Gast am 29 Okt 2013 22:51:10 bennykater hat geschrieben:... und sehr viele Menschen große Mühe haben, den erreichten Lebensstandard zu halten ...
Völlig richtig! In D haben ganz viele Menschen, trotz enormer Anstrengungen, große Mühe den erreichten Lebensstandard zu halten. Trotzdem bleibt die Frage, ob wir überhaupt ein egal wie verbrieftes Recht darauf haben "den erreichten Lebensstandard" zu halten. Ein "Menschenrecht" scheint es jedenfalls nicht zu sein. :wink: Und ein speziell "deutsches Recht" auf Haltung des Lebensstandards kann es auch nicht geben. Und hier wiederhole ich mich: Ich habe - nach wie vor - das Gefühl, dass die Reisenden/Wohnmobilisten, die in der Welt weit rumgekommen sind, am Wenigsten sich über die Zustände (Preise etc.) in D beklagen.
bennykater am 29 Okt 2013 22:54:21 Lieber Georg,
Du hast insofern natürlich recht, als dass es einen großen Unterschied zwischen Geiz und Sparsamkeit gibt!!
Aber die allererste Antwort auf Deinen Eröffnungsthread enthielt gleich den "Geiz-ist-geil"-Spruch, gegen den ich langsam eine Allergie entwickle, und darauf wollte ich Bezug nehmen. Ich weiß, dass es mit DEINEM Text nichts zu tun hat!
Martin
eisbaerchen am 29 Okt 2013 23:00:02 Hm, "Geht es denn immer nur ums Geld?" Meine Meinung: Nicht immer, aber immer öfters. Raidys Ausführungen kann ich, aus seiner Sicht, nur zustimmen. Wie würde ein Beitrag (ohne Meckern) eines nicht so "begüterten" Forumsmitgliedes zu diesem Thema aussehen? Oder ist das berühmte Haar-in-der-Suppe-finden eine urdeutsche in den Genen verwurzelte Eigenart? 8)
Ach ja, ehe ich es vergesse: Schön, das mal ein Thread so sachlich und ohne Anfeindungen abläuft :kette:
eisbaerchen :dance2: :dance2: :dance2: Helmut
Gast am 29 Okt 2013 23:14:10 bennykater hat geschrieben:Lieber Georg,
Du hast insofern natürlich recht, als dass es einen großen Unterschied zwischen Geiz und Sparsamkeit gibt!!
Den Unterschied zwischen dem Geiz, der an sich selbst gerichtet ist, oder dem Geiz gegenüber Anderen sollten man auch nicht außerachtlassen. Es ist nicht verwerflich, den Geiz - z.B. sich einen Stellplatz nicht leisten zu wollen - in einem Forum zu äußern. Sich am Stellplatz den Strom nicht teilen wollen, weil man zu geizig ist die Heizung mit Gas zu betreiben, das ist der Geiz der mich auf die Palme bringt. Das ist Egoismus, und solche Leute - selbst schon mehrfach erlebt - heben später die Hand um andere Womo-Fahrer auf der Landstrasse zu grüßen. :twisted:
Gast am 29 Okt 2013 23:18:40 Etwas Satire:
Fünf Menschen im Theater. Einer steht oben und muss permanent die Bühne ausleuchten. Er kommt heim und sagt: Ich bin fertig, das war viel Arbeit. Einer steht unten auf der Bühne uns spielt. Er kommt heim und sagt: Ich bin total erschöpft, aber tolles Publikum. Einer sitzt in der teuersten Loge. Er kommt heim und sagt: Frechheit, für 150€ Logenpreis hätte ich mehr erwartet. Eine sitzt im Theater ganz hinten. Er kommt heim und sagt: Gute Vorstellung und für 20€ auch noch bezahlbar. Eine steht hinten mit dem Putzeimer. Sie kommt heim und sagt: Ich musste den ganzen Dreck wegmachen und habe am wenigsten verdient.
Alles am gleichen Ort. Alles zur gleichen Zeit. Fünf Menschen, fünf Ansichten zum exakt gleichen Thema.
So ist es auch hier im Forum. Und läuft ein solch kritisches Thema dann doch mal so lange friedlich, dann darf man sich darüber freuen. :ja: :danke:
chrystal am 29 Okt 2013 23:26:41 Die Frage: "Geht es denn immer nur ums Geld?" kann ich/man leider nur mit "Ja" beantworten.
Weil das Ganze in eine politische Diskussion führen würde, verzichte ich auf eine eingehendere Erklärung.
Interessanterweise kann man aber, meiner subjektiven Wahrnehmung nach, die von Raidy angesprochenen Pfennigfuchser ohnehin eher in der solventen Bevölkerungsschicht finden... 8)
Ausderasche am 30 Okt 2013 01:28:07 Geht es denn immer nur ums Geld? Ja, dafür gab es übrigens den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1992: --> LinkSelbst Eheschließung, Kinderzeugung und -erziehung basieren nur auf - und wenn es intuitiv ist - rational, wirtschaftlichen Überlegungen. (Auch Raidy´s satirischer Beitrag zeigt dies- jeweils aus unterschiedlichen, individuellen Perspektiven) Das gilt dann natürlicherst recht für einen Stellplatz. Angebot (Menge und Preis) und Nachfrage (Menge und Preis). Frank
Gast am 30 Okt 2013 07:31:39 chrystal hat geschrieben:Die Frage: "Geht es denn immer nur ums Geld?" kann ich/man leider nur mit "Ja" beantworten. Weil das Ganze in eine politische Diskussion führen würde, verzichte ich auf eine eingehendere Erklärung. Interessanterweise kann man aber, meiner subjektiven Wahrnehmung nach, die von Raidy angesprochenen Pfennigfuchser ohnehin eher in der solventen Bevölkerungsschicht finden...
8)
:daumen2: :daumen2: :daumen2:
pipo am 30 Okt 2013 08:47:31 chrystal hat geschrieben:Die Frage: "Geht es denn immer nur ums Geld?" kann ich/man leider nur mit "Ja" beantworten.
