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Sprinter 316CDI kurz-hoch Umbau zum Wohnmobil - Update txt


sprinterfex am 22 Nov 2015 01:45:07

Hallöchen,

auf Grund geänderter Geschäftsbedingungen ist mein Beitrag unter dem o.g. Betreff wohl gestrichen worden.

Allen, die es trotzdem durch den Baubericht geschafft haben und mir auf meine Website gefolgt sind, einen herzlichen Dank.

Sinn der neuen Geschäftsbedingungen ist es wohl, eine textbasierte Suche der User zu erleichtern. Kann ich auch verstehen.

Also habe ich mal aus dem Text reine .txt-Dateien gemacht und werde diese im folgenden veröffentlichen. Allerdings ohne die vielen Bilder, dass würde dann doch zu viel.

Ihr könnt aber gerne nach wie vor meine Website besuchen: --> Link , dort sind die Texte im Kontext mit den entsprechenden Bildern eigestellt.

Fangen wir also gleich mal mit dem Deckblatt an:
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Umbau eines Transporters zum Wohnmobil – ein Baubericht 2014




Mercedes-Benz Sprinter 316CDI kurz-hoch
Bj. 2000

01 – Einleitung
02 – Fahrzeugauswahl
02.1 - Fahrzeugrestauration
03 – Materialauswahl
04 – Planung Inneneinrichtung
05 – Bau Inneneinrichtung
06 – Schlussbemerkungen

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Hier findest Du vielleicht schon, was Du suchst: Artikel auf eBay oder versuchs hier bei Amazon

sprinterfex am 22 Nov 2015 01:47:37

Website: --> Link

01 – Einleitung

Was macht ein richtiges Wohnmobil aus – d.h. mobiles Wohnen? Da hat jeder eine andere Vorstellung, meine ist: stabiles Fahrgestell mit Heckantrieb, stabiler Aufbau ohne Holz, vernünftige Isolierung, Doppelglasfenster, Unabhängigkeit von ausgebauten Stellplätzen, separate Bereiche für 2 Personen, separate Dusche, Stauräume innen und außen, ausreichend Bewegungsfreiheit....

Ausreichend Bewegungsfreiheit? So sieht meine Vorstellung davon aus: Der Mensch ist bekanntlich das Maß der Dinge, hier auch: Setzt euch mal zu zweit in euer Traummobil und streckt euch richtig aus. Stoßt ihr überall an Möbel oder kommt ihr euch ins Gehege? Nein – prima! Kannst du dich hinstellen, die Arme waagerecht ausbreiten und dich im Kreis drehen, ohne irgendwo anzustoßen? Ja – prima!

Das meiste ist mit einem Kastenwagen natürlich nicht zu machen. Nimmt man alles oben zusammen, kommt man auf a) ein europäisches WoMo mit Busfahrgestell o.ä. in deutlich sechsstelliger Euroregion oder b) einen Ami – R(ecreation)V(ehicle) Class A Motorhome ab 27 Fuß Länge, gebraucht, guter Zustand im mittleren fünfstelligen Eurobereich. Das ist eine Preisregion, in der sich auch die meisten Kastenwagenausbauten tummeln. Kurz, ich bin bei Wohnmobilen immer für Variante b). So einen Ami haben wir auch und ich kann jeden nur warnen: einmal in einem Ami Urlaub gemacht, und du wirst dein ganzes Bewertungsschema ändern ;-)

Warum denn das Ganze hier? Weil ich eh‘ einen Privatwagen brauche für die alltäglichen Fahrten, stadttauglich, multifunktional – da kann ich doch vielleicht ein paar meiner Vorstellungen verwirklichen.

Und ich habe als Vorbereitung natürlich in diversen Zeitschriften und im Netz gestöbert. Dort bekam ich aus vielen Quellen jede Menge Hinweise und Ideen, die mich letztendlich zu dem Entschluss getrieben haben, selber mein Fahrzeug zu (auszu)bauen. Auf diesem Wege möchte ich zu dem großen Pool an Gedanken und Tipps zum Thema Kastenwagenausbau meine Erfahrungen beisteuern und mich für alle Beiträge diesbezüglich herzlich bedanken. Wenn du auch nur einen Tipp hier findest, der deine Entscheidung beeinflusst oder die Arbeit erleichtert, ist ein Zweck des Bauberichts erfüllt.

Apropos Baubericht: Dies ist kein Blog oder Tagebuch eines Ausbaus, sondern ein Gedächtnisprotokoll, unterstützt von diversen Fotos, die ich währenddessen gemacht habe. Wenn ihr also noch Fragen, irgendwelche Zwischenschritte oder Details habt, mailt mir bitte (mail at sbuba.de). Ich werde versuchen, diese zu dokumentieren und in den Bericht einzuflechten.

Das Wichtigste ist aber: Werde dir selber klar, was du eigentlich mit einem Fahrzeug alles anstellen willst, besorge das Fahrzeug, plane etwas detaillierter (nicht gaaaanz genau - das klappt nicht!) und FANG AN ZU ARBEITEN.

Viel Spaß, denn den wirst du haben, spätestens dann, wenn alles fertig ist......

sprinterfex am 22 Nov 2015 01:49:33

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02 – Fahrzeugauswahl

In der Einleitung habe ich zum Schluss geschrieben „Werde dir selber klar, was du eigentlich mit einem Fahrzeug alles anstellen willst, besorge das Fahrzeug...“ Diese Reihenfolge halte ich für entscheidend, wenn man noch kein Fahrzeug hat.

Also dann:
a) Was will ich mit dem Fahrzeug machen, was sind meine Prioritäten (meine wohlgemerkt):
i. Privatfahrzeug für den Alltag, klein genug für eine Parklücke, nicht unbedingt tauglich für eine Tiefgarage – d.h. kann höher sein als 2m, wendig, preiswert, gesicherte Ersatzteilversorgung, Umweltplakette nicht erforderlich, Sitzgelegenheiten für 2 Personen angeschnallt reichen
ii. Transporter für alles mögliche – größere Einkäufe, Gartenabfälle in Säcken, Kartons, Langmaterial bis 3m....
iii. Zugfahrzeug – d.h. Anhängerkupplung notwendig, gute Traktion im Hängerbetrieb – Heckantrieb
iv. Arbeitsfahrzeug mit Regalen/Ablagefächern für Werkzeug(kisten)/Material diverse Kleinarbeiten-Flugzeugwartung, Arbeitsflächen, ausreichende Innenbeleuchtung bei Dunkelheit
v. Stehhöhe im ganzen Fahrzeug, Schlafgelegenheit für 2 Personen, Toilette in Nasszelle, Koch- und Waschgelegenheit, separate Heizung, keine Gasanlage (also die eigentliche Wohnmobilausstattung gem. TÜV-Anforderungen – deswegen der ganze Bericht hier)

b) Das passende Fahrzeug gem. Anforderungen aus a) zu finden,
ist wegen des riesigen Angebots - bedingt durch die Variantenvielfalt im Transporterbereich - schon schwieriger. Da ich schon diverse (Gebraucht-)Fahrzeuge besessen habe, brauche ich nicht nur theoretische Überlegungen anzustellen:
Ford Transit – Motoren, meist mit über Zahnriemen angetriebene Nockenwellen, Heckantrieb/Frontantrieb, bei Heckantrieb ist Laderaumboden um 10cm nach oben versetzt – Superhochdach für Stehhöhe notwendig, kürzesteren Radstand plus Superhochdach habe ich noch nicht gesehen, Ersatzteile und Reparaturen wie PKW
Peugeot J7 - Schiebetüren für Fahrer/Beifahrer, Stehhöhe, Frontantrieb, Oldtimer mit fraglicher Ersatzteilversorgung, sonst tolles Fahrzeug
VW T3 Diesel Bulli – schwacher Saugmotor, Heckantrieb, Standard-Selbstausbau mit Reimo Holzteilen, eng, wenig Stauraum, keine Stehhöhe außer bei seltenem Hochdach, Anhängelast unter 2to, Ersatzteile und Reparaturen wie PKW
Mercedes 406D – großer Kasten mit LKW-Fahrgestell, erfüllt alle Anforderungen bis auf Außenmaße, eine andere Liga, Ersatzteile und Reparaturen wie LKW
Iveco Daily 45-12 – Heckantrieb, gibt es auch als kurz-hoch Variante, stabiler LKW-Leiterrahmen, knochige Bedienung, Ersatzteile und Reparaturen wie LKW
Renault R5 Rapido – sehr praktisch für Transportaufgaben, Frontantrieb, aber für WoMo-Ausbau zu wenig Raum, Ersatzteile und Reparaturen wie PKW
VW T4 Multivan Sauger und TDI – etwas lahmer 5-Zylinder Sauger und lebendiger TDI-Motor, Frontantrieb, sonst aber wie VW T3
Mercedes Sprinter 313CDI Bj. 2000 Facelift – Raum ähnlich wie Ford Transit, Peuogeot J7 oder Iveco Daily, lebendiger CDI-Motor mit Nockenwellenantrieb über Kette, Hinterradantrieb, hohe Zuglast 2,8to, schmal (unter 2m Breite), kurz (ca. 5m Länge), hohe Fahrposition = gute Übersichtlichkeit, Ergonomie klasse, Ersatzteile und Reparaturen wie LKW

Irgendwelche Reparaturen sind bei jedem Fahrzeug früher oder später fällig, ebenso treten Roststellen auf. Die sind nicht nur von Hersteller zu Hersteller, sondern von Fahrzeug zu Fahrzeug verschieden. Hier zu behaupten, ein Hersteller liefere generell die größte Rostlaube oder brauche pro gefahrenen Kilometer die meisten Reparaturen, ist fahrlässig, da diese Fahrzeug meist im gewerblichen Verkehr beim Erstbesitzer eingesetzt wurden, und die behandeln ihre Wagen sehr unterschiedlich. Na schön, es gibt Statistiken, aber wenn ich sehe, wie der ADAC.....Also bleibt einem nichts anderes übrig, als sich jeden Kandidaten individuell genau anzusehen.

In der obigen Aufzählung der Fahrzeuge ist ein leichter Trend erkennbar – hin zum Mercedes Sprinter, und zwar diejenigen Baujahre von 2000 bis 2006 (Facelift) mit CDI-Motoren. Ein gleichartiger VW Crafter fällt bei mir raus, da die Motoren Nockenwellenantrieb über Zahnriemen haben und man bei VW wie ein PKW-Kunde behandelt wird. Ich hatte meinen 313CDI kurz-flach als Ersatz für den VW T4 besorgt und war rundum zufrieden. Das ist selten, denn normalerweise kalkuliere ich bei Gebrauchtwagen etwa die Hälfte des Kaufpreises für Reparaturen dazu und habe so meinen Einstandspreis. Bei diesem Wagen war das ganz anders – der lief einfach. Und als er einmal wegen Bruch des Schaltbocks ausfiel – ausgerechnet neben einer Mercedes-Werkstatt – ging ich an den wartenden PKW-Kunden vorbei zum LKW-Service und bekam dort den wirklich guten und prompten MB-LKW-Service. Ein Sprinter ist bei Mercedes ein LKW und kein PKW, ein Riesenunterschied! Nacht- und Wochenenddienst, Reparaturen über Nacht etc., halt alles, was ein Fuhrunternehmen verlangt. Da kann nur Iveco näherungsweise mithalten. Auch für die alten Sprinter dieser Baujahre ist noch alles meist am nächsten Tag lieferbar. Rost war bei diesem speziellen Fahrzeug übrigens kein Thema.

Die Basis ist bekanntlich das Fundament der Grundlage. Das gilt ganz besonders beim Basisfahrzeug.

Farbe und Aussehen spielen für einen echten Kerl ja keine Rolle, es kommt auf die inneren Werte an – gelle? Denn wenn ich an das Fahrzeug herangehe und weiß nicht, ob und wie ich die nächsten Kilometer mit dem Ding überstehe, brauche ich erst gar nicht weiterzumachen. Ich meine damit, der Wagen muss sich erstmal als würdig erweisen ihn auszubauen. Das soll er erstmal auf etliche Testkilometern nachweisen.

Und ich habe mir jede Menge Transporter angesehen. Von Ford, Iveco und Mercedes. War auch bereit, mich auf eine Aufbaulänge bis 5,60m einzulassen. Alle gut beschrieben und fotografiert, aber in schlechtem Zustand und/oder zu teuer. Bis ich auf den hier stieß,
ein Sprinter 316CDI, eingesetzt als Teamwagen bei einem GaLa-Bauer. Machte einen abgewetzten Eindruck im Inneren, ein paar Roststellen außen, aber Unterboden konserviert, Motor dicht und leistungsfähig, AHK 2,8to, Standheizung funktioniert,
Getriebe ebenso, TÜV halbes Jahr, zugelassen.
Ich habe ihn gekauft, aber bevor ich ihn abgeholt hatte, habe ich einen Tag vorher einen 5l-Kanister Rostumwandler bestellt....

Den Mercedes (pardon DaimlerChrysler) Sprinter gibt es bekanntlich in diversen Aufbau- und Motorvarianten. Mir war hier wichtig, ein möglichst kurzes Fahrzeug mit Stehhöhe innen und einem kräftigen Motor zu bekommen, kurz - wegen Stadttauglichkeit und Wendekreis, Stehhöhe – ich möchte nicht wie in der Flachdachausführung mit eingezogenem Kopf darin herumlaufen,. Ein kräftiger Motor ist wegen Leistungsreserven und Anhängerbetrieb auch in den Kasseler Bergen sinnvoll.

Die 2to-Varianten (208,210,213,216) schieden wegen zu geringer Rest-Nutzlast nach dem Ausbau aus, die 4to-Varianten (4xx) sind leider alle zu lang. Bleiben noch die 3to-Varianten (3xx). Die kürzeste davon ist nur knapp 5m lang und unter 2m breit, ideal für die Alltagstauglichkeit (wie erwähnt, gilt dies nur für die Sprinter bis Baujahr 2006, die danach sind deutlich größer). Dabei beträgt die Laderaumlänge immer noch netto 2,5m bis zu den Konsolen der Vordersitze, die Breite innen ca. 1,80m am Boden – das sollte doch eigentlich reichen.

Am liebsten wäre mir ein fensterloser Kombi gewesen. Warum? Hinten brauche ich nur in der Schiebetür, also nach rechts hinten, einen direkten Ausblick – vor allem beim Abbiegen. Und weil der TÜV mindestens ein Fenster im Wohnraum verlangt. Dies könnte man dadurch lösen, in dem man eine Fenster-Schiebetür oder ein separates Fenster einbaut. Die Kombi-Version hat mehrere Vorteile, die teils serienmäßig, teils aufpreispflichtig waren: Innenraumbeleuchtung – kann man von der Decke an die Seite verlegen und weiternutzen; Laderaumboden aus Schichtholz – braucht man ebenfalls nicht umständlich neu schnitzen und ist werksmäßig sehr robust; Verankerungen für Sitzbänke im Boden und an den Seiten – erstklassige Fixpunkte für Möbel; Zurrpunkte im Laderaum – ebenfalls prima Fixpunkte für den Möbelbau; Seitenverkleidungen – kann man weiternutzen oder als Schablonen für eigene Verkleidungen nutzen; Bodenbelag aus Gummi/Kunststoff – in gutem Zustand weiter nutzbar, sonst prima Schablone für einen eigenen Bodenbelag. Weiter haben diese Kombis meist keine Trennwand hinter den Vordersitzen und häufig auch vorn Einzelsitze, so dass man ungehindert durch das ganze Fahrzeug gehen kann und dafür keine Umbauten vornehmen muss. Gute Einzelsitze kosten auch und gerade vom Teilehändler schnell 200-300€.

Aber da es diese Wunschausführung gebraucht nicht gab, musste ich halt nehmen, was gerade auf dem Markt war. Die Fenster hinten kann man ja verblechen oder sonst wie verschließen.

Der kräftige Motor ist ein anderes Thema. Die Varianten mit 80PS (308) und 100PS (310) scheiden wegen zu wenig Power schon mal aus, das Angebot an stärkeren Motoren ist groß genug, um hier keine Kompromisse machen zu müssen. Den 313CDI mit ca. 130PS hatte ich im Vorgänger und war damit eigentlich voll zufrieden. Als CDI-Motor sprang er immer sofort an, besaß stabilen Leerlauf und entwickelte ab knapp unter 2.000U/min mit dem Einsetzen des Turboladers einen deutlichen Schub. Der Verbrauch pendelte zwischen 8,5-9,5l/100km. Größte Schwäche: Der kleine 4-Zylinder-Motor mit ca. 2,2l Hubraum wird eigentlich nur durch diesen Turbo lebendig und im Anhängerbetrieb an einer Steigung kann man von Glück sagen, wenn die LKWs nicht zu leicht sind oder die Steigung zu lange aufwärts geht, der Wagen verhungert regelrecht. Also bleibt einem kaum eine andere Wahl als das Chip-Tuning. Habe ich auch ausprobiert: Alle beschriebenen Schwächen waren wie weggeblasen, der Motor entwickelte ein deutlich höheres Drehmoment aus dem Leerlauf heraus, kein Hindernis mehr an Autobahnsteigungen mit Hänger, sondern lockeres Mitschwimmen mit dem LKW. Der Verbrauch steigt nicht an, TÜV-Werte sind kein Problem, Drehmomentanhebung ist so moderat, dass keine Zerstörung des Antriebsstranges zu befürchten war.

