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nachdem meine BK nach 6 Jahren vermutlich das zeitliche gesegnet hat war klar, das mit LiFe nachgerüstet wird. Reanimationsversuche werde ich noch unternehmen, aber da wir von einer knapp 6-Wochen Reise sind, haben wir keine Lust auf Experimente im Vorfeld. Ein Blick ins Forum und da sind mir die etlichen Selbstbauten aufgefallen. Es war klar, das könnte auch etwas für uns sein. Dann hab ich vieeeeeeel gelesen und User die sich erst nicht sicher waren ob sie es hinbekommen, nach dem Erfolg aber sehr euphorisch berichtet haben, war dann der Startknopf für uns.
Da ich doch etwas vom Ableben überrascht wurde, fiel die Alibaba-Geschichte aus und ich musste mich nach einer zeitnahen Lösung umschauen. Dazu habe ich das www auf links gekrempelt und fand einen deutschen Händler, der in einer knappen Stunde zu erreichen ist. Die ersten Telefonate (obwohl er im Urlaub war) waren durchaus positiv und so bin ich heute dort aufgeschlagen und der junge Mann nahm sich rund 2h Zeit für mich. Aus der ursprünglichen Idee CATL 310Ah / Daly wurde jedoch Lishen 272Ah und das JBD BMS. Aus seiner Sicht sind die Lishen Zellen den CATL vorzuziehen. Ob er recht behalten wird, wird die Zeit zeigen. Da der Faktor Zeit meine Limitierung ist, habe ich alles von ihm bezogen und auch, wenn der Preis natürlich höher ist als beim Import aus China ist, war ich dennoch zufrieden. Für eine fertige Lösung a la Liontron hätte ich immer noch deutlich mehr bezahlt und weniger Kapazität gehabt. Versorgt wurde ich mit allem was notwendig ist (Kabel, Kabelschuhe, Schrauben, Gehäuse für aktiven Balancer etc.etc.) um die Batterie fertig zu stellen. Mein Basteltrieb hätte mich natürlich auch gern das Gehäuse fertigen lassen ... Werkzeuge dafür sind vollständig vorhanden, aber das fertige Gehäuse hat auch seinen Charm, da alles ins Gehäuse passt. Das Gehäuse wird normalerweise verklebt, aber er hat seitlich Bohrungen mit Gewinde angebracht ums es bei Bedarf wieder öffnen zu können. Die Zellen hat er mit Glasfaserplatten getrennt und auf Press getapet, und das Packet mit eine Art festem Wachspapier ummantelt. Lt. seiner Aussage ist es das gleiche Material wie es bei Fahrradakkus verwendet wird. Ob das stimmt? Ich kann es mir vorstellen.
Nun stehen die Zellen im Wohnzimmer (der Frau sei Dank) und werden durch ein LNT mit 3,65V balanciert. Das LNT habe ich übrigens bei banggood über das polnische Lager bezogen. Sonntags bestellt .. Dienstag da. Da fragt man sich schon, warum manche Pakete in D so lange brauchen.
Das war es nun erstmal zum wieso weshalb warum und was.
Nun komme ich zu einer Frage die mich brennend interessiert und auf die ich bis jetzt keine Antwort gefunden habe. Normalerweise wird der Batteriecomputer direkt am Plus- oder Minuspol angeschlossen. Wenn man aber ganz ehrlich ist, dann klammert man bei Life doch das BMS aus. Wäre es dann nicht sinnvoller, den Blue-Battery direkt am Zellenpol in die Minus zum BMS anzuschließen? So würde doch auch der gesamte Strom vom BMS miterfasst. Sehe ich das falsch?
Wirklich nicht? Der Strom zum "Beleben " des BMS/BT bezieht das BMS doch aus den Zellen. Nur fließt dieser Strom nicht über den Meßshunt bzw. Blue-Battery. Damit dürfte doch der Strom vom BC nicht erfasst werden, oder?
Anzeige vom Forum
krozinger am 16 Okt 2021 18:30:49
Darf man den Händler erfragen?
knutschkugel am 16 Okt 2021 18:38:07
IchBinsWieder hat geschrieben:Wirklich nicht? Der Strom zum "Beleben " des BMS/BT bezieht das BMS doch aus den Zellen. Nur fließt dieser Strom nicht über den Meßshunt bzw. Blue-Battery. Damit dürfte doch der Strom vom BC nicht erfasst werden, oder?
Braucht man bei der App- Anzeige des BMS überhaupt noch den Blue - Battery? Die App zeigt doch alles an.....oder?
IchBinsWieder am 16 Okt 2021 19:09:22
Nicht wirklich, denn es ist ja auch noch ne Anzeige für den Solarertrag und bietet ansonsten sehr umfangreiche Infos dich ich zu schätzen gelernt habe. Das Ding ist eh vorhanden, soll also auch mit verbaut werden. mir ist nur noch nicht klar, wo ich ihn einschleifen soll.
äd krozinger Fragen darfst du natürlich, aber meines Wissens nach ist das Werben für Händler die hier nicht gelistet sind, ein Regelbruch der AGBs. Sollte mir die Moderation grünes Licht geben, haue ich die Info direkt raus. Frage an die Moderation ... darf ich?
krozinger am 16 Okt 2021 23:59:19
Wenn nicht erlaubt,dann bitte als persönliche Nachricht .Danke schon mal.
Tinduck am 17 Okt 2021 11:14:06
knutschkugel hat geschrieben: Braucht man bei der App- Anzeige des BMS überhaupt noch den Blue - Battery? Die App zeigt doch alles an.....oder?
Was die anzeigt und was wirklich passiert, sind zwei paar Schuhe. Der BB ist wesentlich genauer bei der Stromerfassung (insbesondere im Bereich niedriger Ruheströme). Hier im Forum hat sich schon so mancher gewundert, dass seine LiFePO lt. BMS 99% hatte und trotzdem halb leer war…
Ausserdem kann der BB wesentlich mehr als nur ‚raus/rein‘ zu bilanzieren.
