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Umbau eines Transporters zum Wohnmobil – ein Baubericht 2014
05 – Bau der Inneneinrichtung
Nach einer umfangreichen Planung und der Reparatur bzw. Restauration des Basisfahrzeugs kann es endlich an den Bau der Inneneinrichtung gehen. Ich habe nicht jeden Schritt fotografiert, da ich damals noch nicht plante, auch was darüber zu schreiben. Es sind halt optische Notizen zur Unterstützung des Gedächtnisses. Die Bildgröße habe ich um 50% verkleinert gegenüber dem Kapitel 021 – Fahrzeugrestauration, da der Rechner bei der Menge der Original-Bilder doch arg langsam wurde. Ich meine aber, noch genug Informationen herüberzubringen.
In welcher Reihenfolge bin ich vorgegangen?
1. Dachluken einbauen
2. Heckauftritt bauen und anbringen
3. Photovoltaik-Modul aufbauen, Kabel ziehen
4.
Rückfahrkamera anbauen, Kabel ziehen
5. übrige Kabel 12V und 220V mit ausreichend langen Enden zu den Abteilungen ziehen
6. erste Lage 19mm Aeroflex Isolation unters Dach kleben
7. Elektroinstallation in Sitzkonsole vervollständigen, PV-Modul anschließen
8. Ablage Fahrerkabine bauen
9. Spiegelfolie an Scheiben anbringen
10. Isolation Seitenwände und Verkleidungen anbringen
11. Fensterfüllungen seitlich und hinten anbringen
12. Hilfsrahmen Möbel bauen und anbringen
13. Seitenwände Nasszelle anpassen
14. Klappsitzbank Gestell bauen, grundieren
15. Module Küchenblock und Regalblöcke bauen, vervollständigen mit Schubladen etc.
16. Tür Nasszelle bauen, anbringen
17. Ablagen bauen, anschließen
18. Gestell Ab-/Wasserkanister Nasszelle bauen
19. LED-Lichtbänder Innenbeleuchtung bauen, anschließen
20. Verdunklung Schiebetür anbringen
21. Heckträger Fahrräder bauen
Nach Punkt 16 habe ich das Fahrzeug wieder zugelassen (war unmittelbar nach dem Kauf von mir abgemeldet worden), nach Punkt 19 ein Probewochenende darin verbracht, danach als Wohnmobil geprüft und umgeschrieben.
... So sieht das Ganze hinterher im Grundriss aus. Der hat sich bis jetzt bewährt. Ich habe noch keine weiteren Ergänzungen daran vorgenommen.
Machen wir‘s in der Beschreibung also so, wie beim Ausbau. Einen Punkt nach dem anderen anpacken und abarbeiten.
1. Dachluken einbauen
Da die Dachhaut zu dünn ist, um eine Dachluke zu befestigen, gleich welches Montageprinzip angewendet wird, muss vorher ein Hilfsrahmen gebaut werden. Ich habe einfach imprägnierte Dachlatten genommen (schön grün, wie der Wagen) und diese mit Stahlwinkeln rechtwinklig zusammengeschraubt. Für die große Dachluke beträgt die Innen-Abmessung des Rahmens 40x40cm, für die kleine Luke 29x29cm.
Wo die Luken eingebaut werden, steht durch die Abmessungen der Möbel aus der Planung schon so ungefähr fest. Genauer wird‘s wie immer im Folgenden erst bei einer Ortsbesichtigung. Es laufen da einige Spriegel zur Dachversteifung unter der Dachhaut quer zur Fahrtrichtung entlang. Diese sollten nur im Notfall an- oder durchgeschnitten werden, da sie für die Stabilität nicht nur des Daches, sondern des ganzen Fahrzeugs mit verantwortlich sind. Werden sie durchtrennt, muss eine Versteifung durch Anschweißen einer Umlenkung erfolgen, also Finger weg. Der vorher gebaute Hilfsrahmen dient hier zur Festlegung der Position im Inneren des Fahrzeugs. Vorher sollte man aber mal auf das Dach klettern, um auch dort die Hindernisfreiheit zu peilen.
Du kannst auch auf dem Dach herumlaufen, es ist sehr stabil. Dass dort jede Menge Sicken sind, ist nicht weiter verwunderlich, man sieht sie ja schon vom Inneren aus und keine Bange, es braucht nicht unbedingt eine glatte Dachoberfläche, um die Dachluken aufzusetzen und dicht zu bekommen.
Wer jetzt alles einfacher bauen will mit nur einer Dachluke, kann diese weiter hinten einsetzen, dort ist mittig ein Bereich mit einer kleineren kreisrunden Erhebung (wahrscheinlich ein Montageort für eine Rundumleuchte o.ä.), auf den genau eine 40x40cm-Dachluke plan aufgelegt werden kann.
Das geht bei meinem Grundriss nicht, da dort irgendwo eine Ecke und Wand der Nasszelle ist, also muss die große Dachluke weiter vorn zwischen zwei Spriegel gesetzt werden.
Den Hilfsrahmen wie im Foto mittig im Dach ausrichten und mit einem Brett und einer Deckenstütze an der Dachhaut von unten festklemmen. Dann wird‘s spannend. Ein 10er Bohrer, je ein Loch in den vier Ecken nach oben gebohrt und schon hast du die ersten Eckpunkte deiner Dachluke „angezeichnet“. Jetzt auf‘s Dach klettern und die vier Bohrlöcher mit einem Filzstift o. ä. außen miteinander verbinden, das sind die Linien, an denen die Dachhaut aufgeschnitten wird.
Zum Schneiden von Blech gibt es mehrere Empfehlungen. Ich kann dir nur eine geben: Flex (Winkelschleifer) mit dünner Trennscheibe (die für Edelstahl/Alu ca. 1mm dick). Darunter ein Tuch bzw. Malervlies an die Decke kleben, damit keine Funken im Fahrzeug herumfliegen und gut.
Ganz schlecht ist der Blechknabber als Bohrmaschinenvorsatz. Keine exakte Führung möglich, keine Peilkante, du weißt wirklich nicht, wo das Ding hinwandert, geringe Standzeit (schon nach ca. 1m in 1mm-Blech lässt die Schneidwirkung nach), jede Menge kleiner halbmondförmiger, scharfer Späne – das Ding ist schlicht unbrauchbar.
Auch schlecht ist die Stichsäge. Die Führung ist besser, aber es fallen Massen von Späne an, Vibrationen, Standzeit der Sägeblätter nicht berauschend und die Führung ist über die Dachsicken hinweg problematisch.
Weniger schlecht ist der handbetriebene Blechknabber. Solange auf einer glatten Fläche geschnitten wird, ist alles gut, auch Kurvenschnitte sind kein Problem. Die Führung ist durch eine Peilmarkierung prima, keine Späne, sondern „Blechrollen“. Nachteilig ist die sehr langsame Arbeitsgeschwindigkeit und die Sicken rauf und runter knabbern geht nicht.