Ein zusätzliches, deutliches Plus bedeutet da der 156PS-Motor (316 CDI). Ein 5.Zylinder mehr und dadurch ein Hubraum von ca. 2,7l geben dem Wagen die Lebendigkeit eines 313 CDI mit Chiptuning. Also ist ein 316 CDI, wenn gerade verkäuflich, auf jeden Fall die bessere Wahl, die ich bis heute noch nicht bereut habe. Wobei man dem 316 CDI auch noch Chip-Tuning angedeihen lassen kann.... Und der Sound eines 5-Zylinders ist sowieso etwas ganz Spezielles, ich mag ihn.

Von dem zulässigen Gesamtgewicht her ist es eigentlich egal, ob man einen 3,2-Tonner oder 3,5-Tonner nimmt. Vorteil des 3,5-Tonners ist außer einer zusätzlichen Federlage an der Hinterachse die Möglichkeit, diesen stärker abzulasten. Bei einem Leergewicht des Fahrzeugs von ca. 2.000kg hat man also werksmäßig 1,2to bzw. 1,5to Nutzlast. Der beschriebene Ausbau wiegt ca. 500kg, die verbleibende Nutzlast ist also in der Regel hoch genug. Wer damit nicht klarkommt, muss sich bei den 4-Tonnern (413, 416) umsehen, die sind aber auf jeden Fall länger.

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sprinterfex am 22 Nov 2015 01:56:59

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Umbau eines Transporters zum Wohnmobil – ein Baubericht 2014

02.1 – Fahrzeugrestauration /Reparatur

Erst einmal muss natürlich die Basis, d. h. das Fahrzeug selber, in so einem Zustand sein, dass sich der Ausbau lohnt. Will sagen, wenn du als Möbel da nur ein paar Obstkisten reinwirfst, kann die Karre auch wie ein braunes Sieb aussehen – egal. Ist der Möbelbau aber dauerhafter, sollte das Basisfahrzeug auch entsprechend solider sein. Schweißarbeiten z. B. bei eingebauten Möbeln, mit eingeklebter Isolation und eingespritzter Hohlraumkonservierung etc. führen mindesten zu unangenehmen Gerüchen....

Also kommt es mal wieder auf
1. dein Geschick
2. deine Zeit und
3. deinen Geldbeutel
an, ob du ein
a) neues, teures und problemloses Basisfahrzeug oder
b) eine ausgemergelte Schrottkarre oder
c) etwas dazwischen ausbauen kannst.

Ich habe im Nachhinein gemerkt , dass es sich bei meinem Fahrzeug um um eine Kategorie c) mit Tendenz zu b) handelte – tja, manche Dinge entwickeln sich halt mit fortschreitender Arbeit und wachsender Neugierde (lass mich nur mal gerade hinter diesem Blech nachsehen.....)

Zwischenbemerkung zum Thema Schweißen: ich rede hier nur vom MIG-Dünnblechschweißen (Metallinertgas – oder Schutzgasschweißen). Zwei Dinge sind dafür unerlässlich:
1. eine vernünftige Ausbildung. Entweder hast du einen Bekannten, der als Profi dir die Feinheiten richtig beibringt, oder du besuchst einen Kurs, z.B. in einer DVS-Schweißausbildungsstätte. Das dauert ein paar Tage (Vollzeit) oder Wochen (abends) mit oder ohne Prüfung. Auf jeden Fall ein gut investiertes Geld, jedenfalls weißt du hinterher, warum du wie was machst und dass diese Nähte dann auch halten! Und wenn dir in so einem Kurs nichts gelingt, dann weißt du auch, warum du die Arbeiten an einen Karosseriebaubetrieb gibst und die soviel Geld dafür verlangen oder du investierst gleich in ein Top-Fahrzeug. Gönne dir auf jeden Fall diese Ausbildung, hier kannst du richtig Geld für die Zukunft sparen!
2. eine vernünftige Ausrüstung. Neben einem Automatik-Schweißschirm (der billigste reicht dicke) geht es hier um ein gutes Schutzgas-Schweißgerät. Vom Schweiß-Fachhandel, nicht aus einem Baumarkt. Worauf du dabei achten solltest, lernst du in deiner Ausbildung, siehe 1. Meine Kriterien waren: 220V-Betrieb, große Flaschen, große Drahtspulen, hohe Einschaltdauer, Profi-Gerät – ist beim Gelegenheitsschweißer natürlich total unterfordert und hält daher ewig, lässt sich fein einstellen und schweißt sauber durch.
Außerdem: Dem TÜV ist es egal, wie gut du geschweißt hast, Hauptsache, er kann nirgendwo mit seinem Schraubendreher durchbohren. Aber du musst mit deinem Kunstwerk selber fahren!

Aber erstmal muss der Status des Sprinters erforscht werden. Das heißt: Was habe ich hier eigentlich gekauft? Wenn man bedenkt, dass ein Motor mit Anbauteilen vom Teileverwerter mehr kostet, als ich für diesen Wagen bezahlt habe, kann das wohl nicht viel sein. Ich müsste also froh sein, wenn der Rest noch verwertbar ist.

---Es folgt hier eine Bilderserie mit entsprechenden Beschreibungen ----

Fazit der Restauration: Operation geglückt, Patient lebt. Für einen Profi sicher kein Thema, ich habe für die geschilderten Arbeiten etwa 1,5 Monate gebraucht, inclusive Armaturenbrett teilweise zerlegen und reinigen, dito Türverkleidungen Fahrer und Beifahrer.

Warum so lange? Ich habe noch nie, wie im Heckbereich, so große Bleche aus einem Fahrzeug heraustrennen müssen. Also ging ich immer schrittweise vor. Erst ein Ersatzblech besorgen, dann das faule Blech schrittweise heraustrennen. Dann mal um die Ecke schauen, was sonst noch weg muss. Wieder ein Blech besorgt, ein Stückchen heraustrennen usw. dazwischen mal ruhig hinsetzten und nachmessen und überlegen. Wie weit komme ich hier mit meinem Können? Kriege ich das Loch wieder zu? Und dann Stück für Stück das Ganze wieder zusammengebaut. Originalbleche an den Ausschnitt angepasst, geheftet, gemessen, nochmal gemessen, wenn nötig teilweise fertig schweißen, nächstes Teil usw. Immer mit der Ruhe, das Anpassen ist die aufwendigste Arbeit dabei. Wenn ich hier sauber arbeite, müsste eigentlich alles wie ein 3D-Puzzle wieder zusammenpassen. Und so war‘s auch.

Außerdem mussten ich draußen arbeiten, in der Garage war kein Platz, ich arbeitete allein, hier im alten Wohngebiet ist Sonntagsarbeit draußen tabu, nachts ebenfalls. Bei schlechtem Wetter ging‘s auch nicht weiter. Aber sonst bin ich immer bei der Stange geblieben, wenn ich draußen sein konnte, war ich das auch. Auch wenn ich manchmal nicht so genau wusste, wie ich weitermachen sollte – ich habe mich dann an‘s Objekt gestellt und einen Handgriff nach dem anderen gemacht, in Trockenübungen und plötzlich ging‘s.

Was wäre passiert, wenn ich steckengeblieben wäre oder sich die Arbeiten als zu umfangreich herausgestellt hätten (von wegen alles vergammelt)?
1. erstmal nachdenken, Trockenübungen
2. jemanden fragen, der sich damit auskennt (Internet, Foren)
3. was kostet ein Profi, der die Hürde überwindet, ganz oder teilweise?
4. wenn 3. zu teuer, ist das Fahrzeug nur noch ein Ersatzteilträger. Dann ein gleichartiges Fahrzeug besorgen und dies ausbauen

Glücklicherweise musste ich über Punkt 2. nicht hinausgehen....

Dies war der vorläufige Abschluss meiner Arbeiten zur Vorbereitung des Fahrzeugs für den Ausbau.

Mir war schon klar, dass hinterher noch neue Reifen, Bremsen rundum, neuer Auspuffschalldämpfer, evtl. noch div. Lager am Fahrwerk fällig sein werden (so war‘s dann auch), aber diese Arbeiten waren überschaubar und erforderten eine Hebebühne, das konnte danach in einer Werkstatt erledigt werden. Die Teile kosten hier viel mehr als die Arbeit, dazu lass ich die Jungs auch was verdienen.

Was ich ganz bewusst nicht gemacht habe, sind Roststellen zu beseitigen an der Motorhaube, den Hecktüren und an einigen Stellen an den Einfassungen der Seitenfenster. Die Stellen stehen aber unter besonderer Beobachtung, bin gespannt, wie die durch den Winter kommen.

sprinterfex am 22 Nov 2015 01:58:58

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Umbau eines Transporters zum Wohnmobil – ein Baubericht 2014

03 – Materialauswahl

Welches Material zum Ausbau verwenden? Eine der Schlüsselfragen und deren richtige Beantwortung entscheidend für den Erfolg des Projektes und das spätere Wohlbefinden im und mit dem Fahrzeug ist.

Richtige Beantwortung – was ist richtig? Das ist das, wobei ich mich wohlfühle. Erstmal bei der Be- und Verarbeitung des Materials, hinterher beim Im-Fahrzeug-Wohnen (dies soll u. a. ein Wohnmobil werden, nicht war?)

Für wen baue ich das Fahrzeug? In erster Linie für mich, meine Partnerin wird sich gelegentlich auch mal reinsetzen. Das war‘s an Nutzern, wenn nicht der eine oder andere Überraschungsgast auftaucht. Also bin ich der Bezugspunkt und muss nur mit mir klarkommen (was wiederum voraussetzt, das ich selber weiß, was ich will!). Was ich mit dem Fahrzeug machen will, habe ich in der Fahrzeugauswahl beschrieben. Und ich mag mit Metall arbeiten.

Wenn ich mal exotische Materialien aus dem Flugzeug(aus)bau und Formteile mit aufwendigem und teuren Formenbau außer Acht lasse, bleiben nur noch die beiden Standard-Werkstoffe Holz und Metall. Ich baue hier ein Einzelstück, nur für mich, keine Serienvorbereitung, rationelle Fertigung später nicht geplant. Aber wenn‘s nicht ewig dauert, ist das auch nicht schlecht.

Also horche ich in mich hinein. Mit einfacher Metallbearbeitung wie messen, sägen, bohren, schleifen, schneiden, schweißen, nieten, schrauben etc. komme ich klar und habe ein paar entsprechende Werkzeuge im Haus. Da ich überwiegend im Freien und allein arbeiten muss, kann ich auch nicht mit großen und schweren Geräten und Bauteilen arbeiten. Der Abfall (Späne etc.) muss sich in Grenzen halten und sollte leicht zu entsorgen sein. Der Platz in der Garage ist begrenzt, ebenso das Budget, daher fallen entsprechende Spezialmaschinen und -werkzeuge auch flach.

Mit dem von der großen Mehrheit bevorzugten Werkstoff Holz kann ich nicht soviel anfangen. Ich habe zunächst keine Ahnung von den diversen Holzarten, deren Schicht- und Fügeverfahren, unerlässlich, damit das Ganze nicht nur einigermaßen gekonnt aussieht, leicht und stabil ist, sondern auch noch dauerhaft hält. Der notwendig Maschinenpark hält sich auch hier bei einfachen Ansprüchen in Grenzen – eine gute Kapp-/Gehrungssäge und diverse kleinere Handwerkzeuge für Holzbearbeitung sollten genügen. Aber der Anfall von Staub und Spänen nötigt mir Respekt ab, die Sauerei bei ein paar Sägeschnitten mit einer Stichsäge oder dem Fuchsschwanz ist größer, als den ganzen Tag flexen und bohren! Sägespäne bohren sich aber nicht in und durch die Schuhsohlen wie Bohrspäne, der Funkenflug beim Schweißen und Flexen entfällt und kann mir daher nicht die Bude abfackeln oder Pickel auf empfindlichen Oberflächen hinterlassen, das arbeiten mit Holz ist insgesamt viel kühler als mit Metall (im Sommer schon ein Argument), die Oberflächen sehen sofort ohne große Nacharbeit richtig schick aus, weniger Kältebrücken/Kondensat.... ja, da kommt man schon ins Grübeln. Aber schon mal einen Schlosser mit abgesägten Fingern gesehen?

Da das Wohnen im Fahrzeug in meiner Prioritätenliste weiter hinten steht, vorn Dinge wie Transport von Gegenständen und Arbeits- und Regalflächen für Kleinarbeiten im Fahrzeug, benötige ich stabile, unempfindliche, vielleicht auch multifunktionale Möbel. Hochglanzoberfächen und ähnlicher Designkram sind nutzlos. In einem Werkstattwagen findest du auch keinen Klavierlack, sondern beschichtete Metallmöbel – damit war alles klar. Wohnlich kann ich das Ganze dann mit ein paar Polstern machen oder so.

Trotzdem und deswegen war für mich das primäre Ausbaumaterial: Metall.

Aber welches? Ich habe mich für Bau der Möbel in Stahl St37 schwarz und Aluminium blank entschlossen. Holz (durchweg OSB-Platten 12mm) als Abdeckplatten, Halterungen der Fensterfüllungen und als Sitzflächen/Arbeitsplatten sowie 2 Kiefernleisten als LED-Band-Träger für die Innenraumbeleuchtung. Ja, ein paar dezente Holzteile wirken doch nicht schlecht.

Für das Fahrzeug selber habe ich wie erwähnt 1mm dickes Stahlblech schwarz verwendet.
Die Möbel werden modular an einem seitlichen Rahmen aus Flacheisen 35x5mm, teilweise verstärkt mit Eisenstäbchen 5x5mm, angebracht.
Rahmen der Module aus 20x20x2mm Stahl-Vierkantrohr. Dies hat den Vorteil, das die Kanten abgerundet sind, d.h. beim senkrechten aufschweißen anderer Bauteile schon dadurch eine Fase gegeben ist, außerdem fasst sich das Rohr einfach angenehmer an als wenn es eine scharfe Kante hätte. Die Stabilität gegen Durchbiegung ist so hoch, dass ich bedenkenlos damit eine Sitzbank für 2 Personen damit bauen kann (Last ca. 180kg über 90cm), für kleinere Spannweiten reicht es sowieso. Das Rastermaß von 20mm je Seite lässt mich andere Profile mit ebenfalls 20mm Schenkellänge bündig daran anbringen (z.B. Flacheisen, Winkel, T-Profil) und dies sind keine Spezialprofile, sondern ist gängige Lagerware. Zumindest hier beim örtlichen Metallhändler. Die 2mmm Wandstärke garantiert, dass das Eisen nicht so schnell durchrostet und ich vorher mit rel. hohem Strom schweißen kann, d.h. einen guten Einbrand erziele. Die Rahmenbauweise ist natürlich viel aufwendiger als einfach ein paar Platten aneinander zu befestigen, aber sie ist recht leicht, unerreicht stabil und ich komme bei den unvermeidlichen Anpassungsarbeiten schneller an Problemstellen heran. Dazu kann ich beim fertigen Möbel variabler beladen, z.B. von der Seite und vom Gang aus.
Schubladenbau: Vollauszüge (d.h. 3-teilig) für Lasten von 45kg und 60kg (Wasserkanister), die eigentlichen Schubladen werden aus Alublech und Aluwinkel gebaut. Diese Vollauszüge sind die schwersten Baugruppen der Möbelmodule. Wer noch mehr Gewicht sparen will, kann hier ansetzen.
Aluminium findet Verwendung in Form von 2mm dicken Aluplatten (Mindestgröße und -abnahmemenge hier 2m² = 1x2m) und L-Aluprofilen 30x2mm, habe ich mir besorgt als Kantenschutzprofil, 10 Stangen zu je 2m, davon sind jetzt noch weniger als 1,5m übrig (fast Punktlandung).
Dazu kommen noch jede Menge Schrauben M5 bis M12 und Alu-Nieten, meist 5mm und 3mm.
Kleine Schachteln zu kaufen lohnt sich hier nicht. In der Nähe ist hier ein Restpostenhändler, der Schrauben, Muttern, U-Scheiben in allen gängigen Größen als Kiloware für 5,-€/kg (Edelstahl 20,-€/kg) verkauft, das ist 4x weniger als beim Baumarkt in der großen Schachtel. Qualität durchweg verzinkt, 8.8 auch bei den kleinen, 10.8 ab M10. Selbst Montageprofis kaufen in dem Laden wie verrückt.

Lackiert, nein angestrichen wurden die Stahlteile nach dem Abwaschen des Walzfetts mit Aceton zuerst mit Eintopfprimer rotbraun von Glasurit. Ein tolles Zeug, trocknet super schnell nach ein paar Minuten, ist aber mit ca. 35,-€ plus MwSt pro 1l-Dose sehr teuer. Als diese Rostschutzgrundierung verbraucht war, habe ich eine No-Name Hausmarke aus dem Hagebaumarkt gekauft. Kostete nur ca. 12,-€/1l, trocknet wesentlich langsamer (im Stundenbereich, besser über Nacht), zeigt aber an Probestücken bis jetzt die gleiche Schutzwirkung wie das teurere Zeug. Ich beobachte weiter... Diese Grundierung muss mindestens 2x aufgetragen werden, sonst ist der Schutzanstrich nicht lückenlos! Danach Endanstrich mit Lack, was ich so bekam, glänzend oder seidenmatt, auf jeden Fall RAL7001 silbergrau. Tut sich im aussehen nichts, die Grifffestigkeit ist in Ordnung und der Farbton stimmt bei den RAL-Farben auch bei verschiedenen Herstellern überein. Lediglich das Gestell der Sitzbank habe ich in Schwarz mit Renovo Metallschutzlack gestrichen. Der Lack soll auf auf Rost ohne Umwandler (Phosphorsäure) einen Schutz- und gleichzeitig den Endlack abgeben. Habe ich am Boden-Übergangsprofil zwischen Fahrerkabine und Laderaum getestet: der Lack taugt nichts. Er ist nur schwarz, trocknet sehr langsam und ist recht teuer, darunter rostet es munter weiter. Aber da ich ihn nunmal hatte, habe ich auch diese Teile wie gehabt zuerst mit Grundierung vorgestrichen und das Zeug nur als Decklack verwendet.