Charly, Glückwunsch zur LiFePO und herzliches Beileid wegen der BK, mich hats ein Jahr früher erwischt :D
Ich würde den BB ‚aussen‘ an die Batterie klemmen, der Eigenverbrauch des BMS ist ziemlich gering und so bleibt die Verkabelung einfacher.
bis denn,
Uwe
IchBinsWieder am 17 Okt 2021 14:34:05
Tinduck hat geschrieben:Charly, Glückwunsch zur LiFePO und herzliches Beileid wegen der BK, mich hats ein Jahr früher erwischt :D
Ich würde den BB ‚aussen‘ an die Batterie klemmen, der Eigenverbrauch des BMS ist ziemlich gering und so bleibt die Verkabelung einfacher.
bis denn,
Uwe
Hi Uwe,
Kapitel BK ist durch ... vorerst. Mit dem LNT werde ich noch eine Reanimation versuchen, aber das gehört hier nicht hin. Dazu schreibe ich im BK Thread.
Die Verkabelung sehe ich nicht als kompliziert an. Die Frage ist nur, ob es für das BMS/den zusätzl. aktiven Balancer ein Problem darstellt, wenn ich die Masse für den/die Balancer vor den BB setze. Erst ab dem Moment wären alle Ströme erfasst. Aus meiner Sicht wird erst dann aus dem BB ein BC und kein Schätzeisen mehr wie er von manchen verächtlich bezeichnet wird. Auf dem Bild siehst du, dass es a) nicht kompliziert ist und b) wo ich ihn einschleifen will.
Die Frage bleibt: dumme Idee weil es zu Problemen führt oder richtiger Ansatz. Vielleicht hat noch jemand dazu eine Meinung.
Tinduck am 17 Okt 2021 14:37:55
Das Batteriegehäuse wird den BT-Empfang des BB sicher nicht verbessern, wäre vielleicht noch ein Punkt.
bis denn,
Uwe
IchBinsWieder am 17 Okt 2021 14:50:07
das stimmt sicherlich, aber der Kunstoff dürfte doch nicht so einen erheblichen Einfluß haben. Wenn nen halben Meter Reichweite kostet ... was solls?
rolfk am 17 Okt 2021 15:25:52
Der BC wird den BMS Strom nicht erfassen können, dazu fehlen mindestens 2 Zehnerpotenzen an Genauigkeit. Und den Balancerstrom sollte er nicht erfassen, denn es ist eh nur der B Strom der ersten Zelle, und das ist so oder so sinnfrei.
IchBinsWieder am 25 Okt 2021 15:51:09
So, die Batterie ist fertig für den Einsatz.
Das Thema "unter 10°C" hat mir dann doch keine Ruhe gelassen. Ich habe das Gehäuse mit den Matten einer Nachrüst-Sitzheizungen ausgekleidet. Dazu musste ich sie ein bisschen kürzen.
Das BMS, den aktiven Balancer habe ich auf eine Aludibond-Platte mit Spiegelklebeband befestigt. Sie hat keinen Kontakt zur Batterie, sondern ist an der Innenseite des Gehäuses befestigt. Alle Kabel haben einen Gewebe-Ummantelung bekommen. So ließen sich die Kabel für mich viel besser in Zaum halten. Das Gehäuse bietet nämlich nicht viel Platz für grobe Wurstfinger.
Beim aktiven Balancer habe ich die Brücke bei "Run" entfernt und ein Kabel angebracht. Warum, seht ihr gleich.
So sieht das Gehäuse kurz vor dem Verschließen aus. Ein paar Kabel gehen noch zum Deckel.
Verschlossen sieht das Gehäuse nun so aus. Auf der Oberseite sind zwei Schalter eingelassen. Der am Minuspol ist für BT an/aus und der am Pluspol ist für den aktiven Balancer. Rechts vom Griff sehr ihr eine kleine SAE-Buchse. Dort wird das Kabel für die Heizung angeschlossen. Als Regler habe ich eine Variante gewählt, die insgesamt 10 Stufen erlaubt. Auf Stufe 0,5 zieht die Heizung lt. BMS ca.0,9A, auf Stufe 2,5 lt. BMS ca. 1,9A und auf der größten Stufe 3,3A. Die Werte sind nicht ganz konstant, sondern schwanken minimal. Dabei muss man aber sagen, dass die höchste Stufe schon echt ordentlich warm wird, sicherlich zu warm für die Zellen. Man kennt das ja aus dem PKW. Ob wir sie brauchen kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Aber da wir Anfang Dezember für rund knappe 6 Wochen weg sind und das Batteriefach nichts von der Heizung mitbekommt, will ich einfach kein Risiko eingehen. Wie da die Temperaturen sind, weiß ich nämlich nicht. Ein Kastenwagen hat ja jetzt nicht die beste Isolierung. Die Werte vom Blue Battery will ich jetzt nicht als Referenz-Temperaturmessung sehen. Das gleiche gilt für den aktiven Balancer. Besser haben als brauchen. Ich werde erstmal ohne den Einsatz von akt.Balancer/Heizung meine Erfahrungen machen und wenn ... ich kann sie bei Bedarf einschalten.
Alles in allem ist das echt ne Friemelei gewesen, alles im Batterieghäuse unterzubringen. Ohne akt.Balancer, ohne Heizung wäre es ein Kinderspiel. Das der BB nicht im Gehäuse gelandet ist, hat damit aber nichts zutun. Die Idee war wohl nur gut gemeint und dennoch ein Schuss in den Ofen. Deswegen wird ganz normal angeschlossen, wie man es eben gewohnt ist.
Ach ja ... die Maße sind nun 345x190x247mm, Gewicht lt. Waage 24,6kg.
Dank der zauberhaften Erklärung von Franz (Stocki333) bzgl. Zellen balancieren, sehen meine Zellen nun so aus. Mein Messgerät UT201 brauchte dabei noch Unterstützung, da ich ihm nach den ganzen Diskussionen hier im Forum a) nicht getraut habe (was auch richtig war) und mein LNT nur eine Stelle hinterm Komma angezeigt hat und der Wert vorne und hinten nicht passte. Mein Frau hat dann aus dem Betrieb ein ISO-TECH IDM 106 mitgebracht. Die Marke kenne ich nicht, aber die Messwerte vom IDM und vom BMS sind absolut identisch.
cinzano01 am 26 Okt 2021 12:08:17
Und wie sieht die Sicheheitsschaltung der Heizelemente aus? Könnte ja mal vergessen werden.