Damit ist das erste große Loch ins Fahrzeug geschnitten (von der Fahrzeugreparatur mal abgesehen, aber das schafft im Vorfeld schon mal Vertrauen). Geht doch! Jetzt zügig weitermachen, Regenwolken ziehen auf.
Der Rahmen der Dachluke muss rundum plan aufliegen, dafür muss man bei all den Sicken eine Basis schaffen, d. h. der Rahmen liegt auf der höchsten Erhebung = Sicke auf, der Rest muss unterfüttert werden. Ich habe dazu aus Resten von 1,5+1,5mm Alu-Trapezblech (Riffelblech) ca. 2cm breite Streifen geschnitten und diese mit elastischem Mehrzweck-Montagekleber aus der Kartusche rund um die Öffnung in 2 Schichten aufgeklebt. Dadurch habe ich in etwa die Höhe der Sicken erreicht und eine ebenen Rahmen für die Auflage der Dachluke geschaffen.
Der Kleber kann ruhig rausquellen, der Innenrahmen verdeckt sowieso alles, Hauptsache rundum vollflächig verklebt! Die Rauten des Riffelblechs habe ich nach oben gelegt, die können sich dann mit den Dichtmasse verzahnen. Da die Dichtmasse großzügig zwischen Dach und Lukenrahmen aufgetragen wird, werden evtl. Unebenheiten sowieso ausgeglichen. Nur keine Lücken irgendwo lassen.
Noch von außen mit Dichtmasse (= simples Sanitärsilikon für Außenanwendung) alles abspritzen, sollte reichen.
Ich hatte zwei Fabrikate von Dachluken eingebaut, eine von Dometic (groß) und die andere von Fiamma. Die Dometic wird mit 4 Aludoppelwinkeln mit sehr kurzen Schenkeln (kurz: Krallen) am Hilfsrahmen befestigt. Diese Befestigung muss unbedingt kontrolliert und ggf. nachgezogen werden. Direkt nach der Montage der großen Dometic-Haube fing es richtig an zu regnen. Prima Test! Auch erfolgreich – für den Regen. Irgendwo lief Wasser rein. Konnte ich mir nicht erklären, bis ich auf die Idee kam, die Krallen nachzusehen. Alle waren lose! Obwohl der Lukenrahmen hauptsächlich auf den Dachsicken auflag, hat sich wohl die Aufdoppelung mit Alustreifen irgendwo gesenkt und der Anpressdruck durch die Krallen reichte nicht mehr aus. Nachdem ich die Krallen festgezogen hatte, war die Konstruktion dicht. Zur Sicherheit habe ich alles nochmal innen und außen mit Dichtmasse abgespritzt. Der Innenrahmen mit dem Verdunklungsrollo für die Dometic-Dachluke wird erst ganz zum Schluss druntergeklipst und dieser Rahmen hat keine statisch wichtige Funktion, er ist nur eine größere Blende.
Bei Fiamma sieht die Konstruktion anders aus. Dort wird der Innenrahmen sofort mit dem Oberteil verbunden und ist gleichzeitig die Blende. Diese kleine Dachluke war auf Anhieb dicht (vielleicht lag‘s nur an der Routine ;-).
... der Blick ins Fahrzeug mit eingesetzten Dachluken.
Insgesamt erscheint mir die Fiamma-Haube aber solider, was besonders den Aufstellmechanismus angeht. Der Kunststoff fühlt sich bei Fiamma wertiger, dicker an, die Dachhaube wird zentral angehoben und steht stabiler (nah schön, die ist auch kleiner). Die große Dometic-Dachhaube wird an der rechten Seite angehoben, verwindet sich daher sichtbar und wackelt schon bei leichterem Wind. In die Dometic-Haube habe ich noch eine 2mm Gummi-Dichtschnur rundum eingeklebt, die Haube kam komplett ohne Dichtung, im Gegensatz zu Fiamma, die hat werksmäßig eine umlaufende Dichtung.
Im Fahrbetrieb machen beide Hauben keine Probleme. Sie sitzen dann fest und rauschen nur sehr verhalten. Ich habe mir vorsorglich einen Spoiler für die vordere Haube besorgt, diesen aber noch nicht eingebaut – habe dazu keine Veranlassung.
Mit der Leistung als Be- und Entlüfter bin ich mit beiden Hauben zufrieden. Die kleine in der Nasszelle hat nur eine Stufe (an-aus, Drehrichtungswechsel), macht viel Radau, schafft aber auch in kurzer Zeit viel Luft nach draußen und ist daher nur ganz kurz in Betrieb. Anders die große Dometic-Haube über der Sitzgruppe. Die kann über Touch-Tasten in vielen Stufen geregelt werden, bei hohen Temperaturen läuft sie aber dauernd mit hoher Drehzahl, wie ich das abstellen kann, habe ich noch nicht herausgefunden (wohl ein undokumentierter, temperaturgesteuerter Schutz – für wen eigentlich?). Aber in der niedrigsten Stufe ist sie sehr leise und schafft trotzdem viel Luft nach draußen, selbst bei geschlossener Haube, der Zwangsbelüftung sei Dank. Der Stromverbrauch dabei ist so gering, dass ich den Lüfter bei sonnigem Wetter dauernd laufen lassen kann, ohne das die Spannung der Bordbatterie einbricht, hier gilt mein Dank dem PV-Modul!
2. Heckauftritt
In dem alten Sprinter hatte ich ein Problem: schöne große Hecktüren, aber eine richtige Kletterpartie, um dort in das Fahrzeug zu kommen. Hier auch.
Im Internet sind einige sehr schöne Lösungen abgebildet, so etwas wollte ich auch haben.
Eine werksmäßig angebaute Anhängerkupplung war vorhanden und diese hatte rechts Einschweißmuttern für einen Auftritt und links schon Löcher an den selben Stellen. Und ich hatte noch Reste von Zaunpfählen ca. 60x40x2mm, schon verzinkt und beschichtet. Das sollte für eine Halterung reichen, quer darauf geschweißt eine Stahl-Sicherheitsstufe 120cm breit, 25cm tief. Damit ragte die Stufe nicht über den Kugelkopf der Anhängerkupplung hinaus. Da diese Konstruktion angeschraubt wird, gilt sie als Ladung und alles ist gut.
Bedenken hatte ich wegen der geringen Wanddicke der Träger (2mm). Ich hoffe nicht, dass die Stufe unter Last nach unten abkippt. Bis jetzt ist sie stabil. Nur der Auspuff musste unter den Auftritt verlänger werden, da der sonst von den Abgasen dort dunkel wird.
3.
Photovoltaik – Modul
Hatten und haben wir nicht auf dem großen Ami-Wohnmobil, der hat aber zur Not einen dicken Generator und steht meist auch so, dass wir externen Strom bekommen können. Sonst gehen da nach 2 Tagen die Lichter aus. Dieses Fahrzeug hier sollte möglichst lange autark sein, daher kommt ein PV-Modul auf‘s Dach.
