rkopka am 21 Dez 2021 10:11:50 Jaki1190 hat geschrieben:Die Energiemenge die sich durch den Wegfall von Treibstoff, Gas, Kernspaltung und Kohle (egal für welchen Bedarf) summiert, muss durch Strom kompensiert werden. So wie sich das derzeit ist, kann das unmöglich in ausreichendem Umfang funktionieren.
Das könnte sich vielleicht sogar ausgehen. Nur sehe ich das Problem in den Energiespeichern. Die anderen Energiequellen kann man gut speichern und bei Bedarf nutzen. Zumindest bei Wind und Sonne geht das nicht und bei Wasser mit gewissen Einschränkungen. Und wenn man heute fürs Speichern von Energie eine hohe Umlage zahlen muß, rentiert sich keine Entwicklung in die Richtung. Es ist einfach zu sagen, wir wollen das und das nicht mehr bis 20xx. Wenn aber die Alternativen fehlen oder nicht entsprechend gefördert oder vielleicht noch bestraft werden, wird es sich einfach nicht ausgehen. Oder wenn die Menschen sich den Umstieg nicht leisten können oder er in manchen Fällen nicht praktisch machbar ist. Wien will bis 2040 die Gasthermen loswerden. Dazu braucht es aber viel Fernwärme und Leitungen oder anderes, das erstmal in bestehende Häuser eingebaut werden muß. Hier wäre z.B. eine E-Fuels/Wasserstoff Lösung wesentlich einfacher und ohne massive Änderungen nutzbar. Geothermie ist besser als Öl aber auch nicht überall unkritisch nutzbar. Island hat da Glück. Zum Teil wird der Energieverbrauch durch die Änderungen aber auch weniger. Heizung durch Isolierung und effizientere Heizungen. Auch sonstige Geräte werden sparsamer. Und die Gewinnung und Beförderung fossiler Energieträger braucht auch viel Energie. In einer Doku haben sie vorgerechnet, daß bei Wegfall von Öl und Köhle deutlich weniger Energie verbraucht wird. RK
Tinduck am 21 Dez 2021 10:18:17 rkopka hat geschrieben: Zum Teil wird der Energieverbrauch durch die Änderungen aber auch weniger. Heizung durch Isolierung und effizientere Heizungen.
RK
Da ist was wahres dran. Z. B. kann man mit einer vernünftigen Wärmepumpe ein Haus mit einem Viertel des Primärenergiebedarfs heizen, im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen. Nachteil ist, man braucht Strom, und da ist es dann wieder, unser Versorgungs- und Speicherproblem :) bis denn, Uwe
goorooj am 21 Dez 2021 12:56:19 Du hast aber auch das Phänomen dass jegliche Einsparung sofort wieder zunichte gemacht wird. Fernseher brauchen heute genausoviel Strom wie vor 50 Jahren, einfach weil jedesmal, wenn die Technik energiesparender wird, die Bildschirme grösser werden. Früher hast du halt das Licht ausgeschaltet wenn du einen Raum verlassen hast, heute sind alle Birnen vernetzt und grundsätzlich auf Standby, die ganze vernetzte Haustechnik hat hohe Standby-Ströme, Die Netzteile der Rechner werden trotz "green-dieses-und jenes" immer fetter und die Grafikkarten brauchen immer mehr Kühlung, weil sie mehr Strom vebrauchen... trotz Jahrzentelangen Stromsparens haben wir heute mehr Verbrauch denn je. Online-Käufe brauchen unfassbar viel Energie, die in den Rechenzentren der Anbieter und in der Infrastruktur bis nach Hause anfallen... jede Google-Suche, jeder Foreneintrag hier, Bilder hochladen.... Fratzbuch, Instagram... Videostreaming... 30 Emails am Tag bringen eine 4-Watt LED 15 Stunden zum Leuchten... Das Smartphone-Navi mit Google Maps, das im Hintergrund immer mitläuft, hinterlässt bei jeder Fahrt einen signifikanten Abruck im CO2-Gefüge.... im Gegensatz zu Papierkarten oder heruntergeladenen Karten. Und so weiter. Von Bitcoin gar nicht zu Reden. Ein E-Womo ist dann ein Feigenblatt zum umhängen und gutfühlen während die "Digital Natives" damit irgendwo in der Natur ( aber bitte mit 5 G ) online arbeiten, davon Instagram-Bilder und Youtube-Videos hochladen und die Rechenzentren zum Glühen bringen. Nach einer Studie für den Stromversorger Eon wird der ohnehin stark wachsende Energiebedarf der Rechenzentren durch 5G bis zum Jahr 2025 im Vergleich zu heute um bis zu 3,8 Milliarden Kilowattstunden steigen.
Mein persönlicher Beitrag zur Umwelt: Auf der Reise mit meinem alten Dieselstinker lese ich Bücher. Ich hab noch nicht mal einen Fernseher/Bildschirm im Womo.
rkopka am 21 Dez 2021 14:02:20 goorooj hat geschrieben:Du hast aber auch das Phänomen dass jegliche Einsparung sofort wieder zunichte gemacht wird.
Nicht jede, aber natürlich kommt das vor, oder es verschiebt sich halt. Fernseher brauchen heute genausoviel Strom wie vor 50 Jahren, einfach weil jedesmal, wenn die Technik energiesparender wird, die Bildschirme grösser werden.
Und die Nutzungsdauer könnte auch gestiegen sein. Früher hast du halt das Licht ausgeschaltet wenn du einen Raum verlassen hast, heute sind alle Birnen vernetzt und grundsätzlich auf Standby,
Nein. Bei mir ist nichts vernetzt - ganz normale Schalter. die ganze vernetzte Haustechnik hat hohe Standby-Ströme,
Das stimmt leider. Daher habe ich bei offensichtlichen Geräten noch Zwischenstecker mit Schalter drin (z.B. Heißluftfriteuse, Handylader). Das geht aber z.B. nicht beim SAT Receiver, der aufnehmen soll. Die Netzteile der Rechner werden trotz "green-dieses-und jenes" immer fetter und die Grafikkarten brauchen immer mehr Kühlung, weil sie mehr Strom vebrauchen... trotz Jahrzentelangen Stromsparens haben wir heute mehr Verbrauch denn je.
