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Live ... Überwintern in Italien 1, 2, 3, 4, 5


JEFF und GITTE am 28 Sep 2007 17:44:31

Tag 1: Italien

Wir stehen auf dem kostenfreien SP in Mesola, in der Po-Ebene.

Der Regenguß von gestern hat den Wagen gewaschen und wir nutzen die Zeit, das Dach mit Nana-Versiegelung zu polieren und auch sonstige Wagenpflege zu betreiben.

Hier beginnt also unser "Live ... vom Überwintern in Italien"

Wir werden die Ostküste gen Süden reisen.
Vor 3 Jahren sind wir die Küste von Süden nach Norden gerollt, nachdem wir die Westküste von Norden nach Süden machten, inklusive Sizilien.

Für Vorschläge sind wir dankbar.
Je nach Wetter machen wir morgen vielleicht San Marino.
Da waren wir zwar schon, aber der kleine Staat im Staate kann begeistern.

Dann wollen wir die 130 km Lidos abfahren um ins Gargano zu gelangen.

Spannend wird es wohl erst ab dort.
Bis ins Gargano ist die Ostküste eher langweilig.

Die Sonne scheint, es sind 25 Grad und die Nachrichten vermelden die Überschwemmungen in Deutschland.

Da geht es uns ja noch echt gut.

Nun ein Bier und ..., bis morgen, ... Jeff & Gitte

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thmgoe am 28 Sep 2007 19:52:23

Ich hätte schon ein paar Tips, vorallendingen da wir gerade erst aus Italien zurück sind. Wir waren in der Provinz Marken.

1. Gradara ca. 50km von San Marino entfernt.
Stellplatz ca. 200m von der Festung entfernt.

2. Die Höhlen von Frassari.
Stellplatz direkt beim Ticketverkauf Genga Stazioni

Ansonsten lohnt es sich noch Recanati, Urbinio und San Leo.
Wobei San Leo bei großen Wohnmobilen mit vorsicht zu geniesen ist, da es eine Sehr enge Ortsdurchfahrt hat. Falls Ihr ein motorisiertes Zweirad dabei habt auf den großen Parkplatz vorm Ort parken und das letze Stücke mit dem Zweirad zurücklegen.

Thomas

charis am 28 Sep 2007 20:18:06

Hallo Ihr Zwei,

wenn Ihr Richtung Süden unterwegs seit, ist in Loreto, südlich von Ancona, die Basilika oben auf dem Berg. Eins Stellplatz --> Link ist ebenfalls dabei.
Wir waren Anfang Juli dort und waren total begeistert.

Falls ihr tatsächlich ins Gargano kommt, würde mich interessieren, wie es jetzt nach den Waldbränden zwischen Peschici und Vieste aussieht und welche CP abgebrannt sind, bzw. wie weit in Richtung Vieste sich das Feuer ausgebreitet hatte.
Ansonsten viel Spaß Euch beiden und eine schöne Zeit.

LG

Anzeige vom Forum


JEFF und GITTE am 29 Sep 2007 15:03:16

Danke für die Tipps, wir werden die Ziele raussuchen und anfahren.
Über Gargano werden wir genauestens berichten.

ITALIEN



Tag 031 / 29.09.2007 / ca. 165 km / San Marino, hoch oben, über Rimini

Ein ganzer Monat ist heute, seit unserem Aufbruch zum Überwintern vergangen.
Man glaubt nicht, wie schnell die Zeit vergeht.

Wie kann der Mensch eigentlich nur mit drei bis vier Wochen Jahresurlaub auskommen?
Wie sind wir nur früher damit ausgekommen?

Wenn wir erst einmal unterwegs sind, dann wollen wir reisen, rollen, jeden Tag ein neues, attraktives Ziel wäre perfekt.
Das braucht aber auch Zeit.

Irgendetwas treibt uns an, was suchen wir eigentlich?
Warum stellen wir uns nicht wie viele andere einmal 2 Wochen auf einen Platz und faulenzen?

Irgendwie können wir das nicht!

Unser Hotel rollt nun die Ostküste gen Süden.

Aus den Lautsprechern hardrocken Led Zeppelin mit „The whole Lot of Love“, natürlich … live …!
Was für eine Musik, was für Zeiten waren das!

Wir singen mit und sind gut drauf, freuen uns auf die „neue“ Reise, auf die vielen Kilometer und Ziele, die wir noch gar nicht abgesteckt haben, die aber vor uns liegen.

Vor drei Jahren waren wir hier auch unterwegs: Mailand, Florenz, Siena, Bari, Barletta, Asissi, Rom, Salerno, Capri, Pompeji, Neapel, Reggio di Calabria und die Umrundung und Durchfahrt von Sizilien und vieles mehr.

Damals ging es die Westküste nebst Abstechern ins Inland hinunter und dann die Ostküste zurück und hoch.

Nur leider hatten wir damals weniger Zeit, waren in einem Dreiachser-Ungetüm von rund 8 Metern und 5,5 Tonnen, einem betagtem Frankia unterwegs.
Der Alkoven war so breit und hoch das er wie eine Gegenwindbremse wirkte.

Diesmal wollen wir unsere Reise genießen und da wir im Herbst-Winter rollen, auch die Orte ansteuern, von denen wir uns wegen der „Millionen“ von Touristen im Sommer abgewandt hatten.

Es gibt nur noch drei wirkliche Termine in diesem Jahr für uns, die, neben Weihnachten und Silvester.

Am 24.10. feiern wir unseren 29sten Hochzeitstag und den 47sten Jahrestag, als wir uns in der Schule kennen lernten und schnell zu Freunden wurden.

Am 12.11. landet unsere Tochter Jenny in Catania, auf Sizilien und wir freuen uns sie abzuholen und ihr etwas von Sizilien zeigen zu können.

Dann muss Gitte Mitte Dezember für 10 Tage nach Deutschland fliegen.

Hoffen wir, dass es bei diesen drei Terminen bleibt, sonst wird das ganze auch noch richtig stressig … !

Ach – ja, da gibt es ja noch den täglichen Termin hier im Forum, um über unsere Reise zu berichten und das kommt jetzt.


SAN MARINO

Die Bundesstrasse, nahe der Küste, von Ravenna nach Rimini erinnert uns doch sehr stark an die Trümmerasphaltstraßen Albaniens und mit Dehnungsfugen an Brücken stehen die Italiener schon immer auf Kriegsfuß.

Es rappelt und wir werden kräftig durchgerüttelt.
Manche Male geht der Concorde ätzend in die Knie, um dann wieder, wie von einer Welle getragen empor zu schnellen und wieder im Wellenkamp einzutauchen.

Die Katzen schauen uns auch schon verblüfft an. Sie scheinen zu überlegen, ob sie das geliebte Kitekat, Thunfisch gab es heute Morgen, lieber wieder abgeben sollten.

Nach 165 Klicks auf dem Tacho und enormen Steigungen von manchmal über 18% stehen wir hoch oben in den Bergen, unterhalb des historischen Städtchens San Marino, im gleichnamigen Freistadt, der sich 35 km westlich von Rimini befindet.

San Marino erlangte bei der Fussball-Weltmeisterschaft 2006, weltweite Aufmerksamkeit, als sie gegen unsere Bundeself aufspielte.
Irgendwie hab ich da was in Erinnerung, sie schossen Null Tore und unsere Jungs 8, 10, 12, oder 16?
Genau weiß ich es nicht mehr.

Draussen sind 26 Grad, die Sonne scheint und wir sind die einzigen Camper, die auf dem SP Station machen.
Natürlich manövrieren wir uns so hin, das wir in die Ferne, über die Berge schauen können.

Der Reisemobil-SP Nr. 12 ist kostenfrei, jedenfalls jetzt und V&E-Stationen haben wir bis jetzt im Freistaat San Marino drei Stück gezählt.
Sie sind gut ausgeschildert, jeweils beifahrerseitig, angelegt.
Man baut auch, so zeigt das Bauschild in der Neustadt San Marino es an, an einer Camper-Assistant-Station.

Ein Bus verkehrt zwischen den Parkplätzen und der Altstadt, die man dann allerdings gut zu Fuß erklimmen und erkunden muss.
Die Gassen in der Altstadt sind schmal und nicht nur sehr gefällig anzuschauen, auch mit entsprechendem, ungefälligem Gefälle, versehen.

Der Ausblick hingegen ist ein Traum und die Adria liegt einem quasi zu Füßen.
Könnte man nur weit genug den Blick in die Ferne schweifen lassen, würde man die 120 km Sandstrand der Adria, mit den Millionen von Sonnenschirmen und Sonnenliegen, ausmachen.

Vor drei Jahren waren wir schon einmal hier, aber dieses Ziel lohnt es erneut angefahren zu werden und die paar Kilometer mehr auf dem Tacho machen den Bock auch nicht mehr fett.

Ein mildes Lüftchen weht hier oben, auf dem rund 650 Meter hohen Gipfel.

Für heute reicht es und wir nehmen uns vor nicht mehr zu unternehmen.
Es ist ja auch schon 14:30 Uhr.

Die Dieselpreise liegen in Italien aktuell zwischen € 1,149 und € 1,199.

Eddy am 29 Sep 2007 15:21:43

Hallo,

also den SP in Loretto kann ich auch empfehlen.

V/E und Strom gegen Entgelt vorhanden, der P-Wächter sprach deutsch und war einem kleinen Schwätzchen nicht abgeneigt.
Prächtiger Dom in Loretto und jede Menge Pilger....


Waren letztes Jahr auf Italien-Tour.


Viel Spaß noch unterwegs.


Eddy

Aretousa am 29 Sep 2007 16:33:24

Wie kann der Mensch eigentlich nur mit drei bis vier Wochen Jahresurlaub auskommen?
Wie sind wir nur früher damit ausgekommen?


Irgendetwas treibt uns an, was suchen wir eigentlich?
Warum stellen wir uns nicht wie viele andere einmal 2 Wochen auf einen Platz und faulenzen?


Ich glaube wenn man nur 3 Wochen Urlaub "am Stück" hat ist man dankbarer und genießt die Zeit eher. Mir kommt es manchmal vor als wäret ihr auf der Flucht gehetzt immer mehr Sensationelles und Optimales zu finden.
Verstehe mich nicht falsch, ich beneide euch um die Freiheit die ihr habt, aber ich persönlich würde nicht so von Ort zu Ort hetzen- obwohl ich in meinen 20 Wohnmobiljahren niemals länger als 2-3 Tage an einem Platz verbracht habe.
L.G.
Aretousa

JEFF und GITTE am 30 Sep 2007 13:07:21

Tag 032 / 30.09.2007 / ca. 0 km /

Die Sonne scheint durch das Heki und wir sind früh auf.
Früh heißt bei uns so um 9:00 Uhr.