Ich hatte schon geschrieben, dass ich mich bei der Dimensionierung vom verfügbaren Platz auf dem Fahrzeugdach leiten ließ, oben das Ergebnis. Viel mehr als das 100W-Modul ging nicht. Die Dachdurchführung liegt unter dem Modul. Die Modulhalter sind mit Montagekleber aufgeklebt, zusätzlich mit Dachlatten im Innenraum gekontert und mit Edelstahlschrauben verschraubt. Dann das Ganze mit Dichtmasse abgespritzt.
Dekalin habe ich übrigens nirgendwo verwendet. Ich habe zwar solche Kartuschen hier und mal Proben damit gemacht, aber wie man sich auf das Zeug als Kleber für Dachhauben und PV-Module verlassen kann, ist mir schleierhaft. Dekalin ist eine Dichtmasse, so steht es auf der Verpackung, kein Klebemittel. Und in der Verarbeitung auch noch recht zäh.
Die ganze
Solaranlage (genauer: Photovoltaik) erfüllt bis heute ihren Zweck, was will man mehr.
... Dachdurchführung PV-Modul unter dem Modul.
... Konterung der Halterung des PV-Moduls mit einem Stück Dachlatte, dahinter Kabel für Heckkamera
... Verteiler Elektroinstallation, rechts der Solarregler über der Schiebetür, Solaranlage schon in Betrieb
4. Rückfahrkamera
muss sein, sonst ist ein zentimetergenaues Rangieren schwierig. Aufbau an einem Stück 2mm Alublech. Einschalten und Stromversorgung zusammen mit dem Monitor vom Fahrerhaus.
... Sieht ein bisschen krude aus, ist aber stabil im Aufbau und erfüllt seinen Zweck. Leider starke Blendung beim Betätigen der Bremse (Leuchte darunter), anfällig für Verschmutzung, möchte sie aber trotzdem nicht missen.
... Verkabelung Heckkamera und Spiegelmonitor
5. 12V- und 22V– Kabel ziehen
wurde nicht extra fotografiert, kommt bei anderen Themen nebenbei ins Bild.
Wichtig nur: alle 12V-Kabel gehen von diesem Sicherungsverteiler weg zu den einzelnen Abteilungen. Das dicke rote Kabel kommt von der Bordbatterie.
6. erste Isolation mit 19mm Aeroflex
zuerst unter dem Dach, dann auch die Seitenwände. War eine große Erleichterung bei der Sommerhitze!
Hier sind schon die Ablage vorn und die halben Seitenverkleidungen unten angebracht.
7. Elektroinstallation in der Sitzkonsole Beifahrer
Ein paar Impressionen davon, Bilder sagen mehr als Worte....
... Sitzkasten mit Batterie und Spannungswandler, rechts außen das Trennrelais noch nicht eingebaut
... Elektroinstallation in der Sitzkonsole komplett, in der Mitte das Trennrelais, davor die Sicherung
... Kabelführung unter dem Einstieg rechts und entlang der B-Säule
- im Panzerrohr die Leitungen Photovoltaik
- rot – zentrales Plus 12V
- schwarz – 220V
... dort über der Schiebetür im Dach kommen die Kabel an und der Strom wird weiter verteilt
8. Ablage Fahrerhaus
War der erste konkrete Innenausbau. Die Dachverkleidungen des Sprinter bestehen aus gepressten Stofffasern (zerrissene Lumpen – Recycling in reinster Form), kaschiert mit Stoffgewebe.
Bei dem kurzen Sprinter sind dies insgesamt 4 Formteile für den Dachhimmel. Durch die Nutzung als Mannschaftstransporter und Pausenraum gab es Schlieren auf der Stoff-Verkleidung der Teile, vermutlich Schwitzwasser, da der Wagen über keine Belüftung verfügte und die Formteile auch entsprechend rochen.
Ich habe die Verkleidung über der Fahrerkabine genommen als Unterbau. Weitere Gründe, diese Verkleidung zu verwenden: Halterung für Innenraumleuchte vorn, Sonnenblenden und Verkleidung Haltegriff Beifahrer. Zusätzlich kann sie prima als Stütze für die Ablage verwendet werden. Und es sind keine komplizierten Konstruktionen und Anpassarbeiten notwendig. Nur das Oberteil musste gekappt werden, hier mit einem Multitool. Nicht sehr einfach, da die Stofffasern sich nicht gern schneiden lassen wollten. Aber eine Flex läuft zu schnell und erzeugt Brandspuren.
... Die Verkleidung gerade abscheiden und nachtrimmen. Dann mit Farbe RAL 7001 versucht anzustreichen. Das Material saugt die Farbe auf wie ein Schwamm. Komme so nicht weiter, also eine Farb-Sprühdose genommen und alles eingenebelt. Sorgt für ein einheitliches Aussehen und beseitigt den Muff der vorigen Nutzer.
... Eine Alu-L-Winkelschiene wird auf Länge gebracht und auf die zurechtgeschnittene Verkleidung gelegt und befestigt.
... Den vorderen Teil der Verkleidung mit einem zweiten L-Profil versteifen durch Verschrauben. Dieses Profil liegt auch auf dem umlaufenden Rahmen zwischen Karosserie und Dach auf. Dämmmaterial unterlegen wegen Klappern. Den oberen Rand der Verkleidung mit Dämmmaterial (hier Verkleidungen für Heizungsrohre) abpolstern. Links im Bild ist schon eine Pappe eingelegt als Schablone für das Ablagebrett.
... Innenraumbeleuchtung und Sonnenblenden sowie Schalter für Heckkamera sind fertig montiert.
9. Spiegelfolie an den Scheiben
anbringen wird im Internet oft beschrieben z.B.
--> Link oder bei
--> Link , von denen habe ich meine direkt gekauft. Warum eine Spiegelfolie und keine dunkle? Habe ich schon im vorigen Kapitel 04-Planung Inneneinrichtung beschrieben – zusammengefasst halte ich eine Spiegelfolie in allen Belangen für effektiver als eine schwarze Folie. Die Beratung durch den Chef vor Ort war wirklich ausführlich – herzlichen Dank nochmal von dieser Stelle aus.
Was offen blieb, war die Frage: Ist eine nicht mit einem Prüfzeichen versehene Folie zulässsig für das Abkleben von Scheiben im Laderaum eines LKWs oder im Wohnmobil?
Ich habe mich trotz Bedenken für eine preiswerte, aber stärker verspiegelte Folie für Gebäudefenster entschieden.
Weder bei der Abnahme zum Wohnmobil noch bei der HU interessierte sich der Prüfer dafür. Auf Nachfrage hieß es, dass sich im hinteren Bereich während der Fahrt keine Personen aufhalten dürfen und die Folie somit Ladung sei. Problem gelöst. Bin gespannt, ob es bei einer Verkehrskontrolle deswegen zu Diskussionen kommt.