Aber nur die großen Gaming PCs. Andererseits gibts viel mehr Laptops mit geringem Stromverbrauch, oder die Leute nutzen überhaupt nur Tablets und Handys. Online-Käufe brauchen unfassbar viel Energie, die in den Rechenzentren der Anbieter und in der Infrastruktur bis nach Hause anfallen... jede Google-Suche, jeder Foreneintrag hier, Bilder hochladen.... Fratzbuch, Instagram... Videostreaming...
Ja. Das Smartphone-Navi mit Google Maps, das im Hintergrund immer mitläuft, hinterlässt bei jeder Fahrt einen signifikanten Abruck im CO2-Gefüge.... im Gegensatz zu Papierkarten oder heruntergeladenen Karten.
Ich fahr nur mit offline Karten. Allerdings teilweise mit Internet für Verkehr und so. Mein persönlicher Beitrag zur Umwelt: Auf der Reise mit meinem alten Dieselstinker lese ich Bücher. Ich hab noch nicht mal einen Fernseher/Bildschirm im Womo.
Ich hab zwar einen, nutze ihn aber nur selten. Dafür läuft der Laptop am Abend eine Weile für Bilder und Reiseplanung. Bücher habe ich aber auch dabei. RK
Pechvogel am 21 Dez 2021 14:08:30 Tinduck hat geschrieben:…Z.B. kann man mit einer vernünftigen Wärmepumpe ein Haus mit einem Viertel des Primärenergiebedarfs heizen, im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen…
Wenn man den kompletten Energiebedarf betrachtet, stimmt das! Unser (momentanes) Problem ist aber dass die Wärmepumpe mehr Strom verbraucht als z.B. eine alte Ölheizung. D.h. die Wärmepumpe ist durch den Wegfall der fossilen Verbrennung zwar ERHEBLICH umweltfreundlicher, braucht aber trotzdem mehr Strom. Und genau beim Strom haben wir im Moment einen Engpass! Zumindest wenn es „grüner Strom“ sein soll. Grüße Dirk
Tinduck am 21 Dez 2021 14:12:33 goorooj hat geschrieben:Online-Käufe brauchen unfassbar viel Energie, die in den Rechenzentren der Anbieter und in der Infrastruktur bis nach Hause anfallen...
Da gibt es interessante Rechnungen zu, das stimmt. Ich halte aber mal dagegen: wenn ich ins Auto steige, in die Innenstadt fahre und mir da das kaufe, was ich brauche, habe ich mit Sicherheit mehr CO2 produziert, als wenn ich ein Kleinteil online bestelle und liefern lasse. Eine Lieferung der Ware nach Hause mit einem Sammeltransport (=Paketbote) ist viel energieeffizienter als wenn ich mich (und 200 andere Leute auch, die die anderen Pakete im Paketwagen bekommen) von 2 Tonnen Auto 10 km in die Innenstadt und zurück chauffieren lasse. Bei vielen Sachen, die an der modernen Welt beklagt und als Umweltsauerei hingestellt werden, fehlt die Gegenrechnung der 'alten' Vorgehensweise... Übrigens, Papierherstellung ist auch ziemlich umweltintensiv. Vielleicht ist eine Papierkarte doch nicht so die Superidee. Licht und Schatten... bis denn, Uwe
taps am 21 Dez 2021 14:23:30 Tinduck hat geschrieben:Eine Lieferung der Ware nach Hause mit einem Sammeltransport (=Paketbote) ist viel energieeffizienter als wenn ich mich (und 200 andere Leute auch, die die anderen Pakete im Paketwagen bekommen) von 2 Tonnen Auto 10 km in die Innenstadt und zurück chauffieren lasse. Uwe
Aber nicht, wenn an jedem verdammten Tag 3 DHL-Lieferwagen durch unser Wohngebiet fahren, teilweise zwei davon zeitgleich... Das würde mich auch mal interessieren, wo da der Fußabdruck ist. Leider geht's ja darum garnicht mehr:-( Gruß Andreas
rkopka am 21 Dez 2021 14:39:10 taps hat geschrieben:Aber nicht, wenn an jedem verdammten Tag 3 DHL-Lieferwagen durch unser Wohngebiet fahren, teilweise zwei davon zeitgleich... Das würde mich auch mal interessieren, wo da der Fußabdruck ist. Leider geht's ja darum garnicht mehr:-(
Wenn beide voll sind und größere Wagen für die Route nicht praktisch sind, vielleicht schon ? Das Thema war gerade in einer Sendung im TV. Auch dort haben die Wissenschafter errechnet, daß online "grüner" wäre. Es ist ja nicht nur das Fahren, sondern auch der Laden mit seinem Energieverbrauch. Heizung und Kühlung, meist nicht ideale Dämmung, Türen, die häufig geöffnet werden. Und der Laden muß ja die Ware auch erstmal geliefert bekommen. Man könnte noch weiter gehen und sagen, daß der Laden erstmal gebaut werden muß. RK
Pechvogel am 21 Dez 2021 14:45:49 In so einem DHL-Wagen liegen gerne mal 100-150 Pakete. Die sparen also 100 Autos ein die die Pakete sonst bei DHL abholen würden / die sonst zum „schoppen“ fahren würden. UND so ein DHL-Wagen sammelt abends wieder 100-150 Pakete bei den Geschäften ein damit sie am nächsten Tag woanders ausgeliefert werden können.
Grüße Dirk
eddan am 21 Dez 2021 15:16:54 Tinduck hat geschrieben: ... Ich halte aber mal dagegen: wenn ich ins Auto steige, in die Innenstadt fahre und mir da das kaufe, was ich brauche, habe ich mit Sicherheit mehr CO2 produziert, als wenn ich ein Kleinteil online bestelle und liefern lasse. ...
