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War das vor Jahren auch so im Münsterland, als dort etliche Tage der Strom flächendeckend ausfiel? Sind da auch marodierende Banden durchgezogen und haben geplündert?
Wir sind ja hier nicht in Amerika, wo so etwas häufig vorkommt und das nicht aus Not, sondern weil in bestimmten Gebieten weniger zivilisiert. Sonst würden die Leute Nahrungsmittel und Getränke klauen, aber wenn im Fernsehen darüber berichtet wird, dann sind es meist Fernseher und andere Unterhaltungselektronik. In Berlin könnte ich mir das aber vorstellen.
Ein flächendeckender Stromausfall dauerte bis auf den Katastrophenwinter in den Siebziger Jahren (ca. 1 Woche) immer nur wenige Minuten. Meist wurde nur ein Kabel durchgebaggert und einmal hat ein metallisierter Luftballon in einem Umspannwerk einen Kurzschluss ausgelöst. Freileitungen wie in den USA, die dort bei ein bissel Wind zu Zehntausenden reißen, gibt es in unserer Gegend nicht. Das uns versorgende Kraftwerk ist eine städtische Biogasanlage/Biokraftwerk, welche den Inhalt der braunen Tonnen, Gülle und landwirtschaftliche Abfälle verarbeitet. Da macht es kurzfristig nichts, wenn mal das Gas ausfällt, welches die anderen kommunalen Kraftwerke verfeuern. In den Leitungen ist so viel Redundanz, dass bei aufgebaggerten Leitungen schon nach wenigen Minuten der Strom umgeleitet wird. Unsere kommunalen Gaskraftwerke können bei Gasmangel auch mit Heizöl betrieben werden. Dieser Notvorrat reicht für einige Wochen. Das wurde mal getestet, als eine drohende Gasmangellage in Aussicht stand.
Wozu braucht man privat Strom in Katastrophenfällen? - Für die Steuerung und die Umwälzpumpen unserer Heizung: Da wir ein Passivhaus haben, dauert es schon ein paar Tage, bis das Haus abkühlt. Danach reichen 3 bis 4 Kerzen, um das ganze Haus bei außen 0 °C innen auf über 21 °C zu halten. Wir sammeln schon seit Jahrzehnten die nicht abgebrannten dicken Kerzen der Adventskränze, aber bisher wurden diese noch nicht gebraucht. - Wasser: Zum Aufbau des Wasserdruckes bedarf es Pumpen und die brauchen Strom. Die Pumpen pumpen das Wasser in Hochbehälter, so dass es ein paar Tage dauert, bis ein solcher Hochbehälter ohne Strom leer ist. Inzwischen hat man ein paar Vorräte, z.B. in der Badewanne, angelegt. Zum Spülen des WC haben wir im Notfall einen Brunnen im Garten. Ohne Strom müssen wir aber das Wasser per Eimer und Seil herausholen. - Kochen: Unser Womo steht neben dem Haus. In der Not könnten wir dort kochen. - Bargeld: Ohne Strom gehen im Supermarkt und anderswo weder Karten noch Lesegeräte noch Bankautomaten. Wir haben immer einige Hundert Euro als Bargeld. Dann arbeiten die Kaufhallen wie in vorelektrischer Zeit mit Bargeld. - Tankstellen: Ohne Strom geht keine Tankstelle. Unser PKW ist immer mindestens zu 50 % betankt und dann haben wir noch einen Kanister für den Rasenmäher. Da wir Rentner sind, haben für keine täglichen Arbeitswege zu fahren und eine Tankfüllung reicht bei uns gewöhnlich 2 Monate. Natürlich gehen bei einem Stromausfall auch Busse und Bahnen nicht, aber für eine Zeitlang reicht der eigene PKW. Wenn alle Stricke reißen, können wir auch mit dem Womo fahren. Wenn wir es zu Hause abstellen, dann immer vollgetankt, damit z.B. im Tank kein Kondenswasser entsteht. Wenn man zurückhaltend fährt kommt man inklusive eines Kanisters mit Diesel rund 800 km.
Schwachpunkt: Tiefkühlschrank. Der hält mal einen halben Tag ohne Strom durch und dann taut er langsam auf. Im Winter ist es aber kühl genug, dass man zu kühlende Lebensmittel auch mal auf der Terrasse lagern kann.
Die Elektroanlage unseres Hauses wurde schon beim Hausbau so ausgelegt, dass man ein Notstromaggregat anschließen kann.