10. Isolation an den Seitenwänden und deren Verkleidungen anbringen,
aber auch die übrige Isolation anbringen soll in diesem Abschnitt das Thema sein.
Einen Kastenwagen so perfekt nahtlos und gleichmäßig zu isolieren, wie z.B. einen Kühlkoffer, ist schlicht nicht machbar. Oder doch, Stichwort Frischedienst. Die sind innen dick isoliert, so dick, dass für einen Ausbau in meinem Sinn kein Platz mehr bleibt. Im vorigen Kapitel habe ich mich darüber ein wenig ausgelassen, im Internet steht noch viel mehr und zeigt noch viele Varianten auf, wie man einen Transporter sogar
winterfest machen kann. Wenn ich so etwas wie Wintercamping vorhabe, kaufe ich mir ein Fahrgestell und setze einen nach meinen Maßen gefertigten, aus Hartschaum-Sandwich-Platten zusammengeklebten Koffer darauf und lasse die Finger vom Transporter mit seinem Blechgehäuse!
Was erwarte ich von einer Isolation in so einem Fahrzeug? Ich habe den Sprinter im Sommer ausgebaut, daher möchte ich, dass das Dach sich innen nicht mehr so schnell aufheizt. Die Sonnenstrahlen, die durch die Frontscheibe hereinfallen, kann ich nicht dauerhaft abschirmen, nur im Stand mit entsprechenden Matten. Hinten kann ich jedoch den größten Teil der Flächen incl. der Scheiben isolieren, und ich möchte mich nicht dauernd an heiße bzw. kalte Flächen lehnen müssen. Denn was Wärme von außen draußen lässt, hält bei kühler Witterung die Wärme im Wagen. Und der Zweck wird auch dadurch erreicht, dass ich nicht viele Flächen habe, an die ich mich bei der Benutzung anlehnen kann. Der gar nicht so kleine Rest sind halt Wärme-/Kältebrücken, die ich bei Bedarf mit dem 1mm dicken selbstklebenden Woll-Mischfilz bekleben kann, oder ich muss die so hinnehmen und mir bei Bedarf etwas Entsprechendes anziehen.
Zur Ausführung: Das Dach wird zuerst innen zwischen den Spriegeln mit einer Lage 19mm Aeroflex beklebt (siehe auch Punkt 6.), Da die Spriegel höher sind und ich einen einigermaßen glatten Dachhimmel haben möchte, habe ich eine 10mm starke Aeroflex-Matte daraufgeklebt.
... Die Spriegel habe ich mit einer oder mehreren Lagen Klebefilz dem Niveau angepasst.
In der Sonne werden die nackten Metallteile richtig heiß, selbst nur eine 1mm dünne Schicht Filz hilft hier enorm!
... Durch die zusätzliche 10mm starke 2. Matte wird die Isolierschicht auf die Stärke der Spriegel angehoben.
... Der Dachhimmel wird von vorn bis hinten mit dem 1mm-Filz beklebt. Dank der Flexibilität des Filzes lassen sich auch die Rundungen im Dach ohne große Falten bespannen. Das Mittelteil ist eine durchgehende Bahn Filz.
... An den Seitenwänden habe ich die Original-Verkleidungen komplett entfernt. Überall, auch in den Hecktüren, habe ich 19mm Isoliermatten eingeklebt, so tief ich damit gekommen bin.
Die oberen Hälften der Seitenwände habe ich nicht weiter verkleidet, ich brauchte wie beschrieben den Raum als zusätzliche Platz für die Liegefläche.
... Hier die Schiebetür von innen, über dem Schloss mit einem blanken 2mm Alublech verkleidet, darunter ein mit Filz bespanntes Alublech. Der übrige Teil ist frei, die Löcher der Klipse der Original-Verkleidung sind noch zu sehen.
... Gegenüber das Seitenteil hinter dem Fahrersitz, oben frei, unten Alublech mit Filz, mit Bohrschrauben befestigt. Ganz unten der Einlass (rechts) und die Auslässe der Diesel-Standheizung. Zwischen den beiden Auslässen wird die vordere Wand der Nasszelle montiert.
... die Verkleidungen der Hecktüren mit Alu-Riffelblech
11. Fensterfüllungen seitlich und hinten anbringen
Diesen Abschnitt könnte man auch in den vorigen Part unter Isolation und/oder Verkleidungen integrieren, da diese Fensterfüllungen zwei Funktionen in einem haben. Ich hatte ja zuerst, wie unter Punkt 8.) beschrieben, an allen Fenstern im Laderaum Spiegelfolien innen angebracht. Diese Folien sind von Natur aus kratzempfindlich und können bei etwas stärkerer Belastung oder Kontakt mit scharfen Gegenständen leicht eingerissen werden, was man dann auch von außen sehen würde.
Da ich, wie erwähnt, eigentlich nur das Fenster in der Schiebetür benötige, kann ich die anderen Scheiben auch gleich dauerhaft verdunkeln. Die Spiegelfolien haben aber trotzdem die Aufgaben, möglichst viel Sonneneinstrahlung zu reflektieren (was die auch eindrucksvoll machen, wenn man sich bei vollem Sonnenschein mal hinter eine verspiegelte Scheibe stellt) und ein einheitliches Aussehen nach Außen zu bewirken.
Die Scheiben im Laderaum des Sprinters sind nach alter Manier noch in richtige Gummiprofile gefasst und nicht geklebt, wie z. B. die Frontscheibe. Diese Gummiprofile sind nach außen hin sehr flach und lassen die Scheiben mit der Außenhaut der Karosserie bündig wirken. Zum Innenraum hin setzen sie die Scheiben um ca. 10mm nach außen ab, d. h. wenn ich dort eine maximal 10mm dicke Platte in den Scheibenrahmen einpassen würde, wäre diese Platte bündig zum Scheibengummi. Na ja, nicht ganz, denn eine Platte ist flach, die Scheiben sind der Karosserielinie folgend, nach außen hin gewölbt.
Beim inspirierenden Bummeln durch die Baumärkte habe ich statt einer profanen Holzplatte dieses Material gefunden:
Bauplatten in verschiedenen Stärken, auch 10mm, bestehend aus einem Hartschaumkern, belegt beidseitig mit einem Kunststoffgitter und einer zementartigen Masse werden zur Raumgestaltung benutzt. Schneiden kann man die mit einem Messer.
... Links von Hornbach, rechts vom Hagebaumarkt, kosten ca. 15,-€/Platte
Die habe ich für die Seitenfenster vorgesehen.
Für die Heckfenster hab ich etwas anderes gefunden:
Wie zu erkennen sind dies Isolierplatten, die hinter die Heizkörper geschoben werden, bestehend aus Hartschaum, beidseitig mit Alu kaschiert. Sind etwas leichter und billiger als die Bauplatten.
