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London und die Western Isles II

permanenter Linkvon gnarz18 am 28 Jan 2024 17:36:49


Nach dieser kurzen Wanderung wollen wir zu den Mangersta Sea Stacks. Kurz nachdem wir den Parkplatz an den Blackhouses verlassen haben, hält uns ein älterer Mann an indem er sich einfach mitten auf die Single Track Road stellt. Er möchte mitgenommen werden, wohin scheint ihm erstmal egal zu sein. Er spricht ein unverständliches Gällisch und so nehmen wir ihn einfach mal mit. Er riecht ein wenig streng und plappert die ganze Zeit, wir verstehen nichts und nicken nur ab zur Bestätigung. So ganz verwirrt scheint er dann doch nicht zu sein, denn er weiß genau, wo wir sind. Hinter Callanish möchte er rausgelassen werden, damit er mit dem Bus wieder zurückfahren kann, sehr merkwürdig das Ganze.
Von Callanish bis Mangersta sind es gut 30 km Single Track Road. Die Straßen sind im Gegensatz zum Festland in einem super Zustand, die hatten wir hier wesentlich schlechter in Erinnerung. Bei dem Wetter und in dieser Kulisse eine tolle Fahrt. Uns kommen auf dem ganzen Stück gerade mal zwei Autos entgegen.

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Als wir endlich in Mangersta ankommen, ist die Sonne leider weg und es fängt schon an zu dämmern.

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Mangersta Sea Stacks

Wir beschließen, irgendwo in der Nähe uns einen Platz für die Nacht zu suchen und es am nächsten Tag nochmal zu probieren. Wir kurven etwas planlos umher und werden am Strand in Bhaltos fündig. Eine kleine Spendenbox am Cliff Beach Carpark bittet Wohnmobilfahrer und andere Übernachtungsgäste um eine Spende von 5 Pfund, damit dieser Platz in Ordnung gehalten werden kann. Das ist es uns wert, wir legen 5 Pfund in die Tupper-Dose und bleiben über Nacht.

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Bhaltos Beach

Leider ist von dem schönen Wetter von gestern nichts mehr zu sehen, es ist super windig und ab und zu fängt es kräftig an zu regnen. Wir fahren trotzdem wieder zu den Sea Stacks. In der Nacht hat es ein wenig geschneit und die Gipfel der umliegenden Berge sind leicht gepudert. Wir fahren an der Abhainn Dearg Distillery vorbei und wollen ihr einen kurzen Besuch abstatten. Leider ist sie trotz anders lautender Internetauskunft und Schild am Eingang geschlossen. Das hat uns in diesem Urlaub sowieso geärgert, viele Angaben auf den Seiten der Sehenswürdigkeiten stimmen einfach nicht. So schwierig kann es doch nicht sein, seine Internetpräsenz aktuell zu halten. Bevor wir bei den Sea Stacks ankommen, legen wir noch den ein oder anderen Stopp ein. Es ist einfach zu schön hier.

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Wasserfall im Gleann Bhaltos / Glen Valtos

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am Wegesrand

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Ardroil

Wir laufen die knapp zwei Kilometer zu den Sea Stacks. Das Problem ist, es gibt dort keine Parkplätze. PKWs quetschen sich einfach auf ein Stück Wiese am Passing Place, das ist mit einem Womo leider nicht möglich - zumindest nicht ohne sich den Zorn anderer Autofahrer zuzuziehen. Wir parken vor dem Ausweichtor eines Cattle Grids und müssen halt einen weiteren Weg in Kauf nehmen. Leider spielt das Wetter nicht so richtig mit, es regnet leicht und der sehr starke Wind kommt von Land, daher ist das Meer bei den Stacks ziemlich ruhig und langweilig. Trotzdem eine sehr eindrucksvolle Küstenlandschaft.

