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ulfertg hat geschrieben:Hallo Erhard, wie ist denn dein aktueller Stand mit dem Balancing? Kannst du jetzt sicher sagen, dass es bei Deinem Akku funktioniert?
Hallo Ulf,
mir gehts genau wie Dir, 100% sicher kann ich nicht bestätigen. Das hängt auch damit zusammen, daß mir die Funktionalität mit ihren Randbedingungen seitens Fa. Robur nicht klargestellt wurde. Hier: --> Link hatte ich gemeldet, daß ich manuell gebalanced habe (dann noch 2 mal nachmanipuliert - ist im Zellverbund wohl nicht ganz einfach), einen Schlußstrich ziehe und eine letzte interessante / hoffnungsgebende Messung gemacht habe. Dann habe ich den Akku ins Auto eingebaut und übe Winter, sowie einige Voll-Zyklen draufmachen durch Entladung über Kühlschrank.
Die letzte Ladung mit Labornetzteil war gg. Ende mit 50mA und dann auf 30mA abgesackt (das flackert aber rum: ist der Balancer oder sonstwas nervös oder getaktet ?). Guggxd Du, und interpretiere mal bitte, was Du aus Deiner Sicht hier siehst: Wenn jeder Zyklus jetzt so aussieht, gebe ich H. Sinz einen aus.
Ansonsten werde ich ab Januar mit meinen beiden Spiel-Akkus (8AH) die verschiedensten Balancerchen die ich bestellt habe mal ausprobieren. Dein ISDT BattGo BG-8S Batterie Checker/Balancer ist auch dabei. Und welche für 2,84$. Aktive und passive. Bin gespannt. Mein worst case wäre, daß ich den m.E. geeignetsten in meinen Robur einbaue.
Hallo zusammen, ich habe wie angekündigt ein Testreihe mit einem BG-8S von ISDT durchgeführt. Das ist ein Batteriemonitor, der auch mit 50mA balancen kann. Also mit genau dem Strom, mit dem auch das Balancing des Robur Akkus angegeben ist. Damit wollte ich die These "50mA sind zu wenig um größere LiFePo4 Zellen zu balancen" prüfen sowie indirekt ermitteln, ob das (bei meinem Akku) nicht sichtbare Balancing an der zu geringen Stromstärke liegt - oder ob es weiterhin nicht in dem BMS freigeschaltet ist.
Es folgt die Beschreibung des Test-Setups: - Umgebungstemperatur ca. 8°C - Akku war über das BMS bis kurz vor OVP geladen - Ausgebauter und vom BMS getrennter Akkupack - BG-8S an den Polen angeschlossen - Stromqelle: Labornetzteil, auf folgende Werte eingestellt: Strom max: 50mA Spannung max: 14,36V - ich habe über einen Zeitraum von zwei Tagen Fotos vom Display des BG-8S gemacht und dann in eine Tabelle übertragen. Foto des Test-Setups: Hier ein Screenhsot der erstellten Tabelle (ich hoffe nach Absenden meines Posts öffnet sich bei Klick auf das Bild die größere, leserliche Version - im Editor werde ich auf die Startseite des Forums weitergeleitet): Es folgen einige Hinweise: - die Zeitachsen der Diagramme sind nicht linearisiert - die letzten drei Werte sind identisch, da nur kopiert und dienen lediglich der einfacheren Lesbarkeit der Diagramme
Es folgt meine Interpretation: Ein Balancing mit 50mA ist (bei dem von mir getesteten) Zellverbund grundsätzlich möglich. Ca. 48 Stunden sind natürlich erstmal nicht Praxisgerecht, vor allem da der Akku während dieser Zeit in einem relativ engen Spannungsfenster gehalten werden muss, allerdings kann der geringe Strom, wenn der Akkupack erstmal initialisiert ist und dann regelmäßig balanciert wird, meiner Meinung nach in den allermeisten Fällen ausreichend sein.
Ich habe in meinen Tests weiterhin keine Anzeichen entdecken können, dass das Robur BMS in der zweiten Version balanciert (keine Erwärmung des BMS-Chips, in dem die Umsetzung der 50mA in Wärme erfolgen sollte, keine Angleichung der Zellspannungen erkennbar, kein Balancing Strom messbar) Zum Vergleich folgt ein Diagramm der Entwicklung der Spannung, wenn der Akku über das angeschlossene BMS unter ähnlichen Bedingen (Strom/Spannungsbegrenzung um OVP zu verhindern) geladen wird. Dieses Diagramm habe ich vor einigen Monaten erstellt und auch hier schon mal gepostet - die Spannungsentwicklung stimmt aber auch mit der des Softwarestands V2 (mit angeblich funktionierendem Balancing, ich habe bereits drei verschiedene Platinen getestet - alle haben ein vergleichbares Verhalten gezeigt) überein: zuerst steigt die Spannung aller Zellen, dann, mit sinkendem Strom, steigen nur noch die Spannungen von zwei Zellen weiter an und die der beiden anderen Zellen sinken leicht.
Ich werde jetzt noch einen weiteren Test machen, in dem ich eine Zelle des nun sauber balancierten Akkupacks gezielt leicht entlade und dem BMS die Möglichkeit gebe, das Ungleichgewicht auszubalancieren. Damit möchte ich ausschließen, dass das Balancing des BMS vielleicht nicht aktiv geworden ist, weil einzelne Zellspannungen zu niedrig waren. Das könnte schließlich eine Erklärung für das von Erhard beobachtete Verhalten sein. Nicht das so ein Verhalten sonderlich sinnvoll wäre - allerdings siegt (wie immer) meine Neugierde.
Bin gespannt auf eure Meinungen dazu und ob ihr einen Fehler in meinen Überlegungen finden werdet.
ulfertg am 23 Dez 2020 12:00:14
Nachtrag: die höher auflösenden, originalen Screenshots werden leider nicht angezeigt. Gibt es eine Möglichkeit, diese in das Forum einzubinden? Oder sogar PDF's zu verlinken?
Falls nicht, werde ich die Screenshots (falls es euch interessiert) Zerstückeln und als einzelne Bilder hochladen.
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rolfk am 23 Dez 2020 14:06:50
Zwei Hinweise dazu. Die Wärme aus den 50 mA entwickelt sich nicht in den Chips, sondern in den Balancerwiderständen. Das sind die 6 Rechtecke am Balancerstecker, auf denen 510 steht. Nur 4 davon werden hier benutzt und können warm werden. Die Widerstände sind für 2 Watt spezifiziert, falls ich sie nach der Größe richtig identifiziert habe. Die 200 mW bei 50 mA werden sie also nur sehr moderat erwärmen. Ulferts Kamera muss das aber zweifellos sehen.
Das Balancing ist tatsächlich getaktet, da müssen Pausen von 250ms drin sein, bei einem Taktverhältnis von etwa 1:5. Wer sich also noch eine Leuchtdiode darüber anschließt 4 Mal, , nochmal mit jeweils eigenem Widerstand etwa 150 Ohm, hat ne wunderschöne blinkende Anzeige der Balancertätigkeit.
Hans Kroeger am 23 Dez 2020 14:12:06
ulfertg hat geschrieben:Ein Balancing mit 50mA ist .....grundsätzlich möglich. Ca. 48 Stunden sind natürlich erstmal nicht Praxisgerecht, vor allem da der Akku während dieser Zeit in einem relativ engen Spannungsfenster gehalten werden muss, allerdings kann der geringe Strom,........ meiner Meinung nach in den allermeisten Fällen ausreichend sein.