Uwe
ich kann folgende Erfahrung berichten :mrgreen: ... Unabhängig von den Urlaubsausflügen, im Alltag mit dem Fahrad zum Bäcker fahren, dass ist gar nicht so unbequem, kalt und nass, wie ich viel Jahre geglaubt habe. Spezielle besondere bunte Radbekleidung braucht es auch nicht, meine Alltagsklamotten sind völlig ausreichend ... klingt unglaublich ?! Ich habe das ausprobiert, da ist nichts an oder in mir kaputt gegangen, im Gegenteil ! Zwar wohne ich in einer ländlichen Gegend, trotzdem sind in 10-15km Entfernung Baumärkte und Elektronikläden, Lebensmittel- und Alltagsläden sowieso, also alles gut mit dem Fahrrad zu erreichen. :ja: Munter bleiben ! . .
taps am 21 Dez 2021 15:18:56 rkopka hat geschrieben:Das Thema war gerade in einer Sendung im TV. Auch dort haben die Wissenschafter errechnet, daß online "grüner" wäre. Es ist ja nicht nur das Fahren... RK
Das sind natürlich interessante Aspekte. Dankeschön! :-) Gruß Andreas
Navigatore am 21 Dez 2021 15:24:44 eddan hat geschrieben: ich kann folgende Erfahrung berichten ... im Alltag mit dem Fahrad .... dass ist gar nicht so unbequem, ... Zwar wohne ich in einer ländlichen Gegend, trotzdem sind in 10-15km Entfernung Baumärkte und .... . .
Das kann man leicht sagen, wenn man in einer Gegend lebt, in der ein Deich weit und breit die höchste Erhebung ist :lach: Und es bleibt spannend zu sehen, wie Du Pflanzsteine und Dachlatten transportierst :ja:
DonCarlos1962 am 21 Dez 2021 15:39:03 Pechvogel hat geschrieben:UND so ein DHL-Wagen sammelt abends wieder 100-150 Pakete bei den Geschäften ein damit sie am nächsten Tag woanders ausgeliefert werden können.
Ne, sondern weil die Päckchen als Retoure wieder zum Händler zurück gehen..... weil nicht anprobiert, schlechte Qualität, nicht wie vorgestellt, zu groß, zu dünn, zu rot oder grün. Und schon rennt der alte Diesel wieder. Ich bin gespannt wie und wann die Regelungen für Kleintransporter und Wohnmobile kommen werden. So sind Airbags auf der Beifahrerseite bis heute für Wohnmobile/Transporter wohl noch keine Vorschrift, RDKS für die Wohnmobile über 2,5 Tonnen wohl auch noch nicht. Das kommt hier immer einiges Zeitverzögert an. Viele kleine Unternehmen knabbern schon jetzt, weil sie mit ihren alten Fahrzeugen nicht mehr zum Kunden in die Stadt fahren dürfen. Ein neuer Schlag, weil kein Verbrenner mehr zu bekommen ist, könnte für den Kleinunternehmer wieder blöd kommen. Vielleicht haben wir Glück und bekommen noch einmal ein für uns passendes Wohnmobil, was "bis zum Schluss" reicht. Diesel? Mit Wasserstoff? Gummibandmotor? Ich beginne schon einmal die Kurbel zu drehen... LG Carsten
goorooj am 21 Dez 2021 15:48:34 Tatsächlich hat sich bei uns das Konzept E-Scooter bewährt. Nicht die zum Ausleihen, die dann zu tausenden in jeder Stadt rumliegen....
Meine Lebensgefährtin hat sich einen gekauft. Damit rollert die in 5 Minuten hier im Dorf zum Bahnhof, klappt den zusammen und verstaut ihn unterm Sitz im Zug ( wobei manche Bahngesellschaften da dem Vernehmen nach quer schiessen ). in 20 Minuten ist sie in der mittelgrossen Stadt ( ohne U- oder Strassenbahn ) und scootert da in 10 Minuten zu ihrem Job , einkaufen.... Deutlich schneller als wenn sie dort den Bus nehmen müsste.
Mit dem Auto, obwohl der Autobahnanschluss direkt am Dorf ist, brauche ich meist länger. Zumindest tagsüber. Die Dinger sind schon sinnvoll wenn man sie richtig einsetzt. Alleridngs ziemlich Wetteranfällig, oft ist Bus oder Fuss besser.
Könnte sie ihr Fahrrad so einfach kostenlos mitnehmen wäre das sicherlich die bessere Alternative, aber das fällt ja leider aus. Insofern passt das mit dem Scooter wie A*sch auf Eimer.
eddan am 21 Dez 2021 15:58:58 eddan hat geschrieben: ich kann folgende Erfahrung berichten ... im Alltag mit dem Fahrad .... dass ist gar nicht so unbequem, ... Zwar wohne ich in einer ländlichen Gegend, trotzdem sind in 10-15km Entfernung Baumärkte und .... . .
Navigatore hat geschrieben:Das kann man leicht sagen, wenn man in einer Gegend lebt, in der ein Deich weit und breit die höchste Erhebung ist :lach: Und es bleibt spannend zu sehen, wie Du Pflanzsteine und Dachlatten transportierst :ja:
ja, da stimme ich Dir zu, den Deich rauf zu radeln ist schon eine Herausforderung :fahrrad2: Das KFZ ist nicht für jeden die erste Wahl, obwohl es - auch für mich - viel bequemer wäre. Und ja, ich fahre auch mit dem Auto einkaufen. ;D . . Munter bleiben !
mv4 am 21 Dez 2021 16:48:41 Der Trend geht doch eh zum Lastenfahrrad...musst halt öfters fahren.
hampshire am 21 Dez 2021 17:39:44 Jaki1190 hat geschrieben:naja, es ist doch recht einfach. Die Energiemenge die sich durch den Wegfall von Treibstoff, Gas, Kernspaltung und Kohle (egal für welchen Bedarf) summiert, muss durch Strom kompensiert werden.