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Zurück am Auto, sind wir nass bis auf die Unterhose und träumen von einer heißen Dusche, einem guten Abendessen und einem Bier in einem Pub. Um all diesen Wünschen gerecht zu werden, fahren wir wieder in den Norden von Lewis. Ausgiebig Duschen kann man im Gemeindezentrum von Port of Ness, Essen im Brakewater und mit dem Pub wird es sich schon ergeben, auch wenn wir bisher kein geöffnetes Pub gesehen haben. Es ist schon dunkel, als wir durch Zufall einen kleinen geöffneten CP in Port of Ness finden, zumindest steht ein Schild am Straßenrand das Wohnmobile willkommen heißt. Wir fragen nach und der lustige kleine Camping Warden fängt an zu erzählen. Wir könnten gerne bleiben, Strom hat er. Duschen und Entsorgung hat er nicht, könnten wir aber im Gemeindezentrum erledigen. Und zu unserem großen Glück hat heute Abend der Social Club auf und wir können dort Bier trinken und jede Menge Spaß haben. Wir bräuchten nur quer über angrenzende das Feld zu gehen und würden direkt vor dem Club rauskommen. Er rät uns noch zu Gummistiefeln. Bei diesen Aussichten bleiben wir. Bezahlen könnten wir am nächsten Tag, seine Frau würde schon warten für den Weg übers Feld. Wir fahren erstmal zum Gemeindezentrum zum Entsorgen und Duschen. Beim Duschen sind sich die beiden Herren an der Rezeption nicht sicher. Es gab ein Problem mit der Heißwasser Anlage, daher könnte es vielleicht nur kaltes Wasser geben. Falls wir unter der kalten Dusche stehen müssten, müssten wir natürlich nichts bezahlen. Uns wird die Herren-Gemeinschaftsdusche aufgeschlossen mit der Frage, ob uns das Zusammenduschen stören würde. Wir beruhigen die beiden Herren, dass würde schon gehen. Das Wasser ist nicht nur warm, sondern richtig heiß. Beim Bezahlen kommen wir mit den beiden freundlichen Rezeptionisten ins Gespräch und man teilt uns mit, dass wir extremes Glück hätten, da heute der Social Club aufhat und dort eine mächtige Silvester-Party steigen würde. Da heute Samstag und nicht Silvester ist, schauen Uschi und ich uns natürlich fragend an und werden sofort aufgeklärt. Auf Lewis ist aufgrund der strengen Gläubigkeit sonntags eigentlich alles verboten, z.B. Kochen, Wäsche waschen, Radio hören usw. und natürlich auch Feiern und Trinken. Wenn Silvester dummerweise mal auf einen Sonntag fällt, feiert man deshalb eben schon am Samstag. Das macht natürlich Sinn und wir versprechen an diesem großen Ereignis teilzunehmen. Vorher fahren wir allerdings noch zum Essen in das kleine Restaurant Brakewater. Uns wird ein Tisch im Trockenen zugewiesen mit dem Hinweis, dass es leider durch das Dach regnen würde, unser Tisch wäre davon aber nicht betroffen. Außer uns ist nur noch ein anderer Tisch besetzt und die Bedienung kommt alle 5 Minuten um den Boden trocken zu wischen und den untergestellten Eimer zu leeren. Die riesigen Fensterscheiben wabern im Sturm bedenklich. Aber wir sitzen warm und gemütlich und genießen das wirklich leckere Essen. Wie versprochen fahren wir natürlich nach dem Essen in den Social Club, unser Camping Warden nebst Frau sitzt am Nebentisch und lässt es sich gut gehen, die beiden Rezeptionisten sind ebenfalls anwesend und spielen Billard. So richtig viel los ist noch nicht. Wir trinken ein paar Bier und der Laden füllt sich so langsam. Wir verlassen den Pub allerdings recht zeitig, da wir am nächsten Tag ja was vorhaben und solche Partys können „böse“ enden. Außer planen wir morgen auf die Harris zu wechseln und da darf man sonntags natürlich Silvester feiern.
Wir verlassen den Platz zeitig, leider klingeln wir die Frau des Camping Warden aus dem Bett, wir müssen ja noch bezahlen. Lange sind sie noch nicht zu Hause und die arme Frau stöhnt, dass es heute Abend weitergehen würde … natürlich nur im engsten privaten Kreis im Gartenhäuschen, es ist ja schließlich Sonntag.
Bei schönstem Wetter fahren wir zu einem Natural Arch in der Nähe von Shawbost, dem Stac a´Phris. Eine kleine Wanderung führt zu diesem großen Torbogen, der durchaus einem Vergleich mit dem Durdle Door in Südengland standhält. Der Wanderweg führt anfangs durch ein Gewirr von kleinen Seen und Tümpeln, zum Glück ist er ausgezeichnet mit weitsichtbaren Holzpflöcken markiert. Nach kurzer Zeit erreichen wir die spektakuläre Küste.