IchBinsWieder am 26 Okt 2021 13:19:50
Nein, keine Sicherheitsschaltung außer der üblichen Sicherung in der Zuleitung.
Ich frag mal naiv. Wo vor sollte ich Sorge haben? - Das sie mir die Batterie tief entlädt zieht? Da wird das BMS Vorsorge treffen. - Das die Heizung "durchbrennt"? Eine zusätzliche 3A Sicherung werde ich in der Zuleitung zur Matte verbauen. Spätestes die wird eingreifen und keine höheren Ströme erlauben. Kein Strom, keine Wärme.
Ich hab nicht ohne Grund die Buchse eingebaut. Die Heizung wird nur aktiv, wenn der Stecker drin ist und das wird nicht der Regelfall sein. An ein "Vergessen" glaube ich nicht, da ich sie ja bewußt nutzen werde und noch arbeitet mein Hirn relativ zuverlässig.
Mag sein, dass ich an irgendeinen Fall nicht gedacht habe. Dann wäre ich dir dankbar, wenn du mir auf die Sprünge hilfst.
Inselmann am 26 Okt 2021 14:04:17
IchBinsWieder hat geschrieben:Nein, keine Sicherheitsschaltung außer der üblichen Sicherung in der Zuleitung.
Ich frag mal naiv. Wo vor sollte ich Sorge haben?
Das die Heizung dauernd an ist und die Zellen unnoetig heizt.
Ich stelle mir sowas vor Link zum eBay Artikel damit die Heizung bei ausreichend Temperatur von alleine abschaltet. Falls ich ueberhaupt ne Heizung vorsehen werde. bin noch am ueberlegen.
Oder sowas Link zum eBay Artikel damit sollte man ein und ausschalten koennen. Die ganze Heizung dann noch mit einem "Hauptschalter" wenns ueberhaupt nicht gebraucht wird.
PS natuerlich haette ich besser gleich ein BMS kaufen sollen mit Heizmatten Anschluss. Hinterher ist man immer schlauer :lol:
IchBinsWieder am 26 Okt 2021 14:18:38
Lustig, die gleichen Kisten habe ich mir bei Amazon angeschaut. Aber, ich sehe für mich keinen Nutzen. Dafür habe ich ja diesen Regler .... 0 ist Null (Strom).
Den werde ich an einer Stelle montieren ohne das ich ans/ins Batteriefach muss. Ich denke das ... und die Sicherung in der Zuleitung zu den Matten sollte reichen.
Inselmann hat geschrieben:PS natuerlich haette ich besser gleich ein BMS kaufen sollen mit Heizmatten Anschluss. Hinterher ist man immer schlauer :lol:
Das hätte bei mir nicht gepasst.
abenn am 26 Okt 2021 14:56:47
Hallo,
magst Du uns evt. noch Deine deutsche Bezugsquelle nennen? Ist denke ich evt. für viele User hier interessant!
Danke und Gruss Alf
andwein am 26 Okt 2021 17:19:33
IchBinsWieder hat geschrieben:.....Beim aktiven Balancer habe ich die Brücke bei "Run" entfernt und ein Kabel angebracht. Warum, seht ihr gleich.
Du hast damit wohl den aktivern Balancer schaltbar gemacht. Aber wie hälst du es jetzt mit den i8m BMS hinterlegten Parametern für den integrierten JBD Balancer??? Bleiben die gleich und werden dann vom laufenden Heltec überschrieben?? Oder lässt du die einfach so vor sich hin werkeln? Über eine Antwort würde ich mich freuen. Gruß Andreas
IchBinsWieder am 26 Okt 2021 17:37:29
Tja Andreas,
wenn ich ehrlich bin, habe ich darauf derzeit keine Antwort. Ich hoffe ja, dass ich ihn nicht brauche und der Händler meinte auch, es wäre noch nicht nötig, sondern erst wenn die Zellen stark gealtert sind. Er würde ihn mir aber auch verkaufen, wenn ich den Balancer unbedingt haben will. Da ich aber wenig Lust verspüre das Dingen irgendwann nach zurüsten, es eh nicht so kostspielig im Verhältnis zum Ganzen ist, habe ich ihn halt gekauft und mit verbaut. Wenn ich ihn nicht brauche ... gut. Wenn ich ihn doch brauche ... besser, denn dann hab ich ihn.
Wie ich ihn dann verwende und wie ich die Blanacierung im BMS einstelle, werde ich vllt. durch Lesen noch herausbekommen.
Bis dahin werde ich dir bedauerlicherweise eine schlüssige Antwort schuldig bleiben.
Stocki333 am 27 Okt 2021 07:37:39
Hallo Charly So aus dem Bauch raus. Für mich ok, den Zusatzbalancer einzubauen, aber nicht aktiv zu schalten. Den die Balancer der BMS arbeiten sehr präziese und haben sich auch bewährt. Sollte der Accu Schwierigkeiten haben,auf Gleichstand zu kommen. Einfach einschalten. Und hier sollte man aufpassen, wenn man ihn benutzt. Eine Ladequelle auf Gel stellen oder eine Spannung um die 14,4 Volt benutzen. So gehst du manchen Problem aus dem Weg. Eigentlich allen. :mrgreen: Ist der Accu ausgeglichen, Noch ein paar Stunden auf 14,4 Volt lassen. Und wieder abschalten. Lass dich anfangs nicht dazu verleiten. wenn du Differenzen bei Ladeende hast. So um die 50 mV, den auch gleich zu benutzen. Einfch ein par Zyklen arbeiten lassen. Aus Erfahrung weiß ich, der wird immer besser mit der Zeit. Franz
IchBinsWieder am 27 Okt 2021 09:36:43
Durch die von Andreas zu recht gestellte Frage wie ich vorgehe, ist mir die Frage natürlich nicht aus dem Kopf gegangen und habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.
Bisher war es für mich ja trockene Theorie. Wenn man sich kreuz und quer durch die Threads gelesen hat, dann hat man viel gelesen, aber nichts live gesehen. So habe ich mir den Aufbau z.B. deutlich komplizierter vorgestellt als es hinterher war. Ich gehe halt mit Erfurcht an neue Themen. Beim nächsten Akku werde ich deutlich entspannter sein. Das kann ich den Bedenkenträger mit der Einstellung "oh, das schaff ich nie" klar sagen ... einfach machen und konzentriert bei der Sache bleiben. Das ist mit den Anleitungen hier im Forum schon fast malen nach Zahlen und es gibt unendlich viele verschiedene Ansätze, wie man es für sich umsetzen kann. Da gibt es kein besser oder schlechter, sondern viele Lösungen für alle.