Ich sage NEIN :!: Solch eine Diskussion ist eine typisch Deutsche Mentalität. Wir bekommen immer nur gesagt "mehr mehr mehr". Selbst Die, die immer Geiz ist geil schreiben wollen auch nur, dass wir mehr und mehr und mehr konsumieren :!: Und dann noch die Nachbar. Neue Terasse, neuer BMW, neuer Flat, neue Klamotten.. Sorry typisch Deutscher Sozialneid. Und wehe das Wiurschaftswunder gerät ins stocken. Dann schreiben gleich alle Zeitungen und TV Sender, dass in Deutschland die Armut grassiert. Und schon springt der Neidfaktor wieder an und wir kaufen, kaufen, kaufen. Sorry totale Banane. Wo soll es denn noch hingehen? Ich sage mir schon seit längerem: Weniger ist mehr :mrgreen:
Gast am 30 Okt 2013 09:14:24 Ich finde den Eingangsbeitrag, und viele Folgebeiträge, sehr ,sehr spannend!! Überlege schon seit Wochen einen Thread zu eröffnen mit der Frage: "Wie lange könnt ihr, bei den steigenden Kosten, überhaupt noch Wohnmobil fahren?" bzw. " Muss jemand, aufgrund der steigenden Kosten, dass Hobby aufgeben?" Selbstverständlich sind mittlerweile einige Stellplatz und Nebenkosten schon sehr hoch, ich denke aber die Gemeinden und privaten Stellplatzbetreiber reagieren hier nur auf den nicht aufhörenden Ansturm. Es ist doch logisch das bei den steigenden Zulassungszahlen, der häufigen Überbelegung an Topzielen, die Verantwortlichen denken da ist mehr rauszuholen. Bedenkt man nun noch die anderen, steigenden Kosten, wird die Luft bestimmt für einige sehr dünn! Trotzdem nimmt die Zahl der Wohnmobile nicht ab!! Sind wir also doch "Schmerzfrei"???
Gast am 30 Okt 2013 09:32:53 Stefan, dein Kommentar gefällt mir sehr gut. Ja, überlaufene Ziele werfen wohl immer teurer. Das ist aber keine Womo-spezifische Erscheinung, sondern trifft auf alle Arten des Tourismus zu. Es muss sich halt jeder die Frage stellen, ob ihm das Ziel die Mehrkosten wert ist, bzw. ob sein Budget es zulässt. Es gibt so viele andere schöne Ziele, die genau so schön sind aber wesentlich günstiger. Es gibt sehr viele Alternativen zu teuren Plätzen. Ich meide touristische Hochburgen im Normalfall. Ein ruhiger SP ein einer kleinen Gemeinde, schön und ruhig gelegen ist mir allemal lieber als ein "Rummelplatz". Dass diese dann meist auch nur 3-5€ kosten, falls sie überhaupt was kosten, ist ein zufällig positiver Nebeneffekt. Man kann sehr wohl auch heute noch gut und günstig seinen Ausflug verbringen, aber eben nicht überall und zu jeder Zeit. Schwieriger wird es dann schon in den Ferien und mit Kindern. Aber auch das ist keine WoMo-spezifische Erscheinung, sondern hat marktwirtschaftliche Ursachen. Aber selbst in der Urlaubszeit gibt es schöne günstige SP an Baggerseen und kleineren Flüssen. Ich denke WoMo fahren kann nach wie vor in einer hohen Budgetbreite realisiert werden, vom etwas kleinerem Budget bis zum Luxus-Budget. Ich denke auch, dass die reinen SP CP Kosten bei den Jahreskosten der geringere Kostenfaktor sind. Wertverluste, Reparaturen, Fahrtkosten, Versicherung und Steuer dürften eher die Knackpunkte für manche sein. Aber was hilft all das Jammern, wenn es nun eben mal so ist, wie es ist. Wäre es da nicht sinnvoller, wegen der idiotischen Umweltplakette auf die Barrikaden zu gehen. Das macht aber keiner. Nur vom Jammern alleine reagiert aber niemand.
Gast am 30 Okt 2013 09:40:16 Ich sehe das Problem als das des geschriebenen Wortes. Hingeschrieben ist es schnell, ist es tatsächlich so gemeint, wenn man sich mal etwas Luft macht ob eines - vermeintlich - ungerechtfertigten Preises. Oft ist eine Aussage viel harmloser gemeint als sie geschrieben rüberkommt.
Das Problem sehe ich dann eher, daß oft nicht mehr normal - sprich ganz sachlich - kommuniziert wird, sondern es wird die Flinte rausgeholt, durchgeladen und abgefeuert. Aber sowas von...
Ich habe gelernt: über jedwede Preise und Kosten würde ich mich hier und auch in anderen Foran nie mehr äußern.. Das landet meistens im falschen Hals.
Ciao Didier
rena am 30 Okt 2013 09:46:05 raidy hat geschrieben: Wohl aber fände ich einen Thread "WoMo fahren mit wenig Budget, wie geht das" sehr angenehm und sinnvoll.
Das wäre sicherlich eine interessante und gute Diskussion. Raidy - eröffne doch einmal solch ein Thema. LG Rena
berniebo am 30 Okt 2013 10:01:56 Die ursprüngliche Frage war doch: "Geht es denn immer nur um Geld?".
Und meine Antwort dazu lautet: Selbstverständlich. Hast du viel Geld, interessieren dich die armen Schlucker nicht. Hast du wenig Geld, beschwerst du dich über den Überfluß der anderen. Indem wir also einen neuen Thread aufmachen: "Wie kann ich möglichst viel sparen?...", thematisieren wird wieder die Ursprungsfrage: Geld.
Wenn man Wohnmobilthemen ohne den Störfaktor Geld diskutieren will, muss man in die Philosophie abgleiten: Was sind unsere wirklichen Bedürfnisse und wie bringen wir sie mit der Realität in Einklang - ohne auch nur einmal das Wort "Euro" in den Mund zu nehmen?