Die übrige verwendeten Materialien sind eher komplette Komponenten (z.B. Dachluken, Elektroteile) und werden im Kapitel Bau der Inneneinrichtung beschrieben.

sprinterfex am 22 Nov 2015 02:07:15

Website: --> Link als PDF

Umbau eines Transporters zum Wohnmobil – ein Baubericht 2014

04 – Planung Inneneinrichtung

Um es vorweg zu nehmen, der Grundriss sieht im Moment so aus:

(eigentlich sollten jetzt mal 2 Skizzen = Bilder hier auftauchen, klappt aber irgendwie nicht ;-(

oben der Grundriss bei Tage, unten bei Nacht, jeweils mit ausgeklapptem Klapptisch - Maße in cm.

Die Skizzen sehen ein bisschen haus-/wohnungsmäßig aus. Das stimmt auch, die wurden mit dem Programm Room Arranger erstellt, Shareware, für 30 Tage frei benutzbar.
Dies war nicht meine Planungssoftware vor Baubeginn, sondern ich habe nachher die Realmaße abgenommen und in dieses Programm übertragen. Warum Room Arranger? Ich brauchte eine Zentimeter genaue (plus/minus 5mm) Skizze des realen Fahrzeugs, und zwar ohne jeden Lernaufwand, einfach nur Symbole anklicken und gut. Dabei soll der Betrachter einen ungefähren, aber wie gesagt proportional genauen Eindruck des Ausbaues bekommen. Das Ganze lässt sich noch in 3D darstellen, drehen und wenden, die Türen animieren, die Oberflächen veredeln – aber ist von der Softwarebasis nur für den Hausbau gedacht. Irgendwelche gekrümmte Flächen sind damit nicht darstellbar, dazu bedarf es komplexerer CAD-Programme mit teilweise großem Einarbeitungsaufwand, die Ergebnisse sind danach natürlich maßgenau und eindrucksvoll in jeder Ansicht und Ebene. Bei mir ist dies nicht gefordert, ich denke, ihr könnt auch so erkennen, worum es geht.

Kurze Erläuterung des Grundrisses von vorn (rechts) nach hinten (links):
In der Fahrerkabine habe ich 98cm vom Ende Laderaum bis Beginn Armaturenbrett. 52 Zentimeter sind es zwischen den beiden Sitzkonsolen, die Sitze sind jeweils 46cm breit. Der Beifahrersitz ist auf einer Drehkonsole montiert, die auch im Gegensatz zum VW Bulli bei geschlossener Tür ohne Umbauten voll drehfähig ist. Der Fahrersitz ist nicht drehbar. Der Beifahrersitz muss zur Nutzung der Liegefläche entweder in Fahrstellung sein oder um 90° dazu gedreht werden. Nicht dargestellt ist die Ablage über den beiden Sitzen.

Alles, was sich hinter den Sitzkonsolen im Laderaum befindet, sind komplett Eigenkonstruktionen von mir, und zwar:

- Hinter dem Fahrersitz ist eine 86cm breite Klappsitzbank quer zur Fahrtrichtung montiert, Sitztiefe 50cm, Tiefe insgesamt in Sitzstellung 78cm. Nachts oder zum Ausruhen wird diese quer zur Fahrtrichtung in Richtung Schiebetür ausgeklappt und ergibt eine Liegefläche von ca. 180cmx86cm. Dadurch, dass die Innenverkleidungen im oberen Bereich sowohl in der Seitenwand links als auch in der Schiebetür rechts fehlen und nur eine Isolationsschicht von 19mm dort eingeklebt wurde, ist die gesamte Liegefreiheit um ca. 10cm gewachsen. Die Maße der Sitzhöhe und des Winkels der Rückenlehne wurde einem bequemen Küchenstuhl entnommen und so nachgebaut. Die Polsterhöhe beträgt 7cm. Nicht im Grundriss ist die Ablage über der Sitzbank, Tiefe ca. 30cm, und die große Dachluke 40x40cm mittig über der Liegefläche.

- Hinter der Sitzbank befindet sich die Nasszelle, 91,5cm tief/lang x 69cm breit. Diese Nasszelle ist komplett gegenüber dem übrigen Raum geschlossen und über eine Falttür zu betreten. Darin befinden sich eine portable Toilette, Duschwanne, Spiegelschrank über der Toilette, links neben der Toilette über dem Radkasten ist ein Rohrgestell für 2 Wasserkanister mit Frisch- und Abwasser für die Dusche angebracht. Nicht dargestellt ist die kleine Dachluke 28x28cm über der Toilette.

- Gegenüber der Nasszelle mit Gangbreite von 60cm befindet sich der Küchenblock auf der rechten Fahrzeugseite, Maße 64,6cm Breite x 45cm Tiefe x ca. 110cm Höhe. Nach vorn hin ist an das Gestell ein Klapptisch angeschraubt, der auch bei ausgeklappter Liegefläche der Sitzbank noch auf- und zugeklappt werden kann. Der Küchenblock ist mit einem Spülbecken und einem Gaskartuschenkocher unter einer Holzablagefläche ausgestattet (also kein 4-Flammkocher wie in der Skizze, war aber kein anderes Symbol da...). Unter dem Spülbecken befinden sich die 2 Wasserkanister für Frisch- und Abwasser für diesen Wasserhahn. Nicht dargestellt eine Ablage über dem Küchenblock, diese ragt etwas in den Ausschnitt der Schiebetür hinein.

- Hinter dem Küchenblock in Fahrtrichtung rechts befindet sich ein Rohrgestell mit Holzablagefläche und diversen Schubladen mit den Maßen 65cm Breite x 45cm Tiefe x 80cm Höhe, noch ohne Ablage darüber.

- Dem gegenüber, hinter der Nasszelle, befindet sich ebenfalls ein Rohrgestell mit Holzarbeitsfläche und diversen Schubladen mit den Maßen 66cm Breite x 51cm Tiefe x 80cm Höhe, die Ablage darüber ist nicht dargestellt. Nachts oder als Dauerbett kann zwischen den beiden Blöcken links und rechts eine Platte geschraubt werden, dann entsteht eine Liegefläche von ca. 178cm x 66cm, plus Fensternischen beidseitig, Polsterhöhe 7cm.


Damit habt ihr schon mal einen großen Vorteil vor anderen Ausbauern, jetzt kennt ihr die genauen Maße des Fahrzeugs innen. Ich habe vergeblich im Netz danach gesucht, sonst hätte ich lieber einen fertigen Grundriss genommen. Wenn ihr einen längeren Sprinter verwendet, einfach die Innenraumlänge entsprechend strecken, die restliche Maße bleiben immer gleich.

Der erste Plan entsteht natürlich im Kopf und stellt eine Wunschvorstellung dessen dar, was man gerne alles hätte. Dann habe ich noch so überschlagen, wie lange die Realisierung dauern könnte, mich letztendlich aber am Riemen gerissen und eine Prioritätenliste aufgestellt, nach der die Fahrzeugauswahl und die Innenraumplanung zu erfolgen hat. Zur Wiederholung:

i. Privatfahrzeug für den Alltag – wird also innen auch ziemlich klein
ii. Transporter für Diverses – sollte möglichst viel freien Raum bieten und unempfindlich gegenüber umherfliegender Ladung sein, dabei variable Ladungssicherung ermöglichen
iii. Zugfahrzeug für Anhänger
iv. Arbeitsfahrzeug mit Regalen und Arbeitsflächen, Verstaumöglichkeiten für div. Werkzeuge, ausreichende Beleuchtung innen bei Dunkelheit
v. Wohnmobil mit Stehhöhe, Schlafgelegenheiten für 2 Personen, Nasszelle mit Toilette und Duschmöglichkeit, ohne Gasanlage, Anforderungen sonst wie TÜV

Nun hatte ich mir in der Zwischenzeit diesen kurzen Sprinter gekauft und musste halt sehen, wie ich meine Wünsche in dieses Fahrzeug tatsächlich hineinbaue. Dabei hatte ich einen Vorsprung gegenüber denjenigen, die noch keinen Sprinter bisher besessen haben: Ich fuhr derzeit einen Sprinter 313 CDI kurz flach, also mit exakt diesen Abmessungen, nur halt mit Flachdach. Daher konnte ich monatelang im Stillen darüber nachdenken a) gehe ich so ein Projekt konkret an, b) wenn ja, wann soll das stattfinden c) wie lange soll es dauern – immer unter den o.g. Prioritäten.

Antworten: a) ja, ich mach‘s, zumindest fange ich wirklich an! b) ab Frühjahr, weil ich nur draußen arbeiten kann und c) in einer Saison, sprich bis zum Herbst, möchte ich das Fahrzeug als Wohnmobil in Gebrauch nehmen und das alte verkaufen.

Gut, somit sind die Rahmenbedingungen klar. Und jetzt die Details.

Aber wie genau kann man eigentlich planen? Jeden Millimeter, jeden Quadratzentimer Fläche, jede Schraube, jedes Kabel? Man kann‘s versuchen – viel Spaß dabei. Wer ein professionelles CAD-Programm beherrscht, für den ist das nur eine weitere Fingerübung: Fahrzeugrealmaße aufnehmen, Inneneinrichtung einzeichnen, Leitungen für Strom, Wasser, Gas etc. mit Kollisionsvermeidung einbringen, Materialliste generieren, einkaufen und ab geht‘s. Wer so ein Programm weder besitzt noch beherrscht, kann sich auf einen gewaltigen Kosten- und Lernaufwand gefasst machen. Na gut, es gibt ein freies CAD-Programm, aber das ist nicht weniger leicht zu erlernen wie die kostenpflichtigen. Und dann musst du auch noch alles genau so wie geplant bauen können, wenn dann noch die Stücke wirklich auf Anhieb passen – herzlichen Glückwunsch, aber den brauchst du dann nicht mehr, da du längst damit dein Geld verdienst!

Und du weißt: Erstens kommt es anders als man zweitens denkt. Es gibt in den Foren mehr als einen Planer, der nie über dieses Stadium hinauskommt, weil sich immer mehr Details vor denen auftürmen, die noch berücksichtigt werden sollten. Damit planen die ihr Projekt tot, weil die Hürden so hoch werden, dass es jetzt gute Gründe gibt, alles zu canceln.

Mein Vorschlag und Vorgehen: Einige wichtige Eckpunkte direkt im Fahrzeug setzten, wenn notwendig, einige Skizzen auf Papier mit Realmaßen entwerfen und dann „was nicht passt, wird passend gemacht“. Also tatsächlich mit der Arbeit anfangen und die dabei auftretenden Probleme Stück für Stück abarbeiten. So steht vor dir nur die nächste Herausforderung, nicht mehr ein riesiger Berg von unerledigten Dingen! Was nicht heißt, dass man das Endergebnis aus dem Blick verlieren darf, aber das dürfte klar sein, nachdem man solange über seine Prioritäten nachgedacht hat.

Konkret: Den ersten Fixpunkt, den ich gesetzt hatte, war die Toilette. Ich hatte eine neue portable Toilette bei ebay geschossen und deren Karton in den leeren Wagen gestellt. Damit hatte ich die Realmaße dieses Gegenstands wirklich vor mir und konnte vor Ort weiterplanen! Der Raum um die Toilette sollte geschlossen sein, also braucht man (nein, nicht man, ich!!) entsprechend Platz, um sich hinzusetzen und wieder aufzustehen. Ganz einfach – ausprobieren, mit einem Schätzholz (Meterstab, Zollstock, Gelenkmaßstab oder so) in der Hand - Schulterfreiheit ausmessen. Damit bekam ich schnell die Bodenmaße der Nasszelle. Die Position der Toilette wurde rechts neben dem hinteren linken Radkasten festgelegt, Blickrichtung nach vorn. Und ich stellte fest, dass da auch noch genug Platz für eine Duschwanne ist, soviel Platz jedenfalls, dass ich mich auch darin aufrichten und drehen kann.


Unter dem Wagen nochmal nachgeschaut, aber da wurde kein zusätzlicher Platz frei, also entfällt jeglicher Unterflurtank, es sein denn, man verzichtet auf das Reserverad. Auch gut, ich wollte eh‘ nicht so gern irgendwelche Löcher in die Karosserie schneiden (jedenfalls nicht mehr als notwendig) und das Fahrzeug soll möglichst auf den ersten Blick nicht als Wohnmobil erkannt werden. Also müssen Wasser und Abwasser für die Dusche intern gehandhabt werden. Die Lösung: Einen Wasserkanister teilweise mit Kaltwasser füllen, Wasser in einem Kessel heiß machen und das heiße Wasser zum kalten dazugießen – fertig ist das warme Duschwasser. Dieses wird über eine portable Kanisterdusche (fertig konfektioniert mit Tauchpumpe, Schläuchen, Duschkopf, E-Installation incl. 12V-Stecker) rausgepumpt zum Duschen. Unten steht man in einer Duschwanne, aus der das Abwasser wiederum mit einer zweiten Tauchpumpe in den Abwasserkanister gepumpt wird. Drumherum ein Duschvorhang, damit das Wasser in der Kabine bleibt – fertig! Wohin mit den Kanistern? Über dem Radkasten, links von der Toilette, übereinander. Als Kanister sind einheitlich 19l Weithalskanister DIN96 vorgesehen, gibt bei Bedarf jede Menge Zubehör dafür. Alles intern im Fahrzeug, Aufgabe im Prinzip gelöst.

Jetzt wieder an das Gesamtkonzept denken. Transport von diversen Lasten, u. a. auch Gartenabfälle in diesen runden federunterstützten Tüten, diese haben einen Durchmesser und eine Höhe von ca. 60cm. Diese 60cm will ich als Gangbreite haben zwischen der Nasszelle und was immer ihr gegenüberliegt. Was soll gegenüber der Nasszelle liegen? Ich habe kein Handwaschbecken in der Nasszelle vorgesehen, also wird es sinnvoll sein, eines in der Nähe zu habe. Der TÜV fordert einen Kocher und ein Waschbecken... - jawohl, das ist es.

Gegenüber der Nasszelle wird ein Küchenblock mit den beiden Komponenten installiert. Schnell mit Latten und Flacheisen die bisherigen Maße auf dem Fahrzeugboden markiert – Nasszelle 69cm plus Gangbreite 60cm verbleiben als Tiefe für den Küchenbock zur anderen Seite ca. 45cm. Das reicht dicke und gibt noch eine schöne Ablagefläche. Nächste Aufgabe gelöst.

Als Material für die Seitenwände und somit auch einer Tür der Nasszelle habe ich 2mm dickes Alublech vorgesehen, das ist sehr stabil, wird versteift durch die Aluwinkel. Wenn ein paar Kratzer durch die Ladung daran kommen, ist das nicht weiter schlimm und ich spare Platz zum Gang hin sowie nach vorn und nach hinten. Die linke Seitenwand der Nasszelle bildet die nackte Fahrzeugwand. Die Fensterlaibungen geben zusätzlichen Raum in der Breite frei. Und mit der Tür kann ich noch einen Gag einbauen: Wie bei den großen Wohnmobilen schlägt die Tür an dem gegenüberliegenden Möbel an und fungiert dann als Raumtrenner. Das wird immer besser, jetzt kann ich dieses kleine Mobil schon in mehrere Bereiche unterteilen mit einer festen Tür dazwischen.