Mir war klar, die Zellen werden durch den Balancer wieder auf gleiches Niveau gebracht, aber wie das geschieht, davon hatte ich keinen blassen Schimmer. Es gab ja nur Standbilder. Ich werde das noch genauer beobachten und dann werde ich einfach mal den Balancer im BMS auf Startspannung 3650mV/ max.Unterschied 500mV setzen. Damit wäre er quasi ausgeschaltet und lasse dann nur den aktiven Balancer arbeiten. Wenn der im gleichen Rhythmus arbeitet. dann kann man ihn parallel laufen lassen. Sollte er aber schieben, wenn der andere gedrückt hätte, dann würde ich bei großen Differenzen den internen Balancer ausschalten (wie oben beschrieben) und nur den aktiven Balancer laufen lassen.
Ich könnte mir vorstellen, dass das ein gangbarer Weg wäre. Praxis schlägt oft Theorie ... mal schauen wie es wirklich läuft und vor allem, wann ich mich des Themas annehmen muss.
Stocki333 am 27 Okt 2021 10:29:54
Versuche sind immer gut. Passende Erfahrungsberichte noch besser. Ich würde einfach den JBD seinen Job machen lassen. Wie so viele hier. Den über die Haltbarkeit der Zusatzbalncer gibt es auch viel negativ zu berichten. So wie du deine Shoot im anderen Tröt gepostet hast. Würde ich mir nicht den Kopp zerbrechen. Eher darüber, was du mit dem vielen Strom anstellst. Auch so eine akademische Übung. :mrgreen: :mrgreen: Viel Spass damit. Franz
andwein am 27 Okt 2021 10:32:25
IchBinsWieder hat geschrieben: Durch die von Andreas zu recht gestellte Frage wie ich vorgehe, ist mir die Frage natürlich nicht aus dem Kopf gegangen und habe ich mir ein paar Gedanken gemacht.
Ich versuche mal die Frage "passives Top Balancing" oder aktives Balancing" aus meiner Entscheidungssicht zu beantworten. Beide Systeme haben ihre Vor-und Nachteile, man muss halt abwägen. passives Balancing, 30-50mA, onboard Balancing, dann 1. Wenn gute, vorselektierte Zellen verwendet werden 2. Wenn die Zellen vor dem Einbau mindestens 3-4x komplett entladen und wieder geladen werden 3. Wenn das Balancing in der Winterpause (ohne Ladung/Entladung) abgeschaltet werden kann 4. Wenn die Zeitdauer des Balancing nicht so wichtig ist. Bei preisgünstigen Zellen mit großer Kapazität (10% Unterschied) kann das mit 30-50mA Balancingstrom schon mal 60h dauern!
aktives Balancing, 0,05-5A, externer Balancer, Pol Balancer, dann 1. verwendet werden preisgünstige, nicht vorselektierte Zellen 2. keine Möglichkeit, die Zellen mit ca. C5-C10 zu laden und entladen 3. ganzjährig Solareinspeisung oder Landstrom 4. Balancing soll nicht zu lange dauern (5-6h)
Einen Mischbetrieb (passive & akt. Bal.) würde ich nicht führen. Das verwirrt nicht nur die Balancer sondern auch die Nutzer. Im Falle der Balancer bin ich auch für einen "Automatikbetrieb", der Balancer misst öfters und besser als ich. Balancing sollte immer stattfinden, also sowohl beim Entladen als auch beim Laden.
Das ist allerdings meine Meinung, Gruß Andreas
IchBinsWieder am 27 Okt 2021 15:49:39
Stocki333 hat geschrieben:Ich würde einfach den JBD seinen Job machen lassen. Wie so viele hier.
So werde ich es machen.
andwein hat geschrieben:Ich versuche mal die Frage "passives Top Balancing" oder aktives Balancing" aus meiner Entscheidungssicht zu beantworten. ... passives Balancing, 30-50mA, onboard Balancing, dann 1. Wenn gute, vorselektierte Zellen verwendet werden .... Einen Mischbetrieb (passive & akt. Bal.) würde ich nicht führen.
Andreas, dir vielen Dank für deine Ausführung. Wie ich schon in Thread von Franz schrieb, sind die Zellen tatsächlich nach Innenwiderstand und Gewicht beim Kauf selektiert worden. Ich konnte mich im Regal bedienen und wir haben dann gemeinsam vier gleiche Zellen aus ca. zehn herausgesucht. Er hätte auch solange weiter gemessen bis wir 4 gleiche hätten. Trennen würde ich das aktive und passive Balancing wie ich oben geschrieben habe. Einfach dem BMS unrealistische Werte hinterlegen, so dass nur der aktive Balancer arbeiten. Mal schauen ob das überhaupt notwendig ist. Die Zeit wird es zeigen. Ich belasse es vorerst beim BMS.
IchBinsWieder am 01 Nov 2021 22:25:37
Heute hatte ich mal Zeit meinen Würfel bis zur Abschaltung zu entladen. Dazu habe ich wieder das Mini-Raclett an den Victron WR gehangen. Im Stundentakt habe ich Screenshots erstellt. Die könnt ihr unten in chronologischer Folge sehen.
Dabei sind mir zwei Sachen förmlich ins Auge gesprungen. Zum Einen wie nah die Zellen bei einander bleiben und zum Anderen wie sehr die Balken spinnen. Bei gleicher Spannung unterscheiden sich die Balkenlängen doch deutlich.
In der App hatte ich 272Ah hinterlegt und Abschaltung bei Unterschreitung von 2,8V. Basierend auf der Tabelle --> Link die jamesbond008 gepostet hat, habe ich errechnet, dass anstelle der 272Ah ca. 285Ah in den Zellen stecken. Bei 3V pro Zelle waren die 272AH heruntergezählt und lt. Tabelle entspricht das 90,5%. Setze ich diese ins Verhältnis, kommen eben die rechnerischen 285Ah herum. Auf der anderen Seite kamen nach dem Herunterzählen der 272Ah noch weitere 8min Laufzeit mit dem max. Ladestrom von 41,19A hinzu. Das wären dann weitere 5,5Ah, also 277Ah. Was ist nun richtig? Mir sind die 8Ah echt egal, nur will ich den BlueBattery von Anfang an mit den richtigen Daten füttern.