Warum die unterschiedlichen Platten an Seiten- und Heckfenster? Ich hatte zuerst probeweise eine Bauplatte aus dem Hagebaumarkt gekauft und angepasst. Eine etwas krümelige Angelegenheit, aber eine Scheibe war verkleidet, indem ich die Platte einfach in den Scheibengummi klemmte. Also habe ich zur Vereinheitlichung für die anderen Seitenscheiben ebenfalls Bauplatten genommen. Dann fiel mein Blick auf die Heizungsisolation, die habe ich dann auch mitgenommen. Seitdem konkurrieren beide Systeme in der Praxis im Wagen (im Bild oben links die Bauplatte, rechts die Heizungsisolation). Vorläufiges Ergebnis: kein Unterschied, aus Kostengründen würde ich jetzt wohl überall die Heizungsisolations-Platten nehmen. Überall? Nein, nicht ganz, bei der Verdunklung der Schiebetür (kommen wir später noch dazu) würde ich die Bauplatte bevorzugen oder gleich einen Holzrahmen bauen, weil die stabiler sind.
Wie passe ich die Platten an die Scheiben an? Mit einer Mülltüte! Die bestehen aus dünner Folie, ähnlich der einer Scheibenfolie. Erste Schritte wie beim Bekleben der Scheiben eines Autos: Die Mülltüte wird zerschnitten, so dass nur noch eine Lage übrig ist, diese muss mindestens so groß sein wie die Scheibe. Dann Scheibe von außen mit Seifenlösung einnässen, dito die Folie = Mülltüte. Mülltüte auf die Scheibe außen legen, glattrakeln, sie haftet durch den Wasserfilm schön an der Scheibe. Dann mit einem scharfen Teppichmesser an der Scheibendichtung entlang die überstehenden Reste abschneiden. Fertig ist die Schablone für die Platten. Dann nur noch präzise aufzeichnen und ausschneiden. Passt mit nur wenig Nacharbeit.
Die Platten sollten übrigens nicht zu genau passen, ein paar Spalten sind notwendig, zur Not müssen diese geschaffen werden. Der Grund ist im Bild zu erkennen:
die Platte ist gerade, die Scheibe nach außen gewölbt, Abstand in der Mitte bis zu 1cm. Also jede Menge Luft dazwischen. Diese muss sich je nach Temperatur ausgleichen können. Daher sind ein paar Spalten für den Druckausgleich sinnvoll.
Das Bild links ist beim Bau des Rahmens für den Plissee in der Schiebetür aufgenommen worden. Sonst ist die Platte natürlich vollflächig.
Um nicht immer an die zementartige Oberflächen der Bauplatten zu fassen und diese abzureiben, habe ich mich entschlossen, diese anzustreichen. Ein Topf Farbe RAL 7001 hochglänzend war noch nicht leer, also ans Werk. Besonders die Schnittkanten dick einstreichen, dort bröselt das Zeug besonders gern. Die Oberfläche ist nicht besonders saugfähig, ein dicker oder (besser) zwei dünnere Anstriche reichen. Noch ein Argument für die Heizungs-Platten, der Anstrich entfällt dort.
Wenn ich die Platten aber nur in den Gummirahmen einklemme, fallen sie spätestens während der Fahrt wieder raus. Außerdem stört das Licht, das durch die Spalten hereinfällt. Die Platten sollen schließlich auch als Verdunkelung dienen.
Einfache Lösung: mit Dichtmasse – Silikon die Spalte ausfüllen. Rundum bis auf die Unterkante. Da fällt nur noch wenig Licht ein und ich habe zum Druckausgleich genügend Querschnitt.
Ob und wieviel Dreck sich zwischen Scheiben und Platten ansammelt, wird die Zeit zeigen. Einige Platten sind leicht zu demontieren (einfach die Silikonnaht aufschneiden und die Platte lässt sich entnehmen) andere müsste ich aufschneiden oder Möbel entfernen. Schön jedenfalls, dass durch die Spiegelfolie das nicht so schnell auffällt....
... Die Platte hinter der Sitzbank habe ich geteilt, so dass ein Teil in der Nasszelle fest im Rahmen bleibt, der andere Teil sich bei Bedarf mit einem Handgriff lösen lässt und eine zusätzliches Fenster freigibt. Gesichert wird dieser herausnehmbare Teil durch zwei Holzleisten links und rechts.
12. Hilfsrahmen für die Möbel
ist im Prinzip schon in dem Kapitel 04 zur Planung der Inneneinrichtung beschrieben worden.
Fügen wir noch ein paar Bilder hinzu (die Platten in den Fenstern sind noch nicht befestigt):
oben linke Seite, unten rechte Fahrzeugseite. Der Teil, wo die Handschuhe hängen, wird entfernt.
In den beiden Bildern oben sind dies die Rahmen aus Flacheisen, die an den Seitenwänden befestigt sind. Die Rahmen werden später noch grundiert und mit Farbe RAL 7001 angestrichen.
Oben: Hier sieht man den grundierten Hilfsrahmen der linken Seite. Am Boden der Belag aus Gumminoppen, der Radkasten ist mit Isolation und darüber Filz beklebt (Restmaterial), hinten die Rückwand der Nasszelle zu Anpassarbeiten provisorisch eingesetzt.
Deutlich sind aber auch die Befestigung zu erkennen: Zwischen den Schenkeln der Federklemme eine der beiden oberen Schrauben, die in die Einschweißmuttern der Rückenlehnenbefestigungen eingedreht werden und damit später auch noch das linke Heck-Regal mitbefestigt wird. Darunter und im Vordergrund zwei Schrauben, die in die dort befindlichen Einschweißmuttern für die Verzurrösen eingeschraubt werden.
Der ganze Rahmen bekommt Abstandhalter in Form von aufgeschweißten Muttern (überall dort, wo ein kleines Loch im Rahmen zu erkennen ist). Diese werden später alle mit Filz unterlegt.
Unten: der Hilfsrahmen in der Nasszelle
Hier sind auch wieder die Befestigungsschrauben oben und unten zu erkennen. Der Rahmen geht nach rechts bis knapp über die Vorderwand der Nasszelle. Es wird hier auch deutlich, dass die Ausströmer der Standheizung nach links in die Nasszelle, nach rechts in den übrigen Innenraum gehen. Im Vordergrund die Toilette, rechts davor wird deutlich, wie viel Platz noch in der Nasszelle übrig ist. Für eine Duschwanne reicht es allemal.
... Zwei Details, wie die Möbelmodule mit dem Hilfsrahmen verbunden werden.
... ebenfalls Regal links hinten, Verschraubung Möbelblock zusammen mit Hilfsrahmen
13. Seitenwände der Nasszelle
anzupassen ist eine richtige Fummelarbeit. Am Anfang steht eine große, raumhohe Pappe. Die kam von der Verpackung der Zwischenlage von Holz-Bodenplatte und Stahlblech-Boden im Laderaum, also diese Art Dachpappe (ich glaube, wenn ich die Arbeit nochmal machen müsste, nehme ich einfache, besandete Dachpappe). Deren Original-Mercedes-Verpackung ist so groß, dass sie für eine Schablone geeignet ist (also nie nichts wegwerfen!).
