Also packte ich das Mobil winterfertig, circa eine halbe Tonne Skiklamotten wurde in die Schränke gequetscht, Schneebesen und Schneeketten dazu und los gings. Natürlich war ich nicht dazu gekommen, unser umgearbeitetes Wigo-Wintervorzelt vorher aufzubauen, da war jetzt ein Vertrauensvorschuss notwendig. Letztes Jahr war das Zelt trotz korrekter Bestellung ca. 20 cm zu kurz… mal sehen.
Los ging es leider erst am Freitag gegen 17:00, weil meine Frau noch lange auf der Arbeit war. Also kamen wir im ersten Zug nur bis kurz vor Frankfurt, wo wir uns aus der P/M-Stellplatzapp einen Bauernhof mit Hofladen und Womo-Stellplatz raussuchten, um zu übernachten. War allerdings etwas merkwürdig; trotz Licht im Haus kam niemand an die Tür, am Stellplatz war nirgendwo Infomaterial oder ein Kasten zum Geld reinwerfen… wir haben uns da mal hingestellt und geschlafen, haben aber auch am nächsten Tag niemanden angetroffen und sind dann einfach weitergefahren. War wohl Nebensaison…
23.12.2017
Jetzt ging es erstmal über Frankfurt in Richtung Stuttgart, da wir über den Fernpass wollten. Im Laufe des Tages ergab sich dort allerdings irgendein Problem im Füssener Tunnel, so dass dort 2 Stunden Verzögerung angekündigt waren… also umnavigiert über München, die Kufsteiner Route. Doch auch dort verstopfte so langsam alles, so dass wir noch vor dem Erreichen von München in Richtung Garmisch-Patenkirchen auf eine gut ausgebaute Landstraße abbogen, die westlich von München in Richtung Süden führte. Es lief super, keinerlei Behinderungen und eine gut ausgebaute Straße, und wir kamen bei Dämmerung in Garmisch an. Danach wurde es dann allerdings unterhaltsam, weil von Garmisch in Richtung Innsbruck eine Gefälleabfahrt mit Serpentinen und 17% Gefälle lauert. Na ja, jetzt waren wir mal hier, also runter da. Dritter Gang ging nicht mehr, also im Zweiten runter und alle 10 Sekunden wieder von 3000 auf 2500 Touren bremsen… eigentlich wäre der Erste besser gewesen, aber der drehte genauso schnell hoch wie der Zweite, ich musste genauso oft Bremsen und wir waren noch langsamer. Also 2. Gang und schön Intervallbremsen.
Ich nutzte jede Notbucht, um den nachfolgenden Verkehr vorbeizulassen und um den Bremsen ein Päuschen zu gönnen, und irgendwann liess das Gefälle dann nach. Leichtes Fading war an den Bremsen zu bemerken, aber immerhin kein weiches Pedal, und qualmen taten sie auch nicht … also alles gut gegangen.
Insgesamt eine schöne Strecke, aber wegen dieses Gefälles würde ich mir gut überlegen, ob ich da nochmal herfahre. Bergrauf schon eher, aber runter war nicht soooo schön.
Danach lief es problemlos, wir fuhren kurz westlich von Innsbruck auf die Inntalautobahn und dann über den Brenner und das Pustertal über Toblach und Innichen nach Sexten, wo wir dann gegen 19:30 auf dem Campingplatz ankamen. Unsere Parzelle war zum Glück trotz Schnee leicht befahrbar, und so musste ich nur auf die Keile, Strom dran und dann war erstmal Feierabend.
Nicht erholsam, so eine Anfahrt. Wenn man wegen der Stauumfahrungen wie ein Eichhörnchen auf Speed durch BaWü und Bayern hin und her zackt, kostet das auch immens Zeit und Nerven, auch wenn man noch rollt statt steht.
24.12.2017-05.01.2018
Am Morgen des Heiligabends baute ich erstmal unser Vorzelt auf. Das ging auch soweit ganz gut, Keder in die Kederleiste der Markise ziehen, Markise wieder rein, Gestänge aufbauen… oha, wie passt denn das zusammen?
