Zweck der Übung:
1) Prüfen, wie hoch die Kapazität der Batterie noch ist, da ja ein Jahr lang mit zuwenig Strom geladen wurde
2) Beim nachfolgenden Laden feststellen, ob der erforderliche Minimalstrom erreicht wird. Meine Ladetechnik sollte 68 A Ladestrom zur Verfügung stellen, wenn kein Solarertrag anliegt.
Ausgangssituation:
Zum Entladen der 220 Ah BK Batterie wurde der Kühlschrank und die gesammelte Beleuchtung benutzt. Da es ein Absorber ohne AES ist, musste ich das Calira überlisten, weil der Kühli ja normalerweise nur bei laufendem Motor (anliegendes D+ Signal) auf 12 V laufen mag.
Also hab ich an den D+ Eingang des Caliras eine Stichleitung auf 12 V von der Bordbatterie gelegt. Und siehe da, man hört das Trennrelais klicken, und der Kühli funktioniert auf 12 V.
Allerdings musste ich dann noch die Verbindungsleitung von der Starterbatterie zum Calira trennen, sonst hätte die Starterbatterie mitgeholfen, den Kühli zu betreiben.
Die Versorgungsbatterie war auf volle Kapazität geladen und lief auf Erhaltungsladung an Landstrom, der zum Entladen natürlich abgestöpselt wurde.
Kein Solarertrag, die Solarpanels lagen im Schatten und es dämmerte schon, als ich mit der Entladung anfing.
Die gesammelten Verbraucher erreichten einen Entladestrom von ca. 16 A. Anfangs waren es 17 A, da hatte ich noch das Ladegerät vom Dyson über den kleinen Wechselrichter mitlaufen :D Beginn der Entladung war 18:45.
Ich hab das dann über Nacht so laufen lassen (abends noch ein paarmal kontrolliert). Morgens um 04:40 (als ich zur Arbeit los musste) habe ich dann die Verbraucher ausgeschaltet. Zu diesem Zeitpunkt zeigte BlueBattery eine Restladung von ca. 40 Ah an, was eine SOC von 18% entspricht. Die Spannung unter Last betrug zu diesem Zeitpunkt 11,15 V, also noch ein gutes halbes Volt über der Abschaltschwelle der Bordversorgung. Beim Herunterfahren der Entladung auf ca. 2 A (Beleuchtung, es war dunkel) ging die Spannung sofort auf 11,7 Volt hoch.
Die Kapazität der Batterie ist bei einem Entladestrom von 11 A (C20) mit 220 Ah angegeben; bei 20 A (C10) sind 200 Ah zu entnehmen.
Ich entlud im Mittel mit 16 A, wenn man in diesem Bereich Linearität voraussetzt, sollten aus der Batterie mit diesem Strom ca. 210 Ah entnehmbar sein. Da zum Zeitpunkt der Abschaltung schon 160 Ah entnommen waren (16 A x 10 h) und die Spannung noch lange nicht an der Abschaltschwelle war (Bluebattery prognostizierte noch 40 Ah Restkapazität), scheint die Batterie noch in Ordnung zu sein. Nicht mehr wie neu, aber weit entfernt von den woanders schon beobachteten 30% Kapazitätsverlust. Bei Gelegenheit muss ich nochmal eine Vollentladung machen, vielleicht am Wochenende. Dann sollte auch das Handy im Auto sein, um die Entladung komplett mitzuschreiben.
Punkt 1 ist also erstmal vorsichtig mit OK zu bewerten.
Zu Punkt 2 schaltete ich die Verbraucher ab und steckte wieder Landstrom an. Der Ladestrom ging sofort aufs Maximum und sogar etwas darüber. Er schwankte etwas (vielleicht das Zusammenspiel der beiden Ladegeräte?), erreichte aber Spitzenwerte von 72,7 A. Im Mittel lagen ca. 71 A Ladestrom an, 3 A mehr als prognostiziert. Ob das jetzt eine Messungenauigkeit ist oder ob das Calira eigentlich mehr als 18 A kann, sei mal dahingestellt; auf jeden Fall reicht der Ladestrom zur artgerechten Haltung der BK-Batterie aus.
Insofern bin ich jetzt erstmal beruhigt, das ‚Crystal Gate‘ scheint mich nicht erwischt zu haben. Lag vielleicht daran, dass wir die Batterie kaum belastet haben, also auch nicht falsch laden konnten (bei wenig Entnahme erreicht man beim Wiederaufladen eh keine hohen Ladeströme) und dass der Solarcontroller die 14,7 Volt lieferte, die gefordert sind.
Wenns mich juckt, mach ich nochmal den kompletten Entladungstest. Bin aber erstmal beruhigt.
Bis denn,
Uwe



Dezember 2025
September 2025