Im eigenen Haus ist mehr Platz als in einer Mietwohnung. Wir haben Vorräte zum Essen und Trinken für ca. 14 Tage, nicht als Krisenvorsorge, sondern weil es mal gerade etwas günstig gab, welches auch als Konserve schmeckt. Da gibt es nicht viel, was schmeckt, aber für 2 Wochen reicht es.
Fazit: Im Notfall wären wir im Haus ca. 14 Tage autark und bis dahin hat sich eine kommunale Notversorgung eingespielt. Wir sind also keine Prepper, welche sich auf einen Atomkrieg vorbereiten.
hab grad ne kiste bier gekauft, obwohl noch 5 flaschen im keller sind.... sind das erste anzeichen einer beginnenden prepperierung :?: :eek:
allesbleibtgut hartmut
DonCarlos1962 am 27 Mär 2023 17:59:42
Ich stelle mir die Frage, wo hört der eigenverantwortliche Bürger auf und wo beginnt der "Prepper", den man vielleicht schon in die Ecke "leicht verrückt" verortet?
Ist jemand mit einer Obstbaumwiese anstatt Zierrasen, jemand mit ein paar Vorräten und einem winzigen 1200W Generator schon ein Prepper, oder noch ein Normalbürger?
Ist doch nur die Sichtweise, die es ausmacht. Ach ja und die Situation gerade. Passiert nix, ist man Prepper, gibt´s einen Blackout von mehreren Stunden oder Tagen, wird man zum Held der Straße.
Im Ernst, mir hat es sogar etwas Spaß gemacht Konzepte für den Fall der Fälle zu erarbeiten.
Die kleine Dieselheizung z.B. wird jetzt bei den Kindern und ihrem Camper Verwendung finden, anstatt einen Teil des Hauses zu beheizen. Das die Semiflex-Solarmodule anstatt im Keller auf dem Dach liegen und die alten Batterien laden finde ich auch lustig.
Kabel und Stecker, Reservekanister und Dosenfutter. Ich mag das basteln und die kleine Kiste mit den Vorräten. :lol:
LG Carsten
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Navigatore am 27 Mär 2023 18:02:39
Tinduck hat geschrieben:Das Bundesamt für Katastrophenvorsorge und Bevölkerungsschutz empfiehlt Vorräte für 10 Tage, Aktien waren aber nicht in der Liste - könnte daran liegen, dass man die ohne Strom auch nicht mehr verkaufen und in ihrer virtuellen, elektronischen Variante erst recht nicht essen kann...
Manchmal lächeln dann halt andere.
... und einige werden reich und viele andere haben eben genug Toilettenpapier :lach: :lol: :lach:
"Angst fressen Seele auf" hat Fassbender schon in den 70ern so treffend getitelt (wenn auch in einem anderen Kontext)
KAWAMANE am 27 Mär 2023 19:11:32
Moin,
Ich habe jetzt den ganzen Winter mit Klopapier geheizt. Wenn das alle ist und es draußen noch kalt ist, verfeure ich eben meine dreihundert Liter Sonnenblumenöl.
Gruß Bruno
pwglobe am 27 Mär 2023 19:13:31
Hallo, ich hatte es auch schon geschrieben, die ganze Hysterie um ein Blackout ist reine Panikmache. Eine normale Vorratshaltung haben wir schon immer, vom selbst gemachten Sauerkraut, Hausschlachtung, Äpfel, Marmelade, usw. bis zum Apfelwein eigener Herstellung. Dies ist für uns Landeier normal und hat nichts mit Prepper zu tun, ich kenne es nicht anders. Außerdem ist die Marmelade und das Sauerkraut meiner Mutter um Klassen besser als der Kram aus dem Supermarkt. :D
Jagstcamp-Widdern am 27 Mär 2023 19:15:35
alles ok, aber 6 monate irgendwelchen dosenfrasz.... :roll:
allesbleibtgut hartmut
Womofahrer55 am 27 Mär 2023 21:10:05
DonCarlos1962 hat geschrieben:...Im Ernst, mir hat es sogar etwas Spaß gemacht Konzepte für den Fall der Fälle zu erarbeiten...
Ein entscheidender Ansatz, der hier leider viel zu wenig Beachtung findet.
