „Brotzeit“, besehend aus einem aufgeschnittenen Fladenbrot, gefüllt mit gebratenen Fleisch, das von einem Hammelkopf geschnitten wurde. Es sah etwas schräg aus (ähnlich einem Döner im Brot), schmeckte aber hervorragend. Auch frische Erdbeeren kauften wir (ein Kilo für 10DH=1€) und Gogoline hat sich am Straßenrand von einem Schuhputzer die Schuhe verschönern lassen. Der Schuhputzer verlangte kein Geld, nur das was wir gerne geben. Die Schuhe waren anschließend wie neu und das war mir 20DH (2€) wert.







Nur 70km war die nächste Strecke bis Azrou. Das Städtchen liegt auf 1250m Höheim Mittleren Atlas und hat rund 52.000 Einwohner. Der CP Amazigh liegt 4km außerhalb an der Straße nach Ifrane inmitten eines großen Kirschgartens mit uralten Kirschbäumen und gehört einem Marokkaner, der vorher 20 Jahre in Köln gelebt hat. Auf den Häusern in der Umgebung haben viele Störche Nester gefertigt und die Störche klappern die ganze Zeit mit den Schnäbeln. Sie sind in Balzstimmung. Von einem Aussichtspunkt unterwegs hatten wir einen schönen weiten Blick auf den ihre Hohen Atlas. Am CP kann man auch sehr gut essen, die Lachsforelle lebt in den Gewässern und Bächen des Atlas und schmeckte mit verschiedenen Gemüsen und Reis wirklich gut (der Chef hat das Essen ans Fahrzeug gebracht)– und für 5€ pro Forelle kann man nicht meckern.







In den nächsten Tagen kam der Roller wieder zum Einsatz. Zum einen fuhren wir nach Azrou um eine SIM-Karte für internationale Telefonate (nach Deutschland) zu kaufen. Die Karte von Telekom Maroc kostete nur 15DH (1,50€) und ich habe für 100DH gleich 2 Stunden für internationale Telefonate aufbuchen lassen. Das Guthaben bucht man aber nicht bei Telekom Maroc, sondern bei so kleinen Läden in der Stadt, wo es auch Handys und andere elektronische Sachen gibt. So kostet das telefonieren nach Hause nur noch 10ct/Minute anstelle von 2,55€/Minute bei Vodafone Deutschland. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Auch eine gedrechselte Schüssel aus Zedernholz war „plötzlich“ neben Obst und Gemüse von den Markhallen in unserem Einkaufskorb.








Gleich in der Nähe der Stadt ist auch die „Straße der Zedern“, die wir unbedingt noch besichtigen müssen. Wir fahren daher mit dem Roller gleich zur „Cedre Gourand“, sie war mit 42m Höhe die größte Zeder Marokkos, heute ist sie aber abstorben. Doch in der Nähe sind noch viele alte und große Zedern zu bestaunen. Zu bestaunen gibt es auch die vielen Berberaffen, die im Zedernwald frei herumlaufen. An den Ständen kann man Erdnüsse kaufen und die Affen fressen einem sogar aus der Hand.









Weil das Wetter so schön ist, machen wir gleich am nächsten Tag noch einen weiteren Ausflug – allerdings mit dem Gogolobil, denn die Fahrt ging auf fast 2000m Höhe hinauf und es war ziemlich kühl. Der CP-Besitzer sagte uns, dass das Wetter ungewöhnlich sei, da normalerweise um diese Jahreszeit Schnee liegt und in der Gegen auch Skilifte sind. Diese Skilifte wollten wir uns natürlich ansehen, auch wenn es wegen Schneemangel keinen Skibetrieb gibt. Auf der „Straße der Zedern“ fuhren wir in die Höhe, wieder an Berberaffen vorbei, bis zum Skigebiet Mischliffen.












Nach einem Service- und Entspannungstag ging es dann wieder weiter in Richtung Süden. Übrigens: Diesel kostet derzeit 73€ct/Liter! Da macht das tanken wieder Spaß.

Was das einkaufen betrifft, so war es im Norden des Landes wesentlich einfacher als hier im Südosten. Waren in den großen Städten häufig Supermärkte anzutreffen (die Supermarktkette Marjane gehört übrigens dem marokkanischen König), so sind hier diese universellen Einkaufsmöglichkeiten stark reduziert. Wenn so ein größeres Geschäft auf unserer Strecke liegt, dann werden die Vorräte kräftig ergänzt. Insbesondere die Getränke wie Wasser, Cola, Fanta, Milch kommen dann inden Einkaufswagen. Die Käseauswahl ist ganz in Ordnung, nur bei der Wurst darf man nicht wählerisch sein: Geflügel-, Esel- oder Wurst mit Rindfleisch stehen zur Auswahl. Die Fleischtheke ist in der Regel sehr appetitlich und frisch. Fisch gibt es selten, da ist der Lieferweg hier im Landesinneren doch recht weit. Konserven sind in der Auswahl meistens beschränkt. Brot ist fast überall als Fladenbrot oder Baguette erhältlich, dunkles Brot: Fehlanzeige. Gottseidank habe ich noch Dosenvollkornbrot und Dosenpumpernickel in meiner Vorratskiste. Mineralwasser mit Gas ist hier übrigens ganz selten und exotisch.