Das dürfte äußerst spannend werden. :)
Gast am 30 Okt 2013 10:04:58 bernhard: arm und reich war aber nicht meine Intention für diesen Thread. Denn dieses Thema wäre unendlich und fruchtlos. Mag sein, dass der Titel etwas zum falschen Denken verleitet, aber in Post 1 habe ich eigentlich gut beschrieben, worum es mir ging. Sieht man nur den Titel ohne Bezug zum Inhalt dann gebe ich dir recht: Es geht immer nur ums Geld. rena hat geschrieben:raidy hat geschrieben:Wohl aber fände ich einen Thread "WoMo fahren mit wenig Budget, wie geht das" sehr angenehm und sinnvoll.
Das wäre sicherlich eine interessante und gute Diskussion. Raidy - eröffne doch einmal solch ein Thema. LG Rena
Wieso ich, mache du das doch! Einen Beitrag dafür hätte ich schon, den ich bewusst der Nörgler wegen nie geschrieben habe. Ein Freund von mir (untere Einkommensklasse) hat mich letztes Jahr kontaktiert. Er konnte ein altes WoMo mit überraschend wenig km für 3500€ bekommen und ich solle doch mal die Technik anschauen. Nach meinem Wissen und Kontrolle hatte es wirklich wenig km, sah aber nicht mehr schön aus (Regenstreifen-Patina, Rost). Er hat es dann gekauft und in einem Schuppen über de Winter repariert. Beim Schweißen habe ich ihm etwas geholfen. Dann zum TÜV und mit Mängelbericht zurück. Das war aber alles für 300€ machbar. Nun hat er seit Frühjahr ein Alkoven mit 2 Jahren TÜV. Seither ist er fast jedes Wochenende ab Freitag Mittag mit Familie und Kindern unterwegs. Er fährt keine Mammut-Strecken um Geld zu sparen, er sucht nur billige oder kostenlose SP. Sie sind total glücklich und er kommt ein Wochenende mit weniger als 100€ durch. Den bringen wir nochmals durch den TÜV, dann hatte er 4 Jahre WoMo für direkte nur WoMo-Kosten (also nur das WoMo selbst) für <4000€. natürlich kann immer mal was kaputt gehen, aber das meiste bekommt man doch wieder hin. Halbwegs neue Batterien hat er von Schrotter geholt, die werfen einem die Dinger fast nach. Kein Mensch kauft gebrauchte Batterien, auch wenn sie nur 1-2 Jahre alt sind und 20€ kosten. Das hätte man aber leider hier nicht als Bericht schreiben können. Die Bedenkenträger hätten sich zu Wort gemeldet, was denn so alles kaputt gehen könnte könnte und was an Kosten noch kommen könnte könnte und dass ein WoMo für 3500€ gar nichts sein kann kann. Man kann sehr wohl noch für relativ wenig Geld dem Hobby nachgehen. Aber dann muss man auch selbst Hand anlegen, auf Prestige-Objekte verzichten und eben nicht eines Wochenende wegens 500km fahren. Und öfters mal bei ebay vorbei schauen. Dort werfen sie einem alte Heizungen, Kühlschränke und andere Teile auch fast nach.
berniebo am 30 Okt 2013 10:33:43 raidy: Mir geht es auch nicht um arm oder reich. Ich habe das nur etwas überspitzt.
Aber mit Wohnmobilen ist es wie mit dem richtigen Leben. Ich muss meine Wünsche mit der Realität in Einklang bringen. Je mehr ich dabei auf die Ansichten "Anderer" schiele, desto weniger gelingt mir das. Ich glaube nicht, dass es einen Unterschied macht, ob ich ein 100 KEUR-Mobil fahre oder ein selbstgebasteltes für 2000 EURO. Wichtig ist nur, dass es meine kleine Welt wiederspiegelt. Und die hängt nicht von der absoluten Kaufsumme ab.
Deshalb finde ich es ausgesprochen angenehm, wenn in diesem Forum immer wieder zum größten Teil qualifizierte Antworten auf - sich oftmals ums Geld drehende - Fragen gegeben werden. Meckereien über Unvermeidliches (wie Maut, Kurtaxe etc.) sind aber eher lästig und überflüssig.
Also mein Fazit: Die Freude an der organisierten Verwahrlosung steht nach wie vor im Vordergrund.
rkopka am 30 Okt 2013 10:51:09 raidy hat geschrieben:und eben nicht eines Wochenende wegens 500km fahren.
Das sehe ich für mich aber als Problem an. Ich habe das Womo nicht als Hobby, sondern als Fortbewegungsmittel zu interessanten Zielen oder Veranstaltungen. Natürlich habe ich auch meine Grenzen, was ich für ein WE nicht machen würde, aber 500km kommen da schnell mal zusammen. Andererseits kann ich vieles, das näher ist und nicht unbedingt eine Übernachtung erfordert, auch mit dem PKW in einem Tag machen, was wesentlich weniger Sprit braucht. Neben den schlichten Einschränkungen beim Geld, die jeder von uns nun mal hat, sehe ich eher die Wertigkeit als nicht immer gegeben an. Wenn ich in Norwegen bin, weiß ich, daß vieles teuerer ist als bei uns und muß das akzeptieren, oder nicht dort hin fahren. Wenn ich aber bei was auch immer einfach nicht die entsprechende Gegenleistung sehe, vor allem im lokalen Vergleich, dann stört mich das schon. RK
Gast am 30 Okt 2013 10:51:10 berniebo hat geschrieben:Ich muss meine Wünsche mit der Realität in Einklang bringen. Je mehr ich dabei auf die Ansichten "Anderer" schiele, desto weniger gelingt mir das.