Ich habe mir aus einem kleinen Messmittelhalter einen Bleistifthalter gebastelt. Mit dem habe ich die Konturen der Seitenwand von oben nach unten abgefahren und so die Kontur auf die Pappe übertragen.
... Das halb-fertige Ergebnis sieht so aus, aber eine Pappe ist schneller zurechtgeschnippelt als ein Blech. Die Schablone muss nur die Kontur wiedergeben, nicht die Tiefe der Wand, die wird separat auf dem Blech aufgezeichnet.
Netterweise hat Mercedes die Konturen seitlich im Sprinter überall gleich gehalten, so dass nur eine Schablone gebaut werden muss
Nach vielem Rein- und Raustragen stehen schon mal die Seitenwände der Nasszelle.
Allerdings sind die nackten Bleche nicht wirklich stabil, daher werden sie mit Federklemmen zur Ansicht provisorisch in Position gehalten
Wichtig ist schon jetzt, mit Kantenschutz zu arbeiten, sonst reißt man schnell den dünnen Filz ein. Und die Maße des Kantenschutzes sind noch zu berücksichtigen.
Versteift werden die Blechwände erst später durch aufgenietete Winkel. So kann ich die Bleche aber schneller wieder aus dem Fahrzeug schaffen.
14. Klappsitzbank Gestell bauen
Das wäre die erste Konstruktion aus Rohrrahmen. Stellte sich mir die großen Fragen: a) mit oder ohne Gehrung und b) wie einen Rahmen verzugsfrei schweißen?
Entscheidungen zu a) ohne Gehrung, d. h. die Rahmenrohre sind an mindestens 4 Stellen pro Seite offen. Nachteil ist, dass das nicht so toll aussieht, als wenn ich alles mit Gehrungsschnitt quasi nahtlos zusammenfüge. Hat aber den Vorteil, dass die Bohrspäne beim unvermeidlichen Bohren für Wer-weiß-was-nicht als Rostnester im Rahmen verbleiben, sondern zumindest teilweise wieder rausgeschüttelt werden können und zudem die Rohrstopfen gleich als Anschlagpuffer und Abstandhalter dienen können und nicht extra aufgeklebt werden müssen.
b) Ich hab‘s so gemacht: Rohre auf den vorher gefegten Garagenboden legen. Der ist (hoffentlich) topfeben. Ausrichten und Fixieren der Rohre mit Magnetwinkel. Nachmessen. Nochmal messen. Rahmen innen heften, gleich sofort außen heften. Winkel kontrollieren. Innen durchschweißen, dito außen. Seiten rundum durchschweißen. Ggf. Verschleifen. Passt! Nächster Rahmen.
Wenn das erstmal geklärt ist, wie die Rahmen in einer Ebene ohne Verzug zu schweißen sind, kommt das Zusammenbauen der einzelnen Rahmen zu ganzen Körpern. Das habe ich so wie in dem Bild unten gelöst.
... entscheidender ist aber, wofür das Ganze. Wer so etwas bauen will, braucht eigentlich nur ein paar Abbildungen, um seine eigenen Ideen entsprechend anzupassen.
... Verstärkung in der Sitzmitte hier noch mit Flacheisen, bei den übrigen Möbeln mit T-Profilen, beide halten aber gut, die Flacheisen sind nur etwas elastischer.
... Sitzbank passt in Liegeposition genau bis an die geschlossene Schiebetür.
... Die Verriegelung erfolgt in Sitzposition durch einen Schwenkriegel am Grundrahmen vorn rechts, der in eine Bohrung des Rahmens der Sitzfläche von unten einfährt – hält zuverlässig und klapperfrei, da der Riegel unter Spannung steht.
Die Holzbretter dürfen nicht zu knapp eingepasst werden, sonst knarzen sie bei Belastung, d. h. sie scheuern am Rahmen.
... mit Polsterauflage werden die Nischen in den Seiten genau ausgenutzt.
15. Module Küchenblock und Regalblöcke
bauen, das war die zeitlich aufwendigste Arbeit beim Innenausbau. Hauptsächlich wegen der Schubladen, die, wie alles, in Einzelarbeit angefertigt und angepasst werden mussten. Das Zusammenfügen der Grundgestelle dauerte einen Tag, das Komplettieren einen Monat.
Hier ein paar Impressionen davon:
... der Küchenblock hinten und der Regalblock rechts schon mit Schubladen im Rohzustand. Die Abdeckungen der Radkästen hinten sind übrigens die Original-Teile, einfach nur gereinigt und aus der Farbdosen neu übergesprüht. Sieht hinterher eh‘ keiner.
Oben: der rohe Rahmen links hinten, noch ohne jegliche Aufnahmen für die Auszüge der Schubladen, eine Stellprobe
... der Rohbau des Küchenblocks. Schon deutlich zu erkennen, wo was hinkommt. Links neben der Spüle das Fach für den Gaskartuschenkocher, darunter die Besteckschublade, darunter viel Platz. Unter der Spüle die Schublade für die beiden Ab-/Wasserbehälter, dahinter und darunter weiterer Leerraum.
Eine Idee war es, Platz für eine Kühlbox zu schaffen, und zwar in einem Gestell, das links an den
Küchenblock angeschraubt wird und entsprechend in die Öffnung der Schiebetür hineinragt. Oben noch eine klappbare Platte drauf, fertig ist ein(e) zusätzliche Ablagefläche bzw. Tisch.
Die Füße unter dem Gestell sind abnehmbar: unten ins Gestellrohr je ein Mutter einschweißen, oben auf die Füße eine entsprechende Schraube, fertig ist der fein justierbare Fuß. Das Gestell wird primär außerhalb des Fahrzeugs verwendet. Gleiches bei allen Modulen.
... Die ganze Konstruktion ist mir aber etwas zu sperrig, obwohl ich sie eng um die Kühlbox herum gebaut habe. Sie wurde fertig gebaut, war aber noch nicht im Fahrzeug im Einsatz.
Weitere Impressionen aus der Bauphase:
Die Schubladen bestehen alle aus 2mm Alublech, gekantet, vernietet und/oder verschraubt
Der Regalblock hinten links.
...Die Seiten- und Heckwände der oberen Schubladen wurden aus zwei Hälften Blech gekantet, da die kleine Abkantbank nicht die ganze Länge schaffte
... Rechts die Drehsicherung mit einem Flacheisen, damit die Schubladen während der Fahrt nicht aufgehen. In der Ecke des Gestells oben ist eine Mutter eingeschweißt, darauf wird später das Zwischenbrett gelegt und angeschraubt, um eine Liegefläche im Heck zu schaffen.
... Die Verriegelung der Schubladen wird übrigens vom TÜV geprüft.