Noch ein paar Zeilen zu den Straßenverhältnissen in Nord-Marokko: es gibt hier durchwegs gute Straßen mit vielen Kreisverkehren (das haben die Marokkaner sicher von der Franzosen abgeschaut...). Die Autobahnen kosten ein geringe Gebühr – keine Abzocke und sind fast leer. Auf solchen Autobahnen ist ein echt entspanntes fahren möglich. Tempomat rein und laufen lassen... Nebenstraßen dagegen können durchaus schmal und einspurig sein, d.h. bei Gegenverkehr muss jeder Teilnehmer bei der Begegnung mit den rechten Reifen auf das Bankett fahren. In den Städten sind sehr, sehr viele „Entschleunigungsschwellen“ zur Verringerung der Geschwindigkeit vorhanden. Sie sind zwar recht gut gekennzeichnet, aber wehe, mann/frau übersiehteine solche Schwelle! Dann wird das Fahrzeug in die Luft katapultiert und alle Einrichtungsgegenstände fliegen durcheinander. Das macht mann/frau nur einmal... An den Ein- und Ausfallstraßen der Städte stehen regelmäßig Polizisten, meist mit Radarpistole und kontrollieren den Verkehr. Sollte jemand versuchen, die Sperre zu durchbrechen, werden sog. Nagelbretter auf die Fahrbahn geschleudert. Bislang sind wir aber noch nicht kontrolliert worden.

Das bisherige Wasser fürs Gogolobil zum duschen und kochen ist einwandfrei, geschmacklich hervorragend und nicht zu beanstanden. Ich habe es auch schon unabgekocht getrunken und keinerlei gesundheitliche Beschwerden (Durchfall o.ä.) bekommen. Natürlich gebe ich immer Micropur zur Entkeimung ins Wasser. Ich bin neugierig, wie sich die Wassersituation im Süden des Landes darstellt.

Auch mit der Verständigung funktioniert es ganz gut. Wir benutzen vorwiegend die Sprache der Freundlichkeit, auch wenn es mit der Landessprache nicht klappt. Ansonsten mit Englisch, ein paar einzelnen Brocken Französisch und Arabisch (aus dem Wörterbuch), mit Deutsch und vor allem mit Bayrisch. Man glaubt gar nicht, wie viele Eingeborene auch ein paar Brocken Deutsch sprechen, sie haben früher in Deutschland gearbeitet und/oder gelebt. Sie sind froh, mit ihren Sprachkenntnissen bei ihren Landsleuten punkten zu können. Und ansonsten gibt es noch die internationale Zeichensprache mit Händen und Füssen – und das klappt ganz vorzüglich. Besonders gut kommen immer die paar Worte in arabischer Sprache bei den Eingeborenen an. Da merken die Leute, dass man sich wirklich um Verständigung bemüht.

So, jetzt genug Infos für „nebenbei“ und zurück zur Reise. Wir fuhren eine kleine Etappe (wir kommen schon zur Mittagszeit dort an) von Azrou über das Hochplateau des Mittleren Atlas in Richtung Midelt zum Hotel-Camping Kzar Timnay - --> Link, das rund 15km vor Midelt in Sichtweite der verschneiten Bergspitzen des Mittleren Altas liegt. Das Hochplateau liegt auf rund 2200m, das Hotel ist aber schon wieder auf 1500m. Die Fahrt führte uns auf dem Plateau in eine völlig andere Landschaft. Hatten wir auf der Anfahrt anfangs noch Berberaffen am Straßenrand, so sind jetzt in der kargen Landschaft nur noch Schafe und Ziegen zu sehen und die Behausungen (anders kann man sie nicht nennen) der Eingeborenen machen einen sehr ärmlichen Eindruck. Wenngleich sind die Leute durchwegs freundlich und winken uns schon von weitem.










In den Nächten ist es sehr kalt, wir hatten ziemlichen Bodenfrost und die Heizung im Gogolobil kämpfte erfolgreich (nur mit der Elektrozusatzheizung – ohne Gas) gegen die Kälte an. Der Anhänger und der Roller waren am Morgen dick mit Raureif überzogen aber im Gogolobil war es beim Frühstück mit 23°C angenehm warm. Aber schon nach kurzer Zeit erwärmte sich im Freien in der klaren Luft und bei strahlendem Sonnenschein die Umgebung und es wurde tagsüber fast heiß. In den Nachrichten hören wir, dass in Deutschland mittlerweile auch der Winter mit Schneefall gekommen ist.

Gleich in der Nähe des CP Ksar Timnay ist ein neu angelegter Naturpark mit einem kleinen See in dem sich Fische tummeln und auf dem Enten und Gänse schwimmen. Ein kleiner Spaziergang dahin lohnt sich.










Wir müssen dringend unsere Vorräte auffüllen, denn in Kürze werden wir Erg Chebbi (eines meiner Wunschziele in Marokko) erreichen und endlich Sahara-Feeling erhalten. Wir möchten dazu ziemlich in den Dünen stehen und da wird es auch nichts mehr zum einkaufen geben. Also halten wir auf unserem Weg in Errachidia an, denn dort ist ein größeres Acima-Einkaufszentrum und versorgen uns mit allem, was wir in den nächsten Tagen brauchen.

