MitchMackes am 16 Jan 2017 13:00:30

Hallo zusammen,

ich befürchte, dass ich nicht der erste bin, der hier unqualifizierte Grundsatzfragen stellt, ich habe aber aber keinen wirklich passenden Thread gefunden.
Falls es doch einen gibt, könnt Ihr diesen gern schließen und mich auf den bestehenden verweisen. Aber nun zum Thema :-)
Ich bin seit einiger Zeit von der Idee infiziert in meinem eigenen "Häuschen" durch Europa zu reisen. Jetzt ist mein Budget aber nicht so üppig, dass ich zum nächstbesten Händler gehen kann, um mir ein tolles Wohnmobil einpacken zu lassen. Meine Online-Recherche auf den gängigen Autoportalen hat jetzt zwei Ansätze ergeben, die sich auf den ersten Blick mit meinen Anforderungen und meinem Budget vereinbaren lassen:

1) Der Kauf eines günstigen Kastenwagens, der dann selber ausgebaut wird: Hier erscheinen mir die gängigen VW´s als zu teuer. Mein Blick ist auf einen Hyundai H1 gefallen. Den bekommt man vernünftig motorisiert und mit rel. wenigen Km für einen günstigen Preis. Jetzt ist mir aber eine riesige Diskrepanz im Unterhalt zwischen Womo und LKW aufgefallen und um die Womo-Anforderungen zu erfüllen muss man dann doch kräftig in den Ausbau investieren (Isolation, Gasanlage inkl. Gasschrank, Fenster, Sitzgelegenheit, Heizung etc.). Also dann vielleicht doch ein fertig ausgebautes Womo?

2) Der Kauf eines "fertigen" Womos: Hier gibt es in meinem Budget (bis ca. 4.000€) vor allem Modelle von Fiat, Peugeot, Ford. Positiv aufgefallen sind mir hier vor Allem ein Fiat Ducato mit Weinsbergausbau und Hochdach und der Peugeot J5 (ähnlich ausgebaut). Die Kisten haben dann so um 1990 das Licht der Welt erblickt und gut 200.000km auf der Uhr. Mit einem 75PS Saugdiesel sind sie nicht sonderlich stark motorisiert, aber der Weg ist ja das Ziel ;-) Ich finde auch, dass die alten Haudegen einen gewissen Charm haben. Ich fahre privat auch ein 30 Jahre altes Auto. Außerdem sind die Kisten ja en Masse gebaut worden, sodass die Ersatzteilversorgung auch nicht schlecht sein sollte. Aber worauf muss ich bei den Womo´s achten? Rost - das ist klar. Feuchtigkeit? Gibt es da große Probleme?

Ich weiss das man die Frage wohl nicht pauschal beantworten kann, ich würde mich aber freuen, wenn Ihr mich auf Denkfehler hinweisen könntet, oder sich vielleicht jemand äußert, der einen ähnlichen Denkprozess durchlaufen hat und mir seinen Erfahrungen mitteilen könnte ;-)
Falls von Relevanz, kann ich auch gerne mal ein paar Anzeigen posten, die ich interessant finden.

Ich freue mich auf Euer Feedback!

alzu am 16 Jan 2017 13:10:01

Hallo,
bei diesem Budget läßt sich ein Selbstausbau nur mit gebrauchten Teilen verwirklichen. Diese einzeln zu suchen, wäre mir zu aufwändig. Ich habe selbst schon 2 Autos ausgebaut, aber mit neuen Teilen, wie Abwäsche, Klo, Wassertanks usw. Da müßtest Du aber mehr investieren. An Deiner Stelle würde ich mich nach einem gebrauchten, fertigen Kastenwagen umsehen.

Jagstcamp-Widdern am 16 Jan 2017 14:01:30

um die Zulassung von lkw ( kasten) zum Womo ändern zu lassen, brauchts gar nicht soviel...

du brauchst eine liegefläche, eine Kochstelle und irgendwo eine Stehhöhe von >170cm - thats it!
dafür ist weder eine gasanlage, noch Isolation, noch fenster oder so erforderlich.

also hol dir einen h1, schraub eine lange kiste und einen Gaskocher rein, fahr zum tüv/dekra und lass dein low-budget-womo zu!
alternativ: such dir ein Fahrzeug mit pkw-zulassung, das ist versicherungstechnisch bezahlbar.

alleswirdgut
hartmut

Henri1 am 16 Jan 2017 14:10:59

Moin
Das mit der Stehhöhe ist schon seit 2012 nicht mehr nötig, kann es auf die schnelle nicht mit einer Quelle belegen. Aber habe vor 2 Jahren einen T4 Transporter ohne Hochdach zum Womo umgebaut und zugelassen, also eigene Erfahrung.
Gruß Henri