Auch mir geht es nicht mal nur "für den Fall der Fälle". Es geht für mich auch darum wieder ein Stück Eigenständigkeit und Selbstveranwortung zurückzugewinnen. Es mag bequem, vielleicht auch manchmal unvermeidbar sein, sich darauf zu verlassen, dass durch einen Knopfdruck alles funktionert. Wo es mir allerdings mit vertretbarem Aufwand (für MICH vertretbar!) möglich ist, mich aus der "Knopf-Abhängigkeit" zu befreien, mache ich das. Nicht immer, aber immer öfter :)
DonCarlos1962 am 27 Mär 2023 23:07:27
Womofahrer55 hat geschrieben: Es geht für mich auch darum wieder ein Stück Eigenständigkeit und Selbstverantwortung zurückzugewinnen.
Dieser Ansatz gefällt mir auch sehr gut! Ich habe den Eindruck, dass das in der heutigen Gesellschaft immer seltener wird.
LG Carsten
Tinduck am 28 Mär 2023 08:23:22
Navigatore hat geschrieben:"Angst fressen Seele auf" hat Fassbender schon in den 70ern so treffend getitelt (wenn auch in einem anderen Kontext)
Gier fressen Seele auch auf...
Bzgl. Prepping (in der Stadt) oder Vorratshaltung (auf dem Land) (wo ist da eigentlich der Unterschied??): Auch mir macht es Spass, über Szenarien nachzudenken und mich mental und organisatorisch darauf vorzubereiten. Deshalb mach ich auch Urlaub mit dem Womo samt Vorräten und Ersatzteilen und nicht im Porsche mit Kreditkarte und B&B :)
bis denn,
Uwe
Navigatore am 28 Mär 2023 10:20:05
Tinduck hat geschrieben:Prepping .... Auch mir macht es Spass, über Szenarien nachzudenken
Dazu ist mir meine Lebenszeit zu schade. Es gibt weitaus schönere Freizeitbeschäftigungen, wie z.B. jetzt in Hyeres vom Womo auf das Meer hinauszublicken, zu frühstücken und ein bisschen Plappern ( nicht Preppern :lach: ) im Forum.
Wenn ich allen Szenarien in meinem Leben gefolgt wäre, hätte ich jetzt einen bombensicheren Keller, Gewächshäuser im Garten, einen genehmigten Dieseltank unter der Erde, einen Wartungsvertrag mit einem Generatorenvertrieb, müsste regelmäßig Dosenfutter essen, um die Vorräte zu aktualisieren und wäre Mitglied in einem Sportschützenclub, um legal in Waffenbesitz zu kommen. Es wurde in meinen mehr als 60 Lebensjahren schon viel und oft auch heftiger gepreppert, von prominenten "Experten" und Regierung nicht selten sogar empfohlen. Allen Phasen war eins gemeinsam ... es war unnütz und in der Retrospektive meistens genauso lächerlich wie das Hamstern von Klopapier.
Tinduck hat geschrieben: Gier fressen Seele auch auf...
So wird das nie was mit der Aktienkultur bei uns in D. ;D Warum Aktien nur immer mit Gier gleichgesetzt werden, ist mir unverständlich und hat m.E. nur etwas mit Angst vor dem was man selbst nicht überblickt zu tun. Wobei sich der Kreis zum Preppern auch wieder schließt.
Tinduck am 28 Mär 2023 10:44:00
Navigatore hat geschrieben:So wird das nie was mit der Aktienkultur bei uns in D. ;D
Aktien sind ein Umverteilungsinstrument von unten nach oben. Funktioniert äusserst erfolgreich seit Jahrzehnten; die Gewinne der institutionellen Anleger und Superreichen steigen, die Zeche bezahlt der Kleinanleger bei jedem Crash erneut - da sind die Großen schon lange raus und der Kleinaktionär darf die Verluste realisieren.
Gilt natürlich alles nicht für dich, du hast ja die Übersicht.
Warum Aktien nur immer mit Gier gleichgesetzt werden, ist mir unverständlich und hat m.E. nur etwas mit Angst vor dem was man selbst nicht überblickt zu tun. Wobei sich der Kreis zum Preppern auch wieder schließt.
Angst scheint für Dich ein großes Problem zu sein, so wie du da drauf rumreitest...
Ich setze nicht Aktien per se mit Gier gleich, eher das sich-bereichern am Elend / an den Ängsten anderer.