Der letzte Zwischenstopp vor den Dünen des Erg Chebbi an der algerischen Grenze ist rd. 27km südlich von Errachidia im Ziz-Tal (Oases du Ziz) in der kleinen Oase von Oulad Chaker bei Tissirt inmitten eines Dattelpalmenhains. Das Ganze Tal ist kilometerlang ausgefüllt mit Dattelpalmen und es ist überaus schön, dort in den Palmenhainen auf den Bewässerungsdämmen spazieren zu gehen. Die Dattelernte ist zwar schon lange vorbei (Sept. - November), doch einige Bäume tragen noch immer Früchte und diese „Spätlese“ wird gerade geerntet. Wir bekommen eine paar Handvoll von diesen wirklich zuckersüßen Köstlichkeiten geschenkt. Sozusagen „sonnenwarm und erntefrisch“.






Wie es uns weiter ergeht in den Sanddünen des Erg Chebbi – das steht dann im nächsten Bericht. Solange müsst ihr schon warten, also „dran bleiben“. Aber ein kleines Vorschaubild gibt es, wo wir heute in der Wüste angekommen sind.







Bis dahin viele Grüße in die Heimat



Habe die Ehre

Gogolo

pipo am 20 Jan 2016 17:01:28

Gruß aus dem verschneiten Deutschland zurück :wink:

Wieder mal beeindruckende Bilder :top: Da wäre ich mom. auch gerne :mrgreen:

HeikeD am 20 Jan 2016 17:05:59

Ich bin immer wieder beeindruckt, wie ihr das so locker flockig alles macht.

Tolle Bilder, vielen Dank dafür.

Weiterhin eine tolle Zeit und ganz viel Gelegenheit um uns hier weiter auf dem aktuellen Stand zu halten :D

frankjasper8 am 20 Jan 2016 17:27:14

Auch von mir an dieser Stelle mal wieder ein "Dankeschön!" an Euch zwei für diese unterhaltsamen Berichte. Das Lesen Eurer Abenteuer ist jetzt gerade das Richtige bei unserem Deutschen Winterwetter.
Wir haben zwar nicht ganz soviel Schnee, wie Ihr den Sand habt :D , aber dafür ist es hier bei + 2 °C sicherlich um einiges kälter, als bei Euch.
Ich hoffe, ich störe Euch nicht allzu sehr, wenn ich noch eine Weile bei Euch mitfahre. :D
Weiterhin eine gute und unfallfreie Tour! Das Gogolobil glänzt ja noch immer wie frisch aus der Fabrik. :)

nuvamic am 20 Jan 2016 17:57:26

Zwischendurch muss ich mich auch mal bedanken für die exotischen Bilder. Zum (gründlichen) Lesen fehlt mir grad die Zeit, aber dein Bericht "läuft ja nicht ab".

Allerdings hängt mir der eine Kamelkopf (offenbar beim Metzger?) noch nach. Habt Ihr dieses tierische Produkt mal "genossen"?

sidec am 20 Jan 2016 18:10:06

Hallo Gogolo - vielen Dank und falls Ihr wissen wollt, wie es derzeit in Bayern aussieht, hier:


Dazu ist es wirklich bitterkalt. Es gibt also keinen Grund für Euch, nach Hause zu eilen :(

Edit: Das Bild habe ich heute gemacht.

Aretousa am 20 Jan 2016 18:38:29

Vielen Dank für den bisher so schönen Bericht, die eindrucksvollen Bilder und dass du uns mitreisen lässt.

Beim letzten, dem Vorschaubild, musste ich ja ein bisschen grinsen.
Was macht ein richtiger Mobilst, wenn er auf seinem Stellplatz in der Wüste angekomen ist? Er richtet erst mal die Antenne aus. :lol:
Ich wünsche euch beiden weiterhin eine gute Zeit bei bester Gesundheit.

Gogolo am 20 Jan 2016 20:24:56

ENTDECKER hat geschrieben:Unsere Anreise wird auch nicht über den Landweg (Österreich, Schweiz, Frankreich und Spanien) sein sondern über Genua. Geht schneller, ist stressfreier und kostet nur unerheblich mehr.



Hallo Christian,

wir wollten auch mit dem Schiff von Tanger nach Livorno, aber die Fährgesellschaft hat uns diese Woche mitgeteilt, dass die Fähre der Reederei Grimaldi von Januar bis Ende März den Dienst einstellt. Wir versuchen jetzt Ende März auf die Fähre nach Genua auszuweichen. Die Antwort der Reederei steht noch aus.