Hinter der Nasszelle und dem Küchenblock ist noch Platz bis zu den Hecktüren frei. Dort kommen zwei Rohrgestelle mit Schubladen und Ablageflächen sowie einer Arbeitsplatte obendrauf für die Kleinarbeiten und die notwendigen Werkzeuge sowie für diverse Utensilien für das Leben im Wohnmobil hin. Die Tiefe für den Block hinter dem Küchenblock ist durch diesen vorgegeben – 45cm, eine gerade Flucht. Die Tiefe für den Block hinter der Nasszelle wird durch die Länge der beiden Werkzeugkisten bestimmt, die ich so dabei habe, hier ca. 50cm. Also plane ich mal mit einer Tiefe von 51-52cm, da ich zur Wand hin noch Platz habe durch einen Hilfsrahmen und das Fehlen von den Seitenverkleidungen allgemein im Fahrzeug. Ich stapele die Werkzeugkisten mal hinten im Wagen auf – sie passen prima quer hinter den Radkasten und haben noch jede Menge Luft zur Hecktür und in der Breite über 70cm zwischen den beiden, nennen wir sie mal Regalblöcke. Wie hoch sollen die Regalblöcke werden? Ich hatte die Tüten für Gartenabfälle erwähnt, deren Höhe beträgt ca. 60cm, auch wenn dort ein paar Äste herausragen sollten, wären das ca. 70cm, also würde eine Regalhöhe von 80cm (minus 2cm für den Rahmen) wohl ausreichen. Wieso? Zu weit vorgegriffen – ich plane ein Heckbett quer zur Fahrtrichtung. Liegelänge mindesten 175cm, ausreichend für meine Partnerin, dann ist deren Weg nachts zur Toilette nicht so weit. Die Liegefläche bekomme ich, wenn ich zwischen den Regalblöcken noch ein Brett befestige. Dieses werde ich wohl auch als Stahlrohrrahmen, versteift durch ein T-Profil in der Mitte und belegt mit einer 12mm OSB-Platte bauen. Fertig ist eine ebene, durchgehende Fläche. Wenn ich jetzt diese 80cm Höhe nehme, was passiert dann? Ich brauche noch ca. 6cm, um die Fensterlaibung der Seitenfenster zu erreichen, um genügend Liegefläche quer zur Fahrtrichtung zu erhalten. Einfache Lösung: Das Liegepolster darauf muss einigermaßen straff sein, dann sollten 7cm Polsterhöhe reichen. Und schon habe ich eine Liegefläche von ca. 180cm Länge (minus einer evtl. Fensterdämmung). Und die Breite der Regalblöcke? Bis ganz an die Hecktüren ran geht nicht, dann kollidiere ich mit deren Türfeststellern, außerdem komme ich dann in einen nach innen geschwungenen Bereich der Türholme. Daher bleibe ich im geraden Bereich der Seitenwände und habe noch 65-66cm Platz nach hinten. Dies wird die Breite der Regalblöcke sein. Deren Innenaufteilung? Weiß ich noch nicht genau, außer den Positionen der beiden Werkzeugkisten und der 3 kleinen Stapelboxen, die ich mir noch gekauft habe und irgendwo unterbringen möchte, ist noch nichts festgelegt. Man wird sehen, aber eine weitere Aufgabe ist gedanklich gelöst.

Was ich nicht nur gedanklich, sondern auch praktisch schon mal gelöst hatte, war die Befestigung der Möbelblöcke am und im Fahrzeug.

Der TÜV schreibt nicht umsonst eine sichere, feste Anbringung vor. Welche genau, lässt er offen, wahrscheinlich rüttelt er nur mal daran, um zu sehen, was passiert (so war‘s dann auch, passiert ist – gar nichts! „Sehr stabil“ der Kommentar der Prüfers). Zudem gebietet mir mein Selbsterhaltungstrieb, eine Konstruktion zu bauen, bei der die Einzelteile nicht plötzlich nach vorn fliegen oder zu klappern anfangen.

Zur Erinnerung: Das Fahrzeug hat keine Trennwand und ich möchte auch keine darin haben.
In dem Vorgänger-Sprinter habe ich Regale für Stapelboxen auf der einen und 5x Spritkanister, Wassereimer und eine Arbeitsfläche auf der anderen Seite eingebaut. Beide sind z. T. hoch belastet worden, mehr jedenfalls, als ich in die aktuell geplanten Regalblöcke jemals einladen werde.
Diese Regale im alten Sprinter habe ich an einen Hilfsrahmen geschweißt. Der Hilfsrahmen besteht aus Flacheisen 35x5mm, befestigt mit Schrauben 2x M12 10.8 an den vorhandenen Einschweißmuttern für die Rücklehnen der Sitzbänke in der linken Seitenwand des Wagens, rechts ist ein entsprechender nockenförmiger Ausschnitt im Seitenblech, für den ich mit Unterlegscheiben und M12-Schraube eine entsprechende Halterung geschweißt und geschliffen hatte, an die der Hilfsrahmen geschraubt wurde. Nach ein paar Jahren in dem Fahrzeug kann ich voller Überzeugung sagen: hält bombenfest! So mache ich es auch im neuen Sprinter. Nur sind hier noch zusätzlich in Bodennähe Einschweißmutter M8 für die Verzurrösen angebracht worden, die ich vorher nicht hatte. Diese Befestigungspunkte nutze ich natürlich auch und erweitere den Hilfsrahmen entsprechend nach unten. Auf den Hilfsrahmen werden dann Winkel aufgeschweißt, an die die Gestelle der Möbelblöcke geschraubt werden. Und eine Befestigung nach unten hin? Im Fahrzeugboden sind je die Einschweißmuttern für die Halterungen der Sitzbänke vorhanden, mal sehen, ob und wie ich die nutzen kann, vielleicht ist das auch nicht möglich und/oder notwendig.

Nutzen werde ich diese Bodenbefestigungen auf jeden Fall für die Sitzbank zwischen Nasszelle und Fahrersitz. Eine Befestigung an der Seitenwand kommt nicht in Frage. Ich will die Sitzbank als Klappmöbel bauen, so dass sie zur Schlaffläche nach vorn geklappt werden kann. Somit bleibt nur die Ausrichtung der Sitz-/Liegefläche quer zur Fahrrichtung. Hat auch nicht jeder und bringt viel freie Fläche hinter den Vordersitzen bzw. hinter der Schiebetür. Einmal nachmessen: Wenn die Seitenverkleidungen links und in der Schiebetür rechts entfallen, dafür nur eine Isolierung von ca. 20mm dort eingebracht wird, habe ich eine Liegefläche von über 180cm – reicht mir. Die Breite ergibt sich schnell mit ca. 86cm – reicht doch auch. Notfalls auch für 2 Personen, die sich liebhaben. Die Konstruktion ist im Prinzip nicht meine Idee. Ich habe sie bei einem englischen Hersteller im Internet gesehen, allerdings in einer komplexeren Ausführung mit Gurten als zusätzliche Sitzmöglichkeiten während der Fahrt. Die brauche ich nicht, ich werde den Aufbau vereinfachen und ihn auf die reine Klappfunktion beschränken. Die Maße für Sitzhöhe, Sitztiefe und Neigung der Rückenlehne habe ich von einem unserer sehr bequemen Küchenstühle abgenommen, was dort angenehm ist, wird wohl auch im Wagen sein. Die Polsterhöhe beträgt wie bei der Heckliegefläche 7cm, zur Vereinheitlichung.

Ich sehe das schon vor mir: ein hinterer Schlafbereich, abgetrennt durch die geöffnete Nasszellentür, mit genügend Platz zum Duschen, Waschen, Zähneputzen und Umziehen. Und im vorderen Bereich des Mobils kann separat gewerkelt oder geschlafen werden. Und alles auf 5m Außenlänge, nicht schlecht.

Was noch nicht geplant, aber angedacht ist, sind die Ablagen über den Sitzen und den anderen Möbeln. Ich weiß einfach noch nicht, wie ich diese am Fahrzeug vernünftig anbringen soll, ohne viel in die Karosserie zu bohren. Denn das bedeutet Bohrspäne und damit Rost in unzugänglichen Spalten. Aber wenn ich vorher diese Hohlräume im Inneren ordentlich mit Hohlraumwachs geflutet habe, sollten die Bohrspäne eigentlich wirkungslos in diese Masse hineinfallen... Sicher bin ich mir nur, über den beiden Sitzen in den Fahrerkabine eine Ablage zu bauen, da ich dort keine Stehhöhe benötige, aber dringender zusätzlichen Stauraum.

Eine ganz wichtige Sache, die mir bei der Planung mit als erstes durch den Kopf gegangen ist: Gute Belüftung des Innenraums ist absolut notwendig während der Fahrt und im Stand, ob bewohnt oder nicht. Denn das Fahrzeug soll sein Äußeres so wenig wie möglich verändern, daher werde ich es zu vermeiden versuchen, extra Campingfahrzeug-Fenster einzubauen. Obwohl die unbestreitbare Vorteile haben, ich habe lange darüber nachgedacht – wenigstens ein Fenster....nein! Da der meiste Mief warm ist, steigt er nach oben. Dachluke(n) heißt das Zauberwort. Dort muss die Be- und Entlüftung erfolgen. Aus unserem Ami-Wohnmobil haben wir sehr gute Erfahrungen mit Dachluken gemacht, die einen integrierten elektrischen Ventilator mit Temperatursteuerung haben. Der Luftaustausch ist einfach viel größer und effektiver als ohne Ventilator. In dem Ami haben wir in der ganzen Zeit über keine muffige Luft. Nun ist das Luftvolumen in einem großen Wohnmobil halt groß, die Zeit bis zum Ersticken entsprechend lang. Aber auch beschlagene Fenster und feuchte Möbel sind lästig, kochen will man ja auch bei schlechtem Wetter mit geschlossenen Türen. Ach ja, atmen wäre auch gut.

Wieviele Dachluken und wo positionieren? Erstens über der Sitzgruppe (Sitzbank, Fahrer-/Beifahrersitz, Nähe Küchenblock), zweitens über Nasszelle, drittens über Heckliegefläche. Eine große Luke (40x40cm) kann die Sitzgruppe belüften, eine kleine (28x28cm) die Nasszelle übernehmen. Dafür ist auf den Dach auch Platz genug. Aber für eine dritte, wenn auch kleine Dachluke im Heck fehlt der Platz auf dem Dach und darunter, weil ich noch eine Heckkamera anbringen will und ein Solarmodul soll auch noch auf‘s Dach, darunter liegt ein Spriegel unter der Dachhaut und den will ich auf gar keinen Fall anschneiden wegen der Stabilität. Die dritte Dachluke entfällt also, das Heckabteil muss durch die geöffnete Tür der Nasszelle und deren Dachlüfter mitversorgt werden, wenn es der große vorn nicht schaffen sollte. Weiterer Vorteil der modernen Dachlüfter ist die Zwangsbelüftung, die nicht verschlossen werden kann. So kann auch im Stand immer ein Minimum an frischer Luft ins Innere. Aufgabe gelöst.

Die Isolation kann bei einem Kasten prinzipiell kaum einheitlich gleichmäßg erfolgen. Die Hohlräume sollten weitgehend hohl bleiben, sonst droht Rost. Wird die Isolationsschicht aber ausschließlich in den Innenraum verlegt, nimmt sie zuviel von der knappen Innenbreite weg. Meine Lösung: Es gibt an den Seitenwänden bis auf einen Sockelbereich keine Verkleidungen mehr, die Primärisolation mit 19mm selbstklebendem Aeroflex wird direkt auf der Innenseite der Fahrzeugseitenwand und der Dachhaut angebracht, Das spart enorm viel Platz, wenn zusätzliche Isolation erforderlich sein sollte, gibt es diese Aeroflex-Platten z. B. auch in 10mm Dicke für die Feinanpassung. Obendrauf ein 1mm starker selbstklebender Woll-Mischfilz, sollte richtig edel aussehen und evtl. Kondenswasserbildung eindämmen. Außerdem werden nicht alle Flächen isoliert, nur das Dach ganzflächig, die Seiten partiell und unter den Fenstern; der Boden bleibt, wie er ist, nämlich Stahlblech, darauf Bitumenzwischenschicht (wie Dachpappe), darauf die Holz-Bodenplatte aus Delignit o. ä., darauf 3mm Gumminoppenboden. Der Rest ist erstmal nacktes Blech. Mal sehen, vielleicht ist es notwendig, dort auch den dünnen Filz aufzukleben. Die Fensterflächen im Laderaum werde ich auf jeden Fall mit verspiegelter Folie von innen bekleben. Sieht m. E. besser aus und fällt weniger auf als die schwarzen Folien, außerdem ist das Reflexionsvermögen für Sonneneinstrahlung wesentlich besser. Da die Spiegelwirkung der Folie und damit der Sichtschutz nur bei Tage gegeben ist, muss für die Nacht eine Verdunkelung her. Ich brauche wie erwähnt nur das Seitenfenster der Schiebetür als freies Sichtfenster, dies kann durch ein Doppelplissee verdunkelt werden. Für die anderen Fenster trägt dies zu dick auf und ist obendrein zu teuer. Möglicherweise helfen 10mm starke Bauplatten bei der Lösung, die isolieren auch noch gut und passen gut in die Gummidichtungen der Scheiben. Die Aufgabe der Isolation sollte damit den Umständen entsprechend befriedigend gelöst sein.

Elektroinstallation: ein immer heiß diskutiertes Thema. Dies ist meine Planungs-Lösung.
Ausgangspunkt ist die Bordbatterie, muss nicht groß sein, da ich ausschließlich LED-Beleuchtung plane, dickster Brocken ist natürlich der Spannungswandler. Untergebracht natürlich in der Konsole des Beifahrersitzes. Das grenzt die Außenmaße etwas ein, da ich dort noch das Trennrelais und den Spannungswandler unterbringen möchte plus die Verkabelungen untereinander. Die Bordbatterie ist eine einfache Starterbatterie mit 85Ah, kostet wenig und hält lt. Internetforen ein paar Jahre, so dass sich der Mehrpreis einer AGM-Batterie nicht lohnt (67,-€ für die Bleibatterie incl. Versand und Pfand gegenüber dem 4-fachen einer AGM, deren Lebensdauer aber nur etwas mehr als doppelt so lang ist, Li-Metall- Batterien sind mir einfach zu teuer), und sie passt haargenau quer zur Fahrtrichtung in die Sitzkonsole an deren Rückwand. Nach vorn in die Konsole wird der Spannungswandler 12v – 220V 1kW Rein-Sinus eingebaut (ca. 92,-€). Das Teuerste ist das Trennrelais Leab Surepower SP1315 100A bi-direktional mit ca. 135,-€. Ein richtiger Klotz, der aber auch richtig was kann. Ein normales Relais wird angesteuert, in dem die Zündung eingeschaltet wird, und verbindet dann die Starterbatterie mit der Aufbaubatterie ohne Rücksicht auf unterschiedliche Ladungszustände und Spannungen. Außerdem empfiehlt sich eine Verbindung mit dem Bus-System des Fahrzeugs, was zusätzliche Komplikationen erzeugen kann.
Das Leab Trennrelais wird über die Spannung der jeweils an einem Lader hängenden Batterie gesteuert. Will heißen: Wenn der Motor gestartet wird, fängt dessen Generator erstmal an, die Starterbatterie zu laden. Im Winter ist die Spannung möglicherweise durch den Startvorgang erstmal eingebrochen, dann kommt noch Licht, Lüfter und Scheibenwischer hinzu. Wenn jetzt noch sofort eine Bordbatterie mit geladen werden muss, kommt der Generator nicht mehr mit. Also wartet dieses Trennrelais, bis die Starterbatterie eine Spannung von 12,6V erreicht hat und schaltet dann erst zur Bordbatterie durch. Umgekehrt geht das, wenn der Motor steht und die Bordbatterie von der PV-Anlage geladen wird. Es passiert nichts, bevor die Spannung auf 12,6V gestiegen ist, dann wird die Starterbatterie zugeschaltet. Es ist damit auch egal, an welche Batterie man ein Ladegerät hängt, irgendwann sind sie automatisch beide voll geladen. Abschaltspannung bei 13,8V, in beide Richtungen wieder. Für den Notfall gibt es eine Turboschaltung, dann werden beide Batterien manuell zusammengeschaltet. Die Dauerlast liegt bei 100A, Spitzenbelastung 200A möglich. Keine Verbindung zum Fahrzeug-Bus-System nötig oder möglich. Wegen dieser Eigenschaften ist es auch nicht notwendig, einen externen Ladeanschluss anzubringen.
Auf das Dach soll ein 100W Photvoltaik-Modul montiert werden. Materialkosten für das ganze System incl. Modul, Stecker, Kabel, Laderegler, Halterung, Dachdurchführung unter 250,-€. Eine solche Anlage halte ich für notwendig, schon allein weil die Bordbatterie nicht tiefentladefähig ist, sie sollte immer schön geladen sein und wie erwähnt wird die Starterbatterie auch mit geladen. Ich bin bei der Auswahl nicht über komplizierte Abschätzungen des Bedarfs und den daraus resultierender Leistungen von PV-Modul und Bordbatterie gegangen, sondern habe mich an dem zur Verfügung stehenden Platz und natürlich den Kosten orientiert. Die Sache mit der Batterie wurde oben geklärt, und auf dem Dach war nach Ausmessen der Positionen der Dachluken eben noch genügend Platz für ein 100W-Modul plus Halterung. Leistungsschwächere Module sind nur wenig billiger, leistungsstärkere zu lang oder zu breit. Dieses hier kommt in der Breite auch schon ziemlich nah an die seitliche Dachkrümmung, also genau messen! Hauptsache ist, man hat irgendwas, das passt. Optimierungen bringen nur unwesentlich mehr im Vergleich zu dem Mehrfachen an Kosten.
Die ganze Elektrik wird natürlich in einen 12V- und einen 220V-Teil aufgeteilt mit separater Kabelführung. Zentrale soll ein Alublech über der Schiebetür sein. Darauf wird der Solarstrom-Regler und die Verteilungen für 12v und 220V montiert. Der Solarstrom-Regler ist mit einem LCD-Display versehen, auf dem im Klartext diverse Informationen angezeigt werden. Das ist mir lieber als nur ein paar blinkende LED‘s. Der 220V-Verteiler steckt in einem normalen Kasten aus dem Hausbau, dito der für 12V.
Die Kabelführung ist durch den Werksaufbau gegeben. Von der Bordbatterie an der B-Säule geht ein dickes Plus-Kabel hoch zum 12V-Verteiler, dito beim 220V-Kabel vom Spannungswandler aus. Die 220V-Anlage ist eigentlich keine, sondern nur ein verzweigtes Verlängerungskabel. Das 12V Hauptkabel mündet in einem Sicherungsverteiler, d. h. Sicherungshalter und Stromverteiler in einem. Zur weiteren Verteilung habe ich den Innenraum in Abteilungen aufgeteilt – Dachlüftermotoren, Sitzgruppe vorn incl. Zentralbeleuchtung, Nasszelle, Küchenblock und Heckbereich. Bis auf die Lüftermotoren werden in den Abteilungen jeweils eine 12V-Doppelsteckdose und ein bis zwei LED-Punktleuchten sowie für den Küchenblock noch ein Anschluss für die Tauchpumpe. Die Kabel sind alle zweiadrig, so dass, wenn evtl. zu schwach bemessen, diese zusammengeschaltet werden können und die Masse über das Fahrzeug laufen kann. Kabelverlauf entlang der vom Werk verlegten Kabel für Heck- und Deckenbeleuchtung des Basisfahrzeugs.
Im Heck auf dem Dach noch der Aufbau einer Heckkamera mit Kabelführung nach vorn zum Monitor, der auf den Innen-Rückspiegel geklemmt wird.
In allen Abteilungen außer der Nasszelle ist auch noch die Installation je einer 220V Steckdose geplant.