Rüstungskonzerne machen im Moment auch Bombengewinne, schon eingestiegen?
bis denn,
Uwe
rkopka am 28 Mär 2023 10:51:22
Tinduck hat geschrieben:Prepping .... Auch mir macht es Spass, über Szenarien nachzudenken
Navigatore hat geschrieben:Dazu ist mir meine Lebenszeit zu schade. Es gibt weitaus schönere Freizeitbeschäftigungen, wie z.B. jetzt in Hyeres vom Womo auf das Meer hinauszublicken, zu frühstücken und ein bisschen Plappern ( nicht Preppern :lach: ) im Forum.
Die meisten können nicht ständig in Hyeres stehen :-). Ich kenne das Szenariendenken vom Beruf und anderen Hobbies. Die Möglichkeiten mal durchzugehen ist sinnvoll und kann Spaß machen. Nicht gerade für die Zombieapokalypse oder den atomaren SuperGau, aber für die einfacheren Sachen wie einen Stromausfall für ein paar Tage. Manches kann man sehr einfach vorsehen. Z.B. ein paar Konserven, einen Wasserkanister, Taschenlampen. Manches wie Generator oder Powerstation kann auch im Alltag helfen. Mit Haus und Grund tut man sich leichter. Es muß ja nicht gleich der Atombunker sein.
Warum Aktien nur immer mit Gier gleichgesetzt werden, ist mir unverständlich und hat m.E. nur etwas mit Angst vor dem was man selbst nicht überblickt zu tun.
Bei Geldanlage kommt man um Aktien direkt oder indirekt kaum herum. Praktisch gesehen ist es aber immer die Gier. Sie werden aufgelegt, damit jemand mehr Geld hat, um noch mehr Geld zu machen. Der Zweck ist es, viel Geld für die Aktionäre zu erwirtschaften. Langfristiges Denken ist da eher nicht angebracht. Rücksichtnahme nur, wenn es das Gesetz oder die PR verlangt. Für manche Felder ist das ja OK. Aber gerade wenn es um Grundversorgung u.ä. geht, paßt das nicht gut zusammen (Stromnetz, Wasserversorgung...)
RK
Navigatore am 28 Mär 2023 11:11:52
Wird Zeit, dass Wirtschaft/Finanzen ins Schulsystem integriert werden. Was glaubt ihr zwei eigentlich, wie Marktwirtschaft funktioniert? Es ist doch schön, dass auch Herr und Frau Mustermann von diesem seit Dekaden funktionierenden System profitieren können.
Aber gut, jedem das seine. Wer sein Geld lieber in Toilettenpapier, Sonnenblumenöl und Dosensuppen investiert, macht ja schließlich nichts falsch. Er hat immer genug davon und die Anteilseigner der Hersteller ihre Dividende. Es geht allen gut und alle freuen sich. Damit geht es uns immerhin seit 1945 besser als vielen anderen auf der Welt.
Luppo am 28 Mär 2023 12:07:33
Möchte nicht wissen, wieviel Kohle nach dem glücklosen Aufruf zur Selbstbunkern aus Berlin in den Einzelhandel geflossen ist. Insofern hat es wenigstens die Wirtschaft angekurbelt, auch wenn das Zeugs in ein paar Jahren in der Mülltonne landet. Die Stromerzeuger können wenigstens den Schrebergarten erhellen.
pwglobe am 28 Mär 2023 12:09:19
Tinduck hat geschrieben:Bzgl. Prepping (in der Stadt) oder Vorratshaltung (auf dem Land) (wo ist da eigentlich der Unterschied??): Auch mir macht es Spass, über Szenarien nachzudenken und mich mental und organisatorisch darauf vorzubereiten. Deshalb mach ich auch Urlaub mit dem Womo samt Vorräten und Ersatzteilen und nicht im Porsche mit Kreditkarte und B&B
Hallo, unser Wohnmobil ist weder ein rollendes Ersatzteillager noch ein Vorratslager. Ersatzteile für das Basisfahrzeug gibt es in jeder Werkstatt, Ersatzteile für den Aufbau in jedem Campingshop. Wenn ich, z.B. in Frankreich bin möchte ich die lokalen Produkte vom Markt kaufen oder in einem schönen Lokal essen.