Habe die Ehre

Gogolo

ERPEL am 22 Jan 2016 10:50:05

Hallo Gogolo,
gestern hatten wir eine Diskussion über deinen Kilometerstand.
Mein Bruder meinte das du im Jahr , bei deiner ausgiebigen Reiselust, ca 50000 Kilometer im Jahr machst,
ich lag bei meiner Schätzung bei 25000 Km.
Wäre nett wenn du dich dazu mal auslassen könntest. Ich hoffe wir werden später auch mal in den Genuss der dauer Reisen zu kommen.
Gruß in die Wärme
Erpel

piloteur am 22 Jan 2016 12:04:50

Hallo Gogolo,

falls Ihr vom Erg Chebbi in Richtung Todraschlucht oder Quarzazate fahren solltet, empfehle ich einen Abstecher zum Freilichtmuseum Lala Miymona an der N 10 zwischen Tinejdad und Tinghir mit den Koordinaten N 31°29'13“ und W 005°07'35“.





Noch viele schöne Tage in Marokko.

Kringel01 am 22 Jan 2016 12:26:52

Hallo,


:!: WUNDERBAR!!!! :!:




LG Kringel

Gogolo am 22 Jan 2016 13:07:36

ERPEL hat geschrieben:Mein Bruder meinte das du im Jahr , bei deiner ausgiebigen Reiselust, ca 50000 Kilometer im Jahr machst,
ich lag bei meiner Schätzung bei 25000 Km.
Wäre nett wenn du dich dazu mal auslassen könntest. Ich hoffe wir werden später auch mal in den Genuss der dauer Reisen zu kommen.



Erpel, du bist viel näher dran mit deiner Schätzung. Ich unterschreite sogar wesentlich die von dir genannten 25.000km! Lediglich unsere große Asienreise hat mit 37.000km richtig "reingehauen", ansonsten sind es pro Jahr ca. +/- 15.000km. Manchmal mehr, manchmal weniger.



:arrow: piloteur

Herzlichen Dank für den Tipp!



Habe die Ehre

Gogolo

Alter Hans am 22 Jan 2016 14:56:24

piloteur hat geschrieben:Hallo Gogolo,

falls Ihr vom Erg Chebbi in Richtung Todraschlucht oder Quarzazate fahren solltet, empfehle ich einen Abstecher zum Freilichtmuseum Lala Miymona an der N 10 zwischen Tinejdad und Tinghir mit den Koordinaten N 31°29'13“ und W 005°07'35“.
Noch viele schöne Tage in Marokko.


Das möchte ich aus vollem Herzen unterstreichen.
Der Besitzer spricht gut deutsch. Er hatte in Freiburg studiert.

Gogolo, Dir weiterhin gute Fahrt!

woslomo am 22 Jan 2016 16:40:50

Hallo Gogolo,
hier findest Du mehr Info zu dem Musee_des_Sources_de_Lalla_Mimouna
--> Link
Das Museum ist wirklich einen Stop wert. Rufe vorher an, damit Die Zaid das Museum zeigen kann.
Zaid, der alles zusammengetragen hat, kennt jedes Detail.
Im letzten Winter hat ihm der Schnee (20cm Pappschnee), als wir dort waren, einiges zusamengedrückt. Nomadenzelte sind eben nicht für schweren Schnee ausgelegt. Aber das dürfte den Besuchswert nicht schmälern.
Er hatte nicht dagegen, wenn man auf dem geräumigen Parkplatz übernachtet.
PS Geldbeutel festhalten. Er hat nette alte Sachen zu verkaufen.

Gogolo am 22 Jan 2016 16:58:05

Ja, wenn das Museum SO gelobt wird, dann müssten wir wohl auch dort hin. Mal schauen, denn eigentlich ist unser Plan, weiter südlicher nach Südwesten zu fahren und dann in die Route des Kashbars einzuschwenken. Aber meine Pläne werden oftmals von Stunde zu Stunde geändert

Auf alle Fälle: herzlichen Dank für die Tipps!


Habe die Ehre

Gogolo

woslomo am 22 Jan 2016 17:17:17

Gogolo hat geschrieben:Ja, wenn das Museum SO gelobt wird, dann müssten wir wohl auch dort hin. Mal schauen, denn eigentlich ist unser Plan, weiter südlicher nach Südwesten zu fahren und dann in die Route des Kashbars einzuschwenken. Aber meine Pläne werden oftmals von Stunde zu Stunde geändert

Auf alle Fälle: herzlichen Dank für die Tipps!


Habe die Ehre

Gogolo

Hallo Gogolo,
ich habe mir gerade Dein Womobild im Avatar angesehen. So sahen viele unserer Furtendurchfahrten in Marokko im letzten Jan/Feb auch aus. Entsprechend viele Brücken und Strassen waren völlig weggespült. Aber die fast überall noch vorandene alte Furt hilft dann immer weiter.

Wenn Du weiter im Westen bist, wäre sicherlich auch die recht sehenwerte Speicherburg von Amtoudi für Dich interessant. --> Link Unterhalb ist ein netter CP. Allerdings sollte man gut zu Fuß sein für die Ziegenpfade aufwärts.

