Allerdings hatten wir uns ein schönes Ei ins Osternest gelegt, das für diesen Urlaub schon im Vorfeld organisatorische Großtaten verlangte. Wir hatten nämlich im letzten Herbst (wir waren da in Spanien) unseren Großen vertröstet, der nicht in den Herbstferien am Trainingslager teilnehmen konnte, dass er dafür ins Oster-Trainingslager fahren könnte, welches in Italien stattfindet. Fand er OK, und wir hatten unsere Ruhe. Aber bei der Urlaubsplanung für die Osterferien wurde klar, dass noch einiges organisiert werden musste.
Das Trainingslager ging vom 12.04. (Abfahrt in Dortmund 17:00) bis zum 20.04. (Abfahrt in Pesaro morgens um 07:00). Da der ‚Große‘ erst 11 ist, konnte er kaum mit den anderen zurück nach Dortmund fahren und dort eine Woche allein verbringen, weshalb wir beschlossen, ihn von Südfrankreich aus abzuholen. Geht ja schnell, mal eben nach Italien.
Ja klar, zumindest mit dem Finger auf der Landkarte… Google verriet uns, dass das eine Strecke von 790 km ist (einfache Fahrt). Mit dem Womo für einen Tag schon eine ordentliche Etappe… da meine Schwiegereltern mit nach Camp Du Domaine wollten (in einen Bungalow), konnten wir schlecht schon am Donnerstag oder so abdampfen und dann in Italien weiter Urlaub machen, was eine Alternative gewesen wäre.
Nächste Überlegung: Leihwagen und rüberdüsen… na ja, auch nicht soo billig. Unseren T5 auf einem Anhänger mit runternehmen? Geht, aber Anhänger leihen und höhere Maut sind auch nicht so günstig. Dann kam uns der Geistesblitz: Die Schwiegereltern fahren mit unserem T5 da runter, so haben wir den dann vor Ort für das Abholmanöver, und die anderen beiden Kids werden in den zwei Tagen von den Großeltern betreut.
Gesagt, getan: die Schwiegereltern trafen am Morgen des 12. Bei uns in Dortmund ein und wechselten von ihrem Wagen samt Gepäck in den T5 (den ich noch eiligst gereinigt und mit Sommerreifen bestückt hatte) und fuhren los. Abends um 17:00 brachte ich unseren Großen zum Hallenbad, und die ganze Bande brach auf in Richtung Italien. Wir kamen dann so um 19:00 los und fuhren nur noch bis in die Eifel, um auf dem Stellplatz in Stadtkyll zu übernachten. War sehr ruhig und kostet nix, klarer Daumen hoch von uns:
Am nächsten Morgen ging es dann durch den Rest der Eifel weiter nach Luxembourg, in Kockelscheuer wurde noch mal günstig getankt und dann waren wir auch schon in Frankreich. Der Mittagsstopp war in Beaune, wegen viel Verkehr und Stau auf der Strecke aber erst gegen 15:00. Tanken, einkaufen und weiter gings, bis wir gegen 19:00 keine Lust mehr hatten und uns einen Übernachtungsplatz suchten. Das war die Domaine Distaise in Grane, wo man für 4 Euro auf einem Bauernhof übernachten konnte. Sehr ruhig, schön gelegen und mit einem tollen Hofladen, wo es einiges aus eigener Produktion zu kaufen gab. War auch gut besucht.
Ich rief natürlich am Abend noch den Campingplatz an, wir wollten ja eigentlich schon am Samstag anreisen, was wegen der späten Abfahrt am Freitag und den Staus nicht klappte. So wussten die wenigstens bescheid, dass sie unsere Parzelle bitte nicht vergeben sollten…
Der Rest der Fahrt war zum Glück ereignislos, und wir trafen gegen 13:00 auf dem Camp Du Domaine ein. Eben Abwasser und Bongo entsorgt und dann über den Berg hintenrum auf die Parzelle J13, wo der übliche Ausblick auf uns wartete… weswegen man ja auf diesem CP bucht.
So erholten wir uns bis Donnerstag mit den Schwiegereltern und den beiden Restkindern. Nachmittags baute ich dann den T5 auf ‚Schlaffunktion‘ um, und Freitags morgen um 07:00 packten wir unsere Sachen ein, brachten die beiden Kids zu den Schwiegereltern und fuhren los in Richtung Pesaro.
Zuerst gings auf der Landstraße bis Saint Tropez / Saint Maxime und dann auf der Autobahn weiter in Richtung Cannes / Nizza. Von dort aus auf der Autopista di Fiori über Savona kurz vor Genua auf die A26 und dann über Tortona, Piacenza, Modena, Bologna an San Marino vorbei bis nach Pesaro. Gegen 17:00 fuhren wir dann auf den Campingplatz Panorama, wo Marco (der Inhaber) unseren Multivan durch Abrechnung als solches zum Wohnmobil erhob :D
Der Platz liegt landschaftlich sehr schön in einem Naturschutzgebiet und von dort aus sind es nur 10 Minuten runter nach Pesaro. Wir richteten uns auf unserer Parzelle ein (also stellten eine Kabeltrommel und zwei Klappstühle hin) und fuhren nach Pesaro, um noch ein paar italienische Spezialitäten einzukaufen und zu erkunden, wo das Hotel genau lag, in dem die Blagenbande samt Trainern übernachtete. Danach gings zurück zum CP, wir gönnten uns eine recht gute Pizza aus der CP-eigenen Pizzeria und dann gings ins Bettchen.