Vorratshaltung auf dem Land ist historisch bedingt und unterscheidet sich wesentlich von der Stadt. Auf dem Land geht es nicht um fertige Konservendosen oder Wasserflaschen, sondern es war und ist das haltbarmachen der selbst angebauten Nahrungsmittel. Dieses Prepping in der Stadt halte ich persönlich für eine Zeiterscheinung und Panikmache durch interessierte Kreise. Ich hatte während des Lockdowns Prepper in unserem Wald, waren mit Pfeil und Bogen auf der Jagd und hatten einen Unterstand gegraben, ich habe sie wegen versuchter Wilderei angezeigt und gemeinsam mit der Polizei von unsrem Grund und Boden entfernt. Die Leute waren übrigens aus Neuss, über 400km von uns entfernt.
hampshire am 28 Mär 2023 13:29:29
pwglobe hat geschrieben:Ich hatte während des Lockdowns Prepper in unserem Wald, waren mit Pfeil und Bogen auf der Jagd und hatten einen Unterstand gegraben, ich habe sie wegen versuchter Wilderei angezeigt und gemeinsam mit der Polizei von unsrem Grund und Boden entfernt.
Uns wurden aus dem Wald knapp 20 Bäume gefällt und gestohlen. Manche gehen etwas zu weit.
Womofahrer55 hat geschrieben:Es geht für mich auch darum wieder ein Stück Eigenständigkeit und Selbstveranwortung zurückzugewinnen.
Für mich ist das voll auf den Punkt gebracht.
dietmardd am 28 Mär 2023 17:09:33
Ein kleines bißchen preppern ist schon sinnvoll, denn es gibt mindestens 2 Szenarien, bei denen es zu längerfristigen flächendeckenden Stromausfällen kommen kann und diese sind durchaus nicht so unwahrscheinlich:
1. Sabotageakte: Im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg, aber nicht erst seitdem, gibt es eine hybride Kriegsführung von Seiten Russlands gegen den Westen, massive Cyberangriffe gegen Regierung, Stromnetze, Wasserversorgung, Krankenhäuser und Wirtschaft, Beeinflussung von Wahlen, Desinformation, extrem ausgeweitete Spionage gegen Regierung, Militär, kritische Infrastruktur und Unternehmen usw.. Cyberangriffe gibt es auch aus China und Nordkorea, aber diese Staaten sind kaum in der Lage, die Stromnetze in D auch körperlich massiv zu sabotieren. Russland hat aber in D eine potentielle 5. Kolonne (ein Teil der Russlanddeutschen, der AfD und der Linken), wie sich in russlandfreundlichen Demonstrationen zum Ukrainekrieg gezeigt hat. Eine Radikalisierung eines Teils dieser Menschen ist nicht ausgeschlossen. Unser Stromnetz, insbesondere Hochspannungstrassen und manche Umspannwerke, ist so groß, dass es kaum geschützt werden kann. Seit einiger Zeit versucht unsere Regierung, diesen Schutz etwas zu verbessern und wenn unsere Nichts-Tun-Regierung etwas macht, dann muss die Gefahr schon prekär sein. Wie die Sprengung der Nordstream-Leitungen zeigt, sind auch andere Gasleitungen im Meer gefährdet, z.B. aus Norwegen. Ohne Gas laufen die Gaskraftwerke nicht und ohne Gaskraftwerke funktioniert der größte Teil der Fernheizungen nicht, da Fernheizung meist durch Abwärme von Gaskraftwerken (Kraft-Wärme-Kopplung) erzeugt wird.
2. Koronaler Massenauswurf: Gerade mal ist einer knapp an der Erde vorbei gegangen (zum Glück) und hat uns nicht voll erwischt. Wir befinden uns gerade im Sonnenfleckenmaximum, bei dem solche koronalen Massenauswürfe häufig vorkommen. Im Jahr 1989 hat so ein koronaler Massenauswurf 6 Mio Menschen in Kanada betroffen und nicht ganz so schlimm 2003 in Malmö. Bei so einem koronalem Massenauswurf brennt in dem betroffenen Gebiet sämtliche nicht "gehärtete" Elektronik durch (gehärtet ist Militärelektronik wegen elektromagnetischem Puls bei Nuklearexplosionen), Hochspannungsleitungen brennen durch und Hochspannungstransformatoren auch. Kraftwerke sind oft dagegen geschützt, können aber ohne Fremdstrom zumeist nicht wieder gestartet werden. Nur wenige Kraftwerke sind selbststartfähig. Das Hauptproblem sind in meinen Augen die riesigen Hochspannungstransformatoren, denn diese stehen nicht irgendwo als Ersatz herum und sie werden nur im Auftragsfall speziell produziert, was 6 ... 9 Monate dauern kann. Wenn solche Hochspannungstransformatoren großflächig durchgebrannt sind, dann kann man nicht einfach über redundante Leitungen den Strom umleiten. Dann dauert es viele Monate, bis dieser Stromausfall wieder behoben werden kann. Bei einem solchen Blackout fehlt nicht nur Strom, sondern die meisten elektrischen und elektronische Geräte, auch private, brennen durch und ohne Strom gibt es keine Fernwärme, gehen keine Gas- und Ölheizungen, keine Wärmepumpen und auch die Solaranlage auf dem Dach funktioniert nicht. Selbst wenn der Strom wieder da ist, geht fast nichts mehr, da ja fast alle Geräte durchgebrannt. Im Jahr 1859 war der bisher größte koronale Massenauswurf, der die Erde auch voll getroffen hat. Damals gab es allerdings kaum elektrische oder elektronische Geräte und keine Stromnetze, so dass es bis auf durchgebrannte Telegrafenleitungen kaum Schäden gab, dafür Polarlichter bis in die Tropen. Im vergangenem Jahr war die bisher stärkste Sonneneruption, die je gemessen wurde, zum Glück auf der erdabgewandten Seite der Sonne.