Durch Effizienz sinkt die benötigte Energiemenge. Eine Wärmepumpe braucht nur 1/4 der Energie einer Ölheizung. Ein Elektrofahrzeug fährt 100km mit 20kWh, das ist die Energiemenge von nicht einmal 2l Diesel. Der Strombedarf steigt dennoch deutlich wie Du auch prognostizierst, da sind sich die Studien einig. Die EuPD geht beispielsweise von einer Steigerung von 532TWh in 2021 auf 751TWh in 2035 aus. Es ist eine bequeme Haltung einfach zu behaupten, dass das alles nicht ginge. Entweder wird dann pauschal eine Unmöglichkeit festgestellt oder eine Problematik isoliert und aufgeblasen. Übrigens ist das auch sehr im Sinne der wenigen großen Energieunternehmen in Deutschland, die sich in jammernde Stromproduzenten und gierige Netzbetreiber gespalten haben. Sich etwas Mühe zu geben und zu überlegen, was gehen könnte ist gerade in Mode. Schade. Zum Thema ob online grüner sei - viele Studien, unter Anderem auch eine vom Umwelt Bundesamt beauftragte, kommen zu einem recht eindeutigen Ergebnis: Das kommt auf das Einkaufsverhalten des Käufers an, denn die Organisation der letzten Meile zählt. Fährt er mal schnell mit dem Auto zum Baumarkt um ein Päckchen Schrauben zu holen ist Online/Versand besser. Nutzt der Käufer klimaneutrale Transportmittel oder den ÖPNV und bündelt seine Einkäufe ist die Klimabilanz wieder anders. Was das Womo angeht: Entweder wird unsere bevorzugte Art zu reisen aussterben oder es gibt entsprechend taugliche Fahrzeuge. Wenn ich mir die Entwicklungsgeschwindigkeit hinsichtlich der Energiedichte von Feststoffbatterien ansehe, bin ich ganz zuversichtlich hinsichtlich Reichweite und Ladegeschwindigkeit. Darüber hinaus wäre ein Konzept mit nur einem einzigen Energieträger für Fahren, Wohnen, Kochen, heizen, kühlen echt reizvoll. Wenn die Riesenbatterie, sagen wir mal fröhliche 500kWh Speicherkapazität im Womo dann auch noch bidirektional funktioniert macht das Parken am Haus mit PV Anlage gleich mehrfach Spaß. Es wird dazu kommen und dann will sehr bald keiner mehr Diesel, Gas und Batterien herumfahren.
goorooj am 21 Dez 2021 18:10:14 hampshire hat geschrieben: Wenn die Riesenbatterie, sagen wir mal fröhliche 500kWh Speicherkapazität im Womo dann auch noch bidirektional funktioniert macht das Parken am Haus mit PV Anlage gleich mehrfach Spaß.
Das folgende ist jetzt sehr vereinfacht, und man kann da über die Ausbeuten auch endlos Korinthen defäkieren, aber der Lesbarkeit halber: Wenn du mit dem Womo 500Wp auf dem Dach rumfährst oder mehr ( so ein Womo-Dach ist mitunter gross, da gehen auch locker 2000 und mehr drauf ), kannst du in 8 Stunden Sonnenscheindauer vielleicht 5KW abgreifen. Mit 2000 Wp schon 20 KW.... um vielleicht 100 Kilometer weiter zu kommen, wahrscheinlich weniger bei einem Womo. Wenn du jetzt immer nur sehr kurze Strecken fährst und immer länger irgendwo stehst, und damit im Mittel auf deine 100km/Tag kommst, kannst du damit, zumindest im Süden im Sommer, deinen Bedarf decken. Dann macht das richtig Spass. Wenn du jetzt eher der Kilometerfresser bist, geht das wohl eher nicht so gut. In diesem angesprochenen Szenario ist es im Sommer sicher sehr nett, übers Wochenende mit dem Womo aus der Stadt irgendwo raus in die Pampa zu fahren.... das Womo konnte die ganze Woche laden, mit 500Wh hast du dann richtig Reserve im Tank. Ich schätze damit kommst du auch nach Italien, stehst da 2 Wochen und dann kommst du auch wieder zurück. Ganz davon abgesehen dass die Spezialisten hier schnell einen Weg finden auf die vielleicht unzureichende Fahrzeugbatterie dann noch LiFePo draufzustapeln bis die Schwarte kracht und das Ding theoretisch einmal durch Europa kommt mit einer Ladung. Das wird lustig. Oder auch nicht, ich sehe, zur Kompensation der fehlenden KFZ-Steuer, teuer versteuerten "Autostrom" und dann die "Steuerhinterziehung"-Keule bei Solarzellen.... genauso wie bei Heizöl oder Rapsöl im Auto. Herbst/Winter hätte jedoch, von der Fehlenden Sonne abgesehen, noch ganz andere Fallstricke mit einem Womo, aber das wäre eh nicht meine Ecke. Fahre ich dann elektrisch aber heize / koche fossil?
Bergbewohner1 am 21 Dez 2021 18:16:00 Wenn man nachts Bilder aus dem Weltall von den Städten sieht, was könnten da für Massen von Energie gespart werden, wenn z.Bsp.von 24,00 bis 6,00 Uhr die Werbung ausgeschalten würde. Darüber sollte mal nachgedacht werden, da ja zwangsläufig zu dieser Zeit keine Solarenergie zur Verfügung steht. Aber es ist ja einfacher, dem "kleinen" Mann das schwerverdiente Geld aus der Tasche zu ziehen.
hampshire am 21 Dez 2021 18:41:34 goorooj hat geschrieben:Wenn du jetzt immer nur sehr kurze Strecken fährst und immer länger irgendwo stehst, und damit im Mittel auf deine 100km/Tag kommst, kannst du damit, zumindest im Süden im Sommer, deinen Bedarf decken. Dann macht das richtig Spass. Wenn du jetzt eher der Kilometerfresser bist, geht das wohl eher nicht so gut.
Na ja, es gibt ja zusätzlich zur eigenen PV zunehmend Möglichkeiten nachzuladen. Wir tanken ja heute auch nicht ausschließlich zu Hause. Sicher spielt die Lade-Infrastruktur eine große Rolle, darin liegen gute Geschäftsmodelle, daher macht mich das (tendenziell Kilometerfresser) nicht so bange - auch nicht im Winter. Bergbewohner1 hat geschrieben:Wenn man nachts Bilder aus dem Weltall von den Städten sieht, was könnten da für Massen von Energie gespart werden, wenn z.Bsp.von 24,00 bis 6,00 Uhr die Werbung ausgeschalten würde.
Bis dahin hat mir Dein Beitrag gut gefallen. Bergbewohner1 hat geschrieben:Aber es ist ja einfacher, dem "kleinen" Mann das schwerverdiente Geld aus der Tasche zu ziehen.