Morgens gings dann um 6:00 aus den Federn, kurze Dusche (ohne Licht, das war noch nicht eingeschaltet…) und dann runter zum Hotel Napoleon. Nach einigem hin und her tauchte dann die Schwimmmannschaft auf, Falk ging samt Gepäck und Lunchpaket in unseren Bus, der Rest bestieg den T6 des Schwimmvereins und düste gen Heimat.
Wir starteten auch durch. Diesmal war der Stau nicht bei Bologna (Hinweg), sondern kurz vor Genua in den Bergen, und danach noch immer mal bis nach Savona. Wir rasteten an einer Autobahnraststätte, und als wir unser Mittagessen verdrückt hatten, war der Stau auch aufgelöst und wir konnten relativ unbehelligt weiterfahren. Bei Monaco gabs nochmal Gewusel, und das Navi führte uns nicht ganz unwillkommen durch Monaco durch und dann durch den Tunnel von Monaco wieder zurück auf die Autobahn. Diesmal fuhren wir kein Landstraßenstück, sondern lieber den Bogen obenrum bis fast nach Toulon und dann von Westen über Hyeres wieder nach Bormes und zum Camp Du Domaine, wo wir gegen 16:00 ankamen.
So hatten wir die Familie pünktlich zum Ostersonntag wieder vereint, und der konnte dann mit einer Ostereiersuche auf der Parzelle beginnen. Ich gab mir viel Mühe beim Verstecken, und die 3 Kinder brauchten geschlagene 20 Minuten, um alle Eier zu finden, was ich angemessen fand :razz:
Leider ging es mit dem Wetter in den nächsten Tagen steil bergab. Am Dienstag Nachmittag gings noch, weshalb wenigstens noch ein wenig Freizeitprogramm drin war (Bogenschießen), und wir sind auch noch ein wenig in Le Lavandou unterwegs gewesen, aber zeitweise war es so schlimm, dass der Ost-Sturm die Wellen dort bis über die Promenade trieb. Na ja, frische Luft war das ja trotzdem, und wir sind von der Nordsee ja einiges gewöhnt…
Pünktlich Donnerstag Nachmittag wurde das Wetter besser, und am Freitag morgen, als wir abfuhren, war strahlender Sonnenschein. Dafür war die Vorhersage für Zuhause grottig.
Wir fuhren nach der Verabschiedung von den Großeltern die übliche Route zurück, diesmal garniert mit ein netten Stau nach Unfall kurz vor Vienne (letzte Peage vor Lyon). Auch in Lyon gabs noch zwei Kilometer Stau am Rhoneufer, aber die Umfahrung war auch dicht, von daher das kleinere Übel.
In Beaune fuhren wir ab (Intermarche) und tankten. Dann entschlossen wir, dass wir auf einen CP gehen, da die Kinder den ganzen Tag im Mobil gehockt hatten und dringend noch etwas Auslauf brauchten. Uns fiel unser alter Übernachtungsplatz in Vignoles ein (Les Bouleaux), auf dem wir früher mit WoWa immer die Zwischenübernachtungen gemacht haben. Kurz hingefahren (ist nur 2 km vom Intermarche) und tatsächlich, den gibt’s noch. Die früher übliche Diskussion mit der eh nie ausreichenden Stromabsicherung (Trois ampères ou six ampères?) konnten wir diesmal dank prallvollem Bordakku elegant umgehen und sparten uns wenigstens die Extrakosten dafür. Mit fünf Personen waren aber trotzdem 30 Euro fällig, was für nen CP ja eigentlich OK ist.
Nach der sehr ruhigen Nacht auf der schön blühenden Parzelle gings dann am nächsten Tag auf über die Vogesen, bei miesem Schietwetter, aber immerhin Rückenwind. Frühstück gabs unterwegs (Baguette von der Raststätte), und am frühen Nachmittag schwammen wir in Wasserbillig zum Tanken ein. Das Wetter war wirklich unterirdisch, teilweise geschlossene Wasserfläche auf der Autobahn, aber wenigstens nicht viel los.
Durch die Eifel blieb das Wetter sehr wechselhaft, mal Sonne, mal Wolkenbruch. Der Verkehr hielt sich in Grenzen, und so konnten wir an Köln ohne Stau vorbeischrappen und es ging die A1 hoch in Richtung Dortmund (natürlich erst nach der Rheinüberquerung auf der A4).
Dort kamen wir gegen 16:30 an, bei schönstem Sonnenschein, aber am Horizont stand schon der nächste Guss… also nur kurz das nötigste aus dem Womo geräumt und rein in die gute Stube.
Am nächsten Tag wurde das Womo innen gründlich gereinigt, die Betten abgezogen und dann am Nachmittag bei Diesel Müller hingestellt, der über die Woche die fällige Jahreswartung inkl. TÜV / AU / Gasprüfung erledigen sollte.
Nächste Ausfahrt wird wohl eins der Wochenenden im Juni sein.
Bis denn,
Uwe



Dezember 2025
September 2025