Zwar war Italien zu Anfang der Weihnachtsferien als Risikogebiet eingestuft, die Regelungen waren aber für uns OK. Für die Einreise nach Italien brauchte man einen tagesaktuellen Test, für die Rückreise nach D war beim aktuellen Impfstand der Familie nichts zusätzliches notwendig ausser einem Test für unseren Kleinsten, der erst einmal geimpft ist.
Diesmal als Sonderzubehör mit dabei: ein Weihnachtsbaum (bekommt man in Südtirol kaum, die machen das nicht mit dem Baum aufstellen) und drei Schlitten auf der Heckbühne. Natürlich garniert mit dem rot/weissen Kuchenblech für die italienischen Carabinieri.
22.12.2021: Messel
Los gings gegen 17:00, und dann auch wieder ‚nur‘ zwei Kinder, die Schwiegereltern im eigenen Womo und ich. Unser Jüngster hatte leider am 23. noch Schule, und so blieben er und meine Frau noch Zuhause und würden mit dem Multivan nachkommen.
Wir erreichten Messel diesmal über die A1/A3, da die A45 eine Vollsperrung in Lüdenscheid hat, mit viel Staupotential. Allerdings nicht am Kreuz A1/A3, dort konnte man völlig ungewohnt einfach durchrollen… weiter südlich wurde es dann voller. Die Fahrt dauerte also etwas länger als üblich, und wir kamen gegen 20:30 in Messel (--> Link) auf dem Stellplatz an, mit einem Tankstop zwischendurch. Abendessen und ab ins Bett.
23.12.2021: Nesselwang/Buron
Morgens fuhren wir nach einem kurzen Stopp bei Netto (zum Verproviantieren) weiter in Richtung Süden. Ganz Holland war auf der Autobahn (Lockdown in Holland? Wohl ohne Bevölkerung…), aber es war insgesamt ziemlich leer und wir hatten keinen einzigen Stau. Das ist uns in Süddeutschland noch nie passiert… auf dem ersten Rasthof mit Asfinag-Schild fuhren wir raus (Immendorf?), um die Go-Box für die Schwiegereltern zu organisieren. Die hatten wir schon online beantragt, aber noch keine Antwort erhalten.
An der Tanke dann der lapidare Kommentar ‚Go Box geht gerade nicht‘… da die Schlange am Schalter ziemlich lang war (normale Tanken-Kasse), vermute ich, sie hatte gerade keinen Bock auf den Stress.
Wir fuhren also weiter und waren dann um 14:00 auf dem Stellplatz Buron (--> Link) nahe Nesselwang, bei schönstem Schnee, allerdings Tauwetter.
Ungefähr um diese Zeit fuhr auch meine Frau zuhause los, nachdem der Kleine aus der Schule wieder da war. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag mit Schneeballschlacht, Spaziergang am Gruentensee und Abendessen, und gegen 20:00 kam meine Frau dann an. Das Wetter war in der Zeit von Sonne auf Eisregen und Plusgrade umgeschwenkt, und der Stellplatz war eine einzige Eisfläche, aber der Multivan hatte kein Problem und bezog Stellung neben uns.
Ich hatte was gekocht, wir konnten zusammen Essen und dann gings nach ein wenig Reiseplanung für den nächsten Tag ins Bett.
24.12.2021-07.01.2022: Caravan Park Sexten
Am nächsten Morgen immer noch Glatteis. Meine Crocs waren ganz gut auf dem Eis. Wechsel auf normale Schuhe vor der Abfahrt, und sofort krachend hingepackt… Aua Hüfte, aufgeschürfter Arm. Grmbl.
Wieder aufgerafft, auf ins Mobil (das steht wenigstens stabil auf 4 Rädern…) und nach Nesselwang gefahren, um die Corona-Tests für die Einreise nach Italien zu erledigen. Wir hatten uns am Abend vorher per Internet angemeldet und es klappte auch alles schnell und problemlos. Alle Tests negativ, los geht’s.
Der Fernpass war um diese Zeit noch schön leer, und an der Tanke danach unten im Tal konnten wir dann auch die Go-Box für die Schwiegereltern empfangen. Komischerweise war alles schon im System, aber eine Mail von der Asfinag mit nem Barcode hatten wir bis dahin nicht bekommen.