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viel, viel Wasser

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Nach einigen Pausen erreichen wir nach knapp einer Stunde den Stack a´Phris. Das Wetter ist super und das Meer schön aufgewühlt. Ich lasse unsere Drohne fliegen, da man von einer höheren Position eigentlich immer eine bessere Sicht hat. Das Ding meldet allerdings schon zwei Meter über dem Boden, dass es ja wohl viel zu windig wäre und eine automatische Rückkehr nicht möglich sei. Wir fliegen trotzdem weiter. Die Kulisse ist eindrucksvoll, wir machen eine Menge Fotos und fliegen mit der Drohne um den Bogen herum. Durch ihn hindurch traue ich mich dann aber doch nicht.

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Stac a´Phris

Nach einer guten halben Stunde machen wir uns dann wieder auf den Rückweg, wir laufen die gleiche Strecke zurück. Ich steige gerade über einen Weidezaun da höre ich ein Sche…. und sehe, wie Uschi ausrutscht. Sah eigentlich nicht besonders spektakulär aus, aber man sieht sofort, dass es wehgetan hat. Sie steht sofort wieder auf und kann auch weitergehen, also gebrochen ist offensichtlich nichts. Aber die Hose verfärbt sich ziemlich schnell, wobei die Hose noch vollkommen ok ist, kein Riss, kein Loch, nichts. Inzwischen tropft es unten aus dem Hosenbein und wir beschließen zügig zum Auto zu gehen, da hier wohl ein Pflaster nicht besonders helfen würde. Nach gut einer halben Stunde sind wir wieder beim Auto und ziehen die Hose vorsichtig runter - aber sofort auch wieder hoch. Hier wird uns auch unsere Bordapotheke nicht viel helfen und wir fahren auf direktem Weg in die Notaufnahme nach Stornoway. Zum Glück geht es auf einer gut ausgebauten zweispurigen Straße direkt zum Hospital. Von diversen anderen Hebriden-Urlauben wissen wir ja zum Glück, wo wir hinmüssen. In der Notaufnahme ist an diesem Silvester-Sonntag wenig los und nach einer guten halben Stunde ist Uschi an der Reihe. Nach einer weiteren dreiviertel Stunde darf ich mit in den Behandlungsraum und Luise, die Krankenschwester, erklärt uns die Situation. Gebrochen sei laut Röntgenbild nichts, aber die Haut wäre bis auf den Knochen auf 14cm aufgerissen und müsse nun genäht werden. Sie hat die Bilder einem Chirurgen gemailt und der meint auch, dass wäre so ok. Solche Wunden werden in GB von Krankenschwestern genäht und versorgt. Luise erklärt uns weiter, sie würde die Wunde in mehreren Etappen nähen, weil auch die Unterhaut verletzt ist. Wir sind gespannt und bekommen erstmal jeder eine Tasse Tee und etwas Gebäck. 13 Stiche und 4 Klammern sind nötig, um die Wunde zu verschließen. Gut eine Stunde werkelt Luise an Uschi herum. Ich soll Fotos für den Arzt in Deutschland machen. Wer Blut sehen kann, kann sich das Desaster hier anschauen. Sonst bitte nicht klicken.