Hallo Ulf, eine Verweildauer von mehreren Stunden bei Zellspannungen über 3,5 V für eine Vollladung sind unbedingt zu vermeiden. Über 3,5 V steht die Zelle unter Stress und deshalb ist die übliche Absorptionszeit etwa 30 Minuten, nicht mehrere Stunden. Unter diesen Bedingungen ist das Zeitfenster (beispielsweise 1 Stunde) in dem Balancing stattfindet zu kurz um mit 50 mA eine nennenswerte Drift auszugleichen. Im praktischen Betrieb kommt hinzu, dass die Batterie gegebenenfalls mehrere Lade-Entladezyklen absolvieren muss ohne Vollladung, also auch ohne Balancing (Schwebebetrieb). Wenn dann eine Vollladung erfolgt, dann ist möglicherweise gleichzeitig eine Last angeschaltet. Die Folge ist, dass nach Ladeschluss die Zellenspannung sofort zurückfällt in den Spannungsbereich, bei dem kein Balancing möglich ist. Das heißt, dass eine Drift durch mehrere Zyklen ohne Vollladung erzeugt werden kann, bevor diese kumulierte Drift bei einer Vollladung ausgeglichen werden muss, in einem Zeitfenster von etwa 1 Stunde. Das kann mit 50 mA nicht funktionieren, es sei denn, die Zellen driften nicht. Letzte Bemerkung. Wenn im CV Modus eine Zelle 100% geladen ist, dann sperrt sie den Stromfluß. Nur der Balancerstrom, der an der vollen Zelle vorbeigeleitet wird, steht dann als Ladestrom für die übrigen Zellen zur Verfügung. 50 mA ist da einfach zu wenig um in einer akzeptablen Zeit hungernde Zellen satt zu bekommen. Ich komme zum selben Schluss wie früher: Ein Balancing Strom von 50 mA, der durch die Spannungsdifferenz gedrifteter Zellen gesteuert wird, ist möglicherweise bei Liion Zellen ausreichend, weil das Balancing im gesammten Bereich von 0% bis 100 % SOC machbar ist. Bei LiFePO4 Zellen versagt dieses System, weil genau diese Voraussetzung fehlt.
Servus Hans
ulfertg am 23 Dez 2020 14:30:30
rolfk hat geschrieben:Zwei Hinweise dazu. Die Wärme aus den 50 mA entwickelt sich nicht in den Chips, sondern in den Balancerwiderständen. Das sind die 6 Rechtecke am Balancerstecker, auf denen 510 steht. Nur 4 davon werden hier benutzt und können warm werden.
Hallo Rolf, danke für deinen KOmmentar! Da Du ja sehr sicher zu sein scheinst mit Deiner Aussage, hast Du sicherlich auch inzwischen in das Datenblatt --> Link des verbauten Chips geguckt. Dort steht unter anderem unter "Additional Features": – Integrated cell balancing FETs Ich muss zugeben: meine Kenntnis von Elektronik ist begrenzt, daher bitte ich Dich um eine Erklärung, warum Du sicher bist, dass der Balancer-Strom über die Widerstände verheizt wird und nicht über die FETs?
rolfk hat geschrieben:Das Balancing ist tatsächlich getaktet, da müssen Pausen von 250ms drin sein, bei einem Taktverhältnis von etwa 1:5. Wer sich also noch eine Leuchtdiode darüber anschließt 4 Mal, , nochmal mit jeweils eigenem Widerstand etwa 150 Ohm, hat ne wunderschöne blinkende Anzeige der Balancertätigkeit.
Die genaue Taktung ist ebenfalls in dem von mir verlinkten Datenblatt beschrieben.
ulfertg am 23 Dez 2020 14:49:41
Hans Kroeger hat geschrieben:Hallo Ulf,
Hallo Hans, vorab: danke für Deinen Input!
Hans Kroeger hat geschrieben:eine Verweildauer von mehreren Stunden bei Zellspannungen über 3,5 V für eine Vollladung sind unbedingt zu vermeiden. Über 3,5 V steht die Zelle unter Stress und deshalb ist die übliche Absorptionszeit etwa 30 Minuten, nicht mehrere Stunden.
Hast du eine Quelle dazu, in der die möglichen Auswirkungen beschrieben sind? Nicht dass ich Deine Aussage anzweifele, aber ich würde gerne besser abschätzen können, wie relevant das in der Praxis ist. Davon ab: wie geschrieben ist mein Akkuexemplar nicht balanciert gewesen, als ich den Test gestartet habe - zudem war mir die Größe des Ungleichgewichtes nicht bekannt. Die in meinem Fall nötige Zeit von ca. 48h um den Akkupack auszugleichen, ist also nicht Repräsentativ sondern eher als Hinweis darauf zu interpretieren, dass das im Robur Akku eingebaute Balancing immer noch nicht stattfindet. Viel spannender wäre doch jetzt die Frage, wie hoch der Drift ausfällt, wenn der Akku in diesem Zustand in Betrieb genommen werden würde und ob ein 50mA Balancer den in Schach halten kann.
Hans Kroeger hat geschrieben:Unter diesen Bedingungen ist das Zeitfenster (beispielsweise 1 Stunde) in dem Balancing stattfindet zu kurz um mit 50 mA eine nennenswerte Drift auszugleichen.
Das kommt aber doch stark auf die Größe des Drifts an? Nach meinem Verständnis dienen diese Microbalancer nicht dazu, einen gedrifteten Akkupack auszugleichen, sondern einen Akkupack im Betrieb in Balance zu halten.
Hans Kroeger hat geschrieben:Im praktischen Betrieb kommt hinzu, dass die Batterie gegebenenfalls mehrere Lade-Entladezyklen absolvieren muss ohne Vollladung, also auch ohne Balancing (Schwebebetrieb). [...] Das kann mit 50 mA nicht funktionieren, es sei denn, die Zellen driften nicht.
Ich würde sagen: Das kann nur funktionieren, wenn die Zellen nicht zu stark driften. Unter welchen exakten Bedingungen das funktioniert oder nicht wäre interessant - aber ich stelle die Behautpung auf, dass die große Masse an funktionierenden Fertigakkus mit Microbalancing dafür spricht, dass diese Bedingungen eher häufig anzutreffen sind.
Hans Kroeger hat geschrieben:Letzte Bemerkung. Wenn im CV Modus eine Zelle 100% geladen ist, dann sperrt sie den Stromfluß. Nur der Balancerstrom, der an der vollen Zelle vorbeigeleitet wird, steht dann als Ladestrom für die übrigen Zellen zur Verfügung. 50 mA ist da einfach zu wenig um in einer akzeptablen Zeit hungernde Zellen satt zu bekommen.
Das verstehe ich nun leider gar nicht: wie kann eine Zelle den Stromfluss "Sperren"? Bitte um Erklärung. Nach meinem Verständnis steigt die Spannung stetig an, solange ein Strom anliegt, der die Selbstentladung überschreitet. Um ein für die Zelle ungesundes Spannungsniveau zu verhindern, wird beim passiven Balancing Strom aus dieser Zelle entnommen und in Wärme umgesetzt. Falls das nicht reicht, unterbricht eine Schutzfunktion (bei Fertigakkus in der Regel im BMS enthalten) die Stromzufuhr zu dem gesamten Akkupack.
Oder gehst du von einer Einzelzellenladung aus? Das wäre aber doch sehr praxisfremd?