... mit Holzeinlage, wie immer 12mm OSB-Platte. Der Klapptisch lässt sich komplett gegen das Gestell mit der Kühlbox tauschen.
... Dieser Klapptisch reichte dem Prüfer übrigens als Tisch aus. Ich habe zwar einen anderen Tisch dabei, an dem man sich richtig hinsetzen kann, aber Ergonomie spielt bei der Abnahme zum Wohnmobil wohl keine Rolle. Ein Stehtisch scheint zu genügen.
...die Montage der Möbelblöcke im Fahrzeug.
Wenn alles soweit angepasst und fertig zur Benutzung scheint, muss es wieder auseinandergenommen werden. Durch die Einbauten, besonders wegen der Teleskopauszüge und der Schubladen, werden die Möbelblöcke, besonders die hinteren, zu schwer für mich.
... Wenn keine Liegefläche im Heck gebraucht wird, kann die Platte an der rechten Hecktür innen befestigt werden.
... Der Rahmen ist tatsächlich so schräg, da sich die Blöcke nicht genau gegenüber liegen, die Befestigungen aber auf deren Ecken liegen
... einfach mal mutig sein und die Schrauben direkt auf die Tür schweißen!
16. Tür Nasszelle
Warum einer Tür einen extra Punkt widmen? Ich meine, bei der vielen Fummelei beim Bau und der Montage hat die es verdient. Sie soll auch, wie schon erwähnt, zwei Funktionen erfüllen,
erstens: Den Zugang zur Nasszelle ermöglichen und sicher zu verschließen sein; zweitens: als Raumteiler im Fahrzeug selbst dienen.
Rechnen wir nochmal nach: Die Nasszelle ist ca. 92cm lang, davon gehen ab 20cm an der linken und 10cm an der rechten Seite, dies sind die Ecken, die auch notwendigerweise die Seitenwände mit versteifen. Und irgendwo muss eine Tür ja eine Verriegelung haben und befestigt werden (Scharniere) und damit einen Anschlag haben (merke - Scharniere links = Anschlag links!). Bleiben also eine lichte Breite der Türöffnung von 62cm. Das Türblatt überlappt beidseitig je ca. 1cm, macht plus 2cm. Das Türblatt hat also insgesamt eine Breite von 62+2cm = 64cm. Der Gang zwischen Nasszelle und Küchenblock ist aber nur 60cm breit. Wie öffne ich die Tür also komplett bei aufgebautem Heckbett, ohne mich in eine Ecke zu quetschen? Außerdem muss mal die Toilette entleert oder die Ab-/Wasserbehälter geleert/gefüllt werden. Und ein Rolltor oder einen Vorhang wollte ich nicht.
Die Lösung: eine zweiteilige Tür, in der Mitte (oder außermittig) zu knicken.
Wenn die Tür als Raumteiler dienen soll, und Toilette, Spüle und Heckbett dahinter zusammen erreichbar sein sollen, muss der Anschlag in Fahrtrichtung vorn sitzen. Die Tür öffnet in den Gang hinein. Das wäre schon mal geklärt.
Wie teile ich das Türblatt am Besten? Nasszelle und Küchenblock gegenüber sind eingebaut, also ein Stahlbandmaß nehmen (eines mit einer Wölbung nach innen = höhere Stabilität) und vor Ort ausmessen. Das Bandmaß kannst du an beliebiger Stelle nach innen oder außen biegen und dabei gleichzeitig die für dich idealen Maße ablesen. Ich habe mich für eine Teilung von 19/45cm entschieden, d. h. wenn ich im Gang vor der Tür stehe, habe ich links einen Streifen von 19cm, den ich nach außen (also zum Gang hin) öffnen kann und rechts einen von 45cm bis zum Anschlag = Türscharnier. Beide Türelemente werden mit Scharnierband über die gesamte Höhe beidseitig vernietet. Das Scharnierband liegt dabei von außen auf, lässt aber einen kleinen Knickwinkel nach innen zu - dies ist sehr wichtig. Ich habe diesen Winkel noch vergrößert, in dem ich den schmalen Streifen innen angeschrägt habe.
Die Tür-Scharniere sind Wechselscharniere, d. h. die Scharnierbolzen lassen sich nach oben herausnehmen. Ich habe mich für drei Scharniere entschieden, da sonst das Türblatt sich zu stark nach außen wölbt. Festschrauben der Scharniere reicht bis jetzt völlig aus.
Nächster Punkt: Türverschluss. Das Türblatt besteht nur aus einem Stück 2mm Alublech ohne weitere Verstärkungen. Das Scharnierband in der Teilung zählt nicht, da es keine versteifende Funktion hat. Ich habe zuerst nur einfache Schieberiegel innen und außen links am schmalen Türstreifen angebracht. Dadurch, dass das Scharnierband auch eine Bewegung nach innen zulässt, öffnet sich die Tür von allein. Also muss eine Verriegelung an der linken Seite des breiten Türstreifens her, der gleichzeitig das Türblatt ein wenig stabilisiert. Die Lösung: ein Drehstangenverschluss. Ich fand eine stabile Ausführung mit 8mm Drehstangen und einem Schloss mit beidseitiger 4mm Vierkantaufnahme. Diese Aufnahme für einen Vierkant erlaubt es, Fenstergriffe als Türgriffe zu benutzen, ich habe mich für T-Knebel entschieden, weil sie nicht so weit herausragen, aber sehr gut zu greifen sind. Diese werden innen und außen angebracht. Die Drehstangen sind an ihren Enden jeweils mit Haken versehen, die um entsprechend mitgelieferte Zapfen als Gegenstücke im festen Teil z. B. eines Schrankes gedreht werden und damit die Tür fest anziehen und sie gleichzeitig verriegeln. Zwei Drehstangen – zwei Zapfen – je einer oben und unten – die Haken als Rampen ausgebildet, damit wird die Tür automatisch herangezogen. Die Drehstangen mussten nur je einmal aufgetrennt und um 90Grad verdreht wieder angeschweißt werden, damit die Haken gleichläufig nach innen schwenken. Diese Konstruktion hat sich als sehr stabil und klapperfrei erwiesen.
... Tür Nasszelle komplett nach vorn geöffnet.
... Durch die Teilung der Tür lässt diese sich leicht am Küchenblock vorbei nach vorn schwenken.
... Wird der schmale Teil der Tür nach innen geklappt, kann die Tür am Küchenblock so wie auf den Fotos eingeklemmt werden und teilt damit den Innenraum.
... Ich hatte erst an eine Verriegelung in dieser Position gedacht, aber der Kantenschutz der Tür macht diese überflüssig.
... Die Unterkante der Tür liegt ca. 10cm über dem Boden. So kann auch flache Ladung transportiert werden und die Nasszelle bleibt benutzbar.
... schmaler Teil geöffnet, Rest verriegelt. Sorgt für mehr Schulterfreiheit in der Toilette und bessere Belüftung der Nasszelle.