Nach einigem Probieren hatte ich eine Variante gefunden, die passte. Allerdings fehlte uns ein No-Screw-Böckchen für die mittlere Dachstange, das ich mir aber ausleihen konnte. Heringe reinhauen fiel flach wg. gefrorenem Boden, also Schnee auf den Faulstreifen geschippt und gut. Fertig war die Schuh- und Krempelschleuse.
Am Abend gingen wir dann mit den Kindern ins Restaurant, um einen heissen Kakao zu trinken. Zufällig vergaß Mama ihr Geld, so dass ich nochmal zurück musste und die Bescherung vorbereiten konnte :-) Die war dann hinterher auch erfolgreich und es gab leuchtende Augen angesichts der von mir mitgeschmuggelten Geschenke. Hätte der Kleinste gewusst, dass er die ganze Zeit ca. 10 cm über seinem Weihnachtsgeschenk geschlafen hat, wäre er sicher etwas hibbelig geworden :-)
Als Weihnachtsessen gab es ‚Schloßgeheimnis‘ aus dem Omnia (ein Auflauf mit Schweinefilet, Speck und Zwiebeln mit Sahnesauce, die Pilze hatten wir wegen Abneigung der Kinder dagegen rausgelassen) mit Rösti und Broccoli, was eigentlich allen sehr gut schmeckte, selbst die Kinder hatten nix zu meckern (weil eben keine Pilze drin waren).
Am nächsten Tag fuhren wir dann mit dem Bus runter nach Sexten (die Tickets gibt’s umsonst für die Dauer des Aufenthaltes auf dem CP) und organisierten Skikurse für die Kinder und Liftkarten für die Kinder und mich, meine Frau wollte erstmal abwarten. Außerdem gabs diesmal einen Skischrank in der Nähe der Helm-Bahn, damit wir nicht immer alles mit in den Bus schleppen mussten. So konnten wir für die sieben Skifahr-Tage morgens recht entspannt in den Bus steigen und erst am Schrank Skischuhe etc. anlegen.
Zurück auf dem CP dann beim dortigen Skiverleih noch die Ausrüstung leihen. Der Verleiher kannte uns noch vom letzten Jahr und alles lief gut. Im Endeffekt haben wir dann hinterher wieder unter 9 Euro am Tag pro Person für die Skiausrüstung inkl. Helme bezahlt, was ca. 30% billiger ist als die Sachen unten in Sexten zu leihen. Super Service.
Abends war dann noch eine kleine Weihnachtsfeier auf dem CP mit Weihnachtsliedern von einer kleinen Blaskapelle, Punsch aus dem Kupferkessel (stilecht überm offenen Feuer bereitet) und Weihnachtskeksen. Natürlich kam auch noch der Weihnachtsmann und bescherte jedem Kind eine Tüte mit Nüssen und Süßigkeiten. Bei dem Schnee und der Kulisse wirklich eine schöne Sache. Es wurde nur recht schnell kalt, weil ca. -11 °C herrschten, da steht man nicht lange an einer Stelle…
Am 2. Feiertag ging es dann für die Kinder in die Skikurse. Der Große durfte schon oben auf dem Helm fahren, deshalb musste ich ihn mit der Seilbahn hochbringen; die beiden Kleinen wurden vom Mama zum ‚Idiotenhügel‘ begleitet.
Nachdem ich meinen Schützling sicher im Skikurs abgeliefert hatte, untersuchte ich mal die Pistenkarte, was denn für mein eingerostetes Fahrkönnen opportun wäre. Ich hätte dabei die Skibrille absetzen sollen… weil nämlich mit oranger Skibrille blau und schwarz ziemlich gleich aussehen. Ich suchte mir also eine rote Piste mit einem blauen (?) Zwischenabschnitt aus (runter in Richtung Vierschach). Der Anfang war für rot schon fast etwas fordernd, aber dann ging es nach links rot und nach rechts blau (?) weiter.
Nach 20 m war mir klar, dass da etwas nicht stimmen konnte, und nach 50 m lag ich auf der Nase. Nix passiert, alles wieder sortieren (jemand brachte mir netterweise meinen Ski von 20 m weiter oben mit) und vorsichtig runter… schau an, hier ist die Piste wieder rot.
Nachdem ich den Rest der Piste hinunter war, fand ich dann heraus (ohne Skibrille), dass da ein schwarzes Stück auf der roten Piste war, das aber eine rote Umfahrung hatte. Und siehe da, auf der zweiten Abfahrt die richtige Abzweigung genommen und alles ist machbar. Tjaja.