Das Labornetzteil hängt jetzt wieder an der Batterie und lädt mit gemütlichen 10A vor sich hin. Sie dürfte also irgendwann morgen, am sehr späten Abend wieder voll sein. Von den 64mV Zellendrift sind jetzt - nach 100Min Laden - nur noch 2mV über. Geduldiges Initialbalancing zahlt sich wirklich aus. Bei mir hat es immerhin eine knappe Woche gedauert.
Stocki333 am 02 Nov 2021 09:42:56
Hallo Charly. Das mit der Anzeige der Balkengraphik. Das ist normal. Die ist teilweise Grottenschlecht gelöst.Von der Auflösung. Is so. Zählen tut der Differenzwert der Zellen. Franz
Stocki333 am 02 Nov 2021 09:54:38
Was ist nun richtig? Mir sind die 8Ah echt egal, nur will ich den BlueBattery von Anfang an mit den richtigen Daten füttern.
Wenn du mal mehrer Zyklen durch hast, Passirt im BMS folgendes. Es berechnet dir die Kapazität. Und schaltet von Spannungsmessung auf Entladestrom-Berechnung um. Korrigiert dann selbstständig die Kapazitätsanzeige. Braucht so ca 5 Zyklen. Den Wert würde ich nehmen als Basis. Wird der mit moderaten Strom gemacht, fallen die Fehler die durch den Ruhestrom, der nicht erfasst wird, aus dem Rost. Der BB ist ja ein hochgenauer BC. So hast du eine Grundlage um den im Realbetrieb anzupassen. So mal als Gedankenspiel. Franz
IchBinsWieder am 03 Nov 2021 04:17:36
Stocki333 hat geschrieben:Hallo Charly. Das mit der Anzeige der Balkengraphik. Das ist normal. Die ist teilweise Grottenschlecht gelöst.Von der Auflösung. Is so. Zählen tut der Differenzwert der Zellen. Franz
Hallo Franz,
fürchterlich ... ich würde lieber darauf verzichten, denn ich schaue eh nur auf den Differenzwert. Aber, es ist wie es ist. Also muss ich damit leben.
Mit einem 10A LBN ist es schon wirklich sehr zeitintensiv die Batterie wieder voll zu bekommen. Etwas über 27h gedauert. Rechnerisch sind 282Ah in die Batterie geflossen. Da ich vorschnell erstmal die 285Ah in die App eingetragen habe, obwohl die Batterie noch nicht wieder voll war, steht in den folgenden Screenshots jetzt 285Ah von 285Ah. Das ist falsch und ist bereits korrigiert.
Vor der Vollladung hatte ich über einen längeren Zeitraum eine Zellendifferenz von 0mV. Der Wert von gestern (0,2mV) hat sich also nochmal deutlich verringert .... ABER ... als die Batterie dann wirklich voll war, ging der Wert auf 38mV hoch, was aber durch das Balancing wieder auf ca.3-4mV eingefangen wurde.
Nun steht die Batterie nicht mehr im warmen Wohnzimmer, sondern auf der Terrasse. Die Nacht kann sie nutzen um mal ordentlich durch zu kühlen. Zweck ist: Ich will wissen, wie lange ich mit der eingebauten Heizung brauche um sie auf 15°C zu bekommen und wieviel Energie ich dafür aufwenden muss. Die Prognose für die Nacht besagt 5°C. Das könnte ein durchaus realistischer Wert sein. Lt. meinen Aufzeichnungen vom BB ist das in etwa der tiefste Punkt, den das Womo im Winterlager erwartet. Vllt. war die Sitzheizungsmatten ja ein Schuss in den Ofen, dann brauche ich den Kabelbaum gar nicht erst zu verlegen. Also, einfach ein bis zwei Tage warten, dann habe ich vielleicht auch brauchbare Zahlen. Ich werde berichten.
Inselmann am 03 Nov 2021 11:20:41
Charly, kleines Dankeschoen von mir fuer deine ausfuehrliche Dokumentation. Sowas kostet ja auch nicht wenig Zeit.
IchBinsWieder am 03 Nov 2021 13:58:24
Danke :wink: Wenn ich hier nicht so viel von anderen hätte lesen können, hätte ich keinen Selbstbau. Und soviel Zeit ist es auch nicht. Ich hatte bei weitem mehr Lesestoff zur Verfügung als ich selbst beitragen kann.
Zum nächsten Saisonstart steht sicherlich der ein oder andere vor der Frage, kaufen oder selber bauen. Vielleicht hilft mein Thread den Unentschlossenen, die sich es nicht zutrauen, etwas auf die Sprünge. Ich kann mit meinem Beitrag die Sorge nehmen, denn es ist wirklich kein Hexenwerk und wer sich den Bau des Gehäuses nicht annehmen will, findet hier z.B ein Lösung. Dann das Thema Zellendrift: Es taucht ja doch von den Fertiglösungen hin und wieder mal auf. Das Problem haben die Selbstbauer nicht an, wenn sie sich an den Weg von Franz halten, zumal die Kauf-App auch noch mehr Möglichkeiten bietet. Der Zusammenbau ging wirklich fix. Die Ersparnis gigantisch. Insgesamt kann man nur sagen, dass der Selbstbau doch einige Vorteile bietet.
btw. die Batterie ist nur auf 10°C runter. Ich werde noch eine weitere Nacht nutzen, um die Temperatur weiter herunter zu bekommen.
IchBinsWieder am 04 Nov 2021 14:59:54
So, die letzten zwei Nächte waren recht kalt. Die Batterie müsste heute morgen durchgekühlt sein.
Los ging die Messung um 8:08 bei 6°C Außentemperatur, beendet habe ich sie nach 4,5h. Sensor-1 zeigte zu Beginn 8,5°C, Sensor-2 8,0°C. Den Regler der Heizung hatte ich erst auf Stufe 2,5 (1,9A) von 5. Nach 100 min habe ich den Regler auf 3,5 (2,7A) hochgesetzt. Das Gehäuse hatte anfangs 6,7°C und wurde an den Stellen wo die Heizung sitzt rund 18°C warm während es draußen stand.