Wie groß ist das Risiko für uns? Pi mal Daumen muss mit ca. 1 bis 2 extremen Treffern pro Jahrhundert gerechnet werden. Örtlich begrenzte Blackouts wie in Kanada oder Malmö sind aber häufiger, vielleicht einmal im Jahrzehnt. Aber mit der Wahrscheinlichkeit ist das so eine Sache. Innerhalb von wenigen Jahren gab es in D (in der gleichen Region) mehrere Jahrtausendhochwässer, also Hochwässer, wie diese normalerweise nur alle Tausend Jahre auftreten. Aber die Gefahr durch Sabotage ist um ein Vielfaches höher.
Nun ist die Anfälligkeit der Stromversorgung in D gegen Sabotage und koronale Massenauswürfe zwar hoch, aber andererseits ist D relativ leistungsfähig zur Beseitigung von Katastrophenschäden. Wenn man mal extreme flächendeckende Blackouts durch die genannten möglichen Ursachen außer Betracht lässt, dann ist D in der Lage, innerhalb von 2 bis 6 Wochen zumindest eine Notversorgung zu gewährleisten. Es ist deshalb sinnvoll, dass man für einige Wochen autark sein kann, um diese Zeit überbrücken zu können.
Einen Guten für deinen vorherigen Beitrag. Panikmache ist was ganz tolles und es ist immer wieder spannend wie gut das doch funktioniert.
PS: Prost :bia:
Tinduck am 29 Mär 2023 17:36:25
Leute, so langsam reichts.
Nicht alles, was ihr nicht nachvollziehen könnt oder wollt, ist Panikmache. Also gebt eurer Meinung bitte ein bisschen neutraler Audruck.
Es bleibt jedem selbst überlassen, welche Szenarien er für realistisch hält. Aber andere Einschätzungen ins Lächerliche zu ziehen und herablassend zu belächeln, ist schlechte Diskussionskultur. Das sollte hier eigentlich keiner nötig haben.
bis denn,
Uwe
DonCarlos1962 am 29 Mär 2023 17:47:25
Ist ganz interessant wo gerade kein Strom aus der Steckdose kommt: --> Link
Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele Orte sind. Sind sicher nur kurze Störungen, aber vielleicht sind auch längere dabei?
LG Carsten
Jagstcamp-Widdern am 29 Mär 2023 17:50:10
geile seite, wenn man panik kriegen will! :ja:
allesbleibtgut hartmut
schnecke0815 am 29 Mär 2023 19:03:12
DonCarlos1962 hat geschrieben:Sind sicher nur kurze Störungen, aber vielleicht sind auch längere dabei?
Da kann man mal sehen wo in Deutschland die Baggerfahrer Leitungen beschädigen oder mal eine Sicherung durchbrennt.
RaGu am 29 Mär 2023 19:21:49
DonCarlos1962 hat geschrieben:Ist ganz interessant wo gerade kein Strom aus der Steckdose kommt: --> Link
Das sind zu 90% Camping und Stellplätze, wo die geschätzten VanLifer gerade stehen sowie ein paar "Geiz ist geil" Womofahrer, die mittels Youtube Universität ihren Elektriker in 2 Wochen gemacht haben und jetzt "ancampen". :D
DonCarlos1962 am 30 Mär 2023 11:42:25
RaGu hat geschrieben:Das sind zu 90% Camping und Stellplätze, wo die geschätzten VanLifer gerade stehen sowie ein paar "Geiz ist geil" Womofahrer, die mittels Youtube Universität ihren Elektriker in 2 Wochen gemacht haben und jetzt "ancampen". :D
Ach, Du meinst die Klingeldrahtgurus? Bei denen auch 2x 0,75mm² für die Kaffeemaschine schon immer ausgereicht hat? :lol:
Könnte sein.