Das ist ein sehr weit hergeholter Zusammenhang und dazu so formuliert, wie man es sich auf ein Holztäfelchen gelötet in die Küche hängen könnte.
surfoldie11 am 21 Dez 2021 19:22:12 Nun, auf den "kleinen Mann" wirds ankommen bei der Wahl. Jeder merkt doch mittlerweile dass überwiegend Private Federn lassen sollen. Egal wo. Gerade die Grünen "Spinner" - nicht die normalos mit denen man reden kann, wollen alles verbieten was mit Auto zu tun hat. Dabei lebt die Stadt/der Kreis oft fast nur von Firmen wie Daimler als Steuerzahler: Bremen hat ein großes Werk!!! In Bremen z.B. steht im Norden der Stadt ein Stahlwerk, läuft anscheinend gut. Dies Werk sorgt für 50% ( FÜNFZIG!)der Umluft und Umweltsauereien in Bremen, besonders im nördlichen Teil. In allen Diskussionen werden Fragen niedergemacht, geht man tiefer rein : Arbeitsplätze blablabla. Abschlalten und gut isses. Bremens Kohle-Stromerzeuger sind ab 1.1.22 OFF, ein Gasmeiler demnächst auch. Aber Jubeleien über die bescheuerten Fahrrad-SUV - äh Kastenräder mit Wenderadius von 5m. Musste mal raus... Dafür die Atomdinger so lange laufen lassen bis sie voll abgeschrieben sind. War sicher die größte Dummheit die Dinger vorzeitig ins Aus zu befördern. Ach neeee wir holen ja dann den Strom für alle 10tausend E-Karren aus Frankreich zum Sondertarif. alles gut dennen gelle
hampshire am 21 Dez 2021 20:22:32 Hallo Paul, der Grund weshalb die Energiekosten den Bürger so hoch belastet liegt weder an den Grünen, noch daran, dass erneuerbare Energie so teuer wäre. Es ist die Mechanik der EEG Umlage zur Finanzierung der Transformation in Kombination mit ausufernden Ausnahmeregelungen für energieintensive Industrie. Diese zahlt nicht in die Umlage und damit wird der Rest der Gemeinschaft belastet, da das Umgelegte für den Einzelnen entsprechend steigt. Wer sich das ausgedacht hat? Mal sehen, wer hat noch mal die letzten Jahre regiert... Egal wie jemand zu welcher Partei oder zum Ausstieb aus der Kernkraft und der Fossilen Energie stehen mag, Fakten von Meinung zu trennen ist nicht zu schwer, auch wenn man von der dauernd in Gang gehaltenen Erregung müde geworden ist.
Navigatore am 21 Dez 2021 20:53:13 hampshire hat geschrieben: .... Fakten von Meinung zu trennen ist nicht zu schwer,
Da haben wir ja gerade mit diesem Strang hier ein Musterbeispiel dafür. So viele Fakten, wie hier proklamiert werden, lassen einen ganz schwindelig werden. Ich bin immer wieder erstaunt, wieviele Menschen so unglaublich viel Expertise in ihrem Leben erwerben konnten, dass ich mir immer wie ein ganz kleines Licht vorkomme, obwohl ich in der Schule immer aufgepasst habe :cry:
wolfherm am 21 Dez 2021 22:46:30 Zu deiner Schulzeit kam das noch nicht dran oder du warst gerade Kreide holen. Das ist meine Standardausrede. :D
DonCarlos1962 am 22 Dez 2021 20:12:06 Mein Nachbar hat seit heute seinen neuen AUDI-e-tron im Carport stehen. Das Ding wiegt fast so viel wie ein kleines Wohnmobil: Leer zwischen 2.445 bis 2.695 kg, zumindest ist der Abstand zum 3,5 Tonner nicht mehr so groß! Nun, den e-tron und vergleichbare SUV finde ich vollkommen überflüssig, aber das gehört hier nicht hin. Wichtiger ist aber, dass auch schon heute recht schwere Fahrzeuge elektrisch gut bewegt werden können. Leider wird die notwendige Zuladung unserer Mobile noch einiges an Entwicklungsarbeit nötig machen. Aber es scheint mir nicht mehr unmöglich. LG Carsten P.S.: Auf den elektrischen 3,5 Tonner Teilintegrierten mit 2to Autotransporter, mit meinem Cabrio darauf am Haken, werde ich wohl noch lange warten müssen.
KAWAMANE am 25 Dez 2021 17:14:25 Moin,
wenn ich mir vorstelle, dass ein 2,5 to SUV Plug-in Hybrid rein elektrisch ca. 70 Km fahren kann und eine Gesamtreichweite von sagen wir 800 Km hat, kann ich mir schon vorstellen auch ein Womo entsprechend zu bauen. 3,5 To Gesamtgewicht wären dann wohl schwierig und wenn also die erlaubte Höchstgeschwindigkeit 100 Km/h wäre, könnte man das Fahrzeug auch bei 120 Km/h abriegeln (siehe LKW). Wenn man jetzt noch an den Stellplätzen aufladen könnte, wo wären da noch unakzeptabele Einschränkungen?
Gruß Bruno
Ruedi1952 am 25 Dez 2021 17:30:10 --> LinkWenn man sieht wie es aktuell in der Praxis aussieht sind wir noch weit entfernt für Womos. Dann müssten die Stellplätze und CP's ausbauen und bei den Strompreisen? Zur Zeit ist ein E Auto gebraucht nichts Wert. Akku am Ende das Auto auch Schrott. Die Entsorgung ist auch noch nicht geklärt. Warten wir es ab ich verzichte dankend.
hubertos am 25 Dez 2021 18:08:03 Wo sollen die Rohstoffe für diese Batterien herkommen , vieleicht vom Mond ??? Ich erinnere mich vor 50 Jahren erzählte unser Klassenlehrer , in 20 Jahren wird jedes Auto ein kleines Atomkraftwerk eingebaut haben !!! Wir werden einen Teil der Autos , Baumaschinen , Boote , Erntemaschinen in 100 Jahren noch als Verbrenner betreiben ! Als der neue Flughafen in München - Moos eröffnet wurde 1992, fuhren dort zu beginn Busse mit Wasserstoff Antrieb ! Heute nicht mehr ,heute fahren sie wieder mit Diesel , ist wohl nichts geworden mit Wasserstoff !
goorooj am 25 Dez 2021 18:13:39 DonCarlos1962 hat geschrieben:Das Ding wiegt fast so viel wie ein kleines Wohnmobil: Leer zwischen 2.445 bis 2.695 kg, zumindest ist der Abstand zum 3,5 Tonner nicht mehr so groß!