Da sind wir voll im Einklang. Ich meine auch, dass Freude am WoMo überhaupt nichts mit Baujahr und Ausstattung zu tun hat. Man kann dieses Hobby relativ günstig leben oder auch sauteuer. Man sollte eben keinen Porsche fahren, wenn man nur das Budget für einen Golf hat. Wobei wir schon wieder bei der Tasse Cafe im Casino Monaco wären. Die schmeckt auch nicht besser wie die auf dem SP. :lach:
rabi am 30 Okt 2013 10:54:58 Wir haben uns vor ein paar Jahren mal eine ziemlich teure Reise auf die Malediven gegönnt. In der Vorbereitung dazu habe ich in einem entsprechendem Forum die Frage gewagt, mit welchen Nebenkosten für Trinkgelder und Getränke wir zu rechnen haben. Mir ging es nicht um Geiz, sondern um die Planung. Ich weiss schon ganz gerne, was an Kosten auf mich zukommt. Die Reaktion war, dass ich doch lieber nach Malle fliegen soll, wenn ich mir das nicht leisten kann. So ähnlich empfinde ich auch in diesem Forum einige Antworten, wenn jemand berichtet, dass nach seiner Ansicht das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmt. Ich würde hier nie einen Thread aufmachen, wo ich über Preise berichte und was ich davon halte. Einige Antworten zu diesem Themen sind schon arg arrogant. Und selbst wenn sich jemand nur mal ausheulen will...soll er doch. Manchen hilft es eben, wenn sie sonst keinen haben dafür. Geiz bei Wohnmobilfahrern erlebe ich allerdings sehr häufig unterwegs. Da wird der Stromstecker erst reingesteckt, nachdem die Kassiererin weg ist und morgens in aller Frühe wieder rausgezogen (neuwertiger Carthago in Maasholm). Da stürmt jemand mit seiner Klokasette auf mich zu, weil ich an der VE Geld reingeworfen habe, damit die Klappe für die Grauwasserentsorgung aufgeht, usw... Ist allerdings kein deutsches Problem, wie hier von einigen immer wieder behauptet wird.
haballes am 30 Okt 2013 10:56:05 pipo hat geschrieben:chrystal hat geschrieben:Die Frage: "Geht es denn immer nur ums Geld?" kann ich/man leider nur mit "Ja" beantworten.
Ich sage NEIN :!: Solch eine Diskussion ist eine typisch Deutsche Mentalität. Wir bekommen immer nur gesagt "mehr mehr mehr". Selbst Die, die immer Geiz ist geil schreiben wollen auch nur, dass wir mehr und mehr und mehr konsumieren :!: Und dann noch die Nachbar. Neue Terasse, neuer BMW, neuer Flat, neue Klamotten.. Sorry typisch Deutscher Sozialneid. Und wehe das Wiurschaftswunder gerät ins stocken. Dann schreiben gleich alle... dass in Deutschland die Armut ... springt der Neidfaktor wieder an ...kaufen, kaufen...Wo soll es denn noch hingehen?
stephan hat geschrieben:Ich finde den Eingangsbeitrag, und viele Folgebeiträge, sehr ,sehr spannend!!Überlege schon seit Wochen einen Thread zu eröffnen mit der Frage: "Wie lange könnt ihr, bei den steigenden Kosten, überhaupt noch Wohnmobil fahren?" bzw. " Muss jemand, aufgrund der steigenden Kosten, dass Hobby aufgeben?"
Die beiden Beiträge zeigen auf, wie der Bürger denkt und drauf ist. Eigentlich hätte ich jetzt noch einen "zeigt mal euer erstes Wohnmobil" Fred rauskramen und drunterdübeln müssen. Nicht politisch sehen, aber Fakt ist doch, das wir in einer kapitalistischen, konsumausgerichteten Welt aufgewachsen sind, oder im Falle von Dunkeldeutschland darin wieder voll integriert sind. Als Schüler war man wer, wenn man eine 50er hatte. Hatte man Mofa, durfte man mit am Treffpunkt stehen, hatte man ein Mokick, dann fand man Anerkennung, war ein "richtiges" Nummernschild hinten drauf, erntete man Bewunderung und war es gar eine Kreidler, dann gab es um die Klassenschönste keine Diskussion. Und insgeheim wurmte es uns. Die Eltern von meinem Kumpel gegenüber besaßen eine Firma. So hatten sie regelmäßig die neuesten Autos. Als ich meinem Vater vom neuen Citroen CX GTI erzählte und ihm sagte, das würde für ihn eh ein Traum bleiben, gab es erstmal Stubenarrest. Weiß ich noch bis heute. Meine Eltern hatten ihr Leben lang ein Neidproblem. Und das haben viele Europäer aus den begüterten Gebieten bedingt durch ihre Erziehung. Kommt der Handwerker mit seinem Porsche, wird diskutiert, ob er seine Kunden ausnimmt. Das der Passat Kombi von seinem Gesellen voll ausgestattet das Gleiche kostet, interessiert nicht. In Amerika ist das überhaupt kein Thema. Da erntet gleicher Handwerker Bewunderung, weil er es mit seiner Arbeit so weit gebracht hat. Er muss also gut sein.Es hat immer Schichten gegeben und es wird sie immer geben, solange Menschen frei über ihr Hab und Gut entscheiden können. Wir hier im Wohnmobilforum sind doch größtenteils auf einer Stufe der Gesellschaft, wo wir ein Wohnmobil haben, mieten oder wenigstens planen. Sonst wär es ja unsinnig hier mitzumachen. Und ob Torfbude, Kastenwagen oder Riesenliner hat jeder seine Erlebnisse mit dem Hobby und auch die Zeit dafür, ob er es nun ständig restauriert, nur zum Fühlinger See fährt oder auf Weltreise geht. Ich habe dieses Jahr mal meine Firma richtig umstrukturiert. Hab überlegt, das wir im sozialen Bereich tätig sind und eigentlich mit gutem Beispiel voran gehen müssen. Unter meine Fittiche kam auch der Jahresurlaub, der vielen unserer Mitarbeiter am Jahresende ausgezahlt wurde. Ich habs unterbunden und angeordnet, das der Urlaub komplett zu nehmen sei. Engpässe wären mein Problem, Erholung ist wichtig, wüsste ich von mir selber. :eek: Tja Leute, ihr glaubt gar