Nach der dritten Abfahrt war oben der Skikurs zuende, und ich konnte Falk wieder einsammeln. Wir fuhren mit der Seilbahn runter nach Sexten und gingen rüber zu den anderen, da konnte Falk noch eine halbe Stunde auf dem Lernhügel rumrutschen, bis der Bus in Richtung CP wieder abfuhr.
Nachmittags fing es dann an zu schneien bis in den Abend hinein, und am nächsten Morgen waren flockige 30 cm Neuschnee gefallen. Der Radlader auf dem CP war schon fleissig, alle Wege freizuräumen und hinterließ eine festgefahrene, 5 cm dicke Schneedecke. Und morgens auf dem Weg zum Skibus auch direkt das erste Highlight… auf der Steigung an der Rezeption vorbei ein haltlos in alle Richtungen wegrutschender Fiat Punto mit…. Sommerreifen! Unglaublich. Solche Leute sollte man eigentlich aus dem Auto ziehen und anketten, bis der Schnee geschmolzen ist. Kam ja nun nicht gerade überraschend, und vorher lag auch schon ordentlich was. Waren Italiener, aber bestimmt welche aus dem Süden…
Die Hauptstraße war leidlich geräumt, der Bus brauchte auf jeden Fall keine Ketten und heizte wie immer.
Heute durfte der Mittlere auch auf den Helm hoch, so dass ich zwei und meine Frau nur ein Kind zu betreuen hatte. War aber wieder kein Problem, und so konnte ich wieder mein mageres Fahrkönnen auf der Vierschach-Piste trainieren.
Wieder zurück auf dem CP musste erstmal das Womo-Dach von seiner Schneeschicht befreit werden. Ließ sich zum Glück alles mit dem Besen runterschieben, zumindest der Teil, der noch nicht geschmolzen war, die unteren 2 cm waren schon recht pappig.
Diesen Spass konnte ich mir übrigens noch zweimal gönnen, jedesmal so um die 30 cm dick, wir hatten insgesamt sicher ungefähr einen Meter Neuschnee in dieser Zeit. Wunderbar, und das sage ich ohne Ironie… Weihnachten und Jahreswechsel im Schnee sind schon etwas feines.
So gingen die Tage bis zum 2. Januar dahin, immer wieder ein Wechsel von schönem Wetter oder Bewölkung mit Neuschnee.
Ein Highlight war noch die Teilnahme am Schneebar-Wettbewerb. Wir stapelten, klopften, schabten und kratzten, was das Zeug hielt, und am Freitagnachmittag, als es schon dunkel war, kam die Jury vorbei. So konnten Sie die Eisschüssel mit dem Teelicht drin auch besser bewundern. Bier wollten sie nicht, aber die (selbstgemachten) Kekse fanden regen Zuspruch, und so gewannen wir den 4. Preis, einmal Eintritt ins Wellness-Bad für die ganze Familie.
Am Sylvesterabend durften die Kinder zum ersten Mal bis 0:00 aufbleiben und den Jahreswechsel miterleben. Trotzdem fuhr morgens um 09:00 der Skibus, ein hartes Brot, aber wer lange aufbleiben kann, kann ja auch früh aufstehen :-)
Am 3. und 4. Januar wollten wir eigentlich nochmal wandern gehen, aber am 3. waren alle ziemlich platt. Die Kinder entschieden, dass sie lieber in den Kids Club wollten, und das wars dann mit dem Wandern… also ein Tag Entspannung. Am 4. war das Wetter dermaßen bescheiden, dass wir uns nicht aufraffen konnten, war so gesehen ein Fehler gewesen, am 3. nicht zu gehen, aber naja. Ich hab dann das Vorzelt abgebaut und im gut geheizten Trockenraum aufgehängt und konnte es so trocken einrollen und wieder im Doppelboden verstauen.
Am Morgen des 5. Januar sollte es wieder losgehen in Richtung Heimat. Also hatte ich am 4. schon dem Radladerfahrer Bescheid gesagt, dass er unser Mobil ein wenig freigräbt, hinterm Heck lag nämlich ein 3 Kubikmeter großer Schneehaufen, der unsere Abfahrt von der Parzelle verhinderte. Er war so nett und schob das weg, so dass ich nur noch ein paar Kleinigkeiten (30 min) rund ums Fahrzeug freischaufeln musste.