Nach 4h zeigte Sensor-1 15°C an und ich habe die Batterie ins Wohnzimmer geholt. Ich wollte sehen wie sich die wärmere Luft auf die Heizleistung auswirkt. Das Gehäuse erwärmte sich natürlich weiter auf letztlich 33°C. Wie man an der Kurve sehen kann, steigt die Temperatur von Sensor-1 und Sensor-2 schneller an.
Die Aufzeichnung aller Wert seht ihr im Diagram
Laut BMS wurden insgesamt 11,2Ah verheizt. Wenn die Zellen die Zieltemperatur erreicht haben, kann man den Regler wieder auf eine kleinere Stufe stellen. Dann würde man in 24 rund 30-35Ah verbrauchen. Sicherlich nicht wenig, aber wie oft braucht man das? Und, laut diesen technischen Infos zu meinen Zellen, steht dort, dass die Kapazität bei 0°C geringer ist. Man bekommt also mit dem Verheizen von Energie auch wiederum Energie zurück, weil sie eben mehr Energie liefern kann, wenn es wärmer ist. Das mag sich vllt. auch aufheben, aber für die Zellen ist es definitiv besser warm gehalten zu werden.
Ich bin mit dem Ergebnis echt zu frieden. Die Heizung hat 37€ gekostet. Natürlich hat sie nicht die Heizleistung wie z.B die Platten von ECS, allerdings kostet die auch rund 100€ mehr. Ich wäre mir nichtmal sicher, ob es für die Zellen überhaupt gut ist, mit den recht hohen Heizleistung heranzugehen. Der ideale Arbeitsbereich liegt ja zw. 15-35°C und da gehen die Platten von ECS sicherlich drüber hinaus, sonst würden sie die Aufheizung nicht so schnell hinbekommen. Nur, wie wichtig ist Schnelligkeit? Mir ist da slow-cooking deutlich sympathischer. Aber, die Heizung zwischen den Zellen zu haben finde ich erheblich besser, weil so kaum Energie verpufft. Ich heize ja mein Gehäuse mit auf und der Teil der Energie wird an die Umgebung abgegeben und nicht in die Zellen wie bei ECS.
Und zum Thema "Sicherheit" und "Vergesslichkeit" Im Bereich "Benachrichtigung" in der App kann man sich informieren lassen, wenn eine Temperatur überschritten oder unterschritten wird. Die Werte kann man so einstellen, dass man nicht auf den letzten Drücker reagieren muss.
Stocki333 am 04 Nov 2021 15:51:43
Hallo Chrly. Deine Meßwerte sind mir einen Punkt wert. Gute Arbeit. Franz
andwein am 04 Nov 2021 17:11:37
IchBinsWieder hat geschrieben:So, die letzten zwei Nächte waren recht kalt. Die Batterie müsste heute morgen durchgekühlt sein.
Ich finde die Messreihe Spitze!! Für Aufwand und Doku natürlich einen Punkt. Allerdings stellt sich mir eine Frage: 1. Wo sitzt Senor 1 und wo sitzt Sensor 2 2. Die Werte der beiden Sensoren stehen bei +8°C. D.h. dass die Batterie im Inneren nach zwei kühlen Nächten eigentlich noch nicht so kalt ist wie es die Außentemperaturen sind, oder? 3. nach meiner Interpretation würde aber die Heizung (analog zu von +8°C auf +15°C = 7 Kelvin) von 0°C auf 8°C auch ca. 4h dauern. In meinen Augen ist das für einen Kaltstart im Winter mit installierter Solaranlage und Lima für eine Ladung aber zu lang. Laut Datenblättern müsste man in den ersten 3-4h die Ladung unterbinden oder zumindest drastisch reduzieren (siehe verschiedene Datenblätter!. Es sei denn man hat sich für die gelben LiFeYPO4 Zellen entschieden! Nur so meine Gedanken, Gruß Andreas
rolfk am 04 Nov 2021 18:20:51
Charly, da hast du deine tollen Messmittel ja für was richtig sinnvolles eingesetzt.
Wir hatten die Diskussionen über die Aufheizzeiten ja schon öfter, beim letzten Mal auch mit dem Versuch, wenigstens grob zu rechnen.
Ich habe hier aufgrund einer Schätzung und eines simplen Versuchs mit einem Akku schon immer eine Zeitkonstante von 1 bis 2 Stunden vorhergesagt, und dafür genug Prügel bezogen, weil damit wohl keiner glücklich war.... :mrgreen: (Zur Erinnerung, Zeitkonstante ist in der Physik die Zeit, in der 66%, zwei Drittel, der Endtemperatur einer Temperatur Differenz erreicht werden. Eine sehr bequeme Einheit für uns).
Deine Messungen zeigen, für deine Messung, das meine Angabe sogar noch zu niedrig war, deine günstigere Sensor zeigt grob gerechnet 3 h, der andere eher 5h.
Für die Anwendung ist das wurscht, ob's nu 2 oder 5 h Zeitkonstante für die Aufheizung sind, für "Mal eben aufheizen" ist das viel zu lang.
Da will ich mich auch nicht kleinlich zeigen, von mir auch einen Gutn dafür, das du was "Schlechtes" bewiesen hast. (Phun intended :D )
Und für alle, immer daran denken, das etwas bewiesen Schlechtes auch was Gutes hat: man braucht das nicht weiter zu versuchen, man kann sich beruhigt nach was Neuem umsehen.
(Nicht das das jetzt falsch verstanden wird. Ich sage nicht ,dass Heizen schlecht ist. Ich sage nur, dass die Aufheizzeiten laaaaaaaaaang sind. Wenn das egal oder berücksichtigt ist, mag es Sinn machen.)
rolfk am 04 Nov 2021 18:32:19
Ach ja, und wenn du Lust drauf hast und ein Thema brauchst, um deine Möglichkeiten mal richtig spielen zu lassen:
Miss die Selbstentladung verschiedener Akkus, neu, alt, warm, kalt, über die Zeit, über entladen Ah, was du willst. Du hast ja verschiedene Akkus da.
