Hallo Philip,
Herzlich Willkommen im Wohnmobilforum.
:kette:
Der Schritt sich hier bei uns anzumelden war der erste Schritt in die richtige Richtung. :ja:
Ein
Wohnmobil für unter 4.000,- € ist sicherlich eine Herausforderung, aber unmöglich ist es sicherlich nicht.
Aktuell würde ich dir sogar bessere Chancen einräumen, als wir selbst im Frühjahr 2007 hatten.
Denn damals haben wir unser erstes eigenes Mobil gekauft, was ebenfalls mit einem Preislimit ähnlich dem deinen gleichgezogen hat.
Draus geworden ist ein Dethleffs Globetrotter von 1984 mit 170 TKM, der preislich im Rahmen geblieben ist.
Gut, wir mussten einige Dinge ersetzen, aber im großen und ganzen kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass wir mit unserem Low-Cost- Mobil unsere helle Freude hatten und aktuell noch haben.
Du kannst dir unser Mobil mal anschauen, wenn du magst. Klicke einfach links unter meinem Avatar- Bild mal auf "Mein Womo/Wowa"
Zu deiner Suche (Brille auf, gibt viel zu lesen :wink: ):
Die Wünsche an euer künftiges Mobil sind schonmal gut formuliert.
Schlafen über der Fahrerkabine geht wohl nur mit einem Alkovenfahrzeug.
Die Alternative wäre ein vollintegriertes Fahrzeug mit Hubbett über dem Fahrerplatz, obgleich ich denke, dass dies nicht euer Wunsch ist und finanziell eh ausscheidet.
Zur Wahl des Fahrzeugs:
Realistisch ist in jedem Fall die Einschätzung des Alters. Ich glaub nicht, dass ihr ein Fahrzeug findet, welches Bj 90 oder jünger ist.
und wenn doch, dann hat es für gewöhnlich schon viele Kilometer auf der Uhr.
Bei der Bewertung kommt es jedoch auch gar nicht so sehr auf die Marke an, sondern darauf, dass der Aufbau ordentlich ist.
Wasserschäden sind Gift für jedes Freizeitfahrzeug, da bei Alkovenfahrzeugen der Aufbau für gewöhnlich aus einem Holzrahmengerüst besteht. Ist das faul durch dauerhaften Wassereinfluss, ist das Mobil in dieser Preisklasse für gewöhnlich ein wirtschaftlicher Totalschaden. Das Risiko steigt mit dem Alter, daher ist es insbesondere bei Fahrzeugen hohen Alters wichtig, dass ihr euch gut vorbereitet.
Nutzt die Forensuche! Mit dem Begriff "Wasserschaden" "Torf" oder "Feuchtbiotop" werdet ihr viele Beispiele aus der Praxis finden, die einen
Wasserschaden mit seinen Folgen aufdecken.
Gut, wenn man es reparieren kann. Besser, wenn man es nicht reparieren braucht...
Besorge dir am besten ein Messgerät, Tipps hierfür sind ebenfalls genügend im Forum vorhanden.
Zumindest sollte es kurz vor Kauf (vielleicht geliehen?) zum Einsatz kommen.
Bis dahin vertraut eurer Nase (Wasserschäden können muffig riechen, müssen es aber nicht), prüft akribisch die Wände von innen wie außen durch Fühlen, leichtes Drücken oder klopfen. Es muss fest und hart klingen. Klingt es dumpf oder weich und lässt sich die Wand sogar mit dem Finger eindrücken, dann kann es sich um einen Wasserschaden handeln. Prüft hierbei auch den Boden von oben und unten und besonders die Ecken von Rückwand zur Seitenwand.
Eine gute
Checkliste hat unser User turbokurtla erstellt, vielleicht schaust du dir diese vor der ersten Besichtigungstour mal an und nimmst diese ausgedruckt auf Fahrzeugsuche mit. Du findest sie hier:
--> Link
Ansonsten kann man viel im Wohnbereich des Mobils selber machen. Unsere Wasserpumpe habe ich zum Beispiel auch schon 2x ausgebaut, bei älteren Fahrzeugen kommt man da noch recht einfach dran.
Dinge wie Gasanlage sollten aber nur von einem Fachmann gemacht werden, daher sollte euer Mobil auf jeden Fall eine gültige und nicht zu alte Gasprüfung besitzen. Dies ist sowas wie ein "TÜV" für die Gasanlage, die wie die HU alle 2 Jahre durchzuführen ist.
Dies bringt mich übrigens gleich zum nächsten Punkt, das Basisfahrzeug.
Wahrscheinlich wird es in deiner Preisklasse ein Fiat Ducato, Citroen C 25 oder Peugeot J 5 werden.