WoRo1 am 22 Jan 2016 19:34:22

Hallo Gogolo,
auch ich kann den Besuch des Museums nur empfehlen. Schwergewichtig ist es ein Wassermuseum, weil der Betreiber dort mitten in der Wüste mehrere verschüttete Quellen ausgegraben hat und sie heute - auch sehr schön anzusehen - stolz präsentiert. Aber es gibt auch viele tolle Sachen, die er gesammelt hat, zu sehen. Man kann auch auf dem Parkplatz vor dem Museum (mit Picknic-Tischen!) kostenlos übernachten. Keine Sorge vor unliebsamen Besuchen : Das Museum befindet sich in völliger Einsamkeit. Die Frau des Betreibers unterhält übrigends im etwas westlicher gelegenen Tinejdad eine sehr sehenswerte Verkaufsausstellung : nett anzusehen, sehr schöne und günstige Objekte, keinerlei Nepp.

Alter Hans am 22 Jan 2016 21:50:54

WoRo1 hat geschrieben:Hallo Gogolo,
auch ich kann den Besuch des Museums nur empfehlen.
Die Frau des Betreibers unterhält übrigends im etwas westlicher gelegenen Tinejdad eine sehr sehenswerte Verkaufsausstellung : nett anzusehen, sehr schöne und günstige Objekte, keinerlei Nepp.


Hallo woro,
kleine Korrektur:
das Wassermuseum kommt von Westen her zuerst. Knapp 10 km östlich davon, im Städtchen Tinejdad dann die Ausstellung von seiner Frau.
Ob Zaid in Freiburg studiert hatte wie ich mich erinnerte, oder in Heidelberg, wie viele andere Besucher schreiben kann ich nicht mehr entscheiden.
Egal, sein Deutsch ist auf jeden Fall ausgezeichnet.
Er ist am Aufbauen einer Bibliothek über Wasser: für Studierende und andere Interessenten. Über entsprechende Literatur ist er dankbar.

Gogolo am 27 Jan 2016 15:51:29

?????? ????? ? - as-sal?mu ?alaikum


zunächst wieder der Weg, der in diesem Bericht beschrieben ist:





Ist das Ziz-Tal zunächst noch eng und tief, weitet es sich allmählich auf und wird flacher und breiter. Hunderttausende von Dattelpalmen sind an der jeweils tiefsten Talstelle und werden von einem ausgeklügelten Bewässerungssystem am Leben erhalten. Zwischen den Palmen wird saftig grüner Klee (Futter für die Tiere) und Gemüse angebaut.

Die Umgebung links und rechts der Straße auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel änderte sich nach dem Ende des Ziz-Tales von Kilometer zu Kilometer. Immer karger, steiniger und dann sandiger wird die Gegend bis am Horizont die ersten großen Sanddünen erscheinen.

Genau 100km Fahrt waren es von der Oase von Oulad Chaker bei Tissirt bis zu den Sanddünen bei Merzouga am Erg Chebbi. Wir hatten hier für uns eine Vorauswahl getroffen, und zwar zwischen zwei Campingplätzen, dem „Haven la Cange“ und dem „Le Secret du Sahara“. Der Besitzer des letzteren hat uns auf dem Weg nach Merzouga angehalten und uns über die Qualität seines Platzes in gutem Deutsch überzeugen wollen.

Natürlich gibt es hier in dieser Gegend sehr viele Campingplätze, fast jedes Hotel oder Gaststätte hat so ein Teil – in unterschiedlicher Ausführung und Qualität. Allein im Reiseführer von E. Kohlbach sind 37 Campingplätze am Erg Chebbi aufgelistet. Die beiden oben erwähnten Plätze haben uns von vorne herein aufgrund der guten Beschreibung ins Auge gestochen. Wir haben beide Plätze besichtigt und haben uns entschlossen, zum Haven la Change zu fahren. Ausschlaggebend war, dass wir hier ohne störende Lehmwände unmittelbar an den großen Sanddünen stehen können und ganz vorne in der ersten Reihe noch ein genialer Platz mit absolut toller Sicht frei war. Darüber hinaus hat der Platz ein Restaurant, saubere sanitäre Anlagen mit heißem Wasser, gute Wasserqualität und freundliches Personal. Der Preis ist incl. Strom 80DH (8€) am Tag.








Allerdings gibt es hier auch zwei Mankos: das erste Manko sind die unzähligen Fliegen, die hier herumschwirren und zur Abendzeit das warme Innere des Gogolobils aufsuchen. Die Fliegenklatsche hat „Großkampftage“ und nach so jeweils einer Stunde sind immer über 100 Fliegen erlegt. Gottseidank beißen diese Fliegen nicht, aber die Restfliegen – die wir nicht erwischen - sind doch recht lästig. Das zweite Manko ist die Stromversorgung. Jeden Abend und am Morgen geht hier in der Gegend die Stromstärke von 230V auf rund 185V herunter und das Ladegerät für die Batterien fängt zu klacken an, da erst ab 195V ein stabiler Netzbetrieb gegeben ist. Gottseidank sind meine Batterien groß genug, so dass ich mir keine Sorgen machen muss. Zuerst dachte ich, dass Ladegerät ist defekt, dann erinnerte ich mich aber, dass auf unserer Asienreise in Sibirien und in der Mongolei auch so schlechte Stromqualität war. Als Plan B hätte ich sogar ein zweites Ladegerät mit dabei... So werden jetzt die Batterien tagsüber wieder vom Stromnetz und von der Solaranlage aufgeladen – bis es wieder am Abend „zu klacken“ anfängt. Ich lege dann ganz einfach für ein paar Stunden den FI-Schalter um, dann ist Ruhe!