nicht, wie es an meine Bürotür gehämmert hat. Wir haben fest mit dem Geld gerechnet, wir machen gar keinen Urlaub, was sollen wir denn zuhause tun.....usw. Ich zieh es durch. Und es tauchen hier wirklich in ihrem Urlaub Leute auf, die ihre Sozialkontakte vermissen und sie fragen ungläubig, ob nicht doch Not am Mann wär. Es gibt also Menschen, die es total ausgeblendet haben, länger als ein Wochenende Freizeit an einem Stück zu haben oder überhaupt verreisen zu wollen. Wichtiger ist es, zuhaus auf 50cm Flat statt 40cm zugucken, oder eine Familienkutsche abzuzahlen, die am Tag vielleicht 30 Minuten für den Weg zur Arbeitsstelle und zurück bewegt wird. Alles durch Prägung von außen, mit diesen Konsumgütern etwas zu "sein". Und unter uns sind Wohnmobilisten, die ihr Budget bis zum Anschlag ausgereizt haben, vielleicht sogar drüber sind und nun irgendwie versuchen, noch den Zweck mit dem Wohnmobil hinzukriegen, nämlich das Verreisen. Und das Verreisen kostet eventuell nochmal das Budget eines Wohnmobils. Steht aber auf den Finanzierungsvorschlägen der Fahrzeuge auf dem Caravansalon nie drunter. ;D Diese üble Erfahrung hab ich in den 90ern auch mal bitter machen müssen. Das man mit zwei Zwergen, normalem Verdienst und anderen Prioritäten sich ein Wohnmobil gar nicht leisten konnte. Und aufgefallen ist es mir erst beim Verreisen. Wir mussten eine Woche früher abhauen, weil die Kohle alles war und Reparaturen wurden geschoben, bis es nicht mehr ging. Ich hab für mich gelernt, das man seinen Haushalt planen muss, wenn man dauerhaft Spaß haben will. Es liegt an mir selber. Ich wurde nie gezwungen an dem Hobby mitzumachen. Es liegt an mir selbst es zu gestalten. An meinem letzten langen Wochenende, da standen neben mir Rentner. Die Wohnmobile 14 bzw. 16 Jahre alt. Sehr gepflegt. Sind jedes Wochenende unterwegs. Meist etwa 100 km von ihrem zuhaus. Waren spazieren, haben Wein eingekauft, abends zusammen gekocht und Likörchen geschnaselt. Die waren richtig gut drauf, die Leute. Die haben glaub ich ihr Glück gefunden.
Gast am 30 Okt 2013 11:02:06 Sven, das ist ein toller Beitrag. Einer von der Sorte, wo ich mir wieder mal ein Bewertungssystem für Benutzer und/oder Beiträge wünschen würde.
rkopka am 30 Okt 2013 11:03:55 haballes hat geschrieben:Unter meine Fittiche kam auch der Jahresurlaub, der vielen unserer Mitarbeiter am Jahresende ausgezahlt wurde. Ich habs unterbunden und angeordnet, das der Urlaub komplett zu nehmen sei.
IMHO ist das z.B. in Österreich sogar gesetzlich so geregelt. Überstunden gehen auch als Geld, der Urlaub darf aber nicht ausgezahlt werden. RK
rabi am 30 Okt 2013 11:15:23 rkopka hat geschrieben:IMHO ist das z.B. in Österreich sogar gesetzlich so geregelt. Überstunden gehen auch als Geld, der Urlaub darf aber nicht ausgezahlt werden.
RK
Ist in Deutschland auch so, aber OT :?
Gast am 30 Okt 2013 11:32:04 Sven :top:
:sky: :dankeschoen: :daumen2: :daumen2: :daumen2:
ganderker am 30 Okt 2013 12:02:44 Hallo raidy, deine Meinung zum Unterschied von Geiz und sparsam deckt sich in vielem in meinem Preis- Leistungsdenken, das auch beruflich bedingt ist. Wenn man das Jahrzehnte macht, geht einem das in Fleisch und Blut über.
Dazu fällt mir ein, dass ich ganz gerne mal meine selbst festgelegten Prinzipien/Handlungsweisen verlasse. also,auch, wenn man sich selbst viele Handlungsweisen "verordnet", macht es unheimlich viel Freude sich selbst mal eins auszuwischen und mal nicht aufs Geld oder seine Prinzipien zu achten und bewusst zu teuer oder sogar unnützes zu kaufen oder sich gar nicht "nachhaltig und ökologisch" zu verhalten, was ich ansonsten versuche.
Beispiel: -mal für die Reise doch Dosengetränke kaufen und im Ausland die teure Dose einfach in den Müll werfen, -mal doch ein teures Michelinrestaurant aufsuchen und beim auswählen gar nicht auf den Preis zu achten, das tut einem selbst gut und auch meiner Liebsten, die dann gleich empfindet
das gilt auch außerhalb vom monetären Denken: -mal doch die fette Schlagsahne zum Kuchen oder die fette Schweinshaxe,
für beide Fälle gilt für uns: wir machen das, wenn alles passt (zB tolles Ambiente, nette Leute um einen, tolle Bedienung usw usw) , also nicht täglich, dann wäre der Reiz und der Genuss nicht so schön
rkopka am 30 Okt 2013 12:17:01 ganderker hat geschrieben:deine Meinung zum Unterschied von Geiz und sparsam deckt sich in vielem in meinem Preis- Leistungsdenken, das auch beruflich bedingt ist. Wenn man das Jahrzehnte macht, geht einem das in Fleisch und Blut über. Geht mir auch so. Meine Familie war nie arm, aber immer sparsam. Auch ich habe das im Studium und danach so weitergeführt. D.h. Im Lokal wurde halt geschaut, was billiger ist. Und so mancher Luxus kam gar nicht erst in die Überlegung. Das Womo als solches ist Luxus, aber durch die Anwendung begründet. Und auch da habe ich mich von den billigen hochgearbeitet :) Dazu fällt mir ein, dass ich ganz gerne mal meine selbst festgelegten Prinzipien/Handlungsweisen verlasse.
also,auch, wenn man sich selbst viele Handlungsweisen "verordnet", macht es unheimlich viel Freude sich selbst mal eins auszuwischen und mal nicht aufs Geld oder seine Prinzipien zu achten und bewusst zu teuer oder sogar unnützes zu kaufen oder sich gar nicht "nachhaltig und ökologisch" zu verhalten, was ich ansonsten versuche.