Herbstsonne am 23 Dez 2020 17:24:37
Hi Rolf, Hans und Ulf,
würde Euch gerne einen Drink stifen, damit ihr noch eine Weile weiterdiskutiert! Ich habe (ebenfalls Nicht-Elektroniker) das Gefühl, Ihr seid jetzt ganz nahe dran, wie man zweifelsfrei detektieren kann, ob der Bonsai-Balancer arbeitet oder nicht. Und wie sein "Soll" aussieht.
Weiter wäre ich Euch dankbar, wenn Ihr nochmals meine Messung anschaut (--> Link), und schreibt, was Euch da mit Eurem Hintergrund auffällt !
... und irgendwie bin ich stolz, das Takten evtl. entdeckt zu haben, mein Sohn hat nur gesagt: nimm ein Oszi - hab ich nicht.
also, bleibt bitte am Gaspedal, Grüße, Erhard
rolfk am 23 Dez 2020 17:27:27
Keine Zeit zum zitieren. At ulfertg
Ich bin sicher, das die Fets nur schalten weil - 510 entspricht 51 Ohm entspricht 72 mA Bei 3,6 V, abzüglich der 250 ms Pause im Taktverhältnis also etwa 50 mA. - es steht sinngemäß im Datenblatt - man macht nicht gerne Verluste im Chip, das vergrößert Chipfläche und Kosten - und der Strom wäre festgelegt. So kann man ihn über den Widerstandswert einstellen.
Darüber hinaus habe ich dem Datenblatt entnommen, das die Fets auch als treiber für Endstufen verwendet werden können. Es dafür heisst, ein leistungsfähiger Transistor für größere Balancerströme. So als Zusatzplatine, einfach zwischen balanceranschluss und Akku. Wer hat Interesse :D ?
Herbstsonne am 23 Dez 2020 18:04:40
rolfk hat geschrieben:... Darüber hinaus habe ich dem Datenblatt entnommen, das die Fets auch als treiber für Endstufen verwendet werden können. Es dafür heisst, ein leistungsfähiger Transistor für größere Balancerströme. So als Zusatzplatine, einfach zwischen balanceranschluss und Akku. Wer hat Interesse :D ?
Ich ! ... und Fa. Robur könntest Du möglicherweise aus einer unkomfortablen Lage helfen ...
Danke und Grüße, Erhard
Hans Kroeger am 23 Dez 2020 18:18:45
ulfertg hat geschrieben:Hast du eine Quelle dazu, in der die möglichen Auswirkungen beschrieben sind? Nicht dass ich Deine Aussage anzweifele, aber ich würde gerne besser abschätzen können, wie relevant das in der Praxis ist.
Hallo Ulf es ist allgemeiner Wissensstand, dass Lithium Zellen bei höherer Spannung schneller altern, und in Kombination mit erhöhter Temperatur extrem schneller. Ich werde Dir gerne passende Literatur schicken, aber später, da ich gerade etwas knapp bin.
Nach meinem Verständnis dienen diese Microbalancer nicht dazu, einen gedrifteten Akkupack auszugleichen, sondern einen Akkupack im Betrieb in Balance zu halten.
was das selbe ist. Du hast 7 Ladezyklen ohne Volladung, also auch ohne Balancing. Dabei summiert sich die Drift die durch 7 Zyklen entstanden ist. Jetzt machst Du eine Vollladung mit 60 Minuten Balancing Zeitfenster (nicht 48 Stunden). Dabei kann Dein Balancer eine Drift von 50 mAh ausgleichen. Ein 2 A Balancer könnte eine Drift von 2000 mAh ausgleichen. Wie Du sagst kommt es auf die Höhe der Drift an. Ist sie 50 mAh oder weniger, dann reicht der Bonsai Balancer. Ist sie größer reicht er nicht. Ich habe keine magic number für die Drift. Ich rechne nur 50 mAh durch 7 = 7 mAh pro Zyklus. Das sind bei einer 200 Ah Batterie 0,0035 % C. Also eigentlich nichts. Bei etwas mehr als nichts reichen die 50 mA nicht aus.
Das verstehe ich nun leider gar nicht: wie kann eine Zelle den Stromfluss "Sperren"? Bitte um Erklärung.
Ich weiß, dass wird gerne übersehen. Ich hatte geschrieben im CV Mode ! Beispiel: Am Ladeende hast Du eine konstante Spannung von 14,2 V. 3 Zellen sind bei 3,6 V, eine Zelle ist bei 3,4 V. Bei konstanter Spannung fließt jetzt 50 mA durch die Balancer der 3 Zellen, die keine Ladung aufnehmen, da die Spannung ja konstant gehalten wird. Diese 50 mA fließen als Ladestrom in die Zelle mit 3,4 Volt. Diese wird jetzt nur noch gaaaaaaanz laaaaaangsam geladen. Wenn dabei ihre Spannung gaaaaanz laaaangsam steigt, dann werden die Spannungen der 3 vollen Zellen gaaaanz laaangsam sinken, und dabei minimal Strom abgeben. Es würde sehr lange dauern bis alle 4 Zellen bei 3,55 V angekommen sind, und die Zellen sind lange Zeit im Stress. Das ist unbedingt zu vermeiden. Genau das ist immer wieder zu betonen, ein gutes Ladekonzept schont die Zellen indem das Zeitfenster mit Spannungen über 3,5 V kurz gehalten wird. In dieser kurzen Zeit muss der Balancer sein Werk vollrichten. Und nochmal ausdrücklich: Ich schätze, dass das Konzept der Bonsai Balancer bei Liion Zellen funktioniert, aber eben nicht bei LiFePO4.
Leider habe ich das in Zeitnot schnell so hingerotzt, tut mir leid. Du darfst gerne eine bessere Beschreibung fordern, aber das wird dauern. Servus Hans
ulfertg am 23 Dez 2020 18:20:35
rolfk hat geschrieben:Ich bin sicher, das die Fets nur schalten weil [...]
Und warum sind dann 6 Widerstände verbaut und nicht nur 5? Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich will nicht behaupten das Du Unrecht hast. Ich würde das nur gerne gesichert wissen - und Deine Begründung sind Spekulationen.
Wie auch immer: ich konnte auch keine Erwärmung der Widerstände messen. Unter keinen der von mir beobachteten Umständen.
rolfk hat geschrieben:Darüber hinaus habe ich dem Datenblatt entnommen, das die Fets auch als treiber für Endstufen verwendet werden können. Es dafür heisst, ein leistungsfähiger Transistor für größere Balancerströme. So als Zusatzplatine, einfach zwischen balanceranschluss und Akku. Wer hat Interesse :D ?
Dafür müsste das Balancing aber erstmal Softwareseitig in dem Chip aktiviert werden?
Herbstsonne hat geschrieben:Weiter wäre ich Euch dankbar, wenn Ihr nochmals meine Messung anschaut (--> Link), und schreibt, was Euch da mit Eurem Hintergrund auffällt !
Hallo Erhard, wirklich viel kann ich zu Deinen Messergebnissen leider nicht sagen. Nur, das Änderungen im Bereich von wenigen mA möglicherweise im Rahmen der Messtoleranzen liegen. Und dass der 50mA Balancer des BG-8S in einem Zeitraum von einer Stunde ( in meinem Akkupack) deutlich höhere Änderungen erzeugt, wenn die Spannungen in diesem Bereich liegen. Und dass sich der am Labornetzteil angezeigte Strom bei eingestellter Konstantspannung von 14,36V bei mir bei ca 25mA einpendelt.
ulfertg am 23 Dez 2020 18:36:24
Hans Kroeger hat geschrieben:Leider habe ich das in Zeitnot schnell so hingerotzt, tut mir leid. Du darfst gerne eine bessere Beschreibung fordern, aber das wird dauern.