Wenn wir vorhaben, mehr als eine Nacht am gleichen Platz zu stehen, dann gehört es einfach dazu, dass die Satellitenschüssel aufgebaut wird um bei Dunkelheit einen schönen Fernsehabend zu haben. In Länder, in denen es abends lange hell ist, brauchen wir keinen Fernseher, hier aber geht um 17:30Uhr die Sonne unter und um 18 Uhr ist es stockdunkel. Da kann man nicht mehr aus dem Fenster schauen und die Gegend genießen, da sieht man überhaupt nichts mehr. Und im Freien sitzen ist auch nicht so prickelnd, denn am Abend kommt verstärkt die Invasion der Millionen von Fliegen! Der Empfang mit der 85cm-Schüssel ist recht gut, die Programme sind klar und ohne Störungen zu empfangen.

Wir bleiben hier voraussichtlich eine Woche an diesem schönen Platz, denn Erg Chebbi gehört für uns zu den absoluten Höhepunkten unserer Reise. Außerdem ist diese wunderbare Gegend zum relaxen geradezu ideal. Zur Feier dieses Zwischen-Höhepunktes habe ich meine letzte Dose mit bayerischen Weißwürsten geöffnet und wir machten ein schönes Weißwurstfrühstück – leider fehlten die Brezen (dafür gab es Fladenbrot). Aber sonst war es sehr gut.












Der Muezzin, wie er im Deutschen genannt wird, ruft fünfmal am Tag in der Morgendämmerung, am Mittag, am frühen Nachmittag, kurz nach Sonnenuntergang und etwa zwei Stunden danach die Muslime zum Ritualgebet auf. Wir sind zwqar nicht in unmittelbarer Nähe zu einer Moschee aber der Muezzin ist trotzdem von weither hörbar. Das stört aber nicht im Geringsten, das gehört hier einfach dazu!

Ob Sonnenuntergang oder -aufgang oder auch Aufgang des Vollmondes – die Dünen und deren Farbe sind immer wieder anders und eindrucksvoll. Es gelingen m.E. wirklich gute Fotos, auch mit der „Handkamera“



Sonnenaufgang:








Sand bei Sonnenuntergang:








Mondaufgang:







Sandsturm hat es bis jetzt gottseidank noch keinen gehabt. Wir sind auch nicht scharf darauf einen solchen zu erleben. Es reicht schon der feine Sand in der Luft, der auch durch kleine Ritzen des Fahrzeugs dringt und innen überall einen sandig-staubigen Überzug erzeugt. Gogoline ist ständig am wischen und sauber machen.


Ich hatte ja schon kurz erwähnt, dass wir bei der Rückreise von Tanger aus die Fähre bis nach Livorno nehmen wollen um uns die Rödelei auf der Straße des Hinwegs zu ersparen. Ich habe auch die Fähre schon Anfang Januar übers Internet gebucht. Jetzt plötzlich bekomme ich eine Nachricht auf die Mailbox und ein eMail, dass die Fähre der Grimaldi-Linie, welche die Strecke Tanger-Livorno bedient, ab Januar bis Ende März den Fährbetrieb einstellt und nicht fährt. Die Vermittlungsgesellschaft hat jetzt angeboten, zu versuchen auf die Fähre Tanger-Genua für den 21.03.2016 umzubuchen, sofern noch Kapazitäten frei sind. Wir werden wohl bis Mitte Februar deswegen abwarten müssen. Zur Not gibt es noch Plan B, der heißt, dass wir mit dem Fahrzeug auf dem Landwege zurückfahren...


Aber die Gegend ist viel zu schön und abwechslungsreich um sich deshalb den Kopf zu zerbrechen. Wir machen einen abendlichen Ausflug auf dem Rücken von Dromedaren hinein in die Sandwüste. Spannend ist das allemal, wenn man zum ersten mal auf den Rücken des Dromedars sitzt und sich dieses dann in voller Höhe erhebt. Zuerst steht es mit einem Teil der Hinterbein auf, bis es kniet, dann kommen die Vorderbeine und dann der Rest der Hinterbeine. Das bedeutet, dass man im Sattel zunächst nach vorne kippt, dann nach hinten und dann wieder nach vorne. Da muss mann/frau sich ganz schön fest halten!


Ist das Dromedar dann mal unterwegs, dann schaukelt es einen von links nach rechts und wieder nach links, denn das Tier hat einen sog. Passgang, d.h. beide Beide auf einer Seite werden gleichzeitig bewegt. Wir waren mit einem Führer rund eineinhalb Stunden unterwegs – und das reichte auch, denn wenn man nicht locker im Sattel sitzen kann, dann verkrampft man sich schnell. Trotzdem: es war lehrreich und hochinteressant und wir würden einen solchen Ausritt wieder machen – wenn wir noch nie einen gemacht hätten. Aber diese Erfahrung ist es einfach wert gewesen. Ich fühlte mich wie Karl May's Kara Ben Nemsi in der Wüste. Einige Bilder davon:













Nicht nur mit dem Dromedar, auch mit dem Gogolobil wollten wir in die Wüste fahren. Es gäbe da eine Piste, die rund um den Erg Chebbi geht, denn direkt über die Sanddünen hinweg ist nur mit Dromedar und/oder Allrad-Quad bzw. Motorrad und Spezial-Jeep möglich. ABER: bei mir hat sich seit ein paar Tagen ein hartnäckiger „Dünnfall“ eingestellt, der mir eine solche Exkursion unmöglich macht. Aber zum „sandfahren“ werde ich wohl noch genug auf dieser Reise kommen...