Ich sehe das nicht als Freude über das Ausbrechen an, sondern als die Mühe sich aus den Gewohnheiten zu befreien. D.h. im Lokal mal nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern mal das teure zu nehmen, das einem mehr Befriedigung verschafft, als das billigere, das halt nur zur Sättigung ist. Oder bei verschiedenen Alternativen nicht zwangsläufig immer die günstigste (was nicht unbedingt die billigste ist) zu nehmen, sondern mal die beste, auch wenn es nicht unbedingt sein muß. RK
ganderker am 30 Okt 2013 12:19:13 haballes hat geschrieben: Wichtiger ist es, zuhaus auf 50cm Flat statt 40cm zugucken, oder eine Familienkutsche abzuzahlen, die am Tag vielleicht 30 Minuten für den Weg zur Arbeitsstelle und zurück bewegt wird. Alles durch Prägung von außen, mit diesen Konsumgütern etwas zu "sein"..
da fällt mir immer der Spruch eines Kabarettisten ein aus den 80ern: "im Ruhrpott kauft man sich ein Auto, das man sich nicht leisten kann, um Leute zu ärgern, die man nicht leiden kann. Und im schwäbischen zahlt man Aufpreis, um das Typenschild am neuen Auto zu entfernen, damit die Nachbarn nicht mitkriegen, was man fährt." Wer mal den schwäbischen Pietismus auf dem Lande erlebt hat (und heute noch erleben darf) versteht den Spruch noch besser :D
quez am 30 Okt 2013 12:28:25 ...Haballes (Sven) zu lesen ist immer klasse und tut gut! :top:
Klaus
xs650 am 30 Okt 2013 12:39:01 Schön das es sachlich geblieben ist. Mir ist auch manches einfach zu teuer, Geld ist und bleibt endlich, also leiste ich MIR was ICH will. Als wir bauen wollten, musste ich arg rechnen, also wurde es ein Zweifamilienhaus, nur wenig teurer aber da zahlt noch wer Miete und ich kann jeden Nagel von der Steuer absetzen. Nur so konnten wir uns jedes Jahr einen Urlaub leisten, mit Flieger in die weite Welt, immer nach eingehender Befragung des Internet, wieviel man denn ausgeben muss. Ein Wohnmobil wollten wir eigentlich erst kaufen wenn wir in Rente gehen, lohnt sich ja sonst nicht. Also haben wir jahrelang verschiedene gemietet, bis mich das nervte. Nur da kam ich dann an diesem Punkt an: Wenn ich hier manchmal lese, dass jemand für 5 oder 10k € einen Camper sucht, da denke ich, der sollte vielleicht besser mit dem Zelt rumfahren
Wir hatten auch nicht mehr Kohle, also wurde länger gesucht und gefunden, das ein 86er Hymer noch Zuwendung braucht war mir klar. 50 TKM haben wir mit ihm abgerissen, vieles erneuert und verbessert. Zu den Kosten kann ich nur sagen, für so wenig Geld hätte wir niemals einen Urlaub in Kroatien, Toskana, Ostsee etc machen können. In der Preislage spart man sogar beim Campen. :mrgreen: Als es dann darum ging ein neues//gebrauchtes Wohnmobil zu kaufen, hab ich meiner Frau gesagt, wir werden in dem neuen keinen schöneren, erlebnisreicheren oder gar besseren Urlaub machen, vielleicht ein wenig komfortabler, mehr nicht. Genau so ist es eingetreten!!!! Nochmal zu den Preisen und Wucher, ich habe einen ersten Gang und den benutze ich sofort, wenn MIR das Preis Leistungsverhältnis nicht passt. Nur deswegen kann ich mir das leisten, was ich mir leisten kann, das sind aber weniger die Sachen, die meine Nachbarn interessiert oder mir im Fernsehen vorgegaukelt werden, das ich sie kaufen muss ;D Matthias
Gast am 30 Okt 2013 12:43:28 Respekt Sven!
rkopka am 30 Okt 2013 13:02:35 xs650 hat geschrieben:Als es dann darum ging ein neues//gebrauchtes Wohnmobil zu kaufen, hab ich meiner Frau gesagt, wir werden in dem neuen keinen schöneren, erlebnisreicheren oder gar besseren Urlaub machen, vielleicht ein wenig komfortabler, mehr nicht. Genau so ist es eingetreten!!!!
Mir gings beim neuen eigentlich um einen erlebnisärmeren Urlaub. Weniger Kontakt zu Werkstätten, zeitgenaueres Abfahren und auch wieder Ankommen. Nebenher um mehr Platz, was mehr Spielzeuge bedeutet, die ich im Urlaub verwenden will. RK
Gast am 30 Okt 2013 13:10:35 Einer meiner schönsten Urlaube war 1975 mit meinem Bruder 9 Tage Schwarzwaldwestweg Pforzheim-Basel zu Fuß. 320km , nur Naturfreundehäuser und Schwarzwaldverein. Budget 10DM pro Person und Tag. Herrliche Landschaften, noch herrlicherer Muskelkater in den ersten Tagen. Schöner Urlaub und Geld haben nichts miteinander zu tun! Wer natürlich meint, er müsse im Hochsommer in den Sommerferien die Tourihochburgen ansteuern, der sollte nachher nicht jammern - um wieder zum Thema zu kommen.
FastFood44 am 30 Okt 2013 13:17:07 xs650 hat geschrieben:....also leiste ich MIR was ICH will......