Diese Fahrzeuge sind mehrheitlich die Grundsubstanz der Campingfahrzeuge der 80er und 90er Jahre. Eventuell begegnet euch auch Mercedes, allerdings liegen diese preislich über den übrigen Fahrzeugen.
Optisch ähneln sich alle 3 übrigens, was daran liegt, dass alle drei Fahrzeuge nach wie vor im Gemeinschaftswerk in Sevel gebaut werden.
Motor: Dicht sollte er sein, kein Öl verlieren. Schau, ob du vielleicht schon ein Fahrzeug mit Turbo bekommen kannst. Diese haben dann min. 82 PS.
Geht dies nicht, wird es wohl der am weitesten verbreitete Saugdiesel mit 2,5 D- Maschine und 71-75 PS werden.
Die Maschinen sind laut, fahren sich knetig und genehmigen sich gern mal einen Schluck (wir kommen selten unter 12 Liter). Dafür ist die Technik einfach und in der Not fahren die Dinger (hab ich schon mehrfach probiert, jedoch ohne Gewähr... :wink: ) auch mit Rapsöl. Abraten würde ich dir generell von der 1,9- Maschine. Diese soll häufiger defektanfällig sein. Der 2,5er hingegen (ob nun mit oder ohne Turbo) ist da robuster. Alternativ gibt es auch noch vereinzelt Benziner, diese trinken aber noch mehr und lohnen sich nur, wenn du vielleicht einen Umbau auf Gas in Erwägung ziehst.
Mit dem Motor kommt man übrigens
nur entspannt vorwärts.
Geschwindigkeiten von 100 und mehr sind nur auf geraden Strecken zu erreichen. Kommt man an eine Steigung, geht einem schnell die Puste aus.
Jeder heutige Actros rückt dann gefährlich nah im Rückspiegel auf...
Wichtig ist dann vorrausschauendes Fahren, aber dazu kommen wir vielleicht besser nochmals zu sprechen, wenn euer Mobil vor der Türe steht :wink:
Zurück zur Basistechnik: Wichtig ist neben dem Zahnriemen auch das Getriebe. Hier muss der Ölstand penibelst genau im Auge gehalten werden. Lieber ein wenig mehr Öl einfüllen, als zu wenig.
Nutze auch hier die Bordsuche nach "Getriebe" oder "5ter Gang". Alles was wichtig ist, findest du dort.
Zum Schluss bliebe noch der Rost. Dieser ist bei den alten Schätzgen noch präsent, da die alten Wohnis noch nicht in Zink gebadet haben. Ist euer besichtigtes Mobil rostig, kann das schnell ins Geld gehen, wenn es zur HU angeht.
Besonders betroffen sind beim Duc, C 25 und J5 die Motorhaube (weniger schlimm), die Rahmen um das Frontfenster und die Kotflügel.
Sind die Kotflügel mit Radläufen einmal durchgerostet, kann man diese nicht wie an einem PKW mit ein paar Schrauben ab einfach tauschen, da diese fix mit dem Fahrzeug verbunden sind. Da hilft dann nur der Trennschleifer...
Ist optisch und technisch alles soweit in Ordnung solltest du dir Gedanken darüber machen, dass ein solches altes Fahrzeug wohl nie in eine Umweltzone fahren kann.
Auch sind die Steuern recht hoch. Wir zahlen mit einem Saisonkennzeichen (03-10) 308,- € im Jahr an den Staat.
Dazu kommt dann noch die Versicherung, für die man ebenfalls in diesem Rahmen kalkulieren sollte.
So, das soll es fürs erste gewesen sein.
Und damit euch nicht gleich die Lust vergeht, möchte ich euch noch einen (nicht ganz uneigenützigen) Link mit an die Hand geben.
Auch wir haben wie gesagt mit nichts und Null Ahnung aber mit dem gleichen Vorsatz wie ihr im Sommer 2007 angefangen.
Wir haben die ganze Geschichte (von der Idee über Kauf bis hin zur Erstausrüstung) chronologisch festgehalten. Und darüber hinaus ein paar tolle Urlaube (z.B. in Schottland, in der Toskana, in Dänemark, in Deutschland und vielen anderen Ländern) verbracht, von denen wir ebenfalls berichten. Dazu kommt eine Kostenstatistik für ein ganzes Jahr, dass man auch mal sieht, was Wohnmobilurlaub überhaupt kostet, wenn man trotzdem versucht die Ausgaben zu minimieren.
Mein Nick kommt nunmal nicht von irgendwo her :wink:
Da ist bestimmt ein wenig Inspiration für euch dabei
Schau mal in unseren Wohnmobilog und fang am besten
ganz unten an :D
--> Link
Liebe und viel Erfolg bei der Suche!
Björn