Irgendwann müssen wir auch wieder weiter fahren, hin zu den nächsten Erlebnissen. Über die werde ich dann im nächsten Bericht erzählen.

Bis dahin viele Grüße in die Heimat


Habe die Ehre

Gogolo

sidec am 27 Jan 2016 16:02:37

Toll! Danke dir!

Spooky am 27 Jan 2016 16:06:34

Hallo Gogolo,
Super Bilder! Das mit den Fliegen habe ich in Australien mal erlebt. Das ist wirklich sehr unangenehm und lästig.
Dir gute Besserung!
Gruß vom verregneten, windigen und grauen Niederrhein!
Andreas

ebi1 am 27 Jan 2016 16:56:10

Hallo Gogolo,

zunächst mal gute Besserung!

Wir sind neulich um den Erg gefahren, bzw. haben uns fahren lassen. Hinterher war ich froh, das eigene Fahrzeug geschont zu haben. Aber nicht nur das. Unser Fahrer war ja auch Guide und hat uns mit Informationen versorgt, die wir allein nicht gehabt hätten. An einigen interessanten Stellen wären wir garantiert vorbei gefahren. War ein lehrreicher Tag.

Gute Reise weiterhin!

Julia10 am 27 Jan 2016 17:01:33

Wunscherschöne Fotos :!:

Diese Farbenpracht und das Licht, einfach nur schön :!:

Gute Reise weiterhin :!: .

Julia

pipo am 29 Jan 2016 13:25:51

Ich denke dieser Bericht läuft unter der Überschrift: Träume realisieren.

Überwältigend die Fotos :!:

chabo am 29 Jan 2016 13:44:01

Hallo und gute Besserung,
wir stehen zur Zeit auch im Erg Chebbi..auf dem Platz von Mohaout.
Auch für uns ist dies ein Höhepunkt unserer Reise.Wir haben übrigens fast die gleiche Route gewählt und uns scheinbar immer knapp verpasst. Weiterhin eine schöne Reise.
Lg
Chabo

Allradmobilist am 29 Jan 2016 13:45:09

Danke für die schönen Bilder! Wir waren im Nov. 2013 dort und werden ganz sicher noch einmal dorthin fahren.

Gogolo hat geschrieben:....Manko ist die Stromversorgung. Jeden Abend und am Morgen geht hier in der Gegend die Stromstärke von 230V auf rund 185V herunter und das Ladegerät für die Batterien fängt zu klacken an, da erst ab 195V ein stabiler Netzbetrieb gegeben ist. Gottseidank sind meine Batterien groß genug, so dass ich mir keine Sorgen machen muss. ...

Hm, wie kommt's, dass Ihr Landstrom benötigt? Solar habt Ihr doch auch, oder? Wir haben einen 130l Kompressorkühlschrank und abends diverse Gerätschaften aufzuladen, wie Laptop, Garmin etc., aber dennoch während unserer Reise nicht ein einziges Mal Landstrom benötigt- dank Solar und ausreichender Batteriekapazität. Sonne war nie zu knapp :D

Gute Erholung und weiterhin gute Reise!

WoRo1 am 29 Jan 2016 14:46:18

Gogolo hat geschrieben: Das zweite Manko ist die Stromversorgung. Jeden Abend und am Morgen geht hier in der Gegend die Stromstärke von 230V auf rund 185V herunter und das Ladegerät für die Batterien fängt zu klacken an, da erst ab 195V ein stabiler Netzbetrieb gegeben ist.

Hallo Gogolo,
das ist eine typische Erscheinung in Marokko. Wenn das Ladegerät zu klcken anfängt, musst Du das Fahrzeug sofort vom Landstrom lösen. Wie mir ein Eklekromeister, mit dem mal in Marokko unterwegs war, gesagt hat, kann ansonsten nicht nur das Ladegerät beschädigt werden, sondern es kann auch zu einem Kurzschluss kommen. Willst Du doch Landstrom haben, solltest Du Dir einen Spannungswandler zulegen, der - zwischen Fahrzeug und Landstrom geschaltet - die in das Fahrzeug kommende Spannung immer auf 220 Volt - hinauf bzw. hinunter -regelt. So einen kleiner Kasten gibt es in Marokko in Werkstätten und evtl. Tankstellen und Supermärkten zu kaufen. Ich glaube, dass ich so etwas um die 30 € damals dafür bezahlt habe. In Deutschland gibt es, soweit ich weiß, solche Geräte nicht zu kaufen (wohl, weil man sie wegen der gleichmäßigen Spannung hier nicht braucht).