Wer die Planung bis hierhin verfolgt hat, wird erkennen, dass ich von einem Fixpunkt quasi drumherum geplant habe, um auf diese Weise den vorhandenen Platz auszunutzen. Es ist eine Rahmenplanung, d. h. es werden gedankliche Vorgaben gemacht, die ich in der Praxis zu konkretisieren gedenke.

Nochmal: Dieses ist ein Baubericht, aus der Erinnerung nach vorhandenen Unterlage und Bildern geschrieben. Eine solche Planung - wie vor beschrieben - habe ich nur in meinen Gedanken herumgewälzt, nur einige Blätter, Zettel und Pappen mit ein paar Notizen habe ich mir im Verlauf der Arbeiten gemacht, immer situationsbedingt von einem Arbeitsschritt zum nächsten.

Hier einige der Zettel dieser Planung

Aber jetzt geht‘s an die Arbeit....

sprinterfex am 22 Nov 2015 02:35:25

Website: --> Link als PDF

Umbau eines Transporters zum Wohnmobil – ein Baubericht 2014

05 – Bau der Inneneinrichtung

Nach einer umfangreichen Planung und der Reparatur bzw. Restauration des Basisfahrzeugs kann es endlich an den Bau der Inneneinrichtung gehen. Ich habe nicht jeden Schritt fotografiert, da ich damals noch nicht plante, auch was darüber zu schreiben. Es sind halt optische Notizen zur Unterstützung des Gedächtnisses. Die Bildgröße habe ich um 50% verkleinert gegenüber dem Kapitel 021 – Fahrzeugrestauration, da der Rechner bei der Menge der Original-Bilder doch arg langsam wurde. Ich meine aber, noch genug Informationen herüberzubringen.

In welcher Reihenfolge bin ich vorgegangen?
1. Dachluken einbauen
2. Heckauftritt bauen und anbringen
3. Photovoltaik-Modul aufbauen, Kabel ziehen
4. Rückfahrkamera anbauen, Kabel ziehen
5. übrige Kabel 12V und 220V mit ausreichend langen Enden zu den Abteilungen ziehen
6. erste Lage 19mm Aeroflex Isolation unters Dach kleben
7. Elektroinstallation in Sitzkonsole vervollständigen, PV-Modul anschließen
8. Ablage Fahrerkabine bauen
9. Spiegelfolie an Scheiben anbringen
10. Isolation Seitenwände und Verkleidungen anbringen
11. Fensterfüllungen seitlich und hinten anbringen
12. Hilfsrahmen Möbel bauen und anbringen
13. Seitenwände Nasszelle anpassen
14. Klappsitzbank Gestell bauen, grundieren
15. Module Küchenblock und Regalblöcke bauen, vervollständigen mit Schubladen etc.
16. Tür Nasszelle bauen, anbringen
17. Ablagen bauen, anschließen
18. Gestell Ab-/Wasserkanister Nasszelle bauen
19. LED-Lichtbänder Innenbeleuchtung bauen, anschließen
20. Verdunklung Schiebetür anbringen
21. Heckträger Fahrräder bauen

Nach Punkt 16 habe ich das Fahrzeug wieder zugelassen (war unmittelbar nach dem Kauf von mir abgemeldet worden), nach Punkt 19 ein Probewochenende darin verbracht, danach als Wohnmobil geprüft und umgeschrieben.

... So sieht das Ganze hinterher im Grundriss aus. Der hat sich bis jetzt bewährt. Ich habe noch keine weiteren Ergänzungen daran vorgenommen.

Machen wir‘s in der Beschreibung also so, wie beim Ausbau. Einen Punkt nach dem anderen anpacken und abarbeiten.


1. Dachluken einbauen

Da die Dachhaut zu dünn ist, um eine Dachluke zu befestigen, gleich welches Montageprinzip angewendet wird, muss vorher ein Hilfsrahmen gebaut werden. Ich habe einfach imprägnierte Dachlatten genommen (schön grün, wie der Wagen) und diese mit Stahlwinkeln rechtwinklig zusammengeschraubt. Für die große Dachluke beträgt die Innen-Abmessung des Rahmens 40x40cm, für die kleine Luke 29x29cm.
Wo die Luken eingebaut werden, steht durch die Abmessungen der Möbel aus der Planung schon so ungefähr fest. Genauer wird‘s wie immer im Folgenden erst bei einer Ortsbesichtigung. Es laufen da einige Spriegel zur Dachversteifung unter der Dachhaut quer zur Fahrtrichtung entlang. Diese sollten nur im Notfall an- oder durchgeschnitten werden, da sie für die Stabilität nicht nur des Daches, sondern des ganzen Fahrzeugs mit verantwortlich sind. Werden sie durchtrennt, muss eine Versteifung durch Anschweißen einer Umlenkung erfolgen, also Finger weg. Der vorher gebaute Hilfsrahmen dient hier zur Festlegung der Position im Inneren des Fahrzeugs. Vorher sollte man aber mal auf das Dach klettern, um auch dort die Hindernisfreiheit zu peilen.


Du kannst auch auf dem Dach herumlaufen, es ist sehr stabil. Dass dort jede Menge Sicken sind, ist nicht weiter verwunderlich, man sieht sie ja schon vom Inneren aus und keine Bange, es braucht nicht unbedingt eine glatte Dachoberfläche, um die Dachluken aufzusetzen und dicht zu bekommen.

Wer jetzt alles einfacher bauen will mit nur einer Dachluke, kann diese weiter hinten einsetzen, dort ist mittig ein Bereich mit einer kleineren kreisrunden Erhebung (wahrscheinlich ein Montageort für eine Rundumleuchte o.ä.), auf den genau eine 40x40cm-Dachluke plan aufgelegt werden kann.

Das geht bei meinem Grundriss nicht, da dort irgendwo eine Ecke und Wand der Nasszelle ist, also muss die große Dachluke weiter vorn zwischen zwei Spriegel gesetzt werden.

Den Hilfsrahmen wie im Foto mittig im Dach ausrichten und mit einem Brett und einer Deckenstütze an der Dachhaut von unten festklemmen. Dann wird‘s spannend. Ein 10er Bohrer, je ein Loch in den vier Ecken nach oben gebohrt und schon hast du die ersten Eckpunkte deiner Dachluke „angezeichnet“. Jetzt auf‘s Dach klettern und die vier Bohrlöcher mit einem Filzstift o. ä. außen miteinander verbinden, das sind die Linien, an denen die Dachhaut aufgeschnitten wird.

Zum Schneiden von Blech gibt es mehrere Empfehlungen. Ich kann dir nur eine geben: Flex (Winkelschleifer) mit dünner Trennscheibe (die für Edelstahl/Alu ca. 1mm dick). Darunter ein Tuch bzw. Malervlies an die Decke kleben, damit keine Funken im Fahrzeug herumfliegen und gut.

Ganz schlecht ist der Blechknabber als Bohrmaschinenvorsatz. Keine exakte Führung möglich, keine Peilkante, du weißt wirklich nicht, wo das Ding hinwandert, geringe Standzeit (schon nach ca. 1m in 1mm-Blech lässt die Schneidwirkung nach), jede Menge kleiner halbmondförmiger, scharfer Späne – das Ding ist schlicht unbrauchbar.
Auch schlecht ist die Stichsäge. Die Führung ist besser, aber es fallen Massen von Späne an, Vibrationen, Standzeit der Sägeblätter nicht berauschend und die Führung ist über die Dachsicken hinweg problematisch.
Weniger schlecht ist der handbetriebene Blechknabber. Solange auf einer glatten Fläche geschnitten wird, ist alles gut, auch Kurvenschnitte sind kein Problem. Die Führung ist durch eine Peilmarkierung prima, keine Späne, sondern „Blechrollen“. Nachteilig ist die sehr langsame Arbeitsgeschwindigkeit und die Sicken rauf und runter knabbern geht nicht.


Damit ist das erste große Loch ins Fahrzeug geschnitten (von der Fahrzeugreparatur mal abgesehen, aber das schafft im Vorfeld schon mal Vertrauen). Geht doch! Jetzt zügig weitermachen, Regenwolken ziehen auf.


Der Rahmen der Dachluke muss rundum plan aufliegen, dafür muss man bei all den Sicken eine Basis schaffen, d. h. der Rahmen liegt auf der höchsten Erhebung = Sicke auf, der Rest muss unterfüttert werden. Ich habe dazu aus Resten von 1,5+1,5mm Alu-Trapezblech (Riffelblech) ca. 2cm breite Streifen geschnitten und diese mit elastischem Mehrzweck-Montagekleber aus der Kartusche rund um die Öffnung in 2 Schichten aufgeklebt. Dadurch habe ich in etwa die Höhe der Sicken erreicht und eine ebenen Rahmen für die Auflage der Dachluke geschaffen.

Der Kleber kann ruhig rausquellen, der Innenrahmen verdeckt sowieso alles, Hauptsache rundum vollflächig verklebt! Die Rauten des Riffelblechs habe ich nach oben gelegt, die können sich dann mit den Dichtmasse verzahnen. Da die Dichtmasse großzügig zwischen Dach und Lukenrahmen aufgetragen wird, werden evtl. Unebenheiten sowieso ausgeglichen. Nur keine Lücken irgendwo lassen.

Noch von außen mit Dichtmasse (= simples Sanitärsilikon für Außenanwendung) alles abspritzen, sollte reichen.

Ich hatte zwei Fabrikate von Dachluken eingebaut, eine von Dometic (groß) und die andere von Fiamma. Die Dometic wird mit 4 Aludoppelwinkeln mit sehr kurzen Schenkeln (kurz: Krallen) am Hilfsrahmen befestigt. Diese Befestigung muss unbedingt kontrolliert und ggf. nachgezogen werden. Direkt nach der Montage der großen Dometic-Haube fing es richtig an zu regnen. Prima Test! Auch erfolgreich – für den Regen. Irgendwo lief Wasser rein. Konnte ich mir nicht erklären, bis ich auf die Idee kam, die Krallen nachzusehen. Alle waren lose! Obwohl der Lukenrahmen hauptsächlich auf den Dachsicken auflag, hat sich wohl die Aufdoppelung mit Alustreifen irgendwo gesenkt und der Anpressdruck durch die Krallen reichte nicht mehr aus. Nachdem ich die Krallen festgezogen hatte, war die Konstruktion dicht. Zur Sicherheit habe ich alles nochmal innen und außen mit Dichtmasse abgespritzt. Der Innenrahmen mit dem Verdunklungsrollo für die Dometic-Dachluke wird erst ganz zum Schluss druntergeklipst und dieser Rahmen hat keine statisch wichtige Funktion, er ist nur eine größere Blende.

Bei Fiamma sieht die Konstruktion anders aus. Dort wird der Innenrahmen sofort mit dem Oberteil verbunden und ist gleichzeitig die Blende. Diese kleine Dachluke war auf Anhieb dicht (vielleicht lag‘s nur an der Routine ;-).

... der Blick ins Fahrzeug mit eingesetzten Dachluken.

Insgesamt erscheint mir die Fiamma-Haube aber solider, was besonders den Aufstellmechanismus angeht. Der Kunststoff fühlt sich bei Fiamma wertiger, dicker an, die Dachhaube wird zentral angehoben und steht stabiler (nah schön, die ist auch kleiner). Die große Dometic-Dachhaube wird an der rechten Seite angehoben, verwindet sich daher sichtbar und wackelt schon bei leichterem Wind. In die Dometic-Haube habe ich noch eine 2mm Gummi-Dichtschnur rundum eingeklebt, die Haube kam komplett ohne Dichtung, im Gegensatz zu Fiamma, die hat werksmäßig eine umlaufende Dichtung.
Im Fahrbetrieb machen beide Hauben keine Probleme. Sie sitzen dann fest und rauschen nur sehr verhalten. Ich habe mir vorsorglich einen Spoiler für die vordere Haube besorgt, diesen aber noch nicht eingebaut – habe dazu keine Veranlassung.
Mit der Leistung als Be- und Entlüfter bin ich mit beiden Hauben zufrieden. Die kleine in der Nasszelle hat nur eine Stufe (an-aus, Drehrichtungswechsel), macht viel Radau, schafft aber auch in kurzer Zeit viel Luft nach draußen und ist daher nur ganz kurz in Betrieb. Anders die große Dometic-Haube über der Sitzgruppe. Die kann über Touch-Tasten in vielen Stufen geregelt werden, bei hohen Temperaturen läuft sie aber dauernd mit hoher Drehzahl, wie ich das abstellen kann, habe ich noch nicht herausgefunden (wohl ein undokumentierter, temperaturgesteuerter Schutz – für wen eigentlich?). Aber in der niedrigsten Stufe ist sie sehr leise und schafft trotzdem viel Luft nach draußen, selbst bei geschlossener Haube, der Zwangsbelüftung sei Dank. Der Stromverbrauch dabei ist so gering, dass ich den Lüfter bei sonnigem Wetter dauernd laufen lassen kann, ohne das die Spannung der Bordbatterie einbricht, hier gilt mein Dank dem PV-Modul!


2. Heckauftritt

In dem alten Sprinter hatte ich ein Problem: schöne große Hecktüren, aber eine richtige Kletterpartie, um dort in das Fahrzeug zu kommen. Hier auch.
Im Internet sind einige sehr schöne Lösungen abgebildet, so etwas wollte ich auch haben.
Eine werksmäßig angebaute Anhängerkupplung war vorhanden und diese hatte rechts Einschweißmuttern für einen Auftritt und links schon Löcher an den selben Stellen. Und ich hatte noch Reste von Zaunpfählen ca. 60x40x2mm, schon verzinkt und beschichtet. Das sollte für eine Halterung reichen, quer darauf geschweißt eine Stahl-Sicherheitsstufe 120cm breit, 25cm tief. Damit ragte die Stufe nicht über den Kugelkopf der Anhängerkupplung hinaus. Da diese Konstruktion angeschraubt wird, gilt sie als Ladung und alles ist gut.
Bedenken hatte ich wegen der geringen Wanddicke der Träger (2mm). Ich hoffe nicht, dass die Stufe unter Last nach unten abkippt. Bis jetzt ist sie stabil. Nur der Auspuff musste unter den Auftritt verlänger werden, da der sonst von den Abgasen dort dunkel wird.



3. Photovoltaik – Modul

Hatten und haben wir nicht auf dem großen Ami-Wohnmobil, der hat aber zur Not einen dicken Generator und steht meist auch so, dass wir externen Strom bekommen können. Sonst gehen da nach 2 Tagen die Lichter aus. Dieses Fahrzeug hier sollte möglichst lange autark sein, daher kommt ein PV-Modul auf‘s Dach.

Ich hatte schon geschrieben, dass ich mich bei der Dimensionierung vom verfügbaren Platz auf dem Fahrzeugdach leiten ließ, oben das Ergebnis. Viel mehr als das 100W-Modul ging nicht. Die Dachdurchführung liegt unter dem Modul. Die Modulhalter sind mit Montagekleber aufgeklebt, zusätzlich mit Dachlatten im Innenraum gekontert und mit Edelstahlschrauben verschraubt. Dann das Ganze mit Dichtmasse abgespritzt.

Dekalin habe ich übrigens nirgendwo verwendet. Ich habe zwar solche Kartuschen hier und mal Proben damit gemacht, aber wie man sich auf das Zeug als Kleber für Dachhauben und PV-Module verlassen kann, ist mir schleierhaft. Dekalin ist eine Dichtmasse, so steht es auf der Verpackung, kein Klebemittel. Und in der Verarbeitung auch noch recht zäh.

Die ganze Solaranlage (genauer: Photovoltaik) erfüllt bis heute ihren Zweck, was will man mehr.
... Dachdurchführung PV-Modul unter dem Modul.

... Konterung der Halterung des PV-Moduls mit einem Stück Dachlatte, dahinter Kabel für Heckkamera

... Verteiler Elektroinstallation, rechts der Solarregler über der Schiebetür, Solaranlage schon in Betrieb


4. Rückfahrkamera

muss sein, sonst ist ein zentimetergenaues Rangieren schwierig. Aufbau an einem Stück 2mm Alublech. Einschalten und Stromversorgung zusammen mit dem Monitor vom Fahrerhaus.