Ich denke das trifft den Nagel auf den Kopf. Wenn jemand schreibt dass der SP in XY zu teuer ist für 20,- € dann gibt es da nix zu rütteln: IHM ist es zu teuer, das ist es IHM nicht wert. Da hat jeder andere Prioritäten. Von meinem Vater habe ich gelernt: Man muss sparen dann wenn man genug Geld hat, dann wenn man nicht jeden Pfennig umdrehen muss. Sparen kann man nicht erst wenn einem das Wasser bis zum Halse steht. Wie heißt es: Spare in der rechten Zeit, dann hast du in der Not. Und wenn man rechtzeitig spart dann kommt es mit etwas Glück vielleicht gar nicht erst zu einer wirklichen Not. Aber ich denke diese Tugend in guten Zeiten zu sparen ist so sehr aus der Mode gekommen, dass es einem auch gerne mal als unnötiger Geiz ausgelegt wird.
Sparsam sein: Tugend oder Geiz??? Egal: Jeder wie er will. Wer mag darf gerne für die Flugreise einen Kredit aufnehmen, die Möbel finanzieren, die Miete aussetzen und dann den Peter Zwegat rufen :mrgreen: Ich mag es nicht. Unser einzigster Kredit war für unser Haus und das darf gerne so bleiben!!! Die Rente ist fern (24 Jahre) und somit seeeeehr ungewiss. Wir sind die Generation die gezwungen ist privat vorzusorgen und eigentlich derzeit bei diesen Zinsen enteignet wird. Noch dazu haben wir einen ganz großen Fehler gemacht was die Altersvorsorge angeht: Wir haben Kinder in die Welt gesetzt ;D somit hat man sein Geld eh verplant. Schwäbische PETRA die nach 12 Jahren die alte Familienkutsche "nur" durch einen Kompaktvan ersetzt hat und sich echt fragt warum so viele Leute bereit sind soooo viel Geld für so manches Auto auszugeben. Wenn ich die Preise sehe :eek:
ganderker am 30 Okt 2013 13:41:11 hallo, bei den Beiträgen fällt mir ein, dass ich diesen Spruch noch nie verstanden habe: im Urlaub lass ich die Sau raus, da wird nicht auf das Geld gekuckt.
Mir täte es weh, am Markusplatz das xfache für einen Kaffee zu zahlen, wenn ich in einer romantischen Seitengasse dasselbe ohne Ärgeraufpreis bekomme und zudem ohne Tourimassen, ich könnte das nicht genießen.
Andererseits: in Prag waren wir am Rathausplatz in bester Lage zum Kaffee und wussten, das sind Preise, die sich Venedig nähern. DAS haben wir so gewollt, wegen dem Beobachten und wir haben es genossen. Als Schwaben haben wir den letzten Schluck aber dringelassen und so die x-fachen Abräumversuche des Kellners hintertrieben, wir waren deshalb seeehr lange dort und haben alles sehr genossen.
Will damit sagen: IMMER das Geld raushauen macht *mir* weniger Spaß, als es gezielt als Ausnahme zu tun.
celso am 30 Okt 2013 13:45:47 Eine kleine Erweiterung der Diskussion: Heutiges Marketing verschmilzt immer mehr mit der Hirnforschung und Psychologie zum sogenannten Neuromarketing. Dr. Häusel von der Gruppe Nymphenburg, die ziemlich führend in diesem Bereich ist und viele, viele große Firmen berät, beschreibt Geld anders: "Geld ist die konzentrierte Lust in der Hosentasche verbunden mit einer Zukunftsoption.“
Aus der Kurzbeschreibung seines Buches "Brain View-Warum Kunden kaufen" " Den rationalen und bewussten Konsumenten gibt es nicht. Weit über 70 % seiner Entscheidungen fallen unbewusst, aber auch auf die verbleibenden 30 % hat der Kunde nur einen geringen Einfluss. Viele Kaufsignale („Cues“) eines Produktes oder einer Dienstleistung werden vom Gehirn in direktes Kaufverhalten umgesetzt, ohne dass das Bewusstsein des Kunden etwas davon mitbekommt. Die Veränderungen der Nervenbotenstoffe und Hormone im Gehirn sagen das tatsächliche Kaufverhalten des Kunden oft besser voraus, als jede Kundenbefragung. Produkte oder Dienstleistungen, die keine Emotionen auslösen sind für das Gehirn wertlos. Frauen- und Männer-Gehirne unterscheiden sich erheblich. Frauen kaufen völlig anders ein und sehen Produkte mit ganz anderen Augen als Männer. Im Laufe des Alters verändert sich das Gehirn enorm. Jugendliche haben deshalb ein ganz anderes Konsumverhalten als Senioren."
Celso
ganderker am 30 Okt 2013 13:59:54 celso hat geschrieben:Frauen- und Männer-Gehirne unterscheiden sich erheblich. Frauen kaufen völlig anders ein und sehen Produkte mit ganz anderen Augen als Männer.
JETZT könnte es für diesen Thread so langsam gefährlich werden :D Aber solange keine Wertungen genannt werden, werden unsere weiblichen Foristinnen ja still sitzen können :D
aristoblau am 30 Okt 2013 14:02:38 Jeder erzählt hir ein stück Warheit, immer auf sich bezogen. Nur wenn keiner etwas zu den oftmals übertriebene Preisen sagt, denken alle mann kanns ja nehmen, weil der Markt es hergiebt. Binn selber schon von einem Stellplatz weggefahren, weil 22,-Euro mir für die Gegenleistung zu viel waren. Habe es dort aber auch deutlich gesagt. Gerade heute wo mehr Camper als je zuvor unterwegs sind, sollte mann auf ein passendes Preis-Leistungsgefüge achten, damit es nicht aus dem Ruder läuft.
xs650 am 30 Okt 2013 14:10:12 Weniger Kontakt zu Werkstätten, zeitgenaueres Abfahren und auch wieder Ankommen. Nebenher um mehr Platz, was mehr Spielzeuge bedeutet, die ich im Urlaub verwenden will.
na wenn das nicht komfortabler bedeuted 8) Ich bin aber auch mit dem alten Hymer bis nach Dubrovnik und zurück und mein Arbeitgeber hat nicht vergeblich auf mich warten müssen. Die Sache mit dem Platz, die trifft auf mich auch zu, ein Bekannter hat sich mal schlapp gelacht als ich die "Heckgarage" beladen habe, er meinte da belädt doch einer sein Auto durch den Briefschlitz :lach: Den Werkzeugkoffer habe ich aber immer noch dabei, der Neue ist ja auch schon wieder 11 Jahre alt :D Matthias
Gast am 30 Okt 2013 14:12:10 aristoblau hat geschrieben: Binn selber schon von einem Stellplatz weggefahren, weil 22,-Euro mir für die Gegenleistung zu viel waren. Habe es dort aber auch deutlich gesagt.