Leider verkehren in der Nachsaison keine Busse mehr zwischen dem SP und dem historischem Center dem alten Festungsstädtchen.

Eigentlich sind wir beide schlecht zu Fuß und Gitte verzichtet auf die Bergbesteigung von rund 4 Kilometer – one way - .

So mache ich mich alleine auf den Weg.
Versuche noch zu trampen, aber natürlich hält niemand an und nimmt mich mit.

Wenn ich hier stehen würde, mit dem Daumen in dem Wind und gleichzeitig käme ich hier vorbei, würde ich diesen Typen auch nicht mitnehmen, wenn ich ihn nicht kennen würde.
Das ist kein Trost und so geht es weiter, Schleife um Schleife, Kehr um Kehre und immer schön bergauf.

Ich schwitze und wandern war noch nie mein Ding, das linke Knie schmerzt mal wieder.

Nach knapp einer Stunde bin ich oben auf der Burg.
Was eine Aussicht.
Gen Osten Rimini und die goldenen Strände und im Osten die Gebirgszüge.

So früh, es ist nun 10:30 Uhr, sind bisher nur rund 10 Busse hier oben angelandet.
Es sind nicht so viele Touristen, die sich durch die engen Gässchen wälzen und so kann man das eine und andere Foto von den historischen Stätten schießen, ohne ganze Völkerwanderungen mit abzulichten.

Es gibt viel Trödel der hier feil geboten wird. Trödel, der weder mit der Geschichte von San Marino noch mit der Umgebung etwas gemein hat.

Schmuck, Bernstein, Waffen und Messer, Samurai-Schwerter, Puppen und weiteren unzähligen Schnick-Schnack vom T-Shirt bi zur Querflöte.

Völlig überflüssig sind die vielen Bierflaschen mit Etiketten, nebst Fotos von den entsprechenden Personen, wie z.B. „Mussolini-Bier“, „Führers-Bier“, „Bob Marley Bier“, etc.

Nett und gediegen hingegen sind viele kleine Restaurants mit Fernblick über die Berge.
Hier dinieren, während die Sonne hinter den Gebirgen verschwindet, ist ein Genuß.
Vor drei Jahren gönnten wir uns diesen Spaß.

Mir tun die Füße weh, das Knie pocht und ich versuche ein Taxi zu bekommen, doch Fehlanzeige, ich muss laufen.

3,5 Stunden hat der Ausflug gedauert.
Aber, … es hat sich gelohnt.
Rund 50 Fotos habe ich geschossen.

Unten im Reisemobil wird nun erstmal ausgiebig geduscht.

Für den Rest des Tages ist Ruhe angesagt.

Gast am 30 Sep 2007 13:37:54

Hallo Jeff
Ich würde mir das mit dem Anhänger und einem Auto drauf doch noch überlegen, bei meinem neuen 2009 kommt er auf jeden Fall dran.

gute Fahrt und viel Spass in bella Italia

Sigi

JEFF und GITTE am 30 Sep 2007 15:44:36

Hallo Sigi,

nächstes Jahr kommt ein Hänger dran und die Harley kommt mit.

Aretousa, was willst Du eigentlich damit sagen?
Wenn Du auch nur überall 2 Tage stehst, dann machen wir doch im Prinzip das gleiche, nur wir eben über einen längeren Zeitraum.
:razz:

Jeff und Gitte

JEFF und GITTE am 30 Sep 2007 15:49:11

Fotos

Ausderasche am 30 Sep 2007 21:20:54

Das mit dem Musolini-Wein erinnert mich an eine kleine Begebenheit in der Catina sociale in Oristano, Sardinien. Die stellten den nämlich auch her..den mit dem Stahlhelm. Wohl aus Danbarkeit, weil Herr M. die Gegend aus Sumpf in eine Agrar- und Weinbaugegend hat wandelb lassen. Kam ein Italiener, sah mich vor der Flasche stehen und fragte in bestem italienisch, ob ich mir in Deutschland einen Vino Hitleri vorstellen könnte. Anscheinend nehmen die Italiener ihre faschistische Vergangenheit recht locker.

Interessanter ist die Flasche ganz rechts. Womit hat das denn zu tun, Jeff?

San Leo hat übrigens einen Stellplatz (Parkplatz) hinter der Altstadt und ist auch nachts sehr schön. Mit 6,95 Länge und 2,25 breite und 2,20 Höhe sind wir dort hingekommen....aber gebetet habe ich schon (wennich nicht gelenkt habe) ..und die Beifahrerin war ausserhalb des Fahrzeuges

:D


Viele
Frank

JEFF und GITTE am 01 Okt 2007 12:33:20

Hallo Eddy, danke für den Tipp. Stehen in Loreto auf dem SP und plauschen in Deutsch mit dem SP-Wärter.

Schöner Platz.
Bericht kommt später.


charis am 01 Okt 2007 14:46:58

Hi Jeff,

zeig mal bitte dem "Chef" das Bild, und sage ihm viel von dem Polizisten mit dem Schäferhund aus der Nähe von Kaiserslautern, wir am 03/04.07.07 bei ihm und haben uns gar lustig mit ihm unterhalten.

JEFF und GITTE am 01 Okt 2007 16:30:30

HAJOT, er hat herzlich gelacht!

Tag 033 / 01.10.2007 / ca. 138 km / Der Walfahrtsort Loreto a.d. Adria

Als wir aufstanden glaubten wir, schlechtes Wetter hätte eingesetzt.
Die Sicht war höchstens 100 Meter. Es war kühl.
Schnell wurde entsorgt, Trinkwasser gefasst und dann ging es los.

Kaum hatten wir uns die ersten 250 Höhenmeter hinuntergeschraubt, schien auch schon die Sonne.
Nur der Gipfel von San Marino war in Wolken gehüllt.

Dann rollten wir gen Rimini und diesmal auf die Autobahn Richtung Ancona.
Für die 125 km zahlten wir € 6,30, was annehmbar ist.

Wir folgten den Tipps aus dem Forum und bogen Richtung Loreto ab.
Schon von Ferne konnten wir die hohen, alles dominierenden Kuppeln der Basilika ausmachen.

Wir erwarteten eher an ein kleines Kirchlein, als wir Loreto ansteuerten.

Der offizielle SP Citta de Loreta ist gut ausgeschildert.
Es scheint auch noch einen Zweiten zu geben, dessen Schildern wir aber nicht gefolgt sind, da wir im Forum auf diesen hier hingewiesen worden sind.

Der nette Herr, er spricht gut Deutsch, weißt uns einen SP mit Adriablick zu.
Das ist nicht so einfach, da zur östlichen Seite hin Olivenbäume stehen.
Aber, er weiß wo ein Baum fehlt und da rollen wir hin.

Zu unserer Linken das Meer, zur Rechten der Blick auf die Basilika.

€ 10,00 kostet der Platz, für Strom möchte er nochmals € 2,00, aber wir brauchen ja keinen Strom, die Batterien sind randvoll und unser Strom kommt bekanntlich aus der eigenen Steckdose.

Loreto wird im Reiseführer „The Green Guide“ von Michelin nur mit einem Stern bewertet, was wir überhaupt nicht nachvollziehen können, denn das Thema der Stadt (Walfahrtsort), der Charme, der Reiz, die Lage und die Historie, wie auch der Blick haben mindestens 4 Sterne verdient.

Der Legende nach steht hier das Heilige Haus, in dem Maria geboren wurde und Jesus, nach seiner Rückkehr aus Ägypten eine Zeit lang verweilte.

Das Haus selbst wurde von Engeln aus Nazareth hierher verbracht, nachdem das Heilige Land von den Kreuzrittern verlassen werden musste, als Saladin mit seinen Truppen es einnahm und somit dem Islam unterstellte.
Soweit die Legende, was die Engel anbetrifft.

Wahrheit hingegen soll sein, das die Familie Angeli ( … italienisch für Engel und eine damals sehr wohlhabende und einflussreiche Familie die über Epiros herrschte) im Jahre 1294, tatsächlich drei Mauern des Marienhauses von Nazareth nach Loreto verbringen ließ.

Heute ist bewiesen, so der Geistliche Führer Loretos, das es sich tatsächlich um das Gebäude Marias handeln muss.
Vier Hauptgründe werden aufgeführt:

1. Materialuntersuchungen bestätigen, dass es sich um Gestein handelt, welches die Nabatäer, die zur Zeit Jesus in Galiläa solches verbauten, handelt.
2. Dass die drei Mauern, vermessungstechnisch exakt an die Grotte in Nazareth passen, welche als Wohnort Marias identifiziert ist.
3. Inschriften im Gestein des Heiligen Hauses sind jüdisch-christlichem Ursprungs.
4. Alte Urkunden beweisen, dass Kreuzritter, als sie Jerusalem und das Heilige Land aufgeben mussten, dieses Haus zuerst nach Kroatien, später nach Italien, nach Loreto, verbrachten.

Heute steht hier in Loreto, nach zahlreichen Mantelbauten das Il Sanctuario della Santa Casa, das Haus der Heiligen Mutter Gottes, Maria und es ist mehr als beeindruckend.

So nennt sich Loreto auch die Stadt der Heiligen Maria und Millionen von Pilgern besuchen diesen Ort.

Jetzt und im Herbst, scheint hier eher alles ausgestorben zu sein.

Wir teilen uns den SP mit nur drei weiteren Reisemobilen und werden gleich aufbrechen, Loreto zu erkunden.

Vorher will Gitte noch ein paar schwarze Oliven ernten und einlegen.

Die Sonne scheint, es sind 25 Grad und wir sind gut drauf.


DER BESUCH LORETOS AM NACHMITTAG

Wir sind beide überwältig. Überwältig von den Bauwerken, dem Platz vor der Basilika und von dem eigentlichen, Heiligen Haus, den Fresken, den Skulpturen und überhaupt strahlt dieser kleine Ort etwas Besonderes aus.

Es ist eine Art von Ruhe, von Frieden, von …, wir können es gar nicht genau beschreiben.
Ähnliche Ausstrahlung hatten für uns die Orte Mallula in Syrien (Stadt der Hl. Thekla, Bethlehem, Garten Gezemaneh, das Wohnhaus der Maria in Ephesus, das Orthodoxe Kloster auf dem Sinai, aber auch ganz andere Stätten, wie Verdun und Domremy la Pucelle in Frankreich, um nur einige zu nennen.