... Details Drehstangenverschluss mit umgeschweißten Haken unten
17. Ablagen
Diesen Punkt habe ich immer wieder vor mir hergeschoben, bis ich ihn nicht mehr vermeiden konnte. Es musste irgendwie mehr Stauraum her, außerdem sollte zusätzlich Beleuchtung und 12V – 220V – Steckdosen angebracht werden und dies ging am Besten unter Ablagen. Gleichzeitig wollte ich nicht in die Karosserie bohren, wegen den Bohrspänen, die in den Hohlräumen unwiederbringlich verschwinden. Aber wenn man einmal mit der Bohrerei angefangen hat – was soll‘s, ist eh die praktikabelste Lösung. Für andere Vorschläge bin ich immer offen!
Ich habe nur Ablagen gebaut, Schränke und Kästen zunächst nicht. Mal sehen, ob sie gebraucht werden und wenn ja, ob es nicht eine einfache Lösung dafür gibt.
Im Prinzip bestehen die Ablagen aus einigen wenigen Teilen: 2 Schwerlastregalträger, einem Stück Alublech und Aluwinkel, zur Befestigung dienen Bohrschrauben. Unter den Regalen werden ein oder 2 LED-Spots mit festem oder flexiblem Arm geschraubt, dazu eine 12V-Doppelsteckdose und eine 220V-Steckdose. Ggf. habe ich die Unterseite mit Filz beklebt, um evtl. Schwitzwasser vorzubeugen. Die Schwerlastträger sind zur Karosserie hin alle mit Filz beklebt.
..Ein Schwerlastträger, Stütze wird in der Mitte aufgetrennt, Schenkel der Fahrzeugkontur entlang gebogen, Stütze wieder zusammengeschweißt.
Unter die Ablage über dem Küchenblock wollte ich zusätzliches Licht haben, hier 3 LED-Lichtbänder. Ich habe sie aufgeklebt und mit Alustreifen gekontert. Die Lichtbänder müssen untereinander verlötet werden, da die Schnellverbinder nichts taugen. Auf dem Tisch hier leuchteten alle 3 Lichtbänder, im Fahrzeug nur 2. Habe nicht herausbekommen wieso.
Lichtbänder untereinander verlöten....
....auch die Schnittstellen innerhalb der Lichtbänder isoliert nach außen, half nichts. Wenn der Alustreifen (wie oben) demontiert wird, hält der Kleber nicht mehr. Eine andere Lösung muss her!
BTW – unbedingt die Einschaltreihenfolge beachten: Zuerst die Lichtbänder untereinander sicher verbinden, dann erst die Spannungsversorgung einschalten. Habe mir dadurch eine Steuereinheit zerschossen bzw. deren Sicherung ist durchgegangen. Mit einem Lötpunkt rep.
18. Gestell Ab-/Wasserkanister Naßzelle
Eigentlich nur noch eine Fingerübung: das Gestell für die Wasserbehälter in der Nasszelle. Oben Frischwasser, unter Abwasser. Wird an der Rückseite in den Hilfsrahmen eingehängt und vorn noch einmal verschraubt.
Das Gestell springt zur Seitenwand hin zurück und nutzt so die Fensternische aus. Außerdem wird so die dringend benötigte Schulterfreiheit an der Toilette gewonnen. Wie jedes Modul kann auch dieses Gestell mit Standfüßen versehen werden und so separat außerhalb des Fahrzeugs stehen.....
....dann wird noch an die Rückwand ein kleiner Spiegelschrank montiert
19. LED-Lichtbänder Innenbeleuchtung
Natürlich soll die Innenbeleuchtung mit LEDs erfolgen, unter jeder Ablage (auch über dem Beifahrersitz) gibt es mindestens einen LED-Spot. Aber ich wollte auch eine Allgemeinbeleuchtung im Fahrzeug, ein Schalter in der Nähe der Eingangstür (hier Schiebetür) betätigt und der Innenraum ist hell. Am einfachsten erschien mir dies mit LED-Lichtbänder zu erreichen. Bloß wo und wie montieren. Die Spriegel unter dem Dach waren mit Filz verkleidet, aber noch gut sicht- und fühlbar. Im Baumarkt gab es schöne, gehobelte Kiefernholzleisten, ca. 2,50m lang. Auf die passten zwei dieser Lichtbänder, das sollte genug für die Allgemeinbeleuchtung sein. Und genau 5m Lichtband waren auch auf einer Spule. Ich habe die Lichtbänder mit 300 LEDs genommen. Verlegung ganz einfach: eine Bahn hin – eine Bahn zurück, da die Lichtbänder nicht um die Kurve gelegt werden können, an den Enden wie schon geübt mit kleinen Kabeln die einzelnen Anschlüsse verlöten. Zur Fixierung und Isolation diese Lötstellen noch mit Silikon versiegelt. Da der Kleber auf der Rückseite der Lichtbänder nicht gut hält, habe ich sie alle 20cm mit Halteschellen zusätzlich fixiert.
Ein großer Feuchtraum-Haushaltsschalter an der Ablage über dem Beifahrersitz angebracht, dort kann man ihn schnell erreichen. Und diese Leuchtbänder sind richtig hell oder können stimmungsvoll gedimmt und in der Farbe geändert werden, nicht nur Spielerei.
Die Beleuchtung über dem Küchenblock wurde genauso mit so einer Kiefernholzleiste als Träger gebaut.
20. Verdunkelung an dem Fenster der Schiebetür
In dem großen Wohnmobil wurde eine sehr schöne und effektive Verdunkelung an jedem Fenster eingebaut – mit einem Doppelplissee. Wenn der Rand des Plissee noch von einem Rahmen umschlossen wird, dringt kein Licht mehr rein oder raus. So etwas wollte ich hier auch haben.
Daher musste aus einer einfach angepassten Bauplatte im Fenster der Schiebetür ein entsprechender Rahmen ausgeschnitten werden.
....auch ohne Rahmen ist der Plissee schon ziemlich lichtdicht
Auf jeden Fall ist noch genügend Freiraum zur Außenwand vorhanden,
aber ohne weitere Führung steht der Plissee doch ziemlich weit ab.
Aber mit Rahmen dringt kein Licht mehr durch und der Plissee wird auch besser geführt und schlackert nicht mehr frei herum. Der Rahmen ist eine Sonderanfertigung, nach meinen Maßen als Z-Profil gekantet (Onlinebestellung).
21. Heckträger für Fahrräder
Da ich so im Schwung war, musste so ein Ding natürlich auch noch gebaut werden. Ich hatte noch ein fertiges Teil schon lange herumliegen. Glücklicherweise besteht es aus Stahlrohren, so konnte ich es gut verschweißen. Der ganze Träger ist pulverbeschichtet und noch gut in Schuss.
Um den hier links geht es. So einer ist heute noch als Universalträger zu bekommen...
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