Der Hintergrund ist der, dass die In-Laws (amerikanischer Slang für den angeheirateten Teil der Familie ;-) ) früher oft und gern mit dem Wohnwagen unterwegs waren, seit der Verrentung allerdings vorzugsweise Kreuzfahrten unternommen haben, wogegen ja auch nichts einzuwenden ist.
Allerdings fristete nun der gute Eriba Nova ein Schattendasein im Abstellschuppen. Wir haben schon öfter mal versucht, zu einem Treffen irgendwo auf einem CP zu motivieren, aber die Aufraff-Widerstände waren groß. Jetzt hat es aber endlich geklappt, weil der Wowa eh zum TÜV musste, ein willkommener Anlaß, ihn mal auszuführen.
Wir reisten also am Freitagabend aus Dortmund an, die Schwiegereltern aus der Nähe von Bremen waren da schon eine Woche vor Ort und haben Kraft für die Enkelkinder getankt :-)
Mit nur minimalen Staus auf der A44 trafen wir gegen 19:00 auf der Camping-Oase Bad Karlshafen ein, wo wieder das übliche Tänzchen losging. Die Schwiegereltern hatten die Parzelle neben sich reserviert, aber da durften wir nicht hin, weil wir dann den dahinter leicht erhöht stehenden Festcampern die Aussicht auf die Weser versperrt hätten… wenigstens gab es eine große Wohnmobilwiese direkt am Fluss, wo wir den am nächsten zu den Schwiegereltern gelegenen Platz belegten. So standen wir dann ca. 100 m auseinander, was sich als eine gute Entfernung erwies, man ist schnell da, hat aber trotzdem ein bisschen Distanz.
Zum Abendessen gab es vorgekochtes Chili con Carne für die gesamte Familie, für das ich vorher noch Brötchen zum dabei Essen beim extrem nahe liegenden Rewe besorgte. Die Versorgungssituation auf dem CP kann man nur optimal nennen, eine Rewe, Aldi und Kik (naja) sind direkt nebenan und ein Berger Shop direkt auf dem Gelände. Egal was man vergisst, es dürfte im Umkreis von 500 Metern zu bekommen sein.
Am nächsten Morgen nach einem gemütlichen Frühstück draußen (das Wetter hielt sich ganz gut, trotzt gegenteiliger Vorhersagen) erkundeten die Kinder mit den Großeltern den Campingplatz, während wir klar Schiff machten und uns ein wenig entspannten. Es stand allerdings noch ein bisschen Aktivität auf dem Plan; gegen halb zwölf machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Weser Sky Walk.
Auf dem Hinweg gingen wir die Straße entlang, ca. eine dreiviertel Stunde Fußweg. Die Kinder sollten dann mit den Großeltern mit dem Auto nachkommen, wenn wir da waren. Papa und Mama waren ziemlich abgemeldet…
War auch eine gute Entscheidung, an der Straße lief man mitten im Verkehr und es war ziemlich schwül, so dass wir gut ins Schwitzen kamen, da es permanent bergauf ging.
Kurz vor dem Skywalk fiel uns am Wegesrand noch ein Stein mit Tafel auf – siehe da, das Dreiländereck NRW, Niedersachsen und Hessen war damit markiert.
Am Skywalk angekommen, verständigten wir die Großeltern per Telefon und genossen dann die Aussicht.
Der Genuss dauerte und dauerte, und immer noch kein Lebenszeichen von der Verwandschaft. Ein Telefonanruf brachte Aufklärung: Opa hatte die Route per Navi geplant, und das hatte ihn nicht zum Parkplatz 300 m vom Skywalk entfernt geführt, sondern nach Würgassen, wo der Klippenlehrpfad über die Hannoverschen Klippen (da hängt der Skywalk dran) beginnt. Leider ca. 1,4 km entfernt, und unten an der Weser, also gab es noch nette Steigungen zu überwinden.