Gefangen von diesem Gefühl durchwandern wir Loreto, schießen über 130 Fotos und können dann endlich, um 14:30 Uhr, in den Marmortempel, der in der Basilika das Heilige Haus umschließt, eintreten.

Es sind nur rund 30 Menschen, die heute, um diese Zeit hier sind und in diesen „Schrein“, andächtig hinein gehen.

Eine Italienerin mit höchst beachtlicher Stimme beginnt hierin ein Ave Maria zu singen und das hebt dann irgendwie auch noch das Gefühl, welches wir mit uns herum tragen, wie auf Flügeln dahin.

Eine kleine Gruppe älterer Russinnen schließt sich nach dem Ave Maria noch in kyrillischen Chorälen an.

Manche Frauen berühren die Steine, manche küssen sie, andere weinen und wieder andere beten.

Ein erbauliches Erlebnis ist dieser Tag bis jetzt und er ist noch lange nicht um.

Heute Abend werden wir, wenn sie Sonne untergeht erneut nach Loreto, dort dinieren und abendliche Fotos schießen.

Hätten wir diesen Tipp im Forum von Eddy nicht bekommen, hätten wir wahrlich so etwas Fantastisches wie dieses Städtchen verpasst.

Vielen Dank Eddy und allen anderen Lesern des Forums, sei dieser Ort ganz, ganz dringend empfohlen.

Es wünschen Euch noch einen angenehmen Tag, Jeff & Gitte

JEFF und GITTE am 01 Okt 2007 16:32:53

Fotos

JEFF und GITTE am 01 Okt 2007 16:34:27

Fotos

charis am 01 Okt 2007 19:03:21

Hi Jeff,

geht auf jeden Fall spät abends über die Treppen hinter dem Stellplatz nochmal hoch zur Basilika, dieser Anblick ist doch unvergeßlich.

Eddy am 01 Okt 2007 20:28:43

Hi Jeff und Gitte,

der erste Tip kam von "Hajot" ich habe nur nochmals bekräftigt, wie schön Loretto ist.

Freut mich das es Euch gefallen hat, schöne Bilder,da kommt die ganze Urlaubsstimmung wieder zurück.

pezz88 am 06 Okt 2007 11:01:37

Alles gut bei Euch beiden?!?

Beduin am 06 Okt 2007 15:19:35

Jep, soll euch lieb grüssen.
Bericht ja nach Empfang heute Abend.

JEFF und GITTE am 06 Okt 2007 16:18:35

Tag 034 / 02.10.2007 / ca. 240 km / Im Nationalpark der Abruzzen


Wir haben so fest geschlafen, dass wir erst gegen 10:00 Uhr aufwachen.
Ein Blick nach draußen, die Sonne scheint, alles klar!

Um 10:30 Uhr rollt das Hotel gen Süden.
Wir entscheiden uns für die Bundesküstenstrasse, was sich als Fehler heraus stellen sollte.

Der Küste zwischen Citanova und Pescara gleicht mehr einer Perlenkette von Städtchen, die sich so eng aneinander reiht, dass sie Großstadtcharakter bekommt und so ist das Großstadtverkehrsgewühl, auf nicht enden wollenden 120 Kilometern.

Der eine Ort endet, der nächste beginnt und dann das ordnungslose Parken, welches dann hier und da die Straßen vollends verstopft.

Von der Adria sehen wir eher wenig.
Zudem liegt die Bahnlinie adriaseitig zwischen Bundesstrasse und Meer und die Zufahrt zum Meer ist oft nur durch Brückenhöhen von 2,50 Meter möglich.
Würden wir versuchen sie zu durchfahren, wäre der Concorde schnell ein Cabrio.

So kommen wir auch nur langsam voran und brauchen für die rund 120 km über drei lange Stunden. Wirklich Ansehnliches hat es uns nicht gebracht.

Noch vor Pescara nehmen wir die Autobahn, die E 80 (… damit umgehen wir den über 10 km langen Tunnel, der in den Grand Sasso führt), um in die Berge zu flüchten.
In den Nationalpark der Abruzzen soll es gehen, den 2.900 Meter hohen Grand Sasso di Italia wollen wir sehen.

Bären, Wölfe und wilde Pferde soll es hier noch geben.

ANMERKUNG: Hier oben in den Abruzzen gibt es kaum Handyempfang und UMTS funktioniert gar nicht. Daher mussten wir einige Tage mit den Berichten aussetzen.
Fotos zu laden ist schier unmöglich. Wir sind quasi vom Rest der Welt abgeschnitten, so einsam kann es hier an den richtigen Stellen sein.

Dieser Reisetag wird lang und Bärchen und Zwickelchen, die beiden Katzen, machen ihrem Unmut schon einmal Platz.
Sie mauen und meckern.

Doch um 17:00 Uhr stehen wir, auf 1.900 Metern Höhe und blicken gen Westen.
Irgendwo in der Ferne muss Rom liegen, rund 150 km Luftlinie entfernt.

Die Fahrt hier herauf, auch Dank Umleitung war sehr schön und Panorama folgte auf Panorama.

WIR SIND NICHT ALLEINE …

Wir stehen unterhalb des Grand Sasso-Gebietes auf einem Liftparkplatz und ein junges Paar aus Gotha, nebst Zelt, gesellt sich zu uns (Gebiet: Montechristo).

Kathrin und Alex heißen sie und sind so ganz anders, wie wir uns junge Menschen, klischeeartig vorstellen.

Sie sind Wanderer, Naturmenschen, lieben die Erde und reisen mit bescheidenen Mitteln.
Schlafsack, Zelt, Gaskocher und dicke Pullover reichen Ihnen aus, um völlig unbeschwert und glücklich zu reisen.

Da kommen wir uns mit unserem Dickschiff und Komfort um uns herum doch irgendwie grausam, zumindest Ihnen gegenüber, vor.

Wir verbringen einen Teil des Abends miteinander und verstehen uns auf Anhieb blendend.
Sie sitzen noch lange bei uns im Reisemobil und erzählen, wie sie die ehemalige DDR, als Kinder und Jugendliche erlebt haben.

Gespannt hören wir zu.

Das Thema passt ja auch irgendwie, denn morgen ist der Tag der Wiedervereinigung.

Dank der Beiden bekommen wir eine Menge Tipps über diese Gegend, denn sie sind hier schon weit herum gekommen.

Sie spielen übrigens in einer Musikgruppe, die mittelalterliche Musik macht.
„Spellbound“ nennen sie sich und schenken uns eine CD.

Von uns bekommen sie im Gegenzug ein Wanderbuch über die schönsten Wege der Alpen.
Wandern ist für uns ja nichts mehr, zumindest Strecken, die auf die Knie gehen.

Der Blick der sich uns heute Abend bietet ist gigantisch und vor dem Reisemobil sind zudem Bänke, auf denen wir unser Bier genießen können.

Die Nacht wird ruhig und gar nicht so kalt, wie wir erwartet haben.

Am Morgen sind es im Wagen noch 13 Grad, also erträglich.



Tag 035 / 03.10.2007 / ca. 65 km / Grand Sasso und Mount Imperiale

Kathrin und Alex sind schon vor dem Sonnenaufgang aufgebrochen.

Sie wollen den Campo Imperiale besteigen und rechnen allein mit 3-4 Stunden für den Aufstieg.

Als wir gegen 11:30 Uhr das Planetarium ansteuern, wo nun ihr Wagen geparkt ist, werden sie schon gut die Hälfte der Strecke geschafft haben.

Wir können sie nicht sehen, bestimmt aber sie unser Dickschiff.

Nach vielen Fotos rollen wir auf einer kleinen Straße zwischen L`Aquila und Monte Castello.

Dabei klingen die mittelalterlichen Balladen von Spellbound aus den Lautsprechern.
Die Musik, so einfach und auch so beruhigend, passt gut zu der Landschaft, die wir nun bereisen.

Selten hatte uns die Natur, die Berge und die abwechselungsreiche Landschaft so beeindruckt.

Zitat:

„Das Leben wir nicht an der Anzahl der Atemzüge gemessen –
es wird gemessen an der Anzahl der Ausblicke, die uns den Atem rauben“
( … von Unbekannt)


Und den Atem rauben uns diese wunderschönen Panoramen, auf der Höhenstraße die uns zwischen 1.500 und 2.200 Metern trägt, viele Male.

Unterhalb der Baumgrenze schmücken sich die Laubbäume bereits in grell- leuchtenden, herbstlichen Farben ( … vor Monte Castello sind diese Wäldchen).

Oberhalb finden wir Geröllwüsten, Grasheiden, übersät mit Silberdisteln und von urzeitlichen Gletschern rund geschliffene und polierte Berge.

Darüber erheben sich majestätisch die schroffen, grauen und alles dominierenden Gebirgszüge.

Uns begegnen auch tatsächlich wilde Pferde auf einer Anhöhe.
Wir stoppen und schießen Fotos.
Aber sie sind sehr weit weg. Schade!

Einen Anhalter nehmen wir auch noch mit.
Ein Engländer und er hat sich wohl zuviel vorgenommen.



PLATZ GENUG ZUM STEHEN UND VERWEILEN …

SPs: Jetzt im Herbst sind wir hier fast alleine unterwegs.
Wilde Stellplätze gibt es zuhauf, wenn man alleine stehen möchte.
Wochenenden sollte man meiden, da dann viele Leute aus Pescara und Rom hierher Tagesausflüge unternehmen, so ein Römer warnend, den wir unterwegs treffen.

WER DIE EINSAMKEIT LIEBT …

1. SP von L `Aquila, Richtung Mount Imperiale. In den Bergen, an der ersten kleinen Kreuzung (Schild: Montechristo) links abbiegen, Richtung Restaurant und Skilift (3 km).
Großer geteerter Parkplatz mit Bänken und schönster Aussicht ins Tal und über
L `Aquila, deren Lichter in der Nacht das Tal ausleuchten. (Höhe 1400 Meter)

2. SP Unterhalb des Observatoriums und dem Mount Imperiale, der höchsten Erhebung im Grand Sasso Gebiet.
Parkplatz für das Skigebiet hier und die beiden Restaurants.
(Höhe 1.700 Meter)

3. Von L `Aquila Richtung Monte Castello, über die Hochebene.
Auf ca. halber Strecke, (30 km), sind zwei kleine Hütten.
Es sind Käsereien, die auch eigenes Fleisch verkaufen.
Die Betreiber sind überaus freundlich und gestatten hier kostenloses campen.
(Höhe 1.700 Meter, mit perfekter, 5-Sterne Aussicht)
Die rechte Hütte ansteuern, hier ist mehr Platz und die Aussicht grandios.
Als Dank kann man etwas von dem erstklassigem Fleisch und Käse kaufen.