Denn die Differenzen der Selbstentladung der Zellen in einem Akku ist die Drift.
Und da raten wir jetzt schon lange genug rum, wie viel das ist und wovon das kommt....
(Und wenn man das wüsste, würde die Rumraterei aufhören, wie viel Strom man für das Balancen braucht)
Ich kann dir verraten, dass ich mir ein Messgerät ausgedacht habe, um die Balancertaetigkeit eines BMS zu messen. Die Platinen sind beim Drucker.....
IchBinsWieder am 04 Nov 2021 18:54:21
andwein hat geschrieben:1. Wo sitzt Senor 1 und wo sitzt Sensor 2
Nach meiner Interpretation müsste Sensor-1 der auf der Batterie sein und Sensor-2 im JBD. Ich habe ihn mit Armalflex überklebt, damit die Temperatur der Luft nicht so einen großen Einfluss haben wird. Wenn man sich die Kurven anschaut, sieht man dass der Anstieg der blauen Kurve flacher als die der grünen verläuft. Die orangene Kurve zeigt die Seite des Gehäuses, an der auch das BMS sitzt. Als ich die Batterie wieder zurück ins Warme geholt habe, ist dort die Temperatur sehr schnell nach oben gegangen. Das ist auch klar, da dort die geringste Masse ist. Das wird auch die grüne Kurve mitgezogen haben. Der aktive Bereich der Heizung ist nur im Bereich der Zellen und wird von diesen vollständig verdeckt.
2. Die Werte der beiden Sensoren stehen bei +8°C. D.h. dass die Batterie im Inneren nach zwei kühlen Nächten eigentlich noch nicht so kalt ist wie es die Außentemperaturen sind, oder?
6°C war die Außentemperatur, aber da die Batterie auf der Terrasse relativ dicht am Fenster unter einem Tisch stand, gehe ich davon aus, dass es dort etwas wärmer war. Ich hätte sie eigentlich auf die Wiese stellen müssen, was ich aber wegen Regen nicht wollte.
3. nach meiner Interpretation würde aber die Heizung (analog zu von +8°C auf +15°C = 7 Kelvin) von 0°C auf 8°C auch ca. 4h dauern.
Das glaube ich nicht. Der Anstieg der Kurve ist ab dem Moment sichtbar, als die Batterie wieder im Warmen stand. Ich glaube, dass die Kurve bei niedrigeren Temperaturen etwas flacher verlaufen wird.
In meinen Augen ist das für einen Kaltstart im Winter mit installierter Solaranlage und Lima für eine Ladung aber zu lang.
Es ist sicher nicht die Lösung für jedermann. Ich kann auf ner Runde mit dem Hund eben am Womo halten und die Heizung einschalten. Wer aber sein Womo 50km weit wegstehen hat, fährt sicherlich nicht mal eben für sowas vorbei. Andererseits kann man das Laden über die App unterbinden. Dann kann man erstmal zu Hause das Womo einräumen und andere Sachen vorbereiten während die Heizung werkelt. Niemand holt die Karre aus dem Stall und fährt direkt in den Urlaub.
Laut Datenblättern müsste man in den ersten 3-4h die Ladung unterbinden oder zumindest drastisch reduzieren (siehe verschiedene Datenblätter!.
Schau dir mal die Tabelle an. Zwischen 0-5°C bei einem SoC zw. 0-80% ist 0,3C möglich. Das wären bei mir 84A ... die schaffe ich nichtmal ... und selbst bei einem SoC zw. 80-100% ist 0,2C möglich, also 56A. Diese Zahlen decken sich auch mit dem Gespräch eines Technikers von ECS. Ich war nämlich erst an den Heizplatten interessiert.
Es sei denn man hat sich für die gelben LiFeYPO4 Zellen entschieden!
Die Gelben sind sicherlich das Maß der Dinge und für manche bestimmt die beste/einzige Wahl. Man kann aber auch schauen ob die Zellen ohne Y passen. Ob das bei uns so ist wird die Zeit zeigen. Ich bin da mutig.
IchBinsWieder am 04 Nov 2021 19:57:45
rolfk hat geschrieben:(Nicht das das jetzt falsch verstanden wird. Ich sage nicht ,dass Heizen schlecht ist. Ich sage nur, dass die Aufheizzeiten laaaaaaaaaang sind. Wenn das egal oder berücksichtigt ist, mag es Sinn machen.)
4h ist lang? Ja, vielleicht. Aber vermutlich nur, wenn man davor sitz und darauf wartet das die Zeit um ist.
rolfk hat geschrieben:Ich kann dir verraten, dass ich mir ein Messgerät ausgedacht habe, um die Balancertaetigkeit eines BMS zu messen. Die Platinen sind beim Drucker.....
Ich habe Kai vor 2-3 Jahren mal angeschrieben weil ich der Meinung war, dass es Sinn machen würde sich mit Lars in Verbindung zu setzt, damit sie eine gemeinsames Ding machen. BlueBattry und BMS in einem halte ich nach wie vor für sinnig. Leider war ich der Einzige der das so gesehen hat. Vielleicht denkt er in diesem Punkt nochmal um. Aber, ich bin gespannt was du daraus machst.
rolfk am 04 Nov 2021 20:49:59
Ich kann dir Beispiele sagen, wann es Sinn macht. Du willst dein durchgefrorenes Womo in Betrieb nehmen, morgen. Minus 5 Grad. Du hast Landstrom, oder Solar. Damit heizt du den Akku, einen ganzen Tag lang. Und am nächsten Tag kannst du starten, alles paletti.
Was ich sagen will, es gibt Fälle für die Heizung. Aber nicht das, was man sich hier erträumt.
Inselmann am 04 Nov 2021 20:54:27
danke fuer die Messdaten Charly.
Ist auch sehr interessant fuer alle Akkus OHNE Heizmatten. Mal angenommen das Wohnmobil is runtergekuehlt auf 5Grad C und "dann mach ich die Heizung an und ruckzuck ist der Akku warm genug" Aussagen sind sicherlich sehr optimistisch.
Ich habe mal probehalber einen Thermometer unter meine Sitzkonole (Eisenbrocken direkt auf Karosse geschraubt) gelegt wo die Batterie wohnt und da wirds trotz Wohnraumheizung an den ganzen Tag nicht mehr als 18Grad. Nachts wesentlich weniger.