Hallo Hans, danke für Deine Erläuterungen. Ist alles verständlich für mich - vor allem Deine Eklärung was du mit "die Zelle sperrt" eigentlich meinst. Über Literatur-Hinweise zu dem schnelleren Alterungsprozess von LFP-Akkus wäre ich Dir dankbar. Dass das allgemeiner Wissensstand ist, ist mir bekannt, allerdings bin ich an den genauen Auswirkungen interessiert - um Abschätzen zu können, ob es für mich in der Praxis tatsächlich relevant ist. Ich brauche nämlich keine 3000-4000 vollständige Zyklen nach denen noch 80% der Kapazität vorhanden ist. Wenn so ein etwas längeres Verweilen bei höherer Spannung z.B. 500 Zyklen kostet, wäre das für mich nicht praxisrelevant.
Und ich finde es auch immer wieder lehrreich, allgemeinen Wissensstand gelegentlich zu hinterfragen und zu prüfen.
Hans Kroeger hat geschrieben:Ich habe keine magic number für die Drift. Ich rechne nur 50 mAh durch 7 = 7 mAh pro Zyklus. Das sind bei einer 200 Ah Batterie 0,0035 % C. Also eigentlich nichts. Bei etwas mehr als nichts reichen die 50 mA nicht aus.
Wie erklärst Du Dir, dass viele Fertigakkus mit so einem geringen Balancerstrom am Markt sind und größtenteils (scheinbar) problemlos damit funktionieren?
Toll wäre es, wenn es dazu eine Studie gäbe - dann könnte die Sinnhafitgkeit von im Verhältnis zur Kapazität sehr geringen Balancerströmen besser verstanden und eingeschätzt werden.
Acki am 23 Dez 2020 19:03:43
ulfertg hat geschrieben:... Über Literatur-Hinweise zu dem schnelleren Alterungsprozess von LFP-Akkus wäre ich Dir dankbar. Dass das allgemeiner Wissensstand ist, ist mir bekannt, allerdings bin ich an den genauen Auswirkungen interessiert - um Abschätzen zu können, ob es für mich in der Praxis tatsächlich relevant ist. ...
rolfk hat geschrieben:Ich bin sicher, das die Fets nur schalten weil [...]
ulfertg hat geschrieben:Und warum sind dann 6 Widerstände verbaut und nicht nur 5?
Für 4 Zellen sinds nur 4. Das IC gibts in 3 verschiedenen Gehäusen, fü 3 verschiedene maximale Zellgrößen, 6S, 10S und 14 S. Auf der Platine ist ein 6s Chip, und der Etwickler hat folgerichtig das BMS für max 6 Zellen ausgerüstet. Was zeigt, dass Robur ein allgemein verfügbares BMS verwendet und keine Eigenentwicklung.
rolfk hat geschrieben:Bitte verstehe mich nicht falsch: Ich will nicht behaupten das Du Unrecht hast. Ich würde das nur gerne gesichert wissen - und Deine Begründung sind Spekulationen.
Uhm... die auf ziemlich viel Erfahrung beruhen, fürchte ich. :D
ulfertg hat geschrieben:Wie auch immer: ich konnte auch keine Erwärmung der Widerstände messen. Unter keinen der von mir beobachteten Umständen.
Mir ist dazu eine Idee gekommen. Falls es doch Ähnnlichkeiten zwischen dem Robur und den von mir verwendeten BMS gibt, könnte das Ding nur bei Charge balancen... und Charge ist bei meinen ab 0,3 A ( für 20 A BMS). Also ein signifikantes Totfeld im Strom. Wenn das so ist, könnte der Versuch des geringeren Ladestromstroms... das Balance ganz abstellen. Einfach festzustellen, lade mit 3 A, und beobachte die Widerstände ab 3,5 V mit deiner Kamera. Wenn du dann in den Minuten bis 3,6 V nix siehst, dann ist nix.
rolfk hat geschrieben:Darüber hinaus habe ich dem Datenblatt entnommen, das die Fets auch als Treiber für Endstufen verwendet werden können. Es dafür heisst, ein leistungsfähiger Transistor für größere Balancerströme. So als Zusatzplatine, einfach zwischen Balanceranschluss und Akku. Wer hat Interesse :D ?
ulfertg hat geschrieben:Dafür müsste das Balancing aber erstmal Softwareseitig in dem Chip aktiviert werden?
Falls es garnicht aktiviert ist, ja.
lowbattery am 23 Dez 2020 19:37:56
ulfertg hat geschrieben:Über Literatur-Hinweise zu dem schnelleren Alterungsprozess von LFP-Akkus wäre ich Dir dankbar.
Literatur zwar nicht, aber die Aussage
"Die Konstantspannungsdauer sollte bestenfalls nicht länger als 4 Stunden sein. Eine länger andauernde Konstantspannungsphase kann die die Lebensdauer der Batterie leicht verringern."
Ich habe wie angekündigt eine weitere Messreihe durchgeführt. Ausgangsbedingungen: Akku geladen auf 14,36V (CV), balanciert mittels BG-8S und BG-8S entfernt : Wer Nachrechnet, kommt auf 14,39V Gesamtspannung - das liegt an den Messtoleranzen der unterschiedlichen Messmittel. Der Ruhestrom hat sich (bei angeschlossenem BMS auf ca. 25mA eingependelt: Ich habe dann die Zelle 4 für 30s mit 4,8A entladen, also 40mAh entnommen. Nach ein paar Minuten Ruhe wurden diese Spannungen angezeigt: Der Strom vom Netzteil war da schon auf 36mA gefallen: Nun habe ich den Akku, bei weiterhin angeschlossenem Ladegerät (CV, 14,36V) ruhen lassen. Nach ca. 90 Minuten wurden diese Spannungen angezeigt: Der Strom zu diesem Zeitpunkt: Es ist also nicht viel passiert. Gegenprobe - den BG-8S angeschlossen und das Balancing damit gestartet: Der Strom am Labornetzteil: Nach ca. 50 Minuten erneut geguckt und: Die Zellen sind balanciert. Zusammenfassung: Mit dem Robur-BMS ist nach 90 Minuten keine nenneswerte Angleichung der Zellspannungen zu sehen und auch keine erhöhte Stromaufnahme, die auf eine Umsetzung von überschüssigem Strom in Wärme schließen lassen könnte. Mit dem 50mA Balancer des BG-8S ist beides innerhalb der zu erwartenden Zeit sichtbar. Natürlich gelten diese Ergebnisse nur für die drei Platinen, die ich getestet habe. Ich würde aber mittlerweile eine hohe Summe darauf wetten, dass im Robur BMS V2 kein (sinnvoll nutzbares) Balancing stattfindet. Falls es aus irgend welchen Gründen einen Strom, der deutlich höher ist als die Balancerleistung erfordert, um das Balancing zu aktivieren, halte ich das z.B. für nicht sinnvoll. Ich sehe also weiterhin keine Anzeichen, dass ein Balancing im Robur BMS V2 stattfindet. Weder direkt, noch indirekt.
So, jetzt freue ich mich auf eure Meinungen und Interpretationen dazu.