Draußen stehen Bänke, Tische und auch Grills, die kostenlos benutzt werden dürfen.
Hier bleiben wir.

Wer sich lieber nah an einen kleinen Ort heran kuschelt, dem sei L`Aquila oder Monte Castello, oder eines der anderen kleinen Bergdörfer empfohlen.
Auf kleinen Sportplätzen lässt es sich beschaulich, nahe der Zivilisation, aushalten und eine Carabinieri Station ist immer in der Nähe.

Die Namen dieser kleinen Bergdörfer lauten: Rocca Calascio, Castel Vecchio, S. Stefano, Capestrano, Farindola und Prato Selva.

Vor uns liegt nun das Ganze, so einsame Panorama der Gebirge des Grand Sasso und die ehemaligen Gletscherflächen und Ebenen mit unverkennbar eiszeitlicher Prägung.

Wir können den Sonnenuntergang hier auf rund 1.700 Metern Höhe gar nicht mehr erwarten.

Werden wir heute Nacht die Wölfe heulen hören?

Gitte hat indes bei den beiden betagten, sehr freundlichen Damen in der Käserei Fleisch eingekauft.
Der Herr aus Rom übernahm das Dolmetschen.
Als er ihnen vermittelte, dass wir keine Quittung brauchen, strahlten ihre Gesichter umso mehr und es gab auch gleich ein Kotelett mehr ins Fleischpaket.

Das Fett von dem Fleisch bekommen die beiden großen, weißen Hirtenhunde, die heute Abend als Wachmannschaft für uns antreten.
Sie umkreisen bereits den Wagen und machen es sich um uns herum gemütlich.
Unsere beiden Katzen „flirten“ schon mit ihnen.

ANMERKUNG: Wir waren erst skeptisch, den Umweg von rund 200 Kilometern (Hin- und Rückreise von und zur Adria bei Pescara) hier hoch in die Abruzzen zu unternehmen.
Erwarteten wir doch einfach nur Berge und alpenähnliche Massive.
Nun sind wir froh, die Reise hierher angetreten zu haben.

Die Gegend im Nationalpark Grand Sasso (Eintritt frei … !) ist doch so ganz anders.
Man könnte sich fast in den Hochanden oder den Ausläufern des Atlasgebirge wähnen.
Der Mount Imperiale schaut aus, wie beschwichtigte Zinnen der Dolomiten.

Wer wandern möchte, kann selbst die höchsten Kuppen erreichen, ohne halsbrecherische Klettereien unternehmen zu müssen, wenn er die Zinnen über die relativ moderaten Gebirgskämme angeht.

In der Hochebene lässt es sich zudem gut Fahrrad fahren.
Die Steigungen oben in den Bergen sind bis auf wenige Ausnahmen (Observatorium und Castel d. Monte) ebenso moderat.

Fünf Tage sollte man sich hier mindestens Zeit lassen. Drei Tage, wenn man in Eile ist und 14 Tage wenn man Ruhe Volltanken möchte.

Es braucht wohl nicht erwähnt zu werden, dass hier im Winter haushoch Schnee liegt und die Pässe, die wir jetzt genüsslich fahren, unter Umständen gesperrt sind.

DER NACHMITTAG …

Eigentlich sollte man in so einer Einöde, auf einer solchen Hochebene, nicht viel Spannendes erwarten und doch hat es der Nachmittag in sich.

Gitte sieht sie zuerst, eine kleine Herde von Wildpferden.
Sie grasen genau im Tal, unterhalb, wo das Reisemobil steht.
Vielleicht 300 Meter von uns weg.

Ich greife die Kamera und schleiche aus dem Wagen.
Der Wind steht günstig, weht von der Herde weg in meine Richtung und sie dürften nicht so schnell meine Witterung aufnehmen können.

Langsam schleiche ich in das Tal hinab und komme tatsächlich bis auf rund 50 Meter an sie heran, bevor der Leithengst mit lautem Wiehern die Herde zur Achtung und Aufbruch ermahnt.

Schnell drücke ich den Auslöser und schaffe rund 20 Fotos, von denen auch rund 12 Stück sehr gut geworden sind.

Die Herde zieht nun um den Hügel herum und ich könnte abkürzen, indem ich den direkten Weg nach oben nehme, um sie von vorne aufnehmen zu können, wenn sie um den kleinen Berg herum kommen.
Und …, das klappt auch tatsächlich.

20 tolle Aufnahmen von wilden Pferden und einem Muli sind auf dem Chip.
Teilweise sehr schöne Aufnahmen von dem Fohlen im Galopp.

Mehr kann man von einem solchen Tag wohl kaum erwarten, … doch weit gefehlt.

Der Schäfer, dem wir bereits mit seiner 200-köpfigen Herde am Vormittag rund acht Kilometer von hier begegneten, zieht nun an unserem SP vorbei.

Zehn seiner Hunde nehmen uns auch sogleich in Augenschein und checken, ob wir womöglich eine Gefahr darstellen könnten.

Offensichtlich erachten sie uns für harmlos und wir dürfen einige sogar streicheln, was wiederum unseren Wachhunden äußerst missfällt.
Ein wüstes Gebell setzt ein, aber, sie tun sich nichts untereinander.

Wir bieten dem Schäfer Wasser an, doch er möchte lieber Coca Cola.
Schnell bekommt er eine 1,5 Liter Flasche aus der Garage von uns gereicht.

HEBAMME AUF HÖHENMETER 1.800 …

Eines seiner Schafe bekommt gerade ein Baby und logisch, muss sich Gitte als Hebamme, betätigen.

Es entstehen wunderschöne Aufnahmen mit Gitte und dem gerade geborenem Schäfchen auf dem Arm.

Dann darf auch die Mutter ran und gleich säugt sie das Kleine, die dankend, mähend und abwechselnd schmatzend, annimmt.

Die Herde indes, zieht langsam weiter und Mutter und Baby ziehen bald mit.

Das Neugeborene schließt sich sogleich der Herde an und springt über Stock und Stein, stolpert wieder, aber es hält mit den anderen der Herde gut Schritt.

Was für ein toller Tag.
Wenn wir jetzt heute noch Bären und Wölfe zu Gesicht bekommen, … aber lassen wir das, alles klappt sowieso nie und wir sind sowieso, rundherum zufrieden.

20:00 Uhr: Bären?! …, da kommt doch gerade durch die Nachrichten, dass 5 Braunbären im Gebiet der Abruzzen vergiftet worden sind. Ebenso einige Wölfe.
Das kann einem nur traurig machen.

Der Wagen ist nun von rund 10 Hunden umlagert.
Wir stehen sicher wie noch nie, in dieser Einsamkeit.



Tag 036 / 04.10.2007 / ca. 130 km / Rundfahrt Abruzzen National Park

Die Nacht war so ruhig, dass wir, wie Gitte es so treffend umschrieb, das Blut in unseren Ohren rauschen hören konnten.

In der Ferne war Wolfsgeheul vernehmbar, was die Hundemeute, inzwischen waren es zehn Hunde die uns bewachten, mit Gebell erwiderten.

Vielleicht nehmen die Wölfe die gleiche Tränke, die tagsüber die Wildpferde, Schafe und Kühe nützen.

EIN HUNDEBABY BEKOMMT EIN VOLLBAD …

Ein kleiner Welpe, der sich ständig vor lauter Läusen und Flöhen kratzen musste, hatte es Gitte besonders angetan.
Sie richtete ihm am Morgen ein Vollbad an. Mit viel Schaum und natürlich warmen Wasser, wurde er mehrfach kräftig eingeseift und gewaschen.

Da half ihm nichts, er musste in die Schüssel, anschließend getrocknet und sein Fell mit Minzöl ( … mangels entsprechender, aprobarter Mittelchen) eingerieben.
Da behagte ihm zwar nicht, aber auf der Wasseroberfläche der Schüssel schwammen Hunderte von toten Läusen und der Rest verließ ihn wie Ratten ein sinkendes Schiff.

Mal sehen, wie es ihm heute Abend geht, wenn wir von unserem Ausflug zurückkehren.

Der Schäfer kommt freudig winkend vorbei und bekommt seine heutige Ration, eine weitere Flasche Cola.
Dankend zieht er seines Weges.

RUNDTOUR ABRUZZEN …

Um 11:00 Uhr rollte das Hotel Richtung L´Aquila, um dann nach Teramo abzubiegen und über die Gebirge des Grand Sasso in Richtung Lago di Campostosto zu gelangen.

300 Meter unterhalb der Sperrmauer des Lago, auf der linken Seite ist eine Quelle.
Dort fassen wir erst einmal 250 Liter Wasser, was so rund eine Stunde dauert.
Das Wasser aus der Quelle kommt mit einem „Blub“ an die Oberfläche.
Stoßweise könnte man sagen. Deshalb dauert die Prozedur auch so lange.

Hinter der Sperrmauer, 400 Meter rechts, ist ebenfalls eine Quelle.

Der Lago selbst ist nicht so hinreißend, wie wir uns einen Gebirgssee vorgestellt haben. Die paar Standplätze die wir erspähen sind eher ungeeignet.
Der Blick auf den noch immer mit Schneefetzen bedeckten Mt. Gorzano überwältigt allerdings.

Wir rollen zurück, Richtung Camp von letzter Nacht, allerdings diesmal die Taltour, die Straße Nr. 80, Richtung L`Aquila.

Hier in L`Aquila liegt der Einsiedler Pietro da Morrone, begraben, der 1294 zum Papst Coelestin V. gekrönt wurde. Ein Papst, der später von seinem Amt zurückgetreten ist.

Jedes Jahr am 28. August huldigen die Gläubigen hier ihrem ehemaligen Papst mit einem großen Fest.

Auf halber Strecke zwischen Teramo und L`Aqulia findet sich links in einer Kehre ein Grillplatz im Gebirgswald, der perfekt als Übernachtungsplatz geeignet ist.

Am Nachmittag, gegen 16:00 Uhr, erreichen wir wieder unseren „Basislager“, zwischen L`Aqulia und Castel del Monte, hoch oben, auf rund 1.800 Metern, mit der herrlichen Aussicht über den Mount Imperatore und die Bergwelten darum herum.