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Ich überlasse meiner Göttergattin meine Lieblings-Sofa-Jogginghose und nachdem sie ihr Bein da hinein bugsiert hat und Luise zufrieden mit ihrem Werk und der tapferen Patientin ist, fragen wir nach der Abrechnung bzw. wo wir die Versicherungsdaten abgeben sollen. Wir ernten nur verständnislose Blicke. Schwester Luise meint, bezahlen müssen wir nichts und Versicherungsdaten braucht sie auch nicht. Dass wäre alles kostenlos, aber sie fragt trotzdem mal nach. Ein paar Minuten später kommt sie wieder mit diversen Schmerzmitteln und einer großen Packung Antibiotika. Wir bekommen die Dosierung aufgeschrieben und die Anweisung, in drei Tagen die Wunde irgendwo beim NHS kontrollieren zu lassen. Und wie schon gesagt, bezahlen müssen wir nichts. Wir bedanken uns bei Luise, auch dafür, dass sie uns die ganze Situation mit Fürsorge, Tee und einer guten Portion schwarzen Humor so angenehm wie möglich gemacht hat. Nach knappen vier Stunden sind wir wieder draußen. Inzwischen ist es dunkel geworden und wir müssen dringend tanken, was aufgrund der Sonntag-Verbote ist nicht ganz so einfach ist, denn alle Tankstellen haben geschlossen (sonst müsste der Tankwart ja arbeiten … was sind wir froh, dass das Krankenhauspersonal davon dann doch ausgeschlossen ist). Im kleinen Industriegebiet von Stornoway finden wir eine Tankstelle mit Kartentankautomat. Die Nacht verbringen wir beim Visitor Center in Callanish. Auf dem Weg nach Callanish hat das Auto schon rumgemosert, dass es kalt ist. In Callanish fängt es dann auch an zu frieren und die Sterne zeigen sich.

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Am nächsten Morgen scheint die Sonne und wir gehen die paar Meter bis zu den Steinen. Aus der Luft sieht man schön den Aufbau der Anlage. Uschis Bein geht es soweit ganz gut, es ist zwar ziemlich geschwollen aber schmerzt zum Glück nicht. Auf die Schmerzmittel kann meine GG tatsächlich verzichten. Großartig laufen geht damit aber natürlich nicht.

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Callanish


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Wir beschließen, jetzt zur Insel Harris zu fahren. Wir machen noch einen kurzen Halt beim Dun Carloway, weil ich mir den Broch auch mal gerne aus der Luft anschauen möchte.

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doppelwandig

Bei bestem Wetter machen wir uns auf den Weg. Es sind kaum Leute unterwegs und nur ab und zu kommt uns ein Auto entgegen. Unterwegs kommt man an einigen unbewohnten Häusern vorbei, die von den Bewohnern wohl bereits vor einiger Zeit aufgegeben worden sind.

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Die Route führt zuerst durch eine bizarre Seenlandschaft. Dabei folgt die einzige Straße, die Lewis und Harris verbindet, harmonisch der Landschaft. Später geht es durch eine imposante Berglandschaft bevor man dann Tarbert, den Hauptort von Harris, erreicht.

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Straße nach Tarbert

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Wir biegen allerdings noch vor Tarbert nach rechts Richtung Hushinish ab. Dort am Ende der Welt gibt es einen kleinen SP mit hervorragenden Duschen.

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Der Weg nach Hushinish ist eine gut 20km lange Single Track Road mit zum Teil kräftigen Steigungen. In dem kleinen Ort herrscht mal so richtig Betrieb, eine Gruppe aus ca. 10 Auto hat den Strand für sich entdeckt. An dem kleinen Dusch-/Toilettenhäuschen darf man für ein paar Pfund auch mit dem Womo über Nacht stehen, eine Entsorgung gibt es auch. Es gibt einen Ticketautomaten und mit der Gebühr finanziert man das Häuschen und die Community. Erstaunlicherweise stehen hier noch zwei andere Wohnmobile. Nachdem die Gruppe weggefahren ist, wird es auch wieder ruhiger. Es ist doch immer wieder erstaunlich, was es für Leute gibt. Später am Abend kommt noch ein Hymer ML-T und stellt sich direkt neben den Parkplatz vor den Zaun, nur um ja nicht die paar Pfund bezahlen zu müssen. Die Entsorgung nutzt er natürlich, die ist ja kostenlos, also manchmal... Ach ja, einen CP mit Strom gibt es ein Stückchen weiter die Straße hoch. Mit Frischhaltefolie und dem guten Panzerklebeband aus dem Bordvorrat bekommen wir das Problemknie wasserdicht und die geräumige Dusche ist genau richtig, um diese Prozedur zu testen. Es wird eine ruhige Nacht mit nichts als dem Meeresrauschen im Hintergrund.