Eifelwolf am 16 Jan 2017 14:35:16

Mein erstes WoMo war ein selbstausgebauter T 3. Der hatte bis dahin ein kurzes ein- oder zweijähriges Leben als Leasingfahrzeug für eine Tabakfirma gefristet und daher nie schwer geschleppt. Mit einem SYRO-Ausbausatz und viel Elan ging es dann an den Ausbau . Vorteil: Kostenmäßig übersichtlich, da vieles in Eigenleistung. Mit Rat und Tat stand damals der SYRO-Händler zur Seite. Und: Ich konnte vieles so gestalten, wie ich es haben wollte. Einen solchen Bezug zu einem Fahrzeug hatte ich danach kaum mehr. Nachteil: Beim Umbau braucht der erste Schnitt ins heile Blech etwas Mut! :wink:

Das zweite WoMo war ebenfalls ein T 3, jedoch ein „fertiger“ (Westfalia Joker). Es musste schnell gehen, innerhalb von 14 Tagen musste ein WoMo her. Da blieb keine Zeit für Eigenausbau. Nachteil: Der Joker war wesentlich teurer als der erste selbstausgebaute T 3. Und vom Finish letztlich auch nicht soooo viel besser.

Also, wenn ich die Zeit hätte, würde ich den Eigenausbau bevorzugen. Nicht unbedingt wegen der günstigeren (auf ein gleichwertiges fertig ausgebautes Fahrzeug bezogene) Kosten. Aber alleine deshalb, weil ich MEINE Vorstellungen weitgehend umsetzen kann. Und das Fahrzeug anschließend auch in- und auswendig kenne.

pippifax am 16 Jan 2017 15:22:37

Das Budget als Ansatz für Deine Entscheidung ist das eine. Dein Weg dazu ist das andere.
Fertig gekauft als Gebrauchtfahrzeug siehst Du (meist) was Du kaufst.
Selber ausbauen hat nichts mit Basteln zu tun, sondern mit wohl geplanter und ausgeführter Handwerkskunst. Wenn Du nicht ein begnadeter Schrauber bist, wirst Du Dich schwertun damit.

Hoffe, das hilft

rkopka am 16 Jan 2017 15:22:58

MitchMackes hat geschrieben:... um die Womo-Anforderungen zu erfüllen muss man dann doch kräftig in den Ausbau investieren (Isolation, Gasanlage inkl. Gasschrank, Fenster, Sitzgelegenheit, Heizung etc.). Also dann vielleicht doch ein fertig ausgebautes Womo?

Wurde schon gesagt, so viel ist nicht nötig. Je nach deinen Komfortwünschen kannst du ja auch mit dem Minimum beginnen und dann stückweise weiter ausbauen ? Evt. findest du ein nicht zu altes Womo, das wegen Unfall oder Wasserschaden keinen Wert mehr hat und dessen Teile ausschlachten. Das war das Ende meines ersten Kastenwagens. Wegen Motorschaden hat es einer nur gekauft um die Teile weiterzuverwenden.
U.U. ja auch ein günstiges Womo kaufen, bei dem die Innenausstattung noch OK ist, einige Jahre fahren und wenn dann Motor oder Rost das Ende einläuten, die Teile mitnehmen.

Außerdem sind die Kisten ja en Masse gebaut worden, sodass die Ersatzteilversorgung auch nicht schlecht sein sollte.

Naja. Als ich vor einigen Jahren (~6) für einen 1992 Ducato einen Turbo gebraucht habe, war das schon eine Suchaktion des Händlers. Da gibt es nur noch aufgearbeitete Teile und auch nicht billig. Aber natürlich dürfte da viel bei den Verwertern zu finden sein.

RK

MitchMackes am 16 Jan 2017 15:48:49

Wow das ging ja fix! vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen.

Was den Eigenausbau angeht, bin ich auf diese Tipps vom TÜV gestoßen:

Die Mindestanforderungen finden Sie in einem Merkblatt des VdTÜV:

Sitzgelegenheit mit Tisch
Sitzplatz ist in der kleinsten mobilen Hütte. Doch ein Tisch gehört dazu. Dieser darf ruhig abnehm-, abklapp- oder wegdrehbar sein.

Träumen Sie los
Wie man sich bettet, so fährt man: Zum untersten Schlafkomfort reicht schon eine umgeklappte Sitzgelegenheit, sofern sich hierdurch eine mindestens 1,8 mal 0,7 m große, ausreichend ebene Liegefläche ergibt.

Essen auf Rädern
Die wichtigen Zutaten fürs leibliche Wohl: Spüle, Gaskocher, Abwasserführung. Wichtig ist, dass Sie auch auf kleinem Raum gut hantieren können und auch für die Küchenutensilien Platz finden. Ist der Kocher nicht fest eingebaut, benötigen Sie einen sicherheits- und bedientechnisch geeigneten Platz im Wohnbereich. Der Kocher muss für Innenräume zugelassen sein.

Aus den Augen, in den Schrank
Die üblichen Pkw-Ablagen, Handschuhfach und Kofferraum sind nicht genug. Der Schrank oder Stauraum muss ausreichend Platz für Kleidung und Proviant bieten.