Hans Kroeger am 23 Dez 2020 20:07:57
ulfertg hat geschrieben:... Über Literatur-Hinweise zu dem schnelleren Alterungsprozess von LFP-Akkus wäre ich Dir dankbar. Dass das allgemeiner Wissensstand ist, ist mir bekannt, allerdings bin ich an den genauen Auswirkungen interessiert - um Abschätzen zu können, ob es für mich in der Praxis tatsächlich relevant ist.
Danke Aki! Noch eine Link, insbesondere die Hinweise zu Charge Termination! --> Link
ulfertg am 23 Dez 2020 20:11:35
rolfk hat geschrieben:Für 4 Zellen sinds nur 4. Das IC gibts in 3 verschiedenen Gehäusen, fü 3 verschiedene maximale Zellgrößen, 6S, 10S und 14 S. Auf der Platine ist ein 6s Chip, und der Etwickler hat folgerichtig das BMS für max 6 Zellen ausgerüstet.
Warum hat die Buchse für die VoltageSense und Balancer Kabel dann nur 6 Pins? Das BMS ist nach meinem Verständnis für maximal 5S ausgelegt (daher auch die Frage warum nicht 5 Widerstände).
rolfk hat geschrieben:Uhm... die auf ziemlich viel Erfahrung beruhen, fürchte ich. :D
Das freut mich für Dich (ehrlich!) und Deine Erfahrung will ich auch gar nicht in Frage stellen, aber ich verstehe Dinge gerne selber und verlasse mich nicht gerne auf die Aussage "Weil ich Erfahrung habe" einer mir unbekannten Person. Stattdessen bevorzuge ich, Informationen selber überprüfen zu können.
rolfk hat geschrieben:Mir ist dazu eine Idee gekommen. Falls es doch Ähnnlichkeiten zwischen dem Robur und den von mir verwendeten BMS gibt, könnte das Ding nur bei Charge balancen... und Charge ist bei meinen ab 0,3 A ( für 20 A BMS). Also ein signifikantes Totfeld im Strom. Wenn das so ist, könnte der Versuch des geringeren Ladestromstroms... das Balance ganz abstellen.
Interessanter Ansatz, auf welches BMS beziehst du dich? Ich habe noch nicht bewusst unter diesen Bedingungen nach einer Erwärmung der Widerstände gesucht, allerdings habe ich die Platine bereits unter sehr vielen verschiedenen Bedingungen mit der Wärmebildkamera beobachtet und werde die besagten Widerstände noch der BMS Chip haben jemals eine signifikante Erwärmung gezeigt. Werde ich aber eventuell auch noch mal testen. Wäre aber in der Praxis wohl auch nur wenig relevant, wenn ein 50mA Balancer erst ab einem Strom von >300mA zu arbeiten beginnt - vor allem, wenn der Beginn erst bei ca. 3,4V pro Zelle und das Ende bereits bei 3,63V liegt. Dann wird der nach meiner Einschätzung einfach zu selten sinnvoll arbeiten können.
ulfertg am 23 Dez 2020 20:14:41
Hans Kroeger hat geschrieben:Danke Aki! Noch eine Link, insbesondere die Hinweise zu Charge Termination! --> Link
Danke an Acki, Hans und Stefan für die Links! Und allgemein Danke an Alle für die angeregte Diskussion :)
Hans Kroeger am 23 Dez 2020 20:57:18
ulfertg hat geschrieben:Danke an Acki, Hans und Stefan für die Links! Und allgemein Danke an Alle für die angeregte Diskussion :)
Hallo Ulf, hätte gerne gewusst, ob meine hingerotzten Erklärungen verständlich waren.
Noch eine Anmerkung zum Thema Lsdeende: Zitat In all instances where significant charging currents are present or where the battery has seen a large number of interrupted and partial charge cycles, correct termination can only be obtained by monitoring both current and voltage to make an informed decision.
The voltage must be up at the absorption setpoint while the current is down at the charge termination limit; this indicates that the ability of the battery to absorb further charge is near its end. The final state of charge achieved depends on the combination of maximum voltage and minimum current, but changing the termination current is the only reliable way of altering the state of charge obtained and the voltage must always be sufficient to ensure memory effects from previous partial cycles can be overcome. Zitat Ende
was häufig übersehen wird, wenn man ein Ladegerät wählt, ist die Tatsache, dass bei unseren Anwendungen, während des Ladens eine Last eingeschaltet ist. Das führt dazu, dass das Leadegerät glaubt den Ladestrom für die Batterie zu liefern, tatsächlich ist es aber der Ladestrom + der Laststrom. Das kann zu erheblichen Fehlfunktionen führen. Beispiel: Ladegerät für 20 A schaltet ab, wenn der Ausgangsstrom auf kleiner 1 A gesunken ist, da dann die Batterie voll sein sollte. Wenn jetzt aber eine Last von beispisweise 2 A an der Batterie hängt, dann wird das Ladegerät nie abschalten, und ständig die Ladeendspannung halten, was nicht gut ist für die Zellen. Noch schlimmer: es ist keine Last angeschlossen, aber die Balancer ziehen 2 A. Selbes Problem.....und viel häufiger als ihr vielleicht vermutet. Ja, es gibt viele Wege die Batterie zu malträtieren, und es lohnt sich wirklich diese Themen ernst zu nehmen.
Ein Danke an Ulf für die Messreihe. Ich habe den Batterie Monitor früher für die Zellenüberwachung verwendet, und erst spät gemerkt, dass der mit 30 bis 50 mA meine Batterie entlädt. Dann habe ich einen 4 poligen Schalter eingebaut und gut is. Die Balancing Funktion mit 50 mA habe ich nie ernst genommen. Schönen Abend Hans
ulfertg am 23 Dez 2020 21:07:01
Hans Kroeger hat geschrieben:Hallo Ulf, hätte gerne gewusst, ob meine hingerotzten Erklärungen verständlich waren.
Hallo Hans, ja, danke dafür! Ich habe dir etwas weiter oben (hier: --> Link) darauf geantwortet.
holger65 am 23 Dez 2020 21:09:40
Beispiel: Ladegerät für 20 A schaltet ab, wenn der Ausgangsstrom auf kleiner 1 A gesunken ist, da dann die Batterie voll sein sollte. Wenn jetzt aber eine Last von beispisweise 2 A an der Batterie hängt, dann wird das Ladegerät nie abschalten, und ständig die Ladeendspannung halten, was nicht gut ist für die Zellen.
ist das so? Mein Victron Multi macht das definitiv nicht......
Holger
Rotti am 23 Dez 2020 22:03:35
.ET - Hans.......
was häufig übersehen wird, wenn man ein Ladegerät wählt, ist die Tatsache, dass bei unseren Anwendungen, während des Ladens eine Last eingeschaltet ist. Das führt dazu, dass das Leadegerät glaubt den Ladestrom für die Batterie zu liefern, tatsächlich ist es aber der Ladestrom + der Laststrom. Das kann zu erheblichen Fehlfunktionen führen. Beispiel: Ladegerät für 20 A schaltet ab, wenn der Ausgangsstrom auf kleiner 1 A gesunken ist, da dann die Batterie voll sein sollte. Wenn jetzt aber eine Last von beispisweise 2 A an der Batterie hängt, dann wird das Ladegerät nie abschalten, und ständig die Ladeendspannung halten, was nicht gut ist für die Zellen. Noch schlimmer: es ist keine Last angeschlossen, aber die Balancer ziehen 2 A. Selbes Problem.....und viel häufiger als ihr vielleicht vermutet. Ja, es gibt viele Wege die Batterie zu malträtieren, und es lohnt sich wirklich diese Themen ernst zu nehmen.