Der Abstand zum diesel-3,5-tonner. Der e-tron ist deswegen so schwer, weil die Batterien so schwer sind. Das jetzt auf transporter gedacht, würde bedeuten dass ein womo, das heute 3,5 Tonnen hat, als E-womo in der gleichen Größe mindestens 4 Tonnen, eher 4,5 auf die Waage bringt. Ein 3,5t E-womo wird dann ein kleiner Kastenwagen sein.
Rockerbox am 25 Dez 2021 19:04:03 Ich verstehe hier in der ganzen Diskussion nur nicht, warum es so oft so verbissen ein „Entweder - Oder“ sein muss, warum kann man sich nicht mit einem „Sowohl - Als auch” anfreunden?
In manchen Bereichen wird der e-Antrieb seine Berechtigung haben, in anderen wieder Wasserstoff oder andere synthetische Kraftstoffe.
Es wird mE keine Allein-Seligmachende-Lösung geben und die braucht es auch nicht ….
rkopka am 25 Dez 2021 19:53:27 hubertos hat geschrieben:Wo sollen die Rohstoffe für diese Batterien herkommen , vieleicht vom Mond ???
Oder den Asteroiden ? Vielleicht brauchen wir das sogar: --> Link Studie: Kobaltreserven für Elektroautos reichen noch 11 Jahre. Zumindest mit den heutigen Technologien. Mal sehen, wie schnell es Alternativen geben wird. Man liest ja immer wieder von neuen Batterien, aber selbst wenn sie funktionieren, müssen sie erstmal in Serie gehen. RK
pwglobe am 25 Dez 2021 20:08:05 rkopka hat geschrieben:Zumindest mit den heutigen Technologien. Mal sehen, wie schnell es Alternativen geben wird. Man liest ja immer wieder von neuen Batterien, aber selbst wenn sie funktionieren, müssen sie erstmal in Serie gehen. RK
Die Alternative gibt es schon und wird bei mir im Haus im März installiert. Natrium ist die Lösung --> Link
rkopka am 25 Dez 2021 20:50:54 pwglobe hat geschrieben:Die Alternative gibt es schon und wird bei mir im Haus im März installiert. Natrium ist die Lösung --> Link
Aber zumindest (noch) nicht für KfZ, wie sie selber schreiben. Zu groß (Gewicht?) und zu wenig Strom rein und raus. Aber wenn es eine günstige Alternative für Hausanlagen ist/wird, wäre das auch schon ein großer Fortschritt. RK
hampshire am 26 Dez 2021 12:02:11 hubertos hat geschrieben:Wo sollen die Rohstoffe für diese Batterien herkommen , vielleicht vom Mond ???
Das ist eine gute Frage an Batterietechnologie wird derzeit sehr intensiv geforscht. Nur dass die Antwort nicht lauten kann, dass wir nur weil wir noch keine perfekte technische Antwort haben mit dem Alten Mist einfach weiter machen. Mal aus einer anderen Richtung ganz logisch gedacht: Je stärker die Abwehrhaltung gegen erneuerbare Energie ist, desto heftiger werden die Maßnahmen ausfallen, die das Energieverbrauchsverhalten betreffen. Wer sich bereits heute schon in seiner Freiheit gegängelt fühlt möge das einfach mal konsequent weiter denken.
rkopka am 26 Dez 2021 12:23:57 hampshire hat geschrieben:Das ist eine gute Frage an Batterietechnologie wird derzeit sehr intensiv geforscht. Nur dass die Antwort nicht lauten kann, dass wir nur weil wir noch keine perfekte technische Antwort haben mit dem Alten Mist einfach weiter machen.
Ja. Aber es macht auch keinen Sinn, alle funktionierenden Techniken schon über Bord zu werfen, solange wir noch keine neue haben. Und die vorhandenen grünen Technologien werden in vielen Fällen von Umweltschutz oder Politik ausgebremst. Die Hoffnung auf den technologischen Fortschritt ist eine etwas vage Zukunftsaussicht. Dann geht es uns so wie den Womokäufern, die ihr altes schon verkauft haben und jetzt Jahre auf ein neues warten. Nur daß man ohne Womo leben kann. RK
rolfk am 26 Dez 2021 13:01:59 hampshire hat geschrieben:Mal aus einer anderen Richtung ganz logisch gedacht: Je stärker die Abwehrhaltung gegen erneuerbare Energie ist, desto heftiger werden die Maßnahmen ausfallen, die das Energieverbrauchsverhalten betreffen. Wer sich bereits heute schon in seiner Freiheit gegängelt fühlt möge das einfach mal konsequent weiter denken.
Das ist die negative Denkrichtung. Probiere doch auch mal die positive. Es gibt sehr viele Leute, die gerne was für Umweltschutz tun. So haben z.B. fast 100.000 Leute Guerilla-PV auf dem Dach, gegen prohibitive Vorschriften vom VDI, gegen starken bürokratischen Widerstand der Stromerzeuger, gegen unsinnig überteuerte Kosten der Lieferanten solcher Anlagen. Mit 10 Millionen solcher Anlagen ersetzen wir 1 bis 2 Kohlekraftwerke. Und es bleiben noch mehr Potentiale einfach liegen. Mehr LPG Autos. Holland hat 100mal mehr. Eine Umrüstung für 3000 Euro, und schon fährt das Auto mit 20-30 % CO2 Ersparnis. SOFORT. Nicht erst in 5 Jahren, keine teure Ladeinfrastruktur, kein Akkuthema. Können E-Autos das - 20 % weniger ? ( selbst wenn sie mit PV laufen nicht, und sie laufen - gesamtwirtschaftlich - mit Kohlestrom.....) Mehr Verwendung von Flüssiggas im allgeneimen. Noch immer werden 3 % der weltweiten Förderung von Flüssiggas noch an der Förderstelle abgefackelt, weil es keiner haben will. So gesehen fährt mein LPG Auto seit 15 Jahren CO2 Neutral. Die PV Altanlagen, deren Förderung ausgelaufen ist, müssen abgebaut werden, auch wenn sie noch funktionieren, weil sie nicht mehr einspeisen dürfen... Aber für die Energie, die man nicht einspeisen darf, soll man CO2 Steuer bezahlen, dafür, dass man sie dann mit Kraftwerken zum Verbrauchen erzeugt hat.... Es gibt seit langem kleine Wärmeerzeuger für Haushalte - Generatoren mit Wärmepumpe. Fast der doppelte Preis wie andere Heizungen, und unerreicht ökologisch. Leider wird jeder Versuch, die Kosten für eine solche Anlage ins Verhältnis zu setzen dadurch kaputtgemacht, dass der Staat nicht auf die Steuer für motorische Anlagen verzichten will. Heize ich mit Erdgas mit Brenner, isses frei. Heize ich mit Motor , zahle ich Steuer dafür.... sehr schlau. Ich habe mehr als 10 Jahre lang Ökostrom von meinem Versorger gekauft, mit der Grundidee, dass wenn das alle machen, der Druck auf die Erzeuge wächst, mehr in Ökostrom zu inverstieren. Jetzt habe ich das eingestellt. Dank der Intelligenz userer Politiker, die den Privatverbraucher CO2 Steuer bezahlen lassen, habe ich keine Lust, dem Erzeuger für den Ökostrom auch noch Mehrkosten zu bezahlen. Parallel dazu, und seit längerem, bau ich meine eigene Versorgung über kleine PV immer weiter auf. Aktuell 25 % meines Stromes erzeuge ich selber. Demnächst werde ich Speichertechnologie integrieren, die wir ja hier mit blauen Zellen hübsch preiswert kennen, mit dem Potential, auf über 50 % zu kommen. Und das ganze ist preiswert gekauft, das ganze hat bisher weniger gekostet, als ich (bis jetzt) erwirtschaftet habe. Bei mir sind die Stromkosten gefallen.