Nächster TOP: Dach freimachen (30 min) und dann die Frontscheibenabdeckung lösen (30 min, völlig mit Eispanzer überzogen). Die unteren Spannschnüre konnte ich unter ca. 4 cm klarem Eis zwar sehen, aber nicht abnehmen… aber an der Entsorgungsstation gabs ja einen Kärcher, damit sollte das gehen.
Als alles fertig war, rein ins Mobil, Motor an… und er kam direkt beim ersten Versuch, braves Tucktuck. Erstmal ein wenig rückwärts, dann links rum…. Aaaah nee, da hakt der Vortrieb im immer noch recht hohen Schnee. Also vorwärts rechtsrum, Platz ist ja genug… mmmhh, bleibt nach 2 m auch stecken, vielleicht doch erst die Ketten draufmachen? Nix da, ein As haben wir noch im Ärmel… Diff-Sperre rein, zweimal vor und zurück, und dann zog er brav aus dem hohen Schnee raus auf die Straße.
Die Sperre blieb dann drin bis oben an der Rezeption und so kamen wir alle Steigungen ohne Probleme hoch, was man von den ganzen Fronttrieblern nicht behaupten konnte, da ging ohne Ketten gar nix mehr. Hatten aber die meisten dabei und vorsorglich auch schon drauf, so dass nur eine Handvoll arme Tropfe am Wegesrand im Tiefschnee die Ketten drauffummeln mussten.
An der Entsorgung wurde natürlich V und E gemacht und dann nahm ich mir den Eispanzer auf der Motorhaube vor, um die Gummistrippen der Frontscheibenabdeckung zu befreien. Zwei Euro in den Kärcher und los gings mit der Schrubbelbürste. Mit ca. 3 min Schrubben mit warmem Wasser gelang es, das erste Gummiband zu befreien, und dem konnte auch das Zweite nicht widerstehen.
Nachdem das alles erledigt war, ging es um ca. 11:30 los. Diesmal entschieden wir uns, den Weg über Lienz, Felbertauern, Kitzbühel und Kufstein zu nehmen, da der Felbertauern- und der Thurnpass nicht so verstopft sind wie der Fernpass, der in Google Maps eigentlich immer rot ist.
Die Strecke war (trotz viel Nebel an diesem Tag) sehr angenehm zu fahren, die Gefälle gingen nur bis ca. 9%, was wir nach der Hinfahrt über Garmisch-Patenkirchen geradezu als Erholung empfanden. Viel Zeit kostet es trotzdem, weil es eben keine Autobahn ist, und so entschieden wir uns gegen 18:30 in der Nähe von Nürnberg zur Übernachtung, und zwar auf dem Stellplatz in Cadolzburg.
Der Stellplatz ist sehr zu empfehlen, ist kostenlos und liegt auf einem Hügel direkt neben der Burg. V/E ist vorhanden, alles neu und sehr solide ausgeführt, und Strom gibt’s bei Bedarf auch, haben wir aber nicht genommen, unsere 200 Ah waren ja knallvoll nach der Fahrt. Als Besonderheit gibt es einerseits ein Gästebuch (haben wir uns eingetragen) und eine Spendensäule (haben wir was reingeworfen). Die Entsorgung von Abwasser und Kassette ist ebenfalls kostenlos, nur für Frischwasser müsste man zahlen, aber wir waren ja noch gut versorgt.
Einziger Wermutstropfen: die sind dort wohl sehr katholisch, und morgens um 07:00 hat die Kirchenglocke im Chor mit allen Hähnen der Umgebung mal richtig losgelegt… aber ansonsten war die Nacht sehr ruhig.
So ging es gegen 08:30 wieder auf den Trail und wir arbeiteten uns in Richtung A45 östlich an Frankfurt vorbei. Verkehr war an diesem Samstag kein Thema, und so kamen wir nach ca. 5 Stunden Fahrt wieder in Dortmund an.
Sexten wird uns im nächsten Jahr mit Sicherheit wieder sehen, wir haben schon reserviert :-)
Bis denn,
Uwe



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