Ich bin den Großeltern und den Kindern dann mal entgegen gegangen, um weitere navigatorische Vorfälle zu begrenzen, und traf sie ungefähr auf halber Strecke an, der restliche Weg zum Skywalk erfolgte dann ohne Zwischenfälle… außer das inzwischen ein Saufbus samt Reisegruppe eingetroffen war, die mit ca. 50 Leuten samt Bierflaschen und Fluppen den Skywalk enterten. Der war damit voll. Wenigstens hatte meine Frau die einzige Sitzbank am Weg in Beschlag genommen, so dass wir einen kurzen Snack zu uns nehmen konnten, während wir auf das Abziehen der Saufkarawane warteten.
Die hinterher wieder in Ruhe zu genießende Aussicht fanden auch die Großeltern und die Kinder toll, so dass der Ausflug sich positiv entwickelte.
Tjaaa, was jetzt machen mit dem Rückweg. Omas Knie ging es nicht so blendend, und meine Frau und ich wollten den Klippenpfad in Richtung Bad Karlshafen zurückwandern, was für die Kinder, insbesondere die beiden Kleinen, nicht so empfehlenswert ist. Also sattelten Opa und ich die Hühner und gingen los, die Dieselkutsche auf den nahen Parkplatz zu überführen.
Es fand sich ein gut asphaltierter, menschenleerer Forstweg, der die beiden Parkplätze miteinander Verband und dessen Beschilderung zu 98% von Zweigen verdeckt war, so dass wir ihn ohne größere Gewissensbisse benutzten und das Auto in 5 Minuten vor Ort hatten, statt untenrum über Würgassen und Bad Karlshafen 10 km zu gurken, was der Umwelt sicher mehr geschadet hätte, so abgastechnisch. Ahem.
So wurden die Kinder wieder ins Auto verfrachtet und die beste Ehefrau von allen und ich stiegen den Klippenpfad hinab, der übrigens sehr zu empfehlen ist. Nix für Flipflops, aber mit normalen Turnschuhen gut machbar. Es geht im Prinzip in engen Serpentinen und Treppen die Klippen durch den Wald hinab, sehr malerisch. Zumal es im Wald auch nur halb so schwül war wie auf der Straße.
Zurück auf dem CP, klang der Nachmittag dann langsam aus. Die Kinder durften noch bei Oma und Opa ein wenig TV glotzen, während Papa den Reise-Weber anwarf, um für den carnivoren Teil des Abendessens zu sorgen, während Mama einen leckeren Salat und einige Kartoffeln mit Dip vorbereitete. Der Hunger war hinterher ungefähr so groß wie das Essensangebot, so dass nicht viel übrig blieb und alle satt waren. Die Großeltern gingen dann mit den Kindern duschen und anschließend ging es für die Bande ins Bett, wo dann auch schnell Ruhe war. Die Erwachsenen tranken dann vor unserem Womo noch ein Bierchen, aber so gegen 22:00 zogen wir uns dann auch zurück, Schlaf für die Woche tanken.
Am nächsten Tag wurde das Wohnmobil nach der üblichen Morgenroutine wieder reisefertig gemacht und die Kinder konnten noch ein wenig mit den Großeltern auf den Spielplatz. Derweil fand ich die Abwasserentsorgung, um den Grauwassertank abzulassen, und bezahlte unseren Aufenthalt. Dann wurde das Mobil vor dem CP auf dem Parkplatz abgestellt (in der Mittagspause von 13 bis 15 Uhr geht die Schranke nicht auf…) und wir aßen in der Weseroase zu Mittag, lecker Schnitzel gibt es da.
Der Rückweg nach Dortmund war unspektakulär, nur ein paar Wolkenbrüche machten die Fahrt interessant :-) und wegen denen machten wir das Mobil dann auch in Rekordzeit fertig für den Abstellplatz, zu dem ich es dann schleunigst brachte, damit es wettersicher unter dem Carport steht.
Bis denn,
Uwe



Dezember 2025
September 2025