Im Erst, der Teufel ist ein Eichhörnchen. Als wir das Hochwasser hier in den Straßen stehen hatten, war für etwa einen Tag kein Strom da. Da zittert man schon um seine Tiefkühlkost. Zumal man selbst ja nicht abschätzen kann, wann der "Saft" wieder aus der Dose kommt.
Auch haben wir viele Pumpen zusammentragen können, um die Keller/Kellersümpfe leer zu saugen. Aber ohne Strom?
Da war jeder keine Moppel und Sprit im Kanister Gold wert.
Ist ja nicht nur Panikmache. Aber in manchen Gebieten ist man etwas mehr gefährdet. Unser kleiner Fluss fließt in etwa 100-150m vorbei und ist im Regelfall um die 15-20m breit. In einer Stunde hat er das ganze Tal geflutet.
Es kommt halt auch auf die Geographie an. :ertrink:
LG Carsten
dietmardd am 30 Mär 2023 15:26:34
Mann sollte nicht nur in Extremen denken. Eine vernünftige Vorsorge für z.B. 2 Wochen ist noch lange kein Extrem-Preppern mit Lebensmitteln usw. für 2 Jahre und Bau eines Atombunkers im Garten. Das gab es vor einigen Jahrzehnten im kalten Krieg schon einmal, vor allem in den USA und stark abgeschwächt auch in der Bundesrepublik. Die damalige Angst mag heute als lächerlich erscheinen, war aber durchaus plausibel, denn die Welt stand schon mehrmals ganz kurz vor einem Atomkrieg.
Auch die Bundesregierung empfiehlt für temporäre Krisen einen Vorrat für 14 Tage und das bestimmt nicht nur, um die Bevölkerung zu belustigen.
schnecke0815 am 30 Mär 2023 16:13:11
Was nützt das alles wenn tatsächlich der Supergau eintritt und die Atombomben zünden? Das wird dann nicht nur eine sein (Gegenschlag vom Gegenschlag) und wenn man dann nach 2 Jahren aus dem Bunker klettert ist trotzdem noch alles verseucht. Dann werden, sofern sie noch da sind, nur noch die Wohnmobile um die Wette strahlen.
Tinduck am 30 Mär 2023 18:21:32
schnecke0815 hat geschrieben:Was nützt das alles wenn tatsächlich der Supergau eintritt und die Atombomben zünden?
Darum gehts doch hier gar nicht?
Das Thema waren eher Situationen, in denen man mal ein paar Tage bis Wochen auf sich allein gestellt ist, weil der Strom grossflächig ausfällt (warum auch immer) und deshalb die Infrastruktur nicht mehr funktioniert.
Weil das schon von vielen als Panikmache bezeichnet wird, fällt mir für dein Szenario ehrlich gesagt kein passendes Wort mehr ein…
bis denn,
Uwe
dietmardd am 30 Mär 2023 18:57:47
Das Thema waren eher Situationen, in denen man mal ein paar Tage bis Wochen auf sich allein gestellt ist, weil der Strom grossflächig ausfällt
Ich hatte das Beispiel aus dem kalten Krieg mit einem Atombunker als absurd beschrieben, aber eine Bevorratung für 14 Tage, wie es die Bundesregierung empfiehlt, für vernünftig gehalten.
In den letzten Jahren hat es in D mehrere Situationen gegeben, wo so eine Bevorratung sinnvoll war. Ich möchte da nur mal an einem Winter im Münsterland erinnern, wo unter der Schnee- und Eislast reihenweise zu niedrig dimensionierte Hochspannungsmasten umgeknickt sind oder an die beiden Jahrtausendfluten in Mitteldeutschland und an die Flut im Ahrtal. Es gibt etliche weitere denkbare Ursachen für großflächige und längere Stromausfälle, welche in letzter Zeit akuter geworden sind, z.B. Sabotage im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg. Auch die Umstellung auf regenerative Energien hat das Stromnetz schon mehrfach an die Grenze des Zusammenbruchs gebracht, noch dazu weil unsere bisherigen heimlichen Backup-Kraftwerke, die französischen Atomkraftwerke, selbst Probleme hatten und haben und uns nicht helfen konnten, im Gegenteil, dt. Gaskraftwerke liefen unter Volllast, damit in Frankreich nicht das Stromnetz zusammen bricht.