IchBinsWieder am 05 Nov 2021 01:45:30
Inselmann hat geschrieben:Ist auch sehr interessant fuer alle Akkus OHNE Heizmatten. Mal angenommen das Wohnmobil is runtergekuehlt auf 5Grad C und "dann mach ich die Heizung an und ruckzuck ist der Akku warm genug" Aussagen sind sicherlich sehr optimistisch.
Das würde sicherlich laaange dauern. Um 12:41 zeigte Sensor-1 17,9°C, Sensor-2 15,5°C. Um 14:55 waren es 19,7°C und 21°C In rund 2:15h ist die Temperatur der Zellen ohne aktive Heizung gerade mal um 1,8°C angestiegen, beim BMS (mit viel weniger Masse) war der Anstieg bei 5,5°C. Das noch Platz nach oben war zeigen die jetzigen Temperaturen mit 21,2°C und 21,7°C.
Wenn ich mir drei große Eiswürfel in mein Getränk packe, dauert es auch einige Zeit bis sie weggeschmolzen sind. Allerdings sind drei Eiswürfel auch erheblich kleiner als vier Zellen. Wenn man das im Kopf behält, kann man nicht enttäuscht werden.
Wie ich schon schrieb: Es ist sicher nicht die Lösung für jedermann. Ob sie es für uns sein wird, wird die Erfahrung zeigen.
Stocki333 am 05 Nov 2021 07:56:47
Die Aussagen von euch beiden sind hochintressant. Vor allem bei Untersitzmontage. Ich würde euch vorschlagen, zu diesem Thema einen eigenen Tröt eröffnen. So findet man das auch. Den die Untersitzmontage ist ja sehr verbreitet. Franz
andwein am 05 Nov 2021 10:46:35
IchBinsWieder hat geschrieben:... 1. Ich glaube, dass die Kurve bei niedrigeren Temperaturen etwas flacher verlaufen wird. 2. Dann kann man erstmal zu Hause das Womo einräumen und andere Sachen vorbereiten während die Heizung werkelt. Niemand holt die Karre aus dem Stall und fährt direkt in den Urlaub.
Zu 1.: d,h. im Klartext, du meinst es dauert noch länger?? zu 2.: Nein, niemand holt die Karre aus dem Stall und fährt direkt in den Urlaub. Aber es gibt sehr viele Kastenwagenfahrer, die das Fahrzeug auch zum Brötchen holen im Alltag benutzen. Und die haben halt weniger Platz und nehmen dann Li mit allen Vorteilen, aber auch allen Schwächen. Und die Lima schaufelt halt schon beim Start!! 3. Natürlich kann man die Ladung per App abschalten, aber ehrlich, möchtest du jeden Morgen per App abschalten und nach 4-5h wieder einschalten? Mir wäre das zuviel Action. Meine Antworten beziehen sich ja nicht nur auf deine Situation, sondern auch auf mögliche Konstellationen anderer Leser. Gruß Andreas
rolfk am 05 Nov 2021 10:53:03
Stocki333 hat geschrieben:Die Aussagen von euch beiden sind hochintressant. Vor allem bei Untersitzmontage.
Du weist ja garnicht, wie Recht du hast. Deswegen werde ich Mal kurz versuchen, das zu erklären.
In den vergangenen Diskussionen haben die Teilnehmer gelegentlich den möglichen Wärme Verlust durch Abgabe beim Heizen der Batterie erwähnt. Und da man gerade garkeine Fakten darüber hatte, hat man angenommen, dass der Verlust klein ist. Und ihn vergessen und/oder vernachlässigt. Wohlgemerkt, es geht da um den Wärmeaustausch des Akkus über seine Oberfläche mit der Umgebung.
Charlys Versuch hat Fakten geliefert. Zuerstmal, seine Mühe, die er hatte, den Akku runterzukühlen. Das sieht nicht gerade Danach aus, als ob der Akku seine Innentemperatur bei kalter Umgebung im freien Fall angleicht.
Noch besser aber sind seine Messkurven. Ich habe gesagt, Zeitkonstante ist der Zweidrittelwert bei Angleichung.und die geht nach der e-Funktion. Einfach erklärt, die Temperaturdifferenz ist die treibende Kraft, Wärme über den Weg, den Wärmewiderstand, ins Ziel zu bringen. Mit steigender Zieltemperatur wird aber die Differenz immer kleiner, und damit die Angleichung immer langsamer. Das ist die e-Funktion.
Charlys Kurven zeigen aber keine Abflachung, es sind fast Geraden. Einzig mögliche Erklärung ist, der Wärmeverlust über die steigende Temperatur Differenz ist klein gegenüber der Wärmemenge, die einfach zur Erwärmung des Materials notwendig ist.
Ganz besonders gut ist der Zeitpunkt, wo C. Die Aussentemperatur erhöht. Man sollte erwarten, dass die plötzlich größere Tempdifferenz nun auch mehr Wärme zulieferert und die Temp am Sensor schneller steigt. Da ist aber nichts, das geht fast gerade weiter, kein schnellerer Anstieg.
Also sind auch die Wärmeverluste, wenn die Aussentemperatur niedriger ist, klein. Gut für das Heizungsthema, schlecht für Leute, die glauben, mit der Wohnraumheizung ihren Akku wieder hochzubringen...... Da ist jetzt meine Ansage : Zeitkonstante deutlich größer als 5 Stunden
Inselmann am 05 Nov 2021 11:01:14
andwein hat geschrieben:3. Natürlich kann man die Ladung per App abschalten, aber ehrlich, möchtest du jeden Morgen per App abschalten und nach 4-5h wieder einschalten? Mir wäre das zuviel Action.
Wegen der Ladung bei niedriger Temperatur habe ich mir einen Victron SR angeschafft den man programmieren kann und falls es sich rausstellt das die Temperatur unterm Sitz zu niedrig sein kann/wird, dann werde ich das D+ Signal mittels Temperatur Schalter einfach unterbinden. Ich will meinen Akku nicht durch den EBL laden und muss dann nur das eine Relais damit ueberwachen.
Ich habe auch ein Verzoegerungsrelais eingebaut was nach dem Motor starten ca 2min D+ verzoegert.