Die Fotoausbeute von heute nicht so überwältigend wie die, der vorhergehenden Tage.

Aber, einige Wildpferde konnten wir auf den Chip bannen. Vor allem einige Fohlen beim grasen.

Dem kleinen Hundewelpen geht es merklich besser. Die kleinen, roten Bisswunden der Läuse sind nicht mehr so entzündet und er muss sich nicht mehr andauernd und dabei jaulend kratzen. Zudem wurde er heute gut versorgt und macht mit seinem nun gepflegten Fell einen ganz anderen Eindruck.

Gitte verabreicht ihm noch eine Puderkur und kämmt sein Fell.
Nun sieht er wirklich richtig gut aus und fühlt sich, wie man es ihm ansehen kann, auch merklich besser und balgt sich mit den größeren Hunden.

Wir treffen noch ein holländisches Ehepaar, welches auch hier übernachten wird.
Bei einem Bier plaudern wir über ferne Reisen.
Sie bleiben, wie wir, ein paar Tage und es gibt viel an Informationen auszutauschen.
Sie haben auch das Ziel Sizilien, allerdings verkürzt, nicht so ausufernd, wie wir.

Nun geht die Sonne unter, Gitte bereitet Gulasch und ein angenehmer Geruch strömt durch den Wagen.

Ich bekomme mächtig Hunger.


DER ABEND IN DER KÄSEREI …

Als es bereits dunkel und entsprechend kühl ist, kommen alle, die heute auf dem Gipfel verweilen, die Holländer, die überaus freundlichen Betreiber der Käserei, die Hirten und die zwei Bergsteiger aus Rom, in der Klause zusammen.

Es wird viel gelacht, viel erzählt, wenngleich auch sprichwörtlich mit Händen und Füßen. Irgendwie versteht man sich schon.

Der Laptop kommt auch zum Einsatz und alle sitzen um ihn herum, schauen sich die Fotos, ihrer eigenen Bergwelt an und sind ganz offensichtlich begeistert.
Kommentare des Erstaunens können wir jedenfalls verstehen.
So in Bildern und als Ausschnitte, haben sie wohl ihre eigene Welt noch nicht erlebt.

Das Foto mit der Aktion „Hundebad“ findet lachenden Beifall und sorgt doch irgendwie, so unser Gefühl, für Unverständnis. Es wird gewitzelt.
Trotzdem dankt man Gitte für die Aktion und beteuert immer wieder, dass es dem Hund nun besser geht und er nun „bellissima“ aussieht.

Wir erfahren, dass hier, um die Käserei herum jedes Jahr am 5. August ein großes Fest der Bergwelt und der Menschen die hier leben, stattfindet.

Auch erklärt man uns das Denkmal, am Hügel, gegenüber der Käserei.
Hier steht ein Pfarrer mit ausgebreiteten Armen, einer Frau, zwei Kindern und einem Hund, alle aus feinstem Marmor, gegenüber.
Die Skulpturenszene zeigt sie in einem Schneesturm.

In einem solchen kamen diese Menschen hier 1919 um.
Durch das Denkmal soll ihnen gedacht werden.
Gleichsam auch erinnernd an alle Menschen, die hier in den unwirtlichen Bergen des Grand Sasso durch Eisstürme, Nebel, Sturm, Blitz- und Steinschlag, ihr Leben verloren haben.

Leider haben Vandalen hier gewütet und den Figuren die Hände abgeschlagen.

Gegen 21:45 Uhr verschlägt es uns in die Betten.
Es ist kühl geworden.
Die Meute zieht mit uns zum Camper und legt sich ebenfalls schlafen.

Dafür gibt soll es am nächsten Morgen einen großen Topf aus Resten des Gulasch geben.
Das Fleisch, das wir hier oben gekauft haben, war übrigens hervorragend.

Die Sonnenuntergänge werfen ein mildes Licht, mit tiefen Schatten, auf diese Bergwelt.
Gerade so, als hätte Salvadore Dali sie als Huldigung an eine völlig unbekannte, surreale Welt, erdacht und zu Leinwand gebracht.

Es dominieren die Farben Ocker-natur, Umbra-gebrannt, Siena de Provence und als Schattenwelt ein fettes Van Dyck Braun, über ein mildes Olive-grün der bemoosten Hänge. Abgerundet alles mit einen weichem Grau für die steilen Gesteinswände, gesetzt gegen einen strenges Kobalt-Blau als Himmel, runden die perfekte Sonnenuntergangs- Farbpalette ab.

Der Sternenhimmel hier in der Hochebene, in der klaren Gebirgsweltluft, ist übrigens ebenso fantastisch anzusehen.
Bisher glaubten wir, dass nur der südliche Kreis der Erde, die Antipoden, Feuerland und Südafrika, so eine vielfältige Sternenwelt aufzuweisen haben.

Gute Nacht für heute, genug geplaudert.
Es war wieder ein schöner und unvergeßlicher Tag!


Tag 037 / 05.10.2007 / ca. 0 km / Ruhetag in den Bergen

12 Grad zeigt das Thermometer um 9:00 Uhr im Wagen, bevor die Sonne ihn erreicht und aufwärmt.

Heute werden wir einen Pausentag einlegen.

Die Sonne lacht und es die Luft ist völlig klar heute.
So können wir die Panoramen noch einmal richtig in uns aufnehmen, bevor es morgen zurück an die Küste und ins Gewühl von Menschen, Verkehr und Feinstaub geht.

Gegen Mittag setzt ein sanfter Wind ein. Er ist nicht kalt, aber doch recht frisch.

Gitte füllt die Kühlschrankreserven auf indem sie erneut Fleisch, bei den freundlichen Frauen der Berghütte, der Käserei, einkauft.

Der kleine Welpe bekommt heute zweimal Eigelb mit Fleisch in Soße und eine Brise aufgeweichter Vitamine, aus unserem Arsenal.
Er wirkt schon irgendwie agiler und kräftiger.
Seine Nase ist nun kalt und er kämpft schon, völlig rüdenhaft, mit der Matte vor dem Einstieg in das Reisemobil.

Wir hoffen sehr, dies ist ein vielleicht gutes Zeichen.

Der Hirte erklärt uns, dass er so gut wie keine Muttermilch bekommen hat.
Dieser bekommt auch heute wieder seine Flasche Cola und verspricht uns auf den Welpen besser acht zu geben. Hoffen wir, er hält sein Versprechen.

TIERE AN DER WASSERSTELLE …

Am Nachmittag verstecken wir uns an der einzigen Wasserstelle weit und breit, im Windschatten, hinter einem Felsen und warten (Unterhalb der Käserei).

Die ersten Besucher sind drei umher streunende, vor Kraft strotzende Bullen.
Echte Prachtexemplare, zweifelsohne!

Für einige Samenspenden dieser grandiosen, abgehärteten Naturjungs der Berge, könnte man sich in Deutschland bestimmt einen der neuesten Concorde mit Vollausstattung leisten.
Und hier laufen sie einfach so herum.

Wir knipsen sie mit dem Teleobjektiv, denn zu nah wollen wir ihnen gewiss nicht kommen.
800-950 Kilo schätzen wir einen Jeden dieser massigen und muskolösen Fleischkolosse.

Ihnen folgt bald eine Pferdeherde, sieben Stück an der Zahl, nebst Fohlen.

Nun wird es spannend, denn die Pferde sind sehr vorsichtig und der Leithengst, nebst Leitstute, arrondieren erst einmal das Terrain rund herum um das kostbare Nass.

Ihre Nüstern heben sie in den Wind.
Da dieser in unsere Richtung weht, glauben wir nicht dass sie uns wittern können und bleiben gespannt auf der Lauer.

Vorsichtig kommen sie zum tränken.
Wenn nur die Klappe des Schließmechanismus des Kameraspiegels nicht so laut wäre.
Doch sie scheinen es nicht hören zu können.

Das Fohlen säugt an der Mutter und es entstehen wunderschöne, rund 70 Aufnahmen von diesen wilden Pferden.

Dann wagen wir uns sehr, sehr langsam, näher an sie heran, bis auf 25 Meter, vielleicht.
Der Hengst streckt die Ohren weit hoch und stellt sich kriegerisch in Angriffsstellung vor seine Herde. Er scharrt mit den Hufen, schnaubt.
Bedrohlich sieht er aus.

Wir begeben uns auf den Rückzug und schießen noch ein paar beeindruckende Aufnahmen. Dann lassen die Herde weiter in Ruhe tränken und ihres Weges ziehen.

Am frühen Abend können wir mit dem Fernglas noch eine weitere Herde, unterhalb des Monte Imperatore ausmachen.17 Pferde sind es, inklusive drei Fohlen.

Am darüberliegenden Hang, können wir noch fünf Pferde, davon drei Schimmel, im Abendlicht, beim grasen, erspähen.

Wölfe und Bären, leider, haben wir diesmal nicht getroffen. Sehr schade!

Das Massiv, Monte Imperatore, ist übrigens nach dem „großen Imperator“ Mussolini benannt, der hier auf der Flucht vor der Rache seines eigenen Volkes das Weite suchte.
Für kurze Zeit entkam er von hier seinen Häschern per Flugzeug, um dann doch noch seiner gerechten Strafe nicht zu entgehen.
Aber das ist ein anderes Thema, zu hässlich, für diese schöne, anmutige Gebirgswelt.






UNSERE MEINUNG …

Wer in der Gegend zwischen Ancona und dem Gargano, an der Ostküste Italiens bei Pescara, der Adria unterwegs ist und wenn auch nur wenige Tage Zeit hat, sollte sich die Abruzzen keinesfalls entgehen lassen.

Die Panoramen sind berauschend, die Hochebene unvergleichbar fremd, einsam aber überaus anmutig. Die Sonnenunter- und Aufgänge romantisch und traumhaft.

Die Menschen, die hier oben leben und ihre kleinen Geschäfte betreiben sind vollends gastfreundlich.
Stehen und Übernachten kann man quasi überall.

Die Steigungen der Straßen (… nie mehr als 10%) sind moderat.
Neben den schroffen Gebirgskämmen sind die Berge dieser Hochebene eher mild ausgeprägt und laden zum Wandern und Fahrradfahren ein.

Bitte etwas Hundefutter mitnehmen. Die vielen Hunde, die die Herden hier hüten, sind lieb und nehmen es dankend an.

An genügend Frischwasservorrat denken, denn Quellen sind eher rar und die Käsereien müssen das Wasser auch per LKW bringen lassen, sind entsprechend sparsam mit den hier so wertvollen, italienischem Aqua.