Eine halbe Stunde später waren wir auf der Inntalautobahn, wechselten oberhalb Innsbruck auf die Brennerautobahn und kamen problemlos in Italien an. Und obwohl meine Frau mit dem Multivan vorausfuhr, haben wir sie an jeder Mautstelle wieder eingeholt… schneller fahren bringt auf Autobahnen mit vielen Mautstellen fast nix.
Die Landstraße durchs Pustertal braucht wie immer ein wenig Ausdauer, so als letzter Streckenabschnitt. Die Fahrt war aber trotzdem ganz nett, weil schon Schnee lag und am Morgen gefrierender Nebel alle Bäume schön dekoriert hatte.
Auf dem Campingplatz angekommen, empfing uns ca. ein halber Meter Schnee (natürlich nur ausserhalb der geräumten Parzellen und Wege) und strahlender Sonnenschein bei Temperaturen um Null Grad, nachts ging es dann immer so in Richtung -5 Grad.
Na ja, und da es ja schon der 24.12. war, baute ich auch sofort den (mitgebrachten) Weihnachtsbaum draussen auf, Lichterkette drumherum… die Kinder spielten derweil im Schnee. Danach widmete ich mich dem Vorzelt, während meine Frau das gemietete Badezimmer inspizierte, das wir in letzter Minute (teils wegen der Großeltern, teils wegen Corona) noch ergattert hatten. Sehr nett, ordentlich geräumig, mit Dusche, Badewanne, getrenntem WC und einem schönen Waschtisch mit 2 Becken. Dazu ein Kleiderschrank für die Skiklamotten.
Abends gab es dann für die ganze Familie (ja, inklusive Großeltern, 7 Personen) bei uns im Mobil das Weihnachtsessen: Pulled Pork mit Kartoffelklößen und Rotkohl. Hat gut geklappt dank großer Sitzgruppe und verlängerbarem Dinettentisch. Als schon alle drin waren ausser mir, hat das Christkind dann den Schlitten mit den Geschenken draussen vor den Weihnachsbaum gestellt, und so konnte nach dem Essen auch die Bescherung stattfinden.
Am nächsten Tag war das Wetter gut, wir saßen in der Sonne und erholten uns erstmal vom ganzen Anreisestress. Abends gabs dann ein (Corona-bedingt etwas eingedampftes) Punsch-Trinken auf der Terasse des Hotels, und der Weihnachtsmann kam sogar bei uns auf der Parzelle vorbei, um den Kindern jeweils einen kleinen Jutesack mit Nüssen, Mandarinen und ein paar Süßigkeiten vorbeizubringen. Ich hatte vorher schon unsere Feuerschale angemacht, so dass es draussen trotz -5° ganz gut auszuhalten war.
Das Holz dafür durfte ich mir kostenlos vom Holzvorrat des CPs nehmen, die heizen dort alles mit Holz, auch das Hotel und alle Waschhäuser.
Erstaunlicherweise ist das Anzünden so einer Feuerschale bei tiefen Temperaturen echt ganz was anderes als im Sommer. Das Holz möchte wirklich erstmal überzeugt werden, zu brennen, und selbst wenn es läuft, musste man immer mal wieder Luft zufächeln, damit das Feuer nicht ausging. Mit vorgewärmtem Holz ging es dann etwas besser.
Am Sonntag fuhren wir mit dem Multivan hoch zum Kreuzbergpass-Hotel (Schwiegermutter ist nicht mehr so gut zu Fuß) und genossen dort den phänomenalen Kaiserschmarrn draussen auf der Terasse, während wir den Skifahrern zusahen. Muss man unbedingt dort essen, wenn man mal in der Nähe ist.
Montag joggte ich dann durch den Wald einmal hoch zum Pass und wieder zurück. Der Hinweg war echt hart, 200 Höhenmeter auf 2,5 km und dann die dünnere Luft… puh. Zurück war kein Problem. Danach ein schönes Bad… so kann mans aushalten.