Gegen haltlose Zustände auf Reisen
Wenn Sie plötzlich bremsen müssen, werden nicht befestigte Dinge schnell zu einem gefährlichen Geschoss. Die Einrichtungen müssen, mit Ausnahme des Tisches, fest eingebaut und so beschaffen sein, dass auch bei Unfällen die Gefahr oder das Ausmaß von Verletzungen möglichst gering gehalten werden.

Hier wird halt explizit von einer Sitzgelegenheit mit Tisch gesprochen und da geht die Verwirrung schon los :-) Der H1 hat keine Drehkonsole und so lassen sich die Frontsitze nicht zum Wohnraum drehen. Wenn ich dann eine Matratze von 1,40m breite einbaue, habe ich keinen Platz mehr für separate Sitzgelegenheit :roll: Eine richtige Kochstelle muss wohl auch verbaut werden -> also nix mit Gaskocher rein und anmelden...

Gibt es hier denn jemanden, der einen alten Kastenwagen fährt und mir von seinen Erfahrungen berichten kann? Gibt es Besonderheiten auf die ich bei der Besichtigung achten muss?

Viele Grüße

Energiemacher am 16 Jan 2017 15:55:59

Warum gehst du nicht mal persönlich zu deinem nächstgelegenen TÜV und stellst dort deinen Plan vor und erkundigst dich direkt an der entsprechenden Stelle welche Dinge erfüllt sein müssen das du vom dortig zuständigen den entsprechenden Eintrag bekommst?


Manches ist eben auch Ermessen des TÜV und regional unterschiedlich.
Der eine sieht es eng und der nächste wieder etwas lockerer.

Im Zweifel nimm mal Kontakt zu Daniela hier im Forum auf.
Dort bekommst du auch Infos aus erster Hand.

Grüße
Thorsten

PS: Und wenn es zum Ausbau kommt freue ich mich über reichlich Bilder vom Projekt.


PPS: und warum die Matratze bzw. Liegefläche nicht so gestalten das selbige umgebaut zur Sitzbank wird?
Dann noch ein Brett als Tisch davor (irgendwie klappbar) und die Kriterien sind erfüllt.

Ganzalleinunterhalter am 16 Jan 2017 16:23:55

Denke mal, dass Du hier in dieser Kategorie viele Anregungen finden könntest --> Link
und dort speziell
--> Link
--> Link
--> Link
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--> Link

MitchMackes am 16 Jan 2017 17:50:00

Danke für die zahlreichen und vor allem hilfreichen Tipps!

Also ich glaube ich werde den Markt einfach noch ein bisschen im Auge behalten und dann schauen, was sich für mein Budget realisieren lässt.
Also entweder mache ich ein Schnäppchen und bekomme eine sehr gute Basis, die ich dann nach und nach ausbauen kann/werde, oder ich kaufe ein altes Womo a´la 90er Ducato mit TÜV bei dem in letzter Zeit "viel" repariert wurde. In diesem Fall kann ich ja auch noch "optimieren".
Was meiner Meinung nach aber überhaupt keinen Sinn macht, ist jetzt einen T4 Kasten mit 300.000+ KM zu kaufen und den auszubauen ;-)

rtiker am 16 Jan 2017 19:04:34

Günstige Möbel und Einbauten kannst du aus alten Wohnwagen ausbauen. Die bekommt man recht günstig wenn z.B. TÜV abgelaufen oder Unfallschaden.

AndreasS am 01 Jun 2017 14:30:36

man kann auch Ikea Schränke einbauen...
Schon gemacht, im nagelneuen Eura. Ging prima.

xbmcg am 01 Jun 2017 14:47:10

Am besten Du suchst Dir was mit möglichst breites mit senkrechten Wänden als Basis aus, dann geht es einfacher mit der
Verkleidung und der Möblierung. Schräge / verwinkelte Möbel zu bauen ist nicht ganz ohne...

Fenster und Klappen, Dachhauben kannst Du von einem alten Wohnwagen Recyklen und in die
Karosserie einpassen, falls das Basisfahrzeug nicht vorher ein Bus war. Gleiches gilt auch für
die Elektrik und den Gasgeräten, falls Du welche verbauen willst. Schau Dich mal nach einem
Schlachtewohnanhänger um, da kann man viel gebrauchen (Gasflaschenhalter, Heizung, Kühlschrank,
Kochfeld, Panel, Schalter, Steckdosen, Waschbecken, Schränke, Lattenrost, Hauben, Fenster,
220V Installation (Sicherungskasten, Einspeisung, FI, )...

Kaufen wirst Du neu sicher die passenden Tanks für Frisch- und Abwasser, die Leitungen und Armaturen
und die Pumpe; mit der Toilette ist das auch so eine Sache, meist braucht man die neu wegen den
Platzverhältnissen. Natürlich neu werden müssen alle Gasleitungen, Regler / Schläuche usw. Auch
alle Kabelbäume würde ich komplett neu machen.

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