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Hushinish Beach mit Dusch- und Toilettenhaus

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Hushinish Zentrum

Der nächste Tag startet leider mit sehr viel Wind und noch mehr Regen. Wir fahren zurück nach Tarbert und hoffen, dort unsere Vorräte auffrischen zu können.

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Wasserfall beim Amhuinnsuidhe Castle

In Tarbert hat aber alles geschlossen. Wir hatten nicht auf dem Schirm, dass der 2te Januar in Schottland auch Feiertag ist. Wir fahren weiter nach Leverburgh in der Hoffnung, dass dort das Wetter zumindest ein wenig besser ist ... leider nicht. In Leverburgh hat aber zumindest der örtliche Supermarkt auf, ein frisches Brot hat er aber leider heute nicht im Sortiment. Wir machen einen kurzen Abstecher nach Rodel mit seiner alten Kirche, aber so richtig Spaß macht das bei Regen auch nicht.

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Rodel St Clement’s Church

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Marschland auf Harris

Wir fahren zurück nach Tarbert. Zum einen hoffen wir auf ein geöffnetes Restaurant im Hotel Hebrides, zum anderen muss Uschi morgen zum Verbandswechsel beim NHS und den gibt es in Tarbert. Leider hat das Hotel geschlossen und so fahren wir im strömenden Regen auf einen Stellplatz etwas außerhalb von Tarbert. Auf Harris gibt es mehrere ausgewiesene Stellplätze, auf denen gegen eine Gebühr das Übernachten im Womo erlaubt ist. Mit den sogenannten Camping Spots möchte man vermeiden, dass sich zu viele Wohnmobilisten wild in die Landschaft stellen und so natürlich auch für Erosion sorgen. Mit den Spenden werden die Stellplätze in Ordnung gehalten, der Rest kommt der jeweiligen Gemeinde zu Gute. Finden wir gut! (u.a. zu finden unter --> Link , dort bis zu den Camping Spots scrollen) Es regnet und stürmt die ganze Nacht hindurch, sodass wir am nächsten Tag früh auf den Beinen sind um pünktlich um 7:30 beim NHS vor der Tür stehen. Wir hoffen direkt jemanden zu finden, der den Verband wechselt aber wir bekommen erst einen Termin für 9:30 Uhr. Wir besorgen uns beim örtlichen und nun geöffneten Supermarkt ein (nicht ganz frisches, aber immerhin) Brot und frühstücken erst mal auf Dorfparkplatz. Ist nicht besonders schön, aber praktisch. Um kurz nach neun sind wir wieder beim NHS und Uschi bekommt ihren Verband gewechselt. Die Krankenschwester bescheinigt, wie auch später der Arzt in Deutschland, unserer Krankenschwester Luise aus Stornoway eine große handwerkliche Geschicklichkeit. Wir bekommen noch eine Tüte mit Verbandzeug mit auf den Weg, da die Wunde immer noch ein wenig blutet und die Anweisung, in drei Tagen erneut nach dem Rechten schauen zu lassen. Gut versorgt fahren wir wieder Richtung Süden, unser erstes Ziel ist der riesige Luskentyre Beach.

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Luskentyre Beach

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So sehr wir auch manchmal über die schottischen bzw. englischen Straßen fluchen, aus der Luft betrachtet sind manche Straßen schon ziemliche Meisterwerke. Und in Verbindung mit der Landschaft schon wahre Kunstwerke.

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auf Harris

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Ich wäre gerne noch mehr mit meiner Drohne geflogen, aber uns sitzt ein wenig die Zeit im Nacken. Wir wollen weiter nach North Uist bzw. Berneray und müssen dafür die Fähre ab Leverburgh bekommen. Die fährt gemäß Winterfahrplan nur einmal am Tag und laut Internet ist kein Platz mehr frei.