V&E gibt es hier oben natürlich nicht.
Strom erzeugt man hier per Aggregat.

In den kleinen Bergdörfern, da hat man Strom, aber ob man welchen abgibt?

Selbstversorger-Mobilisten sind eindeutig im Vorteil, hier oben in der Einsamkeit der weiten Bergwelten des unvergleichlichen Grand-Sasso-Nationalparks.

Wer wenig Zeit hat sollte sich gleich auf die ursprünglichste Landschaft der Abruzzen konzentrieren und zwischen L`Aquila und Monte Castello unterwegs sein (Hochebene um den Monte Imperatore, ca. 50 Kilometer Strecke).
Stellplatzmöglichkeiten haben wir bereits vorhergehend beschrieben.

Für den Ausflug in diese unvergessliche Landschaft und Wildnis geben wir aus völliger Überzeugung sehr gerne 5-Sterne, plus ein weiteres, gedankliches Sternlein, für die besondere ( … unverdorbene!) Gastfreundschaft, die wir hier, an der Käserei, erfahren durften.



Tag 038 / 06.10.2007 / ca. 280 km / Der Sporn des Stiefels heißt Gargano

Wir bedanken uns bei unseren Gastgebern mit einer guten Flasche Grappa, kroatischen Ursprungs, von der Insel Peljesac und dem Weingut, welches wir auf der Landpartie mit Joseph, dem Taxifahrer, besuchten.

Sie freuen sich sichtlich und beginnen wohl zu diskutieren, wie dieser gerecht zu verteilen sei. Das aber eher spaßig gemeint.
Die Flasche jedenfalls, verschwindet im Kittel, der Oma, im Safe sozusagen.

Wir schließen noch ein Abkommen mit der Bergfamilie der Käserei, das wie folgt lautet:

„ Wenn wir auf dem Rückweg im Frühjahr 2008 hier wieder vorbeikommen und der Welpe noch lebt, bekommen sie von uns € 50,00 „

Wir nehmen noch die gut gemeinte Warnung mit auf den Weg, dass außer in den Abruzzen nur Diebe und die Maffia zu Hause sind und wir auf uns, das Reisemobil, die Kamera, Geld und den Laptop aufpassen sollen.

Dann setzen sich die 9,30 Meter behäbig über die unebene, von Maulwurfshaufen übersäte Wiese in Richtung Straße in Bewegung.
Die Blattfedern knarren mal wieder, als der Charisma in die Knie geht.

Alle stehen vor der Käserei und winken.
Wir halten noch einmal kurz an und eine Flasche Cola wird aus dem Fenster gereicht, wechselt den Besitzer. Wem wohl?

Wir rollen!
Das ist immer ein Grund zu Freude, denn reisen ist unser erklärtes Ziel.
So auch wieder, an diesem sonnigen, lachenden Bergweltmorgen, wo die Welt noch so völlig in Ordnung ist.

Wo werden wir nur heute Abend stehen?

Es ist 16:00 Uhr und wir stehen.
Direkt unterhalb der Altstadt von Viesta, an der Beach, auf einem öffentlichen Parkplatz und …, bis jetzt wohl umsonst.

Das war ein langer Ritt heute und wir sind froh zu stehen.

Die Ostküste entlang von Pescara bis zur Abzweigung in den Gargano ( SS 16) war nicht wirklich spannend.

Heute fassen wir uns mit einer letzten, wichtigen Meldung kurz:

DER UMBRISCHE WALD IST NOCH DA !
Er ist nicht verbrannt, nur einige, recht große Flächen rund um Vieste sind vom Feuer vernichtet.
Die CP auf der anderen Seite von Vieste, Richtung Manfredonia haben wir noch nicht gesehen, aber wir werden berichten.

Es grüßen Euch, Jeff & Gitte

JEFF und GITTE am 06 Okt 2007 16:21:16

Fotos

JEFF und GITTE am 06 Okt 2007 16:24:32

Fotos

JEFF und GITTE am 06 Okt 2007 16:28:08

Fotos

JEFF und GITTE am 06 Okt 2007 16:31:16

Fotos

JEFF und GITTE am 06 Okt 2007 16:36:44

Fotos

JEFF und GITTE am 06 Okt 2007 16:38:48

Fotos

JEFF und GITTE am 06 Okt 2007 16:42:21

Fotos

Babs am 06 Okt 2007 20:27:51

Hallo Ihr Zwei,

schön wieder von Euch zu lesen. Traumhaft schöne Bilder.
Wie wir Euch beneiden!

Freuen uns schon auf die Fortsetzung.

Weiterhin gute Fahrt.

JEFF und GITTE am 07 Okt 2007 12:15:47

Tag 039 / 07.10.2007 / ca. 0 km / Vieste auf dem Gargano


Nachtrag zu gestern:

Gegen 18:30 Uhr fährt ein Wagen auf dem Parkplatz vor und erklärt uns, das der Platz gesperrt wird.
Wir könnten nicht stehen bleiben.
Der Platz war allerdings nicht als gesperrt gekennzeichnet oder so angekündigt.

Wir essen noch schnell zu Abend, dann packen wir und brechen auf.
Es ist schon dunkel.

Wir wollen auf die Südseite der Stadt Vieste und dort parken.

Vieste selbst,die Durchfahrt ist für Reisemobile gesperrt und wir suchen eine Umfahrung und die wurde verdammt lang.

Wir haben uns verfahren, sind plötzlich, ohne Wendemöglichkeit durch den umbrischen Wald in Richtung Manfredonia unterwegs.

Unser Navi weist uns dann noch eine Abzweigung zurück nach Vieste an und wir sind in völliger Dunkelheit auf einer einspurigen Straße unterwegs.

Wir rollen langsam.
Dann treibt gerade ein Hirte 7 Jungbullen auf die Straße und überlässt sie sich und uns selbst, denn er geht zurück in seine Hütte.

Was nun?
Wir stehen!
Sollen wir hier übernachten? Wohl eher nicht.

So rolle ich langsam an und treibe die Herde hupend von der Straße.
Es geht ohne, dass der Wagen Blessuren davon trägt.

Nach 1,5 Stunden sind wir wieder in Vieste, südlich, dort wo wir auch hin wollten.
50 km durch den Busch sind wir gefahren.

Wir nehmen den einzigen, offenen CP und stellen heute morgen fest, dass wir auf einem völlig abgebrannten Platz stehen.
Hier haben also auch die Feuer gewütet.

Es sind noch eine paar andere Camper aus Deutschland hier.

HEUTE MORGEN …

Gitte hat aus einer Backmischung Graubrot gebacken und das mundet besonders.
Endlich einmal wieder Graubrot und nicht die weiche, weiße Pampe.

Heute werden wir Vieste erkunden.

Capella1 am 07 Okt 2007 12:23:12

Hallo Jeff und Gitte

Vieste ist ein sehr schönes und interessantes Städtchen. Wir hatten 2 Jahre unser Segelschiff dort liegen.
Viel Spass und allzeit knitterfreie Fahrt

Willi

charis am 07 Okt 2007 14:21:23

Hallo Willi,

da kann ich Dir nur recht geben, wir waren schon zweimal da.
Es ist herrlich durch die kleinen Gässchen der Altstadt zu schlendern bis hoch zum Castello und dann die Aussicht genießen vorbei am"Pizzomuno" dem riesigen Felsenei, in Richtung Südküste oder in die andere Richtung zum Punta di San Francesco mit der antiken Fischereiplattform.

Winti am 08 Okt 2007 07:50:36

Guten morgen. In Vieste gibt es eine Bäckerei, die feine Vollkornbtrötchen verkauft. Wenigstens im Sommer. Nach dem riesigen Monolithen namens "Pizzomunno’’ geht es steil bergauf. Danach nehmt ihr die erste Strasse rechts. Es ist eine Einbahnstrasse. Ihr geht zu Fuss oder mit dem Velo . Am Ende der Verlängerung dieser Strasse , ca. 300 Meter, ist die Bäckerei. Wenn ihr auf dem Dorfplatz steht geht ihr immer noch geradeaus . Immer noch Einbahnstrasse. Dann seht ihr auf der linken Seite die Post. Vis a vis ist ein Kiosk. Am Ende der Strasse ist nun die Bäckerei.Das Haus ist schwach mit ,,Pane’’ angeschrieben und ich glaube es ist braun. Bei der Eingangstüre bammelt ein Plastikvorhang.
Ihr müsst auch das : Pane con grano durro versuchen. Ihr könnt auch nur einen halben ,,Laib’’ Brot verlangen. Wenn ihr vor der Bäckerei steht seht ihr runter an den Hafen. Die frische Foccacia mit Tomaten ist auch sensationell .
Wir waren diesen Sommer auf dem CP Piccolo Paradiso als das Feuer losbrach.
Jeden 2.Montag gibt es in Vieste einen riesigen Markt. Er findet auf dem grossen PP statt auf dem ihr übernachten wolltet.

En Guete und eine schöne Reise
Winti

JEFF und GITTE am 08 Okt 2007 15:30:14

Tag 040 / 08.10.2007 / ca. 0 km / Stadt Vieste auf dem Gargano


Der Gargano schiebt sich ähnlich einer Halbinsel weit in die Adria vor.
Die Perlen dieser Halbinsel sind mit Sicherheit die Städtchen Vieste und Peschici.

Der Gargano ist eines der größten, zusammen hängenden Waldgebiete Italien.
Hier wachsen Rotbuchen, Steineichen, sehr surreale Aleppokiefern und Ahornbäume.

Wo der Wald zurück gedrängt werden konnte, befinden sich knochige und hunderte von Jahren alte Olivenbäume.

Der Gargano ist sicherlich eines der malerischten Winkel Italiens, bestimmt aber der Ostküste.

Peschici: Liegt hoch über den Klippen. Wahrzeichen ist der Pizzomunno (Spitze der Welt), ein riesiger, weißer Felsen.
Ein sehr malerischer Ort mit herrlichem Blick über einen Teil der Küste und die Adria.

Vieste: Felsklippen mit 3000-jähriger Geschichte und ganz auf Tourismus eingestellt.
Das Städtchen macht zum Teil einen etwas heruntergekommenen Eindruck.
Viele Häuser an den Klippen stehen leer, was sich vielleicht damit erklären lässt, das sich die Adria immer tiefer in die Felsen, unter den Häusern eingräbt.