Was heisst das jetzt, das wir nie auf die Cyclen kommen die ein Akkuhersteller angibt? Wie soll das denn überhaupt in der Praxis funktionieren, geht doch gar nicht ? Warum haben dann viele Wohnmobilisten gute Erfahrungen mit den LIFEPO4 Akkus gemacht, obwohl die Akkus wie oben beschrieben maltrediert werden? Wenn das alles so ist wie ihr diskutiert, verstehen dann die ganzen Entwickler von BMS für LFP Akkus nichts von der Materie? Betügen uns dann die Lieferanten von LFP Akkus, wenn die eingebautn BMS nicht mehr Balancingstrom als 50mA bringen und verbaut haben ? Sorry, aber das macht mich unruhig und da bekomme ich Angst, wenn ich so etwas lese wie ihr diskutiert. Hab ja gerade ein paar Hunderter in ein LFP Akkusystem investiert. Daher! Wünschen euch ein gesegnetes Weihnachstfest!
rolfk am 23 Dez 2020 22:25:12
At ulfertg Warum nur 6 Leitungen am Balancer Anschluss?
Weil es 6 Leitungen mit 6 Widerständen für nur 5 Zellen sind. :mrgreen:
Auf welche BMS beziehe ich mich? Xiaoxiang BMS von SZLLT, 7s 24 Volt.
Charge bzw static Balancing? Irgendwo habe ich Screenshots der Robur App gesehen, war da nicht auch eine entsprechende Anwahl?
"Wäre aber in der Praxis wohl auch nur wenig relevant....." Kläre doch erstmal, wann er wie läuft, bevor du Bewertungen über Nutzen abgibst. ....
ulfertg am 23 Dez 2020 22:55:29
rolfk hat geschrieben:At ulfertg Warum nur 6 Leitungen am Balancer Anschluss? Weil es 6 Leitungen mit 6 Widerständen für nur 5 Zellen sind. :mrgreen:
Rolf, das macht für mich keinen Sinn. Wenn die Widerstände für das Balancing vorgesehen sind, sind bei einem für 5S geeigneten BMS 5 Widerstände nötig. Nicht 6. Und der verbaute Chip ist für 3-5 Zellen. Nicht wie von dir geschrieben für bis zu 6 Zellen. Ist jetzt überhaupt nicht böse gemeint, aber sowas ist genau der Grund, warum ich Behauptungen hinterfrage und versuche sie nachzuvollziehen statt nur hinzunehmen.
rolfk hat geschrieben:"Wäre aber in der Praxis wohl auch nur wenig relevant....." Kläre doch erstmal, wann er wie läuft, bevor du Bewertungen über Nutzen abgibst. ....
Eine Bewertung habe ich nicht abgegeben, nur eine Einschätzung. Bewertung maße ich mir gar nicht an :lach: Warum meinst du, das ich eine hypothetische Funktionsweise erstmal klären müsse, bevor ich eine Einschätzung dazu geben sollte?
rolfk am 23 Dez 2020 23:29:45
Zellenzahl: Genau wie du denkst, hatte ich auch gedacht, als ich die 6 Widerstände sah. Und Habe im Datenblatt überlesen, das das erste ich nur 3 bis 5 Zellen macht. Das 2. Dann 6 bis 10. Datenblatt Seite 4.
Das Schaltbild zeigt, was los ist. Datenblatt Seite 1.
5 Zellen, 6 Leitungen. In jeder ein 51 Ohm Widerstand. Das macht auch Sinn, und ich sage dir welchen: damit werden die Anschlüsse kurzschlussfest bezüglich vertauschen beim Anschließen. Eine Trick Schaltung, sie dann auch gleich als Balancerwiderstände zu benutzen. Die Fets sitzen im Chip immer zwischen zwei Widerständen. Ich habe nirgens im Datenblatt einen Hinweis dafür gefunden, aber da müssen sie sein.
Das hat Konsequenzen, denn der effektive Balancerwiderstand ist nicht 51 Ohm, sondern 102 Ohm, 2 in Reihe. Leider ist damit aber auch der Balancerstrom kleiner als ich dachte. Was h. Sinz nicht gefallen kann.
Hans Kroeger am 24 Dez 2020 00:24:17
Rotti hat geschrieben:.Wenn das alles so ist wie ihr diskutiert, verstehen dann die ganzen Entwickler von BMS für LFP Akkus nichts von der Materie?
Hallo Rotti, ein Laie spielt Roulett, wenn er der Werbung glaubt beim Kauf eines Lithium Batterie Systemes. Wenn er eine Fertigbatterie und das Ladegerät xyz wählt, weil Lithium geeignet darauf steht, kann es einen Schuss in den Ofen bedeuten. Wählt er aber Winston Zellen und Votronic, dann macht er nichts falsch, ist aber reiner Zufall. Ich will hier nicht dauernd auf mein KISS System verweisen, aber ich habe versucht in der Dokumentation für KISS zu zeigen, was man beachten sollte, bei der Wahl eines solchen Systemes. Wer sich nicht die Zeit nehmen will, oder kann, das zu lesen, muss eben Roulett spielen. Er soll sich aber nicht beklagen, wenn er schlechte Erfahrungen macht. Mag sein, dass die Entwickler von BMS für LFP Akkus von der Materie was verstehen, es ist aber naiv zu glauben, dass ihre oberste Priorität ist ihr Wissen auch in Qualität umzusetzen. Der Mainstream will schnell Gewinn machen, sonst nichts. Einen Ehrenkodex für Qualitätsarbeit gibt es kaum mehr. Das kann ich nicht akzeptieren, aber ich bin auch eine aussterbende Rasse. Als ich mein KISS System hier beschrieben habe kamen nur negative Reaktionen, teilweise mit bösen Unterstellungen. An dieser Stelle war ich wohl naiv .......wenn Du behauptest Qualität zu liefern, muss das ja nicht stimmen, kann ja einfach nur Werbung sein, wenn Du aber beschreibst, was für Qualität Du lieferst, dann liest das keiner mehr, sehr schade. Meine Erfahrung.....
Wünsche schöne Feiertage und bleib gesund. Servus Hans
ulfertg am 24 Dez 2020 01:13:36
rolfk hat geschrieben:Zellenzahl: Genau wie du denkst, hatte ich auch gedacht, als ich die 6 Widerstände sah. Und Habe im Datenblatt überlesen, das das erste ich nur 3 bis 5 Zellen macht. Das 2. Dann 6 bis 10. Datenblatt Seite 4.
Rolf, da hast Du mich erneut missverstanden (es tut mir ehrlich leid, falls ich mich da nicht klar ausgedrückt habe): ich wollte lediglich auf einen Logikfehler in Deinen Ausführungen hinweisen. In der Zwischenzeit hast du es ja laut Deiner Aussage selber gemerkt. Jedenfalls scheinen wir sehr unterschiedlich zu denken und unsere Kommunikation ist für mich nicht sehr fruchtbar, daher ziehe ich mich daraus erstmal zurück.
Ich denke ich habe hier inzwischen auch genügend Messungen, die meine Hypothese stützen, durchgeführt und dokumentiert. Ich freue mich natürlich weiterhin, wenn Du oder jemand anderes an ihrem/seinen Robur Akku der aktuellen Generation in der Version 2 ein funktionierendes Balancing feststellt und dokumentiert.
In diesem Fall werde ich auch gerne die jeweiligen Testbedingungen nachstellen, um die Ergebnisse zu überprüfen.
