Hallo liebe Camper,
ich melde mich wieder mal zurück nach 6-monatigem Winterschlaf unseres WoMos. Ich hatte ja im letzten Jahr über die ersten Erfahrungen mit dem Knaus-Wohnmobil 650 Vansation berichtet. Wir haben ja ein Saisonkennzeichen und fahren als Rentner nur in der Vor- und Nachsaison.
Wir waren im Mai, Anfang Juni wieder an der
Ostsee zwischen Usedom, Rügen, Wismar, Gömitz und Lüneburger Heide, zurück nach Bad Kreuznach.
Nach fast einem 1 Jahr wurde nun noch vor unser Abfahrt der Gaskocher ausgetauscht, der ja von der Firma stillgelegt wurde, da er nicht den Vorschriften entsprach. Einige Serien waren in Ordnung und ein großer Teil eben nicht. Nun das können wir abhaken. Der neue Gasofen funktioniert einwandfrei und es wurde auch gleich eine Gasprüfung durchgeführt.
Der Rahmen mit dem großen Dachfenster wurde neu befestigt und scheint jetzt fest zu sein. Allerdings schlägt die Alu-Querstange auf den Kunststoffrahmen bei schlechtem Straßenbelag auf, so dass ein Klappergeräusch immer noch wahrnehmbar ist, vor allem die Lamellen erzeugen auf der Autobahn, sofern der Asphalt nicht gerade neu aufgetragen wurde, noch laute Geräusche, egal ob sie zugezogen oder offen sind. Da müsste eine andere Lösung gefunden werden.
Das Beste am WoMo ist der Motor mit seinen 160 PS und das Automatic-Getriebe, was superweich schaltet und zum Überholen ist immer noch genügend Reserve vorhanden. Sofern die 115 km/h nicht weit überschritten werden, brauche ich knapp 10 Liter. Bei 120 – 140 km/h werden 11 Liter gebraucht. Es ist nicht immer zu vermeiden nur um die 100 km/ unterwegs zu sein, da leider die LKW’s fast immer die rechte Seite voll in Anspruch nehmen und ein Überholen unumgänglich ist. – Deshalb habe ich auch meinen Wohnwagen verkauft. Denn ein Vorwärtskommen war nur sonntags möglich.
Der Tempomat könnte genauer arbeiten. Er ist keinesfalls vergleichbar wie in einem PKW. Es dauert einige Zeit bis er anspricht und die 1 km/h-Schritte sind auch nur mit Verzögerung möglich. Trotzdem ist es auf langen Strecken ein großer Vorteil, dass man nicht ständig auf dem
Gas stehen muss. Bei Gefälle muss man auf die Bremse gehen, da der Schub zu stark ist.
Wir haben uns einen Lastenträger von Linnepe anbauen lassen, der auch einen Motorroller und ein Fahrrad bis 130 kg, mit Verstärkungsrahmen, verträgt. Allerdings seht das ganze nun ca. 90 cm zum Heck hinaus + ca. 50 kg Gewicht kommen hinzu, was natürlich beim Rückwärtsfahren und Einparken beachtet werden muss.
Ein sehr großer Vorteil, wenn Rückenprobleme oder sonstige Behinderungen anstehen, dann ist das Aufladen der Räder überhaupt kein Problem, zumal die Auffahrschiene genutzt werden kann.
Mit der Kamera, die sich ja umschalten lässt, hat man den Teil auch während der Fahrt gut im Blick. Ab und zu kann dann von Navi auf Heckkontrolle umgeschaltet werden. Allerdings nur, wenn es nicht ununterbrochen regnet. Wir hatten auf der Fahrt oft Starkregen, was dann natürlich die Sicht nach hinten sehr stark beeinträchtigt.
Wir haben außerdem eine zusätzliche Luftfederung von Goldschmitt einbauen lassen, die ich nicht mehr missen möchte. Das Heck hängt trotz Belastung nicht durch, so dass das WoMo im Heckbereich, auch nur mit 1 bar Druck, immer hinten noch höher steht als vorne. – Aber der größte Vorteil ist das stabile Fahren beim Überholen von LKW und Bus. Erfahrungsgemäß habe ich den Druck auf ca. knapp 3 bar angehoben und das WoMo ist so stabil beim Überholen, dass ich sogar bei einer sehr hohen Geschwindigkeit von über 140 km/h mich absolut sicher fühlte, was ich im letzten Jahr ohne diese Zusatzluftfederung nicht sagen kann. Unterdessen bietet ja Knaus diese Federung serienmäßig an, was ich gut finde und wirklich Sinn macht. Natürlich hebt das auch den Preis an. Erwähnen kann ich noch, dass ich mit der
Heizung sehr zufrieden bin. Wir hatten sie jeden Morgen für eine 1 Stunde in Betrieb und die Temperatur lässt sich sehr gut regeln. Das dimmbare Licht hat auch sehr gut funktioniert und alle Schubladen blieben in der Halterung auch während schlechter Wegstrecken.