Gang einlege und wegfahren ist schon mal sehr gut. Es dem Anbieter auch deutlich zu sagen, warum man sich so entschieden hat ist noch besser. Meine "Kritik" richtet sich überhaupt nicht an diejenigen, welche einen Preis zu hoch finden und darauf reagieren. Und da soll jeder seine eigene Schmerzgrenze ziehen. Mein Unverständnis aber ist, warum viele sich das dann doch gefallen lassen und nachher darüber herziehen. Gefällt mir etwas nicht, dann nehme ich es auch nicht! Ich bin auch schon oft weiter gefahren, nur weil ich es aus Prinzip nicht einsehe und obwohl es mir völlig schnuppe sein könnte. So lange ich es aber durch Kauf akzeptiere, wird der Anbieter sein Preismodell nie ändern. Würden viel weniger Menschen auf der AB tanken, wären dort auch die Preise anders. Weil aber trotzdem viele dort tanken, bleiben sie hoch. Letztlich bestimmt eben doch der Verbraucher mit seinem Verhalten die Preise wesentlich mit. Hätte ich einen SP, der das ganze Jahr überrannt wird, wer weiß welche Preise ich nehmen würde. Ein SP-Besitzer ist ein Unternehmer und kein Sozialamt. Es wäre nett und sozial, wenn er Familientarife macht, ich würde es ihm hoch anrechnen, aber verlangen kann man es nicht. Es ist seine Einnahmequelle.
pipo am 30 Okt 2013 14:38:14 aristoblau hat geschrieben:Nur wenn keiner etwas zu den oftmals übertriebene Preisen sagt, denken alle mann kanns ja nehmen, weil der Markt es hergiebt.
Was heisst übertrieben? Aus Deiner Sicht übertrieben, aus sich zBsp. eines älteren Paares perfekt, da auf diesem SP alles geboten wird was ihr Herz begehrt. Nun denkt doch nicht immer nur an Euch!!!! Wenn wirklich ein SP nichts ausser teuren Gebühren bietet wird es der Markt schon richten.
Gast am 30 Okt 2013 15:22:39 haballes hat geschrieben: ... oder im Falle von Dunkeldeutschland darin wieder voll integriert sind...
...im Osten geht die Sonne auf, im Westen wieder unter, Dein Gunter :D Also ich hab exakt mein halbes Leben in der sozialistischen Planwirtschaft und die andere Hälfte in der Marktwirtschaft verbracht (jetzt weiß jeder, wie alt ich bin?) Und muss sagen, die 2. Hälfte gefällt mir wesentlich besser. Ich hatte bislang jedoch auch einiges Glück im Leben bezüglich Berufswahl, Arbeitsplatz, Familie usw. Was mich nervt, ist diese ewige Neiderei, weil der und der schonwieder einen neuen Porsche hat und wo hat der bloß das Geld her und hach ist das ungerecht. Damit vermiesen sich viele Leute ständig selbst die Laune, weil sie immer nur auf andere schielen. Ich kümmer mich um mich selbst und meinen Kram, bilde mir meine eigene Meinung und lass sie mir nicht von irgendwem vorschreiben. Bin bislang gut dabei gefahren und... ja ein paar Nachbarn sind a weng neidisch auf mich. Find ich lustig und fahre nochmal 'ne Extrarunde durchs Wohngebiet, mit dem dicken Womo. :lol:
Gast am 30 Okt 2013 15:38:54 Neid ist die höchste Form der Anerkennung deiner Leistung. :lach:
silverdawn am 30 Okt 2013 15:44:38 Bardo hat geschrieben: weil der und der schonwieder einen neuen Porsche hat
Manche brauchen so schnelle Autos, damit sie von den Wechseln nicht überholt werden !! Harald
Gast am 30 Okt 2013 16:00:25 Ja ist wohl so, Neid muss man sich erarbeiten. Aber mal zum Thema: Klar, wenn jemand einen SP aufmacht/ betreibt, will er damit natürlich keinen Verlust einfahren. Er muss ja auch steigende laufende Kosten für Strom, Wasser etc. bezahlen, muss die Infrastruktur bauen und pflegen, saubermachen, verwalten, abrechnen... Dass das immer teurer wird, liegt in der Entwicklung der Wirtschaft. Die Womofahrer werden immer mehr, nach den Gesetzen der Marktwirtschaft steigen die spezifischen Preise für sie. Übertreibt es ein Anbieter, wird er es merken, indem seine Kundschaft schwindet. Aber grundsätzlich gilt für die, die uns Stellplatzgebühren, Stromgeld, Duschcoins usw. abknöpfen: Klar geht es ums Geld. Wir bezahlen damit unsere Leidenschaft für das Leben im Wohnmobil und bekommen Annehmlichkeiten angeboten, weil wir ja Käuferpotential darstellen. Man kann ja die Kosten minimieren, indem man nur auf freiem Parkplatz steht, Strom als Luxusgut betrachtet und vielleicht über die Solaranlage bezieht und so weiter. Immerhin gibt es diese Möglichkeiten noch.
Gast am 30 Okt 2013 16:02:18 haraldino hat geschrieben:Manche brauchen so schnelle Autos, damit sie von den Wechseln nicht überholt werden !!
Harald
War nur ein beispiel von mir - ich fahre keinen :mrgreen: Würde auch nicht reinpassen und bekäme Platzangst
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