... Sieht ein bisschen krude aus, ist aber stabil im Aufbau und erfüllt seinen Zweck. Leider starke Blendung beim Betätigen der Bremse (Leuchte darunter), anfällig für Verschmutzung, möchte sie aber trotzdem nicht missen.

... Verkabelung Heckkamera und Spiegelmonitor


5. 12V- und 22V– Kabel ziehen

wurde nicht extra fotografiert, kommt bei anderen Themen nebenbei ins Bild.

Wichtig nur: alle 12V-Kabel gehen von diesem Sicherungsverteiler weg zu den einzelnen Abteilungen. Das dicke rote Kabel kommt von der Bordbatterie.


6. erste Isolation mit 19mm Aeroflex

zuerst unter dem Dach, dann auch die Seitenwände. War eine große Erleichterung bei der Sommerhitze!
Hier sind schon die Ablage vorn und die halben Seitenverkleidungen unten angebracht.



7. Elektroinstallation in der Sitzkonsole Beifahrer

Ein paar Impressionen davon, Bilder sagen mehr als Worte....

... Sitzkasten mit Batterie und Spannungswandler, rechts außen das Trennrelais noch nicht eingebaut

... Elektroinstallation in der Sitzkonsole komplett, in der Mitte das Trennrelais, davor die Sicherung

... Kabelführung unter dem Einstieg rechts und entlang der B-Säule
- im Panzerrohr die Leitungen Photovoltaik
- rot – zentrales Plus 12V
- schwarz – 220V

... dort über der Schiebetür im Dach kommen die Kabel an und der Strom wird weiter verteilt



8. Ablage Fahrerhaus

War der erste konkrete Innenausbau. Die Dachverkleidungen des Sprinter bestehen aus gepressten Stofffasern (zerrissene Lumpen – Recycling in reinster Form), kaschiert mit Stoffgewebe.

Bei dem kurzen Sprinter sind dies insgesamt 4 Formteile für den Dachhimmel. Durch die Nutzung als Mannschaftstransporter und Pausenraum gab es Schlieren auf der Stoff-Verkleidung der Teile, vermutlich Schwitzwasser, da der Wagen über keine Belüftung verfügte und die Formteile auch entsprechend rochen.
Ich habe die Verkleidung über der Fahrerkabine genommen als Unterbau. Weitere Gründe, diese Verkleidung zu verwenden: Halterung für Innenraumleuchte vorn, Sonnenblenden und Verkleidung Haltegriff Beifahrer. Zusätzlich kann sie prima als Stütze für die Ablage verwendet werden. Und es sind keine komplizierten Konstruktionen und Anpassarbeiten notwendig. Nur das Oberteil musste gekappt werden, hier mit einem Multitool. Nicht sehr einfach, da die Stofffasern sich nicht gern schneiden lassen wollten. Aber eine Flex läuft zu schnell und erzeugt Brandspuren.

... Die Verkleidung gerade abscheiden und nachtrimmen. Dann mit Farbe RAL 7001 versucht anzustreichen. Das Material saugt die Farbe auf wie ein Schwamm. Komme so nicht weiter, also eine Farb-Sprühdose genommen und alles eingenebelt. Sorgt für ein einheitliches Aussehen und beseitigt den Muff der vorigen Nutzer.

... Eine Alu-L-Winkelschiene wird auf Länge gebracht und auf die zurechtgeschnittene Verkleidung gelegt und befestigt.


... Den vorderen Teil der Verkleidung mit einem zweiten L-Profil versteifen durch Verschrauben. Dieses Profil liegt auch auf dem umlaufenden Rahmen zwischen Karosserie und Dach auf. Dämmmaterial unterlegen wegen Klappern. Den oberen Rand der Verkleidung mit Dämmmaterial (hier Verkleidungen für Heizungsrohre) abpolstern. Links im Bild ist schon eine Pappe eingelegt als Schablone für das Ablagebrett.

... Innenraumbeleuchtung und Sonnenblenden sowie Schalter für Heckkamera sind fertig montiert.



9. Spiegelfolie an den Scheiben

anbringen wird im Internet oft beschrieben z.B. --> Link oder bei --> Link , von denen habe ich meine direkt gekauft. Warum eine Spiegelfolie und keine dunkle? Habe ich schon im vorigen Kapitel 04-Planung Inneneinrichtung beschrieben – zusammengefasst halte ich eine Spiegelfolie in allen Belangen für effektiver als eine schwarze Folie. Die Beratung durch den Chef vor Ort war wirklich ausführlich – herzlichen Dank nochmal von dieser Stelle aus.
Was offen blieb, war die Frage: Ist eine nicht mit einem Prüfzeichen versehene Folie zulässsig für das Abkleben von Scheiben im Laderaum eines LKWs oder im Wohnmobil?
Ich habe mich trotz Bedenken für eine preiswerte, aber stärker verspiegelte Folie für Gebäudefenster entschieden.
Weder bei der Abnahme zum Wohnmobil noch bei der HU interessierte sich der Prüfer dafür. Auf Nachfrage hieß es, dass sich im hinteren Bereich während der Fahrt keine Personen aufhalten dürfen und die Folie somit Ladung sei. Problem gelöst. Bin gespannt, ob es bei einer Verkehrskontrolle deswegen zu Diskussionen kommt.



10. Isolation an den Seitenwänden und deren Verkleidungen anbringen,

aber auch die übrige Isolation anbringen soll in diesem Abschnitt das Thema sein.
Einen Kastenwagen so perfekt nahtlos und gleichmäßig zu isolieren, wie z.B. einen Kühlkoffer, ist schlicht nicht machbar. Oder doch, Stichwort Frischedienst. Die sind innen dick isoliert, so dick, dass für einen Ausbau in meinem Sinn kein Platz mehr bleibt. Im vorigen Kapitel habe ich mich darüber ein wenig ausgelassen, im Internet steht noch viel mehr und zeigt noch viele Varianten auf, wie man einen Transporter sogar winterfest machen kann. Wenn ich so etwas wie Wintercamping vorhabe, kaufe ich mir ein Fahrgestell und setze einen nach meinen Maßen gefertigten, aus Hartschaum-Sandwich-Platten zusammengeklebten Koffer darauf und lasse die Finger vom Transporter mit seinem Blechgehäuse!
Was erwarte ich von einer Isolation in so einem Fahrzeug? Ich habe den Sprinter im Sommer ausgebaut, daher möchte ich, dass das Dach sich innen nicht mehr so schnell aufheizt. Die Sonnenstrahlen, die durch die Frontscheibe hereinfallen, kann ich nicht dauerhaft abschirmen, nur im Stand mit entsprechenden Matten. Hinten kann ich jedoch den größten Teil der Flächen incl. der Scheiben isolieren, und ich möchte mich nicht dauernd an heiße bzw. kalte Flächen lehnen müssen. Denn was Wärme von außen draußen lässt, hält bei kühler Witterung die Wärme im Wagen. Und der Zweck wird auch dadurch erreicht, dass ich nicht viele Flächen habe, an die ich mich bei der Benutzung anlehnen kann. Der gar nicht so kleine Rest sind halt Wärme-/Kältebrücken, die ich bei Bedarf mit dem 1mm dicken selbstklebenden Woll-Mischfilz bekleben kann, oder ich muss die so hinnehmen und mir bei Bedarf etwas Entsprechendes anziehen.
Zur Ausführung: Das Dach wird zuerst innen zwischen den Spriegeln mit einer Lage 19mm Aeroflex beklebt (siehe auch Punkt 6.), Da die Spriegel höher sind und ich einen einigermaßen glatten Dachhimmel haben möchte, habe ich eine 10mm starke Aeroflex-Matte daraufgeklebt.

... Die Spriegel habe ich mit einer oder mehreren Lagen Klebefilz dem Niveau angepasst.
In der Sonne werden die nackten Metallteile richtig heiß, selbst nur eine 1mm dünne Schicht Filz hilft hier enorm!

... Durch die zusätzliche 10mm starke 2. Matte wird die Isolierschicht auf die Stärke der Spriegel angehoben.

... Der Dachhimmel wird von vorn bis hinten mit dem 1mm-Filz beklebt. Dank der Flexibilität des Filzes lassen sich auch die Rundungen im Dach ohne große Falten bespannen. Das Mittelteil ist eine durchgehende Bahn Filz.

... An den Seitenwänden habe ich die Original-Verkleidungen komplett entfernt. Überall, auch in den Hecktüren, habe ich 19mm Isoliermatten eingeklebt, so tief ich damit gekommen bin.
Die oberen Hälften der Seitenwände habe ich nicht weiter verkleidet, ich brauchte wie beschrieben den Raum als zusätzliche Platz für die Liegefläche.


... Hier die Schiebetür von innen, über dem Schloss mit einem blanken 2mm Alublech verkleidet, darunter ein mit Filz bespanntes Alublech. Der übrige Teil ist frei, die Löcher der Klipse der Original-Verkleidung sind noch zu sehen.


... Gegenüber das Seitenteil hinter dem Fahrersitz, oben frei, unten Alublech mit Filz, mit Bohrschrauben befestigt. Ganz unten der Einlass (rechts) und die Auslässe der Diesel-Standheizung. Zwischen den beiden Auslässen wird die vordere Wand der Nasszelle montiert.


... die Verkleidungen der Hecktüren mit Alu-Riffelblech



11. Fensterfüllungen seitlich und hinten anbringen

Diesen Abschnitt könnte man auch in den vorigen Part unter Isolation und/oder Verkleidungen integrieren, da diese Fensterfüllungen zwei Funktionen in einem haben. Ich hatte ja zuerst, wie unter Punkt 8.) beschrieben, an allen Fenstern im Laderaum Spiegelfolien innen angebracht. Diese Folien sind von Natur aus kratzempfindlich und können bei etwas stärkerer Belastung oder Kontakt mit scharfen Gegenständen leicht eingerissen werden, was man dann auch von außen sehen würde.
Da ich, wie erwähnt, eigentlich nur das Fenster in der Schiebetür benötige, kann ich die anderen Scheiben auch gleich dauerhaft verdunkeln. Die Spiegelfolien haben aber trotzdem die Aufgaben, möglichst viel Sonneneinstrahlung zu reflektieren (was die auch eindrucksvoll machen, wenn man sich bei vollem Sonnenschein mal hinter eine verspiegelte Scheibe stellt) und ein einheitliches Aussehen nach Außen zu bewirken.
Die Scheiben im Laderaum des Sprinters sind nach alter Manier noch in richtige Gummiprofile gefasst und nicht geklebt, wie z. B. die Frontscheibe. Diese Gummiprofile sind nach außen hin sehr flach und lassen die Scheiben mit der Außenhaut der Karosserie bündig wirken. Zum Innenraum hin setzen sie die Scheiben um ca. 10mm nach außen ab, d. h. wenn ich dort eine maximal 10mm dicke Platte in den Scheibenrahmen einpassen würde, wäre diese Platte bündig zum Scheibengummi. Na ja, nicht ganz, denn eine Platte ist flach, die Scheiben sind der Karosserielinie folgend, nach außen hin gewölbt.
Beim inspirierenden Bummeln durch die Baumärkte habe ich statt einer profanen Holzplatte dieses Material gefunden:
Bauplatten in verschiedenen Stärken, auch 10mm, bestehend aus einem Hartschaumkern, belegt beidseitig mit einem Kunststoffgitter und einer zementartigen Masse werden zur Raumgestaltung benutzt. Schneiden kann man die mit einem Messer.
... Links von Hornbach, rechts vom Hagebaumarkt, kosten ca. 15,-€/Platte

Die habe ich für die Seitenfenster vorgesehen.
Für die Heckfenster hab ich etwas anderes gefunden:

Wie zu erkennen sind dies Isolierplatten, die hinter die Heizkörper geschoben werden, bestehend aus Hartschaum, beidseitig mit Alu kaschiert. Sind etwas leichter und billiger als die Bauplatten.

Warum die unterschiedlichen Platten an Seiten- und Heckfenster? Ich hatte zuerst probeweise eine Bauplatte aus dem Hagebaumarkt gekauft und angepasst. Eine etwas krümelige Angelegenheit, aber eine Scheibe war verkleidet, indem ich die Platte einfach in den Scheibengummi klemmte. Also habe ich zur Vereinheitlichung für die anderen Seitenscheiben ebenfalls Bauplatten genommen. Dann fiel mein Blick auf die Heizungsisolation, die habe ich dann auch mitgenommen. Seitdem konkurrieren beide Systeme in der Praxis im Wagen (im Bild oben links die Bauplatte, rechts die Heizungsisolation). Vorläufiges Ergebnis: kein Unterschied, aus Kostengründen würde ich jetzt wohl überall die Heizungsisolations-Platten nehmen. Überall? Nein, nicht ganz, bei der Verdunklung der Schiebetür (kommen wir später noch dazu) würde ich die Bauplatte bevorzugen oder gleich einen Holzrahmen bauen, weil die stabiler sind.

Wie passe ich die Platten an die Scheiben an? Mit einer Mülltüte! Die bestehen aus dünner Folie, ähnlich der einer Scheibenfolie. Erste Schritte wie beim Bekleben der Scheiben eines Autos: Die Mülltüte wird zerschnitten, so dass nur noch eine Lage übrig ist, diese muss mindestens so groß sein wie die Scheibe. Dann Scheibe von außen mit Seifenlösung einnässen, dito die Folie = Mülltüte. Mülltüte auf die Scheibe außen legen, glattrakeln, sie haftet durch den Wasserfilm schön an der Scheibe. Dann mit einem scharfen Teppichmesser an der Scheibendichtung entlang die überstehenden Reste abschneiden. Fertig ist die Schablone für die Platten. Dann nur noch präzise aufzeichnen und ausschneiden. Passt mit nur wenig Nacharbeit.

Die Platten sollten übrigens nicht zu genau passen, ein paar Spalten sind notwendig, zur Not müssen diese geschaffen werden. Der Grund ist im Bild zu erkennen:
die Platte ist gerade, die Scheibe nach außen gewölbt, Abstand in der Mitte bis zu 1cm. Also jede Menge Luft dazwischen. Diese muss sich je nach Temperatur ausgleichen können. Daher sind ein paar Spalten für den Druckausgleich sinnvoll.


Das Bild links ist beim Bau des Rahmens für den Plissee in der Schiebetür aufgenommen worden. Sonst ist die Platte natürlich vollflächig.

Um nicht immer an die zementartige Oberflächen der Bauplatten zu fassen und diese abzureiben, habe ich mich entschlossen, diese anzustreichen. Ein Topf Farbe RAL 7001 hochglänzend war noch nicht leer, also ans Werk. Besonders die Schnittkanten dick einstreichen, dort bröselt das Zeug besonders gern. Die Oberfläche ist nicht besonders saugfähig, ein dicker oder (besser) zwei dünnere Anstriche reichen. Noch ein Argument für die Heizungs-Platten, der Anstrich entfällt dort.

Wenn ich die Platten aber nur in den Gummirahmen einklemme, fallen sie spätestens während der Fahrt wieder raus. Außerdem stört das Licht, das durch die Spalten hereinfällt. Die Platten sollen schließlich auch als Verdunkelung dienen.

Einfache Lösung: mit Dichtmasse – Silikon die Spalte ausfüllen. Rundum bis auf die Unterkante. Da fällt nur noch wenig Licht ein und ich habe zum Druckausgleich genügend Querschnitt.

Ob und wieviel Dreck sich zwischen Scheiben und Platten ansammelt, wird die Zeit zeigen. Einige Platten sind leicht zu demontieren (einfach die Silikonnaht aufschneiden und die Platte lässt sich entnehmen) andere müsste ich aufschneiden oder Möbel entfernen. Schön jedenfalls, dass durch die Spiegelfolie das nicht so schnell auffällt....

... Die Platte hinter der Sitzbank habe ich geteilt, so dass ein Teil in der Nasszelle fest im Rahmen bleibt, der andere Teil sich bei Bedarf mit einem Handgriff lösen lässt und eine zusätzliches Fenster freigibt. Gesichert wird dieser herausnehmbare Teil durch zwei Holzleisten links und rechts.


12. Hilfsrahmen für die Möbel

ist im Prinzip schon in dem Kapitel 04 zur Planung der Inneneinrichtung beschrieben worden.
Fügen wir noch ein paar Bilder hinzu (die Platten in den Fenstern sind noch nicht befestigt):
oben linke Seite, unten rechte Fahrzeugseite. Der Teil, wo die Handschuhe hängen, wird entfernt.
In den beiden Bildern oben sind dies die Rahmen aus Flacheisen, die an den Seitenwänden befestigt sind. Die Rahmen werden später noch grundiert und mit Farbe RAL 7001 angestrichen.

Oben: Hier sieht man den grundierten Hilfsrahmen der linken Seite. Am Boden der Belag aus Gumminoppen, der Radkasten ist mit Isolation und darüber Filz beklebt (Restmaterial), hinten die Rückwand der Nasszelle zu Anpassarbeiten provisorisch eingesetzt.
Deutlich sind aber auch die Befestigung zu erkennen: Zwischen den Schenkeln der Federklemme eine der beiden oberen Schrauben, die in die Einschweißmuttern der Rückenlehnenbefestigungen eingedreht werden und damit später auch noch das linke Heck-Regal mitbefestigt wird. Darunter und im Vordergrund zwei Schrauben, die in die dort befindlichen Einschweißmuttern für die Verzurrösen eingeschraubt werden.
Der ganze Rahmen bekommt Abstandhalter in Form von aufgeschweißten Muttern (überall dort, wo ein kleines Loch im Rahmen zu erkennen ist). Diese werden später alle mit Filz unterlegt.