Das bedeutet Folgendes: Es gibt in D kein nationales Stromnetz mehr. Die ganze EU hat ein länderübergreifendes Verbundnetz und kürzlich wurde beschlossen, auch die Ukraine ans Europäische Verbundnetz anzuschließen, weil der Putin die ukrainischen Kraftwerke teilweise zerstört hat. Ob das schon umgesetzt ist, weiß ich nicht. Fazit: Die Ursache eines großflächigen Blackouts muss nicht unbedingt in D liegen. Ein größeres Ereignis in der EU könnte auch ursächlich sein.
babenhausen am 30 Mär 2023 19:27:40
Sollte es zu einem flächigen langfristigen Stromausfall aufgrund von Sabotage ,Hochwasser oder anderen von Verschwörungstheorien getriebenen Vorfällen kommen werden wir schlicht in das Womo temporär umziehen. Die Solaranlage liefert genug um jedenfalls die aktuellen Nachrichten zu verfolgen ,die Beleuchtung klappt auch und der Kühlschrank, Herd arbeitet mit Gas. Nur abspülen muss ich dann von Hand :cry: Wasser ist kein Problem hier hat jeder eine (Hand)Pumpe im Garten mit besten Grundwasser aus einer Kiesschicht. Nachdem in unserem Dorf kein Laden existiert hat hier auch jeder eine erweiterte Ausstattung an Lebensmittel im Vorratsschrank um nicht für eine Tüte Milch 12 Km fahren zu müssen. Übrigens ...dieses Dorf war im Kalten Krieg eines der Hauptziele für einen Erstschlag denn hier wurden wie in dem hinreichend bekannten Mutlangen auch Pershing gelagert.Wir sind also einiges gewohnt :lach:
hypermotard am 30 Mär 2023 19:50:09
Für einen Atomkrieg bereite ich mich nicht vor, da aus meiner Sicht sinnlos…
Aber wir waren auch vom Hochwasser 2021 in RLP und in der Eifel betroffen und hatten auch eine Woche keinen Strom.
Da waren wir mit unserem autarken WoMo im Dorf sehr gefragt :-) da wurden uns abends die Thermoskannen gebracht und ich habe den halben Vormittag mit Kaffeekochen verbracht. Abends haben wir den Fernseher vors WoMo gestellt und die Kinder konnten KiKa gucken. Auch Gasgrills waren sehr willkommen.
Für unser Notstromaggregat habe ich Benzin per Schlauch aus dem Tank unseres Autos gesogen. Tankstellen funktionieren ohne Strom auch nicht. Die nicht betroffenen Supermärkte konnten ohne Strom auch nicht verkaufen. Und wie oben schon geschrieben hat man auf dem Dorf immer Vorräte, wenn auch nicht frischen Lachs…
Zusammengefasst waren wir mit dem WoMo am besten für die Woche ohne Strom ausgerüstet!
dietmardd am 02 Apr 2023 22:25:18
Es drohen ja nicht nur Stromausfälle. Während Corona wurde mal untersucht, was in verschiedenen Ländern vorzugsweise gehamstert wurde, weil dessen Mangel am meisten an die Nieren der Menschen ginge. In D waren das Klopapier und Speiseöl und in Frankreich Rotwein und Kondome.
Bei uns gibt es immer einen kleinen Notvorrat an Weißweinen ganz spezieller Rebsorten und Anbaugebiete. Da kommen da so ca. 40 und mehr Flaschen zusammen. Die genießen wir an langen warmen Sommerabenden pro Abend eine Flasche, entweder auf Fahrt in südliche Länder oder zu Hause auf der Terrasse. Uns schmecken Weißweine aus Italien, Spanien (kenne da nur wenige Sorten), Portugal und Frankreich (außer Elsass) nicht. Ansonsten trinken wir kaum Wein. Das Fluidum muss passen.
Ob mit oder ohne Strom, diese Sorten gibt es hier in den meisten Fällen nicht zu kaufen, weder in Kaufhallen noch in Weinhandlungen. Ein solcher Notvorrat ist deshalb für uns sehr sinnvoll, denn er muss bis zum nächsten Herbsturlaub in einem Weinbaugebiet reichen. Wenn nun zu dieser Zeit der Strom ausfallen würde, wären die Tankstellen zu und dann könnten wir nicht in Herbsturlaub fahren. Das wäre eine Katastrophe.