hampshire am 26 Dez 2021 13:50:42 rolfk hat geschrieben:Das ist die negative Denkrichtung. Probiere doch auch mal die positive. Es gibt sehr viele Leute, die gerne was für Umweltschutz tun.
Oh, da war ich offenbar sehr missverständlich. Danke für diesen Hinweis, Rolf. Ich bin sehr positiv gestimmt an welchen Ecken und Enden man selbst praktisch handeln kann und was sich technologisch ändert, bin beruflich derzeit sogar in einem Teilbereich (intelligente Sektorenkopplung, Batteriespeichersysteme, Photovoltaik) sehr stark am Puls des Geschehens. Mir geht nur eine destruktive "Das geht ja nicht weil..."-Haltung auf den Keks. Vielleicht mache ich mich anders verständlich: Wer zu stark im "Gestern" denkt, muss sich nicht wundern, wenn seine Neigungen und Vorlieben irgendwann von "gestern" sind und es einen Konsens gibt, diese nicht mehr zuzulassen. Wohnmobilreisen hat keine gesellschaftliche Relevanz und Akzeptanz, wenn sich dieses den gesellschaftlichen und politischen Trends und Erfordernissen widersetzt. Fände ich schade. Das pragmatischerweise Mindeste, was man neuen Ansätzen daher als Wohnmobilist entgegenbringen könnte wäre Wohlwollen.
rolfk am 26 Dez 2021 14:26:55 Ich sehe garnicht, wo Wohnmobilreisen besonders umweltunfreundlich sein soll.
Mit Wohnwagen bewege ich das gleiche Gewicht. Mit SUV bei 160 kmh habe ich den gleichen Verbrauch. Fliegen ist noch schädlicher.
Der Anteil des gesamten Verkehrsaufkommens ist gering.
Eine einzelne Person auf dem Wege zur Arbeit verbraucht fast das gleiche. Ob ich so zur Arbeit fahre, oder im Urlaub mit meiner Frau das Womo.... Wo ist da der Unterschied?
Ich sehe nicht, dass Womos in 5 Jahren überhaupt ernsthaft elektrisch angeboten werden.
hampshire am 26 Dez 2021 15:43:53 rolfk hat geschrieben:Ich sehe garnicht, wo Wohnmobilreisen besonders umweltunfreundlich sein soll.
Heute gibt es den Druck noch nicht. In 10 Jahren wird das schon anders aussehen. Vor 10 Jahren gab es auch noch keine Aggression SUV Fahrzeugen gegenüber. rolfk hat geschrieben:Mit Wohnwagen bewege ich das gleiche Gewicht. Mit SUV bei 160 kmh habe ich den gleichen Verbrauch. Fliegen ist noch schädlicher.
Stimmt, heute ist das so. Die anderen Reiseformen werden sich ebenfalls anpassen müssen, wenn der gesellschaftliche Druck steigt. rolfk hat geschrieben:Der Anteil des gesamten Verkehrsaufkommens ist gering
Völlig richtig. Der Anteil der Verkehrsteilnehmer, die gerne über 200km/h über die Autobahn kacheln ist auch gering und gleichzeitig hat sich das Verhältnis der meisten Menschen zu Schnellfahrern deutlich geändert. Natürlich sind das zwei unterschiedliche Dinge aber sowohl das Schnellfahren, als auch das Wohnmobilreisen sind objektiv gesehen gesellschaftlich verzichtbar. Ich mache mir da schon etwas Sorgen um meine lieb gewonnene Reiseform(en). rolfk hat geschrieben:Ich sehe nicht, dass Womos in 5 Jahren überhaupt ernsthaft elektrisch angeboten werden.
Das hängt mehr von der Entwicklung der Basisfahrzeuge und Batteriespeichertechnologie ab, als von Wohnmobilherstellern. Innerhalb von 5 Jahren ein allgemein akzeptiertes elektrisch angetriebenes Wohnmobil auf den Markt zu bringen halte ich auch für sehr ambitioniert.
jwjakarta am 26 Dez 2021 16:47:45 Moderation:Bitte nutze die Zitatfunktion, wenn Du Mitglieder zitieren willst - dies macht es den anderen Nutzern leichter, Deine Texte von den Zitatinhalten zu unterscheiden. Das unvollständige Zitat wurde entfernt. Was zu folgender Frage führt : Warum sind es in Deutschland so wenig ? Man sollte bei dem Thema "ab 2030 keine Verbrenner mehr" eines nicht vergessen : Es muss deswegen ja nicht innerhalb von 8-9 Jahren die komplette Elektro-Infrastruktur für über 50mio PKW (plus Transporter/LKW) geschaffen werden - es kaufen sich ja nicht alle Menschen am "Stichtag" ein neues E-Mobil ! Das Durchschnittsalter der PKW's in Deutschland liegt bei fast 10 Jahren - da vwerden aus 8-9 Jahren ein paar mehr... (Sorry für das falsche zitieren - hab aus versehen "zu viel" gelöscht"...)