Für Dienstag hatten wir oben am Kreuzbergpass Skistunden für die Kinder organisiert, also morgens zum Skiverleih auf dem CP, den ganzen Rumpel in den Multivan und ab gings hoch zu den Skiliften. Wir fuhren uns (nach Kauf der Halbtages-Liftkarten) eine halbe Stunde warm, dann wurden die Kinder den Skilehrern übergeben und ich rutschte so noch ein bisschen rum. Hinterher auf Skiern wieder durch den Wald zurück zum CP, das ist immer ein toller Tagesabschluss.
Für Mittwoch und Donnerstag hatten wir keine Skistunden gebucht, weil der Wetterbericht eher mau war – so schlimm wars dann doch nicht, aber die nächsten Skistunden waren dann nochmal Freitag und Samstag. Die Kinder waren zufrieden, und damit war der Ski-Teil des Urlaubs dann auch abgeschlossen.
An Sylvester gabs Raclette mit allen bei uns im Womo, zwar logistisch herausfordernd, aber auch wieder sehr schön. Zum Jahreswechsel brannte wieder die Feuerschale, und dazu gabs Glühwein bzw. Kinderpunsch und ein paar Wunderkerzen, Feuerwerk ist auf dem CP, der ja quasi im Wald liegt, nicht erlaubt.
Die Tage danach vergingen mit Spaziergängen und auch einigen Ausflügen nach Toblach und Innichen, die Kinder hatten weiterhin viel Spass im Schnee. Am Dienstag zogen dann Wolken auf, und es begann zu schneien. Es schneite… und schneite… am Abend befreite ich dann zum ersten Mal in diesem Urlaub die Dächer unserer beiden Womos vom Schnee, es hatten sich ca. 20 cm angesammelt. Über Nacht schneite es weiter, und am nächsten Morgen lag nochmal 10 cm oben drauf… also wieder geräumt, da das Wetter wieder besser war und wir ja am Donnerstag auch abfahren wollten.
Schön war, dass natürlich ausgerechnet an diesen Schnee-Tagen die ganzen Italiener auf den Platz rollten (am 6. Januar haben die ja ihre Bescherung), oben an der Rezeption war totales Chaos (durch den Schnee nicht gerade vereinfacht). Wir waren einmal kurz unten im Ort einkaufen und brauchten danach 20 Minuten, um an der Rezeption vorbei zu kommen… dabei gab es durchaus interessante Rutschpartien zu beobachten (an der Rezeption ist es abschüssig in Richtung CP), aber passiert ist dann doch nichts.
Ich baute dann noch nachmittags das Vorzelt ab und brachte es in den Trockenraum, um es dann abends im Doppelboden zu verstauen.
Am Freitagmorgen packten wir dann die Reste ein und es ging wieder in Richtung Heimat. Das Navi empfahl den Brenner, leitete uns aber danach nicht in Richtung Fernpass, sondern über München in Richtung Norden. Auf der Strecke zwischen Innsbruck und München holte uns auch meine Frau wieder ein, die ja mit dem Kurzen noch einen Corona-Test zur Wiedereinreise nach Deutschland machen musste. Die ganze digitale Dokumentation hatte ich schon am Abend vorher erledigt.
Die Zwischenübernachtung machten wir auf dem Stellplatz am Concorde-Werk (--> Link), der von der Autobahn schnell zu erreichen und kostenlos ist. Abendessen gabs von der Schnitzelschmiede im Vereinsheim des örtlichen Fussballclubs, ca. 5 Minuten zu Fuß vom Stellplatz.
08.01.2022: Rückkehr nach Dortmund
Am Morgen verabschiedeten wir uns von den Schwiegereltern (die fuhren von dort aus weiter über die A7 in Richtung Norden) und nahmen das letzte Stück in Richtung Dortmund unter die Räder. Das verlief auch ohne Probleme, die Vollsperrung der A45 in Lüdenscheid umfuhren wir mit der ausgeschilderten Umleitung – von Süden kommend kein Problem, von Norden kommend eine Stunde extra Stau-Spass. Glück gehabt.
War wieder ein schöner Winterurlaub, für nächstes Jahr ist schon reserviert.
bis denn,
Uwe



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