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Wir stellen uns in die Unbooked Lane und haben wenig Hoffnung mitgenommen zu werden, da 15 PKWs und zwei LKWs in den Booked Lanes stehen. Aber auf den kleinen Fähren ist mehr Platz als man denkt und wir kommen ohne Probleme mit.

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Hafen in Leverburgh

Als wir auf Berneray ankommen, geht die Sonne schon langsam unter. Da wir dringend ein paar Lebensmittel brauchen, fahren wir zum nächsten Coop. Das dauert hier oben immerhin gut 30 Minuten und als wir in dem gut sortierten Markt ankommen, ist es auch schon wieder stockdunkel.

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Berneray Ferry Terminal

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Die Nacht wollen wir auf Berneray verbringen, daher müssen wir wieder zurückfahren. Wir machen allerdings einen Umweg über Lochmaddy, da dort das Hotel nebst Pub geöffnet hat. Und diese Gelegenheit darf man sich natürlich nicht entgehen lassen. Das Essen ist gut und wir stellen uns für die Nacht an den Strand von Berneray. Blöd nur, dass ich mein Handy im Lokal vergessen habe. Aber zum Glück wurde es schon gefunden und ich kann es am nächsten Tag ab 7 Uhr abholen.
Der nächste Tag verspricht schön zu werden, in der Nacht hat es leicht gefroren und die Sterne waren zu sehen.
Wir gehen etwas am Strand entlang, weiter um die halbe Insel und über den kleinen Dorfhügel zurück zum Auto.

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Berneray Hostel, im Hintergrund unser Stellplatz

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Danach geht es dann nach Lochmaddy um mein Handy wieder einzusammeln und weiter über die North Uist Richtung Süden. Zum Glück habe ich das Handy im Pub / Restaurant des Hotels vergessen, sonst hätte ich unter Umständen bis zum Abend warten dürfen, bis die Bar wieder öffnet.

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North Uist ist bis auf den fast unbewohnten, aber gebirgigen Osten ziemlich flach. Man fährt über zig kleine Inselchen, die über Dämme und Brücken verbunden sind. So richtig sieht man die beeindruckende Landschaft nur aus der Luft.

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ein Gewirr aus Tümpeln und Seen

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Wir halten oft an und lassen die Drohne steigen, besichtigen den T rinity Temple und gehen in der Hebridean Jewellery eine Kleinigkeit Essen. Leider beeinträchtigt uns DAS Knie. Wir hatten uns im Vorfeld einige Wanderungen ausgesucht, aber das geht nun leider nicht. Das Bein schmerzt zwar nicht, aber ist tüchtig angeschwollen und sie soll es natürlich auch nicht über die Massen belasten.

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Einsamkeit pur

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es geht über Dämme

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Obwohl die Gegend eigentlich für Western Isles Verhältnisse dicht besiedelt ist, gibt es immer wieder Passagen, wo die Einsamkeit der Häuser beeindruckt.

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T rinity Temple

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aufgegebenes altes Post Office

Es dämmert schon als wir die Südspitze von South Uist erreichen und über den 2002 errichteten Damm auf die kleine Insel Eriskay fahren.

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Auf Eriskay suchen wir The Politician auf (benannt nach dem Schiff, welches in Whisky Galore eine Hauptrolle hat). Ein zwar etwas ungemütlicher, aber was Öffnungszeiten angeht ein äußerst zuverlässiger Pub. Wir nehmen wie schon so oft auch an diesem Abend natürlich die Gelegenheit wahr, um unseren Hunger zu stillen. Für die Nacht stellen wir uns an das Calmac Fährterminal. Hier steht zwar ein Schild „no overnight parking“, aber da hier mindestens 15 andere Autos parken - darunter auch offizielle wie das von der Royal Mail - denken wir uns, dass das schon ok ist. Zumal das Calmac Wartehäuschen eine Entsorgung und eine sehr geräumige Dusche mit viel heißen Wasser (1Pfund für 5min) zu bieten hat.

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Eriskay Pier


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