Alter Hans am 29 Jan 2016 16:25:34

WoRo1 hat geschrieben: In Deutschland gibt es, soweit ich weiß, solche Geräte nicht zu kaufen (wohl, weil man sie wegen der gleichmäßigen Spannung hier nicht braucht).


Der Vorschlag mit dem Spannungswandler gefällt mir sehr gut.


Es gibt in Deutschland jedoch Ladegeräte die auch mit 170 V Eingangsspannung noch klar kommen. Das wäre auch in Mitteleuropa manchmal nützlich.
Aber Vorsicht. Die Angaben zwischen Prospekten, Internet und Typenschild weichen mitunter krass voneinander ab.
Am besten bei Bestellung Eingangsspannung garantieren lassen.

Gogolo am 29 Jan 2016 20:59:42

chabo hat geschrieben:wir stehen zur Zeit auch im Erg Chebbi..auf dem Platz von Mohaout.
Auch für uns ist dies ein Höhepunkt unserer Reise.Wir haben übrigens fast die gleiche Route gewählt und uns scheinbar immer knapp verpasst.



Das ist ja lustig. Wir sind zur Zeit auf dem Weg nach Tamtattouchte in der Todra-Schlucht und werden übermorgen in der Dades-Schlucht sein. Dann geht es weiter nach Süden.


allradliebhaber hat geschrieben:Hm, wie kommt's, dass Ihr Landstrom benötigt?


ich habe zwar sicherlich genügend Batteriekapazitäten für mehrere Tag und auch Solar und Ladebooster. Aber ich habe auch "Schlafapnoe" und möchte deshalb nachts gerne auf der sicheren Seite sein, wenn das merdizinische Gerät läuft. Wenn es keinen Strom gibt - wie heute Nacht - dann machts auch überhaupt nichts, aber ruhiger schlafe ich "mit".


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 29 Jan 2016 21:04:23

WoRo1 hat geschrieben: In Deutschland gibt es, soweit ich weiß, solche Geräte nicht zu kaufen (wohl, weil man sie wegen der gleichmäßigen Spannung hier nicht braucht).



Doch, gibt es auch in D, diese werden für die unterbrechungsfreie Stromversorgung gerade im PC-Bereich benötigt. Wenn wir wieder zuhause sind, dann lege ich mir so ein Gerät zu, das eine Eingangsspannung von 140V-270V und automatisch die Ausgangsspannung auf 230V hält (Kapazität ca. 1000Watt). Gibts u.a. auch bei Amazon.


Habe die Ehre

Gogolo

chabo am 30 Jan 2016 17:42:37

verpasst.

Das ist ja lustig. Wir sind zur Zeit auf dem Weg nach Tamtattouchte in der Todra-Schlucht und werden übermorgen in der Dades-Schlucht sein. Dann geht es weiter nach Süden.

wir bleiben euch auf den Fersen...wir fahren Montag in Richtung der Schluchten und dann später durch den Anti Atlas in Richtung Atlantik.Sind schnell gespannt ,ob es dort voll ist.

Klaus52R am 31 Jan 2016 15:20:45

:arrow: Gogolo
Zunächst weiterhin eine erlebnisreiche, sichere und schöne Tour in Marokko. Übrings, in der Todra-Schlucht waren wir auch schon mal (2013). Spannend!

Zum Spannungskonstanthalter: Meinst du so ein Teil?
--> Link
--> Link

woslomo am 31 Jan 2016 15:57:40

Hallo Gogolo
die vordere Dades Schlucht hat uns mit den tollen Felsformationen sehr begeistert. Leider war die Zufahrt in den hinteren Teil wegen zu hohem Schnee auf der Strasse gesperrt.

Gogolo am 31 Jan 2016 19:33:35

Wir sind heute von Tamtattouchte bis zur Ende der Todra-Schlucht nach Agoudal gefahren, wo der Weg nach Imilchil weitergeht. Wir sind aber abgezweigt und und von ganz oben in die Dades-Schlucht gefahren. Ab dem Abzweig war der Weg nur noch geschottert und staubig - 70km lang, immer auf einer Höhe von 2800 bis 3000m, dann im Schotter steil abfallend. Für "Weißware" absolut nicht zu empfehlen. Aber die obere Dadesschlucht ist von den Felsformationen derart großartig (u.E. schöner als Todra- und Dadesschlucht zusammen), dass die Mühen schnell vergessen waren. Näheres dann im nächsten Reisebericht.

Heute stehen wir bei den Affenpfotenfelsen in der Dadesschlucht und morgen sind wir wieder auf dem netten CP Addoud in Tamtattouchte, der liegt genial auf einem Aussichtsplateau ober dem Ort.


Habe die Ehre

Gogolo

Gogolo am 01 Feb 2016 16:59:18

Klaus52R hat geschrieben:
Zum Spannungskonstanthalter: Meinst du so ein Teil?
--> Link
--> Link



Ich dachte an dieses Teil: --> Link

Aber vielleicht gibt es etwas besseres/kleineres?


Habe die Ehre

Gogolo

Klaus52R am 01 Feb 2016 19:34:59

:arrow: Gogolo
Dann haben wir ja beide fast die gleichen Teile gemeint. Danke für deine Rückmeldung.

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