CPs & SPs Vieste: Auf der Südseite der Stadt, Richtung Manfredonia, befinden sich entlang der Adria und langen, goldenen Stränden zahlreiche CPs und ein SP.
Auf der Nordostseite, befindet sich ein überdimensionaler Parkplatz, auf dem Reisemobile für rund € 10,00 pro Nacht willkommen sind.
Auch hier befinden sich Sandstraße, gegenüber dem Parkplatz.

CPs & SPs Peschici: In der nördlichen Bucht unterhalb der Stadt befinden sich zahlreiche CPs und wir konnten mindestens zwei SPs ausmachen.

Wir haben 25 Grad, bei 80% Luftfeuchtigkeit heute und es regnet sporadisch.
Vieste, möchten wir erkunden, die Stadt, die wir schon im Sommer vor drei Jahren besucht hatten.

Damals war es ein Gewühl von Touristen, verstopften Straßen und Gassen.
Heute, im Oktober 2007, sind wir hier fast alleine unterwegs.

Die meisten der kleinen Shops und Restaurants haben geschlossen und die Stadt gehört wieder ganz den Einheimischen.
Die 3 Kilometer Strand gehören dafür uns alleine, denn außer zwei Anglern hat sich hier niemand hin verirrt.

Wir stehen auf dem CP „Euro 92“ und zahlen hier € 15,00.

Landschaftlich ist der Gargano abwechslungsreich und ein wirklicher Landschaftsgenuss, dem wir gerne 5-Sterne als Ziel geben.

Ausflüge:

1. Mit dem Ausflugsboot auf die vier kleinen Insel Isole Tremiti mit 70 Meter tiefer Wasserhöhle.

2. Der Foresta Umbra ist zum Parco Nationale erklärt und einen Besuch wert.

3. Monte S. Angelo liegt 800 Meter hoch auf dem Gargano.
Der Walfahrtsort duckt sich unter ein normannisches Kastell.
86 Stufen führen zum Heiligtum (1274 n.C.) des Erzengels Michael.
Der Legende nach erschien der Heilige hier fünf Mal und mahnte den Bau der Kirche an.

JEFF und GITTE am 08 Okt 2007 15:33:23

Fotos

Tipsel am 08 Okt 2007 15:44:37

Hi Jeff und Gitte,

da hätten wir uns doch fast getroffen, denn wir sind letzte Woche von Fusina nach Rovinje gefahren und standen auf dem von euch verschmähten Terrassencampingplatz. Da wir vorher schon teurer gestanden haben, waren wir über Preis weniger schockiert, dafür aber etwas mehr über die maroden Sanitäranlagen :roll:

Viel Spaß weiterhin ... :hallo:

JEFF und GITTE am 09 Okt 2007 15:43:00

Tag 041 / 09.10.2007 / ca. 230 km / … vor Brindisi a.d. Adria


Gestern Abend erhalten wir eine SMS. Sie kommt von dem netten Holländerpaar, welches wir in den Abruzzen trafen.
Sie haben für den Welpen ein Flohhalsband, Wurmkur, Welpenfutter und ein Schlafhäuschen gekauft.
Wir sind nun gespannt, ob sie ihn mitnehmen werden.
Bald werden wir es wissen, denn sie rollen auch Richtung Sizilien.

Die Wäsche hängt so klatschnass wie vorgestern auf der Leine.
Es regnet immer wieder.

Wir rollen weiter. Um 10 Uhr hatten wir Ver- und Entsorgt und rollen gen Mandfredonia, eine der aufregensten Küsten entlang.

Auf den Weg von Vieste nach Manfredonia können wir das ganze Ausmaß der Waldbrände erst erkennen.

Von der Bucht von Manfredonia bis hoch ins Gebirge haben die Feuer gewütet.

Unser Ziel für heute soll das im ADAC-Führer angepriesene Örtchen Trani, zwischen Barletta und Molfetta, sein.

Originalbeschreibung ADAC: Trani ist klein, hübsch und freundlich.

Jedenfalls muss der ADAC-Mensch der das geschrieben hat entweder blind sein, von einem Trani auf einem anderen Planten sprechen, oder jede Menge Bestechungsgeld bekommen haben, oder er hat dort einen Souvenirladen.

Trani ist eine Großstadt, hässlich, laut, stinkend, vom Verkehr verstopft und überaus unfreundlich.
Daran ändern auch die drei Kathedralen und Kirchlein nichts.

Wir können Trani nicht empfehlen und uns tut es um die Stunde leid, die wir uns hier durchwühlen mussten.

Damit war Plan A für heute gescheitert.

Wir rollen die SS 16, die Superstrada di Adriatica und wenn wir schon meckern, dann tun wir das auch gleich weiter.

Die Superstrada (Superstraße) hat als Straße zum größten Teil wohl schon seit Jahrzehnten ihr Leben als Straße ausgehaucht. Jedenfalls so zwischen Bari und Brindisi.
Schlimmste Erinnerungen an Albanien werden wach.
Trümmerbrüche im Asphalt, Asphaltbelagübergänge mit Buckeln und tiefen Löchern,
Brückenfugen, die Felsspalten gleichen und von wegen ADRATICA.
Die Adria sieht wenn meistens nur von Ferne.
Ortsdurchfahrten ähneln einem Parkplatzchaos und Müll Sperrmüll von Matrazen über ganze Küchenzeilen säumen die wenigen Parkbuchten mit Ausblick.

Wir empfehlen auf jeden Fall die Autobahn oder die normale Mautfreie Bundestrasse zu befahren und die großen Städte hier unten immer zu umfahren.

Italien könnte hier im Süden eine Menge Geld sparen, wenn man auf Verkehrszeichen ganz verzichten würde.
Es hält sich jedenfalls niemand an Gebote, Verbote und Beschränkungen.
Man(n), bestimmt auch Frau, fahren wie sie wollen.
Wichtigste technische Einrichtung an einem Fahrzeug ist auf jeden Fall die Hupe.
Gebärdensprachlich zeigt oft der erhobene Finger, oder gar die Faust aus dem Fenster.

So, genug gemeckert.
Was uns wirklich wundert ist, dass wir doch vor drei Jahren diese Strecke von Süd nach Nord gefahren sind und eigentlich gute Eindrücke mitgenommen hatten.
Verblassen schlechte Erfahrungen mit der Zeit?

Nun stehen wir über einem kleinen Hafen in Villanova, ca. 30 km vor Brindisi.
Morgen werden wir den „Stiefelabsatz“ fahren.
Otrano und Marina di Leuca sind Ziele „A“ und „B“.

Das Wetter hat sich wieder einbekommen.
Es sind 24 Grad und die Sonne scheint.

Eine SMS aus dem Forum erreicht uns heute noch auf der Fahrt.
Unsere Antwort: „Ja, wir hätten Dich auch gerne dabei, wäre bestimmt eine Menge Fun!“

Es grüßen Euch, Jeff & Gitte

JEFF und GITTE am 10 Okt 2007 12:07:13

Tag 042 / 10.10.2007 / ca. 90 km / … in des Stiefels Absatz: … vor Otranto


Der Himmel ist bewölkt und als wir gen Brindisi rollen, beginnt es zudem stark zu regnen.
Ein Gewitter zieht auf, es donnert, es blitzt.

Wir nehmen die Bundesstrasse 379 und können so die Großstadt Brindisi umfahren.

Einladend die Schilder entlang der Tangente, die darauf hinweisen, dass es von hier per Fähre nach Griechenland, Kroatien und die Türkei gehen kann.

25 km südöstlich von Brindisi fahren wir ab, Richtung Meer, Richtung Adria und kommen zu den ersten schön angelegten Touristenorten, mit Promenaden, Palmen und großzügigen Plätzen.
Alle diese kleinen Örtchen muten jetzt, um diese Zeit an, wie längst verlassene Geisterstädtchen und so gehören sie uns wohl ganz alleine.

Die Rolladen der Geschäfte sind herabgelassen, vor den Fenster sind die Klappläden geschlossen und auch sonst, kein Mensch, kein Auto, kein Nichts weit und breit, nicht mal ein Hund verirrt sich bei dem Wetter auf die Straße.

Da es immer mehr regnet und wir diese schöne Küstenstraße nicht im Grau des Gewitters durchfahren wollen, bleiben wir einfach im Hafen von San Foca stehen, und rasten bereits sehr früh, um 11:00 Uhr.

Für heute lassen wir es gut sein, wir bleiben mit Blick auf den Hafen, Palmen und dem Boulevard.

V&E: Unterwegs entlang der Küste von San Cataldo nach San Foca (20 km Strecke) zählen wir insgesamt drei SPs mit V&E.
Alle sind gut ausgeschildert.

JEFF und GITTE am 10 Okt 2007 13:59:40

Lieber Dirk, seit gestern kann ich hier im Thread keine Fotos mehr hochladen.
Es kommt immer eine Warnung und Fehlerankündigung.
Sei bitte so nett und scheck das mal bitte.

OSTKÜSTE, WENN WIR ES NOCHMAL ROLLEN WÜRDEN …

Vor drei Jahren waren wir die Ostküste, von Reggio di Calabria bis zu den Dolomiten heraufgerollt.
Die letzten 14 Tage, von Kroatien kommend, sind wir die gleiche Strecke herunter gefahren.

Das ist genug für eine kleine Bilanz!
Was würden wir, wenn wir es noch mal bereisen würden, anders reisen, oder genauso reisen, wie wir es bisher taten?

Dabei legen wir zugrunde, dass wir Reisende sind.
Lange Zeit an Stränden verweilen ist so ganz und gar nicht unser Ding.
Für uns ist das Reisen der größte Teil es Ziels.
Besuche von Orten und Sehenswürdigkeiten sind eine willkommene Abwechselung.
Viel lieber als in Städten, auch Kulturzentren zu stehen, ziehen wir die Ruhe und Einsamkeit von Landstrichen, die uns besonders gefallen vor.
Das sind die Prämissen unserer Empfehlung für diese Betrachtung:

Beginnen wir unsere Planung in dem kleinen Freistaat San Marino, im Hinterland von Rimini.

Die Gegend um den Montefeltro (800 Meter ü.NN), San Marino und San Leo haben etwas von dem Zauber ungewöhnlicher, vielleicht einmaliger Landschaften und Sehenswürdigkeiten.

Von hier beginnen wir die lange Reise im Stiefel Italien.

Urbino, Gubbio und Perugia (ADAC-empfohlen) wären die nächsten Ziele, von wo aus wir, nach dem Besuch selbiger, Asissi ansteuern würden.
Wir würden diesen Städten und Landstrichen 3-4 Sterne geben.