Bis dahin wünsche ich Euch allen schöne und ruhige Feiertage!
Hans Kroeger am 24 Dez 2020 07:17:36
Hallo nochmal an alle, die hier beigetragen haben oder mitlesen. Ich bin froh, dass diese Diskussion im freundlichen Ton verläuft. Ich habe bisher vieles dazu gelernt, andere sicher auch. Inzwischen hat sich so viel angesammelt, dass ich das an den Feiertagen mit Ruhe noch mal nachlesen möchte. Jetzt wünsche ich erst mal allen stressfreie und gesunde Feiertage. Servus Hans
rolfk am 24 Dez 2020 17:45:20
Hans, ich stimme komplett zu, speziell auch wegen der Erwähnung des sachlichen Tons, der beibehalten wurde trotz verschiedener Meinungen plus Missverständnissen. Ich denke, es wird jetzt noch weitere Ideen geben, und eine kann ich auch noch beitragen. Aber das wird bis nach Weihnachten warten müssen. Frohes Fest an alle.
Hans Kroeger am 30 Dez 2020 14:08:31
Herbstsonne hat geschrieben: Zunächst mal rein aus Neugierde habe ich mir so einen "aktiven Balancer" gekauft (Händler in Deutschland - aus der Bucht) und mal mit meinem Sohn (Elektroniker) zusammen angeschaut:
Hallo Erhard, ich würde das Modul gerne einmal testen. Kannst Du mir die Bezugsquelle nennen? Servus Hans
biauwe am 30 Dez 2020 14:33:47
Hans Kroeger hat geschrieben:Hallo Erhard, ich würde das Modul gerne einmal testen. Kannst Du mir die Bezugsquelle nennen? Servus Hans
Hans Kroeger hat geschrieben:Hallo Erhard, ich würde das Modul gerne einmal testen. Kannst Du mir die Bezugsquelle nennen? Servus Hans
Hallo Hans,
mir sind 3 Versionen davon begegnet: V1.3 (in dem Link von biauwe - steht in den Bildern auf der Platine - man muß aber direkt auf ein 4S-Bild schauen.), V1.4 (hatte ich aus e-bay: inzwischen ist dort die V2.7 abgebildet und demnach wohl auch im Verkauf): Link zum eBay Artikel Ob die neuste Variante wohl die beste ist ? - Luft nach oben hatte die V1.4 genügend ... Habe die V2.7 in Cn bestellt.
Darüberhinaus gibt es noch andere Balancerchen offensichtlich ähnlicher Bauart: --> Link --> Link Hier die 2.7 aus Cn: --> Link
Hier ein Test mit nachvollziehbaren Test-Szenarien (allerdings ist er mit dem Teil nicht glücklich geworden, mit einem anderen auf Basis Kondensatoren aber sehr wohl): --> Link Eine Krux dieser Teile scheint zu sein, daß sie nicht zwischen der ersten und letzten Zelle balancen können (also 1 und4). Dein Ergebnis und ggf. die Systematik dazu würde mich sehr interessieren !
Grüße, Erhard
ulfertg am 30 Dez 2020 17:28:29
Mit dieser Variante habe ich grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht: --> Link Arbeitet schnell, erzeugt dabei kaum Wärme. Die angegeben 5A sind scheinbar nur unter extremen Bedingungen möglich.
Ich habe den Verdacht, dass sie auch bei niedrigen (unter 3,2V) Spannungslagen arbeiten. Das wäre für mich eher ungünstig. Könnte ich eigentlich bei Gelegenheit mal testen :)
Hans Kroeger am 30 Dez 2020 17:47:22
Herbstsonne hat geschrieben:.....V2.7 abgebildet und demnach wohl auch im Verkauf): Link zum eBay Artikel?
Hallo Erhard, Danke für die Links!! Ich wollte zunächst in D bestellen, da die Lieferung schnell erfolgt. Mir war bisher gar nicht richtig bewusst, wie diese Balancer genau funktionieren. Es macht mich neugierig, dass die kleinen Dinger aktiv balancieren, und damit bei größeren Strömen um und über 1 A wenig Wärme produzieren. Da ich an einem Balancer mit 2 bis 4 A interessiert bin, will ich das mal selbst durchmessen, wie zwei solche Balancer sich miteinander vertragen. Selbstverständlich werde ich berichten. Servus Hans
Hans Kroeger am 30 Dez 2020 17:49:11
ulfertg hat geschrieben:Mit dieser Variante habe ich grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht: --> Link
Hallo Ulf, Danke für den Tip. Werde ich mir mal ansehen. Kennst Du eine Quelle in Deutschland? Servus Hans
ulfertg am 30 Dez 2020 18:01:06
Hans Kroeger hat geschrieben:Kennst Du eine Quelle in Deutschland?
Hallo Hans, leider nein.
Aber ich habe mit dem von mir verlinkten Shop bislang gute Erfahrungen gemacht. Zweimal bestellt und beide Male habe ich die Ware nach 2-3 Wochen erhalten.
Hans Kroeger am 30 Dez 2020 18:03:14
ulfertg hat geschrieben:... ich habe mit dem von mir verlinkten Shop bislang gute Erfahrungen gemacht. Zweimal bestellt und beide Male habe ich die Ware nach 2-3 Wochen erhalten.
Danke Ulf, das klingt akzeptabel. Dann werde ich da mal bestellen. Servus Hans
Acki am 30 Dez 2020 19:02:57
Hat sich eigentlich noch niemand hier an diesem hier --> Link "versucht"?
Hans Kroeger am 30 Dez 2020 19:28:15
Acki hat geschrieben:Hat sich eigentlich noch niemand hier an diesem hier ...."versucht"?
Hallo Acki, das sehe ich zum ersten mal. Werde versuchen zu verstehen, wie der funktioniert. Ich bin momentan froh, dass ich wenigstens den Passiven Balancer glaube zu verstehen, insbesondere die Bedeutung des Balancerstromes für die schnelle Ladung nachhängender Zellen. Hier ein Bild zu meinen Erklärungen weiter oben, über den Ablauf in der Konstantspannungsphase, die wohl schwer zu verstehen waren: Ich werde versuchen die aktiven Balancer mit diesem Bild in Einklang zu bringen. Dazu muss ich diese aber erst mal richtig verstehen. Mein erster Versuch mit einem ISDT SMART AKKU CHECKER BG-8S BATTGO war schon mal kein Erfolg. Aber ich lerne ständig dazu. An Ulf, Erhard und Rolf meinen besonderen Dank für Ihre Beiträge! Servus Hans
Herbstsonne am 30 Dez 2020 20:15:23
ulfertg hat geschrieben:Mit dieser Variante habe ich grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht: --> Link ... Ich habe den Verdacht, dass sie auch bei niedrigen (unter 3,2V) Spannungslagen arbeiten. Das wäre für mich eher ungünstig. Könnte ich eigentlich bei Gelegenheit mal testen :)
Hallo Ulf,
den habe ich auch bestellt und erwarte (auch aufgrund Versuche etlicher 3.ter z.B. --> Link) damit das beste Ergebnis.
Ja, laut Spezifikation arbeitet er ab 3,0 V. Aufgrund seinem relativ hohen Ruhestromverbrauch (13mA für den 4S - kannst Du das bestätigen ?) möchte ich ihn abschaltbar machen. Auf die Schnelle mit einem 4-poligen Schalter, längerfristig "automatisiert".