Didi57 am 27 Dez 2021 18:07:18 Hallo, habe hier mal was gefunden, --> Link lag auch voll daneben, hätte ich nicht gedacht.
Russel am 27 Dez 2021 20:04:40 Tinduck hat geschrieben:Da ist was wahres dran. Z. B. kann man mit einer vernünftigen Wärmepumpe ein Haus mit einem Viertel des Primärenergiebedarfs heizen, im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen. Nachteil ist, man braucht Strom, und da ist es dann wieder, unser Versorgungs- und Speicherproblem :) bis denn, Uwe
Leider nicht ganz richtig, Physik ist Physik, die kann selbst eine WP nicht überlisten. Die Primärenergie für eine WP ist viel zu teuer, vom effizienten Betrieb ganz zu schweigen. Eine WP eignet sich nur für Häuser mit einer niedrigen Heizlast. Wenn die Heizlast niedrig ist reichen zwei 2 KW Heizlüfter aus dem Baumarkt für 19,95 €. Das ist „effizient“. Energiegehalt 1 L Öl = ca 10 kWh Energiegehalt 1 kWh Strom = 1 kWh Kosten 10 kWh = 1€ Kosten Strom 10 kWh = 3 € Also muss die WP dauerhaft eine COP von mindestens 3,5 haben = Laborwert auf dem Prüfstand. Die beste Energie ist die, die nicht benötigt wird, es hilft nur Dämmen. Zwei gleiche Häuser, gleiches Heizverhalten, die Kosten sind gleich, egal welche Energie „verbrannt“ wird. Brauchst du 5000 L Öl/a wirst du mit der WP 4000€ Strom verblasen.
WomoToureu am 27 Dez 2021 20:57:32 Russel hat geschrieben:Leider nicht ganz richtig, Physik ist Physik, die kann selbst eine WP nicht überlisten. Die Primärenergie für eine WP ist viel zu teuer, vom effizienten Betrieb ganz zu schweigen. Eine WP eignet sich nur für Häuser mit einer niedrigen Heizlast.
Was soll uns Dein Beitrag nun sagen, abgesehen davon es er unzutreffend ist? Ich betreibe eine Geotherm Wärmepumpe 10 kW thermisch ( ca. 2,5 kW el. ) in meinem Mehrfamilienhaus. --> LinkDer Strom dafür kommt ausschließlich aus unserer KWK Anlage oder PV Anlage, die Wärmepumpe erwärmt das Trinkwasser und beheizt die Fussbodenheizungsflächen ca. 200 qm Wohnraum. Wenn nun Gas und Öl ständig weiter mit Abgaben belastet wird oder sogar verboten wird, bleibt eigendlich fast nur eine Wärmepumpe. Ansonsten kritisiere ich den Kurz der Regierung, Japan baut Kohlekraftwerke sowie China, Polen usw. Belgien überlegt seine Kernkraftwerke am Netz zu lassen, Frankreich baut massiv dazu. Was macht Deutschland schaltet alles ab.... Genau der gleiche Blödsinn wie mit Wohnmobilen, man kann nicht gegen alles sein, für mich ist das sonst wie eine Enteignung.
Russel am 27 Dez 2021 21:23:29 WomoToureu hat geschrieben:Der Strom dafür kommt ausschließlich aus unserer KWK Anlage oder PV Anlage, die Wärmepumpe erwärmt das Trinkwasser und beheizt die Fussbodenheizungsflächen ca. 200 qm Wohnraum.
Ich möchte nur mitteilen das die WP kein Allheilmittel ist und nicht für jedes Haus/Gebäude geeignet ist, genauso wenig wie das E Automobil das Allheilmittel ist. Zu deiner Anlage, wieviel bringt die PV im Winter? Reicht es um dein MFH mollig zu heizen? Mit was wird deine KWK Anlage betrieben? Denke Erdgas! Wann ist die Anlage Ökologisch amortisiert, bzw. Wie hoch war der Invest? (Ja, es gibt Förderungen vom Staat/Steuerzahler, die mal ausgenommen) Meine PV mit 10 kWp und Speicher deckt nicht mal den Haushaltsstromverbrauch im Winter, geschweige das E Auto zu laden oder zu heizen. Will keine Haustechnik Diskussion, dafür gibt es sicherlich andere Foren, wenn ich aber mit Öl oder Gas Strom erzeuge um mein E Auto zu laden oder ein Haus zu heizen widerspricht sich das für mich. In ein Gebäude muss genau soviel Heizenergie investiert werden wie es verliert, daran ändert auch die Energieerzeugung nix, also ist es besser weniger zu verlieren = Dämmen.
WomoToureu am 27 Dez 2021 21:36:15 Russel hat geschrieben:Ich möchte nur mitteilen das die WP kein Allheilmittel ist und nicht für jedes Haus/Gebäude geeignet ist, genauso wenig wie das E Automobil das Allheilmittel ist.
Ich gehe mal davon aus, da sind wir uns alle einig. Wir können im Sommerhalbjahr unsere WP mit PV Strom versorgen, im Winterhalbjahr übernimmt der 5,5 kW el leistende Senertec Dachs das. Ja der wird derzeit mit Erdgas betrieben, wenn ich Bioerdgas kaufe wird er mit Bioerdgas betrieben usw. Es reicht die gleiche Brennstoffmenge in Gasnetz irgendwo einzuspeisen. Unser Elektrofahrzeug wird ausschließlich vom Eigenstrom "betankt" logisch. Mollig wird es nur zusammen mit der KWK Wärme, die Anlage läuft derzeit 24 h / täglich. Aber so verbrauchen wir nur etwa 2/3 des sonst notwenigen Gas und können somit umweltneutral unser Dieselwohnmobil nutzen .... :D Wohnmobil elektrisch, wenn dann möglicherweise mit Stromabnehmer wie die LKW die über der rechten Fahrspur mal den Strom auf der Autobahn bekommen ? Frankreich baut schon mal die AKW`s dafür.
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