Asissi ist als solches, von der Stadt her, der Lage, der Geschichte und nicht zuletzt des Franz von Asissi her ein wirklich lohnendes Ziel. Wir geben gerne 5 Sterne.
Unterhalb von Asissi befindet sich ein CP, der, wenn man den richtigen Platz hat, einen wundervollen Blick auf das abendliche Asissi bietet.

Von Asissi würden wir die die Landstraße 77 nehmen, um an die Küste zu gelangen.
Hier empfehlen wir Loreto, die Stadt der Mutter Gottes, deren Wände ihres Geburtshauses hier in der Basilika beherbergt sind.
Loreto ist als Ort einen Besuch wert.
4 Sterne gibt es von uns, für die Basilika, den großen Kirchplatz, die Geschichte und das Städtchen mit hervorragendem SP, direkt unterhalb der Altstadt.

Danach würden wir auf die Straße 78 fahren, um Ascoli Picenco zu besichtigen und dann den Nationalpark Grand Sasso zu befahren. Das wäre in den Abruzzen.
Hier würden wir wieder einige Tage verbringen.
(Siehe unseren Reisebericht, Teil Abruzzen, hier im Thread)

Nicht wie auf dieser Reise, Oktober 2007, würden wir dann an die Küste und südlich rollen, sondern noch den Nationalpark Maiella bereisen, was uns ja auch weiter in den Süden bringt.
Es böte sich an über die Straße Nr. 17, nach Pietrabbondante zu reisen.
Dieser Ort ist ebenfalls vom ADAC empfohlen und einen Besuch wert.

Danach wird quasi die Küste Pflicht, denn hier besticht eine Landschaft ganz besonders, der Gargano.

Über Campobasso die 17 nach Foggia nehmen und über Manfredonia in den Gargano hinein.

Die Küstenstraße entlang des Golfs von Manfredonia bis Rodi Gargarnico ist mehr als ein Traum.

Ziele auf dem Gargano wären auf jeden Fall: Vieste, Peschici, Monte Angelo und damit schon verbunden der Umbrische Forst.
Auf dem Gargano bietet sich dann auch beides an, Meer und Landschaft, soweit das Auge reicht.

Anstelle danach die Küstenstraße gen Süden zu rollen, empfehlen wir zurück nach Foggia zu fahren, dann auf die Straße 16, Richtung Canosa zum Castel del Monte.
Nun ist man in Apulien und dies ist auch gleich mit zwei wichtigen, sehenswerten Zielen verbunden.

Ziel 1: Gravina in Puglia (Landschaft und Stadt 4 Sterne)
Ziel 2: Matera (Urzeitliche Stadt und Landschaft 4 Sterne)

Von dort würden wir zur Zona die Truli, Alberobello (5 Sterne) fahren.
Alberobello ist ein Städtchen wie ein großes Freilichtmuseum.

Danach würden wir ausnahmsweise die Ostküste, nur zur Weiterfahrt verlassen und im Golf von Taranto, diese gleichnamige Stadt anfahren und besichtigen, um über die Straße 7 nach San Cataldo und ans Meer zu gelangen.

Nun kann man die Küste entlang rund um den Absatz des Stiefels reisen.

Das wäre so unsere Route, würden wir nun planen und nun die Ostküste bereisen wollen.
Es wäre mehr eine Inland-, als Adriatour, mit unglaublichen Landschaften, wunderschönen Städtchen und vor allem abseits der großen Touristenströme, vor allem in der Vor- und Nachsaison.
Allerdings auch oft auf kleineren Straßen.

SPs: In unseren Stellplatzführern und wir haben davon eine Menge, sind die meisten SPs in Italien gar nicht aufgeführt.
Die Italiener selbst, sind ja auch ein fahrendes Völkchen und es gibt hier eine Menge von Reisemobilen.
So sieht man sie sehr oft, die Hinweisschilder für Stellplätze mit V&E.

JEFF und GITTE am 11 Okt 2007 14:50:31

ITALIEN, Ionisches Meer (Kalabrinen)



Tag 043 / 11.10.2007 / ca. 130 km / Rund um den Absatz


In der Nacht zogen wieder Gewitter auf.
Wir standen dennoch ruhig und sicher, direkt im Hafen.

Am Morgen als wir erwachen, sind die Italiener schon am angeln und sind, wie könnte es anders sein, recht hat laut dabei.
Heute wollen wir es wissen, wollen die östlichste Stadt erkunden und zum tiefen Absatz des Stiefels.

25 km sind es nach Otranto, der östlichsten Stadt Italiens, die somit nur 80 km von den Gestaden des Balkans entfernt liegt.

Bei klarem Wetter kann man die Hochgebirge auf der anderen Seite ausmachen. Heute eher nicht, die Wolken sind dicht und sitzen tief.

Otranto ließ uns hoffen. Hoffen auf einen schönen, ruhigen Ort.
Weit gefehlt!
Hier hat der Tourismus, das einstigen Hafenstädtchen, wo die Kreuzritter auf dem Weg nach Jerusalem einschifften, vollends verunstaltet.

Immerhin gibt es hier noch zwei Lichtblicke.
Zum einen ein riesiges Bodenmosaik in der Kathedrale Santa Maria, welches im Jahre 1080 begonnen wurde und einen Bilderreigen aus biblischen Szenen zeigt.

Zum anderen liegen in der Kapelle der Märtyrer, hinter Glas, die Gebeine von 800 Bürgern Otrantos, die sich gegenüber den Türken im Jahr 1480 weigerten, zum Islam überzutreten.
Sie zogen es vor zu sterben.
Mehr als 1,5 Sternchen wollen wir für diesen Ort wirklich nicht verauslagen.

In Otranto kann man aber Ver- und Entsorgen. Der Platz ist gut ausgeschildert.

Mehr hat Otranto allerdings nicht zu bieten und so rollen wir weiter, gen Capo Santa Maria di Leuca, dem südöstlichsten Punkt des italienischen Stiefelabsatzes und sind wirklich gespannt.

Die Straße führt immer entlang der Küste.
Sie ist in den Ortsdurchfahrten manchmal sehr eng, oder einfach zugeparkt.

Auch reichen die Äste aus so manchem Vorgarten weit hinein in den Fahrweg.
Wohl kein Problem für PKWs, aber für unseren, hohen Aufbau schon eher.
So fahren wir oft auf der Straßenmitte, oder ganz einfach, ganz australisch, Links.

Die Küste zwischen Otranto und dem Capo ist wild zerklüftet, steinig und Ungetüm.
Vom Capo bis nach Gallipoli eher flach, sandig und doch langweilig.

Nach rund 30 km erreichen wir über die Bergkuppe kommend den von weitem sichtbaren Leuchtturm vom Capo Santa Maria di Leuca, dem südöstlichsten Punkt Italiens.
Hier treffen Adria und Ionisches Meer zusammen und verschmelzen ihre Fluten.

Wir wollen uns umschauen.

Die Kirche neben dem Leuchtturm liegt hinter einem großzügigen Platz mit vielen Torbögen rundherum.
Zwei goldene Engel zieren die Einfahrt zum Platz.

Die Kirche ist der Maria de Finibus Terrae geweiht, der wundertätigen Madonna vom Ende der Welt.

Der Altar im Inneren ist aus den Überresten eines einstigen, antiken Minervatempels gebaut, der in früher Zeit hier gestanden haben soll.
Von hier sollte man, bei klarer Sicht die Küste Albaniens sehen können.

Wir geben für diesen Besuch gerne 3,5 Sterne.

WASSER: Achtung, vor dem linken Goldengel, auf dem Platz einfahrend, gibt es Frischwasser aus einem Brunnen.
Wir tanken auf.

Leider gibt der Ort selbst, unten am Meer, da sehr eng und für Reisemobile kaum zugänglich, keinen geeigneten Stellplatz ab und so rollen wir, ob wir wollen oder nicht, weiter.

Richtung Gallipoli geht es.
Ja, Ihr lest völlig richtig.
Diese tadt ist so genannt, wie das aus dem 1. Weltkrieg bekannte Gallipoli auf den Dardanellen in der West-Türkei, wo Hunderttausende ihr Leben ließen.
Vornehmlich Australier und Neuseeländer, wurden unter dem englischen Kommando dort verheizt.

Aber bleiben wir in Italien!
Die Küste zwischen dem Punto und Gallipoli mutet an, wie Tourismus für Arme.
Völlig unkoordiniert und jeglicher städtebaulichen Planung entschwunden, entstanden hier Billigressort im 2-Sterne Bereich.
Außer dem Strand und dem Meer ist gibt es hier nichts, was irgendwie auch nur im entferntesten dem Auge zur Freude gereichen könnte.

Gallipoli; zumindest das Centro storico hätten wir uns gerne angeschaut.
Aber schon die Mantelumbauung der Stadt mit Hochhäusern schreckt uns ab in sie hinein zu fahren.

Wir finden ein Plätzchen bei Nardo, direkt am Meer, auf einem gepflegten Parkplatz.
Hier werden wir die Nacht verbringen.

Wetter? Ein Gewitter zieht auf.

SMS: Wir bekommen eine SMS von den netten Holländern, die wir in den Abruzzen kennen lernten.
„Paco“, so heißt der Welpe jetzt und befindet sich mit ihnen bereits auf Sizilien.
Sie haben es nicht übers Herz gebracht, den Kleinen den Bergen und nahenden Winter mit Eis und Schnee zu überlassen.
Es war zu bezweifeln, dass die Leute der Käserei sich ihm annehmen.
Ein großes Herz haben die beiden Holländer und wir sind froh, das Paco nun einer besseren Zukunft und Leben entgegensehen kann.
Werden wir die Drei auf Sizilien treffen?

Für heute grüßen Euch, Jeff & Gitte

JEFF und GITTE am 11 Okt 2007 14:52:54

Fotos

JEFF und GITTE am 11 Okt 2007 14:55:03

Fotos

Gast am 11 Okt 2007 16:33:29

Hallo Ihr zwei

Lasst von den Scampis noch was über ich komme gleich, habe Hunger

lecker, lecker

JEFF und GITTE am 13 Okt 2007 19:27:28

Hallo Leute,

sind zu faul zum schreiben.
Nur soviel, wir sind auf Sizilien und essen Austern und zwei Sorten Muscheln.

Pedro ist eingeladen .... :D


Beduin am 13 Okt 2007 20:43:12

Sadist :D

da hast jetzt Spass dran was?

Wir sitzen hier und uns tropft der Zahn :(

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Ein Hallo von Sizilien.
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