Unten: der Hilfsrahmen in der Nasszelle

Hier sind auch wieder die Befestigungsschrauben oben und unten zu erkennen. Der Rahmen geht nach rechts bis knapp über die Vorderwand der Nasszelle. Es wird hier auch deutlich, dass die Ausströmer der Standheizung nach links in die Nasszelle, nach rechts in den übrigen Innenraum gehen. Im Vordergrund die Toilette, rechts davor wird deutlich, wie viel Platz noch in der Nasszelle übrig ist. Für eine Duschwanne reicht es allemal.
... Zwei Details, wie die Möbelmodule mit dem Hilfsrahmen verbunden werden.

... ebenfalls Regal links hinten, Verschraubung Möbelblock zusammen mit Hilfsrahmen


13. Seitenwände der Nasszelle

anzupassen ist eine richtige Fummelarbeit. Am Anfang steht eine große, raumhohe Pappe. Die kam von der Verpackung der Zwischenlage von Holz-Bodenplatte und Stahlblech-Boden im Laderaum, also diese Art Dachpappe (ich glaube, wenn ich die Arbeit nochmal machen müsste, nehme ich einfache, besandete Dachpappe). Deren Original-Mercedes-Verpackung ist so groß, dass sie für eine Schablone geeignet ist (also nie nichts wegwerfen!).
Ich habe mir aus einem kleinen Messmittelhalter einen Bleistifthalter gebastelt. Mit dem habe ich die Konturen der Seitenwand von oben nach unten abgefahren und so die Kontur auf die Pappe übertragen.
... Das halb-fertige Ergebnis sieht so aus, aber eine Pappe ist schneller zurechtgeschnippelt als ein Blech. Die Schablone muss nur die Kontur wiedergeben, nicht die Tiefe der Wand, die wird separat auf dem Blech aufgezeichnet.

Netterweise hat Mercedes die Konturen seitlich im Sprinter überall gleich gehalten, so dass nur eine Schablone gebaut werden muss

Nach vielem Rein- und Raustragen stehen schon mal die Seitenwände der Nasszelle.

Allerdings sind die nackten Bleche nicht wirklich stabil, daher werden sie mit Federklemmen zur Ansicht provisorisch in Position gehalten

Wichtig ist schon jetzt, mit Kantenschutz zu arbeiten, sonst reißt man schnell den dünnen Filz ein. Und die Maße des Kantenschutzes sind noch zu berücksichtigen.

Versteift werden die Blechwände erst später durch aufgenietete Winkel. So kann ich die Bleche aber schneller wieder aus dem Fahrzeug schaffen.


14. Klappsitzbank Gestell bauen

Das wäre die erste Konstruktion aus Rohrrahmen. Stellte sich mir die großen Fragen: a) mit oder ohne Gehrung und b) wie einen Rahmen verzugsfrei schweißen?
Entscheidungen zu a) ohne Gehrung, d. h. die Rahmenrohre sind an mindestens 4 Stellen pro Seite offen. Nachteil ist, dass das nicht so toll aussieht, als wenn ich alles mit Gehrungsschnitt quasi nahtlos zusammenfüge. Hat aber den Vorteil, dass die Bohrspäne beim unvermeidlichen Bohren für Wer-weiß-was-nicht als Rostnester im Rahmen verbleiben, sondern zumindest teilweise wieder rausgeschüttelt werden können und zudem die Rohrstopfen gleich als Anschlagpuffer und Abstandhalter dienen können und nicht extra aufgeklebt werden müssen.
b) Ich hab‘s so gemacht: Rohre auf den vorher gefegten Garagenboden legen. Der ist (hoffentlich) topfeben. Ausrichten und Fixieren der Rohre mit Magnetwinkel. Nachmessen. Nochmal messen. Rahmen innen heften, gleich sofort außen heften. Winkel kontrollieren. Innen durchschweißen, dito außen. Seiten rundum durchschweißen. Ggf. Verschleifen. Passt! Nächster Rahmen.

Wenn das erstmal geklärt ist, wie die Rahmen in einer Ebene ohne Verzug zu schweißen sind, kommt das Zusammenbauen der einzelnen Rahmen zu ganzen Körpern. Das habe ich so wie in dem Bild unten gelöst.

... entscheidender ist aber, wofür das Ganze. Wer so etwas bauen will, braucht eigentlich nur ein paar Abbildungen, um seine eigenen Ideen entsprechend anzupassen.

... Verstärkung in der Sitzmitte hier noch mit Flacheisen, bei den übrigen Möbeln mit T-Profilen, beide halten aber gut, die Flacheisen sind nur etwas elastischer.
... Sitzbank passt in Liegeposition genau bis an die geschlossene Schiebetür.

... Die Verriegelung erfolgt in Sitzposition durch einen Schwenkriegel am Grundrahmen vorn rechts, der in eine Bohrung des Rahmens der Sitzfläche von unten einfährt – hält zuverlässig und klapperfrei, da der Riegel unter Spannung steht.
Die Holzbretter dürfen nicht zu knapp eingepasst werden, sonst knarzen sie bei Belastung, d. h. sie scheuern am Rahmen.
... mit Polsterauflage werden die Nischen in den Seiten genau ausgenutzt.

15. Module Küchenblock und Regalblöcke

bauen, das war die zeitlich aufwendigste Arbeit beim Innenausbau. Hauptsächlich wegen der Schubladen, die, wie alles, in Einzelarbeit angefertigt und angepasst werden mussten. Das Zusammenfügen der Grundgestelle dauerte einen Tag, das Komplettieren einen Monat.
Hier ein paar Impressionen davon:

... der Küchenblock hinten und der Regalblock rechts schon mit Schubladen im Rohzustand. Die Abdeckungen der Radkästen hinten sind übrigens die Original-Teile, einfach nur gereinigt und aus der Farbdosen neu übergesprüht. Sieht hinterher eh‘ keiner.
Oben: der rohe Rahmen links hinten, noch ohne jegliche Aufnahmen für die Auszüge der Schubladen, eine Stellprobe

... der Rohbau des Küchenblocks. Schon deutlich zu erkennen, wo was hinkommt. Links neben der Spüle das Fach für den Gaskartuschenkocher, darunter die Besteckschublade, darunter viel Platz. Unter der Spüle die Schublade für die beiden Ab-/Wasserbehälter, dahinter und darunter weiterer Leerraum.


Eine Idee war es, Platz für eine Kühlbox zu schaffen, und zwar in einem Gestell, das links an den
Küchenblock angeschraubt wird und entsprechend in die Öffnung der Schiebetür hineinragt. Oben noch eine klappbare Platte drauf, fertig ist ein(e) zusätzliche Ablagefläche bzw. Tisch.

Die Füße unter dem Gestell sind abnehmbar: unten ins Gestellrohr je ein Mutter einschweißen, oben auf die Füße eine entsprechende Schraube, fertig ist der fein justierbare Fuß. Das Gestell wird primär außerhalb des Fahrzeugs verwendet. Gleiches bei allen Modulen.

... Die ganze Konstruktion ist mir aber etwas zu sperrig, obwohl ich sie eng um die Kühlbox herum gebaut habe. Sie wurde fertig gebaut, war aber noch nicht im Fahrzeug im Einsatz.


Weitere Impressionen aus der Bauphase:

Die Schubladen bestehen alle aus 2mm Alublech, gekantet, vernietet und/oder verschraubt

Der Regalblock hinten links.

...Die Seiten- und Heckwände der oberen Schubladen wurden aus zwei Hälften Blech gekantet, da die kleine Abkantbank nicht die ganze Länge schaffte

... Rechts die Drehsicherung mit einem Flacheisen, damit die Schubladen während der Fahrt nicht aufgehen. In der Ecke des Gestells oben ist eine Mutter eingeschweißt, darauf wird später das Zwischenbrett gelegt und angeschraubt, um eine Liegefläche im Heck zu schaffen.

... Die Verriegelung der Schubladen wird übrigens vom TÜV geprüft.

... mit Holzeinlage, wie immer 12mm OSB-Platte. Der Klapptisch lässt sich komplett gegen das Gestell mit der Kühlbox tauschen.

... Dieser Klapptisch reichte dem Prüfer übrigens als Tisch aus. Ich habe zwar einen anderen Tisch dabei, an dem man sich richtig hinsetzen kann, aber Ergonomie spielt bei der Abnahme zum Wohnmobil wohl keine Rolle. Ein Stehtisch scheint zu genügen.
...die Montage der Möbelblöcke im Fahrzeug.
Wenn alles soweit angepasst und fertig zur Benutzung scheint, muss es wieder auseinandergenommen werden. Durch die Einbauten, besonders wegen der Teleskopauszüge und der Schubladen, werden die Möbelblöcke, besonders die hinteren, zu schwer für mich.

... Wenn keine Liegefläche im Heck gebraucht wird, kann die Platte an der rechten Hecktür innen befestigt werden.

... Der Rahmen ist tatsächlich so schräg, da sich die Blöcke nicht genau gegenüber liegen, die Befestigungen aber auf deren Ecken liegen

... einfach mal mutig sein und die Schrauben direkt auf die Tür schweißen!


16. Tür Nasszelle

Warum einer Tür einen extra Punkt widmen? Ich meine, bei der vielen Fummelei beim Bau und der Montage hat die es verdient. Sie soll auch, wie schon erwähnt, zwei Funktionen erfüllen,
erstens: Den Zugang zur Nasszelle ermöglichen und sicher zu verschließen sein; zweitens: als Raumteiler im Fahrzeug selbst dienen.

Rechnen wir nochmal nach: Die Nasszelle ist ca. 92cm lang, davon gehen ab 20cm an der linken und 10cm an der rechten Seite, dies sind die Ecken, die auch notwendigerweise die Seitenwände mit versteifen. Und irgendwo muss eine Tür ja eine Verriegelung haben und befestigt werden (Scharniere) und damit einen Anschlag haben (merke - Scharniere links = Anschlag links!). Bleiben also eine lichte Breite der Türöffnung von 62cm. Das Türblatt überlappt beidseitig je ca. 1cm, macht plus 2cm. Das Türblatt hat also insgesamt eine Breite von 62+2cm = 64cm. Der Gang zwischen Nasszelle und Küchenblock ist aber nur 60cm breit. Wie öffne ich die Tür also komplett bei aufgebautem Heckbett, ohne mich in eine Ecke zu quetschen? Außerdem muss mal die Toilette entleert oder die Ab-/Wasserbehälter geleert/gefüllt werden. Und ein Rolltor oder einen Vorhang wollte ich nicht.

Die Lösung: eine zweiteilige Tür, in der Mitte (oder außermittig) zu knicken.

Wenn die Tür als Raumteiler dienen soll, und Toilette, Spüle und Heckbett dahinter zusammen erreichbar sein sollen, muss der Anschlag in Fahrtrichtung vorn sitzen. Die Tür öffnet in den Gang hinein. Das wäre schon mal geklärt.

Wie teile ich das Türblatt am Besten? Nasszelle und Küchenblock gegenüber sind eingebaut, also ein Stahlbandmaß nehmen (eines mit einer Wölbung nach innen = höhere Stabilität) und vor Ort ausmessen. Das Bandmaß kannst du an beliebiger Stelle nach innen oder außen biegen und dabei gleichzeitig die für dich idealen Maße ablesen. Ich habe mich für eine Teilung von 19/45cm entschieden, d. h. wenn ich im Gang vor der Tür stehe, habe ich links einen Streifen von 19cm, den ich nach außen (also zum Gang hin) öffnen kann und rechts einen von 45cm bis zum Anschlag = Türscharnier. Beide Türelemente werden mit Scharnierband über die gesamte Höhe beidseitig vernietet. Das Scharnierband liegt dabei von außen auf, lässt aber einen kleinen Knickwinkel nach innen zu - dies ist sehr wichtig. Ich habe diesen Winkel noch vergrößert, in dem ich den schmalen Streifen innen angeschrägt habe.

Die Tür-Scharniere sind Wechselscharniere, d. h. die Scharnierbolzen lassen sich nach oben herausnehmen. Ich habe mich für drei Scharniere entschieden, da sonst das Türblatt sich zu stark nach außen wölbt. Festschrauben der Scharniere reicht bis jetzt völlig aus.

Nächster Punkt: Türverschluss. Das Türblatt besteht nur aus einem Stück 2mm Alublech ohne weitere Verstärkungen. Das Scharnierband in der Teilung zählt nicht, da es keine versteifende Funktion hat. Ich habe zuerst nur einfache Schieberiegel innen und außen links am schmalen Türstreifen angebracht. Dadurch, dass das Scharnierband auch eine Bewegung nach innen zulässt, öffnet sich die Tür von allein. Also muss eine Verriegelung an der linken Seite des breiten Türstreifens her, der gleichzeitig das Türblatt ein wenig stabilisiert. Die Lösung: ein Drehstangenverschluss. Ich fand eine stabile Ausführung mit 8mm Drehstangen und einem Schloss mit beidseitiger 4mm Vierkantaufnahme. Diese Aufnahme für einen Vierkant erlaubt es, Fenstergriffe als Türgriffe zu benutzen, ich habe mich für T-Knebel entschieden, weil sie nicht so weit herausragen, aber sehr gut zu greifen sind. Diese werden innen und außen angebracht. Die Drehstangen sind an ihren Enden jeweils mit Haken versehen, die um entsprechend mitgelieferte Zapfen als Gegenstücke im festen Teil z. B. eines Schrankes gedreht werden und damit die Tür fest anziehen und sie gleichzeitig verriegeln. Zwei Drehstangen – zwei Zapfen – je einer oben und unten – die Haken als Rampen ausgebildet, damit wird die Tür automatisch herangezogen. Die Drehstangen mussten nur je einmal aufgetrennt und um 90Grad verdreht wieder angeschweißt werden, damit die Haken gleichläufig nach innen schwenken. Diese Konstruktion hat sich als sehr stabil und klapperfrei erwiesen.

... Tür Nasszelle komplett nach vorn geöffnet.
... Durch die Teilung der Tür lässt diese sich leicht am Küchenblock vorbei nach vorn schwenken.
... Wird der schmale Teil der Tür nach innen geklappt, kann die Tür am Küchenblock so wie auf den Fotos eingeklemmt werden und teilt damit den Innenraum.

... Ich hatte erst an eine Verriegelung in dieser Position gedacht, aber der Kantenschutz der Tür macht diese überflüssig.
... Die Unterkante der Tür liegt ca. 10cm über dem Boden. So kann auch flache Ladung transportiert werden und die Nasszelle bleibt benutzbar.
... schmaler Teil geöffnet, Rest verriegelt. Sorgt für mehr Schulterfreiheit in der Toilette und bessere Belüftung der Nasszelle.
... Details Drehstangenverschluss mit umgeschweißten Haken unten


17. Ablagen

Diesen Punkt habe ich immer wieder vor mir hergeschoben, bis ich ihn nicht mehr vermeiden konnte. Es musste irgendwie mehr Stauraum her, außerdem sollte zusätzlich Beleuchtung und 12V – 220V – Steckdosen angebracht werden und dies ging am Besten unter Ablagen. Gleichzeitig wollte ich nicht in die Karosserie bohren, wegen den Bohrspänen, die in den Hohlräumen unwiederbringlich verschwinden. Aber wenn man einmal mit der Bohrerei angefangen hat – was soll‘s, ist eh die praktikabelste Lösung. Für andere Vorschläge bin ich immer offen!

Ich habe nur Ablagen gebaut, Schränke und Kästen zunächst nicht. Mal sehen, ob sie gebraucht werden und wenn ja, ob es nicht eine einfache Lösung dafür gibt.

Im Prinzip bestehen die Ablagen aus einigen wenigen Teilen: 2 Schwerlastregalträger, einem Stück Alublech und Aluwinkel, zur Befestigung dienen Bohrschrauben. Unter den Regalen werden ein oder 2 LED-Spots mit festem oder flexiblem Arm geschraubt, dazu eine 12V-Doppelsteckdose und eine 220V-Steckdose. Ggf. habe ich die Unterseite mit Filz beklebt, um evtl. Schwitzwasser vorzubeugen. Die Schwerlastträger sind zur Karosserie hin alle mit Filz beklebt.

..Ein Schwerlastträger, Stütze wird in der Mitte aufgetrennt, Schenkel der Fahrzeugkontur entlang gebogen, Stütze wieder zusammengeschweißt.

Unter die Ablage über dem Küchenblock wollte ich zusätzliches Licht haben, hier 3 LED-Lichtbänder. Ich habe sie aufgeklebt und mit Alustreifen gekontert. Die Lichtbänder müssen untereinander verlötet werden, da die Schnellverbinder nichts taugen. Auf dem Tisch hier leuchteten alle 3 Lichtbänder, im Fahrzeug nur 2. Habe nicht herausbekommen wieso.

Lichtbänder untereinander verlöten....

....auch die Schnittstellen innerhalb der Lichtbänder isoliert nach außen, half nichts. Wenn der Alustreifen (wie oben) demontiert wird, hält der Kleber nicht mehr. Eine andere Lösung muss her!

BTW – unbedingt die Einschaltreihenfolge beachten: Zuerst die Lichtbänder untereinander sicher verbinden, dann erst die Spannungsversorgung einschalten. Habe mir dadurch eine Steuereinheit zerschossen bzw. deren Sicherung ist durchgegangen. Mit einem Lötpunkt rep.