Lt. meiner Werkstatt muss neben der Dichtigkeitsprüfung, die ja jedes Jahr vorgeschrieben ist, auch ein
Unterbodenschutz erneuert werden. Kosten: 129,- und Steuer….
Das rechte Fenster im Fahrerhaus hat bei Betätigung sehr stark gequietscht. Das wurde bei der Fiat-Werkstatt mit Bestellung eines neuen Gummirahmens behoben, der in Italien bestellt werden musste (14 Tage).
Das Fliegenschutzgitter in der Eingangstür wurde repariert, geht jetzt aber ziemlich schwer zu öffnen. Bei geschlossenem Fliegengitter sollte unbedingt die Eingangstür gesichert werden. Es genügt ein kleiner Windstoß und die Tür schlägt zu, was zur Beschädigung des Fliegengitters führt. Über das Problem der hinteren Schränke über dem Bett brauche ich nicht zu berichten. Hier wurde ja von den Profis im Forum einiges geändert, aber der größte Teil muss sich damit abfinden. Nachdem ich die 3 Schränke mit einem Gummi-Umleimer versehen habe, halten sich die Kopfverletzungen in Grenzen. Es ist alles Übungssache. Nach einer gewissen Zeit bekommt man den Dreh raus, wie man sich am besten bettet. Wir sind nur ca.1,75 groß und wenn dann ganz leicht die Füße den Kleiderschrank berühren, bleibt man mit dem Kopf außerhalb der „Gefahrenzone“.
Mit dem Navi stehe ich noch Kriegsfuß, was die Aktualisierung anbelangt. Auch mein Händler gibt mir zwar gute Ratschläge, die bei mir allerdings nicht zum gewünschten Erfolg führen. Der Stick soll ja vor der Aktualisierung am Navi vorbereitet werden. Leider finde ich im Menü bisher nicht den richtigen Zugang. Vielleicht bekomme ich von euch einen umsetzbaren Rat?
Ich habe an Bord immer mein 2. Navi von TomTom, das ich ja im handumdrehen aktualisieren kann. – Unterwegs hat aber auch dies nicht immer funktioniert, es waren Straßen in Rügen dabei, die weder von Pioneer oder von TomTom zu finden waren.
Ein neues Problem musste ich leider feststellen. Beim Verlassen des jeweiligen Campingplatzes ist es ja üblich, dass man sein Schmutzwasser in den vorgesehenen Abfluss ablässt. Die Ablasshebel von Trinkwasser und Schmutzwasser lassen sich extrem schwer bedienen, so lassen sie sich immer das 1. mal schwer öffnen, danach geht es besser. – Aber!! Beim Schmutzwasser-Ablasshahn kam nichts heraus, nicht mal ein paar Tropfen, obwohl wir ja mehrere Liter Trinkwasser verbraucht haben. Beim 2. Campingplatz das gleiche Spiel. Wo ist das Brauchwasser hin? – Nachdem ich mich unter das WoMo legte, sah ich, dass ganz langsam das Brauchwasser aus dem großen Tank tropfte. Außerdem auch an dem vorgelagerten kleineren Tank, tropf, tropf. Ich habe das mit der Kamera per Video, ca. 20 Sekunden, aufgenommen und versuchte es an meinen Händler zu senden. Hat aber nicht funktioniert, da angeblich das Datenvolumen zu groß ist. An dem kleineren Tank, dort wo der Ablasshahn befestigt ist, habe ich festgestellt, dass ein ca. ½ cm großes Loch vorhanden ist. Ein kleiner Hering passt durch. Ich stoße also auf keinen Widerstand. Nun hier bin ich überfragt, wie das kleine Loch hier rein kommt. Um die Ablassschläuche laufen ja Heizungsrohre, wahrscheinlich, dass im Winter das Wasser nicht einfriert? Ich komme nicht direkt an den Wasserschlauch heran, da diese Ummantelung im Weg ist. Nun, ich habe Kontakt zu meinem Händler aufgenommen, doch bisher keine Rückmeldung erhalten. Ich brauche einen Reparaturtermin. Ich hoffe, dass bald eine Lösung hier gefunden werden kann.
Ja, das waren meine neuen Erfahrungen mit dem WoMo. Vielleicht hat auch der eine oder andere einen Lösungsvorschlag? Euch allen ein schönes Pfingstfest und eine stressfreie Saison.
Harry aus Mainz