Grüße, Erhard
ulfertg am 31 Dez 2020 12:17:37
Herbstsonne hat geschrieben:Aufgrund seinem relativ hohen Ruhestromverbrauch (13mA für den 4S - kannst Du das bestätigen ?) möchte ich ihn abschaltbar machen.
Hallo Erhard, den Ruhestrom habe ich noch nicht gemessen, das werde ich heute oder morgen versuchen. Ich bin aber nicht sicher, ob mir da eine saubere Messung gelingen wird, da der Strombedarf solcher Schaltungen ja manchmal nicht so einfach zu messen ist wie z.B. der einer einfachen Glühbirne.
Herbstsonne hat geschrieben:Auf die Schnelle mit einem 4-poligen Schalter, längerfristig "automatisiert".
Ich vermute stattdessen könnte auch die "ON" Lötbrücke auf der Platine unterbrochen und dort ein einpoliger Schalter/Relais eingeschliffen werden.
Dass der Balancer erst bei 3,0V in den Sleep-Mode schaltet ist für mich aktuell das einzige Manko daran. Aufwachen aus dem Sleep State sobald die erste Zelle 3,35V -3,4V erreicht fände ich besser für meine Zwecke (Top-Balancing), diese Zellenspannung liegt im Betrieb fast ausschließlich während des Ladevorgangs an (währenddessen wäre der Ruhestrom auch nahezu irrelevant). Und zurück in Sleep wenn alle Zellen unter 3,35V liegen.
ulfertg am 31 Dez 2020 15:22:15
ulfertg hat geschrieben:[ Aufwachen aus dem Sleep State sobald die erste Zelle 3,35V -3,4V erreicht fände ich besser für meine Zwecke (Top-Balancing), diese Zellenspannung liegt im Betrieb fast ausschließlich während des Ladevorgangs an (währenddessen wäre der Ruhestrom auch nahezu irrelevant). Und zurück in Sleep wenn alle Zellen unter 3,35V liegen.
Ich habe bei dem von mir verlinkten Shop angefragt, ob es möglich wäre diese Schaltpunkte zu verändern. Das wurde bejaht, ich solle das bei der Bestellung angeben. Das werde ich mal so testen (leider habe ich mit Zusagen aus Asien bislang sehr gemischte Erfahrungen gemacht - daher bin ich da vorsichtig geworden). Berichten kann ich dann in zwei bis drei Wochen.
Wo seht ihr die optimalen Schaltpunkte für blaue Alubecherzellen? >3,4V Beginn Balancing und <3,3V Ende Balancing?
Hans Kroeger am 31 Dez 2020 18:01:23
Hans Kroeger hat geschrieben:Hier ein Bild zu meinen Erklärungen weiter oben, über den Ablauf in der Konstantspannungsphase, die wohl schwer zu verstehen waren:
Nachdem auf dieses Bild niemand reagiert hat, vermute ich, dass ich noch ein paar Zeilen schuldig bin. Nach dem Laden mit Konstantstrom CC wechselt das Ladegerät in den Konstantspannungsmodus CV, wenn die Ladeendspannung erreicht ist, beispielsweise 14,2 Volt. Angenommen zu diesem Zeitpunkt sind 3 Zellen mit 3,6 V voll geladen, während eine Zelle mit nur 3,4 Volt hinterherhinkt. In der Kennlinie der CBM400 Balancer findet man, dass bei einer Zellenspannung von 3,6 V der Balancerstrom 1,35 A beträgt. Dieser Strom von 1,35 A fließt durch alle 3 Balancer und lädt dabei die vierte Zelle, bei der wegen der niedrigen Spannung von 3,4 V kein Balancerstrom fließt. Durch diesen Ladevorgang steigt die Zellenspannung an der vierten Zelle langsam an. Da im CV Modus die Gesamtspannung von 14,2 V durch das Ladegerät konstant gehalten wird, sinkt die Spannung an den Zellen 1 bis 3 langsam, wobei sich die Zellen über ihre Balancer entladen. Dieser Vorgang setzt sich fort, bis alle 4 Zellen auf 3,55 V ausbalanciert sind. Jetzt ist der Ladevorgang abgeschlossen. Bei 3,55 V zeigt die CBM400 Kennlinie einen Stromwert von 1,07 A, der nur durch die Balancer fließt und mit dem Ladevorgang nichts zu tun hat. Nach typisch einer Stunde CV Modus, wird die Ladespannung dann reduziert auf beispielsweise 13,6 Volt Erhaltungsladung. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Balancer Strom voll geladener Zellen der Ladestrom für weniger voll geladene Zellen ist. Mit mehr als 1 A kann man in einer Stunde eine "größere" Zellendrift ausbalancieren. An dieser Stelle hat meine Kritik an den Balancern mit nur 50 mA angesetzt. Im genannten Beispiel würde nur ein Balancerstrom von 50 mA als Ladestrom für die vierte Zelle zur Verfügung stehen. Damit kann man in einer Stunde eine 100 Ah Zelle sicher nicht von 3,4 V auf 3,55 V laden. Wenn nun ein aktiver Balancer immer nur dann eingeschaltet wird, wenn beim Laden die Spannungsdifferenz zweier Zellen 100 mV überschreitet, dann wird das bei den LiFePO4 Zellen (wegen ihrer flachen Lade-Kennlinie) dazu führen, dass dies nur gegen Ende der Ladephase geschieht, also sehr ähnlich wie im Falle der Passiven Balancer. Somit sind bei LiFePO4 Zellen die Verhältnisse beim Aktiven Balancer vergleichbar mit denen beim Passiven Balancer. Deshalb war meine Schlussfolgerung, dass mit den genannten Balancer Strömen von 50 mA nur Driftwerte im Bereich von 50 mAh ausgeglichen werden können. Ich betone das deswegen, weil bei den LiIon Zellen die Verhältnisse anders sind. Diese Zellen haben eine relativ steile Ladekennlinie, weshalb gedriftete Zellen durch ihre Spannungsdifferenz im gesamten SOC Bereich erkannt werden und somit auch während der gesamten Ladephase kontinuierlich ausgeglichen werden. Damit kann man dann auch sehr viel größere Driftwerte ausgleichen. Ich nehme an, dass die besprochenen Aktiven Balancer ursprünglich für Liion Zellen entwickelt wurden, beispielsweise für Pedelecs. Dann hat man sie einfach umgestrickt auf LiFePO4, mit dem Ergebnis, dass Batterien, dann ein Problem bekommen, wenn eine Zelle mehr als 50 mV zwischen 2 Ladevorgängen driftet. Hierbei spielt es auch eine entscheidende Rolle, wie die Batterie betrieben wird!!!! In meinem Wohnmobil ist es typisch, dass ich 7 Lade-Entlade-Zyklen ohne Vollladung habe, bis dann eine Vollladung erfolgt. Dabei würde sich eine kleine Drift über 7 Zyklen aufaddieren, um dann bei der Vollladung ausgeglichen zu werden. Andere Nutzer betreiben ihre Batterie so, dass sie täglich einmal voll geladen wird. Die auszugleichende Drift ist dann nur 1/7 meines Wertes. In meinem Fall gibt es täglich Ströme bis 150 A, was zu einer höheren Drift führt, als bei anderen Nutzern mit niedrigen Strömen. Ich schreibe das um zu erklären, warum es bei manchen Nutzern zu Problemen kommt, bei anderen nicht. Jedenfalls wäre mir das Risiko zu groß eine LiFePO4 Batterie von beispielsweise 100 Ah oder mehr mit einem 50 mA Balancer zu betreiben, egal ob aktiv oder passiv.