18. Gestell Ab-/Wasserkanister Naßzelle

Eigentlich nur noch eine Fingerübung: das Gestell für die Wasserbehälter in der Nasszelle. Oben Frischwasser, unter Abwasser. Wird an der Rückseite in den Hilfsrahmen eingehängt und vorn noch einmal verschraubt.

Das Gestell springt zur Seitenwand hin zurück und nutzt so die Fensternische aus. Außerdem wird so die dringend benötigte Schulterfreiheit an der Toilette gewonnen. Wie jedes Modul kann auch dieses Gestell mit Standfüßen versehen werden und so separat außerhalb des Fahrzeugs stehen.....
....dann wird noch an die Rückwand ein kleiner Spiegelschrank montiert

19. LED-Lichtbänder Innenbeleuchtung

Natürlich soll die Innenbeleuchtung mit LEDs erfolgen, unter jeder Ablage (auch über dem Beifahrersitz) gibt es mindestens einen LED-Spot. Aber ich wollte auch eine Allgemeinbeleuchtung im Fahrzeug, ein Schalter in der Nähe der Eingangstür (hier Schiebetür) betätigt und der Innenraum ist hell. Am einfachsten erschien mir dies mit LED-Lichtbänder zu erreichen. Bloß wo und wie montieren. Die Spriegel unter dem Dach waren mit Filz verkleidet, aber noch gut sicht- und fühlbar. Im Baumarkt gab es schöne, gehobelte Kiefernholzleisten, ca. 2,50m lang. Auf die passten zwei dieser Lichtbänder, das sollte genug für die Allgemeinbeleuchtung sein. Und genau 5m Lichtband waren auch auf einer Spule. Ich habe die Lichtbänder mit 300 LEDs genommen. Verlegung ganz einfach: eine Bahn hin – eine Bahn zurück, da die Lichtbänder nicht um die Kurve gelegt werden können, an den Enden wie schon geübt mit kleinen Kabeln die einzelnen Anschlüsse verlöten. Zur Fixierung und Isolation diese Lötstellen noch mit Silikon versiegelt. Da der Kleber auf der Rückseite der Lichtbänder nicht gut hält, habe ich sie alle 20cm mit Halteschellen zusätzlich fixiert.
Ein großer Feuchtraum-Haushaltsschalter an der Ablage über dem Beifahrersitz angebracht, dort kann man ihn schnell erreichen. Und diese Leuchtbänder sind richtig hell oder können stimmungsvoll gedimmt und in der Farbe geändert werden, nicht nur Spielerei.

Die Beleuchtung über dem Küchenblock wurde genauso mit so einer Kiefernholzleiste als Träger gebaut.

20. Verdunkelung an dem Fenster der Schiebetür

In dem großen Wohnmobil wurde eine sehr schöne und effektive Verdunkelung an jedem Fenster eingebaut – mit einem Doppelplissee. Wenn der Rand des Plissee noch von einem Rahmen umschlossen wird, dringt kein Licht mehr rein oder raus. So etwas wollte ich hier auch haben.

Daher musste aus einer einfach angepassten Bauplatte im Fenster der Schiebetür ein entsprechender Rahmen ausgeschnitten werden.

....auch ohne Rahmen ist der Plissee schon ziemlich lichtdicht

Auf jeden Fall ist noch genügend Freiraum zur Außenwand vorhanden,
aber ohne weitere Führung steht der Plissee doch ziemlich weit ab.

Aber mit Rahmen dringt kein Licht mehr durch und der Plissee wird auch besser geführt und schlackert nicht mehr frei herum. Der Rahmen ist eine Sonderanfertigung, nach meinen Maßen als Z-Profil gekantet (Onlinebestellung).

21. Heckträger für Fahrräder

Da ich so im Schwung war, musste so ein Ding natürlich auch noch gebaut werden. Ich hatte noch ein fertiges Teil schon lange herumliegen. Glücklicherweise besteht es aus Stahlrohren, so konnte ich es gut verschweißen. Der ganze Träger ist pulverbeschichtet und noch gut in Schuss.

Um den hier links geht es. So einer ist heute noch als Universalträger zu bekommen...

---weitere Bilder---

sprinterfex am 22 Nov 2015 02:39:36

Website: --> Link

Umbau eines Transporters zum Wohnmobil – ein Baubericht 2014

06 – Schlussbemerkungen

Über Rückmeldungen, Wünsche, Fragen etc. würde ich mich freuen, am Besten per Mail:
mailgmx.netsbuba.de

Der ganze vorstehend beschriebene Umbau dauerte von Mitte Mai 2014 bis Mitte September 2014, also vier Monate. Und das in der für die meisten wertvollsten Zeit des Jahres, der Urlaubszeit. Warum nicht im Winter umbauen, wenn es draußen zu lausig ist, um in einem Kastenwagen normalerweise in die Ferien zu fahren? Dazu fehlten mir zwei ganz wichtige Dinge: Erstens war ich noch nicht soweit, im Winter habe ich noch über dem Projekt gebrütet und wusste nicht, ob ich es überhaupt so richtig durchziehen wollte und Zweitens kam der Entschluss recht spontan, erst dann so konkret, als das Fahrzeug wirklich vor mir stand. Das hatte auch etwas zu tun mit dem Angebot auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Dann aber richtig! Da hatte ich aber keine Halle mit den notwendigen Kleinigkeiten wie kurzfristige Verfügbarkeit, Energie (Strom) vor Ort, vor Ort = nicht weit entfernt und die muss noch mit Werkzeugen und Material ausgestattet werden. Und kostet Geld, Vermieter wollen Planungssicherheit hinsichtlich der Mietdauer, sowas wie „ja, vielleicht 2 Monate bis 5 Jahre“ geht nicht. Außerdem wollte meine Partnerin in den Sommerferien eine künstlerische Weiterbildung besuchen, daher haben wir uns auf ein paar Wochenendausflüge beschränkt. Geht doch!

Da ich den Wagen ständig vor der Nase stehen hatte, konnte ich spontan Ideen ausprobieren, vor Ort Details nachsehen, Maße nehmen etc. Und das Wetter war doch auch meistens gut.

Dann habe ich doch noch richtig viel Geld gespart, weil ich alles selber gebaut habe, oder? Na ja, kommt darauf an, was man in die Rechnung mit einbezieht. Gegenüber einem Neufahrzeug mit Profiausbau („ich schmeiß dir den Schlüssel in den Briefkasten und hol‘ die Kutsche nächsten Monat ab“) spart man natürlich richtig Geld. Dafür kann man aber auch richtig was verlangen (z.B. auch Gewährleistung). Bei ausreichender Liquidität und wenig Zeit und Lust usw. sicher die erste Wahl. Bei gebrauchten, als Wohnmobile ausgebauten Kastenwagen ist das eine andere Nummer. Je nach Ansprüchen gibt es brauchbare Fertigmobile schon für einen kleinen vierstelligen Betrag, wie immer nach oben offen. Jetzt habe ich hier einen gebrauchten, durchreparierten Kastenwagen mit neuem, aber nicht professionellem Selbstausbau. Da werden schon die Vergleichsmöglichkeiten rar. Und wenn ich noch meine Prioritätenliste dazu nehme, geht die Auswahl gegen Null.

Nun, die eigenen Kinder sehen immer besser aus und können alles besser – sagen die Eltern. Die Mist-Rotzblagen gehören in die Klapse – sagen Außenstehende. So ist das auch mit den selbstausgebauten Kunstwerken. Mein Werk kann und soll weiter optimiert werden, es erfüllt meine Prioritätenliste in weiten Teilen, es ist primär funktional und sieht entsprechend aus, der Wagen läuft – ja, mir gefällt er.

Was ist denn nun? Geld gespart oder nicht? Der ganze Sprinter hat bis jetzt (Anfang Februar 2015 – beste Planungszeit) rund 14.200€ gekostet, davon ca. 7.600€ für das Fahrzeug, ca. 5.900€ für Material zum Ausbau und ca. 700€ für Werkzeuge, die allerdings unabhängig vom Fahrzeug genutzt werden können. Darin sind wirklich alle Kosten enthalten, von der Anschaffung und Reparaturen über Schrauben, Bleche und Teile bis hin zur TÜV-Abnahme, Umschreibung, Versicherung, Steuer etc. Für 14.200€ bekommt man schon ein richtig schönes, gebrauchtes Wohnmobil, das u.U. sogar sofort reisefertig ist. Dazu kommt noch die Zeit, die das ganze Projekt bis jetzt verschlungen hat (ich habe die Stunden wirklich nicht gezählt). Wenn man sich jetzt ein Angebot vom Profiausbauer machen lässt, was so ein Ausbau kostet, glaube ich, dass man mit 10.000 bis 20.000€ komplett locker hinkommen kann. Bei Anlieferung des Transporters. Je nach den eigenen Ansprüchen auch mehr (oder weniger). Die Frage kann ich daher nicht beantworten, jeder hat andere Vorstellungen davon.

Eines ist aber klar: den Spaß und die Befriedigung, etwas mit eigenen Händen gebaut und zum Laufen gebracht zu haben, ist durch nichts zu ersetzen. Es ist schön, abends dazusitzen und einen Tag Revue passieren zu lassen, an dem man etwas Schwieriges gemeistert hat, denn auch die Teilziele erreicht zu haben, ist eine Freude. Und habe ich mich von Tag zu Tag, von Aufgabe zu Aufgabe gehangelt, ohne aufzugeben, und konnte mit diesen Aufgaben wachsen. Nicht weil ich schon alles konnte, habe ich dieses Projekt so durchgezogen, sondern weil ich für mich viel Neuland betreten hatte, oft genug Bammel hatte vor dem, was vor mir lag, und mich umso mehr freuen konnte, wenn wieder ein kleiner Teil geschafft wurde.

In diesem Sinne. Hau rein!

ToniPETER am 24 Nov 2015 18:14:28

Servus!

Ein interessanter Ausbau.

Wünsche Dir immer Spaß damit.

Cheesus am 26 Nov 2015 10:08:14

Mein Glückwunsch zum eigenen Kastenwagen. Es geht eben nichts über selbst gemacht.

Getrennte Betten muss man natürlich mögen. Mir persönlicher wäre ein Doppelbett wichtiger gewesen als eine Naßzelle (siehe hier --> Link). Aber ansonsten gut gemacht und gut dokumentiert. Was ich mich allerdings frage:

1. Warum alles mit Metall? Ist das nicht sauschwer?
2. Klappert da nicht alles während der Fahrt?
3. Warum hast Du die Tür nicht links angeschlagen? Wäre da der Einstieg nicht leichter gewesen? Dann hättest Du Dir auch die Knickkonstruktion gespart.

Die Bettkonstruktion vorne hat mir übrigens sehr gut gefallen.

Thomas

sprinterfex am 27 Nov 2015 00:53:18

Ja, ebenfalls Glückwunsch zu deinem Schnäppchen. Eben wegen der unterschiedlichen Anforderungen baut man seinen Wagen halt selber aus....

1. Warum alles mit Metall? Ist das nicht sauschwer?

ersten Teil der Frage habe ich in der Materialauswahl --> Link (siehe auch oben Punkt 03) versucht für mich zu beantworten,
Teil 2: nein, ist nicht schwer! Die reinen Rohrrahmen aus 20er-Vierkantrohr für die Möbelmodule habe ich nicht gewogen, kann diese aber locker mit einer Hand heben und bewegen. Die Schubladen aus Alu-Blech sind ebenfalls recht leicht. Dabei sind beide sehr stabil.
Reduzieren kann man natürlich das Gewicht durch
- dünnere Bleche/Profile der Aufhängungen der Teleskopschienen
- weniger Schubladen und vor allen Dingen
- Teleskopschienen mit geringerer Tragelast, z.B 10kg statt 40/60kg. Die Dinger sind sauschwer, halten dafür aber....

Der ganze Einbau wie beschrieben hat das Leergewicht von 2.000kg auf 2.450kg angehoben.

2. Klappert da nicht alles während der Fahrt?

Kurze Version: Nein, nichts.
Lange Version: Eines meiner Hauptanliegen beim Bau: Klapperfreiheit (ist bei der Baubeschreibung nicht wirklich erwähnt worden)! Die Zauberworte für die Lösung lauten selbstklebende Filzplättchen, Gummistopfen, Butylbänder, Kantenschutzprofile. Eingesetzt überall dort, wo Metall auf Metall schlagen kann. An sonsten richtig festschrauben bzw. Spaltmaße entsprechend groß wählen.
Ich kann eine Klapperkiste nicht ausstehen!
Daher nervt mich nach wie vor der Gaskartuschenkocher. Dieses Blechteil hat besonders im Inneren einige Metallteile, die nicht ruhig zu stellen sind. Aber da habe ich eine gute Ausrede: ich hab's nicht selber gebaut....

3. Warum hast Du die Tür nicht links angeschlagen? Wäre da der Einstieg nicht leichter gewesen? Dann hättest Du Dir auch die Knickkonstruktion gespart.

Meine Gedanken dazu habe ich bei der Planung --> Link so auf Seite 7 unten mal ein wenig schweifen lassen. Die Raumtrenner-Funktion der Knicktür hat sich bewährt. Die teilt selbst diese kleine Hütte in zwei Funktionsbereiche, je nach dem, was man gerade wo macht. Der Schwenkwinkel der Tür ist fast 180 Grad.Und ein Knick in der Tür ist bei der Breite des Durchgangs zwischen Nasszelle und Küchenblock eh' nötig geworden, eine schmalere Tür, ja, die hätte den Einstieg dann wirklich schwieriger gemacht. So ist aber alles easy und funktioniert wie angedacht.

Genauso, wie die Bettkonstruktion.

Siegfried

Gast am 30 Nov 2015 02:45:34

Hallo Siegfried,
da hast Du Dir aber eine menge Mühe gegeben, aber irgendwie hat dein WoMo den Scham von einen Werkstatt-Waagen, sorry aber mir ist der Ausbau zu ungemütlich.

sprinterfex am 30 Nov 2015 10:57:22

Morgen Ralf,

die Stimmung "Werkstattwagen" lässt sich nicht vermeiden, denn beim Bauen war (und ist) die Priorität, darin zu arbeiten, höher als die, darin zu Wohnen.

Meine Proritätenliste (immer noch gültig):
i. Privatfahrzeug für den Alltag, klein genug für eine Parklücke, nicht unbedingt tauglich für eine Tiefgarage – d.h. kann höher sein als 2m, wendig, preiswert, gesicherte Ersatzteilversorgung, Umweltplakette nicht erforderlich, Sitzgelegenheiten für 2 Personen angeschnallt reichen
ii. Transporter für alles mögliche – größere Einkäufe, Gartenabfälle in Säcken, Kartons, Langmaterial bis 3m....
iii. Zugfahrzeug – d.h. Anhängerkupplung notwendig, gute Traktion im Hängerbetrieb – Heckantrieb
iv. Arbeitsfahrzeug mit Regalen/Ablagefächern für Werkzeug(kisten)/Material diverse Kleinarbeiten-Flugzeugwartung, Arbeitsflächen, ausreichende Innenbeleuchtung bei Dunkelheit
v. Stehhöhe im ganzen Fahrzeug, Schlafgelegenheit für 2 Personen, Toilette in Nasszelle, Koch- und Waschgelegenheit, separate Heizung, keine Gasanlage (also die eigentliche Wohnmobilausstattung gem. TÜV-Anforderungen – deswegen der ganze Bericht hier)

Siegfried

Gast am 30 Nov 2015 12:34:13

die Stimmung "Werkstattwagen" lässt sich nicht vermeiden, denn beim Bauen war (und ist) die Priorität, darin zu arbeiten, höher als die, darin zu Wohnen.


Das ist natürlich was anderes, habe ich wohl überlesen :wink:

Gesa72 am 20 Feb 2016 19:37:57

Hallo

Hier mal eine Frage an dich
Wir wollen unsere Seitenwände des Sprinters mit velour bekleben.
Da wir aber dann grössere Flächen mit einer Stoffbahn verkleben wollen stellen wir uns die Frage wie wir die Bahn so unkompliziert wie möglich an die wand bekommen wenn beide flachen eingeklebt sind ?
Hat du und Idee ?

sprinterfex am 21 Feb 2016 10:46:11

Moin,

die Frage(n) verstehe ich nicht ganz.

- du willst die Seitenwände eines Sprinters mit Velour bekleben - o.k, verstanden
- du willst größere Flächen mit einer Stoffbahn bekleben - was verstehst du unter "größere", wie ist der Untergrund beschaffen (Verkleidung, nackte Blechwand oder...)?
- was verstehtst du unter "wenn beide flachen eingeklebt sind"??
- arbeitest du allein oder hast du (beliebig viele) Helfer?

sprinterfex am 31 Aug 2017 22:07:53

Moin,

ich kann es verstehen: reiner Text kann zwar leicht durchsucht werden, ist aber schwer zu lesen.

Daher habe ich mal einen Clip gedreht über den Sprinter. Der ist zwar (auch zu) lang, aber besser und schneller als lesen ist's allemal.

Bei Interesse: --> Link // [youtube]https://www.youtube.com/watch?v=jaBOnAyFdz8&t[/youtube]

Bis auf wenige kleine Modifikationen läuft die Kiste nach wie vor gut vor sich hin und die Einbauten sind nach wie vor lautlos und haben sich im Alltag